Ausgabe 
31.7.1905 Zweites Blatt
 
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155. Jahrgang

Zweites Blatt.

Wr. 177

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen.

Nimmer Ambos/

die und

Montag 31. JnN 1905

Rotottontonid unb Verlag der » UnwersuülSdruckerel. St. Sang«, Dtrho».

Redaktion, Expedition ».Druckerei: 6d)ulftr.t.

Lei. üh. 6L Lelegr^Ldr. > Ln-eiga

Mit einem althessischen Prüsenticrmarsch schloß die Feier auf der Hardthöhe.

Abends um Vz9 Uhr begann tm Saale der Brauerei Bichler der Festkommers der Studentenschaft, wozu sich Mieder die Professoren und Ehrengäste mit ihren Tarnen eingefunden hatten. Sind. Beck, 1. Chargierter des Korps Starkenburgia, fiibrte das Präsidium und er­öffnete den Kommers mit folgender Ansprache:

Wie's Bismarck war."

Der Rektor Geheimrat Prof. Dr Vossius: Ewig auf den Lippen schweben wird er, Wird im Volke leben

Handelns." m , , ,

Drauereibesitzer Brchler:

.Was wir durch dich geworden, wir wissen's und me Welt.

v < ... ! .. y / *< rtl LA. C A«' 9 A-O irO f 1 4" * *

OLlLbtlut mti tbzfna^m« bet Sonntag».

fne .gtetena fieetlUnMätur* werden dem Umetaet viermal wöchentlich betgclegt Der JWWfi taiöwtrf erscheint monatlich einmal.

Oberstleutnant v. C o n t a:

..Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden

Prof. Sauer: L .

.Fest stehe, Turm im Zcitewlurm! Geweilst von deutsüzer Jugend, . mahne an Mannestugend.

e Sich' um dich geschart, Suter deutscher Art, ohne Scheu, ohne Reu, Bismarck treu."

Dauinspektor Becker:

.Möge das Denkmal aus Hessens härtestem Felsen gefügt,

Besser als in Erz und Stein." Provinzialdirektor Geheimrat Tr. Brcrdert: Mles für Deutschland, Deutschland über alles."

Landgerichtsdirektor Gung er ich: Immer Hammer,

Fug und Reckt. Wir Studenten sind hierzu mit m erfter Lmie berufen. Das dohe Ziel, da8 Bismarck verfolgte und so hcrrUd) erreichte, bat die deutschen Studenten zuerst hegeisterungSooll be­seelt indem sie, für die Einheit eines neuen freien deutschen Hei dies ciiitr'etcnd sich in der deutschen Burschenschaft zusammentaten. Und wenn tenter Bismarck jene EHaraktergröste mnewolmte, die zur ErsüNung seine? großen Werkes erforderlich war, so dürfen wur dies auch wohl nicht zum Geringsten zuruck'uhrcn emerseitS auf die Bildung, die er an deutschen Hochschulen gevotz, alsdaiin andererseils auf den Geist, der die Korporation durchdraiig, ivelcher er als Student angelwrte. Hier gilt da« Prinzip, seine Mitglieder zu ehrenhaften, charakterfesteii Männern beranzubilden, die, was sie als edles Ziel erkennen, mit Tatkraft und Energie erringen werden, ja selbst, wenn es sein must, daS einmal sur richtig Ge­fundene mit Rücksichtslosigkeit verfolgen. Lauter Eigenschasteu, die Bismarck sein ganze? Leben hindiirch mit durchschlagendein Erfolge

morgen TmiicneH tvoTTen, btc danach mit einem Kasten ein- gemauert wurde. Darnach wurden von den Vertretern der Studenten- und Professorenschaft und den Ehrengästen die Hammerschlägc unter kurzen Begleitworten vott- ötivd. Wir verzeichnen folgende Sinnspruche, die nach- einander gesprochen wurden:

Stud. phil. Schlie (Brirschenschaft Arminia): Lodre vom Bismarckturm, Flamme hinan. Zeig uns im Wettersturni Auswärts die Bahn: Deutschland uns Dir zu weth'n Auf immerdar, Treu unserm Volk zu sein.

