Ausgabe 
5.3.1906 Erstes Blatt
 
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Kreisblatt für hrn Kreis Gieken

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156» Jahrgang

Erstes Blatt

ietzener AMger

General-Anzeiger

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Die keuttqe Dummer umfaßt w Ketten.

mib für die

(Förderung

tte an3 ten mit lcbhasten Beifall aufgenommenen Bor- trag schloß sich eine Diskussion, die von der Begeister-

()rhd) 91?. 2.20; tmrd? "Jlbhole- u. 3tvciaftefien monaiüdi 65 Pi.; durch diePostMk. 2.Viertel­jahr!. aiisichl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis üonnittagS 10 Uhr. Zeilenvrers: lokal 12'131, auswärts 20 Pig. _

Sßeratitroortlid) hit den polit. und atlaem. Teil: B. Witiko: füt Stabt und 2anb' und ,b)cnchtsjaal"-. Ernst Heb', für den An- zeigenteil: Hans Beck.

Montag 5. März 1906

BezngSvretSr monallicki75Ps.,viertel-

Kekmintmachmg.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, links der Lahn.

Samstag, den 10» März lf. Fs., vormittags von 10 bis 11 Uhr, findet in der Grotzh. Bürgermeisterei Gießen die Entgegennahme der Wünsche bezüglich der Zu­teilung der neuen Grundstücke in den Fluren XIX bis XXVIII sowie in den zugezogenen Teilen von Launsbach und Wißmar statt.

Die Wunsche sind schriftlich mindestens auf V- Vogen einzureichen, vom Grundstückseigentümer zu unterzeichnen und sollen genau angeben, welche alte (nach Flur und Nummer zu bezeichnenden) ©ntnbftücfe zusammengelegt und in welche Gewann die neuen Grundstücke gelegt werden sollen.

Wünsche, welche in dem oben genannten Termin nicht vorgebracht werden, haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung.

Friedberg, den 27. Februar 1906.

Ter Großhe'zegliche ; l'bcr - ßv-ngskommissär: Spam er, Kreisamtmann.

Am Zieichstagswahl j Aarmsi.idt - Kroßgerau.

Man schreibt uns heute auS Darmstadt:

Der Wahlkampf hat begonnen. Am vorigen Sonntag proklamierten bekanntlich die Nationalliberalen im Verein mit dem Bunde der Landwirte, Antisemiten usw. die Kandidatur des RechtSanwaltS Stein; am gestrigen Sonntag rückten die Sozialdemokraten mit demLandtagsabg. Berthold ins Feld. Zu gleicher Zeit hielten in Darmstadt dieVer­einigten Liberalen" für die Kandidatur Korell ihre Vertrauensmännerversammlung ab, die vorzüglich besucht war, namentlich auch auS den Landorten.

Der Vorsitzende, Justizrat Gallus legte im Anschluß an die Begrüßung die Gründe für das Vorgehen der ver­einigten Liberalen dar. Nach Lage der Verhältnisie habe im Wahlkreise nur ein linksliberaler Kandidat Aussicht auf Erfolg, denn nur dieser könnte der Sozialdemokratie -stimmen wegnehmen. Den Nationalliberalen scheine es nicht um die Bekämpfung der Sozialdemokratie zu sein, sondern um die Stärkung ihrer eigenen Partei.

