Ausgabe 
28.12.1905 Erstes Blatt
 
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den 21. festgesetzt. Dm 27. wird der Geburtstag deS Kaisers festlich begangen, und am 31. eröffnet ein Ball im königl. Schlosse die Reihe der Hofbälle.

Ter Reichskanzler empfing gestern abend den amerikan. Botschafter Charlemagne Tower und den Pro­fessor an der Havard Universität Perbody. Ter zurzeit in Berlin weilende frühere rumänische Ministerpräsident Earp folgte gestern einer Einladung des Reichskanzlers zu Tisch. _ r

TasMilitärwochenblatt" meldet: Prinz zu Salm- Horst m a r, Ckmerol der Kavallerie, ist unter Belassung im Verhältnis der Generalordenskommission zum General­adjutanten des Kaisers ernannt worden. Tie kommandie­renden Generäle des 9., 18. und 6. Armeekorps, v. Bock und Polack, v. Eichhorn und v. Woyrsch, wurden zu Generälen der Infanterie, Generaladjutant v. Scholl zum General frer Kavallerie, Inspekteur der Feldartillerie, Schmidt zum General der Artillerie befördert. Tem Gouverneur von Ulm, v. Rosenberg, wurde der Cha­rakter als General der Infanterie verliehen. Generalleut­nant Beseler ist zum Chef des Ingenieur- und Dionier- korps und Generalinspekteur der Festungen ernannt worden.

Ter Unterstaatssekretär im Reichspostamt Sydow wurde zum Wirkl. Geh. Rate mit dem PrädikatExzellenz" ernannt. Tie gleiche Auszeichnung wurde dem Vorsitzenden des Prov.-Landtages der Provinz Sachsen, Rittergutsbesitzer Grafen von Alvensleben, zuteil.

Breslau, 27. Dez. Infolge großer Hochwasserschutz­bauten herrscht bei der schlesischen Provinzialverwaltung ein derartiger Mangel an Negierungs-Bau­meistern, daß neben zehn preußischen bereits vier hessische, je zwei bayerische, württembergische und schweizerische und ein braunschweigischer angesteNt werderi mußten.

Kus Stad! im- KauS.

Gießen, den 28. Dezember.

