Ausgabe 
5.2.1906 Zweites Blatt
 
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$a. 'ft die goiiaU S TSfie ** m cbten Proletariat und eälwrn Bande". Wenn '0 'Vticnb etwas passierte Proletariat, das war die 1 die Polizei und die Re, en der Maßnahmen, die am offen sind. Aber man batte Polizei und Regierung Vorsicht wirklich ' etwas :n doch kein Zweifel be, [ten Absichten gehabt haben, 5t mebt kommandieren. Da tleine Keilerei entsteht, und ilerei und alles weitere noch, icbe. Tas Verdienst bcr t, Venn am 21. Januar nichts arunter auch der Abg. Bebel sie für die russische Rebolution aus der Rebe des Abg. Bebel. H?n Gingen der.Vorwärts", iityn übte bie M-M-wen rrr Behring gefdjrieben hat, nen vorzuleien. und zuheyen >,u deu Mmtn^ ände \u \ln\diuto und sagv, osia'Ne Mimmung rediU.) .Leipziger Boliszeimng', btt b früher, dasi die Sozial« i Brot gäben und ihn durch eisit doch diielt mit dem Feuer ution verherrlicht. Der .Bor, t zu leben, weil wir im Zett, iana zweifellos werden durch icmolraten die bürgerlichen t und die Bestrebungen te meine Herren _ wn »ünschen, dasi moghcbll rden, denn nicht besier a S Ihre Wünsche bezüglich!>eS i Bestrebungen, das Wall

Da halte '5 ef 9ebef ,-chars wie möglich gegen die Wil hat diele «7 der Gewerllchallen. eie , ?u °". Ä 'U Leibe geben, ldemiuratre ^nn,

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Aus StaSt uns Lanv.

Gießen, den 5. Februar 1906.

"Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den cvang. Pfarrer, Kirchenrat und Dekan Ludwig Meyer zu Friedberg auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ersprießlichen Tienstführung, mit Wirkung vom 1. April 1906, in den Rubestcrnd versetzt. Ent­lassen wurde aus dem Schuldienste der Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Vilbel Hermann Burk auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1 April 1906. In den Ruhe­stand wurde versetzt der Gerichtsvollzieher Valentin Ohn- acker in Groß-Gerau auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers cm unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und unter Verleihung des Silb. Kreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone

» In Audienz empfangen wurde am Samstag von S. K. H. dem Großherzog unter anderen Major Kreuter, aggregiert dem Metzer Jnfant-Regt. Nr. 98, Kreisrat v. Bechtold von Lauterbach, Geh. Justizrat Wehner von Gießen und Medizinalrat Tr. Haberkorn von Gießen.

Oeffentliche Lesehalle. Im Januar wurden 2396 Bände auSgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 1121, Zeitschriften 605, Jugcndschriften 294, Verdichtungen 49, Litteraturgeschichte 13, Länder- und Völkerkunde 62, Kulturgeschichte 30, Geschichte und Bio» graphien 103, Kunstgeschichte 22, Naturwissenschaft und Technologie 104, Heer- und Seewesen 21, Land- und Haus­wirtschaft 6, Gesundheitslehre 7, Religion und Philo­sophie 22, Staatswissenschaft 12, Sprachwissenschaft 9, Fremd­sprachliches 14 Bände. Nach auswärts kamen 95 Bände.

