Ausgabe 
27.11.1905 Erstes Blatt
 
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Die keutige ^tnmer umfaßt 8 Seiten.

Volltische Wochenschau.

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Am Etat des Kci<Ss-Kolonlakamtes, der soeben von der .Nordd. Allgern. Ztgck publiziert wird, wird zu der Schaffung eines selbständigen Reichskolonialamtes bemerkt, daß die Kolonial-Zentralverwaltung in ihrer bis- bärigen Gestalt als einfache Abteilung deS Auswärtigen Amtes den Anforderungen nicht mehr genügt, welche bei dem jetzigen Stadium der Entwickelung unserer Schutzgebiete an sie ge-> stellt werden müssen. Seit den letzten Jahren des vorigen Jahrzehnts hat die Lokal-Verwaltung in den Schutzgebieten räumlich an Ausdehnung außerordentlich zugenommen. Schon etzt sind Schutzgebiete, wie Ostafrika, Kamerun, Togo, bei- nahe ihrem ganzen Umfange nach in den Bereich der Ver­waltung einbezogen. Für Südwcst-Afrika wird nach der Beendigung deS Eingeborenen - Aufstandes eine gleiche Ausdehnung der Verwaltung nicht zu umgehen sein. Andererseits ist die Verwaltung als solche überall intensiver geworden. Die beständige Vermehrung der europäischen Unternehmungen, die raschere Ausgestaltung des Verkehrs­wesens und nicht zum mindesten die stärkere Heran­ziehung der Eingeborenen zu kultureller Tätigkeit haben dazu geführt, daß die Kolonialabteilung im Verhältnis zu den Schutzgebieten zu einer Zentralbehörde geworden ist, tn der alle Zweige einer in steter Ausdehnung begriffenen. Staatsverwaltung vereinigt sind. Um der Kolonialverwaltung, eine Stellung einzuräumen, die der Bedeutung als Zentral­behörde für die Schutzgebiete entspricht und ihr die Erfüllung ihrer Aufgaben ermöglicht, ist die Aenderung de§ jetzt bestehenden Zustandes nach zwei Richtungen erforderlich, einmal damit dem Reichskanzler die Möglichkeit gegeben werde, den Chef der Kolonial-Zentralverwaltung mit seiner Stellvertretung in gleicher Weise zu beauftragen, wie es bezüglich der Chefs der obersten Reichsbehörden nach dem Stellvertretungsgesetz möglich ist. Des weiteren ist eine Neuorganisation der Kolonial-Zentralverwaltung selbst notwendig. Um diesen Zweck zu erreichen, ist die Bildung einer neuen obersten Neichsbehörde, eines vom Auswärtigen Amte getrennten, selbständigen Kolonialamtes nicht länger zu umgehen.

Für die Organisation der neuen obersten Reichsbehörde ergibt sich aus der Natur der Sache eine Gliederung in vier Abteilungen: 1. allgemeine VerwaltungS- angelegenbeiten der Schutzgebiete, 2. Personal- und Justiz­sachen, 3. finanzwirtschaftliche und technische Sachen, 4. mili- tärische Verwaltungssachen. An die Spitze der ersten drei Abteilungen treten der Staatssekretär, der Unterstaatssekretär,, ein Direktor und ein vortragender Rat als Dezernent. Die Neuorganisation erfordert den Zugang von zwei Stellen, nämlich eines Staatssekretärs und eme§ Unterstaatssekretärs. Die D -stangelegenheiten der Militärabteilung sollen bis auf weiteres in der bisherigen Weise wahrgenommen werden.

Pnlttifriir Tagesschau.

Vom neuen Reichshanßhaltöetat.

