Ausgabe 
2.1.1919 Erstes Blatt
 
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Dienstag 2. Jammr 1906

156, Jahrgang

Erstes Blatt

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen

Die heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.

längeren Ausführungen

nommen

V

Leitun wird.

Iayresschau 1905.

Deutschlands innere Politik.

sind wir an einem Meilenstein der Zeit an­machen kurze Rast, den zurückgelegten Weg Er ging nicht durch Blumenauen und Früh- aber auch nicht durch wilde Schluchten und

ein Weihnachtsgeschenk für unsere braven

g im neuen Jahr hoffentlich hinweggespült werben Während die Verwaltungsreform bisher noch

Keer und Atolle.

Der Generalleutnant z. D. Friedrich Metzler, der in Friedenau bei Berlin im Ruhestände lebt, konnte am 1. Januar den 50 jährigen Gedenktag seines Eintritts in das Heer begehen. Geboren 1839 in Da rmsta dt, trat er am 1. Januar 1856 in das 1. Großh. hessische Garde-Infanterie- regiment ein. Ain Feldzuge gegen Frankreich nahm er als Hauptmann und Kompaniechef im Infanterie-Regiment 118 teil. 1888 erhielt er nach Beförderung daS Kommando des Regiments Prinz Karl von Mecklenburg Nr. 43, wurde 1891 Generalmajor und Kommandeur der 71. Jnfanteriebrigade, worauf er 1894 unter Verleihung des Charakters als General­leutnant auf fein Abschiedsgesuch zur Disposition gestellt wurde.

')lnbrcä fahl die Kammer einstimmig folgenden Beschluß:

Die Handelskammer beqrüht freudig die Kundaebungen zur Forderung der ireundschaktl. Begebungen zwilchen England und Deutschland und schlkeht sich ihnen in aufrichtigster Weise an. Im beiderseitigen wirtschaft! Interesse wie im Interesse des Fortschrittes und der Kultur ist ein gutes freundschaftliches Verhältnis Deutschlands ui England unbedingt Erfordernis. Die Handelskammer erachtet es als ihre Aufgabe, für die Verbreitung und Vertiefung dieser Erkenntnis zu wirken. Sie hofft, daß alle in jüngster Zeit enistandenen Mißverständnisse, die tn breiten Schichten des deutschen Volkes ohnehin unverständlich geblieben sind, mit dem alten Jahre einen endgültigen Abschluß gesunden haben und daß das neue Jahr die gegenseitige FrenndTlhait und Sympathie der beiden verwandten Nationen dauernd befestigen möge."

Dem Berliner Oberbürgermeister Kirschner ging ein Schreiben von Fox zu, dem Ehrensekretär des Ausschusses zur Befestigung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Eng­land und Deutschland, welches besagt:

Ich bitte Sie, den herzlichsten Dank für die große Freundlichkeit aussprecheu dürfen, mir oer Sie -und Ihre Mubürger auf oas Anerbieten unserer Freundschaft antworteten, das m unserer Caxton-Hall-Versammlunq verkündet wurde.

Dem gegenüber verdient eine hetzerische englische Preß­stimme auch Erwähnung. Die sonst sehr ernsthafte und ein­flußreiche LondonerNational Review" veröffentlicht in ihrer Januar-Nummer einen längeren Artikel betreffend das franz. Gelbbuch über Marokko. Der Verfasser meint, die jüngste Rede Rouviers bedeute, daß Frankreich bis zur äußersten Grenze bezüglich Marokkos in seinen Konzessionen gegangen sei. Die Lage zeige, daß man nur die Widerstandskraft des neuen englischen Kabinetts auf die Probe stellen wolle. England könne nicht gestatten, daß Frankreich in der Not gelassen werde und die englische Nation verstehe dies sehr gut. Beim geringsten Zeichen werde die englische Negierung der französischen bei stehen.

.Handelskammer, der wir enlsvrechen werden. Deutschland und England nützen sich selbst am metften, wenn sie sich bemühen, einander kennen zu lernen und von einander zu lernen. Aus dem Verstehen erwächst gegenseitige Achtung, die not-- wendigste Voraussetzung aller friedlichen Bestrebungen. Lassen Sie uns. was an uns ist, tun, diese Erkenntnis in immer weitere Kreise zu tragen."

