Ult
155. Jahrgang
Zweites Blair.
M. 304
General-Anzeiger, 2lmt$= und Anzeigeblatt sür den Kreis Gießen
tlglid) mit Ausnahme des Sonntags.
fr. siebener FamttienblSIter- werden dem
■fr^tqeT viermal wöchentlich beigelegt. Der jt\ J|d}< Landwtrf erscheint rnonaüich einmal
Donnerstag 28. Dezember 1905 Rotationsdruck und Verlag der Brühlicka, UnwerstlälSdrurkeret. R. Lange. Gieren.
Redaktion. Expedition u.Druckerei: Schulstr.t. Tel Rr. 5L Telegr.-Adr.r Anzeiger Du-irs.
e
A>rl
Hiek*
1905.
Aufständischen in Moskau das Hau
m probier
bro
facher B
M!
swahl
llnell DDd bl
i eines gesni' zuzeigen
und Frau Eli
geb, Geyt
Ausland.
j London, 27. Dez. .Daily Mail* will erfahren haben, ttoeb cermiffe Umstände einqetreten seien, welche den Lord- .miav»r vielleicht verhindern würden, der Einladung zu .rin?m offiziellen Besuch in Berlin Folge zu leisten. In
L tadtoertretungSkreisen der beiden Hauptstädte, besonders iunter den Mitgliedern deS Londoner GrafschaftSrateS herrscht !tbsch weiter die Anficht, daß ein Austausch von Höflich - 7e,tS beweisen die wünschenswerteste Wirkung erzielen CTÜrb«.. Man werde demnächst zu diesem Zwecke Schritte etgtcr en.
Paris, 27. Dez. AuS Bern wird berichtet, daß seit amiotr Zeit ein bedeutender Zufluß an französi- sstzrm Gold nach den schweizerischen Banken zu BWfen ist, den man mit den augenblicklichen politischen Dro-ckelungen in Zusammenhang bringt. ES heißt, Hkutfsch erseitS würden ernste K ri e g S v orb er e t t- unpt n getroffen; Deutschland, habe in letzter Zeit zahl- -v.tyt Remonte-Pferde in der Schweiz gekauft.
Barcelona, 27. Dez. Die Obduktion der Leiche des r•üfbe-8 SalaS Comas, der den Kardinal Casanas zu -rft«(f) e n versucht hatte und sich vergiftet haben sollte, tti-ab k e i n e S p u r v o n G i f t. Der mysteriöse Tod Comas . gtoic’’ acht großes Aufsehen.
Peking, 27. Dezbr. (Reuter.) Die gegen die Juri den gerichtete Bewegung in China breitet ijch aus. Der Erfolg der Boykottierung amerikanischer Marem veranlaßte mehrere Zeitungen, wegen deS Verhaltens »i englischen Beamten in Schanghai den Boykott gegen iteifdieS Opium zu empfehlen.
________________________151'
in Geschmack bleibend-
. „ verka^/; ,nvtev
Willis
ynlilifrhe Tagrsschau.
Kaiser Wilhelms Friedensliebe.
Der Pariser ,Temp8* bringt die Meldung über eine e&’lc rnng Kaiser Wilhelms anläßlich einer kürzlich flwtitiefjabten, aber nicht näher bezeichneten Unterhaltung, die j -totb mit größter Vorsicht aufzunehmen ist. Danach sott 8lip Reifet wörtlich gesagt haben:
»Man bat U n r e ch t, zu sagen, daß in meiner Umgebung enitfR'ricflSvartei existiere. Diese Partei gibt es nicht, und tipnm ,4 eine solche gäbe, so hätte das gar keine Bedeutung, denn ef3|:ef)i mir allein zu, eine Enffcheibnng zu treffen. Ich will fcl tn r i e g n i d) t, weil ich den Krieg als das Gegenteil meiner stpslichi vor Gott und meinem Volk ansehe. Id) ivar durch ge- , M kcänkende Methoden Dclcassds gereizt worden, aber 11 j wech den Takt und die Festigkeit RouvierS vollauf »I, w i rdigen. Ich werde nichts tun, um neue Schwierigkeiten äui Waffen und ick) habe dem Grälen Tattenbach die ver- yl-ihn i ch st e n I n st r u k t i o n e n gegeben."
Her .Temvs* läßt durchblicken, daß diese Worte deS «MrrS auch in authentischer Weise der französischen Re- «-.itnrvi bekannt sind.
parlamentarisches.
