Ausgabe 
4.8.1906 Viertes Blatt
 
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LiLuchtmedr-rnrr ui Den iöereicp der jungen gezogen, und zwar: 1. Herrn. Weder, Unter st aatssekretär im Kultusministe­rium, in Würdigung seiner Verdienste um die Fortentwicklung der medizinischen Unterrichts- -4mb Krankenanstalten, ganz be­sonders um ihre finanztechnische Bearbeitung, wodurch er der Hochschule auf diele Jahre hinaus unschätzbare Dienste geleistet hat. 2. Wilh. Schuppe, ordentlicher Professor der Philo- sophie in Greifswald, wegen seiner hervorragenden Arbeiten auf erkenntnistl>evretischein Gebiete, welcher sich bei der Darstell­ung psychologischer Probleme immer streng an das tatsächlich Er­forschte und für unser Wissen Gesicherte gehalten hat. 3. William »Ke en, Professor der Chirurgie in Philadelphia, welcher durch seine Arbeiten und operativen Leistungen einen namhaften Einfluß auf die Entwicklung der modernen Chirurgie in Amerika gewonnen hat, zudem durch Energie und Charakter ein glänzender Repräsentant des ärztlichen Standes in der neuen Welt ist. 4. Hermann Snellen sen., Professor der Augenheilkunde in Utrecht, durch seine Forschungen über die Lichtbrechungsvorgänge am menschlichen Auge und ihre praktische Verwertung von großer Bedeutung. 5. Emil Roux, Professor und Direktor des Instituts Pasteur in Paris, in dankbarer Hochschätzung seiner bleibenden Verdienste um die Erforschung der kleinsten Lebewesen als Krankheitserreger, insbesondere seiner Mitarbeit an der Entwicklung des Diph­therieheilserums. 6. Max Klinger, Bildhauer in Leip­zig, dem großen Meister in der Beherrschung der menschlichen Formengabe, dem Ergründer und Bildner der tiefsten Regungen des Seäenlebens, der durch seine anatomische Meisterschaft und l^aktheit neu zu sehen uns gelehrt hat.

Die philosophische Fakultät endlich hat die folgenden Herren zu Doktoren der Philosophie honoris eausa promoviert: 1. Alfred Ackermann, Verlagsbuchhändler in Leip­zig, unter dem der altberühmle Verlag B. G. Teubner auf dem Gebiete der Mathematik der erste in Deutschland, ja der ganzen Welt geworden ist. 2. William Morris Davis, Professor der Geographie an der Harward-Uni- versity U. S. A., der sich als Forscher und Lehrer um die Förderung der Morphologie der Erdoberfläche ausgezeichnet hat. 3. Albrecht Kossel, Prof, der Physiologie in Heidel­berg, der erfolgreiche Forscher auf dem Gebiete der Chemie der Eiweißverbindungen. 4. Ludolf Krehl, Professor der inneren Medizin in Straßburg, der hervorragende Erforscher der physikalischen und chemischen Vorgänge im leben­den Organismus. 5. Ernesto Monaei, Professor in Rom, der ausgezeichnete Förderer und Lehrer aus romanischen, histori- -schen und valäographischen Gebieten. 6. Gabriel M o n o d, Professor in Paris, einer der hervorragendsten Vertreter der methodischen Geschichtsforschung in Frankreich. 7. Oskar Mon- teliu §, Professor in Stockholm, der Begründer der historischen Methoden für die nordische Prähistorie. 8. Mfred Mathorst, Professor undJntendent" am Reichsmuseum in Stockholm, gleich verdient durch seine paläophytolog. und arktischen Forschungen wie durch seine Untersuchungen über den geologischen Bau Südschwedens, die den Schlüssel zum Verständnis der Tektonik Pommerns geliefert haben. 9. Pierre R o u s s e l o t, Professor in Paris, der Bahnbrecher auf ^dem Gebiete der experimentellen Phonetik. 10. Freiherr Georg v. Schleinitz, Vizeadmiral a. D., der als Führer der ersten deutschen Tiefsee-Expedition derGazelle" hervorragenden Anteil an der Erforschung des Meeres hat. 11. Tröltsch, Professor der

Theologie in Heidelberg, ausgezeichnet durch tiefgrün­diges Verständnis des Geistes der Reformationslzeit. 12. William Wrede, Professor h^rr Theologie i n Br e s l a u , einer der besten Erforscher der altchristlichen Literatur auf historisch- vhilologifcher Grundlage.

