Ausgabe 
5.6.1905 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

ISS. Jahrgang

MontagS. Juni 1905

-chul-ratze 7« Abteile für Depejchenr Anzeiger (Sieben. Kernsprechanjchluß Nr. 51.

Nr. 130 enefiet iieuti außer Sonntags.

Dem Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kelftlchen Landwirt die Siebener Kamillen. MN« viermal In der Woche beigelegt.

Rotationsdruck tu Ver­lag der Brüh k'ichen

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MMZ

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Ile heutige Mmmer umfaßt 10 Selten.

Bekanntmachung.

Betr.: Rauschbrand zu Hof-Güll.

Der Rauschbrand zu Hos-Güll ist erloschen und Sperre aufgehoben.

Gießen, am 2. Juni 1905.

Großherzogliches KreiSamt Gießen.

________________I. V.r Dr. Fink.

Kekannlmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Rodheim a. d. Horloff.

In der Zeit vom 2. Juni l. IS. bis einschließlich 15. Juni t. Js. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei'Rodheim an der Horloff folgende Akten, nämlich:

1. die Prosektstücke über die im laufenden Jahre aus- zuführenden Drainagen,

2. der Beschluß der Vollzugskommission vom 4. Mai l. I« zur Einsicht der Beteiligten offen.

Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Aus- schluffes innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Bürgermeisterei Rodheim a. d. Horloff schriftlich einzureichen.

Friedberg, den 29. Mai 1905.

Der Großherrogliche Fe'bb"rcinigungskommissärr

Spam er, Kreisamtmann.

Z»rr Kiuzug der zukünftigen Kronprinzessin in Merlin.

Berlin, 3. Juni.

Die Ankunft.

Herzogin Cecilie verließ heute früh die mecklenburgische Residenzstadt Schwerin, die Stätte ihrer Kindheit, nm nach Berlin zu sichrer Hochzeit zu reisen. IN Begleitung des Ministers Grafen v. Bassewitz entstieg sie in der ersten preu­ßischen Station Wittenberge dem mecklenburgischen Sonder­zug und wurde dort im Namen des Kaisers von dem Hof- marschall Frhrn. v. Reinhach, dem Schloßhauptmann Grasen Hohenthal-Doelkau und dem Kammerherrn Grafen Kalnein- Kilgis empfangen Frhr. v. Reinhach^ stellte der Herzogin ihren neuen Hofstaat vor, bestehend aus der Oberhofmeisterin Freifrau v. Thiele-Winkler, der Hofdame Burggräfin und Gräfin Walpurgis Air Dohna-Waldburg, der Hofdame Frl. Else Pauline v. Helldorf-Zingt und dem Kammerherrn Grafen v. Bismarck-Bohlen. Auf dem Bahnhofe war eine Ehrenkompagnie des Jnf.-Regts.Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburgs-Schwerin" mit Fahne und Musik aufgestellt. Herzogin Cecilie bestieg den preußischen Sonder­zug und fuhr nach Berlin weiter. Bei der Ankunft auf dem Lehrter Bahnhof wurde die Herzogin-Braut von dem Oberstallmeister Grafen Wedel, dem Gouverneur von Berlin Generaloberst v. Hahnke, dem Kommandanten von Berlin Generalmajor v. Hagen und dem Polizeipräsidenten v. Bor­ries empfangen. Die Herren geleiteten oie Herzogin durch das mit Rosen geschmeckte Portal zu der Galakarosse. Frische Rosen waren der Braut auf den Weg gestreut. Die Fahrt ging nach dem Schlosse Bellevue. Eine ungeheure Menschen­menge begrüßte die Braut mit Hochrufen.

Vor dem Schloß Bellevue nahm die Leibkompagnie des ersten Garderegiments zu Fuß als Ehrenwache Aufstellung. Nach der Ankunft war Frühstückstasel. Der Kaiser, der Kronprinz und die Prinzen-Söhne kehrten nach der Frühstückstafel nach dem königlichen Schlosse zurück.

Die Gesandten beim Kaiser.

