Ausgabe 
2.1.1906 Zweites Blatt
 
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tfnem Kollegen einen lebcnsgefäbrlichen Messerstich bekgcbracht tcitte. der den (bestochenen ins Krankenhaus, den Messerhelden ms Kl^pverfeld brachte.

Biebrich, 31. Dez. Tie hiesige Polizerverwaltung erläßt ein Ausschreiben, worin sie mitteilt, daß der Direk­tor der nass, landw. Genossenschaften, Georg Schreiner, geboren am 12. Mai 1847 zu Biebrich a. Rh., daselbst auch wohnhaft, seit Freitag, 29. Dez. 1905, abends nach S Uhr vermißt wird. Es wird vermutet, daß ihm ein Unfall zugestoßen, oder daß er das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Schreiner ist zirka 1,60 Meter groß, von untersetzter Statur, ziemlich breit­schultrig. Auf die Wiederaufsindung des Vermißten ist von den Angehörigen eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt. (F. Ztg.)

-i- Treysa, 31. Dez. Heute morgen wurde auf dem Hiesigen Bahnhofe der Eisen b ahnscha ffn e r Lu h von einem Güterzuge erfaßt und ihm das linke Bein um Knie abgefahren. Der Bedauernswerte, welcher Familie besitzt, wurde nach Marburg in die Klinik gebracht.

** .Q 1 c i rt c M i r * e n r r = '' -* f fe n und den

Nachbarstaaten. In M i", n st e r b. Buhbach wurde der seit­herige Büraermeister R e i n e ck einstimmig wiedergewäblt. Dem Postchon Köhler aus Sorgen au ist für treue Dienste und geschicktes Jahren die silberne Ehrenpeitfche als Weihnachtsgeschenk verlieben worden. In Mainz wurde eine Frau in der Schafsgasse von einem städtischen K e h r i ch t w a a e n über­fahren. Sie wurde nach dem Spital gebracht und starb nach kurzer Zeit. In Osthofen nahm ein 17 jähriges Mädchen, nachdem cs die Nacht vorher einer Festlichkeit vergnügt beigewobnt hatte, ein schnellwirkendes Gift. Obwohl alles aistgeboten wurde, das Mädchen zu retten, war gegen Mitternacht das junge Leben erloschen. Herr Fcrnie schickte der Kleinkinderschule zu Großen- Linden auch in diesem Jahre durch Direktor Pascoe ein Weihnachtsgeschenk von 150 Mk.

Ornnlldbtes.

* Hungers not in Japan. Das englische Sen­sationsblattDaily Telegraph" meldet ans Tokio, daß eine fürchterliche Hungersnot in den nördlichen Provinzen von Japan herrsche. 700 000 Menschen (?) hungern und werden, wenn nicht schleunige Hilfe kommt, den Hungertod sterben. Die Lage ist sehr kritisch. Es wird erklärt, daß, wenn nicht zureichende Maßnahmen getroffen werden, die Hungersnot mehr Menschenleben kosten werde, als der Krieg mit Rußland. Die Ausländer in Tokio haben einen Ausschuß gebildet, um Geldspenden zu sammeln, und unter die leidende Bevölkerung zu verteilen.

* Während des Tanzes erblindet. Ein pragisches Ereignis unterbrach dieser Tage jäh die Fröhlich­keit einer Tanzgesellschaft in Newark, New-Jersey. Es wurde gerade statt Walzer getarnt, als plötzlich eine Tänzerin Miß Anna Schaub, die Schönheit des Festes, laut auffchrie und ohnmächtig wurde. Man mühte sich um sie und brachte sie wieder zum Bewußtsein. Da fragte sie:Warum ist es hier so dunkel?" Als jemand ausrief:Aber alle Flammen brennen ja," schrie sie ver­zweifelt auf:Mutter, ich bin blind." Man brachte sie nach Haule und rief Aerzte herbei; aber diese erklärten sich für unfähig, ihre Blindheit zu heilen.

* Kleine Tageschronik. Wie aus Dresden ge­meldet wird, f md der Schmiede geselle Gütler in der Vorstadt Uebichau stine ZO jähr'ae Frau die sich in gesegneten Umständen bef-nd. und ein ein Jahr al,"s Kind tot vor. Ein drei Jahre altes Söhnchen atmete noch schwach. Es wurde Kohlengas- Vergiftung fcstaestellt. Es liegt ein Unglücksfall vor. Der Rentner K u tz n er, früher Mitinhaber der Pfeffcrberg- brauerei, vermachte der Stadt Berlin em Legat von 28^1000 Mark, wovon älteren weibstchen Dicnsiboten laufende Renten von 250 Mark gezahlt werden sollen. Der Erblasser bedachte außerdem Verwandte und den ..Deutschen Tierschutzverein", letz- leren mit °00 000 Mark. In Aachen wurde ein Ober­postassistent, der an der VostanweisungKannahme be­schäftigt war, in Untersuchung genommen. In Amsterdam wurde der zweite Direktor b^r Holland. Hypothekenbank Jonkheer von Degeer ueegen d'r bekannten Uuterschlogungen in seiner Wohnung verb'ftct. nachdem -r sich zwischen Amsterdam und Hil­versum aus dem Zuge gestürzt hatte, augenscheinlich um sich einer Verh.-ft"»g zu entziehen. Er wurde dabei am Kvps ver­wundet. Als im Dom von Sonct Agata di Puglia zu R o m am 20. Dezember zahlreiches Volk die Messe anhörte, explo­dierte unter furchtbarem Krachen eine in einer Nische deponiert^ Dynamitbombe, die sämtliche Fensterscheiben zerstörte und die Mauern beschädigte. In der Menge entstand eine entschliche P^nik. wobei zahlreiche V-rsonen verletzt wurden. Neun d"r T"t °s,nd .

Oberberprat Professor Dr. Chelius auf der Anklagebank.

H. F. Darmstadt, 1. Jan.

Ein Prozeß, der in der ganzen aebildcten Welt das größte Auffeb-n erregen wird, gelangt diese Woche vor der Strafkammer les Großh. Landgerichts zur Verhandlung. Eine pallwestellte Persönlichkeit, ein Mann, d^r sich in allen Gesellsch"fts7reisen größter Hochachtung und Beliebtheit erfreute, d-r Oberbergrat Professor Dr. EheliuS, Vortr. Rat im Großh. Ministerium und Dozent an der Techn. Hochschule zu Darmstadt wird sich wegen sittlicher Verfe^"ng-n mit Mintu'r'ähriaen zu verantwnrten bal>'n. Oberbergrat Cheli''s soll di" beiden Söhne des Pförtners der Technischen Hochschule, die jetzt im 17. bezw. 18. Lebensjahre stehen, ostmlls, angeblich zum Sortieren von Mineralien, in sein Bureau bestellt haben. Später nahm er auch die jungen Leute dienstlichen Exkursionen.mit. Bei solchen Gelegenheiten über­nachtete er mit ihnrn in Hotsts. In d'esm soll es zu einem Ver­kehr gekommen sein, der unter die 175 und 176 Z'fs. 3 d^s Str"f-Geievb"ches fälE Tst b"id"n Iünchinae bewahrten streng­stes Stillschweia"N. Allein der Ob-'rb'-rar'-t begnüat" sich mit dm beiden jungen Leuten ni^t. In der Familie eines Amtskollegen lernte er dessen sieb'ebn'ährigen Sohn kennen. Diesem soll er 'sich eb"nf'lls in unsittlicher W^ise genähert haben, er fand aber keineA'i Esttgeaenkommeii. Dm junae Mann machte schließ­lich von dem VorgM'stmm seinem Vater Mitteilung. Ter Amts- kollege stellt" d u Oberb"rmll zur Rede und aab ihm zwei Tag? Zeit zur Flucht ^bmbmar"t wi"s dies Ansinnen mit Ent­rüstung zurü'k u d b-^ri't mit Entschiedenh"''t, eine Verf"bl''ng oder auch n m d?u Versuch ?n, ^iiwr solchen begangen zu haben. Dara''fh''n erst"t^em d-r beleidigte Vater Anzeige.

Oberbl'rgrll E^eli-s wurde verhaftet und d^ an seiner geizi­gen .sturechu"N"sf'ihiakeit a--wellest wurde, einer Irrenanstalt zur Beob^cht'-na seines E'-ll'"s'nst"ndes üb-rwi>'scn. Die Irren­ärzte erllärten ihn jedoch für geistig gesund, worauf auf Grund der 175 und 176. 3 d"s Str.-G.-D. Anklage erhoben wurde. Oberbmgrat Prof. Dr. Ebelins ist 48 Jahre alt. verheiratet und Voller mehrerer erwachsener Kinder. Er b'lleidete mehrere wisstnsch^ftliche Ebrenämt"r und war auch, Vorstandsmitglied mehrerer gemeinnüvimzr Bere-'"" Sicherem Vernehmen nach ist der Anaefs-'atr

Kmill itph Hör l en schaff.

Wie dieNordd. Mg. Ztg." meldet, sclxied Ober-Regisseur Grube nach gegensmkigem Nebereinkommen im Laufe des neuen Jahres aus seinen kon'rlltlich'n VeN'slichtuugen gegen die Ge- nerll-Jnteudantur der kal. Schauspiele zu Berlin aus. Er erhielt vom 1. Januar ab Urlaub zu Gastspiel-Reisen. An seiner Statt trat Ludwig Barnay, dem der TitelDirektor

des königlichen .Schauspiels" verliehen wurde, am 1. Januar sein Amt an.

Der bekannte Eharaktcr-Darsteller des Frankfurter Schauspiels, langjährige Lehrer am Höllischen Konserva­torium und Verfasser einer hervorragenden Schrift über die Sprechkunst, Professor Karl Hermann (GrünwalskM ist am 30. Dez. nach längerem Leiden im Alter von 56 Jahren ge­storben.

Nach umfangreichen Untersuchungen und Beobachtungen hat die Kommission belgischer Staatstierärztc mit dem Rinder- tuberlulose-Serum Behrings glänzende Resultate erzielt. Die Kom­mission zögerte daher nicht, zu erklären, daß der belgische Ninder- b e st a.n d nach einigen Jahren durch Behringsche Jmvfungcn vor jedem Opfer bewahrt und somit auch eine Anstellung durch Kuhmilch nicht mebr ru befürchten sein würde.

Arbeiterbewegung.

Essen, 30. Dez. Weil die Verwaltung die Wiedereinstell­ung eines entlassenen Arbeiters ablehnte, trat heute der über­wiegende Teil der Arbeiterschaft der Hütte Dinnendahl in den A u s st a n d.

Emden, 30. Dez. Ter sechswöchige Hafenarbeiter­streik ist cnTr,A;<.,T b-'S 6^-sD'f>närellst.

Tlniversttats-Vachrichten.

Der Proscktor am städtischen Krankenhaus Friedrichsstadt in Dresden, Oberm"dirin"lrat Vr"stssor Dr. Schmorl, n"hm den Ruf als ordentlicher Professor der pathologischen Anatomie in Freiburg im Vrcisgau an und tritt am 1. April seine Stellung an.

^erichlslaal.

p H. F. Frankenthal, 31. Dez. In dem Wein- fälschnngSprozeß Sartorins plaidicrtcn die Ver­teidiger Dr. H a l l w a ch s nnd Merkle auf Freisprechung, während der Staatsanwalt seinen Antrag ansrcchterhielt. Das nm 1 Uhr nachts verkündete Urteil lautete auf 300 0 Mk. Geldstrafe.

Dresden, 30. Dez. Die Strafkammer verurteilte den Bau­arbeiter Steuer wegen Landfriedensbruches, Aufruhrs Aufforderung zu tätlichen Vnarisfen gegen Beamte, schwerer Be­leidigung und ruhestörenden Lärms, begangen bei der Gelegenheit der Straßen -Kundgebungen in der Nacht zum 17. Dez., zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis, und den Metalldrüller Sllweiter wegen Aufruhrs, Aufreizung zum tät­lichen Angriff, schwerer B"amtenbeleidigung, Straßenlärms und unbefugten ^r'^eus cines Dolches zu 3 Jahren Gefängnis nnd Zwei Wa-b-m Haft.

Landwirtschaft.

0 Marburg, 30. Dez. Eine von über 100 oberhessischen Landwirten besuchte Versammlung des l a n dw i rt s cb a ft- lichen Kreisvereins beschäftigte sich u. a. auch mit der angeregten Verlegung dw am hiesigen Orte befindlichen land­wirtschaftlichen Versucysstation der Landwirtschasts- kammer nach Kassel, weil ihr dort mehr Gelegenheit zur Erweiter­ung geboten sei. Es wurde betont, daß es im Interesse Marburgs und der oberhessischeu Landwirtschaft liege, wenn die Anstalt hier bleibe. Es soll deshalb gegebenenfalls mit der Stadt in Ver­handlungen eingetreten werden, daß der Versuchsstation Gelegen­heit geboten wird, Gelände zu bekommen und der Verbleib der Anstalt am hiesigen Ort in der Vollversammlung der Land- wirll'b'f^s'ka^'s^-'r- beie'-rmni-fat m?rh<n

Handel ur b Ferkel r. Solüsivirtschatt.

