Ausgabe 
27.12.1905 Erstes Blatt
 
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des Wahlrechtes berechtigten Bürger werden in zwei Gruppen eingeteilt. Zur ersten Gruppe gehören diejenigen, die in jedem der drei vornngegangcnen Jahre ein Ein­kommen von mehr als 2500 Mark versteuerten. Zur zweiten Gruppe gehören alle übrigen wahlberechtigten Bürger. Tie Wahl der 160 Mitglieder der Bürgerschaft geschieht in der Weise, daß 80 durch alle Bürger gewählt werden, 60 durch die Grundeigentümer und 40 durch die Mitglieder des Se­nates und der Bürgerschaft und die Mitglieder der Gerichts­und der Verwaltungsbehörden.

Aos Stadt and Kaod.

Gießen, den 27. Dezember.

" Ordensangelegenheit. S. M. der König von Preußen hat dem Hauptmann v. Hake im 3. Garde-Jeld- artillerieregiment die Erlaubnis zur Anlegung des Ritter­kreuzes 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen erteilt.

"Personalien. S. K. H. der Großherzog haben bem Oberleutnant Suntheim im Infanterie-Regiment von der Marwitz (8. Pommerschen) Rr. 61, seither im 4. Großb. Infanterie-Regiment (Prinz Karl) Nr. 118, da? Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großm. ver­liehen. S. K. H. der Großherzog haben den Landge- richtSrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Fried. Buff zum Oberstaatsanwalt am Landge­richt der Provinz Rheinhessen ernannt. S. K. H. der Großherzog haben den Bezirkskassier der Bezirkskasse Wald- Michelbach, Regierungsassestor H. Lohnes zu Wald- Michelbach unter Verleihung des Titels Finanzamtmann zum Kontrollbeamten der Lokalkassestellen des Bezirks Mainz ernannt. Der zweite Vorstandsbeainte der Darmstädter Reichsbankstelle Bankastestor Brandenburg wurde zuni Kaiser!. Bankrat ernannt.

" Hilfsaktion für die Deutschen in Rußland. Die Leser finden im Inseratenteil unserer heutigen Nummer die Einladung zu einer öffentlichen Versammlung unteczeichnet von einer großen Zahl unserer angesehensten Bürger aus den verschiedensten Kreisen. Es handelt sich um Hilfeleistung für die von der Revolution vertriebenen und nach Deutschland geflüchteten Deutschen Ruß­lands. Wir wollen nicht unterlasten, auch an dieser Stelle auf die Einladung aufmerksam zu machen, die sich an alle Kreise des Volkes wendet, und sprechen die Erwartung aus, daß die Versammluug so zahlreich besucht sein werde, wie es der gute und große Zweck ^erfordert. Was aus den vielen Tausenden unserer Volksgenosten, die bisher im rus­sischen Reiche Heimat und Beruf hatten und nun plötzlich beides verloren haben iind obdachlos, zum Teil völlig mittel­los dastehen, was in Zukiinft aus ihnen werden soll, ist eine schwierige Frage, deren Beantwortung faum ohne Teilnahme des deutschen Reiches und seiner Staaten möglich ist. Für den Augenblick aber galt e§, der dringendsten Not durch rasche, tatkräftige Hilfe zu begegnen. Hier können und dürfen wir nicht auf unsere Negierungen warten. Dos deutsche Volk muß und wird selber Hand anlcgen und Hilfe bringen! Wir wiederholen: der Ruf er geht an alle, und jeder Beitrag ist willkommen!

