Pfsizie re sind verhaftet worden, ein vierter ist ins AuS- land gefluchtet. Dcr KmegSminister hat angeordnct, daß die kriegsgerichtlichen Verhandlungen in aller Oeffentllchkeit erfolgen sollen.
Paris, 29. Dez. Sir Thomas Barkley teilt tn einem Interview mit, daß er von den 7 0 deutschen Handels- kammern sehr befriedigende Antworten auf seine Anfrage erhalten habe, ob das Bestehen f reu n d na ch b a rl i ch e i Beziehungen zwischen Deutschland, Frankreich und England erstrebenswert sei. Besonders ausführlich waren die Antworten aus München, Breslau, Bielefeld, Leipzig und Bremen.
__ AuS Cannes sind beunruhigende Nachrichten über baS Befinden des Großfürsten Michael Nikolajewitsch von Nußland in Umlauf, der schwer leidend ist und ber Winter in der Riviera zubringt. Michael, der letzte lebende Sohn des Kaisers Nikolaus I., siebt im 74. Lebensjahre. E ist der Großvater der deutschen Kronprinzessin Cec ilie. Sein ältester Sohn. Großfürst Nikolaus Michailo- witsch, ist in Cannes eingetroffen, wo auch 'eine Tochter, die Großberzogin-Mutter Anastasia von Mecklenburg-Schwerin, sich aushält, deren Sohn, der Großherzog Friedrich Franz IV.. ebenfalls dieser Tage erwartet wird.
Budapest, 29. Tez. Seiten? der Opposition wird das (wenig glaubhafte) Gerücht verbreitet, daß dec Führer bei VolkSpartei, Graf Zichy, vor einiger Zeit in Berlin gewesen sei und dort vom Kaiser in Audienz empfangen worden sein soll. Der Kaiser soll folgendes zu ihm gesagt haben: „Ueberbringen Sie Seiner Majestät meine Grüße: er möge nicht nachgeben und namentlich betreffs der ungarischen Kom mand osprache an seiner Ansicht fest halt en.*
AuS Brody (Galizien) wird gemeldet, daß unter der dortigen Bevölkerung große Beunruhigung herrscht. In einem nur eine Meile von Brody entfernten Städtchen überfiel die »Schwarze Hundert* die Bewohner und plünderte ihr Hab und Gut. 7 Juden wurden von den Plünderern ernt o r b e t. Man befürchtet ein Umsichgreifen der Massakres
Aus Stadt and AauL.
Gießen, den 30. Dezember.
- .Dem Wahren, Edlen, Schönen*, der neue große Theaterroman der „Gieß. Fam.-Bl.*, wird in der ersten Nummer des neuen Jahrgangs unserer belletristischen Beilage am nächsten Mittwoch zu erscheinen beginnen. Es empfiehlt sich, Bestellungen auf den »Gieß. Anz.* rechtzeitig aufzugeben. — Abonnenten, die unfern neuen künstlerischen Wandkalender von Melchior Lech ter noch nicht erhalten haben, mögen sich bei den Ueberbringern der Zeitung melden.
♦* Personalien. S .K. H. der Großherzog haben den evangelischen Pfarrer Franz Stammler 51t Gundern- hausen auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom I. Februar 1906, m den Ruhestand versetzt. — Uebertragen wurde dem Schullehrer Karl Schmidt zu Höckersdorf, im Kreise Schotten, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Vaitshain, im Kreise Lauterbach; dem Schullehrer Otto Wilhelm zu Vaitshain die Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Höckersdorf. — S. K. H. der Großherzog haben den Bahnmeistern Ludw. Peter zu Gießen, Wilh. Balth. Stein zu Grünberg, Will). Friedr. Pfeiffer zu Burg- und Nieder-Ge- münben, ben Eisenbahnassistenten Friedr. Wilh. Ernst K 0 relt zu Dillenburg und Karl Wilh. Martin zu Frankfurt a. M. die unkündbare Anstellung verliehen. — Am 29. Dezember dieses Jahres wurde ben Lokomotivführern Ludw. Haas zu Hanau, Gg. Mich. Hock zu Hanau, Joh. Hch. Naumann zu Fulda, Ludw. Sert zu Hanau und Franz Ludw. Volz zu Schotten, dem Zugführer Ludw. Barnewald zu Friedberg und dem StellwerkSweichensteller Jos. Hendl er zu Fulda die unkündbare Anstellung verliehen.