Ans der Mitte der Versammlung ergriff I. H. Garrets das Wort, um vom Standpunkt eines mit den englischen Kolonien aus eigener Anschauung vertrauten Kaufmannes seine volle Zustimmung zil den vorstehenden Ausführungen zu erklären und gleichfalls den dringenden Wunsch auszu­sprechen, daß bald wieder die alten freundschaftlichen Beziehungen hergistellt werden möchten. Er betonte, daß keinerlei Grund zur Feindschaft zwischen beiden Rationen bestehe, die Interessen beider vielmehr ein fried­liche" Nebeneinanderarbeiten auf dem Gebiete der Schiffayct erheischen, und sprach die Hoffnung aus, daß die seit einiger Zeit hervortretende Verstimmung baldigst nicht nur der Vergangenheit, sondern der Vergessenheit ange­hören möge.

Die letzte vorjährige Sitzung der Handelskammer

Truppen in Südwestafrika. Die Hauptarbeit steht natürlich noch aus.

Was die Einzellandtage geleistet haben, ist mehr. In Preußen wurde das Berggesetz reformiert. Ganz freiwillig und ganz gutwillig hat freilich das preußische Abgeord­netenhaus nicht gearbeitet. Der Riesen streik im Ruhr­gebiet leitete das Jahr 1905 nicht besonders erfreillich em. 120 000 Arbeiter feierten, verlangten mit größtem Nachdruck bessere Lebensbedingungen. Es ist hier nicht der Platz um auf die Frage einzugehen, ob der Streik und die Forder­ungen der Arbeiter Berechtigung hatten, aber der preußische Handelsminister und mit ihm das Ministerium haben die Frage bejaht und dem Landtag ein Reformaesetz vorgelegt. Was der Landtag daraus machte, entsprach nicht ganz den Wünschen der Arbeiter, und die Lage ist heute noch nicht ge­klärt; es hat vielmehr den Anschein, als wäre eine noch­malige Ausstandsbewegung durchaus nicht ausgeschlossen. Das Verhalten der Grubenbesitzer zeigte und zeigt wenig Verständnis für die berechtigten Wünsche der Arbeiterschaft und eine Katastrophe scheint wohl hinauSgeschoben, aber nicht dauernd vermieden sein. Daß hier noch

A.

Wieder gelangt und überblickend.

Aeullch-cnqlilch? Ausgleichsöemüku'.ngen.

Eine in der Hamburger Börse am 30. Dezember o. I. abgehaltene Versammlung der kaufmännischen Korpo­rationeines ehrbaren Kaufmanns" gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung zu Gunsten freundschaft­licher Beziehungen zwischen Deutschland und England. Ter Präsident der Handetkskammer, Micha he lies, führte etwa folgendes aus:

Dste der Erhaltung de? Friedens geltenden Sorgen sind im letzten Jahre so lebhast von der ganzen Kaufmannschaft empfunden worden, sind so eng verwoben mit der Weltstellung, die unser Handel sieh erworben hat, daß Sie alle für das Gelingen der Erhaltung des Friedens in unserem Vaterlande in dem warmen Gefühle de-Dante« mit unS übereinstimmen werden. Wir freuen uns, daß sieh in-den besten Kreisen der beiden Völker von England und Deutschland die Erkenntnis Bahn bricht, daß es die eigentlichste Ausgabe der beiden Länder ist, in freiem, friedlichem Wettbewerb um die Palme des Handels zu ringen und gemeinsam die heimische Kultur hinai,'zutragen in die Ferne, daß fie aber n i ch t V e r st i m m unge n M acht gewinnen lassen dür'en. Daß die gleiche Gesinnung in England herrscht, beweist die an uns ergangene liebenswürdige Einladung von der Londoner

ober auch nicht AllzuschwereS brachte. Und große Gescheh- niffe auf dem Gebiete der inneren Politik des Deutschen Reiches haben sich nicht vollzogen; es war, alles in allem, Kleinarbeit, die von Regierung und Parlament geleistet wurde. Wir wollen versuchen, in diesem engen Rahmen ein bei­läufiges Bild dessen zu geben, was das Jahr dem Reiche an Erwähnenswertem brachte.

