Ausgabe 
5.6.1905 Erstes Blatt
 
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Parteimann ein Leichtes, dieses oder jenes aus dem Zu­sammenhangs gerisiene Wort alsunwiderleglichen Zeugen" für ein bestimmtes ParteibekenntniS zu deklarieren. Als im Februar v. I. Jmm. Kants, des Weisen von Königsberg, 100. Todestag von der deutschen Presse in Gedenkartikeln gefeiert wurde, da nahmen den Philosophen sowohl die Roten als die Schwarzen, die Kosmopoliten wie die Nationalisten, die Friedensfreunde wie deren heftigste Gegner und ebenso noch eine ganze Reihe von anoeren einander schroff gegenüberstehende Vertreter von parteiisch eng begrenzten Welt- und Lebensauffassungen für sich in Anspruch. Am 150. Geburtstage Herders im August v. I. erklärte sowohl der orthodoxe wie der frei­sinnige Protestantismus den weimarischen Generalsupcrinten- denten der Goethe-Schillerzeit fürseinen Mann". Und diese wie jene hatten den Schein des Rechtes auf ihrer Seite. Wer kurzsichtig durch eine Parteibrille die Welt nah und fern betrachtet, merkt nicht die Weite und darum die Objektivität des Urteils eines Geistesriesen und klammert sich an ein paar nackte, für einen speziellen Fall gemünzte und für diesen allein zutreffende Worte des großen Mannes, die er in seinem Parteieifer flugs zu Schlagworten macht und in seinen Zitaten­schatz aufnimmt.

Jetzt hat angesichts der Schillerfeiern irgend ein sonder­barer Kauz in Schillers Werken einedurchaus agrarische Aeußerung des Dichterfürsten" gefunden. Eintrockener Jurist" und einMann ohne Ar und Halm" bezeichnet er sich selbst. Dieser hat entdeckt, daß Schiller in seiner Geschichte des 30 jährigen Krieges (Band II) mit Bezug auf die Monarchie Karls V. (Spanien) schreibt:

Von unfruchtbarem Golde zu einer schnellen Größe gebläßt, sah man diese Monarchie in einer langsamen Zehrung schwinden, well ihr die M i l ch d e r S t a a t e n, der Feldbau, entzogen wurde."

Dazu bemerkt dieKorrespondenz des Bundes der Landwirte":

Nach diesen Worten des Historikers Fr. von Schiller glauben wir zu der Annahme berechtigt zu sein, daß der Herr Heirat seinem Fürsten gegenüber mit ernster Mißbilligung der Anschauungen eine? bekannten modernen Staatsmannes von der für Deutschlands Weltmachtstellung grundlegenden Bedeutung der Kapitals- Assoziation nicht zurückgehalten haben würde. Er würde im Hin­blick auf die moderne wirtschaftliche Entwicklung den Regierenden im Reiche warnend zugcrufen haben: Die von unfruchtbarem Golde zu schneller Große geblähte Weltmacht und unsere Monarchien müssen der Zehrung, dem allmählichen Verfall ent­gegen geheim, wenn ihr nicht Sorge dafür tragt, daß die gesundeste Nährmilch der Staaten, der Feldbau, unversehrt erhalten bleibt! Wenn diese Mahnung kein Gehör gefunden hätte, würde Fr. von Schiller wahrscheinlich seinen Hoiratstitel preisgegeben haben, um als Mitglied des Bundes der Landwirte gegen die von dem trügerischen Glanze der Kapitals-Assoziation ver­blendete Negierung für die Sicherung der Existenz unserer Feld­bauer zu kämpfen."

Die unfreiwilligen Witze sind doch immer die besten.

Aeutsch-Südivestafrika.

Telegramm aus Windhuk: In dem Gefechte am Zu­sammenflüsse des Go ab- und des Kuisch-Fluises am 12. Mai ist gefallen: Sergeant Schäfer. Verwundet wurden ein Unteroffizier, ein Gefreiter und neun Mann.

Das Reich?Postamt macht darauf aufmerksam, daß bei den Feldpostsendungen auf eine unaufgeballene Beförderung nur dann gerechnet werden kann, wenn die Sendungen mit genauer und richtiger Aufschrift, wozu die Angabe des Truppenteils und der Kompagnie, Batterie usw. gehört, versehen werden. Die alleinige AngabeSchutztruppe Südwestafrika" genügt Keinesfalls.

