Ausgabe 
4.3.1905 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

MWMS

Eine

Za haben in Apothekenn.Drogerien. Broschüre gratis a. franko von Bauer & Cie., Berlin SW. 48.

Quelle der Kraft für Alle die sich matt und elend fühlen, nervös und energielos sind, ist

Sanatogen.

Von mehr als 2000 Aerzten aller Kulturländer glänzend begutachtet.

K K

/f- &

il

Krod'

1000 jriioi paar fcaor netto

hiesige Tichterm einveiiianöen, die uns sollendes

Poern

idjenlt;

Ter

P. W.

verspricht.

sinnigem Ernst (statt zu häusigem i5ächctn) zu Gute ge­kommen. Ein wenig Koketterie steht ja Frl. Ehr. ganz gut, aber die Hilda Ramberg kennt bic Gefallsucht kaum, beson­ders nicht vor ihrem Skizzenbuche. Mußte übrigens ihr Geburtstags-Kunstwerk, das emes Ausstellungspreises (11) wert ist, gar so en miniature sein? Immerhin besitzen wir in Frl. Ehr. eine nut einer Reihe vorteilhafter Mittel aus- gcstattete, künstlerisch ganz erfreulich veranlagte Darstellerin, die bei ernstem Studium recht Tüchtiges uns darzubieten

Fort mit de Schnake!

Nu nix wie druff, uff des Geschinaas, Ufi Schnute uh ujj Miete, Touui mer in der Souunerschzeit Im 'ItialO sich kann eiquicte.

Dtei Ahler schilll: kaa Salmiak, Kaa Luvatsraach ll)al baue Un schütze vor de Schnaieichtich Sei Viou5 neu uu sei Plaue.

Se schteche durch des schwerste Klaad Uff Miete un ufs Bnie,

Lorch 0(1)1111110 un nach bord) Unnerröck, Tora) Schleier un durch Btu|e.

Besunnersch in de warme Stächt' Gobs Schliche un auch Beute Bei alle tul)Ucbiicuße ireui*, Bei Gaase, Kuh' unu Gaule.

Drum brotzelt alle Löcher au§, In die se sich verkröche, Lomit im Sonimer un un Herbst Kaa Plenjch uiehr werd' verschiodze.

Un wann am Abend bann im Sumpf

ZUuvcistläts-Nachrichten.

Göttingen, 2. März. Eme Versammlung dec Stubierenben derAtedizin beschloß zwecks Befreiung von der Ab- tegiing des praktischen Jahres einen Protest an den Reichskanzler und den Reichstag zu richten.

Aus Statt unö Kanö.

Gießen, 4. März 1905.

- Sitzung de§ Provinzial.Ausschusses. Am Mittwoch, dem 8. d. Dtts., vormittags 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Provinzial-AuSschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: Enteignung für das Hauptsiel und die Kläranlagen der Stadt Gießen, hier die Entschädigung betreffend.

Personalien. Uebertragen wurde dem Schulamts- aspiranten Braun aus Altenglan (Pfalz) die Lehrerstelle zu Groß-Hausen, Kreis Bensheim. In den Ruhestand ver­setzt wurden der Zugführer in der Hess.-Preuß. Eisenbahn- gemeinschaft, Nußbaum zu Mainz, der Weichensteller in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft Bubach zu Gonsen­heim, der Bahnwärter in der Hess.-Preuß. Elfenbahngemein- schäft, Ackermann zu Ober-Ramsladt, und der Bahnwärter­in der Hess.-Preuß. Elsenbahngemeinschast, Rauch zu Besiungen.

Oeffentliche Lesehalle. Im Februar wurden 2684 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 1220, Zeitschriften 563, Iugendschristen 388, Veisdichtungen 66, Lltteralurgeichichte 20, Länder- und Völkerkunde 47, Kulturgeschichte 27, Geschichte und Bio­graphien 114, Kunstgeschichte 13, Naturwissenschaft und Technologie 119, Seewesen 18, Hauswirtschaft 2, Gesund­heitslehre 16, Religion und Philosophie 21, Staatswissen» schäft 7, Sprachwissenschaft 10, Fremdsprachliches 33 Bände. Nach auswärts kamen 168 Bände.

