Ausgabe 
29.3.1905 Erstes Blatt
 
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Telephonischer Kursbericht

4% Oestorr. Goldrente .

105.70

67.80

67.50

bot eine glänzende Schulfuchses traten belustigend bervor,

Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstadter Bank Bochumer ®uft . Harpener Bergbau

213.10

246.75

143.25

244.75

208.30

R0/fl Mexikaner . . 4V2'>/n Chinesen . . Electric. Sobuckert . Nordd Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handolss'es Ocstorr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gokhardbalin < . . Laurabütto . . . Bochum « . Harpener . . . .

Staatschatzscheine .

Reiohsanleihe do.

Konsole .

do. . . liessen Oberhessen

135.40

52.00

45.40

. 3610 . 96.50 . 139 40 . 117.80 . 213 50 . 188 80 . 140.50 . 149 50 . 165 20 . 141 70 . 17 00 . 190.00 . 265.80 . 245.40 . 209 50

. 101 70 . 91.00 . 1O1.7O . 90.95 . 100.35 . 99.00 . 102 30

W/o 3S 3V,o/0

37/V0

4% Untrar. Goldrente . .

4,|/r> Italien. Rente , . .

3 ozo Portngio^er » . < 1°/ Portugiesen. . . . .

4 % C. Türken . . . >

Türkenlose .

4% Griech. Monopol.-Anl.

4l/,% äussere Argentiner

und scharfer Satire herausgearbeitete mann. .Herr de Giorgi, der leider Saison unser Theater verlassen wird, Leistung. Maske und Haltung dieses in seinem Spiel höchst wirksam und und das böse Gewissen bei der Revision durch den Regier­ungsschulrat, das diesem Muster eines Schulleiters ge­legentlich in die Beine fährt, wurde uns mit prächtigem Humor vorgeführt. Der Ton desBildunasschustcrs" war gleichfalls äußerst glücklich nachgeahmt, nur einige kleine Uebertreibungen darin waren umsomehr zu bedauern, als sie den Gedanken an Karikatur etwas zu nahe, rückten, der sonst bei der gediegenen und überz"ugenden Bühnenexistenz Flachsmanns eigentlich in den Hintergrund tritt. Im ganzen

Deutscher Reichstag.

(174. Sitzung vorn 28. März 11 Uhrsi

Die Etatsberatung wird fortgesetzt mit dem Etat der 3 b l le and Verbrauchssteuern. Bei dem Titel Zölle btt die Dudgetkmnmch'ion den Etatansatz um 24 Millionen erhöbt. Zu diesem Titel beanttagt Ma. Graf Kanitz eine Reiolution be­treffend Auslobung h<T Zollllebite auf Getreide und Mühlenfabrt- kate schon tinnt 1. Juli 1905 ab. , ,

ylbq. Graf Kanitz lk.) motiviert seine Rewluüon haupt- /ächlick damit daß gerad" noch für den laufenden Etat, d. h. vor dem Inkrafttreten des neuen Zolltarifs und der neuen .Handelsverträae eine starte spekulative Mehreinfuhr von Ge-. treibe erwartet werde.

Schatzsekretär v. Stengel wiederholt seine frühere Erklär­ung, daß die Annahme der Resolution ihm .doch nicht unbe­denklich ericheine. Die Regierung wolle sich nicht dem Vorwurf aussetzen, illoval gegen die Vertraasstaaten zu handeln, sollte sich aber im Herbst etwa eine mißbräuchliche spekulative. Aus­nützung der Lage der Gesetzgebung durch starke Masseneinsuhr Herausstellen, so würde die Regierung dann beim Hause eine Gesetzesvorlage einbringen.

Ma. Sveck sZtr.f erklärt sich mit der Verwesung der Resolution an die Kommission einverstanden, ebenso der Abg. G a m v (Rp.).

Ma. Vaasche (ul.) erklärt, seine Partei glaube, daß man ver Resolution nicht werde zustimmen können angesichts der vom Schatzsekretär Stenael geltend gemachten Bedenken.

