Ausgabe 
5.9.1905 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

'miitf ® iw-e,liV vlUujl Span, roirb t»em.

taufend-

per

Druc^'

OlilW

rächen

juperis

na

MmÄchei, *SS*«* ----2rpcl dleiiim^ oct

U ?^fmau« (ucbii £' ob- \ Cftobet bellum Kontor oder Reise. I

-rN Meld. unter 05878 m Gfch.An,. erbeten, !

WKWZ chriA, Meld, unter 05883 an Gieh. Anz. erbeten, ehrlingsstelle für ein. Ujäbr igen gejucht. Manufaktur- cd. Awaren bevorz. Lchr. Meld. . 05768 a. d. Gieg. An,, erb.

Sää?

«ÄyjrSiS

io» WHL- seßM

mpsiehll sich in UDu Buchführvog. ichnftl. Meldungen unt. 05890 den Gießener Ameiger ig. Kaufmann empßehlt sich ie Mögen von wn vhrifti. Meld, unter 05879 ar jgiegener Anzeiger erbeten

Pension Real-Gymnasiast, 14 3- A .. neiucbt. BevorzG ff hüeS rokb. SlujSLSU^

>. fransen billig en&*

\ U.

X. Pension.

jsicht bei Schularbeiten.

70 Grünberger Straße ÖD. hinter meinem Hose kam MaLgeladen werden. Ein. n von der Schühenstrafi

,8 Lovis Troß.

-13*32, 9

«v§.

"a braü^7~~~:|

Nr. »08 Zweites Blatt.

155. Jahrgang

Dienstag 5. September 1905

Erscheint »glich mit Ausnahme des Sonntags.

DirSiehener ZamilievblStter" weiten dem ^Anzeiger viernral wöchentlich beigelegt. Der hessische tanöwtrf* erscheint monatlich einmal.

jFz<^ 2 . AA . 2 AA Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen

R P Z Art illy r Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

NH W 6 & ^KyiL & O wS 1L Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schukstr.7.

V V | ~ vVHV 3 V VW VV Tel. Nr. bl. Telegr.-Adr.: Anzeiger Meß«.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen.

Die Aröetterin in der TabaLindustrie.

(Nachdruck verboten.)

Von Jahr zu Jahr steigt Ne Zahl der in den Fabrik- betrieben Deutschlands beschäftigten weiblichen Personen. Während man im Jahre 1902 nur 576 439 Fabrikarbeite­rinnen zählte, wurden 1896 bereits 699 579 in Fabriken beschäftigte weibliche Personen ermittelt, deren Zahl heute nach den letzten allgemeinen Erhebungen des Neichsamtcs des Innern eine Höhe von 860 087 erreicht hat. Das sind 17,7 Proz. der zurzeit in deutschen Fabrikbetrieben in einer Gesamtzahl von 4 849108 tätigen männlichen Arbeiter.

Nach den gesetzlichen Bestimmungen darf bekanntlich die tägliche Arbeitszeit der at Fabriken und diesen gleich- aestcllten Betrieben beschäftigten weiblichen Arbeiter 11 Stunden, und an den Vortagen der Sonn- und Feiertage 10 Stunden nicht überschreiten. Wenn auch nun tatsächlich die Arbeitsdauer bei der größeren Hälfte aller Arbeiterinnen schon jetzt 10 stunden nicht übersteigt, mehr als 10 Stunden täglich waren 379 555 d. s. 46,6 Proz. aller weib­lichen Arbeiter, beschäftigt, so macht sich doch das all­gemeine Bestreben geltend, eine Maximalarbcitszeit von 10 Stunden täglich für die weibliche Arbeiterschaft gesetzlich festzulegen. Zu diesem Zweck haben die Gewerbeaufsichts­behörden im Auftrage des Reichskanzlers allgemeine Er­hebungen über die tägliche Arbeitszeit der Fabrikarbeite- rinnen an gestellt.

Die Resultate erstrecken firh auf insgesamt 813 560 weib­liche Arbeiter, von denen 74 623 Arbeiterinnen in 2716 be­rücksichtigten Betrieben auf die Tabakindustrie ent­fallen. Das sind 9,17 Proz. aller in Frage kommenden Arbeiterinnen. Im Gegensatz zu dieser verhältnismäßig geringen Anteilziffer der Tobakindustric beschäftigte die Textilindustrie beinahe die Hälfte, genau 44,2 Proz. aller weiblichen Arbeiter.