begleUeten^ bem TJnnnC( welcher, um seine eigenen Worte zu gebrauchen, das deutsche Reich in den Sattel gehoben hatte, und der hieran gleichzeitig die freudige Erwartung knüpfte, daß eS letzt wohl reiten von selber lernen werbe, -tafo diese Hoffnung, Kommilitonen, sich in so hohem Maste erfnllte, wenigstens b,S aus den heutigen Tag, das verdanken wir vor allem dei segensreichen nnd weisen Regierung unserer Monarchen und als den Ersten unter ihnen der Regierung der Fürsten ans bem Hause Honen- zollein als dem deutscheii Kalserhanse. Ter hochqeliiUi.e Kaiser Wilhelm I. hat uns Bismarck gegeben, «ndem er ihn mit scharfem Blick und weitgehender Menschenkenntnis zn fernem Minister be­rufen hatte. Unter ihm imb feinem erhabenen Sohne, dem Kron­prinzen und nur so früh verschiedenen späteren Kaiser Friedrich, haben die deutschen Staaten, innerlich schon geeint, für des Vater­landes Glanz nnd Herrlichkeit gestritten und nach siegreichem Kriege ben letzten entscheidenden Schritt and) zur äußerlichen Einigung, der Gründung des Reiches, getan. Unter unenö- lichern J'.bel und stürniischer Begeisterung wurde König Wil­helm von Preußen zun, deutscheii Kaiser proklamiert. Uno ivie die segenbringende Regentschaft der beiden ersten

Herrscher, so berechtigt auch die seiiherlge Regierung

Kaiser Wilhelms II., unter der Deutschland zur si'tzigen Weltmachtstellung emporgehobeii wurde, zil der gewißen Zu­versicht, das; unser geliebtes Vaterland euer nach innen nnd allsten gesicherten, stets wachsenden, vielverheißenden Zulunit entgegenblickt. Und so möge mich ein jeder von uns, StommiUtonen, seiner Pflicht gegen das Vaterland und auch gegen unser engeres Vaterland, unser geliebtes Hessenland eingedenk, sciii ©chcrflein hierzu beitragen und mit mir seiner niiverbrüchlidleu Treue uno Ergebenheit gegen Kaiser nnd Reich Ausdruck verleihen durch den Riif: Seine Majestät, Kaiser Wilhelm JI. und Seme Komg- liche Hoheit der G r o ß h e r z o g E r n st Ludwig von Hessen und bei Rhein sie leben hoch, hoch, hoch!

Der Salamander wurde geriehen selbstverständlich war die Regimentsmusik unter Musikdirektor Krautze wreder zur Stelle, die den Gesang der gemeinsamen Lieder be- aleitete - und danach nahm der Vertreter der puristischen Fakultät, Stud. Earlebach, das Wort zur Begrüßung der Gäste. Seine Rede lautete folgendermaßen:

Meine verehrten Herren Gäste!