Mg. Wolff Wund der Landw.) erklärt sein Einverständnis mit der Resolution und ihrer Verweisung an die Kommission.

Abg. Kämpf ffr. Vv.) svricht sich gegen die Resolution aus.

Mg. Vöckel lAntist^ befürwortet die Resolution.

Mg. Mommsen sfr. Vg.l äußert sich in gleichem Sinne wie der Mq. Kämpf. Die Bestimmung im Zollaesetz, wonach mit Inkrafttreten des neuen Zolltarifs die Zollkredite für Getreide und Mühlensabrikate aufhören sollen, sei ohnehin schon, erschwe­rend für den Handel, so daß man allen Anlaß habe, ibn nicht noch mehr zu treffen durch bie vorzeitige Aufhebung fener Kredite.

Abg. Schwerin-Löwitz skons.j emvfieblt die Resolution. Werde derselben stattgegeben, so werde damit ein in den Handels­verträgen begangener Fehler wieder gut gemacht.

Mg. Müller-Sag an sfr. Vv.1 führt aus, formt der Vorredner selbst sage, man wolle mit der früheren Aufhebung der Zollkredite einen bei den Handelsverträgen begangenen Fehler wieder gut machen, so werde damit zugegeben, daß das was hier gefordert werde, mit einer loyalen Befolgung der Handels­verträge nicht vereinbar sei. .

Nach einer Entgegnung des Aba. Grafen Kanitz wird der Titel Zölle in der von der Kommission vorgeschlagenen,Fassung genehmigt. Es folgt der Titel Zuckersteuer. Hierzu be­antragt die Kommission eine Resolution betreffend Entschädigung derienigen Süßstosfhäudler, denen unter Zollverschluß gewesene Süßstoffvorröte vernichtet worden sind.

Mg. Schmidt-Wanzleben snl.1 verbreitet sich über die Ertrage der Zuckersteuer und hofft aus eine erneute Herabsetzung der Ct"uer. Wünschenswert feien Erleichterungen für unsere Kon­serven-Industrie.

Mg. v. Staudh s?.) bittet gleichfalls die Regierung, sobald als möalich mit einer Herabsetzung der Zuckerverbrauchsabgaben vorzu gehen. ~

Abg. Paasche (ul.) warnt davor, mit solchen Forderungen in einem Augenblick zu kommen, wo das Resch seiner schlechten Finanzlaae halber nach Steuern suchen müsse. Mit dem Ergebnis der Brüsseler Konvention können wir durchaus zufrieden sein.

Geheimrat Kühn stimmt im wesentlichen dem Vorredner^bei.

Nach einigen Bemerkungen des Abg. Ledebour lSoz.) wird der Artikel genehmigt und die Resolution der Kommtsswn

aber ein famoser Erfolg ! Das übrige Mitspiel machte sich im allgemeinen auch vorteilhaft. A. G.

** Besitzwechsel. Das Sch reiber'sche Anwesen, Moltkestraße 3, ging für 35 000 Mk. an Frau Auguste Schenda über.

** Der angekündigte Schneiderstreik ist heute morgen ansgebrochen. Ein großer Teil der organi­sierten Arbeiter ist aber, wie wir hören, von der Be­wegung abgesallen und arbeitet ruhig weiter. Die hiesigen Maßschneidereien lasten ihre Arbeiten von auswär­tigen Schneidern Herstellen, und die Schneiderei erleidet daher keine Unterbrechung. Da die Arbeitgeber auch organi­siert sind, liegt es im Interesse der zur Aushilfe herange­zogenen auswärtigen Maßschneidereien, die ihnen zugewiesenen Arbeiten prompt zu besorgen, denn auch sie könnten ja einmal in die Lage kommen, auswärtige Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das Streikpostenstehen "hat hier auch heute morgen bereits begonnen.

