Issue 
04/09/1905 Erstes Blatt
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

Montag 4. Septeniber 1905

«ein

155, Jahrgang

Erstes Blatt

S23

EM

1898

dz

536 232 dz

I'»

»er*

einigten Metzger nach wie vor 1. Qualität Rindfleisch $vt,

1904

40118 dz

23 381

9 755

24 694 .

em» und auf

stellung der Fleischeinfuhr aus den Jahren Es wurden eingeführt:

97 943 dz eine Ver^

246 438 dz belief.

Aus Alz y w.d uns geschrieben, daß dort die

Kachrichten aus Muß'and.

Der Gesamtverband der Berufs verbände der Aerzte, Juristen, Ingenieure u. s. w. betraute die einzelnen Verbände mit der Aufgabe der praktischen Durch- ührung des Generalausstandes.

In Reval stellten die Arbeiter aller Werkstätten mit Ausnahme einer die Arbeit ein. Die Mannigfaltigkeit der von den Ausständigen erhobenen Forderungen, die mit jeder Stunde eine andere ist, stempelt den Ausstand zu einer poli­tischen Bewegung. Energische Maßnahmen sind getroffen, um die Unruhen zu beschwichtigen. Auf eine Kosakenpatrouille wurden aus der Mitte eines Arbeiterhaufens zwei Revolver- schüsse abgegeben. Ein Arbeiter wurde festgenommen und der Haufen zerstreut.

In Warschau verurteilte das Kriegsgericht den Sozia­listenführer, früheren Redakteur desPosener Volksblattes", Johann Kasprzak, der im April 1904 bei der Entdeckung einer Geheimdruckerei vier Polizeipersonen lötete, trotz ärzt­lich konstatierten Irrsinns zum Tode durch den Strang, nnd seinen Genoffen, den Ingenieur Benedikt Gurtzmann, zu 15 Jahren Zwangsarbeit.

Wie dieTimes" aus Petersburg meldet, können die drei neu erbauten KriegsschiffeAndrej Peroosvanni", Kaiser Paul" undIwan Zlastonst" nicht fertig gestellt werden, da sich jetzt herausgestellt hat, daß die Maschinen für den Schiffsraum viel zu groß sind!!

Die Lage in Schuscha (Kaukasien) bleibt bedrohlich, nach neueren Nachrichten soll die Stadt in Flammen stehen. Die umliegende Niederung ist von bewaffneten Tataren er­füllt, den dahin entsandten zwei Bataillonen soll Artillerie folgen. Die Bewohner der Umgegend flüchten in die Berge. Im Dorfe Muchranj, Kreis Duschet, ist ein Teil der Mauer des Guts Hofes des Fürsten Bagration Muchranski mit Dynamit in die Luft gesprengt worden. In der Nähe von Gori ist Fürst Erisow ermordet worden.

Arrs?and.

Christiania, 3. Sept. Die hiesige Preffe beklagt, daß die Statuten der Nobelstiftung es unmöglich machen, dem Präsidenten Roosevelt in diesem Jahr einen Friedenspreis zu schenken, da sie erfordern, daß ein dies» bezüglicher Vorschlag vor dem 1. Februar eingereicht werde. Voraussichtlich wird ein solcher Vorschlag im nächsten Jahre zu rechter Zeit gemacht werden.

Madrid, 3. Sept. Nach Meldungen aus Barces lona wurden dort durch einen Bombenanschlag mehrere Personen getötet. Die Zahl der Opfer ist noch nicht festgestellt.

Budapest, 3. Sept. Eine Liga des allgem. Wahlrecht« hat sich in Budapest gebildet. An der Spitze dieser Liga stehen einige Universitätsprofessoren; die Mitglieder rekrutieren sich fast ausschließlich aus den Kreisen der Intelligenz: Schriftsteller, Advokaten, Mittelschullehrer usw. In emem Aufruf, den die Liga erläßt, heißt es u. a.: Ungarn stehe an einem geschichtlichen Wendepunkt; da§ Schicksal der nächsten Zukunft werde sich jetzt entscheiden. Die Frage sei, ob das Land die im Jahre 1848 begonnene Politik der Rechts­gleichheit und der allgemeinen Bildung fortsetzen wolle oder! ob es in kurzsichtiger Gleichgültigkeit die brennenden Aufgaben des modernen Europa übersehen wolle.