Der Kaiser empfing die zur Gratulation hierher ent­sandten außerordentlichen Missionen. Dem Empfange wohnte der Staatssekretär des Auswärtigen Frhr. v. Richt- hofen bei. Zunächst erschien der amerikanische Bot­schafter Tower, hierauf eingeführt von den hiesigen Botschaf­tern und Gesandten die außerordentlichen Botschaften von Spanien, Frankreich und der Türkei, ferner die außerordentlichen Gesandtschaften Persiens und Ser­biens. Ihnen folgten die hiesigen besonders beglaubigten diplomatischen Vertreter von Korea. Costa Rica, China, der Schweiz, Mexiko und Luxemburg, meistens unter Ueberreichung von Handschreiben ihrer Souveräne.

Der Einzug oer Herzogin Cecilie in der Reichshauptstadt ist heute nach­mittag fünf Uhr unter Beteiligung aller Kreise der Be­völkerung bei prachtvollem Wetter erfolgt. Der Jubel der nach Hunderttausenden zählenden, die ganze geschmückte (Z-est- straße einsäumenden Menge war unbeschreiblich

Den Eingang zur eigentlichen via triumphalis bildete das Brandenburger Tor. das diesmal in feiltet klassischen Einfachheit doppelt wirkte, da man glücklicherweise nicht wieder in den Fehler wie bei dem Einzug des Königs von Italien verfallen war, das ganze Tor protzig zu v^golden. Weniger kann man das dagegen von der Kusschmül^mg der StraßeUnter den Linden" sagen. Man harre dev Guten zu viel getan und die Rosenketten, FLi-nenmasten und Rosenausschmückung wirkten auf die Dauer Höchst monoton. Auch die H äuser aus schm ückuu g war bei anderen Gelegen­heiten prächtiger. Das Leitmotiv, das der Braut uiosen streuende Berlin darzustellen, verunglückte durch die un­schöne Ausführung. Den vornehmsten Schmuck Unter den Linden hat das Palais der russischen Botschaft.

Durch ein Spalier von 6000 Schulkindern ging es zunächst. Dann R/'ten bis zum Brandenburger Tor^Vereine staatlicher imb stWucher Beamten, Fabrikarbeiter, Miegerverbande m dichtem Spalier. Höhere Postbeamte ritten, nach alter Sitte

voraus, und hinter ihnen ewige 40 Postillone, stramme Ge­stalten, die auf Postilloushörnern es mutete bicdermänntsch-- gemütlich anWir winden dir den Iungfernkranz" bliesen. Ein berittenes Musikkorps in der alten Tracht der Bayreuther Dragoner, denHoheufriedberger Marsch" blasend, folgte und hinter ihm die Berliner Schlächtermeister im Frack und Zy­linder, auf schönen, gut geschirrten Pferden, an der Spitze eine Standarte, sie waren mindestens eine Schwadron stark, in Zügen geordnet. Es ist ihr altes Recht, die Braut einztiholen. Man­chen der stattlichen Reiter erkannte die Menge als einen Ge­waltigen im Gebiete des Kalbsräckens und der Wurstmacherei. Eine Schwadron des Gardedragoner-RePments mit der Musik schloß sich an, dann Stallmeister in Uniformen, Hofbeamte, Pi- keure. Und nun kamen drei Sechsspänner, Galakutschen mit ge­puderten Jockeys und Kutschern. Frhr. v. Mirbach, der Ober­hofmeister der Kaiserin, saß im ersten, Herren und Damen des Gefolges in den andern. Im achtspännigen goldenen Brautwagen, der sich in hohen Federn, wiegt, die Pferde prachtvoll reich geschirrt ml«, schwarz-weißen Stratißfedern- panachen, saß zur rechten der Kaiserin die Braut, im Rücksitz die Oberhofmleisterin. Die Braut trtlg ein hellrosa ausgeschnitte­nes Kleid ohne Hut, ein Perlenkollier um den schlanken Hals. Die Kaiserin war in goldgelber Brokattoilette mit Smaragd- schmuck, ein Diamant-Diadem im Haar. Der Wagen und der ganze Zug hielt in der Mitte des Platzes. Der Oberbürger­meister und seine Begleiter traten heran. Dle Ehrenjungfrauen umgaben die Kutsche in tt eitern Bogen. Die Braut beugte sich anmutig zum Oberbürgermeister herab, der mit lauter Stimme folgendes sprach:

Die Ansprache des Oberbürgermeisters.

