Ausgabe 
28.11.1905 Erstes Blatt
 
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Dichtung gemahnt fast in jeder Szene an Hebbels genialen Torso, und das will wahrlich etwa? heißen. Man bewundert die Kraft der Gestaltung, die psychologisch meisterliche Charak­teristik des Titelhelden, den er ins klassische Hellas zurück­versetzt, die außerordentliche Knappheit und Gedrungenheit dcS szenischen Aufbaues, und namentlich die epigrammatisch treffsichere Schärfe des dichterischen Wortes. Es ist das geistig und formell gcklcirteste, das sprachlich vornehmste, im ganzen das verheißungsvollste Werk eines Dichters von deutscher Strebsamkeit und deutscher Tiefe, dem nicht bange ist vor dem Anstiege zum Parnaß, auf dem Weimars Dichterheroen in unnahbarer Hoheit thronen. P. Wittko.

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Sur Tccfung des einheimischen Fleisckb.darfS i'i r.-'/ifb greife erhalte.

zurückgehe Em Landwirt habe ihm gesagt, er vcrfaufe Vieh am liebsten an Händler, da er von diesen die beiten 4,..ir ..h-l... Es sei auf das genaueste nachgenncien wor^n, daß von einer künstlichen Verteuerung etwa durch "die Fleischer nicht die Rede sein könne. Lediglich die hohen Viehpreise Huben die hohen Fleischpreise bewirkt. Bei dem Vorschlag, den Zwisckien- handel auszuschalten und in den Städten Organisationen zu ck'assen, wonach daS Vieh von ben Produzenten direkt bezogen, geschlachtet und das Fleisch dem kons'.imicrenden Publlttiin zu­gänglich gemacht werden solle, vergesse man, day lohne Ern- richrungen ungeheure Kosten verursachen. Wenn Vertreter der Landwirtschaft sagen, nach Tnrchftihrung Dieser Organimtwn werde man erkennen, auf welcher Seite die Flcischvcrteuerer zu suchen seien, so müsse man zu der Ansicht gelangen, man wolle gar nicht eine ernsthafte Diskussion. (Ruse: Sehr richtig. Man habe leider bisher weiter nichts getan, um bic schweren Uebelstände zu beseitigen, als die Stadtverwaltungen aus einen Weg gewiesen, der auf Grund einaechndshr Erwägung absolut ungangbar ist. Rufe: Sehr richtig.) Tie l^rrufrtung einer kadtischen Fleischversorgung würde so D i eie K ost e n verursachen, daß die Fleis ch V r eise sich womöglich noch erhöhen würden. Es komme hinzu, daß die rneiwlt- Versorgung seitens der Stadtverwaltungen nur auszuführen wäre unter vollständiger- Ausschaltung des Fleischer- gewerbes. (Rufe: Sehr richtig!) Man begreift, day da­durch ein großer Erwerbszweig ruiniert und die Steuerkraft der deutschen Städte eine arge Schädigung erfahren würde. Die Regierung hat bisher nichts weiter getan, um den schreienden Uebelständen abzuhelfeii, als langwierige Cachebungen anzustellen. Allein nicht Erhebungen, sondern nur positive Maß­nahmen können hier helfen. (Beifall.) Wenn die Regierung emer in ihrer Untätigkeit verharrt, und rubig zusieht, wie das deutsche Volk immer mehr in der Ernährung zu- rückgcht, dann wird das deutsche Volk bald zu der lieber^ zeugung kommen, seine Regierung lasse es zu, daß zu Ginisten einer verhältnismäßig kleinen Zahl Bevorzugter die Ernähr- u n g immer mehr verkümmert wird. Dadurch wird die Unzufriedenheit, ja die Erbitterung im deutschen Volke sich immer mehr steigern. Pflicht der deutschen Stadt­verwaltungen ist es, lytergcgcn laut und vernehmlich Protest zu erheben. Wir verlangen keine Politik der Liebe, wir wollen aber auch keine Politik des Leides. (Stürmischer Beifall.)

