Telephonischer Kursbericht
4% Oestorr. Goldrente .
105.70
67.80
67.50
bot eine glänzende Schulfuchses traten belustigend bervor,
Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstadter Bank Bochumer ®uft . Harpener Bergbau
213.10
246.75
143.25
244.75
208.30
R0/fl Mexikaner . . 4V2'>/n Chinesen . . Electric. Sobuckert . Nordd Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handolss'es Ocstorr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gokhardbalin < . . Laurabütto . . . Bochum « . • ♦ Harpener . . . .
Staatschatzscheine .
Reiohsanleihe do.
Konsole .
do. . . liessen Oberhessen
135.40
52.00
45.40
. 3610 . 96.50 . 139 40 . 117.80 . 213 50 . 188 80 . 140.50 . 149 50 . 165 20 . 141 70 . 17 00 . 190.00 . 265.80 . 245.40 . 209 50
. 101 70 . 91.00 . 1O1.7O . 90.95 . 100.35 . 99.00 . 102 30
W/o 3S 3V,o/0
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4% Untrar. Goldrente . .
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4 % C. Türken . . . >
Türkenlose .
4% Griech. Monopol.-Anl.
4l/,% äussere Argentiner
und scharfer Satire herausgearbeitete mann. .Herr de Giorgi, der leider Saison unser Theater verlassen wird, Leistung. Maske und Haltung dieses in seinem Spiel höchst wirksam und und das böse Gewissen bei der Revision durch den Regierungsschulrat, das diesem Muster eines Schulleiters gelegentlich in die Beine fährt, wurde uns mit prächtigem Humor vorgeführt. Der Ton des „Bildunasschustcrs" war gleichfalls äußerst glücklich nachgeahmt, nur einige kleine Uebertreibungen darin waren umsomehr zu bedauern, als sie den Gedanken an Karikatur etwas zu nahe, rückten, der sonst bei der gediegenen und überz"ugenden Bühnenexistenz Flachsmanns eigentlich in den Hintergrund tritt. Im ganzen
Deutscher Reichstag.
(174. Sitzung vorn 28. März 11 Uhrsi
Die Etatsberatung wird fortgesetzt mit dem Etat der 3 b l le and Verbrauchssteuern. Bei dem Titel Zölle btt die Dudgetkmnmch'ion den Etatansatz um 24 Millionen erhöbt. Zu diesem Titel beanttagt Ma. Graf Kanitz eine Reiolution betreffend Auslobung h<’T Zollllebite auf Getreide und Mühlenfabrt- kate schon tinnt 1. Juli 1905 ab. , ,
ylbq. Graf Kanitz lk.) motiviert seine Rewluüon haupt- /ächlick damit daß gerad" noch für den laufenden Etat, d. h. vor dem Inkrafttreten des neuen Zolltarifs und der neuen .Handelsverträae eine starte spekulative Mehreinfuhr von Ge-. treibe erwartet werde.
Schatzsekretär v. Stengel wiederholt seine frühere Erklärung, daß die Annahme der Resolution ihm .doch nicht unbedenklich ericheine. Die Regierung wolle sich nicht dem Vorwurf aussetzen, illoval gegen die Vertraasstaaten zu handeln, sollte sich aber im Herbst etwa eine mißbräuchliche spekulative. Ausnützung der Lage der Gesetzgebung durch starke Masseneinsuhr Herausstellen, so würde die Regierung dann beim Hause eine Gesetzesvorlage einbringen.
Ma. Sveck sZtr.f erklärt sich mit der Verwesung der Resolution an die Kommission einverstanden, ebenso der Abg. G a m v (Rp.).
Ma. Vaasche (ul.) erklärt, seine Partei glaube, daß man ver Resolution nicht werde zustimmen können angesichts der vom Schatzsekretär Stenael geltend gemachten Bedenken.
Mg. Wolff Wund der Landw.) erklärt sein Einverständnis mit der Resolution und ihrer Verweisung an die Kommission.
Abg. Kämpf ffr. Vv.) svricht sich gegen die Resolution aus.