V a d -N a uh e im, 28. März. Von är z tli ch er S eite ! ist man übereingekommen, die vom Zentralkomitee der deut­schen Vereine des roten Kreuzes zur Herstellung ihrer Ge­sundheit nach Vad-Naubeim gesandten s ü d w e st a fr i-- r a n i s ch e n K ä m p f e r, Offiziere wie Mannschaften, o h n le Honoraranspruch zu behandeln. Ferner haben auch die hiesiaen großen Hotels erklärt, in verschiedenen Mo­naten einigen dieser Kämpfer kostenlose Unterkunft und Verpflegung während einer angeordneten Nau­heimer Kur mit''Freuden zu gewähren.

sd. Darmstadt, 29. März. (Eigener Draht- bericht.) Fürst Karl Ferdinand zu Solms- Hohe n s o l m s - L i ch mit Gemahlin sind gestern abend um 6.40 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zuge zu län­ge re in Aufenthalt hier eingetroffen und vom Großherzog und der Großherzog am Bahnhof herzlich empfanaen wor­den. Die Herrschaften nahmen nn Neuen Palais Wohnung.

tischen Leben. Sie empfiehlt sich aber auch im Intereste der Volksvertreter, zumal der diätenlosen, die der Erholung nicht minder bedürfen wie die Herren von der Negierung.

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beitrage. . . , . . . f .

Mg. Gröber (Ztrd tnotc^rt argen b:e NiSsthvfemme Prin­zip'..lle Auffassung. Die Ennelstaaten wollten das Reich stets als föderativen Staat an'rkannt wissen und mit Recht.

Mf; v Kardorff -Mvl be^ärnvst lebhaft den.^rnrnchwns- beschlnß. Würden so Hobe Matrikularbeifräae beschlossen., so wäre da« b^r erste Schritt zur Reick seinlomm-m^euer, denn die einz-el- ^aa fließen Prnibtngf würden in ihrem Widerstand aegen jene Steuer erlahmen. Redner verteidigt dann das mbir-'tte Steuer­system und rent Bestenemnq der Eisenbahnüberschüsse an.

Mg. Werner Wntif? äußert sich zu Gunsten der Be­schlüße ' der Budget-Kvmmission.

Mv. Müller - Sagan sfr. Vpck kennzeichnet das ^vstem der Matrikularbeiträge als unentbehrlich für das Etatsrecht des Reichstages. , . _ .

Mg Nachnicke 'fr. Vgck empfiehlt gleich dem Vorredner die Kvmmissionsbeschlüsse. Konstitutionelle Rücksichten zwängen zum Festbalten an dem System der Matrikular-Veitrage Das einzige Mittel zu einer Reichssinanzreform seien direkte Rerchs- steuern. _ r.,

Hierauf schließt sich W ^"us den KoinmrsIw ns - Be - schlüssen mit großer Mehrheit an.

Bei den weiteren Etatsresten entstehen Debatten von Belang nicht mehr.

Schließlich wird das Etatsgesetz genehmigt, womit die zweite Beratung beendet ist. Es folgen W a hl p r ü f u n g e n. Eine m-öftere Anzahl von der Kommission nicht beanstandeter Mandate werden für giftig erklärt. Auch die Wahl des Abg. v. R i e p e n b a u s e n - Stralsund beantragt die Kommission für ailtig zu erllären. Das Haus beschließt, demgemäß gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und freisinnigen Vereinianna. nachdem Abg. Herbert lSoz.) auf verschiedene bei,dieser Wahl vorgekommene amtliche Wablbeeinflussungen bingewiesen hat.. Be­züglich der T9ahl mehrerer Abgeordneter beantragt die Kommission einstw-'ilige Beanstandung. Das Haus beschließt demgemäß. .

Morgen 11 Uhr: 3. Lesimg der Militärgesetze und dritte Lesung des Etats.

Schluß 58/i Uhr.

Die Osterferien des Reichstags werden, wie in Retchstags- freifen m'rfmiM <ti 5 ahirif beelln-w,

blättern hat in der heutigen Ausgabe begonnen. Er stammt von dem bekannten Schriftsteller Teo v. Torn und behandelt eine interessante Politische Spionaae-Affäre, bei der eine adlige Frau als Spionin in Frankreichs Dienst unsere besondere Spannung in Anspruch nimmt. Die Lektüre ist zur Unterhaltung aufs Beste zu empfehlen.

