Ausgabe 
3.11.1905 Zweites Blatt
 
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'_<r Gemeindebehörden den Ankauf von Schlacht­vieh und Fleisch übernehmen und zu entsprechend billigerenSätzcn abqeben wollen. Neber den Erfolg soll berichtet, und dann über die etwa zu übernehmenden Kosten auf die Staatskasse Beschluß gefaßt werden.

Aus StaM und ZanZ.

Gießen, 3. November 1905.

*' Zur Landtags-Wahlbewegung. In der am Sonntag abqehaltenen Landesversannnlnnq der freisin­nigen Volkspartei für Hessen wurde nach bcc «T. 3-Ä beschlossen, in den rheinhessischen Wahlkreisen Alzey, Wörrstadt, Wöllstein und Bingen-Land zur bevor­stehenden Wahl eigene Kandidaten auszustellen. Der dem­nächst erscheinende Wahlaufruf wird betonen, daß kein Kan­didat unterstützt werden soll, welcher nicht für das gleiche, geheime und direkte Wahlrecht und eine über das ganze Land .verteilte Wahlkreiseinteilung mit gleich großer Bevölkerungs­zahl eintritt.

Der Nationalliberale Verein hielt gestern /ibend seine ordentliche Herb st Mitglieder Versammlung ab, die gut besticht war. Nachdem der Vorsitzende, Kom­merzienrat Emmelius, Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr erstattet lind derNechner, Baiirat Rach 6, seine Rechnung gelegt hatte, wurde der seitherige Vorstand fast einstimmig wie der gewählt: an Stelle des durch Tod aus­geschiedenen Geh. Hofrats Prof. Dr. Oncken und eines weiteren Mitgliedes, das auS besonderen Gründen nicht wieder- gewählt werden wollte, wurden Dr. Kransmüller und Gabriel gewählt. Alsdann erstattete Rechtsanwalt Kauf­mann eingehenden Bericht über den Parteitag in Dresden, dem er als Vertreter des hiesigen Reichstagswahlkreises bei­wohnte. All diesen Bericht schloß sich eine lebhafte Aus­sprache über die allgemeine politische Lage und namentlich über die ReichSfinanzreform an, bei der sich auch wiederholt unser ReichstagSabg. Kommerzienrat Heyligen- staed t beteiligte. Dem Rechner wurde einstimmig Entlastung erteilt. Nach allgemeiner Alissprache über die bevorstehen­den Landtagswahlen, in der betont wurde, daß man für das direkte Wahlrecht eintreten wolle, schloß der Vor­sitzende die Sitzung.

** Deutschland und die Vereinigten Staa­ten von Nordamerika lautete das Thema des zweiten öffentlichen Vortrags des Kaufmännischen Vereins und des Ortsgewerbevereins. Der Vortragende, Dr. Viktor Pohlmcher auS Berlin gab zunächst ein über­sichtliches Bild deS außerordentlichen wirtschaftlichen und politischen Aufschwunges der Vereinigten Staaten, auf dessen Einzelheiten ein näheres Eingehen nm so weniger erforderlich ist, als neue Gesichtspunkte dabei nicht erörtert wurden. Im zweiten Teil seines Vortrages erörterte der Redner dann die Schattenseiten, die dem glänzenden Auf­schwung der Vereinigten Staaten auf dem Gebiet der mate­riellen Kultur anhasten und er bezeichnete die politische Korruption, das Fehlen eines Beamtenstandes, der sein Amt nicht nur um des Amtes willen versieht, den Mangel !an Rechtsschutz, die wachsende Ehelosigkeit und die eine 'offene Wunde am Volkskörper bildende Negerfrage als Flecken, die dem glänzenden Bilde anbaften. Die Frage, ob Deutschland eine sogenannte amerikanische Gefahr zu befürchten habe, will Dr. Pohlmcher nicht ohne weiteres bejahen oder verneinen. Deutschland ist im wirtschaftlichen Wettkampf von der Natur gegenüber Amerika b tachteiligt und es hat große Lasten für militärische Rüstungen zu tragen. Wenn dennoch der Aufschwung der materiellen Kultur in den testen 40 Jahren sehr erheblich war, so braucht man an seiner Zukunft nicht zu zweifeln. Den billigen Produktionskosten Amerikas muß es durch Ver­billigung der Frachten, Vermehrung der Wasserstraßen, Aus­nutzung der Technik usw. zu folaen suchen, vor allem aber seinen Vorzug der besseren Volksbildung bewahren, was geschehen kann, wenn es die Volksschule dem Kampfe der Parteien entzieht. Tie Zukunft Deutschlands und der ger­manischen Völker überhaupt sieht Pohlmever gesichert, wenn ein gesunder Egoismus seine Weltoolitik beherrscht und »Deutschland, England und Amerika sich zusammenschließen »gegenüber dem Navismus und Asiatismus. Mit der Auf­forderung, an der Grundbedingung unseres nationalen Ge- ideihen?, einer sittlichen Erneuerung des deutschen Volkes lMitzuarbeiten, schloß der Redner seinen mit Beifall auf» [genommenen Vortrag.

** D er Männer-Turnverein veranstaltet nächsten Sonntag seinen ersten Winter turngang über die Schmelz nach Lollar, woselbst mit dem dortigen Turnverein ein gemütliches Zusammensein stattfinden soll. Näheres wird noch durch eine entsprechende Anzeige bekannt gegeben.

p. Ha ar Hausen, 3. Nov. Spiele nicht mit Schieß­gewehr! Die Nichtbeachtung dieser Mahnung kostete einen hiesigen Jungen cih Ange, das ihm sein Spielgenosse auS Unachtsamkeit ausschoß.

Lauterbach, 2. Nov. Tie am vorigen Samstag ver- fvnstaltete Abschiedsfeier zu Ehren des nach Groß-Gcrau »versetzten KreisratS Dr. Wal lau war von weit über zwei­hundert Personen auS allen Teilen des Kreises besucht unb gab Zeugnis von ber großen Liebe unb Verehrung, die der Scheidende genießt. NegierungSrat v. Beehtold brachte den Toast auf Se. Kgl. Hoheit den Großherzog au§. Hieraus ergriff Bürgermeister Stöpler von Lauterbach das Wort, um die Verdienste deS Scheidenden zu schildern. Oekonomie- rat Backhaus-NudloS und Bürgermeister Nodemer- Angersbach feierten ihn als Förderer der Landwirtschaft und überreichten sinnige Andenken. KrciSschulinspektor Andres und Lehrer Kömpf widmeten dem Freunde der Schule unb der Lehrer Worte der Anerkennung unb deS Dankes. Rendant Frieß spendete dem Ehrenmitgliede des KriegervereinS Lauterbach unb Freunbe der Krieqervereine seinen AbschiedS- gruß. Kaufmann Dürbeck dankte ihm für die der Industrie und dem KaufmannSstanbe gewibmete Fürsorge. Pfarrer Türck von Frischborn betonte das Interesse, das der Scheidende an der Kirche betätigt habe. Franz Theodor Lein berg er von Herbstein rühmte den Kreisrat als Freund der Vogels- berger. Amtsrichter Dr. Hof feierte den Neichstagsabgeord- neten Dr. Wallau, der gezeigt habe, daß er den Wahlkreis in der richtigen Weise unb zum Wohle des Vaterlandes zu .vertreten bestrebt sei, unb gab der Hoffonng Ausdruck, daß !5)r. Wal!o.i noch recht lange als ReichstagSabgeordneter für 'den Woh!!^.-. erhalten L'eiben möge. Kulturtechniker Kunz »gedachte der Verdienste, bte sich Dr. Wallan um das Melio- ,rations- und WasserverjorgungSlvesen erworben habe. Bürger­

meister Eurich von Ober-Wegfnrt lobte ihn alS Beschützer der Armen und Notleidenden. Alle Ansprachen klangen in einem Toast ans den Scheidenden au§. Kreisrat Dr. Wallau dankte gerührt für die ihm erwiesenen Ehrungen und be­merkte, daß, wenn bei seiner Amtsführung zweckmäßige Ein- richtuugen und Anstalten inS Leben gerufen worden seien, dieS nicht sein Verdienst sei, er habe lediglich die betreffenden Beschlüsse nicht gehindert, seiner Ansicht nach müße, nach dem Prinzip der Selbstverwaltung, den Gemeinden ein möglichst großer Spielraum gelassen werden. Sein Hoch galt dem ferneren Blühen und Gedeihen deS Kreises Lauterbach.

(Lauterb. Anz.)

p. Braunfels, 3. Nov. Unser Verschönerungsverein hat Pläne für die Errichtung eines Badehauses aus- arbeiten lassen. Es ist bereits ein Gebäude erwählt, dessen Umbau die nötigen Räume abgibt. Zunächst wird ein schönes Schwimmbassin unb ein Schulbrausebad eingerichtet werden. Auch Wannenbäder sollen nicht fehlen. <

Friedberg, 2. Nov. Vermißt wird seit Mittwoch voriger Woche die Putzmacherin Marie Kreß von hier. Sie reifte an diesem Tage zur Besorgung von Geschäften nach Frankfurt unb ist seitdem verschollen. Alle Bemühungen, sie aussindig zu machen, blieben ohne Erfolg. Man vermutet n. d. Obcrh. Anz., daß ihr ein Unfall zugestoßen ist, oder, daß sie einem Verbrechen zum Opfer fiel.

Vilbel, 2. Nov. Am Sonntag abend brach in der Lohstraße ein Brand au5. Es ist dies das vierte Mal in diesem Jahre, daß e5 an derselben Stelle brannte. Diesmal war die abgebrannte und kürzlich neu erbaute Scheuer des Küfcrmeisters Schmidt in Brand geraten. Die­selbe konnte aber, dank der schnellen Hilfe der Nachbarn, voll­ständig gerettet werden. Da allem Anscheine nach Brand­stiftung vorliegt und sich die Verdachtsmomente gegen den 18jährigen Sohn des Besitzers häuften, wurde derselbe sofort verhaftet. iOberh. Anz.)

Zur Gießcucr Bezirks-LcHrerversammlung.

Herr Kreisassistenzarzt Dr. Bötticher schreibt uns: In dem Bericht über einen von mir in der Lehrerversammlung des Bezirks Gießen gehaltenen schulhpgienischen Vortrag in Nr. 256 bedürfen einige Eingaben und Zahlen ber Klar- bezw. Richtigstellung.

.Herr Kreisassistenzarzt Dr. Bötticher schreibt uns im Anschluß an unfern Bericht über einen von ihm in der Lehrer- wrftmmlung des Bezirks Gießen gehaltenen schulhygienischen Vortrag:

Ter Gesundheitszustand der GießenerVolks- s ch ü l e r kann infolge der beftiedigenben schulhygienischen Ver­hältnisse und der im Interesse ber Kinder getroffenen verschiedenen Wohlfahrtseinrichtungen als ein recht günstiger bezeichnet werden. Die Anzahl der an einer Herabsetzung ber Sehschärfe leidenden Schulkinder beträgt durchschnittlich 69 Prozent und pflegt nur ausnahmsweise über 10 Prozent zu steigen: diese Verhältnisse entsprechen durchaus den auch an anderen Volks­schulen gemachten Erhebungen. Die Anzahl der an einer offenen Lungentuberkulose (Lungenschwindsucht erkrankten Kinder ist eine verschwindend Heine, wie ja diese Form der Tuberkulose bei Schülern vor dem 15. Lebensjahre überhaupt recht selten vor­zukommen pflegt. Trotzdem beansprucht, wie in dem Vortrage ausgeführt wurde, diese Erkrankung eine ganz besondere Beacht­ung, und es ist eine dringende Pflicht der Schule, sich an der Bekämpfung dieser verheerenb?n Valksseuche, soweit es in ihren Kräften steht, zu beteiligen. Zur Begründung bieder For­derung wurde dabei u. a. auch auf hie Tatsache hingewiesen, daß jeder dritte, im Alter von 1560 Jahren sterbende Mensch der Tuberkulose erliegt, und daß nach einer Veröffentlichung des Reichsgesundheitsamts ein Viertel ber Leichen, die an anderen Krankheiten gestorben sind, im Inneren Spuren einer über­standenen Tuberkulose zeigt: es wurde ferner erwähnt, daß nach neueren Belichtungen die Anzeichen einer überstandenen tuber- kulöstn Infektion sich sogar bei einer noch weit größeren Anzahl ^96 ^rni 1 TK-rFvhT'ifpn fafstn snll«m.

* Kleine Tagescbron'k. In Stettin wurde ber Maler Kriebemann unter dem Verdacht verhallet, im Jahre 1890 einen Rentier ermordet und beraubt zu haben. Allgemein herrschte damals die Ansicht vor, baß Kriebemann ber Täter ge­wesen sei. Jetzt, nach 15 Jahren wird ihm nun ber Prozeß gemacht. In Würzburg erschoß sich der Prokurist Kübler vom Bankgeschäll Edenllld. Auf dem mecklenb. Gute B o d bin bei ®noten sind in einem Schnitterkathen brei Schnitter uer- b r o n t. Ein Vorschnitter wurde als Brandstifter verhallet. In Hannover wurde ein großer Juwelendiebstabl im Juwelenaeschäll von Dux ausgesührt. Die Diebe räumten last bas ganze Schaufenster aus unb erbeuteten Juwelen und Goldwaren im Werte von 40000 Mk. von den Einbrechern fehlt jede Spur. Ein Boot des ifo(. KriegsschiffesGