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4.4.1905 Erstes Blatt
 
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Die Vorbereitungen für die Schillerferer herRkün- fterschen Studentenschaft hat, wie uns aus Munster geschrieben wird, ein Fellausfckmß in die..Hand genommen, der sich aus je vier Mitgliedern des akademischen Lehrkörpers und der Studentenschaft zusammenseht; es sind dies: Professor der roman. Philologie, Dr. Andresen, Professor der deutschen Ptzsto- logie Dr. Schwering, Musikdirektor und-Lektor für^Mustk Dr. Niesten und Privatdo^ent für Dmstgeschichte Dr Koch fotote: der Dorsihende derLiterarischen Gesellschaft cand. phtl. Denke! lNeo-Nstaticri als Vertreter der katholischen Korporationen, cand. Vhil. Dangemann ineuvhilolog Verein Guestsalia) als Vertreter der liberalen Korporationen, der Vorsitzende des. lmterkorpora- tiven) akadnnischen Gesangvereins cand. Phil Greben als Ver­treter der Ni^tinkorvori'»rten und cand. matb. Kunsemuller (wrtstl. Verbindung Wingolf) als Vertreter der zwischen brn katholischen nnd den liberalen Korporationen rangierenden Gruvpe Die Negie. die schwiege Probleme bietet, ruht m den Landen des Dr Koch Die Feier, die erst am 22. Mai stattfinden kann, soll sich im Rahmen eines Festkommerses halten. Sofort nach Er­öffnung d"s Kommerses wird ein von einem 'Lti'dmten gedichteter Prolog gesvrochen, dem dann die AufftchrungWallensteins p a g e r" folgt Die letzte Strovhe des ReiterliedesWohlauf, Kameraden", die von trr ganzen Versammlung a''fgenommm wird, leitet zu dem eig-mtlichen Kommerse über. Die Theaterauffubrung soll bei einerVolksfeier" wiederholt werden, wozu der akade­mische Gesangverein das neue Melodramadas Eleusische Fest vortragen wird.

Arbeitcrbcwegung.

Mainz, 3. April. Auch hier sind die B r a u e r e i a r b e i - ter in eine Lohnbewegung ein""treten. Sie stellen fast dieselben Forderungen, wie sie von den Frankfurter Brauerei-- besitzern ib^n Arbeitern bewilligt worden sind. Vorerst haben hier die Vnauereiinhaber den Forderringen gegenüber eine teil­weise ablehnende Daltung eingenommen.

Frankfurt, 4. April. In einer öffentlichen Schneider- »nd Schneiderinnen-Versammlung referierte Gau­leiter Minis über die Entwicklung und Notwendigkeit vonTarif- ,bertragen im Schneidergewerbe. Angesichts der Vorteile, die dem Ärbeitertrlm des Buchdriickeraewerbes aus dem einheitlichen Lohn- taris erwachsen, sei es unverständlich, daß in derSckneiderstadt" Frankfurt nicht der richtige Zug in die Bewegung komme. Es manaele eben an der einmal notwendigen Solidarität.

Köln, 3. Avril. Hier greift die Lohnbewegung . unter den Dandwerk"rn bedenklich um sich. Nachdem die A n st r e i ch e r- gehilsen sämtlich die Arbeit niedergelegt haben, sind auch die S ch n e i d e r in den Ausstand getreten. Desgleichen ver­langen die Sattler Verkürzung der Arbeitszeit und Lohn­erhöhung. Ein Ausstand in der Brauerei Dlteburg hält an. Zn vier Volksversammlung^ wurde beschlossen, den Bovkott über die Brauerei zu verhängen und so lange im Ausstande zu verharren, bis die gemaßregelten Arbeiter wieder eingestellt sind. Der Bohkottschutzverband der rheinischen und westfäli­schen Brauereien beschloß darauf, daß 34 größere Brauereien von Köln und Umgegend ab 5. April sämtliche der Organisation angehörige Brauereiarbeiter aussverren bezw. ihnen kündigen, weil über die Kölner Brauerei Alteburg der Boykott verhängt wurde, da diese Brauerei zwei Brauer entließ, obwohl das Sckied^aer^t enllck'"d sie s"i"u *it Reckst entlassen worden.