Deutsche Reichsbank. Die Ansprüche, die zu Jahres­schluß an das Institut gestellt wurden, sind weit größer, als bis­her selbst in den Kreisen des Zentralnotcninsti^utes angenommen wurde. Die Wechseleinreichungen nahmen in den beiden letzten Geschäftslagen des vergangenen Jahres einen solchen Umfang an, daß wahrscheinlich der Wechselbestand des Institutes zu Iahres- schluß eine Vekord'iffw nnf'ittoeifen haben wird. Auch der Metall­bestand dürfte, obwohl dem Institut seit dem 23. Dezember von neuem russische Geldsendungen sowie auch Gold aus Eng­land zugeßossen ist, eine Llbnahme erfahren haben. Soweit bis jetzt zu übersehen ist, geht die Verschlechterung des Status in der letzten Dezemb^rwoche über die Vorjahre, in denen sie 360 bezw. 353 Mill. Mark betrug, erheblich hinaus.

Die Berliner Handelskammer spricht sich in ihrem neuesten Jahresbericht über die Konzentrationsbeweg­ung ziemlich skeptisch'aus, indem sie schreibt: Die Konzentra­tionsbewegung hat wie auf industriellem Gebiete so auch auf dem des Bankwesens weitere sehr erhebliche Fortschritte gemacht. Wir h"ben schon in unseren früheren Berichten hervorgehoben "nd müllen es wiederholen, daß wir diese Bewegung nicht ohne Besorgnis verfolgen. Daß sie unaufhaltsam scheint und immer weitere Gebiete des gewerblichen Lebens erfaßt, erhöbt mir die ihr entgegenstehenden Bedenken, wozu auch gehört, daß es mit her Zeit um so schwerer werden wird, die Persönlichkeiten zu finden, die zur Leitung solcher Riesenbetriebe b"fähwt und gewillt sind, je mehr durch die Bewegung selbst die Entwicklung des ein­zelnen unterbunden und die Heranbildung geeigneten Nachwuchses beschränkt wird.

Märkte.

fc. Frankfurt n. M., 2. Ian. (Orig.-Telegr. desGießen. Anzck) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 1818.25, Kurbelst scher Mk. 18.0018.25, La Plata Mk. 18.5019.50, Kansas Mk. 18.5019.25, Roaaen llüestgerf Mk. 16.7517.00, Gerste lWetterauerl Mk. 17.7518.25, Franken- stlder Mk l8 ,5018,75, HalerMk. 15.7516.50,MaisMk. 13.7514, Weizenmehl 2728.00, M. 0000, 2. Onalität Mk. 25.00 bis Mk.26.00, 3. Onalität Mk. 22.5023.00, Roagenmebl 0 Mk. 24.7525.75, 1. Onalität Mk. 22 2523.25, Weizenkleie Mf. 9.50 bis Bll. 10.00, Roagenkleie Mk. 11.0011.50, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.5018.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 2. Ian. (Telegr. Orig.-Bericbt des Gieß. 2lnz/ll. mtficbe Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkan'e Hauben 364 Ochsen, 180 ans Oest­reich, 37 Bnllen, 6 ans Oestreich, 704 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 an? Oestreich, 209 Kälber, 233 Schale und Hammel. 1263 Schweine, 0 Zieaen, o Ziegen-, 0 Scbaslämmer. Bezahl« wurde lür lOOPknnd Schlachtgewicht Ochsen 1. Onalität 8284 Mk.. 2. Qnnl 7678 Mk., 3. Onal. 6872Mk.: Bnllen l.Qnal. 66 bis 68 All., 2. Onal. 6264 Mk.: Kühe 1. Qual. 7071 Bll., 2. Onal. 6566 Mk., 3. Oual. 4748 Mk, 4. Oual. 4647 Mk., 5. Onal. 00OOMk. Kalber: l.Onal. 8690Mg., Lebendgewicht 5254 Pl. 2. Onal. 8085 Plg., Lebendaewicht 4650 Psg., 3. Onal. 6466 Psg., Schlachtgeivicht 6065 Plg., Schale: l.Onal. 7274, 2. Onal. 6466 Psg., 3. Onal. 0000 Plg.; Schweine 1. Onal 7600 Plg., Lebdgew. 59.5000.00 Psg., 2. Ou.75 00 Pllg., Lebend gew. 58.50 Psg., 3. Onal. 6870 Plg., Lebendgewicht ' 000 Psg Geschält bei Hornvieh gut, Ueberstaird unbedeutend, bet Kleinvieh gut, feilt lleberstnnd.