Es liegt mir die ehrenvolle Pflicht ob, Sie ,m Namen bei Gießener Studentenschaft zu begrüßen. Wir danken Ihnen, daß Sie unserer Einladung gefolgt sind, daß Sie an der »reier der Grundsteinlegung teilgenommen haben, und daß Sie diefen Zeit­lichen Tag in fencht-fröblicher Weise mit den Herren Tozenten der Gießener'Universität und uns, den Jüngern der alma mater, zu beschließen gedenken Herrn Provinzialdirekfor Geheimrat P ve ider t glaube ich in erster Linie für sein Erscheinen danken zu müssen. Wir ivissen die Ehre zil schätzeii, daß der Herr Provinzlal- direkior als Vertreter der Großh. stlegiernng zu unserer reicr fid) eingefunden hat. - Einen Vertreter der Justiz sehen wir leider heute nicht in unserer Mitte. Als vor einigen Wochen m emev Ausschnßsitzung Seine Magnificenz der Besürchtung ylnsdruck ver­lieh, es wurde wohl wegen der Gerichtsscrien keiner der Herren von der Justiz zur Bismarckfeicr kommen, da erlaubte ich nur, linderer Ansicht zu sein. Leider habe ich mich getäuscht. Zunächst allerdings schien es, als würde Seine Magnificenz nicht recht be­halten. ' Herr Landgcrichtsdirektor Tr. Güng er ich hat unsere Ein­ladung angenommen unt> war auch während der Grundsteinleguna anwesend. Wenn Herr Landgerichtsdirektor Güngerich heute abend fehlt, so bitte ich, ihn zu entschuldigen. Wir alle wisicn, wie sehr gerade den Herren von der Justiz, die dock) die Verantwortung^ vollsten Bcruse zu erfüllen haben, Fcrienruhe zu gönnen ist Ich hoffe, daß der Herr Landgerichtsdirektor heute abend im Kreise einer Familie ebenso viel Erholung sindet als er sicherlich auch m unserem Kreise, bei der alten Burschenherrlichkeit gefunden hätte. Außerordentlich geehrt fühlen wir uns durch die Anwesenheit de? Vertreters der Militärbehörde, Herrn Oberstleutnant von Eonta. Wir danken ihm für sein Kommen. Ter Stadt Gießen sind wir ah ganz besonderem Tank verpflichtet. Herr Oberbürgermeister Mcciim ist leider am Erscheinen verhindert. Nur durch das liebens­würdige Entgegenkommen des Herrn Oberbürgermeisters ist es uns gelungen das Bismarckturmprojekt einer befriedigenden Losung entgegenzusühren. Die Stadt Gießen, die noch immer die Inter­essen der Ludoviciana and) als Interessen der Stadt betrachtet hat, ist bereit, dem Bismarckturm ihren Schutz angedeihen zu laffen, sie wird für die Instandhaltung des hoffentlich in Jahressritt vollen­deten Turmes Sorge tragen. Ich ergreife die (Gelegenheit, um der Stadt Gießen und insbesondere dem Herrn Oberbürgermeister für ihr Entaegenkommen den Tank der Studentenschaft auszu- sprechen. Ich begrüße nunmehr ben Herrn Po lizeiamtmann nnd danke ihm für fein Erscheinen. Möge fernerhin jederzeit em eben solch gutes Einvernehmen zwischen den Studenten und der Polizei in Güßen bestehen wie heule abend zwischen dem Herrn Polizeiamtmann und uns. Was Her-r Baninsvektor Becker ur UNS geleistet hat Uiid nock) weiter leiften wird, das ist Ihnen allen bekannt. Wir haben heute den Grundstein gelegt, die ersten pammer- schläge hoben wir mit Herrn Bauinspektor Becker gktaii. DiS übrifle» Hanrrnerschläge, das Weiterbanen, das null £>err Bauili^ sveltor Becker allein besorgen. Wünschen wir ihm und mrs, dafr ein herrliches Bauwerk erstehe zur Ehre Bismarcks, zum Ruhms unserer alma mater und zur Zierde Gießens.

Ich habe nunmehr der Gönner unseres Bauprojektes'zu gv denken, der Herren Brauereidirektor Bichler rurd Kommerzien­räte Seyligenstaedt und Heichelheim.

Ohne die Lpferireudigkeit des Herrn Brauereidirektor Bichler hätten wir sch weil ick) heute schon den Grundstein legen können. Herr Bichler hat in uneigennütziger Weise das Gelmide zur Beringung gestellt. Ohne die Mithilfe durch Rat und Tat von Seiten des Herrn Bichler iväre des weiteren auch die Kommission zur Vor­bereitung der heutigen Feier in einer durchaus schwierigen Laos gewesen^ Wenn ich Herrn Bichler unser aller Dank ausfpreche, so möchte ich ihn gleichzeitig um Entschuldigung dafür bitten, daß die Kommission seine Zeit so stark in Anspruch genommen hat. Herr Reichstagsabgeordneler Kommerzienrat Heyligenstaedt, den wir als Vertreter der Gießener Bürgerschaft zu begrüßen die

Ehre haben, hat uns ebenfalls Gelände geschenkt. Und das mar für ihn nicht allzu leicht. Tie Aecker befanden sich im Besche der Heuchelheimer Bauern, die mit wunderbarer Liebe an ihrer Scholle hingen und sich zuerst um keinen Preis, nachher aber um feinen niedriaen Preis von ihren Aeckern treraum wollten. Herr»

Kommilitonen!

Dor mehr als einem halben Jahrhundert klangen aus dem Munde eines deutschen Sängers, den krank in der Fremde die Sehnsucht nach dem geliebten Vaterland ergriffen, um feinem ge­drückten Herzen Trost zu verleihen, die schönen und stolzen Worte:

Deutschland hat ewigen Bestand, Es ist ein kerngesundes Landl Mit seinen Eichen, seinen Linden Werd ich es immer wieder finden.