Kirchliche a rfj r t (fi t e n* Evangelische Gemeinde.

3tt der JohanneSklrche.

Mittwoch den 5. April, abends 6 Uhr:

5. Passions-Andacht.

Plärrer IX Schlosser.

Liandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

3^2 pro z. neueReichsanleihe. Die neue Reichsanleibe ist mit'dem großen Konsortium bei der Reichsbank unter Vorsitz ihres Präsidenten Dr. Koch gestern vormittag zum Msmluß getarnt. Der Ueberuehmpreis ist mi<- 100.50 Proz. ftstaestellt, bT Zeichmmastag wird am nächsten Montag den 10. Avril sein. Der Prospekt dürfte morgen, spätestens übermorgen zur Veröffent­lichung gelangen. Ganz neuartig sind die Modalitäten, unter denen die Anleihe diesmal an den Markt kämmt, und Konzert­zeichner abgehalten und zugleich eine festere Plazierung der neuen Anleihe angestrebt werden soll. Es erhält nämlich das Uebernahme- konsortium die Anleihe mit der Auflage für den Zeichnungspreis, sie zu 101,10 Proz. denjenigen Zeichnern zu geben, die den ihnen z"geteilten Betrag in das Reichsschuldbuch eintragen lassen und diese Eintragung dort bis 15. Oktober d. I. sperren: den übrigen Zeichnern ab-r 101 20 Proz. zu berechnen unter möglichst

weitgehender Begünstigung solcher Zeichner, dir ebenfalls eine Sperrvervflichtung von 6 Monaten auf sich nehmen.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 5. April 1905: Trüb, milder, besonders nachts; geringe Regen- sälle, vor allem in Oberhesten; zeitweise windig.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Ariginat-Aravlmeldunnen.

London, 3. April. Unterhaus. Bei der Beratung Über den Militäretat bringt Churchill llib.s einen Antrag auf Herabsetzung des Etats um 1 Million Lstr. als Protest gegen die Höhe des Etats ein. Er sagt, die Gefahren hin­sichtlich der Verteidigung Indiens wären weiter entfernt als je vorher. DaS englisch-französische Abkommen und der Krieg, im fernen Osten hatten die englische Stellung in Indien nicht weniger sicher gemacht. Edward Grey flib.) sagt, es müsse daran erinnert werden, daß die r u s s i s ch e M a ch t sehr geschwächt sei. Aber wenn das Resultat des Krieges im fernen Osten mürbe,, baß dieser Teil der Welt für lange Zeit außerhalb der russi?hen Politik löge, so könnte das bedeuten, daß sich das Ziel der russischen Politik in Zuerst mehr arf andere Teile der Welt konzentriere könnte. Ich stimme mit Churchill - überein, daß, obgleich die russischen strategischen Eisenbahnen näher an die indische Grenze gerückt sind, dach ein ernstlicher Angriff auf die Grenze entfernter als je sei. Wenn England seine Grenzen weiter ausdehnte, würden zweifellos größere militärische, Forderungen gestellt werden. Wenn die englische Politik aber eine Derteidig- ungsvolitik wäre, bliebe die Situation unverändert.,

Paris, 4. Avril. Hier gilt es als wahrscheinlich, daß am nächsten Donnerstag nachmittag eine Zusammenkunft zwischen König «Eduard und dem Präsidenten Loubet stattsinden wird. Es sollen bereits diesbezügliche Un­terhandlungen zwischen der französischen und englischen Kabinetts­kanzlei stattsinden. Bestimmtes verlautet jedoch bisher nicht.