** Ter Krieger verein Gießen feierte am Sams­tag abend in Verbindung mit seinem 32jähr. S t i f t u n g s - f e st den Geburtstag S M. des Kaisers in Steins Saalbau, der wohl selten so viele Besucher gesehen hat, wie an diesem Abend. Nach einem einleitenden Musikvortrag der Regimentsmusik begrüßte der Vereinsvorsitzende, Haupt­mann d. L. Gabriel, die Mitglieder und Ehrengäste, unter denen namentlich das hiesige Offizierkorps stark ver­treten war. Er warf sodann einen Rückblick auf das abge­laufene Vereinsjahr, in dem er u. a. anführte, daß der 1874 mit einem Bestände von 150 Mitgliedern gegründete Verein inzwischen auf 387 Mitglieder angewachsen ist. Tic Zunahme im letzten Jahr betrug 115 Mitglieder, unter der Gesamtzahl befinden sich 13 Gründungsmitglieder und 20 Ehrenmitglieder. In diesem Jahr ernannte der Verein 2 Herren zu Ehrenmitgliedern, Oberlandesgerichtsrat Sand­mann (jetzt in Darmstadt) und Major Kreuter (jetzt in Metz). Zum Schluß seiner mit Beifall aufgenommenen An­sprache überreichte er den Herren Schad, Margolf, Nau­heimer, Hantel und Pfeiffer die Ehrenurkunde für 25jäl)rige treue Mitgliedschaft. Das Kviserhoch brachte mit begeisterten Worten der Ehrenvorsitzende des Vereins, Postsekretär Mayer auS. Er schilderte die Aufgaben und Bedeutung der Kriegervereine als die Träger der Vaterlandsliebe, als treue Stützen von Kaiser und Reich und feierte den Schirm­herrn des Reiches, S. M. den Kaiser, indem er seine un­ermüdliche, pflichttreue Arbeit für Deutschlands und des deutschen Volkes Macht und Wohlergehen in eindringlichen Morten schilderte. Im weiteren Verlauf des Abends er­schienen noch Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Brcidert und Oberst v. Lindenau und wurden vom Vorsitzenden herz­lich willkommen geheißen. Geheimerat Dr. Breidert dankte für die freundliche Begrüßung und Einladung und gab seiner Freude darüber Ausdruck, heute dem Krieger­vereinsfeste beiwohnen zu können. Nachdem er noch der vater­ländischen Aufgaben der Kriegervereine gedacht hatte, brachte er auf den dieser Aufgabe stets eingedenken Kriegerverein Gießen ein dreifaches Hoch aus, das freudig Zustimmung fand. Oberst v. Lindenau wies auf die gemeinsamen Aufgaben und Ziele der Armee und der Kriegervereine hin und gedachte der verdienstvollen Tätigkeit des jehigen und des früheren Vorsitzenden des Kriegervereins Gießen, der Herren Gabriel und Mader. Daß der Verein seiner Auf­gaben stets eingedenk sei, dafür bürge die Anteilnahme der Frauen und Töchter an seinen Veranstaltungen, denn für die deutschen Frauen und Töchter geben Deutschlands Männer das Höchste her, sie zu beschützen ist die schönste Aufgabe des deutschen Kriegers Sein Hoch galt den Damen und wurde mit Jubel ausgenommen. Kvmmerzienrat Em­me l i u s feierte in einem warmherzigen Trinkspruch die Veteranen, während Geheimerat Dr. Breidert ein drei­faches Hoch auf das Vaterland ausbrachte, dem unser ganzes Denken und Fühlen gehöre. Ter letzte Redner war Weiß­bindermeister Petri, der mit herzlichen Worten die deutsche Armee feierte. Das Unterhaltungsprogramm des Abends war recht reichhaltig und verlief in schönster Weise. Neben Kvnzert der Regimentskapelle bestand es aus den pracht­vollen beweglichen lebenden BildernIm Land der Mär­chen" undTie Verlobung am Wachtfeuer", dem flott ge­spielten GenrebildDes Kriegers Frau" und einem amü­santen LustspielDer gerade Weg ist der beste", sowie humo­ristischen Gesangsvorträgen. Erst gegen 2 Uhr erreichte das reichhaltige Programm mit dem Zapfenstreich sein Ende, wobei außer der Musik das neu geschaffene Trommlerkorps des Vereins zum erstenmal mitwirkte und für sein exaktes Spiel lebhaften Beifall fand. Ein flotter Ball bildete den .Schluß der schon und würdig verlaufenen Festlichkeit.

