Ausgabe 
30.3.1905 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatr.

155* Jahrgang

Donnerstag 3V. Marz LSV5

Nr. 76

Grl-etvt t»«Nch

außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit bem hessischen Landwirt die Siebener Zamilien« VUttter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl 'schen Univers.-Buch-u. Stein- druckerri. 9L Sange. Redaktion, Erveditto» und Druckerei:

Gchnlstratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Kernsprechanschluß Nr. 51.

GletzenerMzeiger»

M General-Anzeiger MßM

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WU§

____________ __________________________________________ " zeigenteil: HanS Beck

Ire Heutige Wummer umfaßt IS Seile«.

Gießen, den 27. März 1905.

Das Großtzerzogliche Kreisamt Gießen

an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises.

Sie wollen innerhalb 8 Tagen berichten, welche Märkte, auf denen Getreide und Fourage gehandelt wird, sowie welche Getreide- und Fouragehandlungen in Ihren Gemeinden bestehen.

I. V.: Dr. Wagner.

Z>«S deutsche« Kaiserpaares Wcerfayrt.

Der Kaiser m Liffabou.

Lissabon, 29. März.

Die Abordnungen der deutschen Kolonien von Lissabon und Oporto wurden gestern abend im Palast durch den Generalkonsul Dähnhardt dem Kaiser vorgestellt. Der Empfang dauerte eine halbe Stunde. Der Kaiser unterhielt sich lebhaft mit den einzelnen Herren und nahm die Adresse der Kolonie entgegen. Der Besuch des Kaisers im deutschen Klub fällt wegen Zeitmangel aus. Gestern abend fand ein Bankett zu 40 Gedecken in der deutschen Gesandtschaft statt, zu dem die portugiesischen Minister und die Spitzen der deutschen Kolonie geladen waren.

Während der Pausen in der gestrigen Opernvorstellung hielten die Majestäten Cercle. Der Kaiser nahm Vorstellungen entgegen. Heute vormittag härte der Kaiser Vorträge und begab sich sodann mit dem König und der Königin nach Schloß Cintra auf der Serrade Cintra, wo Frühstück bei der Königinmutter stattfand. Der Kaiser verlieh u. a. den Kronen­orden erster Klasse dem Marineminister Morella, dem Justiz­minister Alpoim, dem Handelsminister Coelho und dem Kriegs­minister Testes; dem Präsidenten des Ministerrates Luciano de Castro das Großkreuz des Roten Adler-Ordens.

Marokko.

Tanger, 29. März. Ein von der spanischen Kolonie geplantes Manifest, in dem die Spanier aufgefordert werden, den Kaiser als Beschützer der Unabhängig­keit Marokkos und der Gleichheit aller Ausländer zu begrüßen, wurde vom spanischen Gesandten ver­boten.

London, 29. März. Das konservative Organ (Stöbe schreibt u. a.: Deutschland versuche die Uneinigkeit zwischen Den europäischen Rationen auszunutzen, um eine Koalition zu bilden, welche gegen die französische Expansionspolitik in Marokko gerichtet sei. Das Blatt kritisiert in scharfer Weise die Haltung Deutschlands zu dieser Frage und drückt die Hoffnung aus, daß die englische Kolonie in Tanger sich nicht beeinflussen lassen werde, um sich mit den Deutschen zu Kundgebungen gegen Frankreich hinreißen zu laffen.

Die deutsche Kaiserin in Italien.

Neapel, 29. März. Das deutsche SchulschiffHertha^ mit dem Prinzen Adalbert ist heute mittag hier ein­getroffen. Der Prinz ging an Bord des englischen Kreuzers Essex" zum Besuch des Herzogs und der Herzogin von Connaught.

Taormina, 29. März. Die deutsche Kaiserin be­sichtigte heute nachmittag mit den Prinzen Eitel Friedrich und Oskar das griechische Theater. Später machte die Kaiserin mit den Prinzen einen Spaziergang.

Vor-

Volitische Tagesschau

Schatten im Orient.