** Ein Fortbildungskursus für Volks­schullehrer beginnt am 3. Mai an der Landesuniver­sität. Prof. Dr. Groos wird über das ThemaFriedrich v. Schiller als Philosoph" lesen; außerdem Prof. Dr. Hansen überVegetation der Erde" und Prof. Dr. Sauer über ein Gebiet aus der Kunstgeschichte.

** Stadttheater. Das gestrige Benefiz für Herrn Andrea s brachte eine sehr gute Aufführung der Komödie Flachsmann als Erzieher" von Otto Ernst. Das Haus war bis auf einzelne Plätze ausverkauft. Die Figur des Flemming ist nicht die reizvollste und wirksamste des Stückes; sie bietet dem Darsteller eine zwar dankbare aber int Grunde höchst einfache Aufgabe. Herr Andreas spielte den künstlerisch begabten und begnadeten Lehrer zwar etwas flüchtig, wurde aber, wohl zum Dank dafür, daß er uns in dieser Spielzeit durch seine Leistungen manche frohe Stunde bereitet hat, mit großem Beifall bedacht. Im Mittel­punkt der Komödie steht aber die mit feiner Beobachtung und scharfer Satire herausaearbeitete Person des Flachs- mit dem Ende der

angenommen. ÄZ , .

Sodann werden eine Anzahl kleinerer Speztal-Etats debatte- erteblnt Bei dem Etats-Mchnitt Zuschuß zu den einmaligen Ausgaben tr* ordentlichen Etats. Zuschuß des außerordentlichen

Mseihe und Matrikularbeiträge referiert

U qrfa 3 nett f?tr.1 ausführlich l'ber die Uebertragung der

Mill'ionen für Beschaffung von Waffen- und Artillerie-Ma­kros ans dem Ertra-Ordinarium in das Ordinartum, über ^ völlige Beseitigung der Zuschuß-Anleibe und Wer bie Er-

Höhung! der Matrikularbeiträge von 24 auf 77 Millionen Mark. ,

Schatzsekrctär Stengel führt aus, daß es hom seine schweren Bedenken habe, die M a t r i ku l a r b e i t r ä gc u m 53 Mill io nen zu steigern, selbst wenn diese 53 Millwnen einstweilen gestundet wm'dem Er bitte,, wenn wan es auch heute bei d"r Erhöhung der Matrikularbeiträge nm d'"st 53 Mill, belassen wolle, doch weniastens d"r dritten Lesung einen Beschluß zu fassen, b-^r sich dem Vorschlag der Regierung an- schließt n^r hoch mebr nähert, etwa indem man nur einen Ten der 41 Millionen für Waffen und Artilleriematerial aus das .Brdr- narium überträgt, also etwa die Artillerieforderungen auf My hrbinarinm nab die Handwaffen auf das Ertra-Ordinarium und somit auf Anleihe. f ,

Ma. Bru u st ermann lk.s erklärt sich mit den Ausführ­ungen des Schatzstkretärs einverstanden

Aba Patzig lnlg kennzeichnet d^n ^>e,chliiß der Kommission, die mdn- als 40 Millionen für Maffen-Material auf das Ordi- narium zu überttagen als einen geradezu überraschenden, selbst die Kommission werde in ihrer Mehrheit nick't glauben, daß alle Einzelstaaten eine so große Matrikularlast würden tragen können. Statt daß das Reich die Anleihe übernimmt zwinge man die zum Teil finanziell schwachen Einzelstaaten, Rumpwirtschast zu treiben. Er Motestiere gegen ein solches Verfafo'en.

v. Richthofen ff.) bekämpft die Matrckularbettrage vrinziviell. Dieselben seien ein unorganischer Bestandteil uni er er Verfassung. , c,

Mg. Singer ^Soz.> kritisiert die ganze st-inanzwirtschaftz Sträubten sich Reichsregierung und Einzelstaaten so b^harrllch aegen direkte Reichssteuern namentlich gegen eine Aeichs-Ein- kommensteuer, so bleibe eben nichts übrig, als hohe Matrrkular-

vernrischtes.

