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1.9.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Samstag 1. September 1906

156» Jahrgang

Nr. 205

Erscheint täglich außer SonmagS.

Dem Gießener Anzeiger werden in, Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Stehener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Univers.-Buch-u. Stein­druckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei:

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Redaktion 112

Verlag u.Exped.^Abl Adresse für Deoeschen:

Anzeiger Gießen.

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monatlich7bPs.,viertel-

Eichener Ameiaer General-Anzeiger ** SES

Amts- und Anzeigeblatt für öen Kreis Gießen WZ

rnj-fcrw-.ir- i11 iiuturrrjim.- jllhi r. . ,lu.. M ... . zeigenteil: Hans Beck!.

Are Heutige Plummer umfaßt 16 Seiten.

Deutschlands größte Siegesfeier, der Tag von Sedan, hatte dem 2. September in früheren Jahren den Charakter eines allgemeinen Volksfestes ver­liehen. Dieses jubelnde Gepränge hat im Laufe der Jahre einem stillen, ruhigen Gedenken Platz gemacht, einem Er­innerungsfeste für die deutsche Jugend und einer klaren Würdigung der durch den Sieg gewonnenen Wiederaufricht- ung des Deutschen Reiches, die unseren friedlichen Be- ziehungen zu Frankreichs angemessen ist. Nicht brauchen unsere westlichen Nachbarn in der deutschen Sedanseier die Demütigung des Besiegten zu fühlen. Was deutsches Na- tionolbewußlsein bei diesem Siegesfeste empfindet, ist Freude und Begeisterung über Deutschlands wiedergewonnene Ein­heit und die im Volke nie erlosch-ene Vaterlandsliebe. In diesem Nationalstolze kann keine Nation der Welt eine Kränkung finden. Was wir im Sednafeste auch heute nach 36 Jahren noch als unvergänglichen <Äegespreis besitzen, wurzelt wie die deutsche Eiche fest im vaterländischen Boden und berührt nicht mehr wie einst den gekränkten Chauvinis­mus der gallischen Nation. Am Tage von Sedan war Bayern, Sachsen und Preußen einmütig verbunden, Mac Mahons Heer von 140 000 Mann zu besiegen. Ms dieser verwundet war, zeigte sich aus französischer Seite eine un­sichere Haltung und planlose Verteilung der Streitmassen unter General Ducrot und v. Wimpfsen, die zur Nieder­lage führen mußte. Selbst Gallifet mit seinem groß an­gelegten Reiterangrfff wurde durch 500 deutsche Geschütze so aufgerieben, daß keine Verteidigung der Festung mehr möglich war. Die feindlichen Batterien schwiegen. Auf Sedans Manerwall flatterte die weihe Fahne, das Zeichen der Uebergabe. Paul Bronsart v. Schellendorf, der deutsche Parlamentär, forderte die Nrederlegnng der Waffen, ihm begegnete unterwegs der französische Parlamentär, der noch nnausgefordert die Uebergabe Sädans ankündigte. Im deutschen Heere war es unbekannt, daß Napoleon anwesend war. Ter Kaiser übergab mit kurzem Schreiben dem deut­schen Parlamentär seinen Degen an König Wilhelm.Welch eine Wendung durch, Gottes Fügung!" So flog die Kunde des Sieges als Depesche nach Berlin. General Reille, der Begleiter Bronsart v. Schellendorfs, empfing von König Wilhelm ein kurzes Antwortschreiben an den gefangenen Franzosenkaiser. Noch in der Nacht setzten Bismarck unb Moltke die Bedingungen fest: Uebergnbe der Stadt und 'Niederlegung der Waffen, Gefangennahme des Heeres bis um 9 Uhr früh. So forderte es Bismarck in persönlicher Unterhandlung mit Napoleon, der gegen Mittag auch König Wilhelm begegnete Das deutsche Volk beklagte an Toten und Verwundeten 8459 Mann und 465 Offiziere; für den Feind waren die Opfer unermeßlich schwer! 17 000 Tote und Ver­wundete, 21000 Gefangene. Nach Sedan kam der Tag von Paris und von Versailles. Ein morscher Kaiserthron aus schwankendem Boden war gesunken. Die Sonne des Ruhmes strahlte auf Deutschlands neue Kaiserkrone. Welch eine Wendung durch Gottes Fügung!