Der Weg durch unsere Stadt führt Euere Hoheit an die Seite deS in Liebe erckorenen Lebensgenossen, auf einen hohen, an Ehren und Würden reichen Platz, einer glückverheißenden, hoffnungsreichen Zukunft entgegen. Ties und lebhaft em­pfundene Gefühle, heiße Wünsche, frohe Hoffnungen durchzittern in dieser festlichen Stunde Euerer Hoheit bräutliches Herz. Daß die Bevölkerung dieser Stadt in allen Altersstufen und Berussschichten an diesen Empfindungen den innigsten und wärmsten Anteil nimmt, Euerer Hoheit Wünsche und Hoffnungen freudig bewegt teilt, das bezeugt der laute Zuruf, mit dem sie Euere Hoheit jubelnd begrüßt. Uns aber, dm verordneten Vertretern der Hauvt- und Residenzstadt Berlitl, der Haupt­stadt des Deutschen Reiches, ist es vergönnt, an dieser durch ge­schichtliche Erinnerungen geweihten Stätte dem, was die Volks­seele erfüllt, in Worten Ausdruck zu geben, Euerer Hoheit in der neuen Heimat das erste herzliche Willkommen der Bürger- schaft ehrfurchtsvoll darzubringen. Es steigt auf,in der Erinner­ung die erhabene Gestalt der edlen Königin Luise, die ebenfalls eine Fürstin aus mecklenburgischer^ Fürstengeschlecht und gleich­falls eitre Braut 'eines pi^ußischen Kronprinzen vor länger denn 100 Jahren in diese Mauern ihren festlichen Einzug hielt, und deren Andenken, verehrt und geliebt, noch heute in den Herzen des dankbaren Volkes fortlebt als das Andenken an den Schutzgeift Preußens. Millionen Deutsche vereinigen sich am heutigen Tage mit uns zu dem innigen Gebet: Möge auch Euerer Hoheit EivMg reichen Segen bringen! Reicherl Segen Euerer Hoheit und dem erhaibenen Fürstenhause der Hohen- zollern r Reichen Segen dieser Stadt und dem gesamten preußi­schen und deutschen Vaterlande! Mit Rosen ist der heutige Weg Euerer Hoheit geschmückt' Rosen bitten wir ehrerbietigst als Willkommensgruß der Stadt Berlin huldvollst entgegen- zrmehmen. Ihre Hoheit die Herzogin Ceeilie zu Mecklenburg, die Braut seiner Hoheit des Kronprinzen des Deutschen Reiches ^und von Preußen, unsei-es Kronprinzm. Hoch! Hoch! Hoch!

Die Erwiderung der Braut.

Vieltausendstimmig wuri>e ber Ruf aufgenommen. Vom Lustgarten her ertönte Kanonendonner, die Glocken"teten, man sah, wie die Braut mit Werfengnira zuerst gegen die Kaiserin, dann gegen den Oberbürgermeister sprach:

Hochgeehrter Herr Oberbürgermeister!

Ich danke, dank" Ihnen sehr für dm schönen lieben Em­pfang und die fr^eundlichen Worte. Die Erinnerunb daran wird immer in meinem Herzen fortlebm. Ich wcpde mich stets gern Ihrer Worte erinnern und der Stadt Berlin, der ich nun für immer angehöre, mit dankersi'illtem Herzen gedenken.

Das Bukett, das ihr die Tochter des Ob°rbi''rgiermeisters über­reicht hatte, behielt die Prinzessin in ihrer Hand. Noch eine Verbeugung, neue Hochrufe, b\A sich nunmehr ununterbrochen sortpflanzten. Der Zug setzte sich wieder in Bewegung und er ging die Linden entlang durch die Menge, an den Spalieren der Innungen vorbei, vorbei an dem reichgeschmückten Palais der Kaiserin Friedrich, das später das junge Paar beherbergen, wird. An mehreren gi'oßen Tribünen, wie die im Vorhof der Universi­tät, an der Schloßbrücke, lagen zu beiden Seiten bewimpelte Schiffe. Dort bildeten die Rudervereine Spalier, und so immer von neuem stürmisch begrübt bis zum Schlosse.

