Ausgabe 
22.12.1905 Erstes Blatt
 
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Freitag 22. Dezember 1905

GrfteS Blatt.

155. Jahrgang

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; Ile Heutige Kummer umfaßt 14 Seiten

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«Stzltch oiarr Sonntag«.

A l»r>Huehener Anzeiger uw!>» tm Wechsel mit t b tflUd><n Landwirt t t chener Familien« txiifcn otennal in der 'oche beigelegt.

9 ifiJic nSbrucf u. Ber- 1. yter Brüh l'schen L .-Buch-u.Stein- txnftrei. R. Lange. fllMbifhon, ErvedUion j il» Druckerei:

te ulprade 7.

Qhi.it tton e^S 113 / j,^,iu.Exped.«^O51 Sttkdit für Deoeichen: lattiiflrr Gießen.

Dalitifrlie Tagesschau.

Zu den deutsch euglisl! en Beziehungen.

Der deutsche Botschafter Graf Wolff-Metternich in London empfing am 20. d. Vits, in der deutschen Bot­schaft eine Abordnung derBiiti-h and Koreitrn Sailors Society. Die Abordnung überbrachte als Geschenk für den deutschen Kaiser eine B ü st e Nelsons, die aus dem Holze des Admiralschlffes NelsonsVictory* ge­fertigt ist.

Bei der Uebergabe des Geschenkes hielt Sir Joseph Dimsdale eine Ansprache, in der er erklärte, es ge­währe den Mitgliedern der Gesellschaft eine große Freude, bei diesem Anlasse bekunden zu können, wie sehr sie den Wunsch zu schätzen wisicn, daß die beiden Nationen enger zusammengeführt würden, die beide nach dem Glück der Menschheit strebten. Es sei weiter Raum vor­handen in der Welt, in dem die Deutschen und die Eng­länder ihre Bestimmung erfüllen könnten, ohne Neid und ohne Eifersucht. In dem kommerziellen und nationalen Wettbewerb zweier so großer Völker mühte und sollte U eber­einslim mung in dem hoebsinnigen Bestreben beheben, Frieden und Wohlfahrt in der Welt herzustellen. Der deutiche Kaiser habe bei verschiedenen Gelegenheiten dem Wirken der Gesellschaft seine Anerkenniinq gezollt, and er bitte den Botschafter, die Büste Seiner Majestät als Ausdruck der herzlichsten Gefühle der Mitglieder der Vereinigung zu über­mitteln.

Botschafter Graf Wolff-Metternich erwiderte, nichts mache ihm größere Freude als die Wahrnehmung, daß so

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger **

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

voll

Molthan, Reinhart, Ulrich. Vorsitzender: Möllinger, Stellvei: tretet: Mollhan.

2. Ausschuß: v. Brentano, Dr. Buff, Dr. Fulda, Leun, Reh, Schönberger, Seelinger. Vorsitzender: v. Brentano. Stell­vertreter: Reh.

3. Ausschuß: Bähr, Berthold, Braun, Christ, Erk, Lang, Pennrich. Bors.: Bähr. Stellv.: Pennrich.

4. Ausschuß: Adelung, Damm, Dr. Frenoy, Hauck, Müller, Pitthan, Senßfelder. Dors.: Adelung. Stellv.: Dr. Frenau

Nach einer kurzen Pause, wäl/rend welckscr man sich über bir Kandidaten für die beiden Sonderausschüsse schlüssig mochte wird zunächst beantragt, den bereits vorher gewählten 1. (Finanz-) Ausschuß noch um ein tveiteres Mitglied zu verstärken.

Abg. Ulrich wendet sich gegen diesen Antrag, der nach Art. 28 unzulässig sei und einen unerhörten Bruch der Geschäfts­ordnung aus Gefälligkeit für eine Partei bedeute.

Das Haus beschließt jedock- die beantragte ^Verstärkung um ein weiteres Mitglied gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und wählt dazu den ?lbg. Brauer.

