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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen
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Dienstag 8. Juni 1905
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ich« UnwersttätSdruckerel St Laag», Gieß«,
Redaktion, Expedition n. Druckerei: Schulstr.
Tel. Nr. 6L Telegr^Adr. r Anzeiger Giehe»
2416
Stadtkirche.
war das Brautpaar an die Brüstung getreten, der Kronprinz in der Uniform des ersten Garderegiments mit dem blauen Bande seines Mecklenburger Ordens, die Braut in einer blaßweißen Toilette, und Patte sich vor der Gesellschaft wiederholt verneigt, sodann traten der Kaiser, die Großherzogin-Mutter, die Kaiserin und der Großherzog vor. Ter Kaiser trug die Uniform des zweiten Gardedragonerregiments, die Kaiserin eine rosafarbene Robe und reichen
sonderen Wun gingen an verß Drohbriefe
und seine Großmachtstellung zu wahren. Hierzu solle der SemSki sobor verhelfen. Ueber ganz Rußland muffe der Belagerungszustand verhängt, Kriegssteuern erhoben, die inneren Wirren unterdrückt, und zu diesem Zwecke eine Militä rdiktatur errichtet werden. Falls anstelle des Selbstherrschers Volksvertreter kämen, würde Rußland ebenso zu Grunde gehen, wie das Geschwader Rosch- djestwenskis. — Die „Naschan-Schisn" nennen folgende Bedingungen, unter denen der Frieden annehmbar erscheine: Abtretung Kwantungs, die Räumung der Mandschurei, die Neutralisierung der mandschurischen Bahn, deren Wert Rußland zu erstatten wäre, Anerkennung der japanischen Souveränität Koreas und die Abtretung von Sachalin.
Wer gibt Vorschuß?
Die Seeschlacht :n der Koreastraße bedeutet für
Isürg Mükow.
Aus Berlin erhielten wir heute vormittag folgendes Telegramm:
Berlin, 6. Juni. Der Kaiser erhob den Reichskanzler in den Fürstenstand.
Was also bereits die Handelsverträge und die Kanal- oorlage, Werke, die beide mit so großen Hoffnungen begonnen wurden und die leider so sehr Stückwerk geblieben sind, dem vierten deutschen Reichskanzler bringen sollten, das hat heute die Hochzeit des zukünftigen deutschen Kaisers gebracht: Bernhard v. Bülow trägt die Fürstenkrone, die sein großer Vormann aus den Händen eines weisen Kaisers erhielt und die er mit berechtigtem Stolze auch weiter getragen hat, nachdem ihm Wilhelm II. den Herzogshut verliehen hatte. Bülow hat in verständiger Selbstschätzung zweimal die ihm von seinem Kaiser angetragene Fürstenwürde dankend abgelehnt. Am heutigen Festtage hat er sie, wie es scheint, zum dritten Male nicht ablehnen können. Man wird in weiten Kreisen des deutschen Volkes dem sehr gewandten und klugen Staatsmanne, dem die diplomatischen Allüren bis zur Vollendung eigen sind und vorzüglich zu Gesichte stehen, diese hohe Auszeichnung seines Königs und Herrn gern gönnen, man wird aber sich dadurch keineswegs in seinem Urteil über die Staatskunst Bülows, die man richtiger als , Staatskünste" bezeichnen würde, beirren lassen und das Fehlen jeglichen großen und einheitlichen Zuges in seiner inneren und äußeren Politik nach wie vor beklagen.
Russischer Optimismus.
Petersburg, 5. Juni. Die Nowoje Wremja erklärt, Rußland sei erst dann als besiegt zu betrachten, wenn die Japaner in die Ostsee gekommen und Kronstadt und Petersburg besetzt hätten. Rußland habe noch viele Mittel, um die Fehler seiner Regenten gut zu machen,
Die Herren von der russischen Garde.
Aus Petersburg wird gemeldet: Die Garde-Osfi» ziere, die den Befehl erhielten, die Mannschaften der einberufenen Reserve-Regimenter militärisch auszubilden, verweigerten diese Dienstleistung, da sie es unter ihrer Würde halten, sich mit Linien-Reservisten ab-
explodiercn. (Die Gützlaffinsel liegt im ostchinesischen Meer in der Nähe der chinesischen Küste; sie ist Schanghai oofr-
zugeben.