TäeNordd Mlg. Ztg" setzt ihm Veröffentlichungen aus dem "'eickshauslmltsetat für 1908 fort. Ams den Mit­teilungen in dem Etat des Auswärtigen Amtes ist hervorzuheben, daß in Tdid Abeba und Chrifttania Gesandt­schaften, in Cettinje eine Ministerresidentur errichtet werden soN. Die Fonds f.u geheimen Ausgaben sollen von i/2 Million aus ein e M ilIi on erhöht werden. Morren- talischen Seminar soll em abessinischer Lektor anaesteNt werden, sowie eine Vermehrungder javan. Lehrkräfte vorgenommen werden. Im Interesse des Neichsamts des Innern werden wieher 5 Millionen für Zwecke der Arbeiter- und Beamtenwohnungen gefordert Unter den Ausgaben befinden sich ferner 120 000 Mark als erste Rate zur Erforschung der Schlafkrank­heit und 95 000 Mk. zur Beteiligung des Reiches an der im nächsten Jahre in Mailand zur Feier der <: ffnung des Simplon-Tunnels stattfindenden -- '.malen

Ausstellung. Im Militüretat werd. gt an

selbst aufzulösen.

Ter Konflikt ber europ. Mächte mit her Pforte wogen der mazedonischen Finanzreformfrage wird wohl auch ohne die Ausführung ber Flottendemonstration .auszugehen. Die Pforte scheint nach den neuesten Meldungen in allen Punkten nachzugeben bis auf Einzelheiten, die noch zu erörtern sind. Das formelle Nachgeben ist. noch nicht erfolgt, ist jedoch zu erwarten, da hierfür bestimnrte Anzeichen vvrliegen sollen. Das Auslaufen d"r Demonstrationsflotte aus dem Lasen von Athen konnte indes nicht mehr anfgehalten werden: sie wird aber nun wohl den Befehl zur Rückkehr in Mithylene erhalten. Operettenhaft klingt daß der türkische Vizeadmiral Lusni Pascha, welcher der inter­nationalen Flotte entgegen fuhr, dieser Geschenke des Sultans bestehend aus Zigaretten i'sw. Überbrachte. ,

Aus Caracas wird gemeldet, die venezolanisch Regieruna habe beim ameriftnsickev Gesandten die Summe hinterlegt, welche Frankreich durch Schiedsspruch zuerkannt worden ist. Infolge- dessen kann auch der Konflikt zwischen Frankreich und Venezuela als bei gelegt betrachtet werden.

In R u ß l a n b ist die Situation immer noch bedrohl'ch. Der Betrieb auf vielen Telcgraphenlienien konnte noch nicht wieder ausgenommen werden, da die Avvarate vielfach von Monteuren demoliert wvrden sind. In Moskau sind sämtliche Restaurants, Cafäs usw. infolge eines Kellnerstreiks geschlossen. Weitere Un­ruhen, Meutereien imb Kosakengreueltaten wurden aus Rostow, Riga, Kursk, Sewastopol u. a. O. noch in den allerletzten Tagen qemeldel. In Petersburg streiken z. Z. zirka 25 000, in Moskau 70 000 Arbeiter. Der Semstwokongrcst m Moskau zeigt sich für die fortschrittlichen Ideale begeistert. Ein kaiserlicher Ukas verfügte, daß das Amt eines Gen e r a l g ou v e rn eurs von Petersburg und das des mit der Leitung der Polizei betrauten Gehilfen des Ministers des Innern zukünftig in Weg- fall kommen sollen. In den Kirgisen-Stevpen wütet die Bu­bonen Pest und greift schrecklich um sieb. Die Sterblichkeit in einzelnen Gegenden beträgt 60 bis 100 Prozent. Nach einer Standardmeldung soll fick die Mandschurei-Armee in orrenem Aufruhr befinden. Angeblich batten die Soldaten Cbarbin in Brand gesteckt. Nun meldet sich auch noch China und verlangt -ine Entschädigung von 20 Millionen Rubel vom Zaren wegen Schädigung chinesischen Gebiets durch die russische Kriegssiihri'ng. Früher würde China sich nicht die Einbringung solcher Forder­ungen zugetraut haben.