Bei der Wahl des Sonderausschusses zur Berichterstattung über die Revision der landständischcn GesckräftSordnung werden gewählt: Haas, Dr. Scbmitt, fiöh.cr. Scknnolback", Stöpler, Hei- denreich, Peimrich, Dr. Gutfl.isch, Ulrich, Crb, Bähr und Ioutz Zu Mitgliedern des Ausschusses für die Revision der Vcr- waltungsgesebe werden gewählt: Haas, Möllinger, Seelinger. Reinhart, Dr. Gutftcisch, Dr. Fulda, lliridt, liebet Dr. Frenny, Brauer, Köhler und Leun. Vorsitzender Haas. Stellvertretern Dr. Gutftcisch. Damit ist die Tagesordnung erledigt.

Präsident Haas wünscht allen Mitgliedern fröhliche Weih nachten und ein vergnügtes neues Jahr und sck-ließt dann die Sitzung um »/,2 Uhr.

Die nächste Sitzung wird voraussichtlich erst Anfang Februar stattfinden.

Aus dem Landtag.

Man schreibt un5 aus Darmstadt, 21. Dezember:

Am Tor deL Ständehauses prangte die Tagesordnung für die heutige Sitzung der Zweiten Kammer mit dem VermerkVor­mittags 10 Uhr'. Als der Präsident die Sitzung eröffnete, war es säst 12 Uhr geworden. Allo neue Atiftage von gestern und ehegestern. Die Ursache der Verzögerung tvar, daß Nationalliberale und Bauen,bündler sich über die Zahl der Sitze für ihre »Traktionen m den Ausschüssen noch nicht verständigt hatten. Schließlich einigten sich die beiden Parteien dahin, den Hanptausschuß (Finanzausschuß) um ein weiteres Mitglied zu verstärken; hierdurch ist der Bauern- Hund in dem Ausschuß durch zwei Mitglieder (Hirlchel und Breuers vertreten, die Nationalliberaten durch drei (Btollmger, Reuihart, Häusel), das Zentrum durch Molwan, bie Fre,sinnigen von Dr. Gutfleisch, die Sozialdemokraten vo" Ulrich. Zu den drei anderen Ausschüssen enttendeu Nattonalliberale und Banernbündler je zivei Mitglieder (die Vllcichivertigkeit ist also hergestellt , Zentrum, Freisinnige und Sozialdemokratie schicken je einen Vertreter. Hier noch eine Episode zu diesem Kapitel: Tos Haus wollte zur Wahl eines Ausschusses für die Revision der landständischen Ge- schä>tsordmmg schreiten. Herr Bähr erklärte, daß sich seine Fraktion m diesem Punkte noch nicht schlüssig sei (obwohl schon am Dienstag die Frage ausgewor'en wurde!) und bat um Unterbrechung der Sitzung. Ter Präsident willfahrte dem Wunsche. Aber aus den 10 Minuten wurde eine halbe Stunde.

Tie Kammer hatte zu Beginn eine Antwort auf die Thron - rede beschlossen, in Fvrrn einer Adresse an den Grosi­tz e r z o g. Ten Entwurf dieser Aidresse hatte das Bureau ent­worfen. Ter Sozialdemokrat David und der Freisinnige Gut- fleisch hielten es im Hinblick auf die innerpolitische Situation für geboten, einen solchen Entwurf vor der Beschlußfassung tm Truck vorzulegcn, damit namentlich die Auslastungen über das Wahlgesetz und die Gerneindesleuerreform auch der wahren Stimm­ung und den früheren Deschtüssen des Hauses entspreche. Aber die Mehrheit, bestel-end aus den Nation (liberalen, den Daueru- bündleru (mit Ausnahme der Mgg. Hauck und Schönberger) und dem Zentrum (mit Ausnahme der Abgg. Molthan, Dr. Fwenah und Pennrich) stimmte diesen aus der Lage der Tinge gerecht­fertigten Wunsch ohne Diskussion nieder. Die Adresse gelangte dann m der v o r g e l e s c n e n F a s s u n g zur Annahme. Wohl keinem der Zustimmenden wird man zu na betreten mit der Be- hiuptung. daß er über etwas abgestimmt hat, was ihm nicht genau bekannt war. Tergegen stimmten nur die Freisinnigen, die damit auch die Sozialdemokraten beschämten, die wieder einmal in der Bedrängnis ihresrepublikanischen Gewissens" vor der Abstimmung den Saal verlassen hatten. Tie Kammer wurde auf unbestimmte Zeit vertagt, voraussichtlich bis F-ebruar, da die Dudg'k'"nmi^sim den M-nat ftmnar b ansvruchen dürfte.