Ter dritte Berichterstatter Magistratsrat Dr. Beckh- Mün­chen führte aus, daß auch in Bayern die Fleischpreise immer mehr gestiegen seien. Mle Erhebungen haben den Nachweis er­bracht' daß nur die geringe Viehproduktion in Deutschland die Fleisckfteuerung verursacht habe, die angebliche Seucheneinschlepv- ung sei nur ein Vorwand, um die Grenzen geschlossen halten zu können. Daß durch die Dcffnung der Grenzen das Land mit ausländischem Vieh überschwemmt werden könnte, sei angeirchts der Bestimmungen der Zollverträge in keiner Weise zu befürchten. Tie .Hebung der Fleischnot sei tm gesundheitlichen, nationalen und sozialen Interesse dringend geboten. Er gebe sich der Hoffnung hin, daß sich die verbündeten Regierungen der Notwendigkeit, die Grenzen zu öffnen, nicht länger verschließen werden. Er er­suche, den Leitsätzen möglichst einstimmig zuzustimmen. (Stürm.

chen heiratet, während hocynäsige Tochter verbummelten Pumpbarou zatm Manne nimmt. Schwiegersohn ruiniert Schwiegervater, viel Trauer. Schwermut, schließlich große Versöhnung. Dieses mühsani sich aufi"cht haltende 0>crust des Stückes ist seine Schwäche, was sich dran herumrankt an Jokus und .Hokuspokus, an Kkingklaug und Singsang sein Vorzug.

Direktors Behrns, ein junger Mann von gewinnen­dem Aeußern und angenehmen Manieren, spielt den spiritus rector des Stückes, einen armen, aber wackeren Hamburger Brauknecht. Am meisten gefielen seine Couplets. Das recht gefällige, wenn auch banale Vierländerlied, mit sehr ange­nehmem Bariton hübsch vorgetragen, riß zu lärmendem Beifall hin. Den Dialekt beherrscht er mft^ treuester Echtheit, und er ist zugleich sein sympathischster Darsteller. Seine Gattin, Frau Behrn s-Kaldern , mimt mit Humor eine derbe Sächsin. Zwar handhabt sie die Redeweise der Jungfrau mit derduppelten Steppnaht" aus ,,Bärne" mehr schlecht als recht und singen kann sie auch nicht, desto drolliger aber ist sie dafür als Darstellerin, ülm ulkigsten wirkt der Berliner Lumpaci Vagabundus Strum­kohl'des Herrn Star 5in. Das ist ein jugendlicher Komiker, der, wie ein witziger Kops gestern abend äußerte, mit .Händen und Füßen singt, ein Darsteller von außerordent­licher Vehcndheit des Mutides und der Beine, von ganz ursprünglicher Munterkeit, dem die Narreteien des Stückes im allgemeinen und seiner dankbaren Rolle im besonderen ein unbändiges Vergnügen zu machen scheinen. Man hat seine wahre Freude an dem Spaße, den er daran hat, toll über die Bühne zu wirbeln. Grete Gallus, die bekannte Berliner Soubrette, die ein einigziehendes" robustes Dienstmädchen hätte dar stellen sollen, war leider, wie zu Beginn der Vor­stellung mitgeteilt wurde, erkrankt und ihre Rolle wurde von einem Frl. Mellenthin gespielt, die in den beiden ersten Akten viel Schneid und gute Laune zeigte, im 3. Akte aber schon dermaßen versagte, daß im 4. Akte Frau Behrns hilfsbereit und mit hübschem Erfolge für sie einspringen mußte.

Im übrigen wimmelte es auf der Bühne von bunt be- flitterten Tarnen, die ihre Röckchen hoben und ihre Beinchen vorstreckten und ihre Grimäßchen machten. Und die Galerie raste schier vor Wonne, sodaß der Vorhang nach jedem Bilde immer wieder in die Höhe ging. Namentlich konnten sich viele nicht satt sehen an dem Take-Walk, von Frl.

bic derzeitige Fleischteuerung abgebe, kann als zutreffend nich 'anerkannt werden.

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3am§tafl dm 2. T in Bürqermeisiereiqcbäi tzlätzc zum Berkans vo treiben.