Das vierte russische Geschwader bleibt daheim.
Hamburg, 5. Juni. Für das vierte russische Geschwader hier angemusterte Seeleute erhielten aus Libau die' Mitteilung, daß sie nach Hamburg zurückkehren könnten, da der Kontrakt als gelöst zu betrachten sei.
ist an der Gützlaffinsel angekommen; er begibt sich vor» aussichtlich nach Wusung. Seine Kriegsschiffe sind das Flaggschiff des Admirals, der Panzerkreuzer „Tokiwa", die geschützten Kreuzer „Naniwa" und „Takatschio", sowie die Torpedobootszcrstörer „Murasame" und „Sadzcmami". ES werden noch mehr Kreuzer erwartet. Uriu ist von Tsuschima außen um Formosa herumgcfahren, um nach den noch fehlenden russischen Schiffen zu suchen. Eine Granate war hinten durch das Flaggschiff gegangen, ohne zu
W\ düvmN n dreifachen Preis! j mit der Traube cen Sotten Sen<- ii, die geringere« nur m den handel U unbedingte Ge- Mten.
au beziehen durch d Tetail'Gejchäfte. ederverkäujer. . ssig-Fabrik rland).
Der Kriea.
Der japanische Admiral Urin
Flaggung der Kriegsschiffe.
Aus Anlaß der Hochzeit des Kronprinzen ist von allerhöchster Stelle angeordnet worden, daß am heutigen 6. Juni von den in den heimischen Gewässern befindlichen Kriegsschiffen die im Hafen liegenden ausflaggen, die auf See befindlichen Toppflaggen hifien und alle Schiffe um 5 Uhr nachmittags einen Salut von 21 Schuß ab feuern.
München flaggt auch.
Der bayerische ^riuzregent genehmigte, daß am Ber- mählunastage des Kronprinzen die Staatsgebäude in München mit bayerischen und deutschen Farben beflaggt find.
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schiedene Dinge. „
Kommerzienrat Mittler aus Retchenstem in Schlesien überreichte dem Brautpaar aus schlesischem Golde ge- fertigte Traurings als Geschenk. Tre Ueberrerchung er- olgte mit einer Botivtafel aus gepunztem Leder mit sil° 6erneu Eckstücken, die ornamental von Myrtenzwergen durch- flochten find. Oben in der Mitte der Tafel sind bte Wappen der Verlobten, von der Kronprinzenkrone ilberragt, und unter den Wappen zwei kleine Kartuschen für bte Aufnahme der Ringe angebracht. Zur Befestigung btefer btenert vier in den Landesfarben gehaltene seidene Schnürchen. An der Basis der Tafel befindet sich innerhalb eines Korbbogens eine Ansicht von Reichenstein, in Aquarell nach der Natur- gemalt, darüber ist das Stadtwappen mit den gekreuzten Schlägeln angebracht. Die Mitte der Tafel enthalt auf Pergament in Zierschrift eine Widmung.
Familientafel.
Heute abend fand in der Bildergalerie des komgltchen Schlosses bei dem Kaiserpaare Familientafel statt, an der die anwesenden Fürstlichkeiten teilnahmen.
Opernvorstellung.