W. T.-B. verbreitet heute folgendes Telegramm:

K o n st a n t i no p e l, 28. März. (Wiener Korr.-Bur.) gestern proklamierten die kretensischen Malkontenten bei Therisso bie Vereinigung Kretas mit Griechenland und ver­ständigten das Kvnfularkorps davon, daß die Annexion auf die von den Admiralen 1897 diktierte neue Zone nicht ausgedehnt werde Ferner erklären sie, daß sie die gegenwärtige Verwaltung inrr bis z-ur Einführung der neuen Regierung sanktionieren wollen dieselbe aber bis dahin unterstützen werden, um die Ruh- aufrecht zu erhalten An dmübrigen Orien herrM Ruhe.

Diese Proklamitton xft em Glied m der Kette ausfälliger Erscheinungen im europäischen Orient. Zunächst überraschte Me schrosfe Stellungnahme Frankreichs gegenüber der Vsorte in der Quai- und Gsenbahnfrage. Dann zeigt Fürst Ferdinand von Bulgarien eine bemerkenswerte Rührigkeit im unmittelbaren Verkehr mit) den an der Orient« »olitik interessierten Großmächten. Er wird demnächst auch London besuchen, wie es heißt, auf Einladung König Eduards Fürst Ferdinand bat ferne hochfligenden Plane, »ie in der Erlangung der Königswurde gipfeln, durchaus wicht anfgegeben. Vielleicht glaubt er, daß die gegenwärtige politische Konstellation seinen Ab, ichren günstiger 11 Die Balkanwächter" Rußland und Oesterreich-Ungarn schlafen Kvar nicht, aber sie sind mit ihren eigenen, ihnen naber- lliegenden Sorgen derart beichäftigt, daß dre Wachsamkeit toon selbst nachläßt. Schließlich, wer weiß ob es speMell Nußland so ganz unangenehm sem wurde, vom werten Dsten in den näheren Orientabberufen zu werden? Wenigstens wäre solche Nötigung durch Auflodern des Walkanfeuers schier das einzige, wenn auch verzweifelte Mittel, mit Ehren von dem verhängnisvollen und aus- sjchtslosen Krieg mit Japan loszukommen.

Aus beut Reichstage.

Die Vermutung, daß auch nichtdemokratische Ab­geordnete aus Süddeutschland gegen die Mili­tärvorlage stimmen werden, wurde heute bestätigt durch eine Erklärung des agrarisch gerichteten M>g. Wolff (Wirtsch. Ver.), der eine Garantie hinsichtlich der Kostendeckung vermißt. An der Annahme der Militärvorlage änderte das natürlich nichts.

Tas Hauptinteresse an der gestrigen Sitzung galt der unter Beteiligung des Grafen Bülow sich entspannenden großen politischen Auseinandersetzung in der Generaldebatte zur dritten Lesung des Etats. Zunächst übte Abg. Bebel scharfe Kritik an der preußischen BerggesetzNovelle. Er hatte in der Sackte keinen leichten Stand und sprach auch nicht sonderlich geschickt. Es war also dem Grafen Bülow die Antwort nicht schwer gemacht. Der Kanzler hatte seine, wiederum programmatischen Charakter tragende Rede auf einen ironischen Ton gestimmt. Er flocht Hin­weise ein auf die mit der Diktatur des Proletariats in Aussicht stehendeZuchthausordnung" imbbanausische Gleichmacherei". Diesen Ausführungen wurde ebenso kräftiger Beifall zuteil, wie der Versicherung des Grafen Bülow, daß Preußen an seiner Ostnmrkenpolitik festbalten werde. Zwischendurch gab es nämlich noch eine Polendebatte.

Ungleich wichtiger aber war die Erörterung der Marokko­frage in Verbindung mit dem Kaiserbesuch in Tanger.