Familientafel.

Um 69/4 Ubr begaben sich sämtliche anwesende Fürstlich­keiten zur Familicntafel bei dem Kaiserpaar in den Elisabeth- saal. Der Kaiser führte die Großherzogin-Mutter von Mecklenburg-Schwerin, der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin führte die Kaiserin, der Kronprinz führte die Herzogin Cecilie. Bei der Tafel saß die Braut rechts neb-'n dem Bräutigam. Dem Brautpaar gegenüber saß der Kaiser; reckits folgten zunächst die Großherzogin-Mutter von Meck­lenburg-Schwerin, der Kronprinz von Griechenland, die Großherzogin von Hessen, der Großherzog von Baden, die Herzogin von Aosta und Großfürst Nikolaus von Ltußland; links die Großherzogin von Baden, Großfürst Michael von Rußland, die Großherzogin von Meck^enburg- Strelitz, der Großherzogvon Hessen, Prinzessin Ari- sugalva von Japan und Prinzessin Christian von D^n^mark. Prinz Arisugawa von Japan saß neben der Prinzessin Heinrich. Der Herzogin Cecilie ist der Luisen orden verliehen worden. Nach der Tafel hielten die Majestäten in den nach dem Schloßplatze hinausliegenden Sälen Cercle ab. Als die Majestäten und das Brautpaar an den Fenstern sichtbar wurden, brach die Menge, die sich zu vielen Hun­derten auf dem Schloßplatze angesammelt hatte, in an­dauernde Hochrufe aus.

3m Schloß.

Am Fuße der von dem Spalier der Schloßgarde-Kom- pagnie besetzten Wendeltreppe innerhalb des Vestibüls, in welchem eine Ehrenwache des zweiten Garderegimeuts zu Fuß paradierte, empfingen der Ka.iser. der Kronprinz

und die Prinzen des königlichen Hauses die Braut unds geleiteten sie hinauf. Der Kaiser bot der Herzogin-Braut den Arm. Inzwischen hatten sich schon um 5V2 Uhr ver­sammelt: Die Generaladjutanten, die Generale und Ad­mirale ä la suite, die Flügeladjutanten des Kaiser- und der Geheime Kabinettsrat in der ersten Parade-Vorkammer; die prinzlichen Hofstaaten und Gefolge, sowie die Gefolge der höchsten Gäste in der zweiten Parade-Borkammer, der Reichskanzler, die Generalfeldmarschälle, die General­obersten und die Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler, die aktiven Generale der Infanterie, der Kavallerie und der Artillerie, die Admirale, die Minister des kgl. Hauses und die aktiven Staatsminister, sowie die Präsidenten deöl Reichstages und beider Häuser des Landtages im Königszimmer, die Damen der Prinzessinnen des kgl. Hauses und der höchsten Gäste in der Roten Kammer; die Palast^ bcrmen der Kaiserin in der Brandenburgischen Roten Adler- Kammer. An der Tür des Schweizer Saales, in welchem eine Galawache von dem Regimente der Garde du CorpS mit dem Trompeterkorps und der zweite Zug der Leib- gendartnerie aufgestellt war, wurde die Herzogin-Braut vort den Prinzessinnen des kgl. Hauses empfangen. Der Kaiser und die Kaiserin geleiteten die Braut ourch die Paradevor- kammern. das Konigszimmer, die Rote Kammer und die. Brandenourgische Rote Adler-Kammer in den Rittersaal. Die Hofchargen traten dem Kaiserpaare voran, als dteseA die Herzogin-Braut nach den für sie in Bereitschaft gesetztem Gemächern geleiteten.

Berlin, 4. Juni.

Kirchgang.

Für heute vormittag 10 Uhr war Kirchgang in den Doui für das Brautpaar, die kgl. Familie, die Gäste usw. angesetzt. Die Anfahrt der fürstlichen Gäste bot ein farbenreiches Bild. Der Kaiser ging vom kgl. Schloß zu Friß nach dem Dom, mit ihm der Kronprinz und dessen Brüder, der Großherzog von Hessen und der Herzoa von! Sachsen-Koburg und Gotha. Die Kaiserin fuhr mit dep Prinzessin Viktoria Luise in einem Galawagen. Der Kaisep und die Kaiserin wurden vom Publikum mit Hochrufen! empfangen. Zuletzt erschien Herzogin Cecilie mit oep Großherzogin-Mutter von Mecklenburg-Schwerin, von stür^ mischen Zurufen der Menge begrüßt. Ter Kaiser bot berj Herzogin den Arm, während der Kronprinz die Großher-i zogin-Mutter führte. Der Domchor trug den 47. Psalm und nach einem Gesang der Gemeinde mit Lithurgie noch Der Herr ist mein getreuer Hirte" vor. Oberhofpredigep D. Dry an der predigte über Galater 6, 2:Einer trage deS anderen Last, so werden wir das Gesetz Christi erfüllen.^ Die Gemeinde sang zum Schluß:So nimm denn meine Hünde und führe mich," Bei der Rückkehr der Majestäten ttnä der vielen Fürstlichkeiten nach dem königlichen Schloß und den anderen Quartieren (der Kaiser und der Kronprinz gingen wieder zu Fuß) wiederholten sich die Ovationen.

Der Domchor war in mittelalterlicher Tracht mit ES- carpins, Schnallenschuhen, roten Röcken und SammetbarettS. erschienen. Der Kaiser sah in seiner Husarenuni form! blühend und gesimd aus und befand sich anscheinend in vor­züglicher Stimmung. Die Kaiserin trug eine Toilette von weißer Farbe und weißem Hut, die kleine Prinzessin! hatte ein rosa Kleidchen mit Florenlinerhut angelegt. Die Braut, die die stürmischen Hochrufe des Publikums mit Lächeln und Nicken in freundlichster Weise erwiderte, Hatter eine rosa Atlastoilette mit Spitzengcwnitur, ebensolchen Kut und Schirm angelegt.

Galatafel.

Heute abend fand bei dem K'aiserpaar im kgl. Schloss-- Galatafel statt, zu welcher sämtliche anwesende Fürstlich^ teiten, die Spezialgesandten, der Reichskanzler, die nister u. a. geladen waren. Unter großem Vortttttt zogen die Fürstlichkeiten in den Weißen Saal ein, voran das Braut» paar, dann der Kaiser mit der Großherzogin-Mutter vonl Mecklenburg-Schwerin. Vor dem Thron-Baldachin in der Mitte der Haupttafel nahm Herzogin Cecilie neben demr Kronprinzen Platz. Rechts neben der Braut saß der Groß» Herzog von Mecklenburg-Schwerin, links neben dem Bräu­tigam die Kaiserin; gegenüber saß der Kaiser zwischen ber Großherzogin-Mutter unb ber Großherzogin von Baden.

Unfälle.

Der Verband für erste Hilfe, der mit der Sanitütskolon!n< und der Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger den Sanitätsdienst übernommen hatte, leistete in insgesamt 597 Fällen erste Hilfe. An Hitzschlägen und Körperverletzungen, Gehirnerschütterungen usw. waren insgesamt 26 Fälle zu verzeichnen. Mit den Krankenwagen wurden 15 Personen nach den Hospitälern und nach den Wohnungen gebracht.

Als am Sonntag mittag der Kronprinz sich in5 Schloß begeben wollte, ü.berfuhr seine Equipage in ber Bellevuestraße eine Dame, die über den Straßendamm gehen wollte. Der Kronprinz sprang sofort aus dem Wagen und war der Dame, die nur leicht verletzt war, beint Ausstehen behilflich. Die Ueberfahrene erholte sich bald.

Der PariserMalin" veröfsentlicht einen Artikel gegen die Verfügung des deutschen Kaisers, wonach bei den Hoch- zeitsfeierllchkeiten aus j e b cLande nur ein Jour­nalist zu g e l a s s en werden soll. Tas Blatt erllärt, es sei bedauerlich- wenn französische Journalisten nach Passieren der deutschen Grenze nicht so behandelt würden wie die deutschen gelegentlich der verschiedenen Fürstenbesuche in Paris. Französischerseits werde man sich dieses Verhalten merken.

Koliiische (Mwsrrtjnu.

Schiller ein Agrarier.

Wenn man in den Werken eines der Großen in ber Geisteswelt blättert, ro ist er sür jeden eingeschworenen