Den Korabend des kronprinzlichen Vermählungstages schloß die Galavorstellung im königlichen Opernhause ab. Es war auf Wunsch des Kronprinzen ein Wagner ab end. Der Kaiser toi seit Jahren alle Wagnersche Musik gemteden. Tas Haus war auf das reichste geschmückt Ein neuer Fest- vorhana deckte die Buhne. Aus einer stilvollen Umrahmung blickte links das alte Konigsschlvß an der Spree mit dem Eosanderschen Portale hervor, rechts das hochragende Schweriner Stadtschlo st, die Wappen Preußens und Mecklenburgs waren darüber sichtbar, föoit oben schaute ans freundlichem Grün das rötliche Marmorpalats heraus mit dem Pflugst- berge im Hintergründe. Das Parkett war nur von Herren besetzt, Herren der Umgebungen und Gefolge der vielem Fürstlichkeiten, Mitglieder der auswärtigen Misstonen und preußische Deputationen, Offiziere und Hofbeamte IN den Logen saßen die Botschafter mit ihren fernen, die Munster ufw An der Brüstung der erweiterten großen Hofloge nahmen Platz in der Mitte die Braut und der Bräutigam, reK von Ihr der Kafler, die GroßherzoM-Mutter von Mecklenburg-Schwerin nsw. Links vom Kronprinzen faß bte Kaiserin. Alsbald setzte das Vorspiel zu Lohengrin ein, von Dr. Muck dirigiert. Der erste .lkt sorgte. Dann schloß das heitere Bild der Festwiese ans den „M e t ft ersrngern yori Nürnberg" den 21bend unter Geltung von
kpnnte über 70, fürstliche Häupter wählen. Zuerst
Die Hochzeitsseierlichkeiten in Berlrn
Berlin, 5. Juni.
Die Ueberreichung der Geschenke.
Bei den heutig'en Empfängen durch! den Kronprinzen und die Herzoginbraut in der Braunschweigischen Galerie des Schlosses sprachen zunächst die Präsidien des Reichstages, des Herrenhauses und des Ab- geordnetenhauses ihre Glückwünsche aus. Sodann erfolgte die Ueberreichung der Geschenke der Hansestädte. Danach folgte die Ueberreichung der Glück wun sch ad ress en bezw. der Beglückwünschungen durch die Vertreter der Aka- demie der Wissenschaften und der Akademie der Künste, der Universitäten Berlin und Bonn; die Ueberreichung der Geschenke der einzelnen Provinzen bezw. Bezirksverbände, sowie der Brandenburgischen Landwirtschaftskammer und des Landeskommunalverbandes zu Sigmaringen. Ferner gratulierten die rheim 2ldelsgenossenschaften und Schleswig- holsteinischen Prälaten und die Ritterschaft. Geschenke brachten sodann dar der Deutsche Landwirtschgstsrat, bte &täbte der preußischen Monarchie, vertreten durch zwanzig Bürgermeister usw., eine Vereinigung von 453 mittleren und kleineren Städten. Eine Ergebenheitsadresse überreichte der Städteverband Sachsen-Anhalt, eine Glückwunschadresse die Stadt Dresden; Geschenke brachten weiter dar die Städte Bunzlau, Bernau, Werder und Hochheim, das Offizierkorps des Regiments Kronprinz Nr. 1, der Regimenter Nr. 101 und 120 und des bayerischen ersten Ulanenregrments, der preuß. Landeskriegerverband sowie eine Reihe weiterer Abordnungen, darunter die deutsche Kolonie in Moskau, bte ehemaligen Korpsbrüder des Kronprinzen und bte Bonner Studentenschaft. .
Die Städte der preußischen Monarchie schenkten ein Tafel-Service. Der Monprrnz und seine Braut nahmen die Hochzeitsgeschenke mit ^großer Freude entgegen und dankten für den Ausdruck der Anbangltchkett und Liebe. Die Kaiserin und die Braut zogen die erschienenen Herren in ein Gespräch und unterhielten fiefy mit ihnen über ver-
Brillantenschmuck.
Ein Gartenfest bei Richthofen.
Zu Ehren der ausländischen Gäste gab heute nachmittag der Staatssekretär des Auswärtigen Frhr. v. Richthofen ein Gartenfest. 2ln der wohlgelungencn Veranstaltung nahmen verschiedene Fürstlickkeiten teil, darunter die^ Kronprinzen von Schweden und Dänemark Prinz Heinrich der Niederlande und Prinzessin Arifitgawa. Von sonstigen. - - tnffiftfie Schiffe
Gästen bemerkte man Sir Henry Seymour, die Minister Zerstreute rusfische Schiffe.