Konstantinopel, 2. Sept. Ein Telegramm Feist Paschas meldet, daß die türkischen Truppen am Donnerstag nach Vertreibung der Aufständischen Sana genommen haben.

Petersburg, 2. Sept. Der Schah von Persiek traf heute nachmittag in Petershof ein. Er wurde am Bahn­hofe von Kaiser Nikolaus und den Großfürsten empfangen. Der Kaiser und der Schah fuhren zum Großen Palais, an dessen Eingang Hofminister Baron Fredericks erschienen warr Sie begaben sich zum Salon der Kaiserin, wo die Kaiserinnen Alexandra und Maria Federowna, sowie die Großfürstinnen^ den Schah begrüßten. Dieser Entrevue wird mit Rücksicht auf den englisch-japanischen Vertrag das größte Interesse zugewendet. Man weiß, daß der Schah von gewissen Vermittlern sehr lockende Anerbietungen erhalten hat,, um englischen Gesellschaften wichtige wirtschaft­liche Konzessionen zu machen, daß aber die persischel Negierung keine definitive Zusage machen will, bevor eine Auseinandersetzung mit Rußland erfolgt ist, welches au« früherer Zeit gewiße Zusagen besitzt.

Daß mit der Verminderung der Einfuhr schlechterung der Ernährung eingetreten ist, zeigt die Zunahme der Einfuhr von Därmen usw.; es wurden ' geführt im Jahre 1898 191660 dz Därme, Blasen Magen, während sich im Jahre 1904 diese Einfuhr

Zum Iriedensschlusse.

Die letzten Meldungen ans Portsmouth.

Portsmouth, 3. Sept. (Reuter.) In der gestrigen Abendsitzung der Friedcnsbevollmächtigten wurde über die letzten noch strittigen Punkte eine Einigung erzielt. Es verlautet, der Fricdensvertrag werde aus einer kurzen Ein- leitung und siebzehn Artikeln bestehen. Es heißt, beide Parteien seien übereingekommen, weder Sachalin noch die La Verouse-Straße zu befestigen. Sofort mach der Ratifikation des Friedensvertrages werde sich die russische Armee nach E^arbin und die japanische nach Mukden zurückziehen. Der Vertrag wird wahrscheinlich am Montag nachmittag unterzeichnet.

Vom Kriegsschauplätze.

Am Donnerstag trafen wohl die letzten Meldungen aus Tokio über bedeutungslose Vorpostengesechte in der Man­dschurei am 27. August ein, nachdem auch General Lme- witsch über ähnliche kleine Unternehmungen seinerseits kurz vorher dem Zaren gemeldet hatte. Der Ausgang, der von russischer Seite gemeldeten Plänkereien soll für die russischen Waffen ebenso glücklich ausgefallen sein wie der der japa­nischen Truppen am selben Tage. Ncttürln haben die kleinen Gefechte an der Gesamtkriegslage nichts geändert. Die Meldung, wonach der bereits abgeschlossene Waffenstill- stand erst nach Unterzeichnung des Friedensvertrages in Kraft treten soll, ist unrichtig und' widersinnig Auf dem Kriegsschauplätze sind die Operationen auf beiden Seiten schon seit einigen Tagen eingestellt. Linewitsch und Oyama werdeft jetzt die Grenze feststellen, welche ihre Truppen nicht überschreiten dürfen. Der Transport von Verstärkungen ist untersagt. Truppen, welche bereits unterwegs sind, dürfen auf russischer Seite über Charbin und auf japanischer Seite über Mukden nicbt hinausgehen. Dagegen bleibt die Be­stimmung über Kriegskontrebande inzwischen auftecht er­halten. ~ , ..