Der neue Roman der »Gieß. Farn.-Bl.* Mit dem neuen Jahrgange des »Gieß. Anz.* wird in den Gieß. Fam.-Bl." wieder ein neuer Roman erscheinen, bei daß besondere Interesse unseres Lesepublikums erwecken wird. Er betitelt sich:Dem Wahren, Edlen, Schönen. Ein Großstadtroman von Feodor v. Zabeltitz." Der Ver­fasser, der vielen unserer Leser längst vorteilhaft bekannt sein wird als einer der vortrefflichsten Berliner Romanschrift­steller unserer Tage, entnimmt zumeist mit weltmännisch fröhlichem Blick aus dem Getriebe der Reichshauptstadt seine Stoffe. Es ist nicht seine Art, die Geißel sittlicher Ent­rüstung zu schwingen und »eiternde Wunden am Großstadt­organismus* aufzudecken. Feodor v. Zobeltitz will unter­halten, will ohne das Pathos deS Reformators oder des Bußpredigers Großstadtbilder entrollen, wie er sie sah. Und daS verzeihende Lächeln deS Weltkindes steht ihm dabei gar gut, wenn er den Leichtsinn, die Genußsucht, die Gründer­wut, die falsche Kunstbegeisterung und Schlimmeres mit dem Aermel streift. Der Stoff, den er im »Wahren, Edlen, Schönen* behandelt, hätte Zola, dem heimlichen Romantiker unter den Naturalisten, brillant gelegen. Der Franzose hätte üuS diesem Theater bau, der langsam ein Dutzend Menschenschicksale an seine steinernen Mauern fesselt, eine Riesenbestie gemacht; ein romantisches Ungeheuer, das leblos nur für den, der sein listiges Locken nicht zu deuten weiß allmählich jedem sich dienstbar macht, der nur mit einem Wunsch, einer Hoffnung an seinen steinernen Leib rührt; jeden, der sich nur mit einem Bauplan, einem Noten­heft, einem Kontraktentwurf seinem Rachen nähert, gierig verschlingt mit Haut und Haaren. Zobeltitz vermeidet die große Geberde und die Verallgemeinerung. Er nimmt die Sache kavaliermäßig und erzählt in gebildeter, sauber ge­feilter Sprache die Geschichte einer Theatergründung mit allem ernsten und ärgerlichen, und nicht ganz fairen, und humoristischen Drum imb Dran. Im Mittelpunkt seines unb balb auch unseres Interesses steht ber geniale Archi­tekt Hammer, ber alle Fehlerchen seiner großen Vorzüge hat: ein Sammler, eine Mäcenatennatur, ein Verschwender. Diesen Künstler, frisch, frei, überschäumenb, gutmütig unb gastfreunblich, hat Zobeltitz nicht nur beschrieben baS wäre kein Kunststück sondern auch in seinem Planen und Han­deln unS lieb gemacht. Ihm gilt seine besondere Sorgfalt und mit ihr daS beste deS Werkes. Er ist wirklich ein Mensch von Fleisch unb Blut, ein Kerl auS bem Leben. Vielleicht auch nach bem Leben. Denn wenn bas Buch auch kein »Schlüsselroman* ist in jenem üblen Sinn, bem immer ein bißchen Denunziantentum anklebt, so kann boch bie Theatergrünbung, bie bciS Vorbilb gab, unb ber Bau­meister, ber zum Helden ein wenig Modell saß, von jedem mit den Berliner Verhältnissen Vertrauten erkannt werden. Auch in den Figuren, die sich gefällig um den Baumeister gruppieren, stellt Zobeltitz gut gesehene Weltstadttypen hin. Im ganzen also: eine ungewöhnlich liebenswürdige Geschichte, interessant im Milieu, voller Feinheiten in der Charakterisier­ung, sorgfältig im Stil. Und man merkt dem Erzähler an, er hat selbst seine Freude an der Tüchtigkeit seines Helden; er entrüstet sich nicht allzu sehr über bie Drohnenexistenzen unb Spekulanten in bes Helden Umgebung. Jedenfalls werben bie meisten unserer Leser ben Roman mit bem außer- orbcntlichsten Interesse verfolgen.

S. K. H. ber Großherzog, ber Protektor ber Deutschen Kunstausstellung 1906 zu Köln, hat für deren Eröffnung sein persönliches Erscheinen in Aussicht gestellt. Die Eröffnung ist am 1. Mai; mit ihr wirb ein größeres Fest verbunden werben.

L. ü. (LandeS-Universität.) Dem außerorbent- lichen Professor an ber hiesigen Universität Lic. theol. Dr phil. Walther Köhler würbe ein Lehrauftrag für neuere unb hessische Kirche nge schichte erteilt.

Vom Theater.Neubau. Die Fundamentierung unseres Theater-NeubaueS hat sich bisher, wie wir hören, nicht schlechter angelassen, als man nach Lage ber Baustelle erwartet hatte. DaS umfängliche Gebäube wirb teilweise über bem ehemaligen Wallgraben ber Festung Gießen stehen, so baß bie jetzt zur Ausführung gekommenen Brunnenbauten von vornherein unausbleiblich schienen. Die Kosten für biefe Extra-Arbeiten werben ca. 50 000 Mk. betragen, mit welchem Betrage man allerbings gerechnet hat. Die Besichtigung des von Prof. Dülfcr errichteten neuen Stadttheaters in Dortmund durch Mitglieder unserer Theatcrbau-Kommission hat das

