Ausgabe 
2.1.1906 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Küßen für Jogltsbergcr Pich.

* Gießen, 31. Dezember.

Der Kreiszuchtverein Gießen für Vogelsberger Vieh hielt gestern nachmittag im Cafö Ebel seine Generalversamm­lung unter dem Vorsitz seines zweiten Direktors Klein ab, die recht gut besucht war. Tie zunächst vorgenommene Vorstandswahl hatte das Ergebnis, daß an Stelle des Kreisamtmanns Dr. Kranzbühler Kreisamtmann Dr. Merck zum ersten Vorsitz-nden gewählt wurde. Als zweiter Vor­sitzender wurde Gutspächler Klein wiedergewählt. Auch der seitherige Vereinssekretär, Kreisamtsgehilfe Schupp wurde in seinem Amte bestätigt.

Die Prüfung der Rechnung für 1904 ergab keine Veanstandung. Tie Einnahme betrug 534.84 Mk. (darunter 150 Mk. Zuschuß vom landw. Bezirks Gießen und "270 Mk. von den Ortsvereinen zurückerstattete Sammlungs­preise), die Ausgaben beliefen sich aus 137.55 Mk. (darunter 75 Mk. für Stallschauen und 38.55 Mk. für Vorträge). Das Vereinsvermögen beläuft sich auf 1304.41 Mk.

Noch einer Mitteilung des Vorsitzenden erhielt der A-reiszuchwerein auf der Landw. Ausstellung in München in Klasse 90 einen 3. Sammlungspreis mit 165 Mk. und auf der landw. Landesausstellung in Mainz den 2. Sommlungs- preis mit 200 Mk. Tie Diplome für letzteren Preis ge­langen Ende Januar zur Ausgabe. Tie Kosten der Mainzer

on, auch die Trambahn verkehrt wieder regelmäßig, nur der Vahn- verkehr erleidet noch Stockungen.

Aus den baltischen Provinzen.

Aus den Ostseeprovinzen wird derNowoje Wremja gedrahtet: Tie Letten fahren fort, sich so zu benehmen, als ob man am Vorabend der Proklamierung einer Letten- republik stände. In Kurland sind die ^ri'ppen noch nicht in Aktion getreten. Aus Jelez wird vom 29. Dezember gemeldet, daß dort zehn Mitalieder des Streittomitees ver­haftet wurden. Daraus wurde sofort der Bahnverkehr er»

Ausstellung beliefen sich für den Kretsverein auf 85130 Mark. Ter Provinzialverein gab einen Zuschuß von 3->0 Mark und der landw. Bezirksverein einen solchen von 150 Mark. Bürgermeister K r ä m e r - Steinbach wieS darauf hm. daß der Provinzialverein früher die gesamten Ausstellungs­kosten getragen habe, während Bürgermeister Leun- Großen-Linden bemerkt, die Abrechnuiig zeige wiederum wie groß die Kosten der Ausstellungen seien. Deshalb solle man die staatlichen Mittel für die Rindviehzucht mehr für Orts- und Stallschauen verwenden. ES wurde beschlossen, wegen der Kosten der Mainzer Ausstellung sich erneut an bcn Provinzialverein zu wenden. An Stelle deS vorge- [c[jenen Vortrags des Landwirt schaftSlehrerS Schwarz von Alsfeld über die landw. Ausstellung in Mainz schilderte sodann der Vorsitzende die dort von dem Vogelsberger Vieh empfangenen Eindrücke. Ter Gesamt- cinorucL den der Vogelsberger Schla-g gemocht habe, sei recht befriedigend gewesen. Tie Tiere hatten -um großen Teil schöne Körperformen gehabt, seien gut genährt ge­wesen und hätten ein einheitliches Nassebild gezeigt. In der Klassejunge Bullen" sei leider fast keine Auswahl ge­boten lvorden und das Urteil über die hwei ausgestellten Tiere sei so wenig günstig gewesen, daß der 1. Preis nicht verteilt worden sei. Tie au-gestellten Rinder seien teilweise

>cS GesangvereinsEintracht" nahin einen schönen Ver- !auf^ Gelegentlich der Feier rourben die beiden Mitglieder 2l. Feisel und PH. Rinn zu Ehr en mit gliedern er­nannt.