Die Feststellungen hinsichtlich der täglichen Arbeitsdauer ergaben, daß neun Stunden und weniger täglich 9253Tabak- arbeiterinnen in 411 Betrieben arbeiteten. Das sind 12,4 Prozent aller Tabakarbeitcrinnen und 15,1 Proz. aller be­rücksichtigten Tabakindustriebctriebe. Ueber 9 bis zu 10 Stunden waren 41207 weibliche Arbeiter (55,2 Proz.) in 1584 Betrieben (58,3 Proz.) beschäftigt. Ueber 10 Stunden endlich wurde von 24163 Arbeiterinnen in 761 Betrieben gearbeitet, das ist von 32,4 Proz. aller Tabakarbeiterinnen in 28 Proz. aller Tabakindustriebetriebe. Das ist im Ver­hältnis zur Gesamtheit eine günstige Ziffer, da von allen ermittelten Arbeiterinnen überhaupt 379 555, also 46,6 Proz., zu einer längeren als zehnstündigen Arbeitszeit avgehalten wurden.

Da die Tabakindustrie keine Saisonindustrie im eigent­lichen Sinne dieses Wortes ist, weil in geschäftsftauer Zeit aus Vorrat gearbeitet wird, so haben erhebliche Schwank­ungen der täglichen Arbeitsdauer in den einzelnen Jahres­zeiten nicht stättgcfundcn. Allerdings wurde die angegebene Arbeitszeit nicht immer und überall streng eingehalten,'da vielfach dort, wo nur Akkordarbeit eingcfübrt war, die Länge der täglichen Arbeitszeit dem Belieben der Arbeiterinnen anheimgestellt war.

Die Ermittelungen dehnten sich auch auf die den weib­lichen Arbeitern gewährte Mittagspause und auf den Zeit­punkt des Betriebsschluffes an den Vorabenden der Sonn- und Feiertage aus. Es wurde ermittelt, daß eine längere als einstündige Mittagspause in 47.3 Proz. aller Betriebe für 43.2 Proz. aller Arbeiterinnen eingeführt war. Die Erheb­ungen über den Schluß der Arbeit an den Vorabenden der Sonn- und Feiertage umfaßten allerdings nur etwa die Hälfte aller Betriebe und Arbeiterinnen. Davon schloffen vor 5Vz Uhr 3648 Betriebe mit 112 240 Arbeiterinnen, das sind 18.5 Proz. der berücksichtigten Betriebe und 26.5 Proz. der Arbeiterinnen.

Von Interesse dürste die Verteilung der Tabakindustrie­betriebe in örtlicher Hinsicht und das auf die einzelnen Be­zirke entfallende Verhältnis zwischen Betriebs- und Arbeiter­innenzahl sein. Da in der gesamten Tabakindustrie auf 2716 Betriebe, wie schon erwähnt, 74 623 weibliche Arbeiter ent­fallen, so kommen im Durchschnitt auf einen Betrieb 27.4 Arbeiterinnen. Weit hinaus darüber gehen die Durchschnitts- ziffern im Breslauer und Dresdener Bezirk. Im ersteren wurden 3562 Arbeiterinnen in 56 Betrieben ermittelt; es kamen somit auf einen Betrieb durchschnittlich 63.6 Ar­beiterinnen. Im Dresdener Bezirk bezifferte sich die Zahl der Arbeiterinnen auf .4062 in 67 Betrieben, somit im Durchschnitt pro Betrieb auf 60.6 Arbeiterinnen. Auf bei­nahe halber Höhe hielten sich die Durchschnittszahlen in der Nheinpfalz und im Gießener Bezirk. Im letzteren kamen 47 Tabakindustriebetriebe mit 1670 weiblichen Arbeitern in Betracht. Es entfielen also auf einen Betrieb durchschnittlich 35.5 Arbeiterinnen; in der Rheinpfalz dagegen 36.8 Ar­beiterinnen, da hier in 60 Betrieben 2212 weibliche Arbeiter beschäftigt wurden. Unter der Gesamtdurchschnittszahl stand die Ziffer im Chemnitzer Bezirk mit 21.1 Arbeiterinnen im Durchschnitt pro Betrieb; der Bezirk zählte nämlich 1265 weibliche Tabakarbeiter in 60 Betrieben. Im Bezirk Min­den i. W. war zwar die Arbeiterinnenzahl an sich eine ver­hältnismäßig hohe, nämlich 3490. Da diese sich aber auf 339 Betriebe verteilten, so entfielen im Durchschnitt auf einen Betrieb nur 10.3 Arbeiterinnen. Die kleinste Zahl von Tabakindustriebetrieben mit weiblichen Arbeitskräften wiesen die Bezirke Aue i. S., Nieder-Bayern und Reuß ä. L. auf.