Die erste Pflicht, die dem Reichsparlament im jungen Jahre 1905 oblag, war die Regelung der deutschen Han­delsbeziehungen zum Ausland. Unter die Zoll­politik der Regierung und deS Reichstags mußte der ab­schließende Strich gesetzt, eS mußten die Konsequenzen gezogen werden. Sieben Handelsverträge unterstanden der parla­mentarischen Beschlußfaffung. Sie brachten nichts Neues, sondern hielten sich streng an die Beschtüffe des Reichstags ohne sonderliche Aufregung und ohne jene Erbitterung, durch die sich die Zollkämpfe ausgezeichnet hatten, genehniigte der Reichstag die Regierungsvorlagen en bloc. Das war seine größte Tat. Er hat mit Ach und Krach den Etat noch bis zur gesetzmäßigen Frist durchgepeitscht, nachdem durch unfruchtbare Sozialdebatten Wochen totgeschlagen worden waren. Gesprochen freilich ist über Manches worden, das des Besprechens wert war, aber die Resonanz, die alle die gutgemeinten Reden über Handwerkerversicherung und Milüär- pensionSgesetz, über Jnvalidengesetz und Lehrlingsausbildung, über Toleranz und selbständige Vertretung der Reichslande im Bundesrat, über Marokko und Königsberg sanden, war gleich Null. Denn der Reichstag hat es noch weniger wie seine Vorgänger verstanden, sich bei der Regierung in Respekt zit setzen, und darum auch war die Verwunderung gar nicht so groß,, als die Herrschtelm nm 30. Juni kurzerhand nach Hause geschickt wurden und die Regierung auf die Lösung wichtiger Fragen durch ein stets beschlußunfähiges Haus per» zichtete.

Um beim Reichstage zu bleiben: am 28. November trat er wieder zusammen und auf dem Geschenktlsch der Negierung lag eine gewaltige Reihe von Vorlagen. Einmal die NeichSfinanzreform, die seit langen Jahren so dringend gewünscht wtirde. Sie brachte, wie man erwartet hatte, einen Pack neuer Steuern und war infolgedessen von vornherein der größten Unpopularität sicher. Tie Brausteuer, die Tabak­steuer, die Erbschaftssteuer, die QitittungSsteuer, die Eisenbahn­fahrtartensteuer, das sind alles Dinge, die man un­möglich zu den angetiehmen rechnen kann. Indes, was nützt - das alles. Man hat uns vorgerechnet, daß das Reich nach dem alten Modus der Finanzgesetze über kurz oder lang bankerott sein wird und die Einzclstaaten mit ihm. Man hat unS ferner gesagt, daß im Hinblick auf unsere Stellung in der Weltpolitik eine Verstärkting unserer Flotte sich nicht umgehen läßt, und daß diese Verstärkung nur mög­lich ist, wenn die Finanzen des Reiches auf eine feste Basis gestellt werden. Die Lage ist nun klar: die Flotten­vorlage, die sich in ziemlich bescheidenen Grenzen hält, kann nur bewilligt werden, wenn die Reichsfinanzreform zu­stande kommt. Der Reichstag hat sich in einer hübschen Reihe von mehr oder minder stimmungsvollen Sitzungen mit der Sache befaßt, zu einem Resultat ist er nicht gekommen, ob­wohl Fürst Bülow sich für die neuen Steuern engagiert hat. Was der Reichstag vor Weihnachten geleistet hat, ist rasch aufgezählt: er hat das Handelsprovisorium mit England und den bulgarischen Handelsvertrag genehmigt, und er hat ferner die Fleischteuerungs-Jnterpellation besprochen. Daß das be­sondere Großtaten wären, wird niemand behaupten. Die Eisenbahn LüderitzbuchtKiibub wurde ziemlich glatt ange»