Zur IodbielsLi-Krifls.

Es ist nicht daraus zu rechnen, daß der Wechsel im Land- wirtschastsminislerium schon in nächster Zeit cintreten wird. Man hat ja vielfach bereits nach der Abwesenheit des Fürsten Bülow in Wilhelmshöhe und setzt wieder, da der Reichskanzler zu den Tauffeierlichkeiten nach Berlin kam, die Entscheidung erwartet.. Man hat aber dabei übersehen, daß diese Entscheidung ausschließlich beim Kaiser liegt und dem Kanzler eine Ein­wirkung aus sie nicht mehr gegeben ist.

Nur wenn die schwebende Untersuchung gegen den Major Fischer etwas direkt Belastendes gegen den Landwirtschaftsminister ergäbe,, wäre dessen sofortige Enthebung vom Amte gewiß. Aber es muß wiederholt werden, daß diese Untersuchung derartiges be­lastendes Material bisher in keiner Weise zutage gefördert ljat. An der höchsten maßgebendsten Stelle ist jedenfalls nicht der Wille vorhanden, eine schnelle Entscheidung zu treffen, umso­mehr als es den Freunden des Herrn v. Podbielski gelungen zu sein scheint, nunmehr an jener Stelle die Ueberzeugung her- vorzuruscn, daß der Minister nichts Kompromittierendes sich hat zu schulden kommen lassen, und daß er völlig grundlos von einer übelwollenden, gehässigen Preise verdächtigt und angegriffen werde, um seine Beseitigung herbeizuführen. Argumentationen solcher Natur fallen leider meist auf fruchtbaren Boden, wenn­gleich ihnen jede tatsächliche Unterlage fehlt. In dem, unseres Erachtens aussichtslosen Eifer, Herrn v. Podbielski sein Porte­feuille zu retten, vergessen seine Freunde, daß nirgendwo in der Presw der Minister verdächtigt worden ist, etwas ehrenrühriges begangen zu haben. Man hat es als einen Fehler angesehen, daß der Fürst Chlodwig Hohenlohe seiner Zeit in die weitere Beteiligung der Frau v. Podbielskt an der Firma Tippclskirch einroimgtc; aber aus dieser Einwilligung eine Schuld des Mi­nisters herzuletten, ist niemand eingefallen. Wenn die Presse, uls Ausdruck der öffentlichen Meinung, fast einmütig die Verab­schiedung des Ministers gefordert hat und noch fordert, so läßt 'sie sich hierbei von prinzipiellen Gründen leiten. Es liegt im Fnteresse des Aiisehens des Staates, daß ein aktiver preußischer Minister nicht an einer Firma beteiligt sei, die unverhältnis­mäßig hohen Gewinn nur aus Geschäften mit dem Staate und *auä dem Gelbe der Steuerzahler zieht.

Trotz der gerade aus die,cm Ülnlasse wieder verstärkten Ab­neigung gegen die Presse wird auch die Krone, wie wir glauben, nicht umhin können, sich diesem Standpunkte noch anzuschließen. Der einzige Erfolg, der den Bemühungen der Freunde des Herrn p. Podbrelski erwachsen wird, dürfte bann der sein, die Ent- scheidmig noch weiter zu verzögern und ihrem Schützlinge eine besonders huldvolle Form der Entlassung zu verschaffen.

Der ,^!okalanz." zeigt heute, daß er auch inoffiziös und damit Nicht unterrichtet über die Vorgänge in den Regicrungskulissen sein kann. Er meldet wichtigen Tones, die für heut angesctzte Sitzung des Staatsministeriums finde nicht statt. Tatsächlich hat sie unter des Reichskanzlers Vorsitz stattgefunden, wie dieNordd. Mlg. Ztg." mitteilt, und voranging eine vertrauliche Besprech- uug des Fürsten Bülow mit dem Erbprinzen zu Hohenlohe. Der