** Druckfebler. In dem Gedicht Jung-Deutschlands Meinung in Nr. 305 des Gieß. 9lnz. muß es in Spalte 2, Zeile 17 von obenbefiehlt" stattbefiehlt" und in Zeile 8 von untensalm" stattsehn" heißen.

!>nnacn.

Berlin, 2. Januar. Wie dasKleine Journal" iviffcn will, wird der zur Berichterstattung nach Berlin befohlene Gouverneur von Kamerun, von P u t t k a m c r auf seinen alten Posten nicht niehr zurückkehren und auctz sonst im Kolonialdicnst keine Verwendung mehr finden. Als sein Nachfolger dürfte Geh. Legationsrat Seitz nach Kamerun gehen. Pnttkamer wird Ende Januae in Berlin eintreffen und sich sofort über seine Regierungs- Maßnahnwn zu verantworten haben. Das gegen ihn eiuzuleitende Disziplinarverfahren wird im Neichs-

tage noch ein Nachspiel haben. In der Eckertstraße versucht»^?r 29 jährige Arbeiter Beste am Sonntag seine frühere die Kellnerin Elsa Krakauer durch zwei Schüsse zu töten, worauf er die Waffe gegen sich selbst richtete. Während das Mädchen schwer verletzt wurde, verstarb Peske bald nach seiner Einlieferung in die CharitS. Verschmähte Liebe ist die Ursache zur Tat. Der frühere Direktor der Darmstädter Bank Justizrat Dr. Rießer ist zum Honorar-Professor für Handelsrecht an der hiesigen Universität ernannt. Wegen strafbarer Betätigung seiner absonderlichen Neig­ungen wurde ein 29 Jahre alter Kaplan verhaftet. Er veranlaßte Knaben unter einem Vorwande in seine Wohnung zu kommen. Hier verabreichte er ihnen einen Nohrstock, mit dem sie ihn schlagen mußten.

Saarbrücken, 2. Ian. Ein Soldat der 9. Kompanie, des 8. Rhein. Infanterie-Regiments 9?r. 70 erkrankte an Genickstarre. Die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln sind getroffen.

München, 1. Jan. Aus Anlaß des hundert­jährigen Bestehens Bayern? als Königreich zeigen die Straßen der Stadt reichen Flaagenschmuck. Im Dome fand ein vom Erzbischof Dr. von Stein zelebrierter Fest- gottesdienst statt, zu dem der Prinzregent, die Prinzen, das diplomatische Korps, die Staatsminister re. erschienen waren. Später gab der Prinzregent für das diplomatstche KorpS eine Galatafel. Während der Tafel brachte der Prinzregent einen Toast auf die Souveräne und Staatsoberhäupter der vertretenen Staaten aus.

Spittel (Lothr.), 2. Ian. Vier junge Bergarbeiter die zusammen Sylvester gefeiert hatten, begaben sich heute morgen gegen 5 Uhr in oie Küche der elterlichen Wohnung, eines von ihnen, wahrscheinlich um sich nach etwas Eßbarem umzusehen. Einer fand darin einen Sack mit Pulver, aus dem einige Körner herausgerieselt waren. Er versuchte diese Körner mit einem Streichholz zu entzünden,, worauf sofort der gesamte Inhalt des Sacks explo­dierte. Die vier jungen Leute wurden tätlich verletzt, der Sachschaden ist bedeutend.

Petersburg, 1. Jan. Der deutsche Botschafter v. Schön und der neuernannte Militärbevollmächtigte Generalmajor v. Jacobi sind heute abend hier einge- troffen.

Saloniki, 1. Jan. Die Polizei entdeckte in Demir- hissar in der Nähe von Serres eine Bomben-Fabrik im bulgarischen Viertel. Tort wurden 330 fertige und 1200 nicht fertiggestellte Bomben gefunden. Ferner wurden dort Flaschen mit Nitroglyzerin, eine Höllen-Maschine, elektrische Drähte und eine große Menge Manlicher- Gewehre mit Munition entdeckt. Das bulgarische Viertel wurde militärisch besetzt. Eine große Anzahl Verhaftungen wurde vorgenommen.