Lebhaft begrüßt nahm hierauf der Kandidat Pfarrer Korell das Wort. Auf Erlebtem und Erschautem baut sich seine liberale und soziale Staatsauffassung auf. In seiner Kindheit schon spürte er den Druck des Lebens in materieller wie in geistiger Beziehung zur Genüge am eigenen Leibe. Und später in seinem amtlichen Wirken sah er die Not in allerlei Gestalt bei seinen Gemeindegliedern in den dumpfen Straßen der Altstadt. So wuchs in ihm das Verständnis für das Ringen der unteren Volksschichten, nach oben zu kommen. Pfarrer Korell will an erster Stelle kämpfen für das Prinzip der Freiheit. Freilich nickt als programmatisch formulierter ober dogmatisch festgelegter Begriff, wie er etwa vor zwei, drei Jahrzehnten bestanden, sondern fortschrittlich im Sinn einer Erweiterung der Volksrechte. Eine selbstverständliche Forderung des Kandidaten ist somit die Erhaltung ' allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts und besten Ausdehnung auf die Einzellandtage. Die Sozialdemokratie fei in Wahrheit eine Feindin dieser freiheitlichen Entwicklung, solange sie wie eine Kirche Dogmen habe. Diesen Dogmen ist ja auch der bisherige Abg. Cramer zum Opfer gefallen. Damit sei aber auch der Reaktion die Möglichkeit geschaffen, ihren .Patriotismus zu persönlichen Vorteilen zu betätigen, iso in der Zollvorlage, der Kanalvorlage usw. Vorbedingung 'für die polit. Freiheit sei aber die kulturelle Freiheit. Das bezieht sich einmal auf die Schule und auf die Kirchs 'Hier find Trennung von Kirche und Staat wie auch Aufhebung des § 166 deS St. G. B. zu fordern, gerade aus

in Widerspruch stehe. (Ganz unsere Ansicht^ ®er fn\

Dr. David polemisierte heftig gegen Herrn v. M und tadelte, daß die hessische Regierung von ihrer seitherigen schroff ab lehnenden Stellung gegen die Sckissobrt^abgaben, abgewicken sei Hier handele rs sich um einen Bruch mit ber ^.E^ttasi mg und der Rheinschiffehrlsakte. dem Hesten nicht JuHtmine i bijrfe Geh. Staatsrat v. Krug hatte indes vorher erklärt Preußen I^be verschiedentlich eingehende «Mmr.blungen mit ben Wwujer Staaten gerffoam. Tie hessilche Regierung habe sich bte Ent-

religiösen Gründen. ,

Korells Interesse gilt weiter der Arbeit Wie wrrt- .schaftlicher Tiefstand Uusreiheit erzeugt, so serpolit. Freiheit nur möglich, lvenn ein Volk im wirtschaftlichen Aufstieg gst. Redner fordert eine höhere Wertung der geistigen Arbeit -unter Hinweis darauf, daß der Bund der -and Wirte für die .Hebung des L c h r e r st an d e s und die So­zialdemokratie für eine b e s s e r e Entloh n u n g ihrer geistigen Arbeiter nichts übrig Hattern Er tritt ein für eine stesunde Bauernpolitik im -Gegensatz zu Großgrunobesitzerbestrebirstgen des Bundes Her Landwirte, für Förderung des Hand w er ker st an des geistige und materielle Hebung der Ar b ei ter «uu.v^uhh der Gewerkschaften und freies Koalltronsrecht).

In dritter, aber nicht in letzter Linie gehörten fein Denken und sein Streben dem Vaterlan b e und ^zwar auch vorn Gesichtspunkte des Sck)utzes der Llrbett cms. Er lei für ein starkes Heer und eine starre flotte, aber es müsse ein wehrhaftes Volksheer fein, in dem nicht die Kinder des Volkes unter den Fußtritten der Junkersobne zu leiden haben. Heer und Flotte müssen befahlt werden nicht durch Kopfsteuern, sondern nach dem Grundsätze der Leistungsfähigkeit. Der Begriff des Vaterlandes geS ihm über die Armee hinaus und umfasse sur ihn zugleich die Summe aller politischen, geisttgen und kulturellen H-rerheit,

1 Mörz begann nach Ablauf der Caprivisckeil Handels verttöge die n e u e' H a ii d e l s v e r t r a g s ä r a , die Bert des verstärkten Schutzzolls. Zugleich mit ihr begann das Handels- visbisarinm mit den Vereinigten Staaten, das bereits das zweite

erreich wollen die Deutschen bei der bevorstehenden kommissionellen Bebmbs"na ber W a hlre s ormV orla ge alles aufbieten, nun mehr Reichsratsmandate zn erhalten, als der Entwurf des Ministcrvrösibeiiien Frhrn. v. Gautsch barfiebt- ^eer volnische Hochabel, der gleichfalls durch, das allg. Wahlrecht zn kurz zu kommen fürchtet, beginnt mit,ben Deutschen ko­kettieren. um mit ihm vereint das direkte Wahlrecht zn Falle zu luingen^ g ß r . f e Kttstoffy richtete an jeine Wähler