M Das Promenadenkonzert fällt morgen, Sonn- kag aus.

Kun st verein. Die Kollektion von F. Lange- Dedekam-Berlin ist morgen, Sonntag, zum letzten male hier ausgestellt. Von Montag an bleibt die Ausstellung

gestalten, so wird c8 noch 40 Tage anhalten. Heilerer März erfreuet des Landmanns Herz. Märzenstaub bringt Gras und Laub. Märzengrün und Weibersinn sind im Handumdrehen hin. Auf Sankt Benedikt-Tag (21.) man Gerste und Erbsen säen mag. Märzenschnee tut Bäumen und Saaten weh. Trockner März und feuchter April ist des Landmanns Wunsch und Will. Sind die Reben um Georgi (24.) noch blind, so soll sich freuen Mann, Weib und Kind.

!? Gedern, 3. März. Heute morgen ereignete sich in der gestrigen Wollspinnerei ein schwerer Unglücksfall. Der 16jährige Arbeiter Ludwig Becker geriet mit einem Arm in die Maschine, so daß dieser fast vollständig zerfetzt wurde. Er mußte sofort nach Gießen in die Klinik gebracht werben. Die Wucht war so stark, daß die Teile der Maschine auseinander flogen und ein Maschinenschaden von 400500 Mk. eninanben ist. Die Ursachen des Unglücks- falls sind bisher unbefanht.

a. Marburg, 3. März. In der gestrigen Versammlung des nationalliberalen Vereins, in der Medizmalrat Prof. Tr. Tuczek ernen Inständigen Vortrag über moderne Fürsorge für Geisteskranke hielt, wurde unter Geschäftlichem zunächu der Veränderungen im Vorstände gedacht. Professor Lr. Aichoff, der den Vorsitz übernimmt, führt sich damit cm, daß er eine vom Vorstände beschlossene, an den Zentral- Vorstand dec nationalltberalen Partei zu sendende Resolution verlas:

Ter unterzeichnete nationalliberale Verein zu Marburg unter» breitet dem ^enuaiuorfiaub der Partei die dringende Bille, bei der demnächst un Laiidiage fiatifiiibciiben Verhandlung über btt von der Regierung vorzulegende Bergarbeiiergefetz-illovelle im Juteresie der iricdtichen Regelung der zivifchen Aibeugebern und Arbeitnehmern bestehenden Sireiliragen mit Flachdruck daiur eür- zuircien, daß die Lrgamsalionsireiheil der Arbeiter getvahrt und die Anertenlmng der Arbeiterorganisation den Arbeitgebern zur Pflicht gemacht wird. ,

Märkte.

Gieße«, 4. Marz. Martibericht. Auf heutigem Wockenmart kosteien: Butter pr. Pw. 0.951.05 Alk^ Hühnereier 1 St. 7-8 Big. 2 Sick. 1500 Pfg., Gänjeeier 0000 Pfg., Enteneier 70 Pig., Käse pr. Sick. 68 Ps., Käjemalle2Sick. 56 Psg. Erbsen pr.tUier 21P|g^ Linien pr. Liter32 Psg., Tauben pr.PaarO,80- 0,90Alk., Hühiier pr.St. 1 uu1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Alk., Enten pr. Stück IM2,20 Alk., Gänse pr. Pid.5565 Pfg., Lchsenfleisch pr. Pstuid 7080 Psg., Kuh. und Rindfleisch pr. Ptiuib 6268 Psg., Schweine­fleisch pr. Pfund 6072 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psunb 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 7074 Psg., pammelfleisch pr. Psunb 5074 Pig. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00-6,50 Alk., Ziviebeln pr. Ztr 8 0010,00 Alt., Alilch per Xlüer 18 Psg., Aepiel per Zemnec 0 bis 0 Alk., in Körben 0000 Pig. Nüsse 100 St. 00-00 Psg. Zweijchen per Zentner 0.00- 0.00 Alk. Birnen per Zentner 6 bis 0.00 Alk. Weißkraut 0.100.15. Alarktzeit 82 Uhr.

lc. Frankfurt a. Al., 3. März. Heu- und S t r o ist markt. Heu kostete heute Alt. 3.U0 3.40, Stroh Alk. 2.00 dis 'Ulf. 2.10. Lilles per 50 Kilo. Tendenz: flau.