— Die .Germania" „bestätigt', daß Herr OberlandeS- , uMWpräfident Dr. Spahn der Tabak-, Bier-, iDuii tu ng § - und Frachtbriefsteuer .in völliger Oeninrtinnnung mit der Zentrumsfraktion" ablehnend gyenüberstehe.
Mesorm und Revolution in Rußland.
DaS Wahlrecht.
‘ Durch einen bereits gestern telegraphisch erwähnten Mrlichen Ukas wird daS Wahlrecht zur Reichs? bum a in folgenden Kategorien gewährt:
3 1 den Besitzern von Immobilien, die der Besteuerung unter» Men sind, sofern sie mindestens 1 Jahr im Besitze deyelben ffÄ 2 Eigentümer von industrieNen Unternehmungen, die der Linierung unterliegen, 3. den Personen, die Wobnungsftener Br.iMen, 4. den Personen, die Gewerbesteuer -ahlen, 5. den Zr'onen, die eine Wohnung auf eigenen Rauten haben, 6». ben fernen, die Gehalt vom Staate, den nemstwos, den Gemeinde - Ivr&en oder den Eisenbahnen beziehen. .Diese Personen hab.n «5 das Recht, an den Konferenzen der ftadtlscheni Wohler tct. jyrt men. Arbeiter von Fabriken, deren Gesamtzahl nicht wem-
:?lS 60 beträgt, haben dos Recht, Beauftragte. «i- die Wahles, mstlung zu entsenden, und zwar cutienden ine Arbeiter tz.n Fabriken, die wenigstens v0 und bis zu 1000 ? weiter beschäftige, einen Beauftragten, und, die «eit» in Fabriken, die über 1000 Arbeiter MOM.em« Lultragtm auf je 1000 Arbeiter. Tie eigentlichen Wähler fri-r Iben von diesenBeauftragtengcwahlt. Sic erftt fflt-jmg der Reichsduma kann eröffnet werben, nachdem Ar gon- eine Liste veröffentlicht haben wirb, die zum Mindesten L Hälfte der Gesamtzahl der Mitglieder der Duma enthalt.
Der 3ar ordnete die Beschleunigung der W a h - Dir an, ^sowie daß der Minister des Innern Maßregeln »reift, ixnnit die Duma sich so rasch als möglich ver- Mmeln könne, und daß derselbe Soudermstruktronen für k Qraänrunaswahllisten bekannt gebe. ,
®§9 ist also vernünftigerweise nicht die Rede voni der iffr Rußland heute noch ganz und- gar ungeeigneten allg^, «wen und geheimen Wahl: nur der Dulvginsche Entwurf Er eine ^sserimg. Dir Kreis der WcrlMerechtigten Kleinlich erweitert worden. Die Regierung hat srch^No Itta ein Stückchen Versagung «protzen lassen ^ossel^ife Lr>Ä«s s »sssw
jub des Volkes gefallen sind. Hrer zergt sich dre Sch4v ch
der Regierung in ihrer gloriosen G-stalt. --as da Zs V°N an dM ertrotzten Geschenken für einen Ge- -ßllem finden wird, das muß abgewartet werden. Vorerst 'Li man noch Barrikaden und wmvft m den Straßen der bmutstädte vielleicht, wenn das Gemetzel noch ern ^ayr
k'
-
Nach einer aus Riga ein getroffen en Privatmeldung spotten die Berichte über die Bauernaufstände jeher Beschreibung. 124 Güter mit sämtlichem Inventar und allen Gebäuden sind total vernichtet. Wer von den Buschern, < Verwaltern und sonstigen Beamten nicht in wilder Flucht Riga, Libau oder Windau erreichte, wurde niederge- m a ch t. Ein reichsdeutscher Förster will nach Berlin zum Kaiser und für die Deutschen um eine Audienz nachsuchen.
In Kiew sind aus Petersburg zahlreiche Geheimpoli-. zisten eingetroffen. In der Umgebung von Kiew wurden wieder mehrere Gutsbefiner von Bauern er-l mordet und ihre Güter verteilt.
In Odessa ist die Get r e i d e au s fu h r vollständig zum Stillstand gekommen. Mehrere Firmen find b a n k e- r o t t geworden. — Als in der Wohnung des Handwerker» L-ilin in Odessa eine Haussuchung vorgenommen wurde, explodierte eine Bombc. Mehrere Polizeibeamte und andere Personen wurden v - r l c tz t. In der Wohnung wurden noch verschiedene Bomben vorgefunden. — Am 21 Dezember abend betrat ein junger Mann den Laden des Geschirrhändlers Susmann und warf eine Bombe, wodurch der Geschäftsinhaber und einige Angestellte verwundet wurden. Susmann hatte es abgelehnt, dem Verlangen der anarchistischen Organisation nachzukommen, für die Organisation einige hundert Rubel herzugeoen.