Deutschland ist kerngesundes Land. Behalten wir einmal kurz die damalige Zeit im Auge. Klingt dann dieser die Ziikunft mit Seherblick vorausdeutende Ansspruch im Grunde genommen nicht mehr als kühn und gewagt ? Wie sah es Damals mn Deutsch- land aus? Gab es überhaupt ein ewiges groves deutsches Vater­land ? War es nicht allenthalben zerrissen und zerspalten, sodaß man ein österreichisches Tentschlanb und ein preußisches Teuticb- land ein Deutschland ohne Oesterreich und em Deutschland ohne Preußen und ähnliches zu er-richten gedachte?

Jedoch laffen Sie uns zur Gegemvart zurnckkehren. _ Wie wunderbar und neu dem Leben der Geschichte zurückgegeben strahlt nickt heute das junge Deutschland im Herzen Europas an der Svihe der Nationen als Weltmacht ersten Ranges! Und wenn wir bedenken, nach welch kurzer Frist es die schwersten politischen Krisen, von denen ein Land nur je heimgcsucht werden kann, glücklich überstanden hat, wie glänzend hat es nicht da den Dichter- warten Ehre verliehen und bewiesen : Deutschland ist kerngesundes oanb! Diese Ueberzeugung, Kommilitonen, stand aber mich m den schlimmsten Zeiten des verflossenen Jahrhunderts telsenfest m dem Herzen eines jeden wirklich Deutschen. Unerschütterlich vertrant er dem Spruche: Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden. Und drum hörte man selbst unter den mißlichsten Verhaltmßen nicht auf, an der Schöpfung der Freiheit und Einheit eines neuen und einheitlichen deutschen Reiches im Stillen weiter zu bauen. War and) die Vorbereitnngszeit lang, und zog sich nur ganz allmählich am politischen Himmel Teiitschlands der grollende Dv'mer zu­sammen, einmal mußte aus bummer Schwule Erlösung kommen. Und so geschah's. Dem einschlagenden Blstze, dem renngenden Ge- mifter neraleidibor leuchtete plötzlich m allen deutschen Gauen der £ Ja, Ott° °°n Bismarck, der eilen.,

«ander sollte der Schmied des deutschen Reiches iverden. Seine erhabene, echt deutsche Persönlichkeit sowie sein Wirken kleidet Ernst von Wildenbrnch in die poetischen Worte:

Tu gehst von Deinem Werke, Dein Werk geht nicht von Dir. Tenn, wo Tu bist, ist Teutschland. Du warft, drum mürben wir. Was wir burd) Dich geworden, Wir wissens nnd die Welt.

Was ohne Dich wir bleiben, Gott sei's anbeimgestellt.

Und wem uns heute, Kommilitonen, Rektor und Senat hier- , Zl?® haben um durch die Grundsteinlegung einer Bis- m^rdlktle das Andenken des großen Reichskanzlers feierlich zu

n mb bkfe ©äule a!6 ein Ehrenstandbild richtigen Deutsch- der N°chw-ll -u hin.-rl°N°n, fo g°!ch.°h. dies mH °oll-m

rns- in Ai,KeN |bet Einheit des deutschen Vaterlandes nach außen der (Einheit Krundsteintegung Der Wlsmarmsame in I des deutschen Volkes nach innen. Darum Kommilitonen, wenn

v Gießen, 31. JAN. I den Grundstein schließen, dann laßt uns als höchstes

Am S-amstaa beging unsere Studentenschaft die Feier heiligstes da? Gelübde hineinlegendeutsch- Männer zu

w Grundstcinlemrng ihrer Bismarcksäule auf dem Hardt- werden, Männer, bereit zu kämpfen für das, was ste als wahr snwa Ziemlich weit vor der Stadt nach dem Gleibera zu ist und recht erkannt haben. -aA uns das Gelübde bmemlegen.

neuen, jetzt hübsch cmsgebauten Straße her hatte man das Nachdem die Versammelten begeistert in dieses Hoch Gefühl, einem echt deuftchen Brauch entgegenzusehen, als 1.^hatten, verlas Stud. Schlie die Urkunde der man hoch oben auf den Stoppelfeldern ben Haufen Menschen G^dstoinlegung, deren Wortlaut wir wegen Raummangels gewahrte und die Fahnen, die den Ma^ ab^enzten. E l mittcilen

waren natürlich aitßcr Studenten und Professoren dte Ver-1 »

treter aller städtischen und staatlichen Behörden sonne des Militärs, ferner unser Reichstagsabgeprdneter und vrele m dazu eingeladenm Patrioten zugegen, als unsere MrNtar- musik mit Wagners Kaisermarsch die rtzer emletteteUm den Grundstein des Turmes hatten sich die stitdentischen Verbindungen mit ibren Fahnen aufgestellt, und da wo sich deren Kreis öffnete, saßen seitwärts die geladenen Herren und im Hintergmmde deren Damenflor.