neuen Formationen: Errichtung einer Kavallerie* Brigade, zwei Infanterie-Bataillone, ein Kavallerieregiment unter Benutzung von zwei voi> landenen Eskadronen Jäger zu Pferde, zwei Fuß» artillerie-Bataillone als 3. Bataillone unter An­rechnung von 6 vorhandenen 9. und 10. Kompagnien sowie zwei Bespannungsabteilungen für Fußartillerieregimenter. Eine Umgestaltung sollen die Offiziers-Reits ch u l eu und Umwandlung des Militär-Reitinstituts w eine Offi- zier-Reitanstalt erfahren. Die Zahlmeister und -Oberzahlmeister werden im Gehalt Aufgebot f ert» Sämtliche Unteroffiziere sollen nach einer Dienstze^ von 3V2 Jahren die Gebührnisse des Sergeanten und nach 9 Jahren die Gebührnisse der Vize selbweb el er­halten Außerdem sollen ihre Wohnungsderhaltg nisse ausgebessert werden. - Für das Offiziers- Pen s i 0 n s g e s e tz sind im Etat für 1906 etwa 8 Mill. Mark und für das Mannschaftsversorgungsgesetz 7 Mill in Aussicht genommen. Der Wohnungsgeld zuschuh für Leutnants und Oberleutnants der Mmee und der Marine wird mn annähernd 85 0 0 0 0 M k. erhöht,

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Ein Groscherzog, wie er nicht sein soll.

werden abenteuerliche Gerüchte geknüpft, daß der König, der während der Tranerseierlichkeiten für den Grasen von Flandern große Niedergeschlagenheit gezeigt hatte, angesichts der Niederlage, die er mit seinen Plänen für die Erweiterung des Hafens von Antwerpen in der Kammer erlitt, daran denke, die Krone nieder;nlegen. Allem Anschein nach sind diese ©erWe jedoch sehr wenig ernst zu nehmen.

Der Einzug des neuen norwegischen Konigs- paares in Christiania hat am Samstng unter großer Feierlichkeiten stattgefunden. Bemerkenswert ist ine Begrüß­ungsrede des Staatsministers Michelsen. >Vie lautete nach offiziöser Melimng folgendermaßen:

Fiift 600 Jahre lang hat das norwegische Doll keinen eigenen König gehabt. Niemals ist er ganz unser eigen ae- gewesen, immer haben wir ihn msi anderen teilen müssen. Niemals hat er sein beim unter w,s gehabt: das Land aber, wo das Heim ist, dos wird auch das Vaterland. Heute ist es anders, heute kommt Norwegens junger König, nm sein zukünftiges Leim in Norwegens Hauptstadt zu bauen, gewählt von einem freienVolke,umzusammenImitfreicn Männern an die Spitze des Landes zu treten. Unser Vaterlcmdsgefühl wird auch das Seme werden. Einfach und schlickst, wie das Voll selbst, wird er sein königsick's Wirken unter uns ausüben. Das norwegische Volk liebt seine Freiheit und Unabhängigkeit und seine selbst- gewonneneSelbstverwaltungüber alles. Es wird des Königs Ehre und höchste Freude sein, zusammen mit dem Volke selbst dieS zu hegen und zu schützen.

Nun weiß ber neue König, was er zu tun hat!

