Ausgabe 
28.12.1905 Zweites Blatt
 
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Mchk tüernger 150 Mltiorlen Rubel dieser Schcchschchine sind von bem deutschen Konsortium übernommen. Tas Problem der Rückzahlung ist auf die einfache Weise gelöst, womit sogenannteKavallerrewechsel" behandelt werden, deren Einlösung am Verfalltage auS diesem und jenem Grunde, hauptsächlich aber aus Mangel an flüssigen Mitteln, nicht tunlich ist. Solche Wechsel werden guten Kunden, die früher oder später menschlichen: Ermessen nach noch einmal zahlen, prolongiert. Und so hat sich die russische Regierung Die Schahscyeine prolongieren lassen. Aber das ging, wie in allen solchen Fällen, nicht ohne Opfer: die russ. Staatsbank ist gehalten, die Schatzscheine jederzeit auszuzahlen, wenn die Inhaber es verlangen, und zwar in Goldmünzen auszuzahlen. Im Hintergründe dieses Zu­geständnisses an die Gläubiger steht die stille Erwartung, das; die Auszahlung nicht in größerem Umfange verlangt wird. Dock) das ist Sorge der Zukunft . Für jetzt ist wieder einmal die russische Finanzverwaltung von der ärgsten Sorge befreit, ja sie hat sogar noch neues Geld heran- aeholt, eine bewundernswerte Leistung, wenn man die Zustände in Rußland bedenkt. Nochmals sind 50 Millio- -n en Rubel durch daS Bankhaus Mendelssohn u. Eie. in Berlin untergebracht worden, und außerdem ist Rußland selbst mit der Ausgabe von 200 Millionen Rubel Jnlandsschatzscheincn bedacht worden.

Jetzt klärt es sich auf, welche Bewandtnis es mit den mysteriösen Goldbarren-Sendungen nach Berlin hat. Es gingen darüber allerlei Vermutungen um. So sagte man sich, ob nicht die russischen Machthaber für alle Fälle be­deutende Summen in einen geschützten .Hafen bringen wollten. TasVerl. Tagebl." zieht nun folgenden, unseres Erachtens zutreffenden Schluß:Möglicherweise soll dieses Gold als Sicherheit dafür dienen, daß die Schatzscheine ^mch wirklich jederzeit von der Staatsbank ausgenommen werden". Tas wäre also eine Verpfändung in aller Form. Ein etwas ungewähnlicher Akt von einer Groß­mackit; immerhin gereicht es zu einer gewissen Beruhig­ung, daß mindestens bei diesem Geschäft sich die deutschen Gläubiger vor unliebsamen Ueberraschungen zu schützen gewußt haben.

Nüchtern betrachtet: ein Loch wird auf gerissen, um ein anderes zuzustopfen. Tie russische Staats­bank hat für die neue Transaktion aufzukommen, und mit Recht wird die Frage aufgeworfen, in welchem Umfange augenblicklich schon die ruft. Negierung Schuldnerin der Staatsbank sei? Wir möchten hinzufügen: in welchem Um­fange sich neuerdings die russische Negierung England gegenüber verpflichtet hat? Denn die Bemühungen der englischen Tiplomatie, engeren Anschluß in Petersburg sAU gewinnen, sollen, wie es heißt, sehr dadurch unterstützt worden sein, daß stille Vorschüsse aus englischen Mit­teln geleistet wurden. Tie große russische Ausländsanleihe von einer Milliarde Francs ist ja nur vertagt bis zu einem günstigeren Zeitpunkt. Noch etliche Siege über dre Revo- lutionäre, und sie wird wieder auftauchen.

Wie dieNowojc Wremja" mitteilt, weist der Voranschlag des Staatsbudgets für 1906 im Ordinarium ein Plus von 10 Millionen Rubel auf. Für durch den Krieg entstandene Kosten find im Extraordinavium über 390 Mill. Rubel eingestellt.

Aus Stadt uud Land.

Gießen, den 28. Dezember 1905.

Man lese den Giessener Anzeiger

die größte und verbreitetste Zeitung in Oberhessen.