Die Abg. Bebel und v. Kardorfs veranlaßten den Kanz­ler, sich zu dieser die Tagespolitik beherrschenden Angelegen­heit^ zu äußern. Bemerkenswerter als das, was Graf Bülow erklärte im wesentlichen Wiederbollmgen und Ergänzungen der offiziösen Notizen in derNordd. Mlg. Ztg." war das, was er andeutete oder unerwähnt ließ. Er meinte, Deutschlands Marvkkopolitik könne nur dem Staate Anlaß zur Beunruhigung geben, der selbst agressive Absichten hege. Mit anderen Worten: Deutschland wird um Marokkos willen den Weltfrieden nicht stören. Weiter ist bemerkenswert, daß Graf Bülow jedes unfreundliche Wort an die Adresse Frankreichs unterließ. Mit Recht entnahm der reichsländifche Abg. Blumenthal (südd. Vp.) daraus, daß Deutschland die korrekten Beziehungen zur ftcmz. Republik erhalten zu sehen wünscht. Man darf nun­mehr gespannt sein, wie Minister Delcasse im französischen Parla­ment mit der heutigen Reichslagsrede des Grafen Bülow sich abfinden wird, in der ihm gewissermaßen eine goldene Brücke gebaut ist.

Nicht unerwähnt darf bleiben, daß in der Diplomatenloge der in Berlin beglaubigte japanische Gesandte diesem Teil der Reichstagssitzung beiwohnte.

Am Schluß der Generaldebatte versuchte Bebel nochmals einen Waffengang gegen den Reichskanzler. Er hatte aber auch jetzt nicht den erhofften Erfolg. Aus der Einzelberatung sei eine Erklärung des Kolonialdirektors Dr. St übel über die Lage in Kamerun hervorbehoben, wonach ein unmittelbarer An­laß zur Beunruhtgung nicht gegeben ist.

Von starker Wirkung war die Schilderung des Abg. Dr, Becker-Sprendlingen von der Drangsal und Verunglimpf­ung, die er in seiner Eigenschaft als prakttscher Arzt von feiten der Sozialdemokraten des Wahlkreises Offenbach seit Jahr und Tag erdulden muß. Der Wahrheitsbeweis, den Dr. Becker antrat gegenüber Beschuldigungen seitens des Abg. Scheidemann, bekanntlich eines früheren G i e ß en er, jetzigen Offenbacher und demnächstigen Kasseler sozia­listischen Redakteurs, muß als gelungen bezeichnet werden, wenn Llbg. Scheidemann es auch nickt wahr haben wollte. Der Reichstag stellte sich in seiner großen Mehrheit auf die Seite Dr. .Beckers. An parteipolitischer Zerklüftung hat der Wahlkreis Offenbach jedenfalls kaum seines­gleichen im Reiche.

Ausland.

Kopenhagen, 29. März. Der Reickstag nahm heute endgiltig den Gesetzentwurf betteffend die Einführung der Prü­gelstrafe ferner den deutsck-russischen Schiedsgerichtsverttag an.

London, 29.^. Unterhaus. Im Laufe der Beratung über die Heereserfordernisse spricht sich Lowther skons.) für eine Erweiterung des englischen Bündnisses mit Japan aus, welches eine solche Form annehmen solle, daß im Falle eines Angr'ffes aus die asiatischen Besitzungen einer der beiden Mächte beide Mächte wechselseitig verteidigen, Japan mit dem Heere und England mit der Flotte.

Nach einer Meldung aus Bloemfontein hat der vormalige Präsident des Oranjestaates Stejn nach vielen Bemühungen endlich die Erlaubnis erhalten, in Bloemfontein seine frühere Tätigkeit als Rechtsanwalt wieder aufzunehmen.

Der König beabsichtigt, gegen Ende nächster Woche sich der K ö n i g i n an Bord der königlichen Jacht im Mittel- meer anzuschließen. Es verlautet, der König werde am 6. April nach Mapseille abreisen.

In der Wohnung des stellenlosen Kaffeekellners Didaret, der sich mit der Herstellung von Explosivkörpern beschäftigte, fand eine Explosion statt. Didaret wurde schwer verbrannt. Eine Haussuchung bei ihm führte zur Entdeckung anarchistischer Schriften.