Prof Dr. Haller hielt mit weithin vernehmlicher Stimme die sehr fesselnde Festrede, die mit hellen Lichtern die Gestalt des Altreichskanzlers vor uns auf tauchen Netz Namentlich der Charakter, die menschliche Persönlichkeit des | großen Staatsmannes und die Triebfedern feiner Hand­lungen wurden darin ganz vortrefflich beleuchtet.

Wir weiten morgen die Rede im Wortlaut bringen; heute können wir sie wegen Raitrnmangel? nur skizzieren.^ Pros. -yr. Haller bemerkte einleitend, daß keines Einzelnen stimme den Ruhm Bismarcks stark genug verkünden könne: dazu gehöre der Chor der ganzeii gebildeten Welt. Und der Tag fet vwlle'ckst mckst mehr fern, wo der Deutsche sich nicht mehr m zwei semdlicae Lager spalten wird, wenn man den Namen seines Einigers.nennt. Ein Eroberer war Bismarck nicht, iondeni durch weise Beschrank- uns hat tr Irin Siel erreicht. Und die Martina war ie, chm wahrlich nickt Natitr gewesen! Wie müssen bet ihm beches Blut Kasicr^^?Franz'osen hatte^er cnisÄn^östreichischen Schlachtfeldern I großen Fragen der Zeit entschieden, sondern durch Eiset, Vst^JaÄ'hM^- gewartet,^bis"er^den Ämr ^niösen konnh 55111 tDBcrBürgenncifter m,c c u m: unb durfte Bismarck war eine durch und durch kriegerischeDem Schöpfer des Reichs

Natur Er ätt n^ch 1870 stets der Versuchung tmderstanden Dem Mehrer des Reichs

aus den Venvicklunaen, in denen Deutschland stand, sich nut | _ Dem Erhalter des Reichs,

dem Schwerte freie Bahn zu hauen. Welt wird ewig daiiken Prof. .Haller kam dann auf Brsmarcks erstes Auftreten zu sprechen, seine Kämpfe, die er gegen die politischen Dogmas auÄ?t mußte. Die tiefeJKufc die het'te glü^icherwe f unser politisches Denken von den Ideen jener Seit trennt. Der danken wir Bismarck. Er jtat ba§ Doama vvm "^^n Staat gebrochen und das monarchische Gefühl gestarN. An dm allen z>y(Ofle absoluten König glaubte auch et nicht me^; der Herrscher, rtne unvergängliches Wahrzeichen deutscher Einheit sem!.

er ihn wollte, und wie wir ihn heute haben, mutzte selbst em Reichstagsobgeorducter Kommerzienrat Heylrgen-

Kind seines Volkes sein, dem Volke vertrauen tmd ftaebt-

Volkes Stimme hören, als semFührer^nickstsem Herr^ Most dieser Stein der Grundstein bildet einer nationalen Tat

Haller schloß mit entern Hinweis auf den edlen Lormt, der Bi 31,genb, so sei und bleibe allezeit unsere

Ä Ä unrnTa» 3u8enb bet Ohmd.^ natronato D-nkc.s unb

Zukunft entgegenzugeben: Mit Gott Wr Fürst mch

Darnach Äelt oer t r e t e r d e wir durch dich geworden, rotr wisien s uno uit

schäft, Stud. phil. Schlie (Burschenschaft Armmra) so o^nf VK-iben, Gott sei's anheimgestellt,

gende zündende Ansprache: f, I

HoheFestversammlung , vereh11 e Leb r c r, 11 ebe , «Kommilitonen! Hundert Jahre find vrrslossen, seit dem Tage, wo auf dem Schlachtfelde von Austerlitz das Zeitige\ .