Gießen, den 25. N Großherzo,

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Sch 0 ega graziös und Herrn Karzin mit derber Drastü recht wirkungsvoll getanzt. . .,

Das Stück dürste unseren lieben Landsleuten lensem desgroßen Teiches" gefallen, weil es, trotz allem, d'.c Erinnerung an die ferne Heimat weckt und in den Herzen trotz allem, verklärendes Gedenken wachruft. Was w hier töricht, albern erscheint,drüben" wirkt es ganz anbert. drüben" hat der Deutsche seine Freude daran, wenn en kalauernder Berliner auftritt oder ein naseweises Tienm mädel aus Französisch Buchholz oder die 12 Köpfe zähli'M Schwarzwälder-Familie usw.: die .Herzen jauchzen und bk Auge weint, denn die Heimat ist es, die da greifbar in scheinung tritt. Uns fällt ja nicht sonderlich angencM ber Mangel an spezifisch 'Amerikanisck)em auf. Man st- doch denken, das Leben drüben wäre eine unerschövM Fundgrube komischer Charaktere, und ein paar Cptinivr hatten gestern gemeint, ein deutsch-amerikanisches Tpe®* griffe in das volle Menschenleben Deutsch-Skmerikas hinnn- es beim Interessanten packend Sie waren enttäuscht: o« aber nichts mehr als eine flott gemimte Vari6te-Possc tf* wartet hatten, kamen vollauf auf ihre Rechnung.

Die .Herrschaften durchziehen zurzeit wohl ganz Detll^ land und alle Abend gondeln sieübern großen Trotzdem war bei uns von einer Abnahme der Kräfte oder einem Nachlassen der Spiellreudigkeit nichts zu^ verspvrn^ man möchte fast sagen, wenigstens was die Herren an« betrifft: im Gegenteil? .

Einen Extraspaß hatten viele noch an der kleinen Negerin und demschonen" Liede:A chMolly, du kleine Nigger, hör' meines Herzens Ticker!" Das ist deutsch-an^' konische Poesie? P- Ä

Wie uns aus Berlin mitgeteilt wird, steht da-^ Erscheinen einer § tu eiten Auflage des Romans Kuvpelhoft" von Alfred Bock bevor, nachdem die cn Auflage in wenigen Wochen vergriffen worden ist.

L ü beck, 27. Nov. Für den Neubau des Stadl theaters schenkte Senator Possehl ein am alt Tbeoterplatz gelegenes, zum Preise von 465 000 Mk erwo^ benes Grundstück, unter der Bedingung, daß neben oc Theater auf dem Grundstück Festversammlun räume hergestellt würden und der dazu erforderliche schluß der Stadtkörperschaften bis zum 31. Dezember perDty geführt würde.

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Ter Voranschlag I tom 30. November 1905 heiligten in dem Geschä ®>infier, am 27. Nc ,j Mienoglid

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den 21 Vorstand

der Rückgriff auf die Vieh- und FlcisckKestände des -.Alarmes unter voller Wahrung des Scnchenschiitzes für die emhcumichcn Viehbestände und Berückfichtigung des gesundheitlichen Schutzes der einheimischen Bevölkerung geboten. Tic bestehenden^ Emmhr verböte und Erschwerungen überschreiten zum ^.eil cas bürd' die Gesetzgebung im ücterüiären und sanitären Interne vor- geschricbcne Maß und führen dazu, die Einfuhr, auch wv ste zugelassen ist, unwirksam zu machen. ... .. ... ,

4. Von den vorgeschlagenen Abhilstmitteln kann die unmfttel- bare Dersorgimg der Bevölkerung mit Fleisch durch die ftadtuchen Verwaltungen als geeignetes Mittel zur wirksamen dauernden Beseitigung der Fleischteuerung nicht angesehen werden.

5. Dagegen erachtet der Deutsche ^tädtetag als geeignetes Mittel gegen die Fleischteuerung die möglicktt ungehinderte Ein­fuhr (ebenoen Viehs aus dem Auslande unter voller Nahrung aller veterinär-polizeilich notwendigen Schutzmastregein zur uv- fchlachtung in öfrentliclxn Schlachthäusern, die Einfuhr ausge- fchlachteten Fleisches aus dem Auslande unter Beteiligung aller sanitär nicht unbedingt gebotenen Erschwerungsmaßregeln, die Einfuhr ausländischen Bückgenfleisches und wMNgcr Fleuchdauer- nxaren, die Ermäßigung der Zölle und Eifenbahntarife für Futter­mittel in Zeiten bestehender Futternot. .