Paris, 3. Avril. Senat. De la Marzelle drückt die An­sicht aus, daß die Reise Loubets nach Rom die ern stellen Folgen für Frankreich zeitige. Delcassö widerspricht diesen Ausführungen und sagt, es sei für eine unabhängige Nation unzulässig, daß sie ibre Beziehungen zum König von Italien den Beziehungen des Königs zum Vatikan und den Beschwerden, welche der Vatikan gegen Italien geltend, mache, unterordne. Bei dem KapitelAusgaben für die Polizei" ftaat C l e m e n - c e au an, ob Frankreich mit Ausübung einer Polizei in Marokko betraut würde. D e l c a s s 6 erwidert, es beständen gemischte Kommissionen, die mit der Aufrechterhaltung der Ord­nung in den auf beidm Seiten der Grenze geschaffenen ge­mischten Märkten. Ein Teil des zur Beratung stehenden Kredits ist für Besoldung der französischen Kommissare bestimmt, der Rest für Dilfeleistungen, die dem Vorgehen Frankreichs in Marokko den wahren Charakter geben werden.

Petersburg, 4. April. In Briefen an seine Ge­mahlin unb Freunde klagt Admiral Roschdjeswenskr; sehr über die Lage der Flotte bei Madagaskar. Unaus­gesetzte Skandalaffären der Matrosen erfordern drako­nische Strenge. Die Schiffe könnten infolge des Mangels an Gastfreundschaft die erlittenen Schäden nicht ausbeffern.

Petersburg, 4. April. In nächster Zeit beginnt der Prozeß gegen den Mörder des Großfürsten Sergius. Dazu begibt sich nach Moskau eine Abordnung des Senats, bestehend aus dem Präsidenten Deyen und sechs Mitgliedern. Zum öffentlichen Ankläger wurde der Ober­prokurator Sszhtschegolotow ernannt. Es ist bisher nicht gelungen, die wahre Persönlichkeit des Mörders festzu­stellen. Er wird wahrscheinlich als namenlos verurteilt werden. In Moskau erhält sich das Gerücht, daß der Akte n- täter der hohen Aristokratie angehört.

Warschau, 3. April. Ein Unbekannter schoß heute abend in der Delnjastraße aus den Revieraufseher. Dieser wurde leicht verwundet. Der Täter entkam. Später wurde in der Wolskestraße ein Städtwächter überfallen und durch einen Messerstich in das Herz schwer verwundet.

Moskau, 3. April. Der Aerztekongreß ist heute in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums zusammenge­treten. Der Vorsitzende, Dr. Jelpatewsky, eröffnete in Gegenwart von etwa 1000 Aerzten die Versammlung mit einer Ansprache, in der er bemerkte, es sei bis jetzt die Frage gewesen, ob die Regierung Vertrauen zum Volke habe, jetzt hätten sich die Zeiten geändert und jetzt laute die Frage: Hat das Volk noch Vertrauen zur Re­

gierung? Hierauf forderte er die Anwesenden» auf, A Ehren der am 22. Januar gefallenen Opfer sicht zu er­heben.

Port Mahon, 3. April. Der Generalkapitän bett Balearen Ortega erhielt ben Roten Ablerorben 1. Kl., bev deutsche Konsul eine wertvolle Busennabel re. Der Kaiser war von bem Aufenthalte sehr befriebigt unb richtete ein sehr reunbliches Danktelegramm über ben schönen Empfang unb bie Hulbigungen von feiten bcr Bevölkerung an ben König von Spanien.

Tanger, 4. April. Graf Tattenbach, der frühere diplomatische Vertreter Deutschlands in Tanger und zurzeit deutscher Gesandter in Lissabon, w'rd noch einige Zeit hier verweilen. Man mißt seinem hiesigen Aufenthalt in An­betracht der Lage große Bedeutung bei. Der Vertreter des Sultans gab zu Ehren des Grafen Tattenbach ein großes Fest. Der Vertreter des Sultans stimmte dem Kaiser in der Auffassung bei, daß in Marokko zwar Reformen an­gebahnt werden sollten, daß man sich aber damit nicht überstürzen dürfe, weil man es vermeiden müsse, drei religiösen Gefühle der Bevölkerung zu verletzen? -