Kiinnr-: keineswegs billigen kann. Bezüglich der Gemeiude- iiini! (! r rcform wird gesagt, daß die Erllärung der Thronrede b- hr. t die Kammer mit Befriedigung erfülle, aber im Gegen- iet-ll ri'ise des Haus große Unbefrtedigtheit darüber äußern. Mmbanen uns mit der Regierung über die Vorlage verständigt mM c" -s war sich einig darüber, daß die Zurückweisung durck diHtrsk Kammer nicht gerechtfertigt tvar. Die Regierung hätte biet korsagc einfach >nieder eiubringen und bei einer abermaligen AMbnirng seitens b r ersten Kammer einfach eine Tnrchstimmung beöll-- Hauser veranlassen müssen. Statt dessen solle die ganze schfvr ri$e Arbeit jetzt noch einmal von vorn beginnen. Ebenso oeetWte es sich mit dem Pastus über die Wahlreckitsvvrlage, detn )!? Bureau garnicht richtig erfaßt habe. Die Thronrede ftelL'l' niicht eine neue Vorlage in Aussicht, sondern sie hoffe mm kB sich die Grundlage einer Verständigung finden lassen

'urHrfj : Tie Adresse gehe auf alle Fragen d^r:Thrvii- flatt »trl4 1 reift«|er ein, eS bündle sich nicht blos um Ine ^tden von . * L T'. -fleisch herausgegrinenen Pun.ie. Die, Kammer durf. fL WW 'UiP'st io wichtigen Fragen nickl durch die Adresze von vowiherein Eine genaue Prüfung .^sklben fei fefa 9%.- ü Jp"1 Umstand, daß Dr. Gntftestch den Wortlaut der Thron-

»-atV tt> rrs auffasse, als des Redners Partelsreui^, verlange it der ^.,!^eii»u; JC, vorsichtige Erwägimg der Antwort. M auch g schon wegen der von der Kamnrer verlangten Bc- ^,1- 9l6cl11 Mil-Cejl' des Provisoriums ftir die Gemeindeumlagen.

UV i >. s.er Abstimmung lehnt das Haus mit großer^Nlehr orsUglA, Toltll^. . . :|^ru*f ^g David ab: ixtfür fnmmen nur die so?wl-

inb 'up . ; beihtf itü»n Dr G Fleisch, Damm, Pennrich, Frenay, Molthan

iijjge Banernbündler. Sämtliche Sozialdemokraten verlaszen den Saal.

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Keffischer Landtag.

Zweite Kammer.

R.-B. Darmstadt, 21. Dez.

- tie heutige Sitzung, die auf 10 Uhr vormittags ein berufen WFc. n urbe vom Präsidenten Haas erst 3 Minuten vor 12 Uhr vvisn-. So lange hatte sich die Mehrheit der Fraktionen noch rat! -barVorbereitung für die Ausschußwahlen" beschäftigt.

te die yvdruckten iLtimmzettel für die Äusschüste noch nicht tilaetiitT'rt, wird zunächst Punkt 4 der Tagesordnung beraten: flÄrdiing und Beschlußfassung über eine an Se. Kgl. Hoheit di» ttroß Herzog zu richtende Adresse.

flig. Tr. David bemerkt, er halte es an sich nicht für rüMrnvig, eine Adresse abzusenden. Wenn aber das Haus eine «bfassen wolle, muffe seine Partei verlangen, daß sie i in!vnck vorgelegt werde, damu sie in der Lage sei, etwaige STte-tninnen vorzunehmen.

President Haas: Zunächst handelt es sich nicht um den SOortluit der Adreste, sondern um die Frage, ob das Haus eine f-IMfr r-bsenden wolle.

irtg. Tr. David beantragt darauf, keine Adreste abzu» s^°. sondern die Thronrede unbeantwortet zu lassen.