MMsche Tagesschau.

Um die Börse.

R. Berlin, 4. Sept.

Nach den Erfahrungen, die die Regierung mit der Börsengesetznovelle im Parlament machte, wird sie die erneute Einbringung dieser Vorlage wohl kaum be­schleunigen, zumal im Hinblick auf die über alles Erwarten steigenden Einnahmen aus der Börsensteuer. Ist doch diese S-teiaerung bereits, von der börsengegnerischen Parteipresse

zum Anlaß genommen worden, jede Reform der Börsen­gesetzgebung im Sinne einer Milderung der bestehenden Bestimmungen nun erst recht abzulehnen. Dabei wird frei­lich übersehen, daß die Börfensteucr zu den schwankendsten Einnahmen im Reichsbudget gehört, weil vorzugsweise äußere Umstände den Umfang des Börsengeschäfts bestim­men. Im vorliegenden Fall hat zweifellos der russisch­japanische Krieg mit seinen Begleiterscheinungen und Neben­wirkungen die bedeutende Umsatzsteigerung herbeigesuhrt. Das Börsenbild kann sich bald und gründlich ändern, sodaß die erhoffte Einnahmeverdoppelung aus der Börsensteuer ftir das saufende Etotsialir zur Illusion wird.__________

Keneral Stoeffel.

In dem neuesten Hefte derZukunft" schreibt der amerikanische Journalist Edwin Emerson, der sich während der Belagerung von Port Arthur dort aufhielt, bis er vom General Stoeffel ausgewiesen wurde, u. a. folgendes:

Bald nach der Uebergabe kamen recht schlimme Berichte nach Rußland. Der Korrespondent derTimes", der Stoessels Auszug mit ansah, meldete, General Smirnow habe sich geweigert, mit Stoessel in demselben Eisenbahnwagen zu fahren oder seinem Vor­gesetzten auch nur zum Abschied die Hand zu reichen, als die russischen Offiziere von den Japanern nach Dalny gebracht wurden. General Nogi erwähnte in seinem offiziellen Rapport an den Mikado die Tatsache, daß Stoessel nur von 90 00 überleben­den Kombattanten gesprochen habe, während am Tor der eroberten Festung dann 28000 Mann die Waffen ab­lieferten. Staunend horten die Japaner diese einander wider­sprechenden Ziffern. Wie war es möglich, daß der Kommandant einer Festung sich über die Zahl seiner Mannschaft so gröblich irrte ? Hin und her wurde debattiert; und das Staunen wuchs noch, als Stoesiels offizieller Rapport bekannt wurde, in dem er dem Zaren meldete:Nur zehntausend Mann sind noch unter den Waffen und auch sie sind sämtlich krank."