* Gestörter WeihnachtSschmauß. Der übel be- leumiindete Arbeiter L. aus Großen-Buseck hatte in voriger Woche in einem Hause der Wallthorstraße gearbeitel und bemerkt, daß die Hausfrau eine ailsgenominene fette GanS ziim Auslüften vor das Fenster gehängt hatte. Diese Gans hatte er sich 311111 WeihnachtSschmauß ausersehen und er entwendete sie am Freitag abend, brachte sie in seine Schlafstelle und gab an, er habe sie von Großcn-Buseck mit­gebracht. Sofort wurde ein Teil der Gans gekocht und ver­zehrt und als am SamStag nachmittag die Polizei nach der gestohlenen Gans auch bei L. Umschau hielt, waren dieser und sein Logisgeber gerade nocb mit Herstellung des Restes des Gansbratens beschäftigt. Die polizeiliche Störung war unangenehm; L. gab zwar an, er habe die Gans von einem Unbekannten gekauft, allein in dieser Richtung konnte er der Polizei nicht imponieren, da er ihr zu sehr als Langfinger bekannt war.

Dieb stähle. In der Nacht vom 23. auf den 24. l. Mts. stiegen Diebe in die Speisekammer eines Hauses in der Crednerstraße ein und entwendeten ca. 9 Pfund Fleisch.

'* Roheit. In einem HauSgarten in der Marburger Straße wurde am 24. l. Mts. abends ein Zier-Fichten- bäumchen von roher Hand ab geschnitten und ent­wendet. Jedenfalls hat das gestohlene Gut als Weihnachts. bäum Verwendung gefunden. Zu gleicher Zeit wurde an einem Hause derselben Straße eine Fensterscheibe ein- gew orfen.

" Körperverletzungen. Am 24. l. Mts. abends kam es in einer Wirtschaft ernt Asterweg zwischen Zivilisten und einem Soldaten zum Streit. Letzterer trug dabei mehrere Kopfwunden davon. Auf der Lahnbrücke fand am 1. Feiertage nachmittags eine Schlägerei zwischen Arbeitern statt, infolge deren ein Arbeiter an einem Auge ziemlich schwer verletzt wurde.

"Brand. In der Nacht vom 25. auf 26. l. Mts. bemerkten Bewohner eines Hauses am Marktplatz starken Rauch in einem Zimmer. Da auch eine Wand sehr heiß gefunden wnrde, öffnete man das Zimmer und fand, daß ein Holzbalken in der Nähe des Kamins angekohlt war.

" Eisenbahn-Unglücksfälle. Von einem Guter- $ug überfahren und getötet wurde am Sonntag vor- mittag auf dem Betzdorfer Bahnhof der 21 Jahre alte Bremser Schaum aus Leihgestern. Der Güterzug hatte in zwei Teilen rangiert, war zusammengesetzt worden und sollte nach Gießen abfahren. Da ertönte im letzten Augen- blick vom Ende des Zuges daß Haltsignal, und als das Personal hineilte, fand es den Bremser Schaum zivischen den Schienen tot am Boden liegen. Der Brustkorb war ihm eingedrückt und ein Arm lag einige Schritte entfernt. Wahr­scheinlich ist der Verunglückte beim Zusammenkoppeln der Wagen zwischen die Puffer geraten, erdrückt und von den folgenden Wagen überfahren worden. Der erst seit kurzem verheiratete Schaum ivar seither auf dem Güterschuppen tätig und trat vor einigen Wochen in den Fahrdienst. Em anderer Unglücksfall trug sich am Freitag abend auf der Lahnbahn zu. Bei Dausenau sprang ein Arbeiter

vom langsam fahrenden Zug ar\ Später fanden ihn Bahn­bedienstete tot auf dem Bahnkörper. Er hatte sich den Kop zerschmettert. Er hinterläßt eine Witwe und mehrere Kinder.