Gute gehabt, daß an bem vorliegenben Plane für unser Theater noch wesentliche Verbesserungen vorgenommen werben onnten. Für ben Zuschauerraum ist als Resultat ber Dort- munber Reise zu verzeichnen, baß ein stärkeres Ansteigen ber Sitzreihen im Parquet in Aussicht genommen ist, als an­fänglich vorgesehen war. Ferner wirb man, wie in Dortmund, dem Parquet bie Form einer abqeflachten Mulbe geben, so baß bie Plätze nach ber Mitte zu tiefer liegen und nach den Seiten zu sanft ansteigen. Um eine stärkere Steigung der Parquetplätze zu ermöglichen, wirb bas Bühnenhaus, resp. das Pobium ber Bühne um ca. 1520 Zentimeter tiefer gelegt werden. Hierdurch ist an der äußeren Fassade des HauseS eine kleine technische Aenderung bedingt geivesen, welche jedoch an deren Gesamteindruck nichts ändert, lieber bie Kosten deS Gesamtprojektes hört man aus den Kreisen der Mitglieder der Theaterbau-Kommission, daß dessen Ausführung den Betrag von 600000 Mark nicht über- teigen wird Die Sammlung für den Theaterbau ist noch nicht abgeschlossen. Vor einigen Tagen erst hat eines unserer Bankinstitute einen Beitrag von 5000 Mk. gezeichnet, auch von privater Seite wurden in den letzten Monaten noch ganz beachtliche Beiträge gegeben. Immerhin stehen noch eine Anzahl unserer Mitbürger mit ihren Zeichnungen aus, von denen zu erhoffen ist, daß sie sich bei diesem Werke bürger­lichen Gemeinsinnes nicht ausschließen werden.

Erledigt ist die Stelle des BezirkskassierS der Großh. Bezirkskasse Wald-Michelbach.

** Forderung en verjä hren! Vor JahreSschluß tut jeder Geschäftsmann gut, seine Kunden-Konten durchzu- eben, um etwaiger Verjährung von Forderungen rechtzeitig vorzubeugen. DaS Gesetz schreibt eine Verjährungsfrist von 30 Jahren vor; indes hat diese lange Dauer nur für Dar­lehne und ausgeklagte Forderungen Geltung. Forderungen auS Warenlieferungen von Geschäftsleuten an Privatkunden, Mieten, Gehälter, Arbeitslöhne, Honorare, Gebühren 'unb Provisionen verjähren in zwei Jahren; solche von Geschäfts­leuten an Geschäftsleute für Lieferungen zum Geschäftsbetriebe in vier Jahren, ebenso Rentenansprüche, Zinsen, Pensionen unb begleichen. Zu beachten ist, baß bie VcrjährlmgSfrist vom Schluß beS Jahres an gerechnet wirb, im Laufe dessen die Forderung entstanden bezw. fällig geworden ist. Es ver­jähren demnach am 31. Dezember d. I. alle Forderlmgen an Privatkunden auS dem Jahre 1903 und solche auS Ge­schäftsbetrieb, Zinsen usw. aus dem Jahre 1901. Die Verjährung wird verhindert durch erneute Anerkennung der Forderung, diirch Abschlagszahlung oder wo beides nicht zu erlangen ist durch Klageerhebung ober Erwirkung eines Zahlungsbefehls. Falsch ist die vielfach herrschende Meinung, daß eine bloße Mahnung die Verjährung aufhebe. Erfolgt auf Mahnung keine die Forderung anerkennende Antwort, o tritt die Verjährung mit dem Jahresschluß in Kraft.