** Ein Militärkonzert unserer Regimentsmusik findet morgen, Dienstag abend, im Neuen Saalbau statt. Für alle, die noch keine Gelegenheit hatten, die prächtige alpinen Charakter tragende Saaldekoration vvm Sänger­kranzfest am Sonntag sehen zu können, wird dieses Kvnzert die Möglichkeit hierfür bieten, da der Vorstand des Sänger- kranzes eingewilligt hat, die Dekoration stehen zu lassen.

* Ein silbernes Jubiläum eigener Art beging heute die Georg Bender Witwe, Neuen Bäue 17. Es sind heute 25 Jahre vergangen, seitdem die rührige und unver­drossene Jubilarin als Marketenderin die Besucher der tzolzoer st eigerungen in unserem Wald bei jedem Wetter mit dem not'gen Trunk versorgt. Tie Bender Witwe ist bei allen Interessenten der Holzbranche und bei alten, die mit dem Walde zu tun haben, eine bekannte Persön­lichkeit.

Unverhofft kommt oft. Ein Freund unseres Blattes sandte uns eine Nummer derDibaskalia*, des be­kannten Beiblattes des vor Jahr und Tag sanft entschlafenen ^Frankfurter Journals^ vom 9. März 1877. Wir finden Darin folgende niedliche, auS Darmstadt datierte Anekdote unter der obigen Spitzmarke:

.Zwei Prinzen unseres regierenden Halises hatten ginn Ver­zügen einen Ausflug nach Tt'ning unternommen und hier für sbends im Tbcaler eine VorsteÜlmg von »A n g o ck ailgekündigt gesunden. Die lustige Operette mar in Darmstadt, wo man sich kmeS streng klassischen RepertoirS befleißigt, noch nicht gegeben

worden, und die hohen Herren ganOerten deshalb nicht lange, von der günstigen Gelegenheit zu profilieren. Sie schickten eiligst um eine Loge imb brachten nun Direktor und Schnusvieler in nicht geringe Aufregung. Direktor Deuischinger rieb sich förmlich auf, um diese durch den Bestich der erlauchten Gaste ausgezeichnete Vor­stellung zu einer besonders genußreichen zu macheii. Der Abend kam. Das Hails war au^oerfauft. Tie Prinzen saßen erwartungs­voll in ihrer Loge. Tie Ouvertüre verrauschte. Der Vorhang flog in die Höh' und .Der Kaufmann von Venedigs nahm seinen Aiifang. Ter Direktor hatte nämlich in aller Eile die angekündigte Vorstellung abgeändert, da er meinte, die Prinzen durch die 9Iuf- 'ührung eines Shakespeare'schen Meisterwerkes doppelt zu ehren. Kaurn waren noch die ersten Szenen des Dramas abgespielt, so erhoben sich die Prinzen, räumten das HaliS, ließen sich einen Separatzug satteln und fuhren zornig nach Darmstadt gurücf.*

--- Salzböden, 2. Febc. Kaisers Geburtstag feierte am Samstag, 27. Januar, der hiesige Pfeifen- KlubFidelia* im Saale des Gastwirts Weisbrod durch eine Theatervorstellung, zu der sich viele patriotisch gesinnte Männer eingeslmden hatten. Der Vorsitzende begrüßte die erschienenen Gäi'le und eröffnete den Festabend mit einer Ansprache, in der er des Kaisers unermüdliche Tätigkeit für des Reiches Wohlfahrt feierte. Die zu Herzen gehende An­sprache schloß mit einem dreifachen Hoch auf Se. Maj. ben Kaiser, woraus die Musik die Nationalhymne spielte. Hieran schloßen sich die Theaterstücke unb lebenbe Bilder aus dem Kriege 1870/71 unb aus Südwestafrika an, bie mit großem Beifall begrüßt wurden. Nach der Paltse wurden eine An­zahl sehr schöner Lichtbilder gezeigt. Die ganze Feier verlies in bester Weife.