Kürzlich wurde gemeldet, daß vier Reiter einer, Pa­trouille wegen Ermordung eines alten Hereroweibes anfangs zum Tode und mif ihre Berufung zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteile, worden seien. Wie dreHamb. Nachr." wissen wollen, bestätig"' sich diese Meldung Tn allen Punkten.

Kcer und Il'otie.

London, 3. Juni. Em der Admiralität zuaegangen.es Telegramm des Oberbefehlshabers der K'analflctte meldet:. Das SchlachtschiffCaesar" ist heute mittag' 1 Nbr in dichtem Nebel auf die von Hamburg nacy San Diego unterwegs befind­liche britiscl>e BarkAfghanistan" aufgefabren. Die Bark sank innerhalb zwei Minuten. Von der 34 Mann be­tragenden Besatzung wurden nur 11 Mann gerettet. Bald nach diesem Vorgang ft i e ß das SchlachtschiffH a n n i b a l" gegen das Hamburger SwiftEmma Luise" und beschädigte es am oberen Schiffskörper.

Aus Stadl und Land.

Gießen, 4. Juni 1905.

** Die Frequenz der Landes Universität. Nach vorläufiger Feststellung beträgt die Zahl der an der LandeS- Unioersität Gießen in denr Sommersemester 1905 immatriku­lierten Studierenden 1077.

** Generalversammlung der Ortskrankenkasse zu Gießen. Gestern vormittag 10 Uhr fand im Postkeller die Generalversammlung der Ortskrankenkasse zu Gießen statt. Auf der Tagesordnung standen die Punkte Geschäfts- und Kassenbericht, Bericht der Prüfungskommission, Statuten­änderung, Wahl von Ersatzmännern zum Vorstand für die Arbeitgeber, ferner auf Antrag der Versammlung der Punkt Verschiedenes. Zum 1. Punkt berichtete der Geschäftsführer der Kasse, Herr Fourier, daß der Ueberschuß für 1904 nicht so hoch sei, wie in den letzten Jahren, da eine Er- höhnng des Aerztehonorars eingetreten sei und durch den hohen Krankenstand im letzten Jahre eine Mehrausgabe zu verzeichnen sei. Deshalb konnte eine Ueberweisung eines Be­trages zum Reservefond nicht erfolgen. Zu Punkt Statuten­änderung sei zu erwähnen, daß jetzt das Krankengeld gleich oom 1. Tage nach der Erkrankung gezahlt wird. Im Paragraph 30 wurde der Passus gestrichen, wonach Mitglieder, welche inner­halb der 3 ersten Wochentage an§ der Kasse ausscheiden, oder innerhalb der letzten Wochentage in sie eintreten, einen Beitrag für die betr. Woche nicht zu entrichten haben; der Beitrag wird also, wenn ein Mitglied seine Stellung wechselt, nur einmal erhoben. Die Herren Bierau und Weimar wurden zu Ersatzmännern zum Vorstand für die Arbeitgeber gewählt. Unter Punkt Verschiedenes wurde das Fehlen eines städt. Krankenhauses bemängelt; ferner wurde der Vorstand ersucht, Versammlungen von Mitgliedern einzuberufen, in welchen ein Arzt Vorträge über hygienische und sanitäre Ver­hältnisse halten solle, nur so den Mitgliedern Aufklärung und Anhaltspunkte zu geben, wie sie sich bei Krankheiten oder ausbrechenden Epidemien zu verhalten haben. Der Schluß der Versammlung erfolgte 1 Uhr mittags-

** Der Bahndamm gerät jetzt wieder fast täglich in Flammen. Am Sonntag mittag, 15 Min. vor 1 Uhr, brannte eS lichterloh hinter dem Holz- und Kohlenlager von Wirths Nachfolger. Die Gefahr der Ausdehnung des Brandes ist dort natürlich besonders groß. Ist denn das Flugfeuer wirklich durchaus unvermeidlich?

* Polizeibericht. Der Gelegenheitsarbeiter Jakob Schl, aus Bieber entwendete am Samstag abend aus der Wurstküche eines hiesigen Metzgers Wurst und Fleischwaren im Werte von 6 Mk. Der Dieb ergriff die Flucht, wurde aber eingeholt und verhaftet; die gestohlenen Sachen warf er während der Flucht fort. Gestern morgen von 5 Uhr an erlaubten sich zwei junge Herren in einem Halise in der Ludwigsstraße bei offenem Fenster die Nachbarschaft durch übermäßig lautes Klavierspielen in ihrer Ruhe zu stören. Anzeige gegen dieselben ist erhoben. Ein hiesiger Glaser­lehrling benutzte beim Einsetzen einer Dachfensterscheibe in einem Hause im Großen Steinweg die Gelegenheit, aus einem Schrank 1.50 Mk. zu entwenden. Anzeige wegen Dieb­stahls ist erhoben.

Bei einem AuSfluge, den Gießener Familien nach Marburg machten, zog ein Mann aus Hochelheim in angeheiterter Stimmung auf der Heimreise die Notbremse. DerBremser" wurde bei Ankunft des Vergnügungszuges in Gießen von dem Stationsvorfland vernommen und wird ivohl bestraft werden.

g. Büdingen, 3. Juni. Prinz Karl zu Psen- burg, Oberleutnant z. S. und Kommandant des Sleipners, ist zu Besuch seiner Eltern hier eingetroffen. Bei dem Bau einer Villa sand man eine große Anzahl Menschen- llnd Tierknochen. Sie sollen aus dem Jahr 1813 von einem Franzosenlager herrühren.

Wiesbaden, 2. Juni. Ein Erpresserkleeblatt, Elektrotechniker Eck, Regierungssekretär Krösch el und Lehrer Antor, hat hier zahlreiche Straftaten verübt. Zwei inter­essante Fälle, von denen der eine des humoristischen Bei­geschmacks nicht entbehrt, werden jetzt bekannt. Bei einem Auktionator suchten die Drei dadurch Geld zu erpressen, daß sie ihm vorschwindelten, man sei Unregelmäßigkeiten in seinem Gewerbebetriebe auf die Spur gekommen, die zur Konzessions­entziehung führen müßten, werde aber die Akten verschwinden lassen, wenn er die Gefälligkeit gebührend honoriere. Ter Mann war klug genug, auf das Ansinnen, das übrigens schriftlich an ihn gestellt wurde, nicht zu reagieren, zumal er sich keiner gesetzlichen Zuwiderhandlung bewußt war, sondern er hat den für die Erpresser verhängnisvollen Brief der Be­hörde übergeben. Amüsanter ist der zweite Fall: Autor, der aus Bäckerkreisen stammt, nahm sich diesmal mit seinen Spießgesellen einen Bäcker aufs Korn, dem man den Hof- lieserantentit el de§ Kaisers von China versprach, wenn er sich den Spaß 600 Mark kosten lasse. Der Mann soll wirklich in seiner Eitelkeit den drei Herren die 600 Mark gegeben haben, aber er wartet heute noch vergeblich aus seine Bestallungsurkunde aus Peking.

Dcr Werbandslag ver Kassia am 3 und 4. Juni in ^auöach.

(Original-Bericht desGieß. Anz.") Gießen, 4. Juni.

Daß den Tag die ganze Stadt mitfeierte, bewiesen ihre reichlich geflaggten Straßen. Eingeleitet wurde das Fest durch einen am Samstag abend im Solmser Hof von etwa 500 Personen besuchten Festkommers. Zum Beginn sprach Frl. E. Bergheimer einen vom Kameraden Storch in Butzbach gedichteten Prolog. Das Programm bot ferner Männerchöre der vereinigten VereineEintracht" nnbHar­monie", dirigiert von Lehrer Gerhard hier, ein Melodram mit Tableau, das erste gesprochen von Hofapotheker Roß­bach, sowie Vorträge der Musikkapelle des 116. Infanterie- Regiments. Vereinspräsident Ritter von hier hielt die Be­grüßungsrede und schloß mit einem Hoch auf unseren Kaiser, Geheimrat Schönfeld-Schotten toastete auf den Großherzog. Der Präsident de§ Verbandes, Generalleutnant Hof, sprach aus das Blühen der Stadt Laubach und seines Krieger- vcreins; zugleich überreichte er dem anwesenden Grafen Karl zu Solms-Laub ach die Urkunde zur Ernennung als Ehrenmitglied der Hasfia. Noch viele teils recht launige Reden wurden gehalten, so von den Kameraden Bruch- häuser, Oberpostsekretär Mayer aus Gießen u. a. m. Der Delegiertentag begann heute, am Sonntag, morgens 9 Uhr. Der Besuch war sehr stark, namentlich aus den be­nachbarten Kriegervereinen; Vertreter aus 37 Bezirken, die für 56 350 Mitglieder zu stimmen hatten, waren erschienen. Die Verhandlungen leitete Generalleutnant Hof. Die Rech­nung wurde durch Hauptmann Waldecker-Darmstadt vor­gelegt und von dem Delegiertentag für richtig gefunden. Den Providentiabericht erstattete Oberamtsrichter L a h r-Darmstadt. Die gewährte Bonifikation betrug 24 818.21 Mk. Die Kameraden Bruchhäuser-Gießen und Breitwieser-Ulrichstein machten verschiedene Wünsche bezüglich der Gesellschaft geltend. Reallehrer M i n n i ch-Oppenheim referierte über den Verkauf des Hassiakalenders, der im vergangenen Jahre bis auf 46 900 Exemplare stieg. Die aus dem Präsidium statutengemäß aus­scheidenden Herren Auler, Minnich, Korell wurden wiedergewählt und für den freiwillig zurückgetretenen Kameraden Bern- hart wurde Herr Krämer-Mainz bestimmt. Die Wahl des Ortes für den nächstjährigen Verbandstag siel aus Sprend­lingen in Rhein Hessen. Die Prinz Ludwig-Stiftung belief sich im vergangenen Jahre auf 28 621,88 Mk., die Ernst Ludwig-Stiftung hat ein Kapital von 16 887 Mk. zu verzeichnen. Dem Antrag, statt der Haft- und Unfall­versicherung Zürich eine Vertragsgesellschaft in Deutschland zu wählen, wurde nicht zugestimmt. Bezüglich des Vortrags­wesens wurde der Wunsch geäußert, die von Wanderrednern des Verbands gehaltenen Vorträge möchten stets zu Patriot,schen Abenden ausgestaltet werden unter Mitwirkung der orts- angehörigen Gesangvereine und Zuziehung auch von Nicht­mitgliedern. Das Ergebnis der Sammlung der Hochzeits- stist'ung aus Anlaß der Vermählung des Großherzogs ergab über 12 000Mk.; daraus soll ein Geldbetrag zur Begründung einer Lebensversicherung gewährt werden. Eine Debatte ent­spann sich über die voll, Präsidium beabsichtigte und beantragte Verschmelzung der Bezirksvereine Lich, Laubach, Hungen zu einem VereinSolms". Es wurde beschlossen, die Abstimmung über diesen Antrag auf ein Jahr zu ver­

tagen; bis dahin sollen die drei genannten Bezirksvereine auf­recht erhalten bleiben. Dem Bezirksverein Laubach wurde auf seinen Antrag ein größerer Geldbetrag zur Schmückung der Gräber im Jahre 1906 der im letzten Feldzug gefallenen Krieger für 1906 und den damit verbundenen Feierlichkeiten bewilligt. Exz. Generalleutnant Hof schloß die Verhand­lungen um 1 Uhr mit einem Hoch auf Kaiser und Groß­herzog. Das darauf folgende Festessen sowie der Jestball am Abend hatten sich einer sehr guten Teilnahme zu er­freuen.

Der Kronprinz und sein Lakai. Aus Berlin wird geschrieben: Ein in den Diensten des Kronprinzen stehender Lakai hatte sein Herz an die Tochter eines tn Potsdam wohnhaften Subalternbeamten verloren und traf abends gewöhnlich mit ihr zusammen. Durch einen Zufall hatte der Kronprinz von dem Verhältnis der beiden jungen Leute erfahren, ließ sich aber von seiner Kenntnis dem Lakaien gegenüber bis zu seiner Abreise nach Schwerin nichts merken. Als der Bedienstete sich an dem betr. Vormittage gerade vor den Privatgemächern des Kronprinzen befand, ging dieser vorbei und meinte freundlich lächelnd zu dem erstaunten Lakaien:Für Sie und Ihre Braut beginnt jetzt ja eine feine Zeit, wenn ich nicht zu Hause bin. Grüßen Sie Ihre Braut übrigens von mir und nehmen Sie ihr dies zum Andenken an mich mit." Dabei gab der Kronprinz dem Lakaien ein Zwanzig-Markstück. Eine andere Episode sei hier angeschlossen: Als der Kronprinz in Ludwigslust zum Besuche seiner Braut weilte, ließ er sich die gesamte Diener­schaft des Großherzoglichen Hofes daselbst vorstellen. Die Diener gratulierten dem Kronprinzen, den sie bis dahin per­sönlich noch nicht kannten, indem sie einen aus ihrer Mitte veranlaßten, eine kleine Rede zu halten, was diesem ans Reden wenig Gewöhnten große Kopfschmerzen bereitete, bis er schließ­lich, nachdem er den blühendsten Unsinn vom Stapel gelassen hatte, stecken blieb. Der Kronprinz, der sich nur mit Mühe des Lachens erwehren konnte, sagte nun zu dem in sichtlicher Verlegenheit befindlichen Diener:Lassen Sie's genug sein des grausamen Spiels! Ich nehme den guten Willen für die Tat und danke Ihnen herzlich! Hier haben Sie übrigens etwas für den guten Willen!" Dabei drückte der Kronprinz dem Diener ein Goldstück in die Hand.

* Fort mit den kurzen Aermeln! In englischen Blättern wurde berichtet, der deutsche Kronprinz habe sich mißbilligend über die kurzen Aermel an den Kleidern seiner Braut ausgesprochen. Darauf hat es jetzt eine Diskussion über diese Aermelform in den interres- fierten Kreisen gegeben. Der Inhaber der Pariser Modefirma Worth, Jean Worth, der jetzt in London weilt, um dort die Kostüme für das Auftreten der Düse zu entwerfen, hat dem Vertreter einer englischen Zeitung seine Ansicht über diese wichtige Frage mitgeteilt, und sie weicht von der des Kron­prinzen nicht allzu weit ab.Die kurzen Aermel", so meint er,sind eine augenblickliche Verirrung der Mode, die besser gar nicht in Aufnahme gebracht worden wäre. Einige Damen tragen zwar noch diese kurzen Puffärmel bet Straßenkostümen, aber ihre Beliebtheit ist schon fast vorbei. Der Gebrauch von kurzen Aermeln ist für jemanden, der sich nicht für jede Stunde des Tages ein anderes Kleid zulegen kann, fast ganz un- möglich. Wenn man sehr lange Handschuhe trägt, kann man alche Aermel vielleicht bei Ausflügen und Spaziergängen tragen, aber für jede gewöhnliche Beschäftigung sind sie als unvornehm abzttweisen. Man stelle sich mir Damen mit roten und häßlichen Armen vor!"

Ein Eisenbahnunglück. Auf dem Wegübergange an Kilometer 30,4 im Zuge der Landstraße Neustadt am Nübenberge-Nienburg wurde am gestrigen Sonntag durch Personenzug 143, von Bremen nach Hannover, infolge ver­absäumter Schrankenschließung das Fuhrwerk des Maurer­meisters Redderoth aus Neustadt überfahren. Dabei wurden getötet: Dr. jur. Heinrich, Senator zu Neustadt, und Maurermeister Redderoth; schwerverletzt der Kutscher Hachmeister und der Knabe Ernst Heinrich. Der diensthabende Schrankenwärter gab zu, durch grobe Fahrlässigkeit das Unglück verschuldet zu haben.

Teiephonischep Kursbericht

3. Juni. Offizielle Schlusskurse.

Frankfurt a. M

41/a% äussere Argentiner

Tendenz : ruhig.

. 264.80

240.50

. 213 40

. 100.45

101.55

90.35

101 35

90.40

100.10

99.

102.05

Ungar. Goldronte Italien. Rente . Portugieser I . Portugiesen. IH Unif. Türken

4% 4'V-o 4%

3°/

1%

Türkenlose......

4% Griech. Monopol.-Anl.

8"/o Mexikaner 41/a',/o Chinesen . . Electric. Sohuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Komm andit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahu . Lombarden . . . Gotthardbahn « » . Laurahütte . . . Bochum . . . . Ilarpener . . .

Staatschatzscheine .

3V2°/o 3Vo 3l/.o/o t°/o S72o/o

66.75

67.

88.65

136.60

55.-

67.60 . 96.50 . 135 70 . 124.10 . 208 70

187.75 . 140.60 . 154 40 . 168 60 . 142.80 . 18,90

3%%

4% Oesterr. Goldrente .

4\'«% Oesterr. Silberrento . 101.30 ~ 99.60

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