Mit Beginn bcS neuen Jahres bringen mir in den Familienblättern desGieß. Anz." den interessanten Groß- stadtroman:Dem Wahren, Edlen, Schönen" von Feodor v. Zabeltitz. Eine kurze Besprechung dieses RomanS findet man an einer anderen Stelle des heutigen Blattes.

Bestellungen für daS neue Vierteljahr werden bei allen Postanstalten, Zweigstellen, von den Zeitlmgsträgern und Briefträgern entgegengenommen. Den Postabonnenten em­pfehlen wir, schon jetzt das Abonnement zu erneuern, damit keine Unterbrechung in der Zustellung stattfindet.

* Der Kaufmännische Verein z u Gießen hatte für gestern abend einen Dichterabend vorgesehen, in dem Schriftsteller Heinrich Kühn lein aus Mönchen rezitieren sollte. Da dieser Herr krank wurde und deshalb fein Er­scheinen telegraphisch absagte, sprang im letzten Augenblick das Ehrenmitglied des Vereins, Prokurist Köfer ein, sodaß die im kaufmännischen VereinShauS zahlreich versammelten VereinSangehörigen nicht leer auSgingen. Herr Köfer brachte mit vielem Verständnis eine größere Anzahl ernster und heiterer Dichtungen zum Vortrag, von denen namentlichDas Hexenlied" von Ernst v. Witdenbruch durch die dramatisch belebte Vortragsweise ded Rezitators, sowie die heiteren Dichtungen von Daumbach gefielen. Die von Vereinsmit­gliedern dargebotenen Klavier- und Violinvorträge boten zwischen den deklamatorischen Vorträgen angenehme Ab­wechslung.

"Zn dem gestern gemeldeten Eisenbahn­unglücks fall, im Betzdorfer Bahnhof, dem der 26 Jahre alte Bremser Schaum auS Leihgestern zum Opfer fiel, wird uns noch mitgeteilt, daß nach dem Ergebnis der Untersuchung der Verunglückte anscheinend beim Ab­springen vom Wagen unter die Näder gekommen ist und überfahren wurde.

Der bedauerliche Unfall auf dem Selter5» weg gibt so wird uns hellte von geschätzter Seite ge­schrieben Veranlassung, wiederholt auf daS Bestehen der SanitätSkolonne hinzuweisen, welche in solchen Fällen ihre Hilfe nie versagen wird. Daß eine Verzögerling von zwei Stunden entstand, bis die verunglückte Fral, in die Klinik verbracht werden konnte, ist umso unerklärlicher, als Schlitz­leute zngezogen waren, denen die Existenz der Kolonne be­kannt ist und die ebenso wissen müssen, daß die 9llornüerima der Sanitätskolonne durch die Polizei erfolgt. Der Vorfall wird hoffentlich dem Vorstand des Polizeiamtes Veranlaffung geben, die Schutzmannschaft so gu instruieren, daß sie in der Folge wirksaln mithelfen kann." Wir geben der vor- stehenden Zuschrift bereitwilligst Raum, weil fie dazu bei­trägt, die hier für solche Fälle vorhandenen bilsS- miitel dem Publikum bekannt zil machen. In dem in Rede stehenden Fall ist von der Polizei übrigens, wie uns versichert wird, alles geschehen, lvas geschehen konnte, und der Transport der Verlmglöckten erfolgte sofort nach Anlegung deS NotoerbandeS durch den zugezogenen Arzt,

also so früh, als eS überhaupt möglich war. NebrigenS wäre manche Klage über mangelhafte oder verspätete Hilfe bei Straßenunfällen überflüssig, wenn daS Publikuin statt lediglich feiner Neugier zu fröhnen, selbst mit helfen würde, den Verunglückten zu helfen.

** Aus dem Bureau des Stadttheaters Nochmals sei darauf ausdrücklich hingemiesen, daß die morgige Schülervarstellung vonDes Meeres und der Liebe Wellen" nachmittags 5 Uhr beginnt.