() Laubach, 4. Febr. Tie in vergangener Woche in den gräflichen Waldungen erzielten Hol^preise lassen, eine wesentliche Steigerung gegen die früheren Jahre er­kennen. An einem Tage wurde als Durchschnittspreis für 1 Meter Buchen-Scheitholz 7,50 Mk., am andern Tage 6,75 bis 7 Mark erzielt.

A Homberg a. d. Ohm, 3. Febr. In diesem Jahre blickt der GesangvereinFrauenlob" auf fein bOjährigeS Bestehen zurück. AuS diesem Anlaß wurde in der kürzlich stattgefundenen Jahresversammlung bcr Be­schluß gefaßt, ein Sängerfest zu veranstalten. Es soll nur nicht, wie bereits früher beschloßen, am 1. unb 2. Juli, sonbern schon am 24. und 25. Juni dS. Js. abgehalten werden. Es ist bereits ein Komitee, gebildet aus Vertretern aller Kreise der Einwohnerschaft unseres Städtchens inS Leben getreten, das eS sich zur Aufgabe macht, bie Jubiläumsfeier in würbiger Weise zu gestalten.

Frankfurt a. M., 1. Febr. Zur Beglückwünschung des Rektors a. D Georg Lang, der heute sein 70. Lebensjahr vollendet, begaben sich heute mittag Ver­treter des Deutschen Sck)riftstellerverbandes und des Frank­furter Journalisten- und Schriftsteller-Vereins, denen sich auch Vertreter anderer Berufsarten, Künstler, Pädagogen usw. anschlossen, in die Wohnung des Jubilars. Die Orts­gruppe des Deutschen SchriftsteUerverbandes, deren Vor­sitzender Herr Lang seit Jahren ist, überreichte ihm znm Andenken an Diesen Tag einen silbernen Becher mit ein­geschriebener Widmung. Zu Ehren des Jubilars, der die Schwelle des Greisenalters in erfreulicher Frische des Kör­pers und des Geistes überschreitet, wird nächsten Sonntag abend im Palmengarten noch ein besonderes Fest abge­balten. In seiner Wohnung Bergerstraße 111 wurde heute früh der 24jährige bei der Staatsanwaltschaft beschäf­tigte Gerichcsdiätar Eugen Muhlig erhängt aufge- funden. (Kl. Pr.)

Aerjammlung des oöeth.jsijchcn Kvstöauv.reins.

(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)

----- Gießen, 5. Februar.

