Ausgabe 
4.9.1905 Erstes Blatt
 
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Vom Manöver des 18. Armeekorps.

Telephonischer Kursbericht*

Frankfurt a. ML, 4. Septbr. 1905.

100.95

3% Mexikaner

102.00

4*/6% Oesterr. Silberrente . 101.40

- 100 40

Tendenz: sehr fest. Im Vordergründe stehen Banken u. Schiffahrtsaktien.

1

Ungar. Goldrente Italien. Rente . Portugieser I . Portugiesen. III Unif. Türken .

3Vt % 3"/° 3Vt%

8°/o

4%

4O/o

4%

30/

89.90

101.20

89.85

100.00

T'/zO/n Hessen . . 31/, % Oberhessen 4% Oesterr. Goldrente

4Wn Chinesen . Electric. Schuckort Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandi Darmstädter Bank Dresdener Bank .

Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . , Lanrahütte .

Bochum , . Harpener .

Stnatschatzscheine

. 270.50

. 255.70

. 221.70

. 98.25 . 106.30 . 68.55 . 68.30 . 90.70 . 138.80 54.90

. 97.

Reichsanleihe do.

Konsole . do. , .

66 Pfg. verkaufen. Leider aber kann nicht jeder in dem ge< segneten Alzey leben.

Türkenlose.....

4% Grieoh. Monopol.-Anl.

4°'o äussere Argentiner

schmetterte, lauschte Alles gespannt und vergnügt den heiteren Darbietungen einiger Koupletsänger, wobei das Klavier die Begleitung übernahm. Eine junge Dame trug unter leb­haftem Beifall ein patriotisches Gedicht vor; ein alter Herr mit wallendem Barte feierte mit poetischen Worten daS nimmermüde Walten der treuen Frauenhände. So wurde, wenn durch patriotische Ansprachen der Geist unserer deutschen Vorfahren geweckt wurde, die Stimmung ernst und feierlich, der Bedeutung des Tages angemessen. Der Heimzug erfolgte wiederum unter Vorantritt der Musik.

Ein Kleinviehschlächtermeister in Wies eck, der wegen der hohen Fleischpreise sich aufs Ziegen- schlachten legen wollte, mußte hierbei, wie man uns aus Wieseck schreibt, 'teueres Lehrgeld bezahlen. Nach denr neuen Gesetz darf Kleinvieh, wie Kälber, Ziegen 2c., D0C bcr Abhäutung nicht aufgeblasen werden. Unser Schlächtermeister ließ sich hierbei aber keine Vorschriften machen und blieS seine geschlachtete Ziege nach Leibeskräften auf und freute sich köstlich, dem Fleischbeschauer ein solch schön aufgeblasenes Ziegelein vorzulegen. Dieser aber schüttelte den Kopf und erklärte, sie müsse auf die Wasen­meisterei und verlangte nach der Petroleumkanne, um das Ziegelein damit zu begießen. Dies ist ein Verfahren, um das Tier unbrauchbar zu machen. Nun war es mit der Freude zu Ende, und unter lebhaften Beteuerungen, daß dem Ziegelein doch gar nichts fehle, ging der Ausbläser zum Kreis­tierarzt, der natürlich die Anordnung des Fleischbeschauers bestätigte. Ob unser Schlächtermeister nun das Ziegcnschlachten aufgeben wird?

** Die Massen Vergiftung in König i. O. Die Darmst. Ztg." schreibt: Die von den Großh. Behörden veranlaßte Untersuchung der Massenvergiftung nach dem Genuß von Pudding in König i. O. zu Anfang des vorigen Monats, welche von dem Hygienischen Jn- stitut der Landesuniversität vorgenommen wurde, hat ergeben, daß die Vergiftung durch die Einwanderung von Mikroorganismen zustande gekommen ist, die zu der Gruppe der Gärtnerschen Fleischvergiftungsbazillen, Bae. enterrditis Gärtner, zu rechnen sind. Die betreffenden Bak- terren, die für Tiere pathogen sind und die biologischen Eigenschaften der Fleischvergiftungsbazillen zeigen, konnten sowohl aus der Puddingspeise selbst, als auch aus dem Stuhlgang erkrankter Personen, sowie ans der Leber einer verstorbenen Frau gezüchtet werden. Wie die fraglichen Bazillen in den Pudding gekommen sind, konnte bis jetzt noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden.