^Lokalanz." hat also in Sachen der Kolonialkrisis offenbar keine Fühlung mehr mit der Regierung, und vielleicht ist nicht ganz unschuldig an dieserDegradierung" des Blattes der Umstand, daß Herr v. Podbielski sich seiner bediente, um seine Be­ziehungen zur Firma Tippelslirch unter Hinweis auf dieallein maßgebende Stelle" darzulegen und zum Schluß die Bülow- ossiziöseNordd. Allg. Ztg." zu dementieren mit Bezug auf sein Entlassungsgesuch". Es, erhellt aber aus dieser Kaltstellung des Lokalanz." auch, daß Herr v. Podbielski ein Haar darin ge­sunden fat, durch die Presse zur Oessentlichkeit zu sprechen. Er hat allerdings Grund, neueMißverständnisse" zu fürchten, und es ist möglich, daß ihm Fürst Bülow heut dies nachdrücklich zu Gemüte geführt hat. Im übrigen wird, wie über alle Ministc- rialsitzungen, so wohl erst recht über den Verlauf der heutigen amtlich Schweigen beobachtet werden. Es bleibt nach wie vor die definitive Entschließung des Kaisers abzuwarten.

Berlin, 1. Sept. Gestern nachm. empfing Herr v. Podkielski nach seinem Eintreffen aus Talmin den Besuch des Herrn von Lueanus, mit dem er eine längere Unterredung hatte.

Ire AraueNaröeit.*)

D.e frühere Kultur beruhte viel mehr auf Frauenarbeit als bie heutige. Das war nicht in jeder Hinsicht ein Vorzug, denn bic Möglichkeit, daß der Mann den Herrn spielte und die Frau den Äcker bestellen ließ, war in alten Kulturen vorhanden. Tas äußerste, was in dieser Hinsicht möglich ist, zeigen gewisse Negervölker, wo die Frau als solche Sklavin und Arbeitstier ist. Auch in Deutschlattd gab es genug Barbarenrecht des Mannes gegenüber der Frau, diese wußte sich jedoch immerhin im großen und ganzen als Bäuerin und Meisterin in der alten deutschen Welt ihren Platz zu sichern. Tas wesentlichste war natürlich ihre Stellung innerhalb der Landwirtschaft, da ja 75 Prozent des alten Volkes landwirtschaftlich waren. Tie Stellung der Frau in der älteren deutschen Landwirtschaft gehört zu den besten Positionen, die sich die Iwan in irgendwelchen Mtux» formen errungen hat. Auch da, wo sie erbrechtlich benach­teiligt und kirchlich ihrem Manne unterworfen war, fand sich in der Wirklichkeit des Lebens eine gewisse Selbständig­keit der Bauersfrau ein, die gar nicht selten in bäuerliche Mutterherrschaft überging. Tie alte Bäuerin war und ist noch häufig ein Faktor, dem sich alles andere unterordnet. Das übliche Bild von dem armen geknechteten Weibe paßt auf sie am allerwenigsten. Wirtschaftlich aber beruht diese ihre Vorzugsstellung darauf, daß die Wirtschaft alten Stils ohne sie gar nicht getrieben Iv-erdckn kann, da es ein fester Bestandteil der alten deutschen Sitte wurde, daß die Kuh zur Frau gehört, und daß die Kuh, das Hanpttier des alten Betriebes ist. Heute stellt man fest, daß Männerhände besser melken können, aber Männerhände haben es eben in vielen Jahrhunderten nicht tun wollen. In der Milchwirtschaft hatte die Frau ein Gebiet, in dessen Finanzen auch bei beginnender Geldwirtschaft die Männer nicht hineinzugreifen vermochten. Erst die moderne Molkereigenossenschaft ent­zieht der Frau den Rückhalt der Milchkasse, ein Verlust, der durch alle Vorteile des Moltdreisystems nur schwer gut gemacht werden kann, da er die Frau um eine Stufe tiefer in der Abhängigkeit vom Manne hinabsteigen läßt. Immerhin bleibt in der Landwirtschaft auch heute überall dort, wo Viehzucht getrieben wird, die Frau in relativ ge­sicherter Höhe, denn die Kinderstube der Tiere erfordert im allgemeinen weibliche Hände. Auch die Garten- und Hacksruchtkulkur ist günstig für weibliche Kräfte. Selbst in der Unterschicht der ländlichen Bevölkerung gelingt es, dort, wo noch irgendwelcher eigener Wirtschaftsbetrieb vorhanden ist, der Frau verhältnismäßig leicht, sich selbst durchs Leben zu bringen. Sie steht in dieser Schicht sehr tief, weil die Schicht selbst tief ist, aber sie sieht nicht in reiner Abhängig­keit vom Mann. Und fast überall hat es die Landwirt­schaft alter Art ziemlich gut fertig gebracht, Frauenarbeit und Mutterschaft zu vereinen. Es waren Drang- und Mühe- zeiten für die Frauen, wenn sie kleine Kinder hatten, aber das System als ganzes hat doch innerhalb gewisser Grenzen sich gut bewährt: die Arbeit war elastisch genug, die Frucht­barkeit nicht zu hindern. Aehnliches gilt vom alten Betrieb des Handwerkes und auch des lokalen Handels. Beide waren ohne Frau undurchführbar, da beide eine Zusammenfassung von Familie und Arbeit darstellten, in der die Frau min­destens so nötig war wie der Mann. Als noch alle Arbeits­kräfte zur Familie gehörten, konnte die Arbeit oft leichter von einer Frau ohne Mann als von einem Mann ohne Frau fortgeführt tverdeu.