Nach dem Fall der Festung besuchte ich den General Smirnow ift der Gefangenschaft. Dort, in Ragopa, sagte er mir:Ich habe gegen die Kapitulation protestiert. Mit dem letzten Torpedoboot, das, während schon über die Kapitulation verhandelt wurde, nii§ Port Arthur entfloh, sandte ich an General Kuropatkin meinen offizielle'i Protest gegen die vorschriftswidrige und un­gerechtfertigte Uebergabe der Festung. Sie war un­gerechtfertigt, da wir Lebensmittel und Vorrätegenug hatten, um noch drei oder vier Monate aushalten zu können. Außerdeni Munifioii und physisch fähige Mannschaft in solcher Menge, daß ivir mindestens noch drei große Sturmversuche ertragen konnten. (General Kondratenko war noch kurz vor seinem Tod, Mitte Dezember, überzeugt, daß wir für drei Monate gesichert seien, und sprach ent cf) zu Stoeffel in diesem Sinn. Ich war derselben Ansicht. Die Kapitulation war auch gegen die Dienst­vorschrift; ich war überhaupt nicht befragt noch zugezogen worden, trotzdem ich, als Stadtkommandant, für den inneren, be­festigten Rayon verantwortlich war, den ich aus eigenem Entschluß nicht aufgegeben hatte. Das erste Wort, das ich über die Kapitulation hörte, brachte auch schon die Nachricht, daß die Mannschaft in den äußeren Positionen die Waffe niederlege und mit den Japanern freundschaftlich verkehre. General Stoessel hatte die weiße Flagge hinausgeschickt, ohne uns mit einer Silbe davon zu verstänoigen; nur sein Stabschef, Oberst Reiß, und fein in­timster Freund, der General Gregorowitsch, wußten davon. Als ich die Tatsache erfuhr, waren die Bedingungen der Uebergabe bereits festgestellt und die wichtigsten Stellungen im Besitz der Japaner. Ich konnte nichts mehr tun. Es war zu spät. Daß Stoessel vor ein K r i e g s g e r i ch t gestellt werden müsse, habe ich nie bezweifelt. Nur weiß ich nicht, wie man ihn richten will, ohne mich als Zeugen oemommen zu haben. Mein letzter, in Eile von Tschifu an General Kuropatkin telegraphierter Bericht kann als Beweisstück schwerlich genügen. Meine Zeugenaussage föimte sich auf einige Hauptpunkte beschränken. General Stoessel hat in seinem Schlußrapport an den Zaren behauptet: Wir haben getan, was menschliche Kraft zu tun ermöglicht. Der ununterbrochene Kampf der letzten elf Monate hat unsere Widerstandskraft erschöpft. Fast unsere ganze Munition ist verbraucht. Nur wenige Leute blieben vom Skorbut verschont. Jetzt sind nur noch 10 000 Mann unter Waffen und auch sie sind sämtlich krank/ Keine dieser Be­hauptungen stimmt mit der Wahrheit überein. General Kondratenko, der beste Mann, den wir hatten, der ober leider zu früh ins Grab sank, fand nicht, daß wir schon alles getan hätten, was zu tun in unserer Macht lag, noch, daß unsere Widerstandskraft erschöpft sei. Sie selbst, der Sie dort waren, wissen, daß wir Nahrungsmittel und Munition in genügender Menge hatten. Die Behauptung, nur wenige Leute seien vom Skorbut verschont gewesen, ist geradezu albern. Alle sichtbaren Tatsachen sprachen dagegen. Wenn Stoessel wirklich glaubte, wir hätten nur noch 10 000 Mann unter den Waffen, muß er nicht zurechnungsfähig gewesen fein; jeder Stabs­offizier in Port Arthur wüßte besser Bescheid. Durch diese An­gabe hat er uns obendrein noch bei den Japanern und vor der zivilisierten Welt lächerlich gemacht. Eines Tages wird die ganze traurige Geschichte der Belagerung und des Falles von Port Arthur ja gründlich erforscht werden. Unser Kaiser und unser Volk haben ein'Recht, zu wiffen, wer für den verfrühten Fall der Festung verantwortlich zu machen ist. Wenn alle ihre Schuldigkeit taten, brauchte Port Arthur nie zu fallen."

Wie ein italienisches Blatt meldet, hat ein Kriegs­berichterstatter den General Stössel gerichtlich wegen Be­leidigung verklagt. Stössel hatte den Berichterstatter, der sich während der Belagerung in Port Arthur befand, in einer amtlichen Meldung als Spion bezeichnet. Man glaubt, daß bei diesem Prozeß die Verhältnisse während der Belagerung von Port Arthur zur Sprache gelangen werden.

Kus Stadt Md KM.

Gießen, 5. September.

Gießener Volksbad. Im August wurden 10170 Bäder verabreicht gegen 15753 im Juli 1905 und 10513 im August 1904 oder im Durchschnitt pro Tag 328 Bäder gegen 508 im Juli 1905 und 339 im August 1904. Der Besuch im einzelnen hat sich folgendermaßen verteilt:

Schwimmbad 4623 Männer, darunter 721 zu 10 Psg.,

1702 Frauen, 40110

Wannenbäder 1. Klasse 260 Männer, 157 Frauen,

2. 640 , 551

Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 132 Männer und 36 Frauen, Brausebäder 1689 Männer und 370 Frauen. Die Personenwage wurde von 320 Per­sonen benutzt und das Bad von 11 Personen besichtigt.