Stadt, die im Begriff steht, ihr Straßenbild zu erneuern und ihr Gebiet mit einem Kaualnetz überziehen zu lassen, so wenig einladend, daß man klugerweise günstigere Zeiten abwarten mußte, Fremden unsere Siadt cns ein Tusrulum zu empfehlen. Dennoch hat der Vorstand eine eifrige Tätigkeit entfalten können: 7 Vorstands) itzungen u -----

wegen Wechsels der Gemälde vier Tage geschloßen.

** Der Gießener Verkeyrs-Verein hült gestern feine satzungsgemäße Iahresverjammlung ab. Ter Vorsitzende, Herr W. Hornberger, erstattete Bericht über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre. Ter Verein ist, so wurde berichtet, wenig in die breite Oeffent- lichkeit getreten und hat vermieden, nach außen hin mit Entfaltung eines großen Programms zu glänzen. Mit voller Absichtlichkeiir und aus wohlerwogenen Gründen! Ist doch zurzeit das äußere Gewand unserer Stadt, wie jeder

Paris, 3. März. In der Kammer wurde die Beratung des Heeresbudgets wieder angenommen. Em Abgeordneter fteltt den Autraa den Lriegsminifter zu erfuajen, em Jiao- fahrer-Batakllon aufzustellen 4« Äe-xierungsvertteter antwortet, daß fünf Ävmvngnien Radsabrcr bc.tandm, dw wach zweijährigen Versück^n, die dargetan hatten, daß die KamM- äbteilungcn der Radfahrer nur vor^Truppen und em-ttn v tvandt werden dürsten, errichtet wurden. Tieft fünf Kompagnien tonten to tat lebten Manüvern nicht «lS Ä-tatllon verwandt toeti>eu. Ter Redner stellt fchli-Aick test, baß b« Radierer m TrulfMani», Italien und, Belgien in Konipagnien und nicht in Bataillonen organifiert feien. Ter KriegSmiNlstcr erklärt flch §reit in den nächsten groben Manovern einen neuen Bcrfuch wr-chen ju lasten. Ter Antrag rourbe genehmigt

9iom, 3. Mär». Infolge Mälif6xc Bcabnahmen ist die Zifenbahner-Obstruktion auf dem Bahnbofe ui Rom totiMlid) beendet. Tie Verdatung von Zügen, die von an- bereit Städten kommen, wird geringer.

Wien, 3. März, tzn der heutigen ffammeififeung Kandt en sich die Sozialilten mit heftigen Z.i>na>enrnfen gegen bS Zentrumsmitglied Abt Treuinfels, der in der Kutte mU etaem großen Kreuze an der Brust, erschien Perners oyer rüst wiederholt' B a a l s p f a f f e", Rieger rust:Reisjt ihm das Kreuz herab!", ©eig: ,.J« Zeichen des Kreuzes ichandet - r d ° s C h r i st e n t u m!" (Großer L a r m. Zu neuerlichen Sturmizenen führt eine Anftage des chnftitchfozialen Gedmann wegen lltichtenechung des Wortes. Me Sozialisten, Alldeutschen und die Bolkspartei höhnen. Gegmann der, über Formverlehung klagt, und verwesten auf die Art, und Weste des ^orgehens der Christlichfozialen im niederolereichstcheii Landtag Wol, und G.ell- mann geraten in ein D a n dg e m e n g c. Mehrere Christlich- sozial- stürmen di - Prüf i d e n t e n t r i b ü n e und schlagen mir der Faust auf den Plag des Pra, identen.