Mg. Vöckel lAntist^ befürwortet die Resolution.
Mg. Mommsen sfr. Vg.l äußert sich in gleichem Sinne wie der Mq. Kämpf. Die Bestimmung im Zollaesetz, wonach mit Inkrafttreten des neuen Zolltarifs die Zollkredite für Getreide und Mühlensabrikate aufhören sollen, sei ohnehin schon, erschwerend für den Handel, so daß man allen Anlaß habe, ibn nicht noch mehr zu treffen durch bie vorzeitige Aufhebung fener Kredite.
Abg. Schwerin-Löwitz skons.j emvfieblt die Resolution. Werde derselben stattgegeben, so werde damit ein in den Handelsverträgen begangener Fehler wieder gut gemacht.
Mg. Müller-Sag an sfr. Vv.1 führt aus, formt der Vorredner selbst sage, man wolle mit der früheren Aufhebung der Zollkredite einen bei den Handelsverträgen begangenen Fehler wieder gut machen, so werde damit zugegeben, daß das was hier gefordert werde, mit einer loyalen Befolgung der Handelsverträge nicht vereinbar sei. .
Nach einer Entgegnung des Aba. Grafen Kanitz wird der Titel Zölle in der von der Kommission vorgeschlagenen,Fassung genehmigt. Es folgt der Titel Zuckersteuer. Hierzu beantragt die Kommission eine Resolution betreffend Entschädigung derienigen Süßstosfhäudler, denen unter Zollverschluß gewesene Süßstoffvorröte vernichtet worden sind.
Mg. Schmidt-Wanzleben snl.1 verbreitet sich über die Ertrage der Zuckersteuer und hofft aus eine erneute Herabsetzung der Ct"uer. Wünschenswert feien Erleichterungen für unsere Konserven-Industrie.
Mg. v. Staudh s?.) bittet gleichfalls die Regierung, sobald als möalich mit einer Herabsetzung der Zuckerverbrauchsabgaben vorzu gehen. ~
Abg. Paasche (ul.) warnt davor, mit solchen Forderungen in einem Augenblick zu kommen, wo das Resch seiner schlechten Finanzlaae halber nach Steuern suchen müsse. Mit dem Ergebnis der Brüsseler Konvention können wir durchaus zufrieden sein.
Geheimrat Kühn stimmt im wesentlichen dem Vorredner^bei.
Nach einigen Bemerkungen des Abg. Ledebour lSoz.) wird der Artikel genehmigt und die Resolution der Kommtsswn
aber ein famoser Erfolg ! Das übrige Mitspiel machte sich im allgemeinen auch vorteilhaft. A. G.
** Besitzwechsel. Das Sch reiber'sche Anwesen, Moltkestraße 3, ging für 35 000 Mk. an Frau Auguste Schenda über.
** Der angekündigte Schneiderstreik ist heute morgen ansgebrochen. Ein großer Teil der organisierten Arbeiter ist aber, wie wir hören, von der Bewegung abgesallen und arbeitet ruhig weiter. Die hiesigen Maßschneidereien lasten ihre Arbeiten von auswärtigen Schneidern Herstellen, und die Schneiderei erleidet daher keine Unterbrechung. Da die Arbeitgeber auch organisiert sind, liegt es im Interesse der zur Aushilfe herangezogenen auswärtigen Maßschneidereien, die ihnen zugewiesenen Arbeiten prompt zu besorgen, denn auch sie könnten ja einmal in die Lage kommen, auswärtige Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das Streikpostenstehen "hat hier auch heute morgen bereits begonnen.