A Klein-Linden, 2. Sept. Am Sedantage schleppte die Dorfjugend wie alljährlich Brennmaterial, welches sie von den Einwohnern erhielten, auf dem Schild berge zu einem großen Haufen zusammen. Abends zog die Jugend, der sich auch viele ältere Leute anschlossen, in einem Lampion­zuge nach dem Schildberge, wo der Holzstoß zum Andenken an den Tag von Sedan in hohen Flammen weithin leuchtete. Unter Absingen patriotischer Lieder umstanden mehrere hundert Teilnehmer den brennenden Haufen. In später Stunde zogen alle, singend, den von Lampions beleuchteten Weg nach dem Dorfe zurück, womit die einfache, aber doch erhebende patriotische Feier zu Ende war.

m Kleine Mitteilungen aus Hessen und den A a $ ba rst aat e n. Im Walde bei Wilhelmsbad wurde dre 66 jafertge Witwe Nix aus Doerinqheim beim Gänsehüten von einem Unbekannten überfallen und vergewaltigt.

Spielplan der «rrimgten Frankfurter Stadttheater.

Schauspielhaus.

Dienstag den 5. September:Die Brüder von St. Bernhard." Mittwoch den 6. September:Des Meeres und der Liebe Wellen." Donnerstag den 7. September:Liebelei." Vorher:Wann wir altern." Freitag den 8. September:Ihr zweiter Mann." Sams­tag den 9. September: Neu einstudiert:Die Kreuzelschreiber." Sonntag den 10. September, nachmittags halb 4 Uhr:Ter Veilchensresser." Abends 7 Uhr:Die Kreuzelschreiber." Montag den 11. September:Ihr zweiter Mann."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends imt 7 Uhr.

VerirMchter.

* Teifun und Hochflut in Shanghai. Shanghai erlitt durch einen Teifun und eine Hochflut in der Nacht zum 2. Sept, enormen Schaden. Die Straßen und Werft­lagerhäuser waren überschwemmt und zahlreiche Dschunken ind gesunken. Viele Chinesen sind ertrunken. Der große Schaden war bislang noch nicht festzustellen.

Einem Telegramm aus Helsingfors zufolge ist in F i n n l a n d eine G 0 l d a d e r entdeckt worden. Maii hat einen Goldklumpen von 8 cm Länge, 4 cm Breite und 1 cm Stärke gefunden. Als in der Nacht voin 1. zum 2. d. M. der Streckenwärter des Schlesischen Bahnhof? zil Berlin die Fernstrecke abging, entdeckte er zwischen den Schienen den gräßlich verstümmelten Körper eines Mannes, dem beide Beine und ein Arm fehlten. Der Verunglückte, der als der Oberpostschaffner Andreas Woywod rekognosziert wurdet wurde sterbend in ein Krankenha,ls transportiert. Die Entstehungs­ursachen des Unglücksfalles bedürfen noch der Aufklärung. Eine Revision der S t a d t k a s s e in Wörlitz (Anhalts ergab einen Fehlbetrag von 7000 Mk. in bar und 12 600 Mk. in Papieren. Auf dem verstorbenen Bürgermeister Eiserbeck ruht der Verdacht die Gelder veruntreut zu haben. Im Ostseebnd A h l b e ck ist dem antisemitischen Reichstagabg. Bruhn-Berlin ein böses Miß­geschick widerfahren. Er machte über die Frau des Badedirektors eine unflätige, nicht wiederzugebende Bemerkung. Daraufhin wurde er von dem Kapellmeister der Ahlbecker Kurmusik im Stranehotel öffentlich g e 0 h r s e i g t, zur Erde geworfen und windelweich geprügelt. In Halle a. S. raubten Einbrecher drei Geschäfte aus. In der Pelzwarenhandlung von Jakob wurden si"ir 12 000 Mk. Waren gestohlen. In Meheral (Vogesen) hat Schneefall tattgesimden, nachdem erst vor einigen Tagen auf dem Hohneck der letzte Winterschnee geschmolzen war. Ein Pariser Blatt meldet ans V i g 0, daß am 1. ds. eine Bombe explodirte, wodurch zwei Personen getötet und mehrere verletzt wurden. Der Ur­heber des Anschlages ist unbekannt.

. . 68.70 . . 98.25 . . 138.50 . . 135.90 , . 213.80 . . 196.80 . . 153 00 . . 166 90 . . 144.10 . . 144.90 . . 21.20

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen

Gartcuftraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14.

Der Arbeitsnachweis hat die Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeiter« jeglicher Art, Dieustbote« «nd m Lehrlinge«) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln.

An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von S bis v Uhr geLffnet.