6. Ter Deutsche Städtetag erklärt, daß die Behandlung der Fleischteuerungsfrage durch die maßgebenden Instanzen des Reichs und einzelner Bundesstaaten die berechtigten Interessen der städtischen Bevölkerung schwer schädigt."

Oberbürgermeister Kirschner- Berlin eroftnet ine Versamm­lung mft etwa folgenden Worten: ,

Ter erste Deutsche Städtetag tritt heute in der deutschen Reichshauvtstadl zusammen. Es sind dem Städtetage alle Ltadte Deutschland- über 25 000 Einwohner, die Ilemeren Ltadte als Gruppe beigctretcu. Damit ist um sämtliche Städte Deutschlands ein einheitliches Band geschlungen. Dadurch sind die deutschen Städte in der Lage, ihr Wohl in einheitlicher Weise su Torbern. Ein sehr wichtiger Gegenstand hat den Zusammentritt des Deutschen Städtetages veranlatzt. Wir wollen an die Erledigung unserer Arbeiten herantreten in Liebe zu unserem Daterlande und m Treue zu Kaiser und Reich. Wir gedenken deshalb zunächst unseres Kaisers, und ich ersuche Sie, mit mir in den Ruf emzu- ftimmen: Se. M. unser allergnädigster Kaiser und König Wil­helm II. lebe hoch?

Auf Vorschlag Kirschners wurden als Beisitzer gewählt Bnr- igermeiTter Back-Straßburg i. E., Oberbürgermeister Beutler-Tres- Ibcn, Oberbürgermeister Dr. v. Schutz-Nürnberg, Oberbürgermeister

ITr. Gauß-Stuttgart. .

Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters Kirschner wird in erster »Reihe zur Behandlung b?r Fleischnotfrage übergegangen. _

Syndikus, Reichstagsabg. und Swdtv. Dove-Berlin fuhrt sungefähr folgendes aus: Die Fleischteuerung laste ganz be­sonders schwer auf int Schultern der unbemittelten Klassen. 1(55 sei das um so beklagenswerter, als dadurch eine Unter­ernährung der Bevölkerung eintrete. Bekanntlich gehen «die Löhne mit den gesteigerten Preisen nicht Hand in Hand. .Eine Lohnerhöhung werde zumeist erst in bisweilen langwierigen .Lohnkämpseu erreicht, die wiederum eine wirtschaftliche Störung .verursachen. Es sei nicht abzulcugnen, daß die Viehproduktion hinter der Vermehrung der Bevölkerung zurückbleibe. Tie städtische Bevölkerung wachse von Jahr zu Jahr. Da die Fleisch­preise bereits eine Höhe erreicht haben, die den unbemittelten Klassen unerschwinglich sei, so haben nicht nur die Städte, sondern auch Handel und Industrie die Pflicht, Maßnahmen zu beraten, iric diesem Zustande zu begegnen sei. Es sei gesagt worden, es empfehle sich. Einrichtungen zu treffen, wonach der Zwischen­handel ansgeschaltet werde. Sei erst der Zwischenhandel au5- geschollet, bann iverde es nicht ausblei den, daß die Produzenten die Preise diktieren. Tie Ausschaltung des Zwischenhandels würde also den Zustand nur noch verschlimmern. «Rufe: Sehr richtig Die Schließung der Grenzen für die Einfuhr von Vieh habe cd nicht vermocht, bic Viehseu ch e n in Deutschland zu beseitigen. Eine zehntägige Quarantäne für das aus dem! AuSlanbe eingeführte Vieh fei ausreichend, um jede Gefahr einer Scuchcneinschleppiing zu beseitigen. Im übrigen sei ut Dänemark, Schweden, Norwegen, Belgien und Holland tue Vieh­seuche vollständig, in der Schweiz nahezu erloschen. SCber and) die Einfuhr aus Rußland sei unter den üblichen Vorsichtsmaß­regeln vollständig gefahrlos. Aus diesen Tatsachen gehe hervor, daß ganz andere Gründe alS die Gefahr der Seuchenemschlepp- ung zur Schließung der Grenzen maßgebend waren. Wir find entfernt, die städtisch' Bevölkerung gegen die ländliche zum K'amp aufzurusen, zumal wir wissen, daß die Landarbeiter und die kleineren landwirtschaftlichen Produzenten ebenso unter d e r Fl c is ctzn 01 l e iden, wie dieStadt- bc n öl fer uug. Wir halten cs für unsere Pflicht, Maßnahmen zu beraten, wie dem Unhaltbaren Zustande abzuhelfen sei, die unbemittelten Volksklassen vor der Unterernährung zu schützen. In diesem Sinne wollen wir mutig den Kampf führen.