' flE»]. Reinhart spricht sich sirr eine Beantwortung der M pmr-de ans. Tos Hans beschließt daraus mit allen gegen M 17 ^zialdemokratischen Stimmen die Msendnng einer Adresse.

PrüsideM Haas verliest mm die vom Bureau enworfene etottHc Sie dankt dem Grosiherzog für das in der Thronrede 8i|er ^nisdruck gebrachte Wohlwollen und verspricht, daß die 8 itoitt stamm er an die Lösung der bevorstehenden schwierigen Auf» glvi-n k>er Gesetzgebung mit ernstem Bemühen herantreten werde, i'ik Ü rnmer nehme an, daß die W<ihlrechtSm>rlage das direkte dliecht in Verbindung mit einer gerechten Dahl- k ^!is!'i n t e il u n g bringen werde, und gibt sowohl hier wie Gemeindeumlagcwesen, der Hossnnng auf e mre Verständigung mit den übrigen Faktoren Ausdruck. Flitz: ginge Aufmerksamk it werde die Kammer auch der Revi- f IL.:ri bc r Verwalt n ngsgesetzgcbung zuwenden. Dann n b« Adresse auf die in der Thronrede berührten einzelnen Tbei.agm näher cm und spricht zum Schluß den Wunsch aus. bittf bec Reichsctat recht bald eine feste Regelung erfahren tru.ty, ha mit auch die Budgets der Einzelstaaten wieder zia vessser geordneten Verhältnissen kommen können.

85^0- Dr. David: Die Verlesung der Adresse bringt uns b :it f itigung dafür, daß erst eine Trucklegung derselben er» |c ffl;n nruß, um den Wortlaut genau und richtig zu verstehen: tcMi tztzacre daher auf meinen Antrag. Die Adresse drückt fi 'S soweit man bei dem schnellen Vorlesen bemerken konnte, be- fnhTL» in zwei Punkten in einer Weise aus, daß sie die

Tie franzöfifche Flotte.

DasEcho de Par. " rc. :f ntlickit eine Unterredung mit dem Marineminister Th" -fon über das französische Flottenprogramm. Danach figte der Minister u. a.:

Mle Welt ist Aber einen Punkt einig, nämlich, daß die fran-ösische Flotte gegenwärtig der deutschen iberlegcn ist, und daß, solange der Zusatz zum deutschen 7\ToftenhTcqroinm von 1900 nicht bewilligt ist, ein jährlicher Kredit von 120 Millionen genügen wird, um diese lieber- legenheit aufrecht zu erhalten. Tas Marrnew'nisterium werde gelegentlich der Budaet-Beratung für 1906 die Ermächtig- rng verlangen, außer den Torpedobootszerstbrern und Untersee- foc'cn sofort mit dem Bau von drei neuen Panzerschiffen zu teginnen. Diese Schiffe werd-n die ersten einer neuen Serie iein. Während die Panzerschine, deren Bau zuletzt in Angriff genommen wurde. 14 800 "nnengeb-h, und eine O'-schwindiokeit von 18 Knoten h-ben, 4 Kanonen von einem Kaliber von 30,5 md 10 Kanonev von einem Kaliber von 19,4 besitzen, sollen die neuen P.nzerfch'ffe ein Tonnen gewicht von 18 000, eine Geschwin­digkeit von 19 Knoten h ben und mit 4 Kanonen von 30,5 Zenti­meter Kaliber und 12 Kanonen von 24 Zentimeter Kaliber armiert werden. Rach diesem Tvp sollen noch drei weitere Panzerschiffe q-b'-ut werden Ehe aber diese Schiffe fertig gestellt fern werden, wird der höhere Marinerat zu prüfen haben, nach welchem Tpv die folgende Serie gebaut werden sott. Bis dahrn werden wir im Besitz oller erforderlichen Auskünfte über die vom Aus- l'nd gebauten Schisse s in. D'S Parlament werde ganz zweifel­los die verlangten Kredite imgesclmiälert beTvilligen."