Berlin, 28. März. Ein tödlicker Unfall er­eignete sich heute am Neubau Hohenfriedberg- und Monu- mentenstraßen-Ecke. Heute morgen stand der Bauleiter, Bau­meister Wunderlich, vor dem Hause, als die Buchhaltersfrau Schenk ihn begrüßte. Mitten im Gespräch der beiden sttirzts -löblich ein zentnerschwerer Zementkasten vom Bau her­unter, traf die Frau am Kopfe und den Baumeister an der Schulter. Beide wurden nach dem Elisabeth-Kranken-- hause gebracht, wo Frau Schenk an den erlittenen Verletz­ungen ^verstarb. Der Bmnneister ist schwer verletzt. Die Schuld an dem Unfall soll ein Kalkarbeiter tragen, der den Kalkkasten ungeschickt bernntergelafs"n hatte.

* Kleine Tageschronik. lieber einen unglaublich frechen Ueberfafi berichtet dieDortmunder Zta/': In beit leeren Wagen der elektrischen Bahn von Schulte-Meding nach Kirchdern stiegen zwei Männer ein. Kaum batte sich der Wagen in Bewegung gesetzt, als beide über den Mrer und Schaffner bersielen, um letzterem die Geldtasche zu ent­reißen. Die beiden Straßenbabnbeamten wehrten sich jedoch kräftig und es gelang ihnen, die Räuber aus dem Wagen zu wetten. Die Burschen besaßen aber die Frechheit, noch eine ganze Zeitlang sich auf der Chaussee herumzutreiben. Von Fahrgästen des nach­folgenden Wagens wurden sie erkannt.Daily Telegraph meldet aus Tokio, daß feit dem 22. Marz ein Riesen­brand wütet. Ein großer Teil der Stadt sei verwehtet. In Ravvoltsweiler wurde das Geweih eines Riefen Hirsches von dem Lehrer Guht in den städtischen Lehmgruben a eh mb en. Dr. Forer aus Straßburg stellte fest, daß es sich um Foinlknoäten aus der Diluvialzeit handele. Um das vollständige Gerippe zu er­halten, wurden Nachqrablmgen veranstaltet, man fand aber nur noch Knochentrümmer. Bei diesen fand man aber auch ein Stein- Werkzeug in Form eines Rebmesiers. Nach Aussage des Dr. porer ist das Geweih von einem Renntier, das mit den Menschen inber sväteren Eiszeit dort lebte. Die Fundsachen werden auf dem Bürgermeisteramt dort aufbewahtt. In Friemersheim bei Mors starb eine Rentnerin an Tollwut, nachdem sie von einem Öitnbe in bie L ivve aebttsen worden war. __

Ein Signal aus Samoa.

-i- Berlin, 28. März.

Die deutschen Pffanzer und Kaufleute auf Samoa er­suchen in ihrer Eingabe an den Reichskanzler dringend darum, mehr Kriegsschiffe und eine ftarke militärische Besatzung nach dieser Südseekolonie zu legen, da nur fo einer Katastrophe vorgebeugt werden könne, wie sie über Südwestafrika hereingebrochen ist. Wäre die Situation in der Tat so bedenklich, bann hätte wohjl der Gouvernem Dr. Sols die Depeschenkosten nicht gespart. Man darf die Beforgnisse der Petenten also einstweilen für übertrieben halten. Was die erbetenen militärischen Machtmittel betrifft, so Fonimt die Verlegung einer Be'atzungstruppe nach Samoa schwerlich in Frage. Anders verhalt es sich mit dem Kreuzer­schutz. Er siebt schon seit Jahr und Tag in keinem Verhältnis zu den politischen und wirtschaftlichen Intereffen Deutschlands im weiten Südseegebiet. Daß ein kleiner Kreuzer in langen Zwischenräumen hier und dort die Flagge^ zeigt, entspricht nicht der Bedeutung dieser Interessen. Die Lüdsee muß einen Stationär haben, ' dessen Aktionsfeld vorzugsweise in den samoanischen Gewässern liegt. Der .fliegende" Kreuzerschutz kann durch ein zweites Kriegsschiff ausgedehnt werden. An geeigneten Fahrzeugen fehlt es nicht, wohl aber an ent­sprechenden Dispositionen.