Wenn sich inzwischen neue Erwerbszweige den Frauen geöffnet haben, so sind es die armen Industrien, teilweis Industrien, deren 'Msrechterhaltung in der Konkurrenz des Weltmarktes sehr schwer sein wird. Die großen, entscheiden­den Industrien sind fast ftauenlos. Um nur die größten zu nennen: das Baufach in allen seinen Teilen, der Bergbau, die Metallindustrie, der Eisenbahnbetrieb, die Holzver- arbeitung. Diejenigen Arbeitszweige, in denen die 'Nen* zeit am lebhaftesten pulsiert, die in der Volkswirtschaft unserer Tage das eigentlich! neue sind, stellen der Frau fast unübersteigliche Hindernisse in den Weg. Und gerade diese Industrien müssen wir pflegen. Von der Eisenindustrie hängt, wie wir später zeigen iverden, aller andere Fort­schritt ab. Es ist ein Unglück, mit dem die Frauen sich abfinden müssen, daß die neue Kulturperiode ihnen in so hohem Grade das Leben schwerer macht. Aber nicht nur die Frauen müssen sich damit abfinden, sondern wir alle ohne Ausnahme müssen die Lage der Frau in ihrer ganzen, nie vorher vorhandenen Schwere kennen lernen, nm bereit zu fein, zu helfen.

Tas was die Frau mitbrmgt, ist die Kleinheit der Finger, der Geschmack Tür das Zierliche und Nette, die unerzogene Geduld, Ordnungsliebe und Bedürfnislosigkeit. Mögen einige dieser Eigenschaften auch nur durch die Mot

*) Aus dem unlängst erschienenen BuchNeudeutsche Wirt- schastspolttik" von Dr. Friedrich Nauman:

herangebildet worden sein, so sind sie doch jetzt da und bilden Waffen der Frau im Kampfe ums Dasein. Im neuen Mirtschaftsvolke ist die konkurrierende billige und ge­schickte Frau der gewerblichen Berufe und die Verkäuferin der neueste Bestandteil. Viele weibliche Kräfte, die oben bei Handwerksberusen mitgezählt worden sind, sind in Wirt­lichkeit auch Verkäuferinnen. Textilbranche unb Handels öffnen sich dem Weibe. Es ist kleinlich, wenn die Männer! bei der oben dargelegten Schwierigkeit der Frauenberufs­frage auch hier noch den Frauen Nöte machen wollen. Ueberhaupt soll man ihnen alle Mbeitszweige, die sich gesundheitlickj für Frauen eignen, aufmachen, damit sie selber prüfen, ob sie in ihnen fick' ein Leben schaffen können! Seid liberal gegen die Frau, denn wir alle brauchen, daß sie nicht von der Eisenzeit und Geldzeit zur käuflichen Ware ober zum Luxusspielzeug berabgedrückt wird! Es ist die Seele des Volkes und der Nachwuchs des Deutschtums, der in dieser Frage auf dem Spiele steht.

Aus Deutschlands Kolonien.

Gouverneur v. Lindeqnist.