von der Luhne verstehen. Sre muchden verlegene Ge­sichter, znrtten die Achseln, fanden dies ganz nett und enes ganz hübsch, aber der Effekt toar: laueste Stimm, unfl. Tann ging das Stüek an die Theater, iv-a hagelten die Wsagen. Die Einen sanden schone Worte, die An- deren kühle: Resultat: Fal-en der Stimmung unter Null. Cadelburg sluchte und dachte bereits an die verniclMnde Flamme und an den Weg aller Makulatur, bis ihir am Erössnungsabend des neuen «ustspielhauses desfen ^i- rekwr Dr. Zickel belscite nahm und ihn fragte, ob er denn gar nichtsaus Lager" habe. Jawohl, antwortete Kadelburg, aber. . . Tr. Jicket hatte sur drcs Aber fern Obr- ihm gesiel das Stück, das in langer Probenreche nctch' riesigen Kürzungen, llmstellung-eir, Äcndcrungcn und kühnen Lperationen aller Art einsrudiert wurde und am Premiercnabeich einen sogenannten Bombenerfolg sand, der sich in allen solgeiiden Lorchel ungen lmeder- bolte Nun frage ich die kundigsten Thebaner: gibt eS noch eine Verläßlichkeit in cheatralisch-n -rangen? yat her alte Laube (oder Jssland oder wer es war), nicht wrrk- lick reckt? Die Bühnen, die zuerst Nein gesagt, waren di- ersten, die jetzt nach demFamilientag" schrreeni eS wurde ein voÜer Chor. Daß üdrrgens dieser Falt nicht einzig seechteht in der neueren Tl)eckergeschickche ,st Eingewcilsteren bekaniit. Stücke wieDre Kmdcr der E^ellenz"Tas Ewig-Weibliche", Alt-^ckelberg" sind mls einem Theaterbureau in das andere gewandert, ehe

zur Mfchhrung kamen.Beim Theater kommt alles

^A^uS Frankfurt wird unS geschrieben:

^ium Beiden tx.5 Pensionsfonbs bet Zerciingl.en c_,.abt^ theater sand am Donnerstag abend die erste nick wohl Pin finite Anffülwunck vvn r q n 11 u t t in d c r 0 rün - 7ffnzei^ von L Döring statt. Der farblose Titel und die sozusagen a!S captatio benevolentiae dienende be- scheidene Eya^at.s.erisie-runb bev Vinckes ccksJatbilb W>eck- ren nicht beengeipannic Erwartungen. SJuiu tonnte oal)ex auch kerne grope Enttäuschung erleoen. Tie EreigNiffe des Zahres 1702: die Ueberrnmpelung ^ant-furiS dlilü) Hoii- macd, die. Suche nach französischen Eniigraitten uno tzessl- icijcn äperbeosiczieren, dw vocisoeglncienchn Proilamatwuen per Franzosen, ihre Verlreivung durch die He>>en, unter Mitwirkung FranisuNer Handwerker geben Veranlass

w einigen bunten Szeiren, in bereit Alittelpuntt die Fran Rat Goethe steht, die in ihrer, dem großen Sohne nber- kommenenFrohnattttt', ihrer Schlagserttgkett und ent­kräft Franzosen und schlechten Deutschen kräftig die Wahr-, beit sagt uno als gütiger Genius zweier Liebespaare tätig ist. Frl. B o ch stellte die Mutter des größten Frankfurters, ganz glaubhaft dar. Ms ehrsanrer.Schmiedemeister, anfangs widerstrebender, zuletzt überwundener Vater und Schwieger­vater, bot Syrer Diegelmann eine prächtige Leistung,. Tas zweite Liebespaar aus patrizischen Kreisen, das ein Stückchen dramatischen Interesses erweckte, fand in Frl. Harnijchfeger und Herrn Fricke weniger gewandte Darsteller. Das stark lokalpanriotisch ausgejärdle Stück sand jreundriche lAufnahme, sodaß die Verfasserin (ein uraltes Dämchen, von dem sich böse Menschen erzählten^ daß es 12 Jahre lang den Intendanten mit ihrem Stücke gequält und ihm schließlich mit Selbsmwrd im Mainftrom, gedroht habe, bis der Gute ihrem Wunsche nüllsahrte) mehr­fach dankend auf der Bühne erscheinen Eomitc. q u c r