A Watzenborn - Steinberg, 25. Dez. Ein Ve teran von 184 8 49, Joh. Weiß IV., wurde gestern zu Grabe getragen. Er ist 81 Jahre alt ge­worden und war das älteste Mitglied des hiesigen Krieger­oereins, der ihm das letzte Geleit gab.

et. M a i n z, 26. Dez. Die Submission für die Fleisch! ieferung an die Truppen der Garnison Mainz für die Zeit vom 1. Januar 1906 ab hat ergeben, daß alle bisherigen Lieferanten für die einzelnen Fleischsorten höhere Preise forderten. Die Mehrforderungen für die nächsten Lieferungen sollen sich auf 30 00040 000 Mark belaufen.

fc. Frankfurt a. M., 26. Dez. Am Sonntag vor­mittag um 11 Uhr fand auf dem Sachsenhäuser Friedhöfe die Beerdigung der Familie Wcndlandt bei sehr großer Beteiligung von Leidtragenden und Neugierigen statt. Die Leichen ruhten in 4 einfachen schwarzen Armensärgen, die in neben einander liegenden Gräbern versenkt wurden, zuerst Vater und Sohn, dann Mutter und Tochter. Nachdem sich die Erde über dem letzten Sarge geschlossen hatte, er­suchte der AbteilungZchef der Verkehrskontrolle in Darmstadt, Börst, die Anwesenden ein stilles Vaterunser zu sprechen. Dann legte Oberlehrer Kistinger vom Darmstadter Pädago­gium, dem der Sohn Hermann angehörte, einen Kranz nieder. Er warf die Frage auf, ob es notwendig gewesen sei, die beiden jungen Menschenkinder mit in den Tod zu nehmen. Ein tröstliches Moment leuchte aus dem tragischen Ereignis hervor: daß es die unüberwindliche gegenseitige Liebe war, die die Vier gemeinsam ins Grab zwang. Einen letzten Gruß vom Karlsruher Mädchengymnasium brachte unter Niederlegung eines Kranzes Prof. v. Sallwürck. Erwähn! sei noch, daß die Särge mit Kränzen geschmückt waren, für deren Beschaffung in erster Linie die Mitschüler Hermann'S vom Darmstädter Pädagogium gesorgt hatten.

Marburg, 24. Dez. Zu der in Nr. 301 gebrachten Notiz, daß in Wetter eine geistesgestörte Frau ihre Kleider mit Petroleum begossen, angezündet und dann in brennendem Zustande auS dem 2. Stock aufs Straßen- pstaster gesprungen sei, wo sie mit zerschmettertem Schädel liegen geblieben sei, ist zu bemerken, daß eS sich gar nicht um Wetter im Kreise Marburg, sondern um Wetter in Westfalen handelt. Die betr. Nachricht war der Kaffeler Zeitung von ihrem Marburger Korrespondeten zugegangen; der Druckfehlerteufel hatte aber aus Warburg Marburg gemacht.

* Das neueste Eisenbahnunglück. Ein Schnell­zug ist am 23., ix M. bei der Einfahrt in den Bahnhof Star- gardi.P. auf drei im Nebengleise stehende Maschinen und zwei Güterwagen aufgefahren. Einige Passagiere und ein Heizer >v-urden verletzt, 5 Maschinen und 7 Wagen besMdigt. Die Ursache ist noch nid# bestimmt aufgeklärt.

Bon der Gräfin Montiguo so. Aus angeblich her­vorragend guter toskanischer Quelle wird derB. Z. am Mittag" mitgeteilt, daß die Gräfin Montignoso vor einigen Wochen unverhofft in Lindau cingetrosfen sei, angeblich um ihre Eltern zu besuchen, in Wirklichkeit aber, um ihren ehemaligen Gatten, den König von Sachsen, der sich auf der Jagd befand und dabei bei dieser Gelegenheit Bayern berühren sollte, zu sprechen. Die Gräfin habe in München bei einer Freundin die Rückkehr des Königs von der Jagd abwarten wollen. Mit der ihr befreundeten Prinzessin Therese habe sie vergeblich eine Zusammenkunft herveiznsühren gesucht. Auf einen Wink der Polizei und auf Drängen der Großh. Toskanischen Familie habe die Gräfin indessen Bayern wieder verlassen, ohne ihren Zweck, den Gatten zu sehen, erreicht zu haben, denn der König ei gewarnt worden und habe eine andere Ronte gewählt. Auch vom Vorhaben der. Gräfin, nach Dresden zu gehen, um ihre Kinder zu sprechen, habe eine VertrauenSpersvn sie abgebracht.