TerKönigvonPortugal erwiderte in der vergangenen Woche den Besuch deS Präsidenten Lvubet und begab sich dann nach der großen französ. Geschützfabrik Creuzor

Im Großbritannien geht die Aera Balfour zu n d e Die Tabaffache, daß die Liberalen nickst willens sind, sowrl alme vorherige Auftösung des Parlaments und ohne ausdrückliches Mandat der Nation durch Neuwahlen die Regierung zu über­nehmen, scheint am meisten dazu bcigetraqen zu haben, das; Balfour noch nickt zurückgetreten ist. Im Falle der Weigerung des Führers der Liberalen Campbell Bannermann hätte der König dann einen anderen konservativ-unionistischen Abgeordneten m't der Bildung eines neuen Kvbinctts beauftragen müssen. _ Diese Möglichkeit wäre für Balfour wie für die ganze Partei demütigend gewesen, zumal dieses neue konservative Kabinett doch nichts weiter hätte tun können, als das Parlament auflösen. Auch wäre die Wahlagitation zur Weihnachtssaison sowie Wahlen auf Grund des alten Wahlregisters, das am 1. Januar durch em neue? ersetzt wird, den Wählern unangenehm gewesen. Balfour soll 'ber immer noch entscklossen sein, bald zurücktreten unb seinen Nack^ folgern bann die ParlamevtSaustösung zu überlassen, wahrend die jetzige Regierungspartei dann schon in Opposition ist. Wahr­scheinlich ist aber, daß die Liberalen auck nach rtrugen Mocken noch biese Taktik Balfours verefteln unb Balfour nötigen werben,

Tas in bem nordwestdeutsch m Städtchen Bant erschei­nendeRordb. Vollsbl." oibt folgcnbes Gespräch wieder, das, wie es schreibt, nicht eine Erfindung bes plizissirnus", sondern vielmehriu einer in unserer nächsten Nähe gelegenen Residenz" tatsächlich stattgefunden hadert soll: Serenissimus:Sagen Sie mal, Herr Maeord- ncter, Sie haben da einen sogenannten selbständigen Antrag gestellt aus Erweiterung der V 0 l ks r e ch t e, wie As das nennen. Ich halte das für sehr schädlich. Wollten mir mal eine Begründung für Ihre Ansicht geben? Ab­geordneter.-Königliche Hoheit, ich danke Ihnen, daß Sie mir Gelegenheit geben, Ihnen gegenüber meute Anstchp entwickeln zu dürfen. Tie heutigen Volks rechte Serenissimus:Sind das Mußerste, was dem gewährt werden kann. Unser Volk kann erweiterte Rechte nicht brauchen. Ter Untertan muß regiert werden. Es ist nur schädlich, durch solche sogenannte selbständige Antrags den Untertan zu beunruhigen." Abgeordneter- Königliche Hoheit verzeihen, die Begründung für dis Rot-, Wendigkeit der Erweiterung der Volksrechte---"

Serenissimus:Unser Staatswesen ist aufgebaut auf die von Gott gewollte Ordnung. Da Fann von Rechten streng genommen überhaupt keine Rebe sein." Abge­ordneter:Königliche Hoheit, die heutigen Verhältnisse lassen es wenigstens meiner Ansicht nach---" Ser S-

nissimus:Gerade die Verhältnisse bedingen bas Fest> halten an ber bisherigen Ordnung. Na, übrigens lasser? Sie sich meinen Vckin mit schmecken."---

Gießen, 27. November 1905.

Am letzten Freitag haben inHessen die Abgeordnet en- ibl c n Rattgefunben. Von den zu wählenben 25 Abgeordneten Der zweiten Kammer wurden 18 Mitglieder wiedergewählt. Die jchmmensetzung bliebt im wesentlichen dieselbe wie früher.

'S gewannen Freffmn und Sozialdemokratie je einen Sitz . »Mgrnsten der Nationalliberalen. Die einzelnen Parteien der- ßqri nunmehr über folgenden Bestand: Nationalliberale 18, Irr.-rirr 12, Zentriim 7, Sozialdemokratie 7, Freisinn 4, Wild 2 atmete. Aus Anlaß des Geburtstages S. K. H. iies^roß Herzogs erfolgte eine größere Anzahl von Ordens- inti> Cl?arafterverleihungen, worüber wir in Ergänzung unserer oZamZiogs-Meldungen heute an anderer Stelle Näheres berichten.