Meister der Farbe IL 2. Lieferung. (LeipziL E. A. Seemann.) Abonnementspreis 2 Mk.;

Deutsche, Entgländer und Franzosen sinden wir m dews soeben veröffentlichten zweiten Hefte der oriyenellen neiwit KunstzcitjchristMetsier der Farbe vorgefuhrt. Ein Präch­tiges Aquarell von A. Ludw. Richter und eine Landschaft, von Ernst Liebermann sind kerndeutsche Leistungen; fran­zösischer Eiprit blitzt aus den beiden Arbeiten von Eng. Bomont (Federball spielende Kinder) und von Ll. Zellcroche (eine Zofe am Teetisch); England ist durch züvei talentvolle^ Aquarellisten vertreren. Das eine von Charles Tixon ^igt1 die Themse bei Greenwich und sieht einem Originalaquarell! zum Verwechseln ähnlich; das andere von Peter Leslie, zeigt eine anmutige Lady in veilchenblauem Gewnnd, be­müht, Lavendelblnren zu pslücken. Der junge Künstler Peter- LeSlie gehört einer englischen Malersamitte an. Den Re­produktionen ist je ein kurzer biograpyijcher Text beige­geben. Das Heft enthält aber außerdem noch in einet besonderen Texcdeilage Aufsätze über Anselm Feuerbach, und Gottfried Schadotv, sowie Kunslnotizen. Die Verlags­buchhandlung von E. A. Seemann in Leipzig hat nut dieser llmgcstaltung eines interessanten Unternehmens in eine originelle Kunstzeitjchrift eine glückliäjie Jnttüttive ergtijjen,

Fedor von Zobeltitz hat jüngst das Wort er­griffen, um sich über seine verwandtschaftlichen Bezieh­ungen zumFamilienlaß" vernehmen zu lassen. 3)n. einem Hamburger Blatte erzählt er:

Vor Jahresftift hatce ich das unwiderstehliche Be­dürfnis, in die ode Trauer der Bühnenbiteratllr ein fröh­liches Gelächter %u. setzen, und wagemutig verband ich mich zit diesem Zwecke mit einem, der die Kunst, in der Lristheit des Daseins von Zeit zu Zeit ein wohltätiges Lachen auszulösen, sozusagen in Erbpacht hat: mit Gustav Kadelburg. Aber wie es Fuweilen so kommt, wenn man fich vornimmt, sich einmal nach Herzenslust zu amüsieren: es gelang mir nicht, aus dem Walde heraus zu lachen, hne er hinein lachte. Ich kam nicht in Stimmung, ich wurde nicht lustig; ich wurde im Gegenteil immer ernst­hafter l-*nd schließlich mißmutig und trat endlich vom Scyauplatze ab, unfern embryonischen Frohsmn, der sich inzwischen zu einem endlosen Dreiakter entwickelt, nach fteundschastticher und loyaler lieber ein Tun $i Kadelburg überlassend, bamit er nach emenem Gutdünken dem Kinde zum Buhrlenleben verhülfe. Kewissenhast hat er die ersten oreißig Abzüge des Manuskripts noch mit beiden Namen gezeichnet und in die Walt geschickt. Dagegen fträubte ich ürich und erklärte peremptorisch:So soll es nicht sein, so kann eS nicht sein; nimm dir dein ehrliches Kind und- gib ihm deinen ehrlichen Namen; du hast bir deinen Lateriwlz redlich verdient." Aber manches Komische folgte noch- der alte Laube (oder war es Ffflano ober ein oberer) hatte recht, wenn er meinte:xieim Theater fnmmt alles anders." Tas Druamnnu,irtpl wauoene zunächst in die Hände verschiedener Freunve. die euvnS

Bergmegi d»e,Frö|che quake, Tann lüime finge alle Xfeui: Tie Schiabi iS U*ei von Schnake!