Aus Berlin wird uns hierzu geschrieben: Die Fest­stellung des französischem Marineminiiters, daßalle Wel^ von der Ucberlegenheit der französischen Kriegsflotte über die deutsche überzeugt fei, ruft in hiesigen pnli sichen Kreisen nicht geringe Heirerteit hervor. iii in der Tat :in: sck nurrige Seche nm das unvergleichliche Sachver- ständi'.is und die : ichtherzige Zuversicht jranzösischer Mi^

viele angesehene Persönlichkeiten in beiden Ländern sich be­mühen,' em besseres Verständig zwischen den beiden großen Völkern zu Wege zu bringen. Die Vertreter der Literatur, des Handels und auch die deS Volkes überhaupt empfänden, daß so viel Gemeinsames zwischen beiden Ländern bestehe und sie sich so sehr gegenseitig hilfreich fein könnten, auf daß Friede und Wohlfahrt durch Freund­schaft und wohlwollende Gesinnung zwischen solch tatkräftigen und fortichreitenden Völkern gefördert würden. .Ich habe wahrgenommen*, fuhr der Botschafter fort, ,in welchen. Geilte Ihre große Jahrhundertfeier für Nelson durch- gefükrt wurde, ich bin sicher, daß der Kaiser diese Gabe von dem ruhmreichen Schiffe .Vietoip* hoch schätzen wird.*

Lord Kinnaird, Vizepräsident der Gesellschaft, stellte daraus die übrigen Mitglieder der?lbordnunq dem Botschafter vor, dankte ihm dafür, daß er die Güte gehabt habe, die Abordnung zu empfangen und sprach seine Freude über die am 17. Dezember in Berlin von den 9lelteflen der Kauf­mannschaft veranstaltete Versammlung aus, indem er bin» (uletzte. zur Weihnachtszeit, wo Friede und gtiter Wille unter den Menschen das gesellschaftliche Leben beherrschen, möchte er dem Kaiser und dem deutschen Volke einen alten englischen Gruß senden: A meity chnstmas and a happy newyear! (Ein fröhliches Christfest und ein glückliches Neujahr!)

Von größerer Bedeutung noch als dieser AuS» taufd) von Höflichkeiten ist eine Rede des Premierministers Sir Henry Campbell-Bannerman in einer von 9000 Personen besuchten Versammlung der liberalen Ver­einigung Londons, der größten Versammlung seit den Zeiten (Gladstones, eine Rede, in der er zunächst auf die Umstände cinging, die zur Demission des Kabinetts Balfour geführt habkn, und dann sagte, die Tatsache, daß die Liberalen ans Ruder gekommen seien, habe keinen Sck)auder in den europaiscl>cn fitibinetten verursacht. Tie englischen Konsols seien gestiegen. Der Redner entwickelte sodann das liberale Programm. Er sagte, es solle eine königliche Kommission zur Prüsuna der Frage einer Ver­bindung Englands mit dem Festlande durch den Kanal hin­durch eingesetzt werden. Tas (Yrundsteuersnsbem einschließ­lich der Abgaben für den Bodcnwert solle reformiert werden, die Einfuhr der chinesischen Arbeiter sofort eingestellt nxrben. Was die auswärtigen Beziehungen betreffe, so Hube er be­reits das Einvernehmen mit Frankreich auf das Freudigste begrüßt. Er halte an dieser Politik fest und wolle den Geist der Freundschaft unvermindert aufrechterhalten. Auf bie jetzige schwere Prüfung Rußlands hinweisend, sagte der Redner:Wir haben nur freundschaftliche Gefühle unb Dünsche für jenes große Volk." Jnbezug auf die Be­ziehungen Englands zu Deutschland sagt der Redner:In keinem einzigen der Interessen beider Völker ist irgendwelcher Grund zu einer Entfremdung unb wir begrüßen bie kürzlich erfolgten inoffizielle n 5 r e n n b f d) a 11 § F ii n b u, e b u n fl e n. Tie liberale Politik mürbe einer Angriffsvolilik entgegen sein unb von bem Wunsche getragen werben, mit allen Mächten in besten Be­ziehungen zu stelMi. Englanb wolle Mitarbeit an bem ae- mcinfamen Werk ber Zivilisation. Er freue sich, baß Die Schiebsspruchfrage große Schritte vorwärts getan habe: Heute werbe es nicht mehr einer Großmacht als Schwäche angerechnet, wenn f;e Streitpunkte bem Schiebsspruch unter­werfe. Das Wachstum ber Rüstungen sei eine große Be­drohung für ben Frieden. Ta bie schiebsgerichtliche Er- lebigung von Streitfragen an Bobew gewonnen habe, fei '§ Pflicht, bementfprcchcnb jene Rüstungen abzuänbern. Das bie irische Frage betrifft, so sei es ein Grunbsatz ber liberalen Politik, bie häuslichen Angelegenheiten ber Freu gegebenenfalls in beten eigene Hänbe zu legen. Ter Redner betonte bann, baß er überzeugter Frcihänbler fei, unb kün­digte an, baß bie Regierung beabsichtige, bas Gesetz über die Trabe Union abzuänbern.