ein Schreiben, in dem er betonte, je sch'.v'«'riaer die Litiiation beg Landes wi'irbc, desto eher werden die Polksmillwnen begreifen lernen, sich von ber Politik ber nationalen Eitelkeit loSzusagen und erkennen, bas; die Rückkehr zum Frieden und eine bauerns Haimonie zwischen Krone und Parlament, aber auch bas Auf­blühen des ungarischen Staates nur durch das alIgem ein e Stimmrecht bewirkt werden kann. Die Idee der demokrat^ schen Umgestaltung des nuaarischen Staates ist dem Zeitgeist des nach' sozialer Gerechtigkeit dürstende neuen Jahrhunderts entsprungen. An den Wählern liegt cs, diesen Ideen ein liebe­volles Verständnis entgegenzubringen. _ p _

Die Inventaraufnahme in den sranzos. Kirchen vtt- nrsacht täglich ernste Zwischenfälle. Genietruppen mußten manche ckirckentür einschlagen. Auch kam es zu .ffuiammenstoßen zwischen Kundgebern und Polizei und Soldaten. Mehrere Personen wurden schwer verletzt. Verhaftungen vorgenommen. In einem One drohte man. die Negierungsbeamten mit kochendem Wafferzu be­gießen, falls sie sich vor der Kirche zeigen tollten. Die Guckte verurteilten mehrere Verhaftete, darunter einen 74iahrigen GreiS. Offiziere, die sich weigerten, bei Kircheninventuren mitzuwirken^ wurden mit Arrest bestraft und vor das Kriegsgericht gestellt. .

Englische Blätter meldeten aus Peking, daß die dortigen Gn'andtsckaften den Ernst der Lage zugeben. Die deutsche Gesandtschaft hat schwere Geschütze aus Tientsin zur eigenen Verteidigung kommen lasten. Es heißt. 560 Boxer Kien im Begriff in Peking einzumarschieren. Dagegen verlautet aus Tientsin, daß nur Unruhen mehr lokaler als allgemeiner Art zu erwarten seien. In Tschili herrscht Ruhe und auch in Tientsm ist die Stimmung ruhig. , _

In Rußland folgte ein Attentat dem andern; man muh es nachgerade aufgeben die einzelnen Ausschreitungen zu rubri­zieren, da sie in einer ungeheuren Fülle auftreten und etne bet anderen fast gleicht. Sensationell wirkte n. a. die Beraubung der Staatsbank in hessingfors. Im Prozeß gegen den Leutnant Schmidt erkannte das Kriegsgericht auf Todesstrafe. Nach der Urteilsverkündigung aab Schmidt folgende Erklärung ab: . Angesichts des Todes erkläre ich, ick handelte nicht gegen dir Person des Kaisers. Ich glaube, daß der Pfahl, an den man mich binden wird, um micb zu erschießen, ein Grenzpfahl deS sklavischen und freien Rußlands werden wird". Der Ministerrat beschloß, örtliche Kommissionen für die Provinzen und Distrikte zu errichten, die aus Regierungsbeamten, Vertretern der Semst- wos und bet Bauern zusammengesetzt fein sollen unter dem Vorsitze der Gouverneure in den Provinzkommissionen und unter dem Vorsi^e ber Abelsnmrschälle in den Distriktskommissionen, Die erste Aufgabe dieser Kommissionen soll sein, die Operationen der Bauernbank in den einzelnen Gegenden zu unterstützen. Dann sollen sie sich damit beschäftigen, Mittel zur b e sser e n Ausnutzung des Grund und Bodens zu sichern und Maßnahmen für die Beruhigung des Landes zu treuen. Dep Zar empfing eine Abordnung der autokrcttisch-monarchistischerp