* Für Philatelisten. Am 1. Januar werden bekannt­lich hundert Jahre seit der Erhebung Württembergs zum Königreiche verflossen sein. Aus diesem Anlasse sind mit Genehmigung der Kgl. Württembergischcu Generaldirektion der Posten Jubiläums-Briefumschläge mit eingeprägten amtlichen Wertstempeln zu 2, 3, 5 und 10 Pfennigen erschienen. Außer diesen Wertzeichen zeigen sie einen auf das geschicht­liche Ereignis bezüglichen bildlichen Schmuck, bestehend in den Porträts des ersten Königs, Friedrichs I., und des jetzigen württ. Monarchen, Wilhelms II., die auf Lorbeerzweigen ruhen und von der Krone und den Jahreszahlen 1806 und 1906 überragt werden, dem Landeswappen mit dem Wahlspruche ,.Furchtlos und treir/z, über welchem der königliche Aar seine Schwingen breitet, und der Ansicht des Stammschlosses der Herrscknrfamilie. Den Vertrieb dieser im ganzen Reichspostgebiete giltigen und auch für den Verkehr mit dem Auslände zugelassencn Umschläge, von denen eine Serie 1 Mk. kostet, hat die Firma Markenhaus Ferd. Redwitz in Stuttgart ub mummten.

* K l e ine Taaeschronik. Bei Leipzig inurbe auf dein Gelände des Bahnumbaues der Aue-Aderfer Strecke, der zwanzigjährige technische Arbeiter Lnkesdik ermordet cnckgefunben. Tie Tat ist mittelst Spitzhacke begangen, die noch in dem Schädel des Ermordeten steckte. Es liegt Raubmord vor. Der Täter tst bisher unbekannt. In v a b e n h a u s e n bei Bremen ereignete sich eine A e e t v l e n e r v l 0 s i 0 n , durch die zwei Personen ge­tötet und ein Stromwärter lebensgefährlich verletzt wurden. Die Ursache der Erplosion ist unbekannt. Bei einem Feuer, das in einem von 7 Familien bewohnten Hause in Bergen auf Rügen ausbrach, verbrannten drei Kinder. Mehrere Personen erlitten schwere Branpverletzungen. In M a r s e i l l e überfielen 10 bewaffnete Männer einen Postwagen, erschlugen den V 0 st i l l 0 n und r a u b t e 11 den Inhalt, der aus Brcessäcken, Wertsendungen und Telegrammen bestand.

Kunst und Wissenschaft.

Felix Philippis neuestes SchauspielDer Helfer", dos am Durgtbeater in Wien seine Uraufführung mit Erfolg erlebte, gelangte inNord und Süd" (Breslau, Schle- iscke Verlags-Anstalt von S. Schottlaender) zum erstmaligen rlbdruck. Das Januarheft der Zeitschrift bringt die beiden ersten Mte. Bühnenwirffamkeit ist auch diesem Stücke Philippis in hohem Grade zu eigen: ohne lange und langweilige Exposition etzt die Handlung gleich sckmrf ein und entivickelt sich alsbald in flottem Tempo unb stets gesteigerter Spannung^ Dem Thema, den vorgcsührten Personen und dein ganzen Milieu nach ist das Schauspiel durchausmodern", und dürfte nach den zahl­reichen Mißerfolgen ht der neuesten dramatischen Literatur als ein ebenso zugkräftiges, wie Interesse erweckendes Stück das Repertoire vieler deutscher Bübaren beherrschen.

Dniversttals-'Nachrichten.

he. Wie unS aus Wien gedrahtet wird, hat Hofrat Profeffor Dr. Albrecht Penck den Ruf an die Berliner Universität als Nachfolger des rerharbeiten Professors der Geographie Geh. Negieruuqsrat Dr. Ferd. v. Nichthofen eudgiltig a n g e u 0 m m c n.