- Für die notleidenden Deutschen in Rußland. Der Hilf-auSschuß, der sich in ben Weihnachtstagen wie in den meisten anderen deutschen Städten hier in Gießen gebildet hat, hatte für Donnerstag abend zu einer Versammlung in daS Cafe Ebel eingerabcn, die in Anbetracht des Zeitpunktes sehr gut besucht war. Nachdem der Vorsitzende, Professor Dr. Krüger, auf den Zweck der Versammlung hingewiesen und gebeten hatte, die Eindrücke deS heutigen Abends in weitere Kreise hinauSzutragen, ergriff Professor Dr. Haller daS Wort zu einem änßerst feffelnden Vortrag über die Lage derDeutschen in den Ostsee- prooinzen. Was dem r/'stüudigen Vortrag seinen besonderen Reiz verlieh, war der Umstand, daß dec Vortragende geborener Balte ist und Jahre hindurch selbst den Kämpfen unserer dortigen Landsleute zur Erhaltung ihres Deutschtums teilgenomnicn hat. Es handelt sich um, wie Dr. Haller ausführte, in Kurland, Estland und Livland um 300 000 Deutsche inmitten von etwa sechsmal so viel Letten und Esten. ES sind fast ausschließlich adelige Gcundherreu, Geistliche und Stadtbürger, während die Masse deS Landvolks und die 9lr» beiter nichtdeutschen Stammes sind. Seit 700 Jahren besteht dieser vorgeschobener Posten des Deutschtums, den zu erhalten als Brücke zum Osten für bas gesamte Deutschtum außerordentlich wichtig ist. Ursprünglich ein selbstständiger Bestandteil des deutschen Reiches, verfiel es später der Fremdherrschaft und war teils zusammen teils getrennt abwechselnd rnssischer, schwedischer und polnischer Besitz, bis es im 18. Jahrhundert cnbgiltig russisch wurde. In Frieden von 1721 erhielten die 3 Provinzen ihre Rechte und Freiheiten, vor allem ihr Deutschtum, auf ewige Zeiten zugesichcct, und mehrere europäische Mächte garantierten diese Freiheiten. Bis zur Mitte deS 19. Jahrhunderts blieben diese Rechte im wesentlichen unangetastet, und unter ber Herrschast ber Deutschen wurden die Ostseeprovinzen die blühendsten Gebiete Rußlands. An ihrem Deutschtum hielten die Balten unerschütterlich fest, ebenso wie sie ihren Pflichten als herrschende Klasse stets nachkamen, und in geistiger wie materieller Hinsicht blieben sie in enger Wechselbeziehung mit dem Tluttcr» lanb. Erst als die altslavische Partei in Rußland zur Herrschaft kam, namentlich unter Alexander III., wurde unter dem Bruch der beschworenen Verträge bas Land russifiziert und damit begann eine schreckliche Zeit. Die jetzige '^cvd» Mion ist nur eine Folgeerscheinung, mit Wissen und Willen der russischen Behörden wurde sie ms Leben gerufen. Man wollte durch die Esten und Letten zunächst die Deutschen
auScotten und dann glaubte man russischerseits mit ersteren ein leichtes Spiel zu haben. So ist es gekommen, daß bic Revolution tatsächlich jetzt gewonnenes Soiel hat, namentlich im Süden. Im Norden und in den Städten ist es zurzeit noch bester, aber auch hier wird binnen kurzer Zeit die 9ln- archie, Brand, Mord und Raub völlig siegreich sein. Den Deutschen bleibt für ben Augenblick nichts übrig als eilige Flucht, bis sie beim Eintritt ruhigerer Zeiten an den Wiederaufbau ihrer zerstörten Heimstätten gehen können. Ihnen in dieser Zeit nationaler BedränoniS beizustehen, ist eine heilige Pflicht^Attdeutschlonds und auch in dem Interesse des Deutschtums überhaupt gelegen, denn jener wichtige östliche Vorposten deutscher Kultur darf dem deiitschen Volke nicht oer- loren gehen. — Dem Bort rage folgte minutenlanger stürmischer Beifall und eine anregende Diskussion. Möge die durch diese eindringlichen Schilderungen der Notlage unserer deutschen Volksgenossen bei den Anwesenden geweckte Anteilnahme sieh in weiteren Kreisen in Stadt und Land verbreiten und vertieren und sich in entsprechenden Beisteuern zu dem nationalen LiebeSwerk äußern. — Eine ausführlichere Wiedergabe des Vortrages wird in der nächsten Wvcye in den „Gieß. Familienbl." erfolgen.