Herr v. Witte meldete dem Zaren, Japan habe die Forderungen in Betreff der Friedensbedingungen angenommen, und weiter:Rußland wird im fernen Osten dre Großmacht bleiben, die es bisher gewesen ist und immer bleiben wird." Diese wenigen Worte drücken klarer die Absichten der russischen Politik in Ostasien aus, als man hätte erwarten können, und bezeugen ein ungebrochenes Selbstbewußtsein. Einiges Aufsehen erregt auch die Blatter­meldung, daß Linewitsch mit seiner gesamten Armee in Ostasien verbleibt, um, wie es heißt, stets für alle Fälle gerüstet zu sein. Gleichzeitig ist an sämtliche Korpskommandanten der Befehl ergangen, die bereits em- berufenen Reservisten nicht zu entlassen. Die Nach­richt erregt in Rußland große Mißstimmung. Man fuhrt sie auf die Furcht der Negierung vor den heimkehrenden Triippen zurück.

Ein Zarentelegramm an Linewitsch.

Der Zar telegraphierte am 1. Sept, an General Line- roitsch:

Eichener Anzeiger t,-/ General-Anzeiger ** **

Amts- und Anzeigeblatt für o Kreis Gießen

"" b*S bWe,

4507

BezugSPret»; monatlich 75M.,viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wittko; für Stadt und Land" unb Gerichtssaal": August Goetz; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

luptgiUnn

31 R il für 10 l!L

pfy6fgsSS

* . MS'vB 61 .

Zur Ileischteuerung.

Das badische Ministerium hat sämtliche Bezirks­ämter aufgefordert, unverzüglich Erhebungen über die Ursachen und die Höhe der Fleischnot zu veranstalten^ Eine ähnliche Anordnung traf das Ministerium des Fürsten­tums Reuß j. L. Die thüringischen Städte planen auf dem thüringischen Städtetag in Eisenach am 8. September ihre Landesregierungen aufzufordern, Preußen zum £) offnen der Grenzen infolge der Fleischnot zu veranlassen. In ®r* furt wurde als Folge der Fleischnot das erste Pferdes fleisch-Restaurant eröffnet. In Stra ßburg i. E. wurden aus dem gleichen Grunde die Quartiergelder in einzelnen Gemeinden von 80 Pfg. auf eine Mark erhöht.

Der am Sonntag nach Hersfelb berufene Vorstand des (kur-) hessischen Städtetages beschloß an den zuständigen Stellen eine Eingabe zu richten, um Aufhebung der Grenzsperre, bis die Fleischnot beseitigt ist.

In Mainz fand am Sonntag in der Stadthalle eine von 3000 Personen besuchte Versammlung statt, an der dis Landtagsabgg. Adelung und Dr. David über die FleischnH sprachen. Es wurde einstimmig eine Resolution angxnoift- men, in der gegen die Aufrechterhaltung der Vseh- und F>ischeinfuhrverbote energisch protestiert und die unfceA schränkte Einfuhr von ausländischem Schlachtvieh und, Fleischwaren gefordert wird.

In derFr. deutschen Pr." finden wir eine Zusammen^ und 1904;

MD

Deutsches Reich.

Berlin, 2 Sept. Der Kaiser und die Kaiserin sind beute Vorpiittog in Begleitung mehrerer Adjutanten und des -Herrn von Lukanus im Atelier von ReinhoI.b Begas er­schienen, um! 'den Sarkophag Kaiser Friedrichs, der im Laufe der nächsten Wocbe in Potsdam ausgestellt werden ipn, 3U Mi^tigen^ Oberpräsident der Rheinprovinz Freiherr von Sich o r l e m e r - L i e s e r legt in einem Schreiben an die Land­wirte der Rhcinprovinz sein Amt als Vorsitzender der Land­wirtschaftskammer weder und übergibtdie Führung der Geschäfte seinem bisherigen Stellver^etcr, Grafen Beissel zu Gymnicku In dem Schreiben heißt es u.a.:

Gestützt auf die im Laufe der letzten Jahre erworbene Kenntnis der ländlichen Verhältnisse hoffe auch ich, fernerhin der Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz m ihren Be­strebungen zur Erhaltung des Bauernstandes und äur weiteren Entwickelungdes landwirtsckwftlichen Gewerbes ^u^^^äüftchN seineZö50 jährigen Dienstjubiläums erhielt der Oberstaatsanwalt beim Kammergericht. Geh. Obeftustizrat 3bach- l e r, den Stern zum Kronenorden 2. Kl. Die Universitäten Berlm und Breswu fanbten Diplome zum Doctor honoris causa.