M ü n ch c n , 26. Dez. Die Privatdozenten an der hiesigen Universität Dr. Karl Voll, zweiter Konservator an der köniql. Zentral-Gemäldegalerie unb Dr. H. Brunn, Bibliothekar an der

Techn Hochschule, wurden zu öonorarprofetforen ht brr sophnchen Fakultät ernannt. Tie Privatdorenten "I q \ ,la6 Dr. V. Lau g h e i u i k e n , Dr. I. A m a nn, Dr K Bo unb Dr. W. Dtck m a nn , sämtlich vn der Untverfrtät fotüte der Prwatdozent Dr. P. Römer an der Un-ve-'n"-> t bnrg wurden zu a. v. Professoren ernannt: Dr. FrikÖ»?.. * ' <u»s .vraukiurt a M tst als Privatdozent für Mathematik in L* Palast nrafultat ber Unmerntat München ausgenommen roorV,? . '."start' 26. Dez. Die beiben akabemischen Festf,^,

ber 2 e cfj n t f * e n Hochs ch n l c zur «cburtvtaq§ffIer 2 Großherzogs unb zur Rektoratsnbergabe von Pro'' Dr <i). . ®eB Geh. Hoirat Dr. Dingeldey unb Geh. Baurat Gütern,«?» gehaltenen Reben liegen nunmehr im Druck vor.

Krrichtslaal-

B erlitt, 23. Dez Das Kriegsgericht der 1. Garde-^jvili». verurteckte wegen Mißhandlung eines Rekruten dm etlInn5U 18 ^t>9cn Mittelarrest und den Untcroniucr zu 3 Monaten Gefängnis und sofortiger Verhaftung

K 0 ttbus, 23. Dez. Im Prozeß wegm des'Zdrem Merger Eisenbahnunglücks wurden der Statiow.-Mn^ Stullgys zu 1 Jahr 4 Monaten, brr WeickenUL r-chm'.dt zu einem Monat Gefängnis verurteilt, der netter Wiedem-nn freigesproch^n. Ter Staats.-imvalt hatte ^tullgys 3 Jahre, gegen Wiedemann und Schmidt je 6 beantragt.

Braunschweig, 23. Dez. Der 1891 zum Tode verurteilt«, und zu lebenslänglichem Zu'thaus begnadigten K i n de m örheZ rin Pieneza k wurde vom Regenten Prinzen Albrechts Reit der Strafe auf dem Gnadenwege erlassen.

Stuttgart, 23. Dez. Das hiesige echmiraeridn PerurtciTt, nach dreitägiger Verhandlung den ledigen, 26 Jalwe alten Helm Stürner auS Aidlingen wegen Totschlages, beflQnwi an der 35 Jahre alten Witwe Hetzer daselbst, mit her er früh­em Verhältnis unterhalten hatte und das nicht ohne ?<?>- aeblieben war, zu 11 Jahren Zuchthaus und 10 Ehrverlust. Stürner hatte die Witwe Heber in ihrer Vohnuna damit die Folgen des Verhältnisses nickst entdeckt würden n der Nacht zum 23. Oktober überfallen und erdrosselt unb bi. Leiche an einem Bettpfosten aufgehängt.

Arbeiterbewegung.

Unter den Bergarbeitern Böhmens agitieren mM, reiche ans Deutschland zugereiste Individuen für einen im Hrüb. iahr zu veranstaltenden Generalstreik sämtlicher östz-i, ck'ischer und deutscher Bergarbeiter. Zu diesem Zweck soll na5 Neujahr eine 2025 proz. Lohnerhöhung ausgestellt 1«» den, und falls diese nickst bciöiUigt werden sollte, anfangl Februar der Termin für den Beginn des Riesenbergarbciterstätz festgesetzt werden.