Sofia, 1. Ian. Das neue Abkommen zwischen Serbien und Bulgarien, über dessen Bezeichnung bis zum letzten Attgenblick Meinunasverschiedenbeiten herrschten, wurde heute unter dem TitelVertrag, betreffend die serbisch-bul­garische Zollunion" in der Sobranje eingebracht.

Die 2lppetitloffgkeit bei magenkranken Kindern beruht lehr oft darauf, daß die gereichte Nahrung an sich wohl kräftig,, aber den Verordmmgssästen nicht leicht nemtg zuaänaig ist. Tas leicht verdauliche Knfeke Kindermehl daaeaen wirkt onrc-tcnb aus den Appetit ein und stellt dennoch eine frnftine Nabruna dar, d. h. eine Nahrung, welche reich an Eiive'ß- und Mineralstoffen ist, und die sogar zur ausschließlichen Ernährung der Cänalinge dienen kann. Mit dieler Nahnmg kann man wieder Fleischsnppe und Milch, Kakao etc. in die Ernährung einführen und so zur gewohnten Nahrung überleiten. ' hvs/u

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des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Uandef

nnd Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse. 2. Januar, 1.15 Uhr.

3%e/0 Reichsauleihe . . 101.05 Elektriz. Lnhmeyer . . 139.73

3% do. . . 89.00 Elektriz. Schnckert . . . 129.50

3,%e/e Konsols .... 101.00 Eschweiler Bergwerk . . 264.00

3% do. .... 89.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 230 00

3X/8 Hessen..... 99.65 Hamburg - Amerik. Paketf. 166.20

Oberbessen . . .. Harpener Bergwerk. . . 216 50

4% Oesterr. Goldrente. . 100.10 Lanrahütte...... 248.50

4*/s H Oesterr. Silberreute 100.80 Xordd. Lloyd.....128.00

4°6 Umrar. Goldrente . . 96.00 Obcrschles. Eisen-Industrie 135.00

4% Italien. Reute . . . 105 85 Berliner Handelsges. . 173.75

3no Portugiesen Serie I . 68.3o Darmstädter Bank . . . 149.75

3% Portugiesen III 68 00 Deutsche Bank . . . 24110

1^°'o russ.Staatsanl. 1905 92 50 Deutsch-Asiat. Bank . . 186.00

434°» jnpan. Staatsanleihe 95.45 Diskonto-Kommaudit. . . 191.00

I % Conv. Türken von 1903 90 30 Dresdner Bank .... 167.20

Türkenlose......141.60 Kreditaktien ..... 21-1.80

4% Griech. Monopol-Anl. . 52.80 Batimore- und Ohio-

\% äussere Argeutinier . 89.00 Eisenbahn.....114.20

.3% Mexikaner .... 67.00 Gotthardbahn.....196.00

l^°/o Chinesen . . . 97 60 l-ombard Eisenbahn . . 24.75

Aktien: Oesterr. Staatsbahn . . . 113 50

Bochum Guss 249.50 Priuce-Heuri-Eiseubahn . 126.50

Buderus E. W.....137.50

Tendenz: sehr fest.

Bterliner Börse, 2 Januar. Anfangskurse

Canada E. B...... 176.00 Harpener Bergwerk . . 216 50

Darmstädter Bank . . . 149.50 Lauralr-tte . . . . 218.75

Deutsche Bank .... 244.00 Lombarden E. B . 24 80

Dortmunder Union 0. . . 101.25 Nordd Lloyd.....127.90

Dresdner Bank .... 167.00 Ttirkeuluse ..... 11,9.50

Tendenz: sehr fest.

BckamUmallmng.

Die Benützung des Schweinemarktplatze? und verschiedener anderer Plätze zur Förderung des in der Lahn gc.vLUnencu Eises soll für den lamenden Winter Mittwoch, den 3. Famlar 1906, vormittags 11 Uhr an Ort nnd Stelle öffentlich meist­bietend versteigert werden. B'7i

Gießen, den 2. Jannar 1906.

Großhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Drtsgewcrbcver i .

Heute Dienstag, den 2. Fanuar 1866, abends 81/, Uhr

Restauration Fcidcl

Mouatsverfamurluu

v5/1 Der Bor stand. *