V a d -N a uh e im, 28. März. Von är z tli ch er S eite ! ist man übereingekommen, die vom Zentralkomitee der deutschen Vereine des roten Kreuzes zur Herstellung ihrer Gesundheit nach Vad-Naubeim gesandten s ü d w e st a fr i-- r a n i s ch e n K ä m p f e r, Offiziere wie Mannschaften, o h n le Honoraranspruch zu behandeln. Ferner haben auch die hiesiaen großen Hotels erklärt, in verschiedenen Monaten einigen dieser Kämpfer kostenlose Unterkunft und Verpflegung während einer angeordneten Nauheimer Kur mit''Freuden zu gewähren.
sd. Darmstadt, 29. März. (Eigener Draht- bericht.) Fürst Karl Ferdinand zu Solms- Hohe n s o l m s - L i ch mit Gemahlin sind gestern abend um 6.40 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zuge zu länge re in Aufenthalt hier eingetroffen und vom Großherzog und der Großherzog am Bahnhof herzlich empfanaen worden. Die Herrschaften nahmen nn Neuen Palais Wohnung.
tischen Leben. Sie empfiehlt sich aber auch im Intereste der Volksvertreter, zumal der diätenlosen, die der Erholung nicht minder bedürfen wie die Herren von der Negierung.
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beitrage. . . , . . . f .
Mg. Gröber (Ztrd tnotc^rt argen b:e NiSsthvfemme Prinzip'..lle Auffassung. Die Ennelstaaten wollten das Reich stets als föderativen Staat an'rkannt wissen und mit Recht.
Mf; v Kardorff -Mvl be^ärnvst lebhaft den.^rnrnchwns- beschlnß. Würden so Hobe Matrikularbeifräae beschlossen., so wäre da« b^r erste Schritt zur Reick seinlomm-m^euer, denn die einz-el- ^aa fließen Prnibtngf würden in ihrem Widerstand aegen jene Steuer erlahmen. Redner verteidigt dann das mbir-'tte Steuersystem und rent Bestenemnq der Eisenbahnüberschüsse an.
Mg. Werner Wntif? äußert sich zu Gunsten der Beschlüße ' der Budget-Kvmmission.
Mv. Müller - Sagan sfr. Vpck kennzeichnet das ^vstem der Matrikularbeiträge als unentbehrlich für das Etatsrecht des Reichstages. , . _ .
Mg Nachnicke 'fr. Vgck empfiehlt gleich dem Vorredner die Kvmmissionsbeschlüsse. Konstitutionelle Rücksichten zwängen zum Festbalten an dem System der Matrikular-Veitrage Das einzige Mittel zu einer Reichssinanzreform seien direkte Rerchs- steuern. _ r., „
Hierauf schließt sich W ^"us den KoinmrsIw ns - Be - schlüssen mit großer Mehrheit an.
Bei den weiteren Etatsresten entstehen Debatten von Belang nicht mehr.
Schließlich wird das Etatsgesetz genehmigt, womit die zweite Beratung beendet ist. Es folgen W a hl p r ü f u n g e n. Eine m-öftere Anzahl von der Kommission nicht beanstandeter Mandate werden für giftig erklärt. Auch die Wahl des Abg. v. R i e p e n b a u s e n - Stralsund beantragt die Kommission für ailtig zu erllären. Das Haus beschließt, demgemäß gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und freisinnigen Vereinianna. nachdem Abg. Herbert lSoz.) auf verschiedene bei,dieser Wahl vorgekommene amtliche Wablbeeinflussungen bingewiesen hat.. Bezüglich der T9ahl mehrerer Abgeordneter beantragt die Kommission einstw-'ilige Beanstandung. Das Haus beschließt demgemäß. .
Morgen 11 Uhr: 3. Lesimg der Militärgesetze und dritte Lesung des Etats.
Schluß 58/i Uhr.
Die Osterferien des Reichstags werden, wie in Retchstags- freifen m'rfmiM <ti 5 ahirif beelln-w,
blättern hat in der heutigen Ausgabe begonnen. Er stammt von dem bekannten Schriftsteller Teo v. Torn und behandelt eine interessante Politische Spionaae-Affäre, bei der eine adlige Frau als Spionin in Frankreichs Dienst unsere besondere Spannung in Anspruch nimmt. Die Lektüre ist zur Unterhaltung aufs Beste zu empfehlen.