Messerheld. In verstossener Nacht wurde ein Schlossergeselle von einem Arb eiter mit Messer­stichen schwer verletzt und mußte in die Klinik aus­genommen werden. Der Messerheld wurde verhaftet und sprach seine Befriedigung darüber mit den Worten auS: Nun habe ich im Winter auch Brot".

Der Referendar kommt doch. Wie uns mit­geteilt wird, ist der Titel Gerichtsakzesfist bereits in anitlichen Schriftstücken durch den Referendar ersetzt worden und nach einer uns an? Darmstadt zugegangenen Mitteilung haben in Zuklinft auch die Anwärter für den höheren Dienst im 23er- waltungS-, Finanz- und Forstfache, sowie für daS höhere Lehramt die Bezeichnung Referendare zu führen. Damit sind die Akzessisten aus Hessen endgiltig verschwunden. Da das Regierungsblatt zur Zurücklegung der Strecke Darmstadt- Gießen stets mehrere Tage braucht, sind wir nicht in der Lage, diese Meldung auf ihre Richtigkeit zu prüfen.

Weihnachtsspende. Auch in diesem Jahre wieder hat Herr C. W. B. Fernie, der frühere Besitzer des Braun- steinbergwerkeS, durch Vermittelung seines hiesigen Vertreters, Generaldirektor S. Pascoe, den von ihm früher unterstützten Wohltätigkeitsanstalten hier und in den Nachbargemeinden, il. a. dem Allgemeinen Verein für Armen- und Kranken­pflege, dem Oberhessischen Verein für innere Mission und der besonderen Liebesarbeit in den einzelnen Gemeinde reiche WeihnachtSgaben zukommen lassen und sich damit den Anspruch auf herzlichen Dank erworben.

Ein Red aktionsschmetter ting wurde unS gestern überbracht, der recht munter war und gar nicht zu wiffen schien, daß die von ihm gewählte Zeit recht un­gewöhnlich ist.

In Amerika verstorbene Hessen. Karl Wilb. Weil auS Leidhecken, 46 Jahre alt, zu New-Park. Joh. Fettig (iu§ Bensheim, 28Jahre alt, zu Union Hill, N. I., an den Folgen einer ihm zugefügten Körperverletzung. Mich. Brückmann auS Auerbach, 60 Jahr alt, verunglückte auf der Jagd bei Nashville, Jll. Karl Bart auS Schlitz, zu St. Louis Mo.

sd. Darmstadt, 27. Dez. Der Verwaltungs­bericht der Stadt für das abgelaufene Jahr ist soeben er­schienen. Der Abschluß der Stadtkafferechnung weist für die Verwaltung eine Einnahme von 5 525 058,79 Mk. auf, eine Ausgabe von 4 511 867,49 Mk., mithin einen Uebcrschuß von 1 013 191,30 Mk. Für das Vermögen betragt die Ein­nahme 8 144 668,76 Mk., die Ausgabe 1 310 247,91 Mk., der Einnahmeüberschuß mithin 6 834 420,85 Mk. In dem letzteren Betrag ist die neue Anleihe von 6 Millionen Mark mitenthalten. Die Mehreinnahmen in der Verwaltung sind in der Hauptsache auf die höheren Betriebsüberschüsse des Wasserwerks, des Gaswerks und deS Elektrizitätswerks zurück­zuführen. Auch verschiedene Gebühren und das Oktroi haben eine größere Einnahme erbracht. Die Stadt Darmstadt hat ein Vermögen von rund 40 Millionen Mk., Schulden in Höhe von rund 29 Millionen Mark, so daß ein Ver- mögenSüberschuß von rund 11 Millionen Mk. vor­handen ist.