Frankreichs Mißgeschick.

-tt-. Berlin, 23. März.

lieber der Regierung Frankreichs schwebt ein Unstern. Gs liegt nunmehr klar zu Tage, daß der Schachzug Teleass^s in der'Marokkofrage, in der er Deutschland matt­fetzen wollte, verfehlt war. Minister Deleaffe, dessen Rilhm noch vor kurzem hell erstrahlte, hat seinem Lande so­zusagen ein neues Fafchoda bereitet. Seines Bleibens in der Regierung wird schwerlich noch lange sein. Die Er­folge seiner Amtsführung lagen darin, daß er nichts verdarb, sofern er Fehlgriffe unterließ. Wo es aber galt, durch ge­schickte Initiative und überlegene Staatskunst der internatio- nalcn Politik Frankreichs Erfolge zu verschaffen, versagte er. Die diplomatische Niederlage Deleasses gegenüber dem Grafen Bülow ist aber nicht das einzige Mißgeschick der Republik. Wenn nicht alles täuscht, wird der Knegs- minifter des Kabinets Rouvier, der frühere Wechselagent, aar bald aus dem Faubourg St. Germain wieder an die Börse übersiedeln. Ter Ministerpräsident wird sich im eigenen In- tereffe von ihm lossagen müssen, denn die Unzufrieden­heit mit dem ministeriellen Wirken des Börsen- mannes greift bis zu den Progressisten und gemäßigt Radikalen hinüber. Die Ossizierskreise zeigen eine ent­schiedene Neigung, Berteaux von der humoristischen Sette zu nehmen.

Alis HtM und La"d.

Gießen, den 29. März 1905.

* Personalien. S. K. H. der Großherzog haben der Konzertsängerin Frt. Therese Behr in Mainz den Cha­rakter als Kammersängerin verliehen.

** Ein neuer Roman in den Familien-

fc. Frankfurt a. M.,29. März. Drig.-Telear. de?G'etz. Auz/si S ch w e i n e m a r f t. Zum Verkauf standen 1633 Schweine: 1. Qualität 65-66 W, Lebendgewicht 52.50 W 2. Qual. 6400 Vfg., Lebendgewicht 5100 Vfg., 3. Cunltat 5860 Vfg., Lebendgewicht 0000 Psg. Geschäft georuat, Neberstand nnbedeutend.-

4*/. % Oestorr. Silberrento 101.30

. 100.05

. . 212.60

. . 245.30

. . 143.50

. 244.25

. 146.25 Tendern: fester.

Märkte.

KandU vnh tScrfiflir. TPo'Sflmirtfifiaft.

Berliner Börse vom 28. März 1905.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 24/2 Prozent.

Anfangs- u. Schlußkiirfe.

Giestener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Boransfichiliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 30. März 1905: lieber nacht Trübung und vielerorts geringer Regem Später wieder aufheiternd. Nachts erheblich milder. Tagsüber etwas kühler. Zeitiveife windig.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Kriqinal-Aratztmesdungen.

Bochum, 29. März. Nach einer dem Mg. Brust aus dem WabMeise Necklingbaufen zugegangenen Mitteilung wurde auf der ZecheEwald-Fortsetzung" von boo Mann Belegschaft bisher 2 2 8 M a tl n gekündigt, woran, geschlossen wird, daß anai im nördlichen Kohlenbezu.r Stilllegungen geplant sind.

Sebnitz t. Sacysen, 29. März. Hier erschlug der böhmische Taglöhner Gierth seine zwei Kinder und seine Frau und flüchtete dann. . ,

London, 28. März. (Reuter.) Allem Anschem nach ist die neue japanische Anleihe b e d e u t e n d über­zeichnet worden. Aus Hamburg gingen Bewerbungen um V/2 Millionen Pfund Sterling ein.