DieNordd. Mlg. Ztg." schreibt: , .

olt den an russischen Werten interessierten deuftcyen Kapi- taliftoteiien sch-int hier und dort eine vor kurzem-rickMncn- Schrfft über die Zukunft Rußlands und Japans einige Beunruhigung hervorgerufen zu hüben. In Anbetracht des Inhaltes der Schrift ist eme solche Beunruhigung nur da-

V** WllJI

durch erklärlich, daß der Verfasser Di^Rudolf Martig Negierungsrat im Kaiserlichen statistischen Amt ist iiiwr sich als solchen auf dem Titelblatt bezeichnet. Gegenüber den Schlußfolgerungen, die daraus gezogen werden, fei hier­mit ausdrücklich fcstaestellt, daß Herr Martin jetne Arbeit ohne jedes Vorwissen seiner vorgesetzten Be­hörde und der Regierung geschrieben und veröffentlicht hat.. Es ist selbstverständlich, daß die Regierung dem Buche, bafr auf Grund haltloser Voraussetzungen zu abenteuer^, liehen Prnphezeiungcn über das Schicksal Rußlands in dew nächsten Jabriehnten komrnt^aänzll^fernftehb^^E.^E^

yir. 207

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Zamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Univers.-Buch-u.Stein- druckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schnlstratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

pterdelottene' eh* l«*1,,2?;®

51 Gewinne

»*

1898

Einfach zubereitetes Rindfleisch . . 23 037

Einfach zubereitetes Schweinefleisch . 98 540

Schweineschinken . 53 484

Schweinespeck . 277 652

Würste........... 43 597

Büchsenfleisch 40 022

Pie heutige Kummer umfaßt 8 Leiten

Are Sedanseier in Keidetöerg.

R. B. Heidelberg, 3. Sept.

Zur Feier der 35. Wiederkehr des Tages von Sedan hatten sich heute, wie schon in früheren Jahren, auf Ver­anlassung der nationalliberalen Vereine in Baden, Hessen, der bayerischen Pfal zünd Frankfurt Tausende von patrio­tisch gesinnten Männern zu einem großen vaterländischen Feste hier eingestellt. Die Feier sollte auf dem altehrwür­digen Heidelberger Schlosse stattfinden, des unausgesetzten Regens wegen mußte jedoch davon Abstand genommen und die große 'Festhalle dafür gewählt werden, die denn auch von 30004000 Festteilnehmern aus den verschiedensten Seiten Südwestdeutschlands, Kopf an Kopf gedrängt, dicht besetzt wurde. Prof. Qu e n z er-Heidelberg hieß alle, die trotz der ungünstigen Witterung vom Rhein und Main, von der Hardt und dem Odenwald, aus Baden, Hessen, der Pfal z und darüber hinaus herbeikamen, mit herzlichen Worten willkommen. Auch Oberbürgermeister Dr. Wil­kens begrüßte im Namen der badischen nationalliberalen Partei die Festteilnehmer und brachte den deutschen Fürsten, besonders dem greisen Prinzregenten Luitpold, dem jugend- kräftigen und für alle geistigen und idealen Bestrebungen das lebhafteste Interesse zeigenden Großherzog Emst Lud­wig, sowie dem Großherzog Friedrich von Baden ein drei­maliges Hoch dar, worauf die Festversaminlung stehend heil unseren Fürsten Heil" sang. Die eigentliche Festrede hielt der mit großem Jubel begrüßte Neichstagsabg. Exc. Dr. Bür kl in. In daS dreimalige Hoch des Redners auf das deutsche Vaterland stimmte die Festversammlung mit stürmischem Jubel ein. Schuldirektor Dr. Keller-Frank­furt feierte Deutschlands Hc^r und Flotte. Rechtsanwalt Dr. Osann II.-Darmstadt gedachte mit schwungvollen Worten des herrlichen Badener Landes mit seiner schönsten Perle, dem Heidelberger Schlosse, und weiter der wackeren Bevölkerung, in der der Liberalismus so feste Wurzel geschlagen. Auf einstimmigen Beschluß wurden darnach an den Kaiser und den Großhcrzog von Baden Be­grüßungstelegramme gesandt. Nachdem dann noch der Vorsitzende des Womiscr nat.-lib. Arbeitervereins, Herr Steiner, die nattonale deittsche Arbeiterschaft gefeiert und Prof. Dr. H ammer s chmidt-Speyer einen kernigen Trinkspruch auf die deutschen Frauen ausgebracht, zog die tausendköpfige Schar trotz des sttömenden Regens in langem Zuge nach dem Schlosse, in dessen Kellereien manch guter Trnnk eingenommen wurde. Gegen 8 Uhr ließ auch der Regen nach, sodaß eine prachtvolle Illumination der Schloß­ruine ftottfinben konnte. ___________