Mainz, 27. Dez. Gestern starb im Alter von 87 Jahren Oberlehrer Friedrich Kubel, der älteste hessische Lehrer in Pension. Am 7. März 1898 hat er fein sechzig^ jähriges Lehrerjubiläurn und im Jahre 1892 sein 50jährigeS Jubiläum als Lehrer an der hiesigen Handwerkerschule des Gewerbevereins gefeiert. Erst im Jahre 1899 trat der Verstorbene in den Ruhestand. Die Schutzleute haben bei ihrer vorgesetzten Behörde Beschwerde wegen Dicnsttiber- häufung geführt. Beigeordneter Dr. Bamberger fordert in einem Bericht den Umbau deS Stad ttheaterS im Interesse der Sicherheit deS Publikums und deS Künstler­personals. Nach den Plänen des Bauinspektors GcliuS be­laufen sich die Kosten auf 377,000 M. Zur Tilgung und Verzinsung dieser Summe soll eine Gebühr für die Kleider­ablage auf allen Plätzen außer Galerie erhoben werden, sie ist auf, 21.000 Mk. veranschlagt. Die Stadt hätte dann nur etwa 800 Mk. jährlich zu den Verzinsimgs- und Amarti- sationSkosten zuzuschießen. (Kl. Pr.).

Marburg, 28. Dez. DerFranks. Ztg." wird von hier geschrieben: In Treysa wurde am 29. November im Hanse des angesehenen jüdischen Kaufmanns Benedict Strupp daS Dienstmädchen vermißt. Da alles Suchen resultat- los blieb, wachte Strupp dem Bürgermeister die Anzeige. Am anderen Morgen nahm die Polizei eine Haussuchung vor, bei der man sogar im Keller nachgrub. Die Untersuchung wurde am nächsten Tage wiederholt, zunächst wieder ohne Erfolg. Da kam der Stadtförster auf den Gedanken, das Heu nochmals zu untersuchen, und fand das Mädchen lebend, aber anscheinend bewußtlos, im Heu versteckt. Der herbeigerufene Arzt konstatierte sofort Irrsinn. Von dec Anstalt .vephata au5 wurde daS Mädchen in die Jrrenheilanstalt zu Marburg überführt und nach acht Tagen entlassen. Soweit der Tat­bestand nach der einen Seite. Tatsache ist aber auch, daß schon am Tage nach dein Vermiffen des Mädchens die Luge des BlutmardeS auftrat. Man lief zum Bürgermeister und teilte ihm mit, daß die Juden das Mädchen ermordet haben, um sein Blut für Ostern zu gebrauchen. Man drohte den Juden, mit Gewalttätigkeit gegen sie vorzugehen, ihre Habe zu vernichten, ihnen daS Schicksal der russischen Juden zu bereiten. Und die Gebildeten? Keiner tritt dagegen auf. Man spricht von einemSchächtfall". In Treysa ist Ruhe eingetreten, aber die Umgegend ist noch in Gärung. So weit sind wir nun auch in Westdeutschland gekommen. Treysa gehört zum Wahlkreis des Herrn Liebermann von Sonnen­berg, der am 12. Dezember im deutschen Reichstage be­dingungsweise erklärt hat: Jo würde gegen die Juden nach dem ungeschriebenen Gesetze verfahren werden: wer einen Juden totschlägt beerbt ihn".

? Haiger, 27. Dez. Heute mittag ereignete sich in dem Marmorsteinbruch des Herrn Aug. Kaiser zwischen

hier und Sechshelden ein bedauerlicher Unglücks? Der älteste Sohn des Besitzers war damit beschäftig V Bohrloch mit Dynamit zu besetzen, als dec SchuV unerklärliche Weile loSging. K. wurde im Gesicht und Ann schwer verletzt und dürste die Sehkraft beS einen 91 verlieren. Sein jüngerer Bruder wurde ebenfalls un und am Ann verletzt.

* Kleine Mitteilungen ans Hessen unh k Nachbarstaaten. In Wallersdorf c r t r ä r f tf der Gastwirt Sch. Motiv der Tat unbekannt. In S der frühere Bürgermeister, Beter Joseph Emmerich K den Zob abberufen worden Der Berbliche.ne erfreute n* jr gemeiner Achtung und Beliebtheit. 1 C

Tas Wachstum einer Großstadt.