** Ein Fortbildungskursus für Volksschullehrer beginnt am 3. Mai an der Landesuniversität. Prof. Dr. Groos wird über das Thema „Friedrich v. Schiller als Philosoph" lesen; außerdem Prof. Dr. Hansen über „Vegetation der Erde" und Prof. Dr. Sauer über ein Gebiet aus der Kunstgeschichte.
** Stadttheater. Das gestrige Benefiz für Herrn Andrea s brachte eine sehr gute Aufführung der Komödie „Flachsmann als Erzieher" von Otto Ernst. Das Haus war bis auf einzelne Plätze ausverkauft. Die Figur des Flemming ist nicht die reizvollste und wirksamste des Stückes; sie bietet dem Darsteller eine zwar dankbare aber int Grunde höchst einfache Aufgabe. Herr Andreas spielte den künstlerisch begabten und begnadeten Lehrer zwar etwas flüchtig, wurde aber, wohl zum Dank dafür, daß er uns in dieser Spielzeit durch seine Leistungen manche frohe Stunde bereitet hat, mit großem Beifall bedacht. Im Mittelpunkt der Komödie steht aber die mit feiner Beobachtung und scharfer Satire herausaearbeitete Person des Flachs- mit dem Ende der
angenommen. ÄZ , .
Sodann werden eine Anzahl kleinerer Speztal-Etats debatte- erteblnt Bei dem Etats-Mchnitt Zuschuß zu den einmaligen Ausgaben tr* ordentlichen Etats. Zuschuß des außerordentlichen
Mseihe und Matrikularbeiträge referiert
U qrfa 3 nett f?tr.1 ausführlich l'ber die Uebertragung der
Mill'ionen für Beschaffung von Waffen- und Artillerie-Makros ans dem Ertra-Ordinarium in das Ordinartum, über ^ völlige Beseitigung der Zuschuß-Anleibe und Wer bie Er-
Höhung! der Matrikularbeiträge von 24 auf 77 Millionen Mark. , „
Schatzsekrctär Stengel führt aus, daß es hom seine schweren Bedenken habe, die M a t r i ku l a r b e i t r ä gc u m 53 Mill io nen zu steigern, selbst wenn diese 53 Millwnen einstweilen gestundet wm'dem Er bitte,, wenn wan es auch heute bei d"r Erhöhung der Matrikularbeiträge nm d'"st 53 Mill, belassen wolle, doch weniastens bü d"r dritten Lesung einen Beschluß zu fassen, b-^r sich dem Vorschlag der Regierung an- schließt n^r hoch mebr nähert, etwa indem man nur einen Ten der 41 Millionen für Waffen und Artilleriematerial aus das .Brdr- narium überträgt, also etwa die Artillerieforderungen auf My hrbinarinm nab die Handwaffen auf das Ertra-Ordinarium und somit auf Anleihe. f ,
Ma. Bru u st ermann lk.s erklärt sich mit den Ausführungen des Schatzstkretärs einverstanden
Aba Patzig lnlg kennzeichnet d^n ^>e,chliiß der Kommission, die mdn- als 40 Millionen für Maffen-Material auf das Ordi- narium zu überttagen als einen geradezu überraschenden, selbst die Kommission werde in ihrer Mehrheit nick't glauben, daß alle Einzelstaaten eine so große Matrikularlast würden tragen können. Statt daß das Reich die Anleihe übernimmt zwinge man die zum Teil finanziell schwachen Einzelstaaten, Rumpwirtschast zu treiben. Er Motestiere gegen ein solches Verfafo'en.
v. Richthofen ff.) bekämpft die Matrckularbettrage vrinziviell. Dieselben seien ein unorganischer Bestandteil uni er er Verfassung. , c,
Mg. Singer ^Soz.> kritisiert die ganze st-inanzwirtschaftz Sträubten sich Reichsregierung und Einzelstaaten so b^harrllch aegen direkte Reichssteuern namentlich gegen eine Aeichs-Ein- kommensteuer, so bleibe eben nichts übrig, als hohe Matrrkular-
vernrischtes.