Die offiziöse Petersburger Tclegr.-Ag. verbreitet ferner vom 27. d. M. folgende Meldungen:
Charkow begann am 25. Dezember der allgemeine Ausstand gegen die Fabrik Helfteich, wo U^berter emgeichlossen hatten, feuerte die Artillerie zwei Schüsse ab, wodurch eine Maner zerstört wurde. Bon einer Lokomotivfabrik eilten die Arbeiter herbei, um ihre Kameraden zu entsetzen und warfen zwei Bomben. Auch bei dem Bahnhof und im Mittelpunkt der Stadt kam es zu bewaffneten Zusammenstößen. Nach ein« amtlichen Meldung wurden 9 Personen getötet, mehr als 200 verwandet unb 138 verhaftet. Die,Nacht verlief unruhig. — An Odessa brach gestern der Ausstaiw aus. Selbst ^e Apotheken sind ausständig.. Im Hasen ruht tue Arbeiten Güterzüge gehen nicht ab, die Perfoneuzüge Verkehren biS-^chme- rinki Ze Hafenarbeiter beschlossen, die Bwolkerung im Falle von Unruhen zu beschützen. — Aus der Ltatwn Kosatm kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Arbeitern unb Truppen. Mehrere imirben getötet, unb etroa 1» verwund- - stu Saratow dauern die Verhaftungen fort V.U1 P e t e r s dura sind nricber alle Blatter endnenen Em großer >eü der Fabriim-beiter befindet sich noch in. Msstande Es ereignet läufig, daß Polizeibeamte in den 'Arbeitervierteln ermordet werdem Zn Negierimgskreyen ist man der An.ichck. daß in zwei bis drei Tagen in Moskau die Ruhe wieder- h-rgestell^ sein wird. Gesteni rückten dort frische. Truppen mit Arttl erie ein. Tie durch das Gcschutzseuer angencutetcn Der- ' Stiftungen fiti> sehr gr^ß. «eftejn. abend wurde mit der : Beschießung der ausgedehnten Druckwi Uiuuicro bcgcnne.t, m der ' aufständische Polizisten und andere Personen gesungen gehalten : S?n; um 11 Uhr abends dauerte das Bombardement nocy an.
;senzen
Arrak Branntwein
h
fallenfels
17, Gtjiiidet tS>'
Russische Flüchtlinge in Deutschland.
Es ist bezeichnend, daß es gerade die wohlhabenderen Russenfiüclitlinge sind, die in Deutschland Halt macken, während die weniger Wohlhaenden die erste Gelegenheit benutzen, um nack Amerika zu gelangen. Dieie bleiben auch in kleinen 0>renzortrn Ostpreußens lieacn, und in Königsberg soll zurzeit bereits eine sehr cr^bltche Wohnungsnot herrschen wegen des Andranges russ. Flüchtling-. Selbst in Franisurt n M, befinden sich bereits russ. Flüchtlingsfamilien. Datz die Armen nicht an Fluckt denken können, bedarf kaum der Erwähnung. Von den Änkömmlingen in Berlin haben sich viele in den Vororten eigene Wohnungen gemietet und mit gemieteten Möbeln eingerichtet, sehr viele wohnen in Penfionen oder einfach möblierten Zünmern; jedenfalls betrachten tncle ihren Aufenthalt in Deutschland vorläufia nock) als vorübergehend, da noch nicht die Hoffnung erloschen ift,. baß llc über kurz oder lang wieder nack RutzlEd zurnckkehren können, sobald einigermaßen geordnete Verhülttiisse her-
. I gestellt sind. Cs ist ausfallend, daß unter den M.uchtttngen
laden kämpften. _ t k.> Qnflr her Frauen und Kinder besonders groß ist. Es er-
Eine offiziöse Meldung aus Moskau vom -7. Tez. ^es daraus, daß Männer und crtoachsene Kinder
Die Stabt trägt den Cbarakrer desBel a g e uil6Sz u- noch in Gefahr des Leberts sein. Waren
Ri Ä BWTÄJJu. SübntBtanb unb Mos- schossen. Nack 0 Uhr abends war cs in ben Häusern finsirr. kau, so sind m letzter Zeit und nameutlich in den letzten Das Schießen daneite ununterbrochen an, sogar noch über Tagen sehr viele L ivlan der ^zugekommen. E Mitternacht Die Pltinderungm der Laden neunen an Umfang Warschauer in Berlin erzählte, daß in letzter Zett dte zu, namentlich War es auf Kleidermagazine unb R. -lchwirtsst-asten Sozialdemokraten zu Mitteln gegriffen hatten, die das Leben abgesehen. .Heute begann das Schießen seit dem frühen Morgen Marschau unmöglich machten. In kleinen Gruppen gehen in bn Gtoenb beS^iM=^S«6nM=S. Tr- M.eisungen v°n N ^r>^t unm g ) ,orb°rn ohne alle Umstände @ett> «Ä «was
sich des Nicolas-Bahnl-ofes zu bemächtigen. Die zwette Abteiluna gesprochen und vollstreckt.