Rouen, 29. März. Auf dem Sozialist en-Kongreß hielt Jaures gestern eine zweieinhalbstündige Rede. Er erklärte, die Trennung zwischen Kirche und Staat sei nicht nur ein republikanischer Sieg, sondern auch ein Sieg des Prole­tariats. Mit der Politik des Kabinetts ist er solidarisch. Bezüg­lich des Militär-Budgets sagte Jaures, obgleich Gegner des Militarismus und Mhänger der allgemeinen Entwaffnung seien die Sozialisten doch entschlossen, die Integrität des fran­zösischen Gebietes, die politische Freiheit und die sozialistischen Reformen zu verteidigen. Schließlich wurde der Antrag auf Vereinigung aller sozialistischen Gruppen einstimmig beschlossen. w

Bern, 29. März. Ter Ständerat hat den Handelsver­trag mit Deutschland genehmigt.

2umoa.

Berlin, 29. März. Die Petitionskommission deS Reichstags beschäftigte sich mit der Petition betr. die Entschädigung der Ansiedler auf Samoa für die bei der Unterdrückung der Unruhen erlittenen Verluste. Staatssekretär Frhr. v. Richthofen führt aus, durch den Schiedsspruch des Königs von Schweden sei die Schadenersatzpflicht Amerikas und Englands anerkannt. Die Geschädigten auf Samoa beanspruchten 11 4 000 Doll. England und Amerika erkennen einen Schaden von 6000 Doll, an, er­klärten sich aber infolge der Verhandlungen bereit,

40000 Doll, zu zahlen, um die Sache aus der Well zu schaffen. Es sei die Frage, ob man diese Summe an­nehme und den eventuellen Mehrbetrag aus den Reichs-» Mitteln ersetze. Die Petition wird hierauf dem Reichs­kanzler zur Erwägung überwiesen.

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Aevtlch-Lüdwekafrika.

Aus den Gefechten bei KosiS, Geibanes und Aub am 20. und 21. d. Mts. waren bisher nur die Namen der ge­fallenen Offiziere des Hauptmanns Kirchner und des Leut­nants Fürbringer bekannt geworden. Jetzt meldet ein Tele­gramm aus Windhuk eine Verlustliste, welche die Name« von 11 Gefallenen, 10 Schwer- und 11 Leichtverwundete» enthält.

Der Krieg.

Nach den letzten Meldungen vom Kriegsschauplatz herrscht dort vollständige Ruße. Die Befürchtung, daß die Japaner neuerdings Flankenbewegungen durch­führen werden, hat sich nicht bestätigt. Die Ruhe dürfte nach Ansicht von Militärkreisen noch lange andauern. Die l-eutigen russ. Meldungen lauten:

Petersburg, 29. März. Der Petersb. Tel.-Ag. wird aus Sitjasa bon der ersten mandschurischen Armee am heutigen Tage gemeldet: Gerüchten zufolge unternahmen die Japaner ut der letzten Woche keinen Vormarsch. Ihre Hauptkräfte sind bei Tilling konzenttiert, dre Vorhut bei Kaugan.

Petersburg, 29. März. General Karkewitsch meldet dem Generalstab unter dem 29. März: In unseren Armeen ist keine Veränderung cingetreten. General Lnrewitsch hw spizierte die Truppen der zwetten Armee. Ihre Haltung ist aus­gezeichnet.

Petersburg, 29. März. Es verlautet gerüchtweise, daß auf der Insel Sachalin Aufruhr ausgebrochen sei.

Japanische Telegramme vom Kriegsschauplätze sind nicht eingegangen. ~ J

Neue Friedensgeruchte.