Der oberhessische Obstbauverein hielt gestern nachmittag im Lenz'schen Fclsenkeller feine Hauptversammlung ab. Kreisamtmann Hechler eröffnete mit kurzen BegrüßungS- roorten bie leider schwach besuchte Versammlung, worauf Land- wirtschastslehrer Dr. Hoffmann-Friedberg feinenBericht üder bie Obstausstellung in Mainz gelegentlich ber Landes-Jubiläums-Ausstellung* erstattete. Die Ausstellung habe ein imponierenbes Gesamtbilb bes hessischen Obstbaues gegeben, leiber seien bie Räumlichkeiten etwas beengt gewesen, doch sei bieS burch bas Arrangement ber Ausstellung roiebcr ausgeglichen warben. Der Rebner, ber erst feit v. I. im hessischen Obstbau zu Friebberg als Nachfolger bes verdienst­vollen Professors Neichelt tätig ist, sagte, daß er über ben großen Umfang bcS hessischen Obstbaus erstaunt gewesen unb erfreut fei, an besten Weiterentfaltung mitwirken zu können. Obwohl Starkenburg und Rheinhessen dank ihrer günstigeren Lage im allgemeinen schöneres Obst erzielen, hat auch Ober- hesten sehr gut abgeschnilten. Bei ber Wertung bes Obstes ist auf Form, Größe und Gesundheitszustand zu achten. Redner bedauert, baß bies von ben Ausstellern nicht immc einge­halten werbe, unb baß anscheinenb sogar absichtliche Ver­wechslungen von Zwergobst unb Hochstammobst vorgekommen seien. Das Ob't muß in schöner Anorbnung unb Verpackung präsentiert werden. Zur Versendung wirb in Zukunft burch den Verein ein gutes Kistenwaierial besorgt. Redner spricht seine Ueberzeugung au§, baß Overhesten mit Stolz unb Freude auf bie Ausstellung zurückblicken kann. Dr. von Peter erklärte, die Ausstellungen seien ein notwenbiges Nebel, sie kosteten viel (Selb unb Zeit, sie seien gleichsam bie Parabe unb könnten nicht entbehrt werben. Große Ausstellungen hätten sich überlebt, bie internationale Ausstellung zu Düssel­dorf 1904 habe ben beutschen Obstbau geschädigt, sie habe dem ausländischen Obst weitere Absatzgebiete erschlossen. Da­gegen hätten die kleinen Ausstellungen manchen Vorteil; in Zukunft sollen Obstmärkte eingerichtet unb zunächst im Herbst b. IS. in Alsfelb ein solcher abgehalten werben. Was habet nicht verkauft wirb, übernimmt bie Verwertungs­kommission. Kreisamtmann Hechler spricht seine Freude über die Einrichtung des ObstmarkteS auS, sieht ihm nft Interesse entgegen und hofft auf guten Erfolg. Hieraus sprach Direktor Dr. von Peter-Friedberg über das Thema »Abänderung ber O bst ba ustati st ik*. Tas Zentral­blatt für Obstbau enthält alljährlich eine Statistik, bie jedoch nicht als vollständig zuverlässig gelten kann, da sie nicht in allen Orten mit ber nötigen Gewissenhaftigkeit ausgeführt wirb. Deshalb beabsichtigt bie Regierung eine Neugestaltung der Statistik unb hat bereits bie Kreisämter unb Obstbau- oercine zur Abgabe eines Gutachtens aufgefoebert, auch bas Plenum bcr Landwirtschaftskammer hat sich bereits bamit besaßt. Die Statistik vom vorigen Jahre verzeichnet in Hessen 3 616 681 tragfähige und 889 263 nicht tragsähige junge Bäume; bas zeigt, baß unser Obstbau im Aufschwung be­

griffen ist. Die Bäume repräsentieren einen Wert von 4 852 172 Mk. unb lieferten einen Ertrag von 654 601 Mk. Der Kreis Gießen besitzt 224 610 tragfähige und 75 512 nicht tragsähige Cbflbäume, bie einen Wert von 294 818 Mk. besitzen und ' 44 477 Mk. Ertrag lieferten. Eine Besserung des Statistikwesens sei bringend erwünscht, ähnlich wie VolkS- unb Viehzählung sollte auch eine Baumzähluna burch Zähl­karten stattfinben. Die Zählung mäste grünblich unter Kon­trolle unb Nachprüfung gemacht werden, bie Angaben hätten Tragfähigkeit, Art unb Sorte, Stanbort, Felb, Garten, Wegen re. zu umfaffen. Dadurch würde man ein richtiges Bild ber Entwicklung bes Obstbaus in ganz Deutschland er­halten, manche Frage könnte bann gelöst, burch Belehrung viele Mängel beseitigt und bie Sortenwahl bester geregelt werden. Eine Hebung des Obstbaus in ganz Deutschland würde bie Folge sein. Tie Felbschützen seien anzuweisen, auf Abgänge unb Neiipflanzlingen zu sehen, seitens bcr Behörden sollte darauf gedrungen werben, baß nur obftbaitfunbige Leute zu Felbschützen verpflichtet würben. Die Preisnotierung müsse alljährlich burch Vertrauensmänner festgestellt werben. Es sei jedoch darauf hinzuwirken, daß ein mittelmäßiger Preis sestgestellt werde, damit das Obst nicht Luxusartikel werde, sonbern ein VolksnahrungSmittel bleibe. Nachdem hierzu noch Feldmann-Lauter, H e d erer-Heuchelheim und WieSner-Fricdberg gesprochen hatten, beschloß die Ver­sammlung, daß alle 5 Jahre eineOb st bäum zähl ung unter staatlicher Kontrolle im Anschluß an die Viehzählung stattfinben soll c.______(Joris, folgt.)