** Theater-Umbau. Zn 'ferer Angabe über die Kosten des Theater-flteubaueS wird uns von gut informierter reite bestätigt, daß die gesamten Kosten für das Thea 1 er ohne Grundstückswert etwa 600,000 Mk. betragen werden, 520,000 Mk. erfordert der eigentliche Bau einschließlich der Fundamente und ber inneren Einrichtung des Hauses, während ber Rest für die Bühnenausstattung erforderlich ist. Als nackte Baukosten, ohne Fundamentierung waren anfänglich 450,000 Mk. vorgesehen, dieser Posten hat sich allerdings wie vor auszusehen war, um 30,000 Mk. erhöht.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters Ta die Schülervorstellung am gestrigen Tage allgemeinen Beifall gefunden hat, hat sich die Direktion, um vielfachen Wünschen zu entsprechen, entfchlosten, während der Schulferien, und zwar am Mittwoch, den 3. Januar, noch eine zweite Schülervorstellung zu geben, deren Anfang ebenfalls auf nachmittags 5 Uhr festgesetzt wurde. Es ist zu dieser Schülervorstellung SeribeS historisches Lustspiel »Dae GlaS Wasser* gewählt worden. — Am 1. Januar 1906 gelangt als Fremdenvorstellung der beliebte Schwank „Pension Schöller* als Fremdenvorstellung zur Aufführung, während am Abend ,Alt-Heidelberg* mit Herrn Lüttjohann und Fräulein Schellenberg in ben Hauptrollen gegeben wird. — Am 2. Januar geht als neunte 9lbonnementsvorstettung zum ersten mal das heitere Volksstück »Der Groß kauf mann* in Szene. Die Verfasser von „Die Herren Söhne* haben mit dem „Großkaufmann' gewissermaßen ein Pendant zu dem obigen Werke geschaffen, das eine Menge heiterer und wirksamer Szenen hat.
• • Unsere Regimentsmusik konzertiert am Sylvester (31. Dezember) van 5 Uhr ab, am 1. Januar
ivvn 4 Uhr ab im „Neuen Saalbau*.
• • Promenadenkonzert findet morgen Sonntag um 11.30 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre zur Oper „Der Wildschütz" von Lortzing. 2. PenuS-Walzer von Lincke. 3. Fantasie aus „Carmen" von Bizet, 4. Der Rheinströmer, Armeemarsch Nr. 1 IV.
• • Warnung. Wir verfehlen nicht unsere geschätzten Leser darauf aufmerksam zu machen, daß sie beim Mieten eines Dienstboten von ber Gesindevermieterin nicht mir die Vorlage eines Dienstbuches, sondern auch einen polizeilichen Auszug über die seither innegehabten Stellen und Zeugniffe deS Dienstsuchenden verlangen können. Nur dadurch kann man sich vor Schaden hüten. Es ist in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, daß sich Personen vermieteten, die keine Papiere vorlegten und es sich später herausstellte, daß cs ihnen nur auf das Mietgeld ankam und sogar falsche Namen sich beigefegt hatten.
• • (Silberne Hochzeit feiern Sonntag, 31. Dezember, Gemüsehändler Jakob Ferber und Ehefrau, sowie am 1. Januar Installateur Konrad Hamel und Ehefrau.