Tie gestrige Börse zeichnete sich durch eine bedeutende; Festigkeit aus, und die Aktien deutscher Banken, dich nun schon seit einigen Wochen recht lahm lagen, erfreuter^ sich einer Steigerung von IV23 Proz.; besonders toaren Deutsche Bank und Berliner Handelsgesellschaft gesucht.! Wenn man nach der Ursache forscht, so findet man sie tut folgender Meldung:

London, 29. März. (W. 25.) Das Reutersche Bureau ver­öffentlicht ein Telegramm aus Petersburg, wonach Rußland, einen allgemeinen Umriß der Bedingungen gegeben habe, unter denen Rußland bereit wäre, in Friedensunter«4 Handlungen einzutreten. Gestern abend hat anscheinend glaubwürdig verlautet, daß Dank den guten Diensten der Vev, einigten Staaten und Frankreichs die Friedensftage praktische Ge­stalt angenommen hat.

Es ist immerhin eigentümlich, daß man nicht weites bedachte, was denn Japan dazu sagen wird, toemt das geschlagene Rußland den Frieden gewissermaßen dik- tierüen will, und wie es denn werden solle, wenn Japan! nicht geneigt ist, auf Grundlage der russischen Vorschläge in Friedensverhandlungen einzutreten, denn einstweilen haben die Russen zwar neue Generäle, gesiegt haben aber auch diese bis jetzt nicht. Die offiziöse Petersb. Telegr.-ÄA erklärt, denn auch schon diese Mitteilung Reuters für un­richtig. Trotz der allgemeinen Hinneigung zum Ab­schlüsse des Krieges habe Rußland keine Friedens­bedingungen vorgeschlagen, auch solche Bedingungen nicht ausgearbeitet. Indes hat die Friedensftage wenigstens eine leidenschaftliche Polemik der russischen Zeit­ungen hervorgerufen. In diplomatischen Kreisen Rußlands, verhält man sich aber äußerst reserviert. Der Londoner Dailp Chronicle" behauptet, aus bester Quelle zu wissen^ daß die j a p a n i s ch e Negierung auf einer Kriegsentschäoig-, ung von 100 Millionen Pfund Sterling als! Hauptbedingung für den Abschluß des Friedens bestehen^ wird, abgesehen von der endgi ltigen Räumung der Mandscyurei. Dieser ungeheuren Forderung gegenüber fällt der Entscyluß kaum allzuschwer, den Krieg fortzu- setzen, und entweder die Ermüdung Japans, die Versiechung auch seiner Hilfsguellen oder einen günstigen Zufall' ab- zuwarten, der Rußland gebieterisch in den nahen Orient abberuft. Daß die blutige Auseinandersetzung im fernen Osten durch eine nicht minder blutige und fodAen- schwere im europäischen Orient abgelöst werden hnrty ist eine Wahrscheinlichkeit, die man ins Auge fassen mnfc um nicht von den Ereignissen überrascht zu werden. (23gL den ArtikelSchatten im Orient".)

Bemerkenswert ist, daß der Leiter der auswärtigen: Politik der Vereinigten Staaten von Nordamerika zurzech in Europa weilt, und zwar in nächster Nähe des deutschen Kaisers. Am 29. d. M. ist in Gibraltar der amerv kanische Staatssekretär Hay angekommen. Er ist auf der Reise nach Algier begriffen. Es heißt, daß er leidend sei und nur aus diesem Anlaß eine Erholungsreise mache. Doch werden in London Stimmen laut, denen zufolge dieft Reise mit Friedensbemühungen der Union in 25erbindmr^ gebracht wird. Man hebt hervor, daß der amerikanische Botschafter in Rom White beauftragt wurde, vor HayZ Ankunft schleunigst nach Rom zurückzu'kehren. 57ays schnelle Genesung und die Ankündigung, daß er am 12. Mai nach Amerika zurückkehren werde, lasse gute Früchte von seiner Mission erwarten. White ist aus Amerika in London ein- getroffen und hatte eine Audienz beim König Eduard.

Kriegskontrebaude.

Das japanische Maiiueministerium hat eine Instruktion erlassen, wodurch für die Zeit des Krieges mit Rußland die Gegenstände der Kriegskontrebande festgestclll werden, und diese Jnstruktton dahin ergänzt, daß auch Kleidung-M tücke und Material zur Herstellung für solche sowie außer-,