Kleine Tageschronik. Der 27 Satire alte verheiratete Dersicherungsbearnte Sterojano in Berlin unterhielt ein LiebeS- verhällnis mit einem jungen Mädchen. Da an eine eheliche Ver­bindung nicht zu denken war, beging das Paar am Seddin-See S e l d st m o r d durch Erschießen. Das Mädchen mürbe noch lebend aiügesunden. Eine am'rcgende Szene ereignete sich in einem Londoner Vari6t6--Etablislement. Den Elou des Abends bildete das Erscheinen einer Tänzerin, die inmitten 14 dressierter Löwen Tänze aufführte. Als sie ihren Tanz oorführte, stürzte sich einer ber Löwen auf sie und schlug sie mit einer Tatze z u Boden. Tann machte sich ber Löwe daran, sie zu zer- i l e i s ch e n. Dem hinzneileitden Löwenbändiger gelang es, die Bestie von der Tänzerin abznbringen unb die schwer verletzte Tänzerin aus dem Käfig zu zlehen. Zn der Auffindung ber ver­scharrten Leiche in Dresden ist noch mitzuteile»l, daß die beiden von der Polizei Verhafteten gestanden haben, den Ver­sicherungsagenten Hartmann ermordet zu haben. Es sind dies der Kaufmann Bruno Hartmann au5 Leipzig und der Schuhmacher Gilbert Bletcha aus Wien. Im Verdacht der Mittäterschaft steht auch noch ein Bruder des leyteren, der in einer österreichischen Irrenanstalt interniert ist und einen Mord an einem Gefängnis­aufseher begangen hat.

Gießener Strafkammer.

X Gießen, 2. Februar.