"'Der Fahr beamten-Verein Gießen hielt am 26.d.M. seineWei hn achtsf eier bei gut besetztem Saale auf dem Lenz'schen Felsenkeller ab. Sie wurde durch eine kernige Ansprache vom Vorsitzenden eröffnet, darauf folgt eine Theateraufführung, das Leben deS Menschen von ber Wiege bis zum Grabe darstellend, die großen Beifall fand. Hieran schlossen sich komische Vorträge und bann Verlosung, den Schluß bildete ein Tanz, ber bis zum früher Morgen die Anwesenben bei fröhlichster Stimmung beisammen hielt.
** Unsere Preisrätsel in den Gießener Familienblättern finden unter den Leserinnen und Lesern oes Gieß. Anz. immer regere5 Interesse. Um unsere Anerkennuna für diese rege Betätigung zum Ausdruck zu bringen und um immer mehr zur Beteiligung an der schönen und unterhaltenden Beschäftigung bes Nätsellösens anzuregen, haben wir für das heute tn den Familienblättern erschienene Neujahrspreisrätsel außer drei wertvollen .Hauptpreisen — eine zweibändige illustr. Ausgabe von Schillers Werken, eine zwcibändiae illustr. Ausgabe von Goethes Werken (AuswalM uno ein illustr.Prachtwerk Deutschlands Wunderhorn — eine größere Anzahl weiterer Preise, bestehend aus Wandkarten des Großherzogtums Hessen vorgesehen, die unter den Einsendern richtiger Lösungen des Neujahrspreisrätsels zur Verteilung gelangen sollen. DaS Resultat wird seinerzeit in den „Familienblättern" bekannt gegeben werden.
* * In der ersten Hess. Kammer hat Frhr. v. Hehl eine Interpellation an die Negierung gerichtet, worin er um einen Bericht des Kunstrates über die Restaurationsarbeiten am Wormser Dom ersucht und die Regierung um Auskunft darüber bittet, ob sie noch tocitere Re- staürationsarbeiten nach Fertigstellung des Westchores notwendig hält. In letzterem Falle müsse erwogen werden, ob die Regierung weitere Beiträge des Staates in Aussicht stellen kann. Seitens mehrerer Mitglieder ist ferner der Antrag gestellt worden, in das Staatsbudget einen Betrag von 10000 Mark zum Zwecke der weiteren Ausbildung der Volksschullehrer durch Stipendien zu Reisen im In- und Auslände einzustellen. Ein weiterer Antrag verlangt die Abänderung deS WohnungS- fürforgeaesetzeS dahin, daß auch ohne Vermittlung der Gemeinden ben gemeinnützigen Bauvereinen, welche Rechtsfähigkeit erlangt haben, Darlehen aus der Landeskredit- kasse gewährt werden.
"Reiche Weihnachtsgeschenke übcnuicS auch dieses Jahr wieder der frühere Besitzer deS Gießener Berg
werks Ferm ie durch die Vermittelung seines hiesigen treterS Direktor Pascoe zahlreichen Wohltätigkeilsanfla'.tem u'w. in der Umgegend. So erhielten in Klein-Linde^ die Kleinkinbcrschule 100 Mk. und eine arme Witwe 40 M Auch die Kleinkinderschule in 2 ü tz e 11 i n d en erhielt 100 und eine BergmannSwitwe in Hörnsheim 40 Mk. ähnlicher Weife wurde die Kleinkinderschulc u-.-d eine Berg« mannSwittve in Dutenhofen bedacht. Ucber die reichem Zuwendungen in Gießen selbst wurde bereits berichtet.