Beuern, 2. Jan. Am 2. Weihnachtsfeiertag feierten Christoph Keil und Z-rau das Feil der goldenen Hoch­zeit, außerdem hatten am selben Tage drei Paare silberne Hochzeit. Tie NeujahrSnacht verlief diesmal, früheren Jahren gegenüber, ziemlich ruhig, hauptsächlich hat das Schießen viel nachgelassen, ebenso die Roheiten und Schlägereien bei Tanzvergnügen.

[] O-b er-Nosbach, 31. Dez. Schwer verletzt wurde ein hier bedienßeter Schweizer. Mehrere Raufbolde auerten ihm mit Messern und Knüppeln auf und überfielen ihn. Sie richteten den Schweizer derart zu, daß er blut* überströmt znsammenbrach. Bewußtlos brachte man ihn nach Oaufe und später ins Hospital nach Friedberg. Die Gen­darmerie hat die Raufbolde verhaftet.

R. B. Darmstadt, 2. Jan. (Eig. Drahtbericht.) Vor 30 Jahren trat liier das Institut der S ch u tz m a n n s ch a f t ms Leben. Ans diesem Anlaß waren gestern vormttag amtliche Beamte des Polizeiamts und die Schutzleute im PolizeiamtSgebäiide versa,nmelt. Der Polizeirat, Regierungs­rat Dr. Kratz hielt eine Ansprache, in der er die Entwickelung der Darmstädter Polizeiverhältnisse seit 1806 schilderte. Der fit 1. Januar 1876 im Dienst befindliche Schutzmann Schar­mann wurde zmn Polizeiwachtmeister befördert.

Mainz, 31. Dez. Ein angenehmes Neujahrs- gefchenk niachte gestern die Sta d t v e r o r d n e t e n - V er- sammlung den Bediensteten der Straßenbahn, die früher bei der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft angestellt waren. Sie beschloß, die von ihnen in die Pensionskasse für Beamte deutscher Privateisenbahnen geleisteten Beiträge an sie zurückzuerstatten, was bei einzelnen Beamten Summen von '30 bis über 800 Mk. ausmacht. (Pt. Tgbl.)

Offenbach a. M., 30. Dez. Die Stadtver­ordnetenversammlung beschloß, sämtlichen städtischen Arbeitern für die gesetzlichen Fei erta ge, welche aus Weihnachten fallen, ebenfalls den Lohn auszuzahlen. Betreffs Erbauung der elektrischen Straßenbahnen wurde ter Eintrag angenommen, bei dein Großh. Hessischen Ministerium der Finanzen die Erteilung der Konzession für die Erbaming einer elektrischen Straßenbahn Offen- b ach - Frankfurt bis zur Landesgrciize nachzusuchen und, obald die Unterlagen für die Strecke Offenbach-Bürgel- Nimipenheini angefertigt und die Verträge mit den Ge­meinden abgeschlossen sind, das Gesuch auch für diese Strecke zu stellen.

Frankfurt a. M., 31. Dez. Die Stadtverordneten haben den Ausschußantrag angenommen, den verhei­rateten städtischen Arbeitern einen Mindestlohn von 4 Mk. täglich zu gewähren. Ein sozialdemokratischer Antrag, für die Sjpfer der russischen Revolution aus städtischen Mitteln 10 000 Mk. zu bewilligen, wurde ab- gelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurde der Antrag, der Magistrat möge die Theatergesellschaft veranlassen, zu­gunsten der aus Rußland vertriebenen Deutschen Wohl­tätigkeitsvorstellungen zu veranstalten. Aus dem vorliegen- deu Geschäftsbericht der Reuen Theateraktiengesellschast ging hervor, daß das Schauspielhaus nach wie vor Ueberschüsse liefert, während das Opernhaus nicht nur diese Ueberschüsse, sondern auch noch einen städtischen Zuschuß von 250000 Mk. aufbraucht. Trotzdem er­fuhr gerade die Leitung des Schauspielhauses in der Stadtverordnetenversammlung allerlei Angriffe, hauptsäch- ich, weil sie nicht genug moderne Stücke aufführe. Dr. Quarck verlangte die Einrichtung von literarischen Abenden. Für die Vorarbeiten zur Errichtung eines städtischen Wohnungsamtes (Wohuuugsuachweis) wurden 1000 Mk. bewilligt.

Frankfurt a. M., 1. Jan. Die Administration des 21 ä d e l f ch e n K u n st i n st i t u t e 8 wählte bcn Privatbozenlen für Kunstgeschichte an der Universität Berlin, Dr. Georg Swarzenski, zum Direktor der Sammlungen.

(fc.) Frankfurt a. M., 1. Jan.Es ivar nichts los!" so lautet stereotyp die Antnwrt auf die F-ragc nach dem Verlauf \-r S v l v e st e r n a ch t. Wohin ist er geschwunden, unser für den Fremden, der nicht einen gar zu kostbaren Zylinder auf dem Haupte trug, soreizvoller" Sylvesterunfug? Von Jqhr zu Jabr weniger blutige Köpfe, weniger Verhaftungen! 18lumpige" Männerchen waren bis heute früh 3 Uhr inhaftiert. Sogar auf der Zeil, auf der in früheren Jahren gar oft die Menge nne festgcrannt stand und weder nach nurn noch rückwärts, weder nach reckuS noch links sich zu verlaufen imstande war, da aus oben Gassen und Gäßchen immer neue Scharen radaulustiaen Janhagels heran drängten, hevrMe in der vergangenen Racltt an^'hinderter Vmkehr. Es gab keine blutigen Schlachten zwischen Polizei undPublikum", wenn auch hier und da ein Bürschlein m kräftigen SclMvw-umsfäusten zaiwelnd, mit Händen und Füßen II n. such schlug. Es wehte aller ein scharfer Wind, vom Volizei- b»n)ibi.an aus, nicht gegen harmlosen Ulf, aber gegen wirklich t.r^vurdige Exzesse, und ein ebenso scharfer Windvom Himmel ,oeV. Beide zusammen waren stark genug, den Rauch in den K-Uffen rasch zu vertreiben. Gcfeuerwrrkert wurde aNeck)iiws nneder schrecklich, die Böllerei, namentlich auS den Htuisern heraus n hm fern Ende. So wäre allo wirklich fast nichK los cn-^n wotm mcht gegen 4 Uhr in ber Graubengaffe ein HvtclhnKbuffch

Riga dauert der Estenbahn- und Fleischerausstand fort Seit dem 31. Dezember früh rücken Truppen von zwei Seiten von Dwalk und Minsk an und verfolgen du aufständischen Bonden, die Agitatoren und die von den.Auf­ständischen eingesetzte Obrigtcit. Tie revolutionäre Propa­ganda wendet sich setzt nach dem nördlichen 4. eile Livlands, wo, offiziösen Meldungen zufolge, Guter ^er stör t und Morde begangen werden.

Am 29. Tez. sind aus Riga Privatmeldungen einge- oangen, denen zufolge dort ein heftiger Str aßen kampf stattgefunden hat. Tie Aufständischen sollen einen großen £eU der Stadt, die Stadtduma, einige Regierungs- aebäude und den Bahnhof in Besitz genommen haben, der Telegraph sei zerstört. .

Wie aus Mit au gemeldet wird, haben es bei lieber- fallen auf Gütern die bewaffneten Winden besonders auf Hie Spiritusbrennereien abgesehen, die sofort vernichtet werden. In Riga ergriffen Revolutionäre b re i per re n , Hie aus einem Restaurant heraustraten, verbanden ihnen ine Augen und erschossen sie. Tie Mörder sind entflohen. Derartige Schreckenstaten kommen täglich vor, augenscheinlich ist die Behörde machtlos, ebenso wie in Windau, wo bewaffnete Banden Befehle an die Bevölker­ung ergehen lassen, Läden sperren, den Tramwavverkehr ver­bieten und Regierungsinslituticmeu einfach schließen. Tie Städte sind vollständig in den Händen der Aufständischen /ober, wie sie sich nennen, bes lettischen Sozialdemokraten- Lvmitees. Tas nur in geringer Stärke anwesende Militär ist machtlos. Auf verwüsteten Gütern sind kostbare ?llter- lümlichkeiten, seltene Massen und Sammlungen vernichtet worben.

Eine Senbung von 22 000 Patronen, bie per Schiss nach Mit au gebracht werben sollte, würbe von Revolu­tionären abgefangen. Ter Bürgermeister Abolf des Städtchens Goldungen wurde von Revolutionären er­mordet.

Aus Slsöl and AmL.

Gießen, den 2. Januar.

Personalien. Se. Kgl. Hob. der Großherzog haben dein Hilfsbahnwärter Val. Bauer zu Bermersbeiin (KreiS Worms) aus Anlaß seines Ausscheidens auS dem StaalSeisenbahndienl't daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift .Für treue Arbeit" verliehen. Am 23. Dezember 1905 wurde der StenerausseheraSpirant Vizefeld,vebei Karl Kopp au« Groß-Zimmern zum Steucraiifseher ernannt.

D i e NeujahrSnacht verlies verhältnismäßig inhig, es kamen Roheiten weiter nicht vor, auch Unfälle sind »licht zu verzeichnen gewesen. Verhaktet wurde nur ein junger Mensch, der sich in den späten Nacht'lunden noch nicht beruhigen konnte, wegen fortgesetzter Ruhestörung und ein anderer, der des Guten zu viel getan, mußte in der "Nacht Wohnung in der Sandgasse nehmen. Wegen iin- iaubtem Schienen und Abbrennen von Feuenverlslörpern würbe eine Anzahl Personen zur Aiizeige gebracht.

Mit beni neuen Jahr ist auch der Winter ge­kommen unb zwar gleich recht tüchtig. In der NeujahrS­nacht sank das Thermometer auf 8.4 und heute früh au; 9 Grad.

D ie Eisbahn des Gießener EiSvereiuS an der Moltkcstraße ist heute eröffnet worden. Voraussichtlich findet am Donnerstag Militärkonzert auf der Eisbahn statt.

" Der Theater-Verein leckt unS mit: Die fünfte Vorstellung wird am Montag, den 15. Januar, statt- finden und nach den einfien Darbietungen der beiden vor­hergehenden Vorstellungen ein Lustspiel bringen, nämlich Blumenthals neues graziöses VerSspielDer Schivui der Treue". Für die Hauptrolle deS Malers Veit wurde der von seinen früheren Gastspielen her bekannte und beliebte jugendliche Held deS Dannlladter HoflheaterS, Willy Loehr, gewonnen. Auch für die 6. Vorstellung steht eine Novität m Aussicht, Suber m an nS neues Schauspiel,Stein unter Steinen", mit einem der größten darstellenden Künstler der Gegenwart, Albert Basser mann vom Berliner Lessingthcater, als Gast. Die mit ihm eingeleiteten Verhandlungen lasten daS Zustanbckommen des intcrcffantcn Gastspiels am Ende Januar b:S Anfang Februar erhoffen

Aus dem Bureau des Stadttheaters Nochmals fei auf die morgige S ch ü l e r v o r st e l l u n g Ein GlaS Wasser", historisches Lustspiel von Scribe, hmgewicsen, die wiederum um 5 Uhr ihren Anfang nimmt.

«* Landwirtschaftlicher Vortragskurs zu ^armitabt. Der 'win Hessischen Lanbioirtschastsral veranltallete Vortragskurs beginnt am 30. Januar mit zweistündigen Vortrag des Geh. Hofrat Professor Dr. Wagner-Darmstadt überZeit- und Streit­fragen aus dem Gebiet der Düngungslehre" Der Vortragende wirb unter anderem auch die Ergebn'ffe wuier mehrjährigen Stalldüngungsversuche besprechen. Ferner wird der Generalsekretär des Reichsverbaudes der deutschen landw. Genossenschaften Dr. Grabein-Tarm- ftöbt einen Vortrag überdie soziale Bedeutung des ländlichen Genossenschaftswesens" hallen.'

ohr 1 90 6 ist ein sogenanntes Gemein- fahr von 365 Tagen mit 52 Wochen, jedoch 53 Soi,ntaaen. Von den beweglichen Festtagen fällt der ftarfreitaq 'auf t»en 13. April, Osteni aus den 15. April, ber Himmelfahrt- tag auf den 24. Mai, Pfingsten auf den 3. Juni, der Buß- und Bettag aus den 21. November, das Totenfest auf den 25 November. Im übrigen entspricht das nach chrtttlieher Zettreehnung 1906. Jahr dem 7414. Jahre der Bvzanttnischen Aera, sowie dein 6619. Jahre der Julia- in chen Periode und dem 5666. 67. Jahre der Juden Seit der Sintflut sind 5244, seit der Emführung des ttllwni,chen Kalenders 1351, seit der Einführung des ver- befferten Kalenders 206 Jahre vergangen.

" Eine erfreuliche und willkommene Neu- lahrstreude bereiten die hiesigen Schweinern etzger allen Sion)umenten, insbesondere den Hausfrauen Sie hielten am 31. Dezember eine Versammlung ab, in der

Dom Rigaer Stadtthcater

Von Herrn Leo Stein, Dem Direktor des Rigaer Stadttheaters, dem Mitverfasser derHerren Söhne" und bes heute im Gießener Stabttheater zur Aufführ jung kommenbenGr o ß ka u f m a n n", ging Berliner Blättern ein Schreiben vom 21. v. M. zu, bem wir folgeubes entnehmen, was in schroffem Wiberspruch steht Zu allen Uuheilsmelbungen:

Von Reisendcu, bie ous dem Auslcmbe in bcn letzten Tagen In er cinge troffen fiiib, habe ich erfahren, baß in deutschen Zeitungen die abrntcucrlirWc-n Rackrichtm über b;' Zu^änbe in Riga verbreitet werden. Es bürste für Sie von großem Interesse 'fein, zu erfahren, tote es in Wahrheit hier stehl Es ist weder Has Stadttheater abgebrannt noch irgendeines wer Regierungsgebaude, cs sind überhaupt nicht mehr Feuerbrände hier zu verzeichnen als sonst w^hl in anderen ^Zeiten in größeren Städten. Ter Kricgs-ustuid ist allerdings .über Livland und Kurland verhängt, aber noch nickst proklamiert es^ sind auch keinerlei Verhaltungsmaßregeln für den Verkehr während eines Kriegszustandes bekannt gegeben worden. Das Stadttheater hat feit dem 21. August ununterbrochen mit Aus nähme von 7 Tagen während beS großen Generalstreiks im Oktober, und 5 Tagen während des Heineren Generalstreiks im November gespielt."

Die Organisation zur Unterstützung der aus Rußland flüchtenden Deutschen ist nunmehr in Ostpreußen in der Weise durchgeführt, daß das Kö­nigsberger Komitee sich durch Zutritt namhafter Per­sönlichkeiten aller Stände zu einem Provinzialkomitee aus gestaltet und durch Bildung von lokalen Ausschüssen in sämtlichen Stadt- und Landkreisen über die ganze Provinz ausgedehnt hat. Gleichzeitig ist auch dort, tote bei uns in Gießen, eine Verbindung mit dem allgemeinen Komitee in Berlin hergestellt. Von den auf Staatskosten zur Rettung tn die russischen Ostseehäfen entsandten Tampfern hatPrinz Heinrich" seine Mission durch Zuführung der aus Rußland Geflüchteten erfüllt und cs besteht in Reval nur eine kleine deutsche Kolonie, während der TampferWolga" auf einer zweiten Fahrt nach Riga schon auf der Rückreise unterwegs ist und der TampferKehrwieder" am 1. Jan. wieder nach Libau abdampftc.

Hebet den Voranschlag zum Staatsbudget

für 1906 weißSlowo" folgende Angaben zu machen: Tie gewöhnlichen Einnahmen sind mit zwei Milliarden, die Aus- aaben mit acht Millionen weniger als im vorigen Budget, für Aufbefferung der L-aye der Armee 19 Millionen, 'für Verstärkung der Polizei 21 Millionen eingestellt. Ter Bau -neuer Kriegsschiffe wird vertagt. Tie vom Ma- ssineministerium verlangten 60 Millionen für bereits be- jstellte Schisse sind auf 38 Millionen herabgesetzt. Zur Liquidierung der Kriegskosten sind statt'der ver­langten 600 nur 400 Millionen angewiesen, die durch Emission kurzfristiger Schatzicheine beschafft werden.

über die gegenwärtigen Ein- und Verkaufspreise von Dchweinesteifch 2C. verhandelt wurde. Nachdem schon vor Schluß des Jahres mehrere ähnliche Anträge von Seiten der Metzger vorgelegen hatten, wurde beschlossen, die V e r k a u f s p r e i s c v o n S ch w e i n e f l e i s ch und einigen Wurstsorten den jetzigen Einkaufspreisen ent- iprccf)citb zu reduzieren. Vor Weihnachten wurde hier 74 und 75 Pfg. pro Pfund Schlachtgewicht bezahlt, 'ür Januar sollen schon einige Käufe für 70 Pfg. zum Abschluß gekommen sein, was immerhin auch noch ein hoher Preis ist.

Der K reiSverein Gießen vom Verbände Deutscher H an dlungSge hülfen Leipzig kommt nichtz nur in ernster Arbeit feinen StcmdcSinteressen nach, sondern versiebt auch die Geselligkeit zu pllegen. DieS bewies die am vergangenen Samsiag im Vereinslokal (Hotel Schütz) abge- haliene Weihnachtsfeier. Bei humoristischen und Ge- sang-vorträgen, launiaen Ansprachen, Musik, Verlosung und einem kleinen Tanz, bei zahlreicher Beteiligung der Mitalieder mit ihren Damen, wurden einige vergnügte Stunden verlebt. Mit dem Wunsche auf ein fröhliches neues Jahr trennten sich die Teilnehmer in vorgerückter Stunde.

[ 1 Klein-Linden. 31. Dez. Die Weihnachtsfeier

recht gut gewesen, namentlich, wenn man bedenke, wie schwer es sei, für eine Ausstellung die geeigneten Tiere zu finden. Er fei überzeugt, daß in den Ställen sich vielfach besseres Vieh als das' teilweise in Mainz ausgestellte befunden hätte. Auch die Gegner der großen Ausstellungen müßten zugeben, daß nur oiefe Veranstaltungen ein zutreffendes Bild über das Erreichte biet'' tonnten. Einen entschieden besseren Eindruck als die Rinder hätten die Kühe gemacht, hinsichtlich des Körpergewiatts und der Milchergwbigkeit seien sehr hübsche Exemplare vorhanden gewesen. Auch )ie ausgestellten allen Bullen hatten ein gutes Bild ge­boten. Ter Hauptfehler des Vogelsberger Viehes sei noch, daß die Tiere zu leicht seien Tas könne gebessert werden, wenn bie Tiere von Iugeub auf besser unb gleichmäßiger gefüttert würden und sie nicht zu früh zum Bullen gc- ührt würden. Auch die Körperformen seien noch vielfach zu tadeln und die Milchergiebigkeit sei zu gering. Kreis- uetcrinärrat Tr. Schmidt ergänzte diese Mitteilungen in verschiedenen Richtungen und gab insbesondere seiner llcbcrra)cl)uug über die günstige Entwicklung des Oden­wälder Schlages Ausdruck