Der zweite Berichterstatter Oberbürgermeister Körte- Königs- Hern i. Pr. führte au5, baß in Ostpreußen, selbst in den kleineren Stadien die Zahl der Konsumenten in fortwährendem Steigen begriffen sei, während die inländische Viehproduktion immer

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Gießen, den 27. N Großherzoq

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Gießen, den 23.9loi Großherzoql n. I.

Beifall.) ,

In der hierauf folgenden Besprechung nahm zunächst Bürger­meister Wadehn-Weißenfels das Wort. Er befürwortete unter lebhaftestem Widerspruche der Versammlung alle Maßnahmen, wie Verbilligung der Eisenbahntarife für Vieh- und Futtertransport, Ermäßigung oder Au Hebung der Zölle für Futtermittel, könne sich jedoch nickt für Maßnahmen erklären, die den nationalen Grundsätzen widersprechen. Die deutschenLandwirtcsind wohl in der Lage, den Fleisch bedarf z u decken, sobald sie nicht unter Mißernten zu leiden haben. Ten Konsu­menten ist es gewiß gleichgiltig, ob sie inländisches oder aus­ländisches Fleisch essen. Er ersucht, sich für die Fleischversor.cv- ung seitens der Stadtverwaltungen, für Verbilligung der Tarife und Herabsctzimg der Zölle auf Futtermittel zu erklären, dagegen die Forderung der Vicheinftihr aus dem Auslande fallen zu l^Stadtv. Fleischer-Obermeister Marx-Fran Ff u r t am Main, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Flei,chev- Jnnungen, sucht den Nackfweis zu führen, daß die Fleischer mfolge des großen Vichmangels vielfach ihre Betriebe haben einstellen müssen. t,

Stadtv. Reichstagsabg. Singer-Berlin erläuterte bae Aus­führung der städtischen Fleischversorgung und ersucht, die ^eitsatzc in diesem Sinne anzunehmen.

Reichstagsabg. Ullrich-Offenbach: Die Haltung der Regierung erfordert einen kräftigen Ton. (Unruhe.) Der Ton macht die Musik. (Lachen.T Die Politik der Regierung laust eben darauf hinaus, bic Fvrbcrungcn der Mrorier zu erfüllen. Sind nicht bei allen landwirtschaftlichen Veranstaltungen Regicrungv- vertreter zugegen? Hat sich hier ein Regierilngsvertrcter sehen lassen? lRilfe: Sind nicht Ciiweladeu worden.' Zu den land­wirtschaftlichen Veranstaltungcii kommen die Rcgicruugsvertreler auch uneingeladen. Von der Regierung ist nicht das geringste zu erhoffen. Tas Volk muß erfahren, wie die Regierung eine s'mdvoll Privilegierter auf Kosten des Volkes bevorzugt, -re Massen werden der Regierung die Quittung bet den Reichstags- Wahlen geben. (Beifall und Unruhe.»

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Gießener StaMhealer.

Ucbernr großen Teich,

Heitere Bilder aus dem Leben der Deutschamerikaner von Adolf Philipp.