** Sylvester- und NeuiahrSbrön-ll? in -7 5ct„ Hessen. Ein sinnreicher Svlvesierbrauch Ht in ruebw Orten Oberhessens noch bis heute erhalten. Es i't dies N-berreichrmg eines „NeujahrSgesebenkes" an die Obsile.nmc Ti« Geschenk besteht in einen'. Strohseil, welch 5 vm d u ArunI st<rnrn geschlungen wird. DaS Anbinden geil i'f’.t während d« ^"ittig-, Abend- oder Zweiuhrläutrns und wird von sprühen und Bitten imt eine gute Obsternte begleitet. 7-l>r>n hc i> S Läuten beginnt, stehen KUcbcn mit einer öerb v?(l Stwhseiln, bereit, bi das Aul in den nur wälncend deS §ä-?tens G'ltiM, b-t. Bis per ca. 30 Jahren war b'r Brauch r?<> allgemein ''blich und des Lauten dauerte d.iinalS besonders lang. ^.11 vielen Gegenden Oberhessens hat sich bis beme ber uralte Brauch erhalten, daß die Patenkinder statt an ‘EH^n^ten Cxn Aeuiahrstage besll«nkt werden. So gehen noch -ll■"'ne.ich <rr. Aeuiehrstage die Knaben und Madelon zu ihren Baten Pettern, Goten, ,,Gallen" oder „Teten" um rmefi bem . Guten Morgen irt neuen Jahre" ihr ,,Aeuiährcl>c" :,u empfangen TiefeS Geschenk besteht in rninchen Orten in einer mächtigen Trc’.et, e'nnn Pallentin. Kopftuch oder einem Ce'Mvtrage. In 'n u ->cn Orten werdm sog r sogenannte „Pett'rnwe'ke" g bnte» In den Städten und in der Wettern» findet die, Ucbmcicbuno der Patengesichenke an Weihnachten statt. — Roch ein ciien artig er Brauch hat sich bis heute im Vogelsberg erhilten: werden nämlich sogenannte „G e v a 11 e r n t a g e" obgehasten. Greinern solchen Tag' kommen die Paten und Goten einer Familie zusammen und bringen die Geschenke für die ans der Taust gehobenen kleinen Sprößlinge mit. in solcher ^G'N .tt'rnt^g wich d'nn zu einem rechten Familienfeste. Diese Sitte stammt r«f. an§ der einen christlichen Zeit, in der die Patenschaft eine host Bedeutung hatte.
•• Alsfeld, 30. Dez. Auch in unserer Stadt hat sich ein Hilfs auSschuß für die Unterstühung notleiben, der StammcSgenossen in Rußland gebildet, bet gestern in einem Aufruf die gesamte hiesige Bevölkerung um finanzielle Beihilfe anging.
te. Frankfurt a. M., 29. Dez. AuS Liebes. kummer erhängte sich hier daS auS Lauterbach m Oberheffen gebürtige 28 Jahre alte Dienstmädchen Adelhest Mai. — lieber daS Vermögen der falliten Baufirma Philipp Welter wurde der Konkurs verhängt. Tie Passiva betragen 336 887 Mk., die Aktiva 38 859 Mk. Tie Bücher der Firma sind nicht in Ordnung.
Frankfurt a. M., 29. Dez. Die Ermittelungen brr Kriminalpolizei wegen desUeberfalleS, der am Mitlwcch Abend auf b re i Damen in der Nähe be5 Oberforstbausi; erfolgte, hoben ergeben, daß die Tat sehr wahrscheinlich o?i einem Geistesgestörten verübt wurde, der vor einigen Tagen aus der hiesigen Irrenanstalt entsprungen ist. — Seit September wird eine junge Russin K a tharine Siemens aus Alexandrowsk am Dniepr, Süd -RuhlM, die im August hier eingetroffen war und in ber TaunuSslrost gewohnt hat, vermißt.