** Bauernregeln vom Nlärz. Weht der März­staub über die Saaten, wird Korn und Wein gewiß geraten. Ist Kunigunde (3) tränenschwer, dann bleibet ost die Scheuer leer. Auf Dlärzendonner folgt fruchtbar Jahr, viel Frost und Regen bringt Gefahr. So viel Fröste im März, so viele im Mai. Säest Du im März zu früh, ist eS oft vergcbne Müh'. Ist Gertrud (13.) sonnig, so wird dem Gärtner wonnig. Was der März nicht will, das nnb*biete t)olt sich der April. Wie die 40 Ritter (9.) das Wetter

engere Sitzungen wurden abgehalten. In den Fragen des Omnibus-Verkehrs unb der Vieh markte griff er ein. und eine rege Auskunfterteilung über die Stadt in­folge ergangener Anfragen beschäftigte ihn and-auernd. Der seinerzeit beschlossene Führer, der in 10000 Exemplaren Verbreitung finden soll, liegt druckfertig vor; er ist reich mit Bildern geschmückt und zeigt unsere Stadt und ihre Um­gebung von der besten Seite. Auch der Führer konnte vorher nicht zur Ausgabe gelangen, bevor die Theaterfrage nicht eine Erledigung sand. Tiefe Frage ist für die Beur­teilung ruinserer Stadt seitens Fremder von so großer Trag­weite, daß das Abwarten der Entscheidung über sie durch­aus berechtigt erscheint. Sobald der Bahnhöf fertiggestellt jein wird, plant der Verein einen Stadtplan in großen Ab­messungen dort anzubringen. Weiter wurde der Wunsch ausgedrückt, daß das Publikum sich gewöhnen möge, in den belebten Straßen au Stunden, wo der Verkehr oft riesig anwächst, auf den Bürgersteigen ste ts r e ch ts zu g e h e n. In den Fastnachts tagen z. B. würde das sehr wohl­tuend wirken. Ter Anschluß an den Bund hessischer Ver­kehrs-Vereine, der sich hoher Protektion in großem Maße z»u erfreuen Hut, wurde beschlossen; der Anichluß an den oentscyen Bund der Verkel>rs-Vereme, der ebenfalls viele Vorteile, sogar den einzelnen Mitgliedern, bieten dürfte, |oll nach der im Mai in Darm,iadt stattfindenben Haupt­versammlung in Erwngung gezogen werden. Ter r-iecyner, Herr Röhr, eijtaiteie btn Kaftendericht; ihm wurde nach der Prüfung der Belege Etitlajtung erteilt. Ter Verein hat ca. 2<o Mitglieder unö ein Vermögen von rund r<UU Mk. Für 190j steht ein Zugang von weiteren UUU Mk. in Aussicht. Schließlich wurde Der seitherige Vor­stand, bestehend aus den Herren Hornberger, Röhr, H e l m, B a l j e r, E. B e r g, T h. Br u ä, Eu r s ch m a n n, Haubach, Kirch, Schwalm, von neuem gewählt und Herr Kindt an Stelle eines ausgeschiedenen Mitgliedes yinzugewahlt. Maig auch, so teilt man uns mit, die Tätig­ten des Verkehrs-Vereins manchem nicht weitgehend genug erscheinen, er arbeitet zielbewußt und nach wohlerwogenen Grmidsatzen. Sehr bald wird seine segensreiche Tätigkeit für unsere Stadt sich bemerkbar machen. Es sollte Ehren­sache jedes Gießeners jein, ihm beamteten.

** Unser Vorgehen gegen die Schnaken scheint auch die Bürgermeisterei in Worms veranlaßt zu haben, tn den Kampf gegen die lästigen Jnsetten einzutreten. Sie er­läßt nämlich eme Bekannunachung, worin die Einivohner gebeten werden, ihre Keller 2u »gehörig auszuschwefeln", i'iit den bei uns angeordneten Mauregeln ist auch eine