Cs können eingestellt werden:

,. , 3 Schlaffer, 1 Spengler, 7 Schreiner, Schneider, 1 Weiß- bmder, 1 Erdarbeiter, 2 Hausburschen, 2 Fuhrleute, Haus- und Dienstmädchen, Lausinädchen oder Lauffrauen.

. Lehrlinge:

2 Schlosser, 2 Schreiner, 1 Schuhmacher, 1 Schreiber.

Es snchkm Arbeit: B*/9

. 2\lc.^c,' 1 Spengler, 1 Maschinist, 2 Strickerinnen, 1 Buch- buwer, 1 Weißbinder, Maurer oder Taglöhner, 1 Fahrbursche, Ltmlohner für leichtere Arbeit, 3 Lauffrauen, 1 Lausinädchen Hg> oder Bureaudiener, Kassierer.

Ans Stadt und Aand.

Gießen, 4. September 1905.

** Ordensauszeichnung. Se. Königs. Hoheit der Großherzog haben dein Prokuristen Friedrich Bang in Gießen, bei der Firma Bender u. Co., das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zum 1. Sep­tember 1905 verliehen.

** Plötzlicher Tod. Der Schlossermeister Friedrich Stohr in der Schützenstraße wurde am Samstag abend 9 Uhr beim Verlaßen der Haubach'schen Wirtschaft, in der er seinen gewohnten Abendschoppen zu trinken pflegte, von einem Schlaganfall betroffen, dem er auf dem Transport nach seiner Wohnung erlag. Der Verstorbene gehörte über 50 Jahre dein Arbeiterstamm der Firma Gg. Ph. Gail an und lebte fest zwei Jahren im Ruhestand. Er war Mitbegründer der Freiwilligen Gail'schen Feuerwehr und nahm als solcher an dem 50jährigen Jubiläum der beiden Feuerwehren im Juli d. I. teil, bei dem er noch durch Verleihung eines Ehrendiploms ausgezeichnet wurde. Das Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit wurde ihm schon vor Jahren verliehen. Stohr stand im 60. Lebensjahre.

"'Die gestrige Sedanfeier auf Textors Hardt war trotz des ungünstigen Wetters sehr gut besucht. Sämt­liche militärischen Vereine nahmen mit ihren Familien zahl­reich an der Feier teil. Der Festzug, der sich unter Vor­antritt einer Musikkapelle nachmittags um 4 Uhr von Oswalds- garten nach dem Festlokal begab, zählte trotzdem es regnete ca. 60 Personen. Droben entwickelte sich eine äußerst gemütliche Stimmung; Ernst und Scherz wechselten dabei ab. Viele patriotische Ansprachen wurden gehalten, nachdem der Vorsitzende des Kriegervereins, Herr Gabriel, der sich um das Zustandekommen der schönen Feier verdient gemacht hat, da? Fest mit markigen Worten eröffnet hatte. S)ie große, sehr hübsch mit Fahnen und Lampions dekorierte Halle der Tertorschen Brauerei war bis zum Abend gänzlich gesetzt. Aber noch bis nach 10 Uhr blieben die Teilnehmer an der Feier fröhlich gestimmt beisammen. Es wurde flott getanzt, und wenn die Trompete ihr Signal

Die Kavallerie-Division B, der die 23 er und 24 er hessischen, 'bie 20 er (Karlsruhe) und 21 er (Bruchsal) badischen Dragoner, das 1. und 2. baffrische Ulanenregiment (Bamberg und Ansbach) angehören, ist vorgestern auf ihrem Rückmarsch von der Senne ht den Krisen Marburg, Biedenkopf, Kirchhain, Alsfeld und dem nordöstlichsten Teil des Kreises Gießen ein getroffen. Der Divi­sionskommandeur Generalleutnant von Ratzmer hat Samstag bis Montag in Londorf, der Stab der 28. badischen Kavallerie-Brigade in Staufenberg Quartier bezogen: heute treffen der Divi- sivnsstab und der Brigade st ab der Hess. Kavalle­rie-Brigade in Gießen ein. Die Kavallerie-Division B wird heute den Kreis' Gießen, Dienstag den Kreis Friedberg über­fluten und am Mittwoch im Manövergelände eintreffen.' Die Orte der Kreise Gießen und Friedberg erhalten an den genaimten Tagen starke Einguarticrung. Mit der Kav.-Division B treffen noch zwei Maschinengewehrabteilungen und das Artillerie-Regi- ment Nr. 11 aus Fritzlar im Manövergelände ein.