Für die Teilnahme der Kriegervex,eine der KriegerkameradschaftHassia" an der Kaiser­parade hat das Präsidium derHassia" besondere gedruckte

Anordnungen verteilen laffen. Danach ist u. a. folgendes z» beachten: Die Parade beginnt um 9 Uhr, das Paradefeld ist von Homburg l1/, Stunde, von Vilbel 1 Stunde ent­fernt, der letzte Sonderzug muß um 6,30 vorm. eingetroffen und 8.40 Uhr muß die Paradeaufstellung beendigt sein. Der Anzug ftir nicht Uniformsberechtigte ist: dunkler Anzug, dunkler Hut (nicht Zylinder), Orden, Ehren- zeichen, Vereins- und Verbandsabzeichen. Für die Teil­nehmer an der Parade erscheint eS dringend geboten, sich mit gehörigem Mundvorrat zu versehen, denn die Parade allein dauert 33V2 Stunden mit den beiden Vorbeimärschen und auf dem Paradeplatz gibts nichts, auch nicht in der Nähe. Kantinen sollen erst während der Parade in der Nähe des Bahnhofs in Homburg aufgestellt werden, sodaß nach der Rückkehr in Homburg für Speise und Trank gesorgt ist; dies will der ObertaunuSkreis übernehmen. Auf die Wirtshäuser ist nicht zu rechnen, denn die sind von dem übrigen Publikum alsbald besetzt. Vor der Parade wird in den Kantinen nichts verabreicht. ES dürste sich empfehlen, zur Instandsetzung be§ Anzuges auf dem Paradcplatze sich innerhalb der Vereine mit Kleiderbürsten zu versehen.

** Personalien der Ober-Po st direktion Darmstadt. In den Ruhestand traten: der Postdirektor M a r i z y in Mainz und die Postsekretäre H e y e r in Darm­stadt und Holzel in Hungen

Ein unverschämter Automobilistenstreich wird in derLandskrone" (Oppenheim) erzählt. Durch Geinsheim kam am Mittwoch abend ein Automobil ge­fahren. Der des Weges unkundige französische Jnsaffe war auf der Fahrt nach Frankfurt und fragte daher nach einigen Irrfahrten in dem Ort, wo der Weg Groß-GerauFrank­furt wäre. Ein Einwohner erbot sich, dem Autler ein Stück Weges zu weisen, was er mit einer Einladung zum Platz­nehmen annahm. Kaum hatte jedoch der Lenker des AutoS die letzten Häuser des Ortes im Rücken, als er seine Ma­schine davonsausen ließ. Alles Bitten und Strauben half nichts, immer weiter raste man gen Frankfurt. Erst kurz vor Frankfurt ließ sich der Autler erweichen und setzte den Reisegefährten auS, ihm einen Taler in die Hand drückend. Da kein Zug mehr heimwärts ging, mußte der Mann den nicht zu geringen Weg zu Fuß zurücklegen. Wohlbehalten kam er am Donnerstag früh gegen 5 Uhr an. Solche Streiche müssen die Automobilfahrer nur noch machen, damit ihnen die Sympathien des Publikums ganz verloren gehen.