Die Verhandlungen in Portsmouth führten am 19. August zur Ablehnung der Forderungen der japanischen Regiernng bezüglich der Abtretung von Sachalin, Zahlung einer Kriegsentschädigung, Auslieferung'der in neutralen Häfen liegenden Schiffe und Be- chränkung der Streitkräfte in den Gewäffern des Stillen Ozeans. Bei den weiteren Verhandlungen gab Japan am 29. August gegenüber allen u n s e r e n B e d i n g u n g e n n a ch , bat aber um die Rückgabe des von den japanischen Truppen besetzten Teiles von Sachalin, der im Jahre 1875 von Japan durch einen Vertrag an Rußland abgetreten wurde. Die sich s e l b st aus- o p s e r n d e mir teure Armee hielt den Ansturm des an Zahl überlegenen Feindes in der Mandschurri neunzehn Mo­nate hindurch Schritt für Schrill auf, indem sie hartnäckig seinen Vormarsch zurückivars. Unter Ihrer Leitung orgamsierte sie sich, verstärkt durch die aus Rußland eingetroffenen Truppen. Gegen- roärtig zahlreicher und stärker denn zuvor, ist sie nicht nnr bereit, den Feind abzuwehren, sondern ihm auch einen wuchtigen Schlag beizubringen. Ich und ganz Rußland glauben an die Straft der r u h m r e i ch e n A r m e e und an ihre Bereitscha t, sich für das Wohl des Vaterlandes zu opfern, aber meine Pflicht vor meinem Gewissen und dem mir von Gott anvertrauten Volke befiehlt mir, die Mannhaftigkeit der meinem Herzen teuren russischen Männer nicht aufs neue auf die Probe zu stellen und sie nicht neuen, endlosen Schrecken des Krieges auszusetzen, um die Halste einer entfernten Insel zu behalten, welche Japan uns im Jahre 1875 besonders im Hinblick auf die in Betreff dieser Insel über­nommenen Verpflichtungen abtrat. DieP r ä l im in a r fr i e d e ns- beding» ii gen wurden von mir angenomme n. Die ruiik schen Truppen bewiesen wiederholt während der blutigen Kampfe Mannhaftigkeit und ' ©elbftauf Opferung. Uebermittejn Sie dieses meiner teuren Armee. Mag sie wiffen, daß ich und Rußland ihre in diesem schweren Kriege gebrachten Opfer schätzen.

Unruhen in Japan.

Die beim Eintreffen der Friedensnachricht in.Tokio zum Ausbruch gekommene Erregung hat sich bereits zu offenen Unruhen gesteigert. Die Straßen Tokios werden von viclhundcrtköpfigen Banden durchzogen, die ihrem Un­willen über die Nachgiebigkeit der Fricdensunterhändler in heftiger Weise Lust machen. Die Regie ru n g s g e - bäude werden mit Steinen bombardiert, Rufe wie Nieder mit Komu ra!" wurden laut. Die Polizei hat die größte Mühe, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Weitere Exzesse werden beftirchtet. ____

L. KRÖGER täeishiirg Gr, ?ssen ZU Laben bei Rica, icker, Hauptkollekteur, G?, f olk, Zigarren n. Schreibw.c ier?erstr. 4. Philipp Weiler, Handlung, Markt 1, Willi. Hier, Zig.-Handlg. M

WklinstcltM

> Star Linie in AnwerM i Netter in Weil, 1' ülippstein in LangMs_

MM

Mhkt) Siern W [MilMipftr M üMW