Reich deutscher Nation den letzten ^totz erhalt, daß Kaiser ^anz die deutsche Kaiserwürde für erlösen erklärte, deren .Hcrclich- keit begraben lag in den Akten längst vergangener Jahrhunderts 100 Jahre werden dahingegangen sem, wenn tm nächsten Jvhre zum ersten Male die Flammen vom Bismarckturm ^mporlodern m d e Nacht, seit jenem Tage, wo bet Jena und Auerstadt auch Preu ßeiis Ruhm und Macht verwehte nne eme Fe^ itn Wmde -so begatnt das Jahrhundert, das man nut Stolz das deutsche Jahr­hundert genannt bat. Aber bald folgte auf die Zettder Grniebng- ung die Erhebung: bald durfte Lchenkendors,smgen laiid ich muß persinken hier in Demer Herrlichkeit.., Die Frei­heitskriege hatten das deutsche Volk geemigt, das emtge deutsche Vaterland blieb unsern Vätern viwsagt. Truhe Jahrzehnte ver gingen, Jahrzehnte, in denen die Gedanken^deutscher: Dichter und Denker sich die Welt eroberten, Fahrzehnte, m. ^enen^ es in unserm eigenen Vaterlande ode und traurig aussah ^och die deutsche Jugend, die Jugend auf Deutschlands Fachschulen verlor die Hoffnung nicht. Uebcnchwenglich zum Teck, aberfirner mit ehrlich stammender Begeisterung, hielt sie^fest audem Än nach der deulfchen Einheit. Mächtig fegte dann der^ urmwmd des Jahres 1848 über die deutschen Lande, aber die Wilsche, d deutsche Patrioten geträumt, ermllte er Nicht Da kam Bismarck, der Göttinger Student. Er schuf uns das Reich, mit Bsiit und Eisen schuf er's iins. Er lehrte uns den Kops wieder yom zu tragen unter den Völkern der Erde. Wieder M fem cn f den NamenDeutsche". 9Iber, Kommilitonen, schentt es nicht so, als wäre über dem Ringen nach der Einheit des deutschen Vaterlandes die Einheit des deutschen Volkes verloren gegangen Blickt hinaus in die beutfdwn ßanbe, febt Öen Starntf fessionen, seht b;c Erbitterung, die -wischen ^N Klassew herNcht. Da gelten auch für uns noch die ^rte . ,^bex

einmal mußt ihr ringen noch m ernster Geisterfchlackt und den letzten Feind bezwingen,, der im Innern drolstnd waÄ, Ha^und Argwohn müßt ihr dämvsen, Geiz und Neid und boie^ust.Lann nach schweren langen Kämpfen kannst Im ^^en. deutsche Bru ^ Ta liegt die Aufgabe, die der deutschen Jugend gestellt ist. Uniere Aufgak^ ist es, mitzuarbeiten. an demWerke der W^de^erenng ung des deutschen Volkes, mttzuarbeiten, daß bflLl hfc Ken- und sozialen Gegensätze dahinschwmden daß dw Ge^e sähe der alles einigende Gedanke des deutschen Vaterlandes tritr Und wir als Jünglinge haben ja das WeÄt,. CMumft n

zu sein. Blicken wir hinem m den Kampf, der-stunde, so yavn wir in diesem Kampfe schon die Gewißheit, daß danke siegen wird. Wir sehen in bem Kampfe das ehrliche Rm^en, das Suchen nach ettoas Neuern, Hohen Und wenn das ^oir bei diesem Suchen einmal einen Irrweg beschreitet,

Weim nur das Volk die rechten Führer M, daun ward es Nsv zuruckfinden auf den rechten Weg. ,?er5rarf.m ücnagen zum deutschen Volke haben, wollen wir nicht cm allem verzage^ Und darum ist es unsere Pflicht, Manner 5U werden, die dem deutschen Volke Führer sein können auf lemem Wege. Da-u ' wir auf der Hochschule, daß nur neben unserm Fachstudium m und mit unserm Volke lernen, daß werdie Gedanken des Volkes nW nur keMiest, sondern auch verstehen lernen, iwtz wm Männer werden. Männer gletcb tote SiSmtmt mtM^en aber dock. Eharaktern, Männer, die das deutsche Volldas lxuttdst Vaterland aus vollem Herzen lieben, Manner denen M mit Vertrauen folgt auf dem Wege der EmiMng so huldigen wir bem Andenken Bismarcks. Ter Bismarck, der iin Heroen ££ Jugend sicht, ber nll-S V-esönlich- btiffommen

«S Ä Ixt m3 crUciat a3 de- Sertater des Geb-nl-ns