schcidnng Vorbehalten. _ ., - 1iwk sio tSnrb/

Die Silberhochzeit des Ka11erpaares^nd d'e Hock zeit des Printen Eitel Friedrich wi'rde^am Berlmer Hofe pomphaft gefeiert. Auch in allen übrigen stabten de- Reims sowie in üieiert sremdlänb'schen Hauptstädten sanden Feierlich^ fcto Mtriir Ui Monarchen der. W-» grotul,er«en mrch ber Fürst von Livpe-Detrnold, sobaß alw über die Aus',öWuna naschen dem f:-iirr imb dem Saufe ® e

mehr bestehen. Die Amnestie blieb auch diesmal aus^ \?ie ..Deutsch« stirere Presse" batte von vornherein erklattl, de« Amnestieanknubiaungen sei kein Glauben be,mmesstn. Natttrsich blieb auch bas Beimmd'n über die unterbliebene Amaestte mcht m-?. Am Donners'?r schlo? sich an dle Berliner ,>-estlichkeiten die Enthüllnngsieim Ksiserin ^7-b^h^auses an wöbet ber Kaiser eine Gedä. ^iSredc auf seme Mutter lnett Aum der Attt des Königs von England wohnte dem Festakte bei.

Wie in den le't?n Tagen verlautete, ist an eine B e g egnu n g zwischen König Eduard und Kaiser Wilhelm nrck^ zu denken. Am 2. b. M. begab sich König Eduard uackiParis zu sst stündigem Aufenthalt, und wurde dort vom Mmffter> Präsidenten Rouvier begrüßt. Auch mtt dem König AlfonS von Svanien gedenkt er znsammenzutreffen. Es liegt nahe, mnnw-hmen, baß diem Reise, im -imfent .dmn deEiundbett g^md- met, doch auch mit der- marokkanischen Kr«« Berbm^ nng steht In b-r Samstao-Litzung ber Marokko^tzonferenA würben ohne Opposition verschiedene nntergeorbne'e Punkte b^ tiessend die Bankfrage angenommen Die Diskussion ftcsi er- kennen, baß eine Vetständigimg auch.^er die anderen Punkte dock wobl erfolgen wird. Angesichts der Unaeduld, welche due meisten Delegierten zeigen, mackste ber englische Delegiert en, Vorschlag, die restierenden Punkte der Ban,trage zurückzusteNett "nb beute, Montag, die Beratung ber Polizeifrage zu begiwien Die Delegietten Deutschlands und Oesterreichs schluaen 'hrersettsi vor. die'"Beratung der Baiiksrage sortzuseben. Nachdem d^ englische Delegierte nochmals dringend die Annahme ^5 träges emvfobwn hatte, brachte der §>erzog von Almadovar dnr Antrag zur Abstimniung. Er wurde gegen die ^stimmen ^wu lands, Ocstetreicks und Marokkos angenommen, dieses Votum legen manche dahin aus baß der deutsche Aandpuntt nur von Oesterreich und Marokko gebrllmt wick. Die ffalienischen Delegierten sind jedenfalls entickstoiien, st^^ Neutralität an ben stag zu legen, stift' die Ver.eetec der Mächte iich überjAt Bonsfrage äußern, ohne daß vor ter eine Verständigung

; Deutschland i-nd Frankreich erziell werde. Außer Italien sollen auck andere Mächte entschlossen fein, sich in dieser Wege zu ver>

Erscheint täglich außer Sonntage

Dem Gießener Anzeiger werben im Wediiel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal in ber

Woctze beigelegt.

Roiationsbruck tu Ver­lag ber Bruhl'schen Umvers.-Buch-u. Stein- druckeret. 9t Lange. Redaktion, Epvebilto« und Druckeret:

Schul st raße 7.

Redaktion 113

Verlag u.Exoed.^^bl .Adresie für Deoescken:

Anzeiger Gießen.