** Auskunfts- und Fürsorge st eil en für Lun­gen-Kranke. Die Tuberkulose rafft alljährlich in Deutsch­land, insbesondere auch in unserem engeren Vaterlande, Tausende von Menschen dahin. Bezügl»: einzelner Orte ist es geradezu erschütternd, welche Opfer sie fordert. Die Heilstätten sind dazu da, die mit Tuberkulose behafteten Personen, sofern sie noch heilbar sind, zu heilen. Der Ausbreitung der Tuberkulose vor­zubeugen, bafür sollen di? sogenannten Auskunfts- und Fürsorge- stcllen dienen, die wvhl dazu berufen sind, die Grund­lage der ganzen Tuberkulosebekämpfung zu werden. Die Fürsorge­stellen wollen durchaus nicht in die Behandlung des Hausarztes eingreifen, sie wollen vielmehr neben ihm und mit ihm für das fernere Woylergehen der Kranken sorgen, aber auch dann ein­greifen, wenn eine Behandlung durch einen Arzt überhaupt nicht stvttfindet. Sie wollen den Kranken Rat geben, sie mit Ver­haltungsmaßregeln, Spuckflaschen und anderen kleineren Mitteln versorgen. Ihre Aufgabe besteht ferner darin, , die Vorstände der Krankenkassen, die Armenverbände und die Privat-Wohltatig- kcitSvereine dafür zu gewinnen, die Unterstützungen, die sie den Lungenkranken zu geben verpflichtet bezw. gewillt sind, in einer Form zu gewähren, die geeignet ist, die Tuberkulose wirk- sanr zu bekämpfen. Sie wollen die von den genannten Kassen und Verbänden gewährten Mittel richtig verwerten, b. h. die Ausführung der zur Bekämpfung der Tuberkulose getroffenen Maßregeln überwachen, eventuell selbst Mittel gewähren, um der Ausbreitung der Tuberkulose in der Familie vorzubeugen. Sie wollen aufklärend auf das ganze Volk wirken. Jedermann, reich wie arm, wird auf den Kämpf aufmerksam gemacht unb mit der Erkennung der Gefahr ein Bundesgenosse im Kampfe. Auf Anregung deS Vorstandes der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen, Geb. Aegierungsrat Dr. Dietz, soll ein ganzes Retz derartiger Auskunfts- und Fürforgestellen über daS Groß­herzogtum ausgebreitet werben und alle die berufen sind, zur Gesuitdung der Bevölkerung beizutragen, insbesondere die Großh. Kreisämter, Bürgermeistereieir, die Geistlichen, Lehrer, Aerzte, Krankenkassen, daß die Fürso-rgestellen, wenn irgendwo die Not­wendigkeit dazu vorhanden ist, ausgesucht werden. Mit Beginn des Jahres 1906 werden bie ersten Fürsorgestellen, und zwar im Kreise Erbach in den Orten Erbach und Reichelsheim, sowie in der Ernst Ludwig-Heilstätte bei Sandbach i. O., ferner im Kreise Dieburg in Dieburg ihre Tätigkeit beginnen, weitere werden im Laufe das Jahres nachfolgen. Sollen die Fürsorge- stellen aber ihren Zweck voll und ganz erfüllen, insbesondere die unbemittelten Kranken, soweit die Versicherungsanstalt nicht daS Heilverfahren übernimmt, in Heilstätten isnterbringen, für bessere Wohnung und für Erhaltung der Familie sorgen, dann muß auch jeder, dem das Wohl des Volkes am Herzen liegt, das Seine zur Dekämpfiing der Tuberkulose beitragen, was zweck­mäßigerweife auch durch Beitritt zum Heilstätten-Verein geschieht.

Großen-Linden, 27. Dez. Am 26. b. Mts. nachts würbe ein ISjäbrigeS Mäbchen, baS in Be­gleitung seines Bruders von einer Festlichkeit nach Hause gehen wollte, in ber Nähe ber Turnhalle von mehreren Burschen angefallen, zu Boben geworfen unb zu ver­gewaltigen versucht. Auf bie Hilferufe des MäbchenS unb beren Brubers ließen bie Unholde von weiterem Vor­haben ab. Bei ber Genbarmerie ist gegen bie Täter, bie erkannt würben, Anzeige erhoben.

Hochelheim (Kreis Wetzlar), 27. Dez. Unter ben hiesigen Kmbern sinb Masern stark aufgetreten, weshalb bie Schulen geschlossen sinb.

1, Bab Salzhausen, 27. Dez. Dem Vernehmen nach soll in unserem Babeorte demnächst ein Elektrizitäts­werk errichtet werben. Man begrüßt biesen Plan mit Freuden. Vielleicht ließe sich bei Errichtung des Werkes ber Anschluß verschieben er Nachbargemeinben in§ Auge fassen. In der Nähe Salzhausens liegen verschiebene größere Ortschaften mit meistens landwirtschaftlicher, zum Teil industrieller Bevölkerung. Die Bewohner hiesiger Gegend, ein wohlhabendes, fortschrittlich gesinntes Völkchen, beginnen sich lebhaft für den Plan zu interessieren. Wahrscheinlich würben sich einige Gemeinben zur Entnahme von Elektrizität zu Beleuchtungszwecken bereit erklären.