von Revolutionären, welche mit Revolvern bewafftnt tft unb „„^r Stadtch-en" sa^te 5^ Lette, ist ein ^mcs Pro- aus Männern unb Frauen, insgesamt emxi 1000^Mann stark, vinzstädtd'en, bod> auch hier unb keD^haltniffe nicht andeiÄ, zusammengesetzt ist, operiert in der Geamd der Sabowaia unb • - - -- - — ««mrh-mnfrnteni
den umliegenden Boulevards b:r Triumvhvlorte bis zum Suclm-^ rawturm UeberaN in dieser Okgenb sind Barrikaden eo- riclstet. Die Revolutionäre frfdvincn in Heinen Llbtettungen und greifen die Truppen au. Besvnberstavferm'tunter,iogar grausam sind die Frauen Die brüte A^etlimg, welche die stärkste ist, operiert in der Gegeitd von dem Brester-Bohnhos in der Sadowaja bis zur Bresnia. Hier find, Kampfe häufiger als anderswo. Eine Abteilung von Revolutwnaren verbarri- fabierte sich in der Kommiss-rro'w-Sdmle. ^as Gebäude wurde mit Kanonen beschossen und stark beschädigt. . Uuch ein anderes Gebäude wurde mit Kanonen beschossen. Biele Personen sind getötet und verwundet worden.
gedauert hat, hat da? Volk erreicht, was es will: die Mit- betnttgung an der Regierung. Aber der Regierung wirb das dezimierte russische Reick dafür wenig Dank wissen!
Unheilsposten.
Ter 26. Dezember war für Moskau ein neuer Dlut- tag. Bon Mittag bis zur Dunkelheit tobte der Straßen- kompf. Die Leichen häuften sick bei den Barrikaden, denn die meist sehr gut bewaffneten Revolutionäre wurden vom Militär wie Hasen aufder Treibjagd zusammen- gesch offen aber im,mer neue Kämpfer traten in dis Reihen. Für jeden (gefallenen traten drei neue Kämpfer ein. Dennoch war es ein vergeblicher Kampf und uutzlo,es Blutvergießen, denn die Truppen gingen rücksichtslos, grausam und unmenschlich vor und schonten selbst die Sanitäre nicht, allen voran das Regiment Rostow, welches erst kürzlich revoltierte Die ^ahl der toten und verwundeten Revolutionäre wird jetzt auf lo 00 0 gc- chätzt. Bemerkenswerten Mur zeigten die Arbeiterfrauen, die Seite an Seite mit ihren Männern auf den Barn-
jebr eingebracht werden.
Brest, 27. Tez. Der Kreuzer „Cassini" ist dem ftaw- zösisckm Botschafter zur Verfügung aeffellt. Von Kopenhagen wird ber Kreuzer direkt nach Kronstadt geben. . .
St'önigSberg t. $r„ 27. TcS. & „SMga"
ist heute von Neu-Fabrwasser abermals nach Riga abaegangen, um neue Flüchtlinge cm Bord zu nehmen und nach Pillau zu bringen. Der 'Lmivser „Kehrwieder" ist gestern nacomtttag von ^iban in Memel eingetroffen. Er brachte 81 Fluchtlmae, meist 7>rmen unb Kinder. Sie wurden zunachist noch auf eigene Kosten durch Vermittelung des Hilfskomitees m Memel m (Rist- Häusern und Privatwosinungen untergebracht.
Witte unb Genoffen.