» Si§ntflr(f tjafi'iertc, ent neuesunbekanntesLand 2geigte sich,^ daß Kvp Bismarck auf einer großen Insel liegt, tttcDt aus dem Festlande, wie bisher angenommen wurde. Das Uniö wurde so gut wie möglich kartographiert und erhielt den France". Darauf ging man weiter nordwärts bis 78 Grad 16 Min. Leiter konnte man nicht Vordringen, worauf das Schiff wieder südwärts steuerte. Die Erveditwn wird am 10. Sevtember in Ostende erwartet.

Kunst und Wissenschaft.

Aus Frankfurt, 2. Sept, wird uns geschrieben: Das LustspielIhr zweiter Mann" hatte bei der gestrigen Erst­aufführung mäßigen Erfolg. In den Räumen des ehemaligen Orpheums begann gestern das von Otto Ploecker-Eckart ge­leiteteResidenztheater" (sonderbarer Name für ein Thea­ter in einer Stadt, die keineResidenz" ist. D. Red.) seine Tätig­keit mit dem frohen^Schwank:Die 300 Tage". Die Dar- tellung war sehr flott und einzelne Mitwirkende, besonders Fräulein Rosner und Fräulein Tetzlafs, bewährten sich als tüchtige Künstler. Auch Herr Schindler war ganz vor­trefflich.

Gin neues Land entdeckt. Professor Nathorst ist Stockholm erhielt einen Brief, datiert Neikjavik den 24. Aug., von dem schwedischen Leutnant Bergendahl, der an der Grön- l>and-l§xpeditivn des Herzogs von Orleans teil- nimmt. Danach entdeckte man am 27. September, als man

- n . .. (e.) Homburg, 4. Sept.

Dre erste Phase her diesjährigen Herbstübungen, die Brigade- ^nanovcr, haben am Samstag ihren Mschluß gefunden. Die 4T. preußische Jnf.-Brigade (87 er und 88 er), die seither im xat des Emsbaches bis nach her Lahn manövrierte, $at diese Gegend verlassen. Am Samstag lagen die 88 er in und um Erbrechen, heute ist die ganze Brigade südöstlich nach dem Kreis Usingen marschiert, wo sie bis zum 5. September Quartier genommen hat. Hi°r, in hem Gelänhe zwischen Usingen, Wehrheini, Köpvern, Friedrichshorf, Hornburg und Ober-Ursel mit hem Zentrum Saalburg werden sich von heute ab die dreitägigen Divisionsmanöver her 21. Division abspielen. Ter Divisions­kommandeur Generalleutnant von Kettler ist ant Samstag mit seinem Stab in Homburg eingetroffen, wo er bis zum 10. -seht, verbleibt. Ferner liegen feit Samstag hie Stäbe her 21. Kavallerie-Brigahe (6 er Ulanen unh 6 er Dragoner) und hie 42. Infanterie-Brigade in Homburg, auch ist Generalinspekteur Exzellenz von Lindeguist dort abgestiegen. Das Gefecht der 42. Jnf.-Brigade wurde gestern früh bei Stierstadt-Steinbach wEr aufgenommen und hatte eine große Anzahl schaulustiger ^>chlachtenbumler" herbeigelockt, namentlich aus Frankfurt. Die 166 er rückten von Süden, die 81 er mit einem Teil 80 er von Hornburg auf den Kampfplatz, im Laufe des Gefechts umging ein Teil her 166 er hurdj den Wald bei Ober-Ursel den seind- lichen rechten Flügel und griff die 81 er in der Flanke an, worauf stch diese über Bommersheim, Weißkirchen nach Kalbach zu zuruck- Zvgen. Hier, auf einer Anhöhe, fand das viertägige Gefecht seinen Abschluß. Auch gestern wohnte wieder hie Landgräfin von Dessen dem Gefechte bis zum Ende bei. Die ganze Brigade hat sich, konzentriert in unh um die Orte Homburg, Friedrichs­dorf, Bonames, Steinbach, Ober-Ursel, Ober-Städten. Das ganze Regiment 166 liegt in Ober-Ursel, das 1500 Mann Einguartier- ung hat, die 63 er ArtillerieFrankfurt" liegen in Weißkirchen, Otterstadt, die Hanauer Ulanen in Bommersheim, Ober-Ursel, hie 80 er: 1. Batl. Homburg, 2. Friedrichsdorf, 3. Kaserne Homburg, die 81er in Weißkirchen, Kalbach. Die Regimenter blewen im wesentlichen bis zum Dienstag, bezw. Mittwoch in diesen Quartieren. Die beiden Frankfurter Regimenter 81 er unh 63 er Artillerie kommen am Dienstag in ihre Kasernen unh ruaen von hort aus zur Kaiserparahe, hie 166 er marschieren Mittwoch in hie Kaserne nach Hanau unh fahren zur Parahe. Erne neue Truppengattung ist Samstag im Ofefechtsgelände ein­getroffen, nämlich hie Telegraphenabteilung Nr. 3 aus Koblenz, sie hat in Seulberg und Kirdorf Quartier bezogen unh toirh bei den Montag beginnenden Divisionsmanövern Telegravhenleitungen legen. Die Fahne des Regiments Nr. 80 ist am Mittwoch ein­getroffen unh toirh bei der Parade überreicht.