Märkte.

0 M arburg , 26. Dez. Für 1906 sind die Märkte»! folgt bestimmt: 2. Februar, 26. März, 1. Mai. 2. Uj, 27. September, 19. November und 31. Dezember Stammarfl: 16. Februar, 8. März, 19. 2lpril, 17. Mai, 21. Juni, 12. W 9. August, 6. September, 11. Oktober und 15. November markt. 15. März und 25. September Pferdemarkt (letzterer tri, Verlosung^.

Familien Nachrichten.

Gestorben. Frau Jakob Kunz, Elisabethe geb. k«n>. Nauborn.

Vermählte. Herr Wilhelm Finkbeiner, Marburg a 2. r: Frau Ida Finkbeiner, aeb. Ludwig, Deffam

Verlobte. Fräulein Marie Simon, Bruckenatt (Stabfi, mit Herrn Valentin Deraenröther, Marburg a. b. L. Fräulein Arn Dill, mit Herrn Wilhelm Rosenbaum, Lauterbach. ftrte Bertha Schueiber, Schwabeurob, mit Herrn Karl Jäckel, Sniif. - Fräulein Gusti Veltman, mit Herrn Abolf Dolger, ®ft|lar.- Fränlein Auguste Seliamann, Wetzlar mit Herrn Hermann Mn, Nieber-Florstadt, bet Friebberg i. H.

3ii6?ng Büß dtll SffliiifßBmlortßillrni brr SfflM fitin Ztufacbotc.

Dez. 17. Lndivig Michel, Taglöhner in Wieseck, mit Elisabeche Kehr dahier.

Eheschließungen.

Dez. 16. Konrad Hebberich, Taglöhner dahier, mit Marie Gäbe hierselbst. Hermann Grob, Brauer dahier, mit Helme Größer hierselbst. 19. Johannes Menges, Steiger babicr, mit Friederike Karoline Schleich, geb. Jungst hierselbst. 21. Rad Haas, Bäckermeister dahier, mit Mirnca Weise bierftlbft. - Salomon, gen. Sally Joseph, Kaufmann dahier, mit Jenny hierselbst.

Geborene.

Dez. 10. Dem Fuhrmann Lltbwig Becker IX. ein Sohn Ludiviq Heinrich Philipp. 13. Dem Küfer August Klenrmrath ein rebn. 14. Dem Lehrer Christian 91 (bad) ein Cohn. Dem ^äcet Ludwig Kroneberg eine Tochter Anna. 15. Dem Sckrnym-^ Georg Stock ein Sohn Arthur Nikolaus Emil. 16. Dem mann Wilhelm Schäfer ein Sohn. Dem Taglöhner Emil Hertrich ein Sohn Otto. 17. Dem Bierbrauer Johann 'l'ltcbael Engert ein Sohn. Dem Maschinenputzer Konrad Hedtricb em Sohn Karl. Dem Viehhändler und Metzger Ernst Fleck ein tob*' Walter. 18. Dem Studenten unb Kandibaten der Mebtzin vim Helm Emil Goetz ein Sohn Karl Wilhelm 9lbolf. Dem vtil* gehikfen und Maffeur Louis Kratz ein Sohn Ludwig. 20. -cm Straßenkehrer August Sdtanmburg eine Tochter Minna. Bahnarbeiter Heinrich Vorig eine Tod)ter Sofie.

Gestorbene.

Dez. 15. Kurt Arthur Ewald 9lrnold, 2 Jahre alt, 3olm brf TaglöhnerS Karl Friedrick) 9lrnolb dahier. 16. Karola velene Treppmger, 1 Jahr alt, Tochter des Kutsckters August dahier. 17. Theodor Dapper, 4 Jahre alt, Sohn des Premftcd Balthasar Dapper dahier. -- 18. Elisabeth May, 79 Iolue alt, Wäscherin dahier. 20. Heinrich Haun, 37 Jahre alt, Gartner dahier. _

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