Gegenüber RaHriÄ'n über eine Erschütterung der Stellung Dittes versidiert die offiziöse Wiener „Polit. Korr.z auf Grund einer ihr von vorzüglich unterrichteter Seite zugehenden Mitteilung aus Petersbura. das; die Pofiticm Wittes gegenwärtig vollkommen gefestigt sei. Er genieße des volle Ver- tr^uen des Zaren und habe nicht das geringste non einer H"skomari!la zu befürchten, da be;eicl;nenderweise der Minister
kaiserlichen Hofes Baron Fredericks, Großmrft Nik-Kai Nikv^a- iewitsch und Gener'ladiutant Graf Jgnatiew die wärmsten Freunde des Ministerpräsidenten seien.
Die Petersourg-r Postbebörde beschlagnahmte verichiedene Briefe, deren Schrift von derselben Hand berrüTyrte und die -n Witte, Trevow und Durnow o gerichtet waren. Tie Briese wurden mit größter Vorsicht geöffnet, wobei Expl o s i o n e n stattfandaii, welche febech keinen schaden anrichteten.
Wie Rußland sich Geld beschafft.
Tie Frankfurter wie die Berliner Börse zeigten sich am Mittwock hoch erfreut, daß die rufiische Regierung in Moskau fest zugegrisfen hat. Fn namhaften Kurssteigerungen russischer Werte kam bas wiedererwackte Vertrcn'.en zum Ausdruck. Doch mel- befen sich auch Stimmen, daß so rnsch schwerlich die Kraft der Regierung gebrochen sein werde. Es ist in der Tat an- Izunchmen, daß die Moskauer Niederlage anderwärts, wo die Verhältnisse vielfach günstiger liegen, d. h. da, wo das Militär weniger sicher ist, daS Signal .-;ii wütenden Kümpfen gibt. —
Mit seltsamer Promptheit erscheint gleichzeitig mit der Rackrickt von dem „leichten Sieg der Truppen" eine andere Petersburger Nachricht finanzieller Art auf dem Plane. Seit Wochen wurde allenthalben in Finanzkreifen die bange Frage erörtert, ob die russische Regierung in der Lage sein j werde, die im Februar fälligen Schatzscheine cinzulöseu^
als" in! Warsckmu. Ein kleiner Kreis von Sozialdemokratent hat hier die Herrschaft an fick gerissen. Alle wohfhabeubew Leute sind auf eine Liste gesck?rr.^n und nach der.Reche !werden diese ausgeforden, eine fast unandy.wngbare . hohe ^ucr ju entrirfrten. Ick kam auch in die Liste hinein, aber, emmak konnte ich die von mir geforderte Summe mcht soforit ^blen und dann wollte ich es auch nicht, weil ich nnt den Retw- lutionören nicht fiimpathisiere. ES gelang mir MitMuhe und Not, nach vielen Strapazen und mühsamen Wanderungen den^ Leuten zu entkommen und ms Ausland zu flüchten. Gerade in den Provinzstädten ist cd sehr sckMemg, d-m ebenso geld- wie blutgierigen Revolutionären zu entkommen, da sie überall an nno geioici . der ganzen Bahnstrecke ihre Posten aufgestellt haben und alle.
Ein Moskauer Korrespondent telegraphiert, daß das bic die ihnen auferlegte Steuer nicht zahlen wollen, oder tonnen, i «Rcnirpcnt der Don-Kosakm, daS Regiment der Twer-Dra- am Mreiscn verhindern/ . MSMM-WSWO unaniSwärter verteidiaten da/Gefängnis mit großem Mut. Tcutschland vertreten bleiben, namentlich besteht Neigung ^ckliestlick wurde "der Ana-.i'f dec Revolutionäre zurückge- unter den russischen Kaufleuten, fick) bauernd hier nieder- r^iLcii Sie erlitten große Ver'i'ste. Nach Privatmeldungen! zulassen, wenn es ihnen gelungen ist, ^rhüttnismaßig
Hilfsaktionen.
Berlin, 27 Dez. Von der Entsendung deutsche« Kriegsschiffe dürfte vorläufig Ab st a-n d genommen Werten, weil sich ergeben hat, daß die deut,ch-cn ReickSangebörigen ohne Gefahr die bereit gehaltenen Paffagieadampfer erreichen konnten Eine Interpellation betrefrenb den mangelhcften Schutz, der bedrohten Neich-deutsck^n in den russischen Ostfee-Provinzen durch die deutsch« Reick^regierung Wird, wie das „B. T. arfabrt, von ber rechten Seite des Hauses im Reichstage nach Neu-
°
Brill )nsen lear
e
mber 1905.