5)auptsächlich um die hohen Marineausgaben zu I letltn, weniger um eine Frnanzreform durchzuftihren^ denn f b sherigen Offenbarungen über die Stenge l'schen Steuer- 11 (in:* haben von einerReform" des Finanzwesens nicht eine

: Silbe enthalten, hat die Reicksregierung einen Entwurf aus- eitet, demzufolge sich die Einnahmen aus neuen Steuern -ini räcksten Rechnungsiahre in einer Höhe von 150 bis 160 Mill

geltend machen sollen. Später sollen die Steuern 250 bis .^Millionen rm Jahre ergeben. Marr wird schier von Schwindel MiHm beim Lesen der Hlbmalliardenzahlcn, zumal jetzt in Zciten der hohen NahnmgsmitttlPreise, wenn man sich Vvr- Stllt. daß das werktätige Voll alle diese neuen Tribute aufc intern soll. Die Bi er steuer soll 60 Millionen, der T a b a k -0^Ilionen Mark ergeben. Don einem Fra cht u r ku n d en- l'kvipel erhoffen die verbündeten Regierungen eine Einnahme t-w 11 Millionen Mark. Eine Fa hr ka rt en ste u er,Ae den fettrafl von 1.2 Millionen Mark liefern soll, ist in Aussicht ifttiomnum und ein Ouittungsstempel, von dem man ganze l< Wniomm erivartet, schaut aus diesemindireften" Steuer- liutat auch noch heraus. Dazu kommen die erwarteten Mehr- »iiin hrnen aus den neuen Zöllen mit dem Ansatz« von 25 bis 'N)Millionen Mark, und endlich soll auch die Steiierschraube ans lirfhem Wege aiigezogen werben - die geplanten Reichserb- si idc.fl sft e u e rn sollen 72 Mlllionen Mark ergeben, von :kitn 1050 Millionen Mark dem Reiche verbleiben. Don der rieten Beseitigrmg der Liebesgaben an die Branntweinbrenner.

> i- eimc wirkliche Reform eines Teiles des Steuerwcsens wär- ^nb brm Reiche ca. 60 Millionen Mark einbräckste, enthält der ctrwlfrfje Entwurf kein Wort. Es ist emmilder Trost" für deutsche Dolk in diesen ernsten Zeiten der Teuerung, fiel n bic Ausführungen derNordd. Allg. Ztg." zur EmNehluni' Her neuen Steuern zu vertiefen. Das Zentrum, auf b?ffer < Mitni-a es bei diesen Steuerplänen nt erster Lrtzie an kommt. 1|nt sckwn durck den Mrind des neuesten Oberlandesgerickts- Srälibcntm, des Dr. Spahn, seine Bereitwilligkeit bekundet,.

ir die Vorlage zu votieren. An der bestimmten Tatsack>e, bau r« fsi ickstag drm Stengclscben Projekte unb der Marinevorlage i® iroßen unb ganzen zustimmen wirb, ist ein Zweifel nicht

Vielleicht baß hier unb ba eine Modifikation eilt tritt, r&r mm Widerstande ist keine der maßgebenden Parteien cnt- »osin Es wird vermutlich nickt einmal so viel gezaubert werden m fcri der Durchbringung des Zolltarifs, zumal selbst tn die ffi^n der Oppositionsvarteien hinein in einzelnen Abgeordneten Nv lussessiing von der Notwendigkeit der Vermehrung der marn NNit Kräfte und damit der Notwendigkeit, auch für die Bereit IM ir ii von neuen aroßen Mitteln zu sorgen, vorherrscht.

Auch von dem Neickshaushaltsetat, wurden soeben . ätige neue Zahlen bekannt gegeben sVgl. diePolit. Tagesschau ', rat' der BundeSrat hat am Samstag die noch ausstehenden ktzir.-'le sowie das Etatgesetz vera-bschiebet. Nach bcn Beschlüsim kd Dt'ndesrats weisen die Ausgaben des neuen Etats gegen bi« lo-usenden eine Steigerung von 259Millionen auf.