Berlin, 28. März. Ein tödlicker Unfall ereignete sich heute am Neubau Hohenfriedberg- und Monu- mentenstraßen-Ecke. Heute morgen stand der Bauleiter, Baumeister Wunderlich, vor dem Hause, als die Buchhaltersfrau Schenk ihn begrüßte. Mitten im Gespräch der beiden sttirzts -löblich ein zentnerschwerer Zementkasten vom Bau herunter, traf die Frau am Kopfe und den Baumeister an der Schulter. Beide wurden nach dem Elisabeth-Kranken-- hause gebracht, wo Frau Schenk an den erlittenen Verletzungen ^verstarb. Der Bmnneister ist schwer verletzt. Die Schuld an dem Unfall soll ein Kalkarbeiter tragen, der den Kalkkasten ungeschickt bernntergelafs"n hatte.
* Kleine Tageschronik. lieber einen unglaublich frechen Ueberfafi berichtet die „Dortmunder Zta/': In beit leeren Wagen der elektrischen Bahn von Schulte-Meding nach Kirchdern stiegen zwei Männer ein. Kaum batte sich der Wagen in Bewegung gesetzt, als beide über den Mrer und Schaffner bersielen, um letzterem die Geldtasche zu entreißen. Die beiden Straßenbabnbeamten wehrten sich jedoch kräftig und es gelang ihnen, die Räuber aus dem Wagen zu wetten. Die Burschen besaßen aber die Frechheit, noch eine ganze Zeitlang sich auf der Chaussee herumzutreiben. Von Fahrgästen des nachfolgenden Wagens wurden sie erkannt. — „Daily Telegraph meldet aus Tokio, daß feit dem 22. Marz ein Riesenbrand wütet. Ein großer Teil der Stadt sei verwehtet. — In Ravvoltsweiler wurde das Geweih eines Riefen Hirsches von dem Lehrer Guht in den städtischen Lehmgruben a eh mb en. Dr. Forer aus Straßburg stellte fest, daß es sich um Foinlknoäten aus der Diluvialzeit handele. Um das vollständige Gerippe zu erhalten, wurden Nachqrablmgen veranstaltet, man fand aber nur noch Knochentrümmer. Bei diesen fand man aber auch ein Stein- Werkzeug in Form eines Rebmesiers. Nach Aussage des Dr. porer ist das Geweih von einem Renntier, das mit den Menschen inber sväteren Eiszeit dort lebte. Die Fundsachen werden auf dem Bürgermeisteramt dort aufbewahtt. — In Friemersheim bei Mors starb eine Rentnerin an Tollwut, nachdem sie von einem Öitnbe in bie L ivve aebttsen worden war. __
Ein Signal aus Samoa.
-i- Berlin, 28. März.
Die deutschen Pffanzer und Kaufleute auf Samoa ersuchen in ihrer Eingabe an den Reichskanzler dringend darum, mehr Kriegsschiffe und eine ftarke militärische Besatzung nach dieser Südseekolonie zu legen, da nur fo einer Katastrophe vorgebeugt werden könne, wie sie über Südwestafrika hereingebrochen ist. Wäre die Situation in der Tat so bedenklich, bann hätte wohjl der Gouvernem Dr. Sols die Depeschenkosten nicht gespart. Man darf die Beforgnisse der Petenten also einstweilen für übertrieben halten. Was die erbetenen militärischen Machtmittel betrifft, so Fonimt die Verlegung einer Be'atzungstruppe nach Samoa schwerlich in Frage. Anders verhalt es sich mit dem Kreuzerschutz. Er siebt schon seit Jahr und Tag in keinem Verhältnis zu den politischen und wirtschaftlichen Intereffen Deutschlands im weiten Südseegebiet. Daß ein kleiner Kreuzer in langen Zwischenräumen hier und dort die Flagge^ zeigt, entspricht nicht der Bedeutung dieser Interessen. Die Lüdsee muß einen Stationär haben, ' dessen Aktionsfeld vorzugsweise in den samoanischen Gewässern liegt. Der .fliegende" Kreuzerschutz kann durch ein zweites Kriegsschiff ausgedehnt werden. An geeigneten Fahrzeugen fehlt es nicht, wohl aber an entsprechenden Dispositionen.