Die Str^iflannncr Verurteilte den mehrfach vorbestraften Dienstknecht A. Sck). aus Pöllwitz wegen schwerer Körper­verletzung zu 2 Jahren Gefängnis. Er war seither rci einem hiesigen Landwirt tätig und gab zu Weihnachten seinen Dienst auf. Lftn dritten Feiertage vergnügte er sich mit einigen jungen Leuten in einer Wirtschaft. Die Gäste neckten sich gegen­seitig, biS der Airgeklagte endlich so unangenehm wurde, daß ihn der Wirt aus dem Lokal wies. Dies nahm er sich so zu Herzen, daß er auf Rache sann und sich in einem Straßengraben versteckte, bis einer der Gäste auf seinem Rad an ihm vvrbeifichr. Er spr"ng auf ihn zu und versetzte ihm mit seinem Taschenmesser einen Stich in den Kopf, daß er zu Boden stürzte. Der bereits ohnmächtig gewordene Verletzte erhielt von ihm noch zwei toeitere Stiche in die Brust, sodaß er in die Klinik verbracht werden mußte. Das Gericht berücksichtigte straferschwere?7d, daß der Angeklagte blindlings ohne begründeten Anlaß auf ben Verletzten zu­gestochen hat, unbekümmert über die Folgen. Hervorgehoben wurde, daß die Begangenschaft an Totschlagsverfuch grenzt, und daß es nur einem glücklichen Zufall zu verdanken fei, daß ber Ver­letzte mit dem Leben davonkam. Der einzige MilderuncsSgrund wurde in seiner 9bngetrunfenbett gefunden. Mit Rücksicht auf das Geständnis, erfolgte die Anrechnung eines Monats bcr er­littenen Untersuchungshaft auf die erkannte Strafe. DaS bei ber Tat benutzte Messer wurde eingezogen. Wegen schweren Diebstahls in zwei Fallen und wegen einer Unterschlagung wurde der 15 jährige Schlosserlehrling K. S. hier zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Er beschäftigte sich in seiner freien Zeit in einer hiesigen Bäckerei, wo er das größte Vertrauen genoß, da seine Eltern ehrliche unb achtbare Leute sind. Dem! Bäckermeister siel wiederholt auf, daß ihm größere Geldbeträge in der Kasse fehlten. Als er eines Abends sein Geld gezählt hatte und sich zu Tisch begab, bemerkte er, wie der Angeklagte nach dem Laden zuging. Es' fiel ihm dabei nichts auf, doch als er nach dem Essen an die Kasse kam und sah, daß ihm etwa 60 Mk. fehlten, fiel der Verdacht auf den Angeklagten. Er ging zu seinen Eltern, die an feiner Aufregung sahen, daß etwas vorgegangen sein müsse. Es wurde ihm bedeutet, der Angeklagte verkehre in einer Wirtschaft mit Damenbedienung. Er ging hin und fand den Angeklagten zwischen Kellnerinnen sitzend, Seft trinkend. Auf einen Wink kam er vor die Tür und nichts Gittes ahnend, sagte er zu dem Bäckermeister, ohne daß dieser ein Wort gesagt hatte:Ich will Ihnen ja alles wiedergeben". Nachdem er erst nur 7 Mark gestohlen haben wollte, gab er am nämlichen Abend noch zu, 54 Mark genommen zu haben. Der Meister stellte fest, daß er schon vorher in einer anderen Wirtschaft gewesen ist und den Kellnerinnen neben Ehokolade und Zigaretten zwei Flaschen Wein zu je 10 Mark bezahlt hatte, in etwa andert­halb Stunden war dos ganze Geld verputzt. Bei der Verhandlung gab er zu, einmal 30 Mark unb einmal 40 Mark entwendet zu haben, doch der Fehlbetrag wurde auf annähernd 150 Mark ge­schätzt. Den Schlüssel zur Kasse hatte er sich gelegentlich des Um­zugs des Bäcker? in feinen Neubau verschafft. Wenn das Ge­richt auch amtahm, daß er mehr als den zugestandenen Betrag von 70 Mark entwendet hat, hielt es doch nicht für erwiesen, daß er den ganzen Fehlbetrag gestohlen hat, da es doch nicht aus­geschlossen, daß ein anderer Unbefugter an die Klasse geraten ist. Da der. Angeklagte 15 Jahre alt ist, hatte das Gericht die Frage zu prüfen, ob er die zur Erkenntnis der Strafbarkeit feiner! Handlung erforderliche Einsicht besitzt, was auf Grund ber Art und Weise seiner Verteidigung bejaht wurde. Die Jugend wurde fitafminbemb berücksichtigt, doch hielt man eine erhebliche Strafe nm Platze, da er das Geld in schlechter Gesellschaft auf zweifel­hafte Art verpraßt hat. Bezüglich ber Unterschlagung war er geftänbig, zwei Mark für Hefe vereinnahmt und nicht abgeliefert zu haben.

ICircbltcbc Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montag, den 5. Kebrnor, abends 8 Uhr: Bibelstnnde im Konfirmandensaal ber Lnkasgemeinde. Text 1. Petr. 1, 14 ff.

Pfarrer Euler.

Das beste Frühstück ist McsnncrS Tee, er wirkt anregend auf Geist und Körper imb wirb selbst vom empfindlichen Magen gut oertragen. Meßmers Englische Mischung stellt sich auf kaum IV, Pfennig die Tasse und ist ber Tee der feinsten Kreise. b8/,

Programme frei.

für Maschinen- u. Elektro­technik, verbunden mit Chauffeure chule.

Technikum Bingen