lingSgarten,

Gründe; es war einMittelweg", der nicht viel Erbauliches,

zu Frankfurt a. M. gestaltete sich gleichfalls zu einer Kundgebung für bessere Beziehungen mit England. .Nach des Präsidenten, Kommerzienrat

immer der deutschen Industrie, die im abgelaufenen Jahre wieder einen, erfreulichen Aufschwung nahm nach so langer Zeit der wirtschaftlichen Depression, eine schwere Gefahr droht, läßt sich nicht verkennen, und diese Gefahr wird nicht be­hoben fein, ehe eine reichsgesetzliche Regelung der Verhältnisse in der Beraarbeiterschaft durchgeführt ist. Herr Möller hat - Herrn Delbrück Platz machen müssen ob Herr Delhrück, ober dessen Nachfolger, ober bas Neichsamt des Inneren dauernden Frieden schaffen wird wer weiß es?

In dem zweitgrößten Bundesstaat des Reiches, in Bayern, haben im abgelaufenen Jahr die Landtags- Wahlen stattgefunden; sie endeten mit einem bedeutenden Siege des Zentrums! Der Landtag hat nunmehr ein neues Wahlgesetz angenommen, das dem Volke die gleiche, allgemeine, birefte und geheime Wahl sichert. Tas alte Wort: Preußen in Deutschland voran! hat ja in sozialer Beziehung längst eine Abänderung erfahren und es. heißt nun: Suddeutschland in Deutschland voran! Sachse n, das Königreich, hat in der allerletzten.Zeit schwere Kämpfe um das Landtagswahlrecht durchzukämpfen gehabt, und sie sind noch immer nicht vorüber. Tie Negierung aber bleibt hart und nimmt den Ansturm der Sozialdemokratie nicht ernst, der ja auch nichts anderes bedeutet, als ein Agitations­mittel zur Ködern na der Massen. .In Preußen ist alles ruhig, kein Mensch scheint an die Aenderung des Treiklassen- wahlsystems zu denken. In Württemberg haben sich die Gemüter über die Schulfrage erhitzt, während in Preußen ein Friedensschluß zwischen den Parteien in dieser Richtung erfolgte, der allerdings nicht sonderlich zufriedenstellend auf allen Seiten gewirkt hat.

Tas wären in kurzen Worten die Ereignisse des Jahres 1905, soweit sie unser innernolitischcs Leben betreffen. Auf sozialem Gebiete sind außer ter ungenügenben Reform bes Bergarbeitergesetzes keine Ne.erungen vollzogen worben; bemerkenswert ist die Ankündigung des Grafen Posadowsky, daß die Fürsorgegesetze in absehbarer Zeit auf eine gemein­same Basis gestellt werden sollen. Innerhalb der Par­teien haben sich wenig Tinge von Belang vollzogen. Be­sonders von sich reden machte nur die Sozialdemokra­tie, die eine Skandalaffäre an die andere reihte. Abgesehen von der unbegreiflich unpatriotischen Haltung der Gesamt- partei, von der Verhetzung der Arbeiterschaft, auf die eine Reihe von Ausständen zuruckgeführt werden muß, hat die Partei gerade aem.ra av Krisen c^hÄbt B^kanrtt

aus der'letzten Zeit ist der V o r w ü r t s skanoal, der gewiß kein schönes Licht auf die Paartet als Arbeitgeberin warf. Von Interesse ist es auch, daß, je mehr sich die inneren Krisen der Öffentlichkeit zeigen, der revolutionäre Gedanke desto auffälliger in den Vordergrund geschoben wird. Es ist aber dafür gesorgt, daß die Bäume nicht m den Himmel wachsen.

Alles in allem hat das abgelaufene Jahr nicht viel Neues und nicht viel Erbauliches gebracht; wir sehen es ohne Bedauern scheiben und hoffen vom kommenden Besseres wie immer!