Frankreichs Mißgeschick.
-tt-. Berlin, 23. März.
lieber der Regierung Frankreichs schwebt ein Unstern. Gs liegt nunmehr klar zu Tage, daß der Schachzug Teleass^s in der'Marokkofrage, in der er Deutschland mattfetzen wollte, verfehlt war. Minister Deleaffe, dessen Rilhm noch vor kurzem hell erstrahlte, hat seinem Lande sozusagen ein neues Fafchoda bereitet. Seines Bleibens in der Regierung wird schwerlich noch lange sein. Die Erfolge seiner Amtsführung lagen darin, daß er nichts verdarb, sofern er Fehlgriffe unterließ. Wo es aber galt, durch geschickte Initiative und überlegene Staatskunst der internatio- nalcn Politik Frankreichs Erfolge zu verschaffen, versagte er. Die diplomatische Niederlage Deleasses gegenüber dem Grafen Bülow ist aber nicht das einzige Mißgeschick der Republik. Wenn nicht alles täuscht, wird der Knegs- minifter des Kabinets Rouvier, der frühere Wechselagent, aar bald aus dem Faubourg St. Germain wieder an die Börse übersiedeln. Ter Ministerpräsident wird sich im eigenen In- tereffe von ihm lossagen müssen, denn die Unzufriedenheit mit dem ministeriellen Wirken des Börsen- mannes greift bis zu den Progressisten und gemäßigt Radikalen hinüber. Die Ossizierskreise zeigen eine entschiedene Neigung, Berteaux von der humoristischen Sette zu nehmen.
Alis HtM und La"d.
Gießen, den 29. März 1905.
•* Personalien. S. K. H. der Großherzog haben der Konzertsängerin Frt. Therese Behr in Mainz den Charakter als Kammersängerin verliehen.
** Ein neuer Roman in den Familien-
fc. Frankfurt a. M.,29. März. Drig.-Telear. de? „G'etz. Auz/si S ch w e i n e m a r f t. Zum Verkauf standen 1633 Schweine: 1. Qualität 65-66 W, Lebendgewicht 52.50 W 2. Qual. 64—00 Vfg., Lebendgewicht 51—00 Vfg., 3. Cunl’tat 58—60 Vfg., Lebendgewicht 00—00 Psg. Geschäft georuat, Neberstand nnbedeutend.—-
4*/. % Oestorr. Silberrento 101.30
. 100.05
. . 212.60
. . 245.30
. . 143.50
. 244.25
. 146.25 Tendern: fester.
Märkte.
KandU vnh tScrfiflir. TPo'Sflmirtfifiaft.
Berliner Börse vom 28. März 1905.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 24/2 Prozent.
Anfangs- u. Schlußkiirfe.
Giestener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Boransfichiliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 30. März 1905: lieber nacht Trübung und vielerorts geringer Regem Später wieder aufheiternd. Nachts erheblich milder. Tagsüber etwas kühler. Zeitiveife windig.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte. —
Kriqinal-Aratztmesdungen.
Bochum, 29. März. Nach einer dem Mg. Brust aus dem WabMeise Necklingbaufen zugegangenen Mitteilung wurde auf der Zeche „Ewald-Fortsetzung" von boo Mann Belegschaft bisher 2 2 8 M a tl n gekündigt, woran, geschlossen wird, daß anai im nördlichen Kohlenbezu.r Stilllegungen geplant sind.
Sebnitz t. Sacysen, 29. März. Hier erschlug der böhmische Taglöhner Gierth seine zwei Kinder und seine Frau und flüchtete dann. . ,
London, 28. März. (Reuter.) Allem Anschem nach ist die neue japanische Anleihe b e d e u t e n d überzeichnet worden. Aus Hamburg gingen Bewerbungen um V/2 Millionen Pfund Sterling ein.