Die Lage des städtischen Hans- und Grundbesitzes in Deutschland.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)

In den nächsten Tagen wird in Eisenach der Zentral­verband der städtischen Haus- und Grundbesitzer Deutschlands zusammentreten. Aus diesem Anlaß hat der Direktor des Verbandes, der Dresdner Stadtrat und ehemalige Neichs- tagsabg. Baumeister Hartwig, eine interessante Denk­schrift über die Lage de§ städtischen HauS- und Grund­besitzes in Deutschland herausgegeben. Der Denkschrift ist folgender bemerkenswerter Satz vorangestellt, der alsdas Fundament aller Bestrebungen der deutschen Hausbesitzer" bezeichnet wird:

Wir verlangen auch nicht im geringsten Sondervorteile. Wir erstreben nur, daß wir da, wo es gilt im öffentlichen Interesse Steuern zu zahlen oder andere Lasten zu tragen, mit den anderen Berufsständen gleichgestellt werden. Der Zeitpunkt, zu welchem die deutschen Hausbesitzer dies erreicht haben werden, wird der Sterbe­tag der Hansbesitzervereine in ihrer heutigen Kainpfstellung sein."

Die Denkschrift erörtert dann den allgemeinen Zustand im deutschen Städtehausbesitz. Hand in Hand mit dem steigenden Wohlstand gehe die Steigerung der Arbeits­löhne. Soweit wirtschaftliches Wohlbefinden aus dem Haus­besitz allein resultiere, ständen die Hausbesitzer gegenwärtig weit hinter den Arbeitern zurück. Denn diese könnten ihre Ansprüche auf Lohn fortwährend steigern. Das bewiesen die Streiks ohne Ende, während die Hausbesitzer die Mieten nicht steigern könnten, vielfach aber damit zurückgehen müßten, so in Dresden 20bi§30pCt. Zlt diesen Beschwernisten trete eine Fülle von Ansprüchen an die Wohnungen. Die Produktion und Konsumtion von Woh­nungen befinde sich in einem vollständig ungeregelten, ge­radezu anarchischen Zustande, dessen Beseitigung sich vor allem die Stadtverwaltungen angelegen sein lasten sollten. Es sei ein Mangel unserer sonst in statistischen Dingen weit vorgeschrittenen Zeit, aber auch ein Beweis für das Vor­handensein einer verhängnisvollen Gleichgültigkeit bei den Regierungen und Stadtverwaltungen, daß sie, die zum Bei­spiel die Totgeborenen mit Sorgfalt zählen ließen, nicht auch mit derselben Sorgfalt die vorgekommenen Stlbhastationen statistisch sorgfältig und nach allen Seiten hin bearbeiten ließen. Man begnüge sich jetzt damit, die Zahlen der Sub- hastationen zusammenzustellen und im Anschluß hieran die Erstehungspreise, die vorherigen hypothekarischen Belastungen und die oorgekommenen Ausfälle an Hypotheken. Dafür

sollte man lieber auf die Ursachen der Subhastationen zurück­gehen.

Weiterhin müßte, und zwar mit vollein Nachdruck, den gewissenlosen Taxen begegnet werden, durch welche die Werte neuer Bauobjekte übertrieben hoch angegeben ivürden, was dann zur Folge habe, daß immer noch Käufer für solche Häuser angclockt werden könnten.

Daß sich das Börsenkapital nebst seinen Matadoren wohlweislich hüte, den Wohnungsbau zu gewinnbringenden Zwecken zu betreiben, sei bekannt.

Die verderbliche Großmannssucht, die so viele unserer Zeitgenossen ergriffen habe, die den Einzelnen so oft veranlasse, Ausgaben über seine Verhältnisse hinaus zu machen und ihm damit, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse zurückgingen, die schwersten Wunden schlage, sie habe auch die Gernüter mancher städtischer Kollegien und ganz besonders den Sinn mancher Stadtoberhäupter ergriffen. Sie seien vielfach von einerErweiterungssucht" besessen, bei der die Bürger, die Steuerzahler der Stadt, die Geschädigten seien, und bei den über Gebühr erweiterten Straßenbahnen. Des­halb sei auch vor übertriebenen Einverleibungen zu warnen.

In bezug auf die Rechtsprechung hebt die Denkschrift unter anderem hervor, daß das Erfordernis der notariellen Beurkundung eines Grundstückskaufs noch immer eine tief­empfundene Beschwerde der Haus- und Grundbesitzer bilde.

Briefkasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt).

91. H. Vorsitzender ist Oberbürgermeister Mecum, Stell­vertreter Beigeordneter Curschmann. Klagen können schriftlich oder mündlich vorgebracht werden.

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Der Appetit erwacht, die geistigen und körperlichen Kräfte werden rasch gehoben, das Gesamt-Nervensystem gestärkt.

Man verlange jedoch ausdrücklich das echte ,,Dr. Hommel'S" Haematogen und laste sich keine der vielen Nachahmungen auf­reden.

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