Der gestrige Theaterabend der Deutschs-Amerikaner brachte unerwartet ein nahezu volles Haus und war zweifellos auch ein voller Erfolg. Die Stimmung be-3 Publikums war von Anfang an sehr animiert und hielt bis zum letzten Akt au, diesen freilich ausgeschlossen, denn dessen jämmerliche Sentimentalitäten waren schlechterdings kaum erträglich. Zmn schönen Erfolge der vorhergehenden drei Akte aber wirkten Spiel, Ensemble, Gesang und szeni­sches Arrangement zusammen. Es war etwas Originelles für Gießen, eine Art höheren Tingeltangels ohne Zote.

lieber die Auswanderungs-Burleske ist kaum ein Wort zu vertieren. Eine bunt zusammengewürfeite Gesellschaft fährt daübern großen Teich" bis zur Einwandererinsel Ellis-Jsland. Berliner, Sechsen. Schwaben, Vierländcr ent­steigen, wie die Tiere der Aich: Noah, dem Einwanderungs- danipfer voll froher Hoffnungen und schnoddriger Witze. ES gibt bann aber leider die üblichen Requisiten des Volks­stückes, die nur eine leichte amerikanische Färbung haben, eine Färbung, die teils durch allerlei Mspielungen, teils bur'ü' den Auftrag der an die englische Posse erinnernden komisck)en Farben hervorgerufen wird. Im übrigen muß die seit Olims Zeiten beliebte Schablone herhatten: reicher Vater verstößt braven Sohn, der armes, aber braves Mäd-

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Nack einem kurzen Scktußsvyrt des Berichterstatters gtlanatf Leitsatz 3 (mit allen yegen eine, Leitsatz 4 gegeii etwa 10 Stimnne? Leilmtz 5 mit allt gegen eine, Leitsatz 6 mit allen gegen' 7 Stimmen, alle übrigen Leitsätze cniltimnug zur Annahme. der Gesamtabstimmuna stimmten sämtliche Vertreter, mit 9^ nähme des Bürgermeisters Wadehn, sür bic Leitsätze. Gegen Leitsak 4 stimmten die Sozialdemokraten unb Bürgermeister Wadehn.

Es folgte die Konstituierung des bcutscken Städtetages auf Grund des SatzungscuNvurfs, der zur 9h. nähme gelangte. Als Zentralstelle des Städtetages wurde beinahe einstimmig Berlin g ewählt.

In den Vorstand wurden gewählt: die Lberbürgermciner Kirschner iVerlini, Becker (Köln, Beutler^ Dresden. Adickcz lZ-rankiurt a. M. , Sckmctzler Karlsruhe, Struckmami T'ilbe?. heim , Erster Bürgermeister Dr. v. Vorscht München , Erster Bürgermeister Dr. v. Schuh (Nürnberg', Bürgermeister Vgj ^Straßburg i. E.), Oberbürgermeister Dr. Gauß (Stuttgart, unb Stadtrat Namslau (Berlin). Es wurde hierauf iwch der 9Iu^ schuß gewählt und binacb der Erste Deutsch: Städtete.g .zesi'wsien.

Auszeichnungen zu K oßhetzogs Kcburtslag.

(Fortsetzung!

Tas Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens! Philipps des mutigen: Kreisseuerwehrinspektor Warn Hch. Bender II v Worms, Polizcikommissär Ludw. Bräunig zu Ofscnbrt Rentner Gxj. Treffet IV. zu Groß-Zimmem, Hauptlebnr Peter Paul FreN zu Offenbach, Bauassistent Georg Häusel zu Michelstadt, Oberlehrer Jul. Hof zu Arheilgen, Hauptlebrer an der Kunstgewerbeschule Anton Huber zu Mainz, Fabrik, beamter Gg. Kahl zu Worms, RenMer Theod. Kalbfuß zu Darmstadt, Lehrer an der Oberrealschule zu Offenbach H? Keßler, Lehrer an der Oberrcalschule zu Darmstadt Hch. Sol6, Haupttehrer Val. Nicolai zu Offenbach, Lehrer an der Viktoric. chule und dem Lchrexinncnseminar zu Darmstadt Karl Ramge, Vorsitzender der OrtSgewerbevereins Karl Rockel zu Darmstadt, Rechmmcisrat Jos. Rumpf zu Darmstadt, Rechnungsrat Wilhcl» Sieger zu Darmstadt, Mitglied des Landwirtschaftsrates Bür- germeifter Jak. Trautmann zu Rimbach i. O., Lehrer an da Taubstummenanstalt zu Bensheim Ferd. Wahl.