Im Reichstage zog sich die Debatte bei ber zweiten Lesung des Etats der I u st i z v e r m a 11 u n g die ganze Woche bin Einen Lwuntteil dec Verhandlungen bildete ber .'inttag Ablaß aus Ausdelmnng dec S ck wu r g e r i ck t s ko rn ve t en z auf Preßvergehen. Staatssekretär Nieberding erllarte, baß bei dem Bestehen aus diesem Beg-Hren die Strafvrozeßresorni scheitern werde. Monck-e unangenehme Mabrhe't bekamen die Vertreter der Battincr Regierung zu frören. Freilich hat es nicht den Anschein, als ob bieicnigen Steife, an bte ,ie gerichtet waren, sich nun anschicken würden, in Zukunft , Remedur emtrc en zu lassen. Rur von innen heraus läßt lickt die -etzige Reckrs- misere heilen. Aber das geschieht nicht onenbar weck das omz'elle Preußen fickt bei dem jetzigen Zustande wohl Winbet Skt Reichstag überwies ferner den Antrag Nitzler aus Gewährung einer Beihilfe an die K r i e g s t e i 1 n e h m e r an die Vudget- kommission die nun daraus zu sinnen haben wtrd, utc nötigen Millionen irgendwie aufzutreiben. Der von der Scke u er-K om­ni i s s i o n genehmigte Ausfuhrzoll aus Kalt und ^umpen latt sich als eine empse^enswerte wirt,chasts- und ftcuerpolitn*e Maßnahme nicht bezeichnen. Wird emeri-its die ?>ali-Industrie schwer unter dem ftoll leiden, der gewiß keine germae Isiohe er- frilten bürste, so sinb aus der andern Seite Befürchtungen ge­rechtfertigt, daß das Ausland Gegenmaßnahmen nqreisen und seinerseits Rohstoffe, dft bch Deutsche Reick zur V.-rarbeckung nötig hat, mit einer Zollerhöhung belegen wird. t

Kali-Ausfuhr eingeschlagene Weg ist fur bie beitlJe ^b iftne äußerst bebniklick. iVal. auch den Artikel 'Lrbickastssteuett^

Die hessische 2. Kammer nahm am Mckermittwoch naw längerer Pause ihre Sitzungen wieder aus. Auck hier kameti, naw Erörterung einiger mehr lokaler Angelegenheiten, nianmertei Wünsche in Bezug auf die Justtzverwaltting znm Ausdruck. Bevor der nationallib. Dr. W a 1 l a u tm Reichstage unter war­mer Verteidigung ber südd. Rechtspflege einem fr71. Anträge aus Gewähtung von Diäten für Geschworene und e ' osien zustimmte. hatte in unserem Lanbttge Dr Sckmitt urm'n-, be- "--Ut^'ms einen ähnlichen Antrag eingebracht. Aba. HI r 1 cn vnb >c^. Genossen wünschten, daß anck die lohnarbeitenbe Bevölkerung als Schöffen und Geschworene herangezogen werbe, ban ihr von ^anoes wegen die Unkosten zu ersetzen seien, und baß eine Tagegelber- ck^ewähri'na von Reicks wegen anzustreb-n sei. Der «tatts- uno Justizminister Ewald erklärte, die Regierung sei nck klar darüber, daß auch die arbeitenden K^ise an der Reck^-vck-ge test- nehmen müßten, eine Forderung, der überdies in vielen heiil- schen Gericktsbezirken bereits Rechnung, getragen wrrde., Ate Anträge wurden einstimmig an den zuständigen Aueickuß ver­wiesen und werden wall Annahme finden. Sodann begann ne allgemeine Budget-Beratung. StMt§fnjj.ulter E w a l d er­läutere kurz und stiavv und klar das Programm der Re­gierung. Diese werde im Oei^c des (liberaler^ MiMl emums Rotfre' auf fortschreitende wirtsckxiftlicke Entwicklungg und Ver­söhnung der Gegensätze binarbeiten. Der Minister kunbisie nach vorausgegangener Verständigung zwischen beiden Kammern eine neue Wllckrechtsvorlage auf Grund des dtwllen. Wahlrechts, so­wie die Wiebereinbringung der gleichfalls gescheiterten Gemeinde- steuervvttage an. An dem Zweikam m er sv ste m werde die Regierung sestholten. Abg. Reinhart lnl.) sicherte namens seiner Freunde dem neuen Miniitermm Unterstützitng zu. 4tn Etat hält er trotz Fehlbetrags nickst für nngünstig. Er verteidigte die Stenerproiefte der Regierung im Reimstag. selbst die -Ta­baksteuer. Seine Gießener Gesinuungsgenoisen werden.da- sebr ungern gehört fraben Abg. M oltha n lZtr.i meinte die vorg'eschlagcnen Vcrftfrrssteuern, Quittungs- und Frachtbnei steuern seien als "ben Mittelstand belastend ab zuweilen. Dem Versuche, eine Reichsweinsteuer einzufubren, möge die hessische Regierung entgegen treten. Wie die Mainzer .Handelskammer,