rs Fabrikat! ....

ü o sMunii -das heiße, bie Regierung werde erst abwarten, ob sich . . 5,1 be>B' mrnern miteinander verständigen und dann erst nut der

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monatlich 7bP1., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Alt. 2. vieriel- jälirl. ausscht. Beltellg. Annahme von Anzeigen für die TageSiiU'.iiiner bis vorinillags 10 Uhr, Zeileiwreis: lokal 12Pf^ ausiväns 20 Plg.

Berantivörtlich Hhr brn pohL und adgem. Teil: P. Witiko- Hit .Siadt unb Land* und .Gerlchtsfaaf. Ernst p e ß. für den 4tn- Aeuienteit: Hans Beck.

Shi1 SSorl^gc kommen. Man wolle cS also ähnlich wie in htim- machen. Tas sei ein Zurückweicktz-n der Regierung von hx: früheren Stellung und zwar infolge der Opvosition des air.tkti'ii Hauses.Verständigung" heiße hicr nur, daß bie zweite ftJkn.i der ersten nachgeben solle. Wir haben aber schon früher li'len crfflärt, daß wir fest auf unserem Standpunkt bohrten vmrden. Da wäre cs doch merkwürdig, ivenn wir je ii: Hären sollten, daß wir zu einer Verständigung mitwirken wiW. Redner o-rT'-ngt schließlich ncd;maI3 bie Drucklegung

deatiiottlauts der Adresse.

' \\o Tr. Gu tflcisch: Auch er halte eine Drucklegung

. *(aut-5 für zweckmäßig, obgleich er die Bemerkungen ,n der

Ilnrrcbc über Wahlrechts- und Gemeindestcuerrcform nicht so 0 »v< wie Tr. T-avid. Die Regierung sagt nur, sie rt^rbc

. tirtt ieuc Ofemeinde'lmlagenreiorm rmrlegen, und das fei cri.ar-

5 £< lichtz senn an die früheren Verhandlungen darüber könne man liebt en knüpfen. In welcher Form d'.e Vcwlagc wiederk'ckire, bc::r:i Thronrede nicht gesagt, cs sei daher vorerlt cm Vor- hni-T gcien die Regierung nicht begründet Die Durchstimmung 4be* !< den fiammern über die Vorlage werde nicht so leicht ans iuiel .r. fein, sie sei aurf« juristisch reck-t fraglich, denn die m)$8f lc mmer habe ja den Gesetzentwurf , nicht abgelehnt, son- bc-ltet nur eine Mänderung verlangt, em Verfahren, das er Msli^n nicht billig-n könne. Es hätte entweder an 3"

, ein- Yvn erfolgen müssen. D'.e einfache Annahme der Adresse Kifcttmtor doch zu Mißverständnissen Anlaß geben unb deshalb , i),er-rr;c es sich, den Antrag D^vid auf Trucklegimg der Adrcsr .<mwi::nchmien So eilig sei m die Wrcsse Nicht, die Weih-

1 läfltorc-iibc des Grosth -gs werde durch die Verzogcruilg r.to t

'schließt darauf mit allen geaen 2 Stimmen .^Dl^'^fleisch mw Damm) die Absendung der Adresse 35, arrrv ,-chmigt ben vorgetragenen Wortlaut derwlben .

' 1fleiiCrn3&;/ F der nun vvrgcnommenen Wahl ber Ausschüsse

D-. EE-isch. S«u>el,.Kirsche.. Möllinger, zdeli