Die Bevölkerung des jetzigen Stadtkreises Frankfurt a TI f wüschen den Volkszählungen vom 1. Dezember 1900 und i'tv 1905 von 288 989 auf 336 985, also um 47 996 Seelen oder in Prozent gestiegen. Don den 336 985 Personen sind 163 548 mär. lieh und 173 437 weiblich. In der Vorveriode 1895 19X) die Mehrung auf dem gleichen Stadtgebiet, d. h. nutet Ber,i^ tiaunq der Einwohnerzahlen der erst 1900 eingemeindelen 30r»i Oberrad, Niederrad und Seckbach 43 395 Seelen oder 17.7

Die Entwickelung der Volkszabl auf dem jetzigen Städlae2 seit 1871 läßt nachstehende Uebersicht erkennen:

Jährt. Zunahme

1871: 113 936

1875:

136 546

4.63 Proz.

1880:

163 973

8.73

1885:

185 413

2.49

1890:

213 201

2.83

1895:

245 594

2.87

1900:

288 989

3.31

*

1905: 336 985 3.12 ,

Durchschnitt 1871/1905: 3.24 Proz.

Es ist demnach für das letzte Jahrfünft eine ruhige 8eitn. entwicklimg zu konstatieren, die nngesähr dem Durchschnitt fr Wachstums seit 1871 entspricht.

Die stärkste Znnahme zeigen, wie schon tu der Vorperi^ das anßere Bahnhofsviertel wo,allein der 16. Stadtbezirk um mtj; als 10 000 Seelen gewachsen ist, und der Nordosten gegenUi bornheim, der allein im 22. Stadtbezirk einen Zuwachs von 110). Einwohnern ausweist. Das westliche Sachsenhausen, Ctiüt. bezirk 32, ist um 6500 Einwohner, Bockenheim um 8000 See la gewachsen. Danach stellt der Stadtteil Sachsenhausen jety Agglomeration von nahezn 43 000 und das Gebiet der frühe«! Stadt Bockeubeim eine solche von 33 000 Seelen dar.

Der starken Zunahme der äußeren Stadtteile mit Arbeit vierteln steht eine erhebliche Abnahme der Innenstadt, b. h. £ innerhalb des Promenadengürtels gelegenen Stadtteile gegenüe. die zusammen um 6460 Seelen abgenonnnen haben eine der fortschreitenden Eitybildung im allgemeinen und bet in £» letzten Jahren vor sich gegangenen Altstadtdurchbrüche im t, sonderen.

Die Bevölkerung der Jnneiistadt schwankte in den lqtn Jahrzehnten wie folgt: 1871: 56848, 1875: 57 694, 1880: 5<ft 1885: Gl 699, 1890: 62 873, 1895 : 57 642, 1900: 60 350, ]»: 53 890. Sie umfaßte 1871 noch 62 Prozent der damaligen Gchno bevölkernng, des Stadtgebiets (91 040), enthält aber heute nur not 16 Prozent der Bevölkerung des erweiterten Stadtkreises. Tut unmittelbar an die Promenaden grenzenden Teile der SlufeaM zeigen nur geringe Veränderungen der Volkszahl.

Das nach Beendigung der Revision des Urmateriali stellende endgiltige Ergebnis der Volkszählung wird voraMtlich von dem hier mitgeteilten vorläufigen Ergebnis nut im t weichem Bemerkt sei, daß auf Grund der Schätznnq deS t'.an« schett Amtes die fortgeschriebene Bevölkerungszähl am 1. d. Js. auf 334 000 Seelen angenommen worden trat, fobas ui gute Uebereinstimmtmg der Schätzung und Zählung oorlicqi

vermochte».

* Paris, 27. Dez. Der ehemalige Prokurist Cp>^ von den Oberschlesischen KokSwerkcn, der nach Unltfr schlagttng von 800000 Mk. flüchtig geworben mr. wurde hier verhaftet. Anfänglich leugnete er, mit b?m 9fr suchten identisch zu fein, später aber gestand er jh, öir Stimme veruntreut zu haben. Eine Leibesvisitation mol daß Spiegel nur 140 Francs bei sich führte. Trn'^t will er auf Pariser Rennplätzen beim Wetten oedotti haben; die Behörde steht diesen 9lngabeir aber skeptisch über; sie vermutet, daß Spiegel eine beträchtliche Summt i Depots angelegt habe. Die Nachforschungen nach dien Richtung hin werden auf Requisition der Berliner 5tcaf* anwaltschaft fortgeführt. Spiegel wird vorläufig in Pa^ in Hast behalten, bis die Formtilarien der AllSlicseeimg th Erledigung gefunden haben. Der ehemalige Prokurist hat» der französischen Hauptstadt großen Aufwand getrieben.