wandte er fick namens seiner frreunbe gegen die genante Gm- sührung von Schiffahrtsabgaben. Nickt die Großindnstrie werde : die Schiffahrtsabgaben tragen,-das K'ohlenkontor werde auch 1 diese Lasten auf die breit' Mafte des Volkes abUhilzen. Abg.

Ulrich lSoz.'l tadelte die Nickstbestätigung von Sozialdemokraten zu Bürgermeistern und scklog sich dem Protest, gegen die (jinrnfrr- rmg von Schiffahrtsabgaben an. Er pvleminerte sodann gegen den Abg. Reinert wegen dessen Befurwottung.ber Tabaksteuer nnh Tcate die Notlage der Tabakarberter dar. Die 1. Kammer wünscht Herr Mrick.auf den Blocksberg Diw Wunick beruht zweifell-os auf Geaenieitigkeit. Abg. Dr Schmitt (htr.1 sorderte die alsbaldige Vorlage der Wahlrechtsreform. Dann mäkelte er' an den neuen Berufungen zur 1. Kammer. Denn unter den drei neuen Mitgliedern unserer DarrSkammer befinde sich kein Katholik. Jammerschade! Beim letzten MiNisterwecklck sei von sehr- hoher Stelle die Bemerkung gefallen, ein Katholik könne in Hessen für einen Ministervosteii / nicht m Frage kommen. (?) Dann könne man sick freilich über die B e fr a n b 1 u n g ber katholischen Studentenkorporationen durch dm Studierenden der Teckmischen Hvchlcknle mckst wunden, In er­ft eulickem. Gegensatz hierzu stehe das Verlockten der stud i eren- ben der L an d e sn n iv e r s itat Gi eßen. Mit aufrichtiger und herzlicher Freude hat man in Gießen es aiijgcitommen, bau das Zentrum von der Regierung die Bewilligung einer Jubi­läum s a a b e ftir die Universität erbat Dann mcktatte Finan.- minirter Dr Gnauth gegenüber dem Abg. Ulrich, datz bie ^i- nan U ali e des Landes sich ge be sse r t habe und noch besiere^ Von einer Reickssteuerreform wurden die Emzelstaaten nicht viel xu erwarten haben, wenn auch eine Klärung des Finanzwesens WerL?^ehr>ünsckt sei. Für eine Reic^weinsteuer sei er nicht zu haben; eine Rei^Vermögenssteuer lasse nch nur au Grund einer Reickssteuergcsetzgebrmg durchfuhren. Er Moß mit der <?(ufforberung, man solle sich nicht dagegen wehren dem Reiche zu geben, was es brauche. Staatsminister E w a 1 d konnte selbstverständlich versickern bafr bei ber Ergänzung brr tÄtomer politische ober konfessionelle Rücksichten durchaus mrfit m tfrage gekommen sind. Ministerftlpralibent Braun venirteckte dn Stellungnahme, der Darmstadter studierenden gegen die katholi­schen Sttidentenkorporationen, die nut der arademischen Freiheit

ung zeigte, mit der die vereinigten Liberalen in den Wahl­kampf mitt ihrem Kmididaten ziehen. Mißfällig beurteilt wurde die Krimpfesweise der Nationalliberalen in der He­lgen Presse. Für die Taten der Sozialdemokratie mache man Naumanns Anhänger gewissermaßen mitschuldig. Nur durch eine Politik der Gerechttgkeit fei die L/rcimillionen- xirtei zu bekämpfen. ,

Einstimmig wurde die Aufstellung Korell^ gutgeheißen. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit einem Appell an die Opferfreudigkeit aller. Zum Gluck hätten Wir eine liberale Regierung, die iedcrmann das Reckt der Betätigung seiner Gesinnung zugestehe^__

poliii?cbc Wodbcn^dmu.