Möller, ®tubt unb v. Bethmann, bett früheren Minister Hongkong 5 3unt. (9leufer.) D°r heute hier au Thielen, bie Wizepräsibenim bes Neichstages Graf Stolberg gekommene omenkantlche Frachtdamvfer .Zaftro von Manila und Dr. Paasche, andere Parlamentarier und Vertreter hat am Morgen ungefähr 80 Seemeilen südsüdöstlich von Wissenschaft, Kunst und Presse. von Hongkong einen russischen Hilfskreuzer, zwei
Rusfifche Bertretung bet den HochzeitSfeierlichketten. Fahrzeuge, die er für Torpedoboote hielt, und einen
Ter in Königsberg i. Pr. erscheinenden „Ostpreuß.Ztg." Kreuzer in Begleitung emes schwerbeladenen FrachtdampserS wird von einem Gewährsmann berichtet: südwestlich steuernd gesehen.
„Aus wohlinformierten Kreisen wird mir mitgeteilt, Washington, 5. Juni. (Reuter.) Kriegssekretär Tast daß das Fernbleiben des Großfürsten Wladr- telegraphierte an den Goiiverneur Wright in Manila: Den mir von den Berliner Hochzeitsfeierlichkeiten auf ^ russischen Schiffen kann keine Zeit gegeben werden, t sch des B e rli n e r H o f erfolgte.^ Es I fcie -n Schlacht erlittenen Beschädigungen auSzubessern. i inXwÄüenUtouf seine Di- Schiffe dürfen daher nur ausgebeffert werden, wenn fte PersVn'angekündigt wurde, ein, daß man sich zu bis zum Ende der Fetndseltgketten sestgehalten werden, einer Aeußerttng nach Petersburg entschloß und um Ent- Roschdjestwensry^
sendung eines anderen Vertreters der Zarenfamtlte bat, London, 5. Juni. „Daily Telegraph meldet auB da man das Leben des Großfürsten Wladimir für ernstlich Sasebo, daß Roschdjestwensky sich einer Operation werde bedrohl hielt. Der Zar entsprach dieser Bitte und ver- untmüssen. Das verwundete Bein muß, da es fügte, daß Großfürst Michael den russischen Hof zu ber* brQn^Q werden anfängt, amputirt werden. Der Admi
ral, der von den japanischen Aerzten verständigt wurde, daß * hoa i Gn-vde- die Arnputation nötig sei, gab seine Zustimmung. -- Der licbtrosafa^iaem japanische Marineminister sandte NoschdjestwenSky mit emem —- Blumenstrauß ein Schreiben, in welchem er ähnliche Wünsche
wie Togo und dieselben Hoffnungen äußett.
Die anderen Gefangenen.
London, 5. Juni. Das „Reutersche Bureau" meldet aus Nagasaki: Wie uns aus guter Quelle mitgeteilt wird, werden alle in Gefangenschaft geratenen russischen Seeleute, sowohl diejenigen, die sich selbst ergaben, wie die, die auf eine andere Weise gefangen wurden, nach Ruß-
treten hat."
Zur gestrigen Galatafel fithrte der Kronprinz in der Uniform des 1. Garde- Jüf.-Regts. zu Fuß seine Braut, die in am Mieder mit weißen Schmelzen vevztertem Kletde erschien, dessen riesige Schleppe von zwei Pagen getragen wurde, vor den Thronhimmel. Die Kaiserin zur Linken ihres Sohnes, der Großherzog von Mecklenburg zur Reckten seiner Schwester. Der Kats er, in der Galauniform desselben Eliteregiments wie sein Sohn, führte die Großherzogin-Mutter Anastasia, die von einer von Pagen aufgenommenen Schlepprobe aus Silberstoff umrauscht wurde. Er schritt mit seiner Dame die östliche Tafel entlang und. , durch deren offene Lücke zu den beiden Plätzen dem Braut- t a n o ge anor Ausbruche des Krieges
paar gegenüber an der Haupttafel. Für emtge Mtnuten Tokto, 5..Mm. Ser dem ^uSvr cy ^^itäl-rn entstand rings um die Dafeltt ein chaotisches Gewirr von sind von russischen Gefangenen 12 0 wt ben ©ofpttalwn allen Farben von Herren, die in mit Orden übersäten, Japans und 1400 in denen Port Arthurs und DalnyS in bunten, goldblitzenden Uniformen prangten, von Damen gestorben.