'Die größte Glocke der Welt befindet sich' einem schönen alten Tempel in Ohaka, der großen dustriestadt in Japan. Sie wurde im Jahre 1903 L Erinnerung an den Prinzen Shotokn gegoffeu, der vor cr*i 1300 Jahren lebte. Der Prinz suchte den BliddhiSmuSk' verbreiten und führte viele Sitten deS benachbarten F»' landeS ein, die sehr nützlich für daS Volk waren. 9r0ir1 Leute im ganzen Lande haben Beiträge zu der Glocke s liefert; unter anderem wurden fast 150 000 alte Kupfcrwi< zu der Glockenspeise verwendet. Früher war daS gn-l Opfer, daS eine Frau bringen konnte, die Darbringung Spiegels; auf diese Art wurde genügend Metall für i Glocke angesammelt. Die große Shotokuglocke ist 26 e-H hoch, hat einen Umfang von 54 Fuß, einen Durchmesser 16 Fuß und ist 1 Fuß 7 Zoll dick; sie wiegt 114 Zotut".

' Heirat für Juristen. S. W. K. Unter dielet Ue°v schrift fanb sich in einer großen Ztg. dieser Tage folqciibes -, gerade alltägliche? Inserat:Durch Todesfall wurde mein n _ loses Witwerhetm um eine Nichte vermehrt, für w. mem e ländl. Wolutsitz nicht der richtige Ort. Dieselbe ist sehr,i).. . Mitte 20, statt!. 1.70, musik., svracbeuk., sein geb., auSgez.+ ii. Küche, was selbst mein laugj. Küchendrache anciTennt, bat. 75 Mille Slaatsvap., (wirk!, vorh. u. nicht wie ko ytelc ,a ' 100 Mille nur auf geduld. Tariere stehend), ist sehr eint, bc fester Charakter. Ich erstrebe für sie auf dickem Wege wo-i» mc erfährt Heirat in. akad. Beamten an Kolleaialgerimt, >»- Behörde, Magtstrat größerer Stadt etc. od. mit Dozent Jif- Wissenschaft, Hochschule od. mit gut qiialif. Anwärt, jn hingen. Meldungen aus anderen.Krctscu, zweckt, da im vnrcv sprechen an f Mutter m dies. Bez. z. m. Bedauern gebnnden . Poranssetznngen: ftauL Aeuß., f. Bild. mögt, nicht übcrJDhne^ acsmid, frei von Schuld, n. and. Verpflicht., Evangel. od. eoo i Kind.-Erz., offene Schilderung pcriönl. u. Iamilicn Verbann., Knndg. ctn'a'ger les. Wünsche. Auf geschäftsmäß. indtr., pstu anonym. Aiür. gebe ich keine Tlntwort. ftrthnüt. Cffenlieit eno, ich in gleich. W. Brie-e gebe ich unfehlbar zurück. 2<c'mroitp_v garantiere ich auf deutsch. Manneswort. fOkr nad) a(l. benii re Mut zum Versuch hat, dem kann ich nicht helfen. x>cb. ver. reffe bei mir ausgeschlofsen: die Betr. wird uielm. emlten- Erbin. Briefe wollen durch Rellekt. od auch. d. Eltern, löefchtv., i bis zum 30. Dez. emschl. bei etc. eingereicht werden. ,

* Kleine TageSchronik. Der Einsicdelcl dem S t a f f el st e in e statteten am Sonntag morgen, cl& Bruder Antonius sur Sl'irdte bcg.'ben hatte, Sp'itzbu bc u c-.. Besuch ab. Sie erbrachen Jeustrr und Türe, durchstove alles und stahlen für ca. 50 Mark Briefmarken.

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