-utenstag rrui) cm niedrere ^eiunoen uauuinm-.' - -

Erdbeben in nordöstlicher Rickitung wahrgenommen. r, r - Erdstoß war heftiger als der erste. Bei Dl a ucn '. L. bei der erstmaligen Probefahrt eines Auto m o b t l s oer lermeifter Döhler am Weihnachtsheiligenabend überfahre so schwer verletzt, ba6 er am wichsten Tage- .verstör . hinterläßt 8 Kinder. Eine in der Nähe von Lille (Man vff

hinterläßt 8 Kinder. urnic in oer ncaije m WL gelegene Fabrik wurde durch eine Feuersbrunst tfxwx. eine Person in den Flammen umkam und drei andere Brandwunden erlitten. Tor Schaden ist behütend.

Rauschenberg, 23. Dez. Gestern starb im von 78 Jahren der Gutspächter I. H. 58romni infa! eines Herz'chlageS. Der Genannte saß auf dem £0D- unb unterhielt sich mit seiner Tochter über daS Backcn ba Festkuchen, als er tot zurücksank. Herr Bronun mar tr­über bie Grenzen feiner Vaterstadt hinaus bekannt. *ii Bürgermeister von Rauschenberg, als Mitglieb der besw'ch,,. Landstände unb als Mitglieb deS preußischen Abqeor^nn hauses ist er vielfach in bie Oeffentlichkeit getreten. Er Dfc trat eine gemäßigt liberale Richtung. (Hess. Landeaz-gi,

§ Babenhausen, 27. Dez. Von gut untern Seite erfahren wir, baß ber Fehlbetrag in der Baden hausener Vorschuß- unb Krebitkassc nach ftQllQE funbener Revision rund 44 000 Mk. beträgt. Dieser Beira, ist seitens ber Angehörigen be3 Rechners ganz qcbtrl worben. Der Rechner erklärt, ^daß die von ihm verwais zur Zeit noch nicht rembierte Stadtkasse, sowie bie fltrd'tn kasse in Orbnung seien, lieber die Verwendung des betragt vermag er keine Auskunft zu geben.

Darmstadt, 27. Tez. Ter Verein hessisz,^ Aerzte hat seinem langjährigen 1. Vorsitzenden, Medizinalrat Dr. Dr aubt, eine besondere Ehre zuteil werde, lassen. In ber Versammlung vom 22. bS. Mts. wurde » zum Ehrenmitgliebe beS Vereins ernannt und ihm am Weih, nachtstage eine entsprechende Ehrenurkunde überreicht.

"Kleine Mitteilungen aus Hessen und d?, Nachbarstaaten. In einem .Hotel in W i c sb a bc n trift» sich am Sonntag abend, während die Angestellten des fcaufa unter dem Christbaum versammelt hatten, der Chemiker Dr sfr i aus Frankfurt a. M. Er lwt die Tat aus Vcrzivei'i,» darüber begangen, daß er vollständig mittellos war. Braut, eine Dame aus dem Nheingau, war vor einiger 3? gestorben, es entstanden Erbschastsstreitigkeiten zwisckxn ihm den Verwandten seiner Braut, die, wie es scheint, nid.t zu seine; Grinsten ausgefallen waren.

Vermiete*.

Der neueste Eise nbahnuu fall. Ter in tlT, schau 4.17 Uhr nachmittags von Bromberg fällige l'crfimni^ erlitt am Sonntag zwischen Maximilianowo und >ilapshrm durch einen Unfall, daß ein Wagen vierter Klasse den Bromberg fahrenden Güterzug streifte. Hierbei erlitten zv-j Personen schwere Verletzungen, sodaß sie in Krankenhaus in Schwetz a. d. Weickffel gebrackn werden mußrt. Zwei Leichtverletzte konnten die F-ahrt fortsetzen.