Von sonstigen bemerkenswerten Ereignissen der vergangenen St Tie ist zunächst des Stickwahlergebnis der D a h l v,o n E t s e - I if, zu nennen, wo der Antisemit Schack über den hntm Leber den Sieg davontrug. Der Liberalismus des Wahl- !mi ks- wurde wegen brr Uneinigkeit bet Liberalen auf bas L>chwcritk ftäfitert. Daß er sich halb von bet Schlappe erholen möge, ß zu wüm'chen.

Ms bem kolonialen Gebiete konnte General v. Trotha, Lt- vor seiner AmtsNieberlegung, noch einen Erfolg berichten, dir v r i k W i t b 0 i. der gefährlichste Feinb in Sübwcstaftika, ei 29. Oft. einer Verwunbung erlegen: das Kapitalist ging an j MN Sohn Samuel Isaak über, bessen Anhmig tun Fischflusie os^ di 'Jon Bersehn sitzt. Nach neuesten Melbungen befinden sich noch i ch!,' Panben Witbois am Hudup. Herr v. Trotha hat am '? d. M. von Lüdeaitzbucht aus die Heimreise angetreten.

Die Gärung i m R u h r r e v i e r hat zu einigen Eingaben i dn Siebener-Kommission an das Oberberg''mt geführt. Die ttaclegenheit wird sich vermutlich in aller Ruße regeln lassen: »ii darf den Bergarbeitern die Wohltaten des Gesetzes, auf 14fe sie berechtigten Anspruch haben, in keiner Weise ver- toTit. Ter Handelsminister wird erst dann 3ji der Frage Lllring nehmen, wenn das Oberbergamt seinen Spruch gefallt i km wird. Während übrigens der alte Bergarbeitervcrband br'üoß, sich au den Arbeiterausschußwahlen nickt zu beteiligen, iMliß der christliche Gewerkverein eine Erklärung, worin dae sFrorndigkeit der Beteiligung hervorgehoben wird. Auf der Zeche ta streift z. Z. ungefähr ein Drittel der Pferd etrei ber und 6ül e p p c r. Die Zechenverwaltung glaubt indes nickt, daß die Be- trnn einen größeren Umfang annehmen wird, besonders mrt j Wisrcht auf die nahen Weihnachtstage. In den Steilen der hitent Bergleute bettachtet man das eigenmächtige Vorgehen k Vferdetreiber durchaus nicht mit Sympathie.

Jrm thüringisch-vogtländischen Web er gebiet ; Mifm Streif und Aussperrung noch fort Die Fabrikanten be- h«nr« unbedingt auf ihren Forderungen, selbst wenn die gan^e Btifort für sie verloren sein sollte. Die Arbeitervertreter wollen »er nochmals mit den Arbeitgebern unterhandeln. Es hat den Wchnn, ob die Arbeiter sich den Bedingungen I ^ki Fabrikanten fügen wollten.

Der hockbetagte Großherzog von Luxemburg, der i M depoffedierte nussauffche Herzog, ist gestorben, unter 1 Regierung bildete Nassau sein Simultanschulwesen zu hoher ; Bitt aus. Möge eS immer weitere Verbreitung im deutschen I Ect rvant>e finden. In Belgien erfolgte der Tod des . Braten von Flandern, des präsumtiven Thronfolgers de? kl ick an Königs. Thronfolger wurde des Grafen 1875 geborener EA Albert, der mit der Herzogin Elisabeth in. Bayern vermahlt si. Prinz Albert wurde dieser Tage mehrfach zum König EÄo'ß Laeken berufen. Am Freitag soll er das schloß tn sehr Nhdcrnklicher und erregter Stimmung verlaßen haben. Dwran

W. S7V Erstes Blatt. LES. Jahrgang Montag «7. November 1908

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