Newy 0 rk, 4. April. Der japanische Finanzagent Baron Kaneto entwickelte in einem von ihm gehaltenen! Vortrage eine erstaunliche Perspektive von japanischen Mis­sionen. Er gestand ein, daß die Japaner einen Rassel und Religionskrieg gegen Rußland führten. Dev Westen würde gezwungen werden, die Asiaten zu respek­tieren. Der Osten habe gewaltige, gegen den Westen mitt* dellens ebenbürtige Kräfte. Tie Zukunft würde einen west- lich-europäisch-amerikani'chen sowie einen östlichen Zivillsa- tions-Tip entwickeln. Immerhin sei kein Konflikt orbn* talischer Kultur und westlicher Wissenschaft nötig. Viel­mehr könnten sich beide miteinander zu höherer Entwicklung verschmelzen.

Newyork, 4. April. In Zeialer (Illinois) wurden durch eine Gasexplosion in einer Kohlengrube Don; Josef Leiter 20 Personen getötet und 18 verwundet.! Man vermutet, daß die Explosion böswillig her-' beigeführt worden ist, weil seit den letzten Ausständen dort nur nichtu^i^^'^f'^"' mvh<*-+<>» r-i^rAxf^rTt worden sind.

Telephonischer Kursbericht«

F niikisr? r 4. April, 1% Uhr mittags.

3Ve°/u Reich«anleihe 31/n <io. . .

3V,o/ Konsole

t°/n Ho ....

Hessen . . .

31/, % OberhesROTi . .

4 % Oosterr. GoMrente 4*/6% Oesterr. Rilbcrrente 4% Ungar. Goldrente . 4°/ Italien Rente , .

396 Portugieser I . .

10/ pnrtufrieflen. [ 11

4% Unif. Türken . .

Türkenlose ....

4% Griech. Monopol.-Anl. 4l/,°/0 äussere Argentiner

. 101 65 . 91.20 . 101.70

91.10 . 100.45 . 99.00 . 102.40

101.40 . 100.20 . 105.70 . 67.95 . 67.60 . 88 80 . 136.80

51.90

45.70

R°/n Mexikaner 4VorV' Chinesen . Electric. Setackert Nordd Lloyd . . Kreditektien .

Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Gestern. Staatabahn Lombarden . . Gotthardbahn , . Laurabütte . , Bochum . . Harpener . .

Staatschatzscheine

Tendenz: rnbie'.

. . 3575

. . 96.55

. . 140.10

. . 125.00

. . 214 30

. . 188 70

. 14240

. . 158 40

. . 168 00

. . 141 80

. . 16 80

. . 189.00

1 . 246.00 . . 210 20 . . 100.50

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Erklärung.

Unseren Mitgliedern teilen wir zur gell. Aufklärung mit, daß An demselben Tage, an welchem uns Herr A. Nöding seine Amts­niederlegung anzeigte, eine Neuwahl des ersten Vorsttzenden statt­gesunden hat.

Herr Heinrich Schön I

Vbelstratze 9, ist zum ersten Vorsitzenden gewählt worden. Seit- dein ist auch die so lange ersehnte Ruhe und Zusriedenheit wieder in unserem Verein eingekebrt. Die von Herrn Nöding abgelehnten Unterhandlungen mit der Stadtverwaltung sind wieder ausgenom­men worden und haben einen für unseren Verein günstigen Ab­schluß gesunden.

Der Vorstand des

krßci ßit^utr ZiPsM-Lmas

Heinrich Scliön I

1861 1. Vorsitzender.

Geschäfts-Empfehlung.

Meinen werten Kunden und Gönnern zur gefl. Nachricht, daß ich mit dem Heutigen ein

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ES bittet um geneigten Zuspruch 1868

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Freitag, den 7. April l. I., abends 8l/2 Uhr in der Restauration Otto, Frankfurterstraße lllitglifö:r4'Hfnnnnlung.

Tages-Ordnnngr

1. SubmisstonSwesen. 2. RathauS-Neubau. 8. Ver-schiedene^ Wir laden unsere Mitglieder zum Besuche dieser Ver­sammlung freundlichst em.

n Der Iorstand.