In Südwestafrika gibt man sich der Erwartung hin, daß der Gouverneur der Kolonie, Herr v. Liudequist, zum Beginn der Parlamentssession nach Berlin berufen werden wird, um dem Reichstag die Notwendigkeit umfassender, Geldbewilligungen für wirtschaftlichen Wiederaufbau und Farmerentschädigung, für Bahnbauten, ständige militärische Machtentfaltung usw. in der Kolonie überzeugend darzu- legen. DieWindhuker Nachr." versprechen sich von solcher persönlichen Vermittlung des Herrn v. Liudequist den besten Erfolg; der Reichstag könne nicht die vom Gouverneur! vertretenen Forderungen im wesentlichen ablehnen, ohne zugleich eine Gouverneurkrisis herbeizuführen, die jeder Freund von Kolonialreformen in dieser für Südwestafrikak so bedeutsamen Zeit und besonders im Hinblick auf den tüchtigen, allgemein beliebten Herrn v. Liudequist zu ver-> meiden trachten müsse. In unterrichteten Kreisen weiß man! indessen noch nichts vmr einer Geneigtheit der Regierung/ den Gouverneur nach Berlin zu berufen. Es ist wohl auchj auzunehmen, daß die Begründung der neuen Kolouialfor- deruugeu dem Reichstag gegenüber, in einer Denkschrift erfolgen wird, zu der Herr v. Liudequist das wichtigste Material beisteuert.

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Berlin, 31. Mg. Am 18. Aug. bei Noibis ge­fallen: Leutnant HaraldvouHeydeu, geb. in Äai-j kow, früher Jufauterieregiment Nr. 164 (Bauchschuß); Ge-! freiter Josef Grieb l, geb. zu Flessiug, früher Jufauterie-j regiment Nr. 16 (Brustschuß). Verwundet: Gefteiter Franzi Wachs, geb. zu Berlin, früher Feldartillerieregimeut Nr. 3,* schwer; Gefteiter Theophil Fudle, geb. zu Schoppiuitz, früher- Feldart-iller.ieregimeut 97r. 39, leicht; Gefteiter Johann, Euues, geb. zu Eicha, früher Infanterieregiment Nr. 95, leicht; Gefreiter August Schulz, geb. zu Schlettstadt, srüherj Tragouerregiment Nr. 14, leicht; Reiter Paul Koch, geb. zu Oederau, früher Feldarlillerieregimeut Nr. 69, leicht. Am 19. August nördlich von Violsdrift verwundet: Unter­offizier Martin Köckritz, geb. zu Rosental, früher sächsisches Füsilierregimeut Nr. 108, leicht; Gefreiter Mchard Schwartz^ geb. zu Halle, früher sächsisches Iüsilierreaimeut Nr. 108, leicht. Am 25. August auf Patrouille bei Duukermodder gefallen: Gefteiter Wilhelm Ritter, geb. zu Schönebeck an der Elbe, früher in der Gardemaschinengewehrabteiluug! Nr. 2. Am 22. August bei Oas im Backrevier verwundete Reiter Joseph Bächle, geb. zu Nöggeuschmihl, früher Infan­terieregiment Nr. 169, schwer; Reiter Heinrich Zierjacke,' geb. zu Doberan, früher Tragouerregiment Nr. 18, schwer^ Ferner Reiter Mert Kretsch mar, geb. zu Friedland, früher Infanterieregiment Nr. 52, am 25. August in der) Kraukeusammelstelle Kubub am Typhus gestorben.

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Ans StaOt nno Lnno.

Gießen, den 1. Sept.

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Gießener Anzeiger

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"Zu dem Manöver-Unfall in Groß-Umstadt. Aus Burkhardsfelden, der Heimat des verunglückten Kanoniers, schreibt man uns: Gestern erhielt der hiesige Bürger Wagenbach die Nachricht, daß sein Sohn, welcher bei dem 25. Artillerieregiment stand, bei Groß-Umstadt ver­unglückt sei. Der Kanonier stürzte beim Uebersetzen über einen Graben vom Geschütz und brach das Genick, o daß er sofort tot war. Die Leiche wird hierher gebracht werden. Das Mitleid mit der betroffenen Familie ist all- gemein. Wir geben diese Schilderung der Todesursache wieder mit dem Bemerken, daß einer unserer Darmstädter