Uns in Hessen hat das verflossene Jahr mehr Ent­täuschungen als Erfüllungen gebracht, mehr Hoffnungen erweckt als es gehalten hat. Wahlrechts- und Steuer­reform scheiterten an einer trntzig von überstarker Hand in den Weg gewälzten felsigen Klippe, die jedoch von den unaufhörlich wider sie anprallenbcn Wassern unter sicherer

Vl*. 1

erfAci«# t-altch außer Sonntag«.

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Die Zahl der deutschen Mittelstädte

mit Eiuwohnerziffern von 25 000 bis 100 000, zu denen auch unsere Stadt zählt, ist nach den nunmehr vorliegenden Ergebnlffen der Bolls;ähtting von 124 auf 133 gestiegen, die zusammen eine Einwohnerzahl von 5 929 691 gegen 5 225 775 im Jahre 1900 aufweisen. 22 Städte, die bei der Volkszählung 1900 noch weniger als 25 000 Einwohner hatten, sind in die Reihe der Mittelstädte getreten. Aus der Reihe der früheren Mittel- läbte sind 8 durch Vermehrung der Ein wol)n erzähl auSgeschiedcn; ie gehören nunmehr der Serie der 41 Großstädte an. 5 der rüheren Mittelstädte sind infolge der Einverleibung in benach­barte größere Dtadtgemeinden aus der Reihe ter selbständigen Ortschaften gestrichen. Die Zahl ter Städte, deren Eimrohner- zahl nach der Bwlks'-ählung 1900 zynischen 50 000 bis 100 000 schenkte, ist von 40 auf 45 gestiegen. Die Einv'«hnerzahl in diesen Ortschaften hat sich von 2 605 231 auf 3024870 erhöht. In die Serie dieser Städte sind neu einaetreten: Hamborn, Aerbeck, Pforzheim, Harburg, Koblenz, FlenSbrrg, Kaiserslautern, Oberhausen, Ulm, Brandenburg a. H. und Mühlheim a. Rh. In die Serie ter Mittels^te sind neu eingetrrten: LeHe, Banne, Scstneite-mühl, Köpenick, Drieg, Biersen, Aklenstein, exiarbrüden, Grünberg (Schl.), Th-rn,'neburg, Jena, Paderborn, Zabrze "Oberschl.l, Wilhelmshevem Kalk, Mind'U, Tffchaffeuburg, Reiße, Siegen, Eisieten imb Konstanz. Tie Zahl ter Städte mit Ein­wohnerziffern bis 25 000 abwärts (einschließlich der Großstädte) beträgt nun 174 gegen 157 im Jahre 1900. Sie haben eine Gesccmltevötkerung von 17 189 383 gegen 14 9-19 934 gegen die vorige Volkszählung aufzuwriscn. ^Tir Gesamtzunahme der Be- völkerung in den Groß-und Mittelstädten beträgt somit 2 239 449 Seelen. Wie schon früher erwähnt wurde, haben sämtliche

nicht von ber Stelle gekommen ist, hat bas Agrariertnm allein ben Vorzug, seiner eigenen fleißigen unb rüstigen Arbeit bie Erreichung ber Landwirts chaftskarn- mern verdanken zu können. Ter Eisenbahngemeinschaft mit Preußen folgte im alten Jahre ferner bie Lotterie­gemeinschaft, mit gemischten Gefühlen im Volke be­grüßt. Ter Wechsel im Justizministerium hat ber Öffentlichkeit gegenüber bisher kaum etwas anderes ge­zeitigt als eine Titelentlehnung aus Preußen für oie jüngsten Juristen. Bedentenbe Ausstellungen fanden in Mainz und Darmstadt statt, bie von bem wirtschaft­lichen Aufschwünge unseres Lanbes berebtes Zeugnis ab­legten. Tie La n o t ag s w a h 1 en brachten keinerlei lieber» raschungen unb so unwesentliche Blenderungen in der Zu­sammensetzung, daß neue Ideen und neue Ziele wohl nicht erstehen werden. Ter erhebliche A b o n n e n t e n z u w a ch s der b ü r g e r 1 i ch e n Presse Oberhessens ist das günstigste und untrüglichste Zeichen für die Fruchtlosigkeit des Be- mühens ber Sozialdemokratie, immer weitere Massen für sich zu gewinnen.