Die Silberne Verdienst-Medaille für Landwirtschaft: Lande-, kulturrat Dr. Adolf Klaas zu Darmstadt.

Die Silberne Verdienst-Medaille des Ludewigsordens: da Kleinkindcrschulschwester Christine Seiler zu Gundersheim.

Das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groh, wütigen: Schullehrer Eduard Ackermann zu Altwiedermur, ftäbt. Hafenkontrolleur Job. Austherr zu Mainz, Schullehm Johann Baldner zu Neu-Barnberg, ftäbt. Hafeneinncbmn "?lbam Bastian zu Mainz, Polizeiwachtmeister Hch. Bickel- Haupt zu Tarmstabt, Bürgermeister, Ortsgerichtsvvrsteher und Stanbcsbeamtcr Peter Joseph Dickescheid zu Tromershäm, Schullehrer Rub. Diehl zu Bleichenbach, Krcisamtsgeh. h-h Döring zu Tarmstabt, Schullehrer Johs. Döring zu Dind Hausen, Schullehrer Will). Jak. Friebrich zu Eich jörei« Worms), Schullehrer Frdr. Gerold zu Zwingenberg, ^*1- lehrer Karl Friedr. Gieles zu Klein-Auheim, SchullehrerM Haas zu Hummetroth, Schullehrer Wilhelm Hainer zu Lim­ba ch, Kreisstraßenmeistcr Phll. Hardt zu Sprendlingen (Ma- Hessen), Schullehrer Dav. H ee " zu Dalsheim, Schullehrer Zck So neu 8 zu Pfeddersheim, Sclmllehrcr Johs. Hotte» st Leiselheim, Sch-llllchrer Adam Kreisel zu Hahn (Kreis Dn- stadt), Kreisstraßcnmeifter Hch. Kuhl zu Dingen, Lchillcm Hch. Metzler zu Nieder-Erlenbach, Gemeindeeinnehmer, Sntbtr. rechner und staatl. llntererhebec Jak. Nehrbaß zu Partenhem. Schullehrer Hch. Nürnberger zu Ranstadt, PolizeiwachtmcMc Paul Peter zu Darmstadt, Gutsväckfter Hch. Reif sei', »e Steinfurth, Schullehrer Johann Reitz zu Holzmühl, -Lchullebm Joh. Schreiber zu Siefersheim. Vorstand der ftäbt. Gaswerk-- fasse Wilhelm Schüttler zu Darmstabt, Schullehrer Christian Schwalm zu Vonhausen, Schullehrer Johs. Schweitzer za Odeuhauseu, Hauptlehrer Nikolaus Oenger zu Fmtbe'i, Ober­lehrer Peter Wagner zu Ober-Roden, Schullehrer Phil. Friede. Walther zu Hocki-Weisel, Schullehrer Gg. Wuuderle Ockenheim, Kaufmann Franz Zahn zu Marn-, Landwirt Chris 3 erb zu Dorheim. ....

Tas Allg. Ehrenzeichen mft der Jnzchrift: .,.eur lang* treue Dienste" nm Bande des Verdienstordens Philipps des W mütigen: Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standes«» ter Beruh. Lang II. zu Odenhausen, Bürgermeister, OrtsgeE Vorsteher und Standesbeamter Phil. Sven gler II. zu Wre

Das Allg. Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langtamip treue Dienste": Gemeindeeinnehmer und Kirchenrechner JohE Brück II. zu Oppenrod, Gemeindeeinnehmer Phil. Feuerbad zu Ockstadt, Feldgeschworener Gg. Phil. ®r uner Mi ftcnbd, « mcindeeinnehmer und Kirchen rechner Hch. Karl Hu b l t tz Horloff, Gemeiudeeinneh'mer Johs. Jaeger I. zu Storno Kirchenrechner und staatl. Untererheber Gg. Klein III. zu Wok» bach, Kirchendiener Hch. Möller XII. zu Angersbach, Beigcor«' Johmues Peppel XII. zu Ober-Seemen, GemeindeeiNncWn und staatl. Untererheber Johs. Christian Schenk zu-staiM" : heim, Beigeordn. Hermann Schimpf I. zu Ostheim, GemcnM cimiehmer Will). Sck>lapv zu Mainftar, F-elda^scknrorencr

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