* Tragödie einer Ehe. Mord und Selbstmord uw?- brachen die Stille der Heiligen Nacht in Charlottcnburg. In Nettelbeckstraße 12 hatte bie junge, hübsche Frau eines So nantd a. D. Alfred Herzger, der in Java BesU-ungen zwei Zimmer inne. Nach hartem Kampfe, ber uac? der Leichen vorangegangen sein muß, hatte der Ehemann, ivi? al gestern ein Telegramm meldete, durch fünf Schüsse seine Sce erschossen unb sich selbst bann bnrch einen Schuß m3 &eg f. tötet. Den noch rauchenben Revolver nahm ihm ber bade- gerufene Arzt Dr. Joseph aus ber Hanb. Die Polizei nahmte u. ia. einen Brief, an dessen Anfang als Motiv MH Worte standen:Wenn du zum Weibe gehst, turji. die Peitsche nicht!" Die Leichen wurden routta n.j dem Sckpauhause geschafft. Herzger und seine Frau nm H» 30 Jahre alt. Er war früher sächsisckwr Offizier. Vn «t. mutet, daß begründete Eifersucht das Motiv war. N» fA Ehe war geschieden. Herzger war aus Java am Abend zurückgekehrt. Bald nach seinem Eintritt in die »M; ist es zwischen ihm und seiner Frau, bie den Weihnaft-dc-.r geputzt, aber noch nicht angezündct hatte, zu schaffm n> lauten Auseinandersetzungen gekommen, worauf schnell die We fielen.

* Festnahme eines Verbrechers rn prarn- k l e i d u n g. Die Berliner Polizeibehörde hatte Nachricht erk-T- daß ein wegen schwerer Urkundenfälschungen und Venintrni-iur seit langem steckbrieflich verfolgter ^früherer Kvufmami namtre Sommer aus Hamburg, sich don Stettin itad) Berlin gjwnM habe. Kriminalbeamte postierten sich am Sonntag tw «n Perron des Stettiner Bahnhofs zur eventuellen FeirniM t» Verbrechers. Endlich entflieg entern Frauenabteil egt taff- deren fiappierende Lbchnlichkeit mit dem gesuchten WkW den Beamten auffiel. Sie boten galant berTarnt" und Geleit an, bis nach dem Untersuchungsgefängnis m wm wo mit bet gegenseitigen Vorstellung die Temaskimml oe Frau" stattfand. Jeder Zweifel an ihrer PersönluMl toc

damit beseitigt worden. .

* Kündigung nicht vergessen? Für die nmt- Wohnungen läuft jetzt die Fri'-I ab, innerhalb deren zum 1 gekündigt werden kann. Wer alio zu Ostern ziehen will, vn nickst zu kündigen! An welchem Tage spätestens die jlüu erfolgen muß, wird im allgemeinen im Mietsvertragc fein. Ihn sehe man daher daraufhin durch. Wird zum ' darin bestimmt, wie es sehr häufig geschieht, daß drei und drei Tage vorher gekündigt werben muß, so ist der iri KünbiMlngstag Donnerstag, der 28. Dezember. Istber ' Kündigungsfrist nichts vereinbart wvrden, so gilt -- unter r Voraussetzung, daß nicht auf einen Monat oder eine n» kürzere Zeit gemietet worden ist bie Vorschrift des 5 Absatz 1 deS Bürgerlichen Gesetzbuches, wonach die 'nnW« spätestens am dritten Werktage des Vierteljahres zu hat, dieSmal also spätestens Donnerstag, 4. Januar: ber 1. Januar gilt als Feiertag. Die Kündigung wird sam in dem Augenblicke wo sie der anderen Partei ^ern, daher ist daraus zu achten, daß sie spätestens am UW *7 digungstag bereits in ben Händen ber anderen Partei iit hält diese sie erst am darauffolgenden Tage, so 'st i,c [bätet, selbst wenn sie am letzten KündigungStage abgesanol vx Den ist. «... it

Kleine Tageschronik. In Berlin stunü auS bem Femtcr ber 23ohnung seiner Schwester der Regieru - baumeister Siebert auf bie Straße und war sofort tol - zeigte in letzter Zeit ein aufgeregtes Wesen, .was man am ' arbeitung zurückführt. Dort ist ber Professor Morih M en der im Juli v. I. wegen Betruges zu zwei Jahren <

verurteilt wurde, aus der Hast entlassen worWn. - _ Frau, die eine Gefängnisstrafe von einem Jahr 3 Mornnni litten hatte, ist bereits feit längerer Zeit in Frechem einem Anfall schwerer nervöser Ueberrcizung ,hat

Regierungsrat Georg Ahlemei) er in G b n r' ® lL bürg in seiner Wohnung erschossen. Jai Niedreren ber Schweiz unb Tirol wurde am Montag nncrtb nn Dienstag früh ein mehrere Sekunden dauerndes wellmwmn *

vom Besten