** Der LandeSrechner-Verband für das Groß» Herzogtum Hessen hielt gestern vormittag imStorchs zu Frankfurt a. M. seine diesjährige Generalversammlung ab* Der Vorsitzende, Rendant W o l f s ch m i d t aus Schotten, war durch Krankheit in seiner Familie verhindert zu erscheinen. An seiner Stelle führte Delp aus Eberstadt den Vorsitz. Er verlas zunächst den Jahresbericht. Der Ausschuß des Verbandes ist im abgelaufenen Jahre durch je eine Eingabe beim Ministerium und der Stände­kammer wegen Regulierung der Gehälter, Pensionen und Witwen­versorgung der Gemeindeeinnehmer vorstellig geworden. Als Unterlage für die Eingaben diente ein Schreiben des Kreisamts Groß-Gerau an den Stadtrechner Pfaff in Gernsheim, in dem gesagt war, daß eine Regelung der Gehälter der Rechner de? Kreises vorläufig nicht erfolgen könne, weil die Regierung eine gesetzliche Regelung der Angelegenheit vorsehe. Das Ministerium hat auf die Eingabe am 25. Juli erwidert, daß die Wünsche der Rechner nochmals einer eingehenden Prüfung unterzogen werden sollen. Die Regierung hält eine Pensionsversorgung der Beamten der Landgemeinden für notwendig. Ein entsprechender Gesetzentwurf werde voraussichtlich dem nächsten Landtag zugehen. Tie Ver­sammlung nahm diese Mitteilungen mit lebhaftem Beifall auf. Die ausscheidenden Ausschußmitglieder Reining aus Nidda und W i n d s ch m i d t aus Kastel wurden einstimmig wiedergewählt. Tie Rechnungsablage erstattete im Auftrage des Kassierers Franz in Gedern Rechner Hebel aus Dieburg. Danach betrugen die Einnahmen 807,70 Mk., die Ausgaben 592,25 Mk. Zu Revisoren wurden die Herren L o r b a ch aus Lorsch und Schiel ans Heppenheim gewählt, lieber die Frage der Erhöhung der Ver­bandsbeiträge entspann sich eine längere Diskussion. Man beschloß schließlich, sie in der bisherigen Weise zu belasten, trotzdem der Kreisverband Heppenheim einen anderen Antrag gestellt hatte. Eine ganze Anzahl Verbandsmitglieder ist mit den Beiträgen im Rückstand, besonders in den Verbanden Alsfeld, Bensheim und Dieburg. Verschiedene Redner wünschten den Ausschluß dieser Rechner aus dem Verein, andere mahnten zu ruhigerem Vorgehen. Schließlich beschloß man, die Leiter der Kreisverbände zu bitten, daß sie auf die Einziehung der Beiträge mehr Gewicht legen als bisher, damit Rückstände vermieden werden. Die Versammlung beriet sodann den Antrag auf Bildung einer Kommission, die nochmals die Wünsche der Rechner dem Landtag vortragen soll. An der Debatte hierüber beteiligten sich Kredel aus Michelstadt, liebel aus Dieburg, Arnold aus Grüningen und der Vorsitzende. Schließlich rourben folgende Herren in die Kommission gewählt: Wolfschmidt (Schotten), Windschmidt (Kastel), Franz (Gedern), Arnold (Grünin­gen), Schiel (Heppenheim), Dreffel (Vilbel), Hebet (Dieburg), Müller (Gauodernheim) und Roos (Flenheim). Deputationen, die von den Kreisverbänden zu wählen sind, sollen den einzelnen Landtagsab- georbneten, Vortrag über die Wünsche der Gemeinderechner halten. Tie nächstjährige Generalversammlung findet wieder in Frank­furt statt.

** Ueber b i eGeognosie und Genesis des Eisen- und Manganerz-Vorkommens in der Lindener Mark bet Gießen" unterrichtet ein Aufsatz von dem dipl. Bergingenieur Richard Goebel in Nr. 1 der neuen, bet Friedrich Meißner in Frankfurt erscheinenden ZeitschriftDer Erz- Bergbau".

** Der scheidende Sommer. Das Laub der Lin» den und Kastanien welkt. Das Heidekraut hat seine Blumen- glöckchen geöffnet, und ztvar reicher als im vorigen Jahr, wo ihm die anhaltende Dürre den Trockenstempel fast bis zur Vernichtung aufgedrückt hatte. Sandfarbige Immor­tellen, gelbe Nacht- uub Königskerzen, lilafarbige Gras- und weiße Lichtnelken, blaue Glocken- rmd Flockenblumen herrschen in der Landschaft vor und stimmen herbstlich. Mit dem Wachsen ist es aus, nur Ausreisen findet noch statt. Störche und Kraniche ziehen fort; andere Vögel gingen ihnen bereits voraus. In den Spinngeweben leuchten Tautropfen in Regenbogenfarben. Wir kommen allmählich in die glänzende Zeit hinein. Dieimmerblühenden" Mo­natsröschen übertreffen sich zwar gegenseitig in Blüten­sülle, aber die Zecht, der Gartenrosen hat augenfällig