Homburg v. b. H., 29. Dez. Der Kaiser hat brr G anbrat unseres Kreises, v. Mert, als Geschenk ein Bilk zugehen kaffen, darstellend ben Moment nach ber Enthüllu^ des hiesigen Kaiser Wilhelm-DenkmalS, als ber Wlor.-ch gerabe ben Sanbrat mit einer Ansprache beehrte. DaS Bill trägt außer ber eigenhänbigen Unterschrift des kaiserliche Spenders noch die WidmungSworie: »Der belobt! Lanbrat.*
Kassel, 29. Dez. In ber Nacht zum DonnerSta; raubten Einbrecher aus ben oberen Räumen einer Ga>> wirtschaft in ber Fulbaga.ffe baS gesamte Barvermöqe» deS Wirtes im Betrage von 20,000 Mark in Wertpapiere!! unb Kaffenscheinen, außerbem eine Anzahl Cchmuch'achei. Der Kriminalpolizei ist eS gestern Abend gelungen, die br et Einbrecher, von denen ber eine erst vor kurzem aus ben Zuchthaus entlassen worben war, zu verhaften.^ Dc! Gelb würbe bis auf 800 Mk. bei ben Einbrechern gefunbet.
(Fr. G. Anz.)
Vermifcbtc»«
** Von der Koburger Prinzenehe. In Par ist am 29. b. Mts. eine Uebereinfunft zwischen bem Prmzn Philipp von Koburg unb der Prinzessin Luise unterfchric'o worben bank der Vermittelung des Königs Leopold. Ehescheidung wird ausgesprochen auS Gemüt- Unvereinbarkeit. Beide verzichten auf eine gegenseitig Anklage und verbrennen alle kompromittierenden Dokumen'-
Für die notleidenden Deutschen in Nußland
gingen ein:
‘ Bei Proll Haller: Prof. E. B. 20 Mk., Prof. I. H. 20, Fr, Prof. H. 20, E. unb M. Str. 10, H. Petri 10 Mk. . ,
Bei Prof. Krüger: Kommerzienrat O^eorgi 50 Mk., Proi.
B. 20, Prof. H. K. 40, Pröll G. K. 20, Jean Kirch 25, A. -t L Kirchenrat 9L 5, Geh. Schulrat N. 10, Prof. A. Seb. 20, Gy
Schulrat Sch. 10, Neaierungsrat Dr. W 10, Geh. Hofrat ~
20, Prof. W. S. 10, Prof. E. St..in T. 3, Gewerdeiuspeklor Ungenannt 10 Mk. B
Bei dem Bankhaus Aron Heichelheim: Konunerzlearat^
Heichelheim 100 P!k., Schrvester Leni Oopermaim 5, Gebemwl Batst 36, E. und S. K. 2, Geheimrat Prof. Dr. Vofsnis 20 Mk.
Bei bet GeschastSstelle des Gießener Anzeigers: ^nner»^ Krunnn 100 Mk., Lehrer Kurz, Treis a. b. Lda. 1, P. D. 5, Fr. 10, Oberstaatsanwalt Theobald 25, LandgerrchtSdwero 10 Mk. J
GerichiMall
(fc.) Frankfurt a. M., 29. Dez. Das Veitreibun^ bu'reau „Kr e d i tre so r rn" toerfenbet ihre Mahnzettel blutroten Kuverts, auf denen in großen Lettern zu lesen k Schulbetteintreidung. Ein auf diese Weise Gemahnter vertagte InH«.ber dcS Bureaus wegen Beleidigung. Das htrv Schöffengericht gab bem Klageanträge statt und erraru auf 20 MarkGelb strafe. ---
Dresden, 29. Dez. DaS Landgericht verurteute die des Dresdener VinzenziuS K'inder-WaisenhaufeS, _ schwestcr Lätitia wegen gefährlicher M ö r b e r p letzung eines Kindes zu 100 Mark Geldstrafe t* 10 Tagen Gefängnis. «,
(rr.) Frankenthal, 29. Dez. Im W e i n so lsAun t», Prozeß e a r 10 r 1 u 5 beantragte ber Staatsanw,>- nach fünfstündigem Plaidoyer, in dem er die Anklage auf versclmitt fallen ließ, bm Angeklagten für schuldig »n ertlliev und ihn unter Berüäsiclttignng aller Umstände in eine ® ej a [f nisstrase von drei Monaten Und eine 3000 Mark zu verurteilen. Morgen findet ba5 Placdoner dcr x
1 teibigerfl statt. Auch ist daS Urteil morgen zu erwartc»