Die Regimenter her 25. (hessischen) Division haben ihr Brigahemanovtzr int Gelände nordwestlich von Wiesbaden bis zur Lahn, Hahnstätten, Katzenelnbogen,- Nastätten beendet und sind Samstag ostwärts gerückt auf dem Wege nach Homburg. Das Hauptgefecht der 115 er, 116 er unh 168 er fanh int Aartal statt und zog sich nach Neuhof, Eschenhahn, Hohe Kanzel nord­östlich von Weheii. Ant Samstag hat diese Brigade in Breit- (116 er), Steckenroth, Watzhahn, Wingbach, Born, Wehen, Neuhof und Umgegend Quartier bezogen. Heute marschierte die 49 Brigade bis östlich Wiesbaden, nimmt in Nordenstadt (116 er), Igstadt, Wallau, am Dienstag in Soden (116 er),- Höchst a. M., ^Bfettheim, bis Königsstein Quartier; nach Sossenheim kommen ZOO Mann der 116er. Frankfurt erhält am Dienstag ca. /000 Mann, Vilbel 1800, Eschersheim 900, Homburg über 2000 Aan^^Einquarttbrung. Die badischen Infanterie-Regimenter Nr 109, 110, 111 und 25 treffen DienÄag und Mittwoch per Bahn in und um Frankfurt, Höchst, und Vilbel ein. Vom 5.10. Loept. erhalten die Orte her Kreise Homburg, Höchst, ?Frankfurt, Usingen und her südliche Teil des Kreises Friedberg 1 starke Einquartierungen. Am TI. Sept, nimmt das ganze 18. Korps Aufstellung auf der Linie Mainz-Wiesbaden-Wehen-Jdstein, 1 das 8. Korps links und rechts der Lahn bei Ems, Nassau, Lahn­stein, sodaß das Kampfgebiet zwischen Rhein, Lahn und Ernsbach 1 liegt. Dje Haupttage sind am 12. bis 15. Sept. Das Haupt- ' (Tuartier hat seinen Sitz in Katzenelnbogen. Am 15. nachmittags fahren hie Truvpen in hie Garnison, am 16.18. ist die Ent­lassung her Reserve.

Arbeiterbewegung.

®r e § h e n , 2. September. Bei der Aktiengesellschaft Seidel und NauINa n ii, Nahmaschinenfabrik und Eisengießerei sind aema,; der Ankündigung vom 31. August abends sämtliche Betriebe geschlossen worden, nachdem die Schleifer die dlrbcit nicht wieder ausgenommen haben. Von der Aussperrung werden etwa 2500 Arbeiter betreffen._____________________

Märkte.

A""ks«rt a. M., 41 eept (Orig.-Telegr. desGießen. Anz. ) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 17.2500.00, Kurhessischer Mk. 17.25-00.00, La Vlata Mk. 18.50-19.25, Kansas Mk. 18.50-19.25, Roagen (hiesiger) Mark 14.5015.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.7517.25, Franken- selder Mk. 00,0000,00,HakerMk. 14.7515.50, MaisMk. 13 5013 75 Weizenmehl 0 Mk. 26.7527.75, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.5023.00, Roagenmehl 0 Mk. 22.7523.25,1. Qualität Mk. 20.2520.75, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.5012.00, Maiskeime Mk. 10.50 bis Mk. 11.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 4. Sept. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz/). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt­preise. Zum Verkäme standen: 428 Ochsen, 155 aus Oest­reich, 92 Bullen, 22 auS Oestreich, 736 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 219 Kälber, 300 Schafe und Hämmel, 1217 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für lOOPfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 7880Mk., 2. Qual 7173 Mk., 3. Qual. 67-69Mk.; Biillen 1.Qual. 63 bis 60 Mk., 2. Qual. 6062 Mk.; Kühe 1. Qual. 7072 Mk., 2. Qual. 6768 Mk., 3. Qual. 5354 Mk, 4. Qual. 5052 Mk., 5. Qual. 00-00Tlf. Rätter: 1. Qual. 8690Pfg., Lebendgewicht 5254 Pf., 2. Qual. 8084 Pfg., Lebendgewicht 4850 Pfg., 3. Qual 0000 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pfg., Schafe: l.Qual. 7274, 2-Qual. 6466 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 75-00 Pfg., Lebendgew. 58.50 Pfg.,l2. Qual. 73-74 Pfg., Lebendgew. 57.5000 Pfg., 3. Qual. 6870 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, fein Ueberstand, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.___