in ebenso vielfarbigen Schlepproben und von Pagen in Die Stimmung in Rußland.
roten, silbergallonierten Röcken und in weißen Unterkeidern, Petersburg, 5. Juni. In dem Konzertsaal
Pagen, die hinter die Stühle der fürstlichen Damen ttetend, m^wlowsk" wo gestern abend 5000 Personen versammelt möglichst igeschickt die Schleppen über^dte Rücklehnen bet (am eg anläßlich der Niederlage in der Koreastraße
Sessel, uu s denen l^uestch nieder gelassen hatten, Demonstration. Das Publikum verlangte einen
wirr/Durcheinander.^Mle Damen und Herren hatten ihre Trauermarsch. Es wurden Reden gehalten. Das frühere Plätze gefunden und sich niedergelassen. Hinter jeden Stuhl Stadtoberhaupt Novtkow sprach von der Notwendig der beiden Fürstentafeln war ein Page getreten. Hinter keit, den Krieg einzustellen. Die tn den Saal em- dem des Kronprinzen und dem seiner Braut unter dem dringende Polizei wollte Novikow verhaften; dabei kam eS Thronhimmel standen je zwei hintereinander; neben dem Lu cjnem Handgemenge, die Polizei zog blank, daS Pagen hinter dem fessel des Kaisers noch die kraftvolle verteidigte sich mit Stöcken und Stühlen. Eine
Gestalt eines Biichsenspänners in einer Slä^er^^a^aun^^orm, ™crtemunbe lang herrschte im Saale ein wildes Durch-
SäX? BÄÄÄWh »“■ “XäSm KÄTWÄattpSÄSMÖiii. die Gäste nicht stteng nach Berufs- und Würdegruppen ver- flüchteten. Auch aus dem Bahnsteig wurden noch ewige teilt. Staatssekretär v. Rtchthoftn z, B. saß auf dem ersten Reden gehalten. Sowohl unter dem Publikum, rote unter Platz der inneren Tafel, die fast gänzlich damenlos 6heb. b oßolhei waren Verwundete, auch einige Schwer- Das lebhafteste und angeregteste Gespräch wurde unzweifelhaft von der Prinzessin-Braut und dem Kronprinzen geführt, wobei jene anscheinend noch mehr als dieser zu sagen sich angeregt zu fühlen schien. Ihr ftisches Mädchenantlitz war dabei von der anmutigsten unbefangensten, jugendlichen, natürlichen Heiterkeit beseelt, [ von liebenswürdigem Lächeln der Augen und der roten Lippen verklärt. Wie wenig enffprechen doch alle photographierten und gemalten Bildniffe der Braut ihrem wirklichen Aussehen, zumal was den Ausdrttck ihres Gesichts betrifft! Wie fern ihr jede zeremonielle Steifheit liegt, zeigte sich außer in ihrer Art des Sprechens, und ihrer sich beständig zu dem Bräuttgam nahe hinneigenden Haltung in kleinen Zügen wieder, daß sie dem zunächst hinter ihrem Sessel stehenden Pagen em volles Glas Champagner reichte, das dieser Jüngling in einem Zuge leerte. Sehr viel weniger lebhaft schftn die Unterhaltung des ihr gegenübersitzenden Kaisers mit ihrer Frau Mutter, seiner Tischdame, zu sein. Ein Heer von Lakaien ttt silber- galonnierten Livreen sorgte für das rasche Aufträgen der Speisen, deren Schüsseln an den Fürstentafeln von den Pagen in Empfang genommen und präsentiert wurden. Die Lakaien in braunem Frack mit goldstoffenem Schalkragen sorgten für das Füllen der Gläser. Bon der Musiklage her klang die Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis", der „Zigeuner-
' tanz im ungarischen Lager" von Bernhard Scholz, verschiedene Armeemärscke und ein Volksllederpotpourri.
Nr. 131 Zweites Blatt. 155. Jahrgang
Erscheint W-ttch mil NuSnahm« bei Sonntags. flF jL 4 aa aa aa a. a aa
Die „Gietzener ZamMeadlStter- werden dem U DHA S 1/ Wj M -4v.. h 4 U
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