Krigmat-Iralstmcldungen.

o-n 3»,^Pt. Das jährliche fr an z ö si s cki'-de n t sche

.Natch der Achtniderer fand heute bei schönem Wetter im Becken von Cenrbeveic statt. Frankreich war Der treten durch £-c Anttiscke Gesellschaft her unteren Seine. Deutschland durch die Mannichast aus Frankfurt. Die Wettfahrt betrug eine Strecke bon 2500 Metern. Der Kämpf blieb lanae zweifelhaft, als fünf Meter vorm Ziel das Frankfurter Boot einen Vor- sprung gewann und mit einer Länge -von s/, Meter gewann, ©pater fand die Preisberteilung statt. Die F-ranffurter er­hielten den Becher.

. d " rcel 0 na, 3. Sept. Nach amtlicher Bekanntgabe wurde em Blo mb en an schlag heute nachmittag 1 Ubr 30 Min. berufet. Es kamen 20 Personen zu Schaden. Eine Frau ist bereits geftorbew, eine andere liegt im Sterben. Zehn Per- sonen sind, sehr schwer verletzt. D-ie Bombe war am Fuße eines Baumes niedergclegt worden.. Der Täter ist auch verletzt. In der Umgebung wurden sämtliche Fenster der Häuser zersplittett.

Petersburg, 3. Sevt. (Petersb. Tel.-Ag.) Iw kompe­tenten russischen F-inanzkreisen wird beafeffchtiat, die Schrift des RegierungSra tes,Rudolf MartinDie Zukunft Ruß­lands und Japans" einer ofeiektiven und erschöpfenden Kritik zu unterziehen. Man läßt sich habet von dem Zwecke leiten, den! wahren Wert dieses Werkes, von hent, wie verlautet. Neber- setzungen ins Französische und Englische beabsichtigt sind, deutlich darzutun.

Konstantinopel, 3. Sept. In Adrianopel wurden durch eine Feuersbrunst fast 7000 Gebäude vernichtet. Am meisten litten das armenische, griechische, bulgarische und" israelitische Viertel. Die katholische und die armenische Kirche, die polnische Schule, das Frauenkloster, viele Moscheen und das Telegraphen-Bureau sind verbrannt. Mehrere Personen sind umgc kommen.

O Hst erb a h 3. Sept. (Reuter.) Iw Beantibortung her Glückwünsche des Präsidenten Roosevelt antwortete der Kai­ser hon Japan mit nachfolgendem Telegramm: Ich 'habe Ihre Depesche mit Freuden erhalten und danke Ihnen herzlich für Ihre uneigennützigen ununterbrochenen Bemühungen. Ich schätze den hohen Wert des Dienstes, den ich Ihnen verdanke. Ich versichere Ihnen, ich erkenne dankbar die Rolle an. welche Sie in. der Herbeiführung des Friedens gespielt haben, der auf den wesentlichen Grundlagen zum Wohle und der dauernden Ruhe im äußersten Osten gegründet worden ist.

In keiner anderen Jahreszeit neigen hie Säuglinge so zu Darmkrankbeiten wie im Sommer, infolge der bei wärmerer? Temperatur viel leichter verderbenden Nahrungsmittel. Kufeke's Kindermehl hat sieh bei allen Darmkrankheiten bestens bewährt, da es die Milchnahrung leichter verdaulich macht und dieDarmgährnngen günstig beeinflußt. Ter Gehalt des Kuseke-Mebles an Mineral- und Eiweißstoffen bildet eine schätzenswerte Bereicherung der Nahrung. Das Erbrechen schwindet nach die Darreichung von Kufeke's Kin­dermehl sehr bald und auch der Stuhlgang bessert sich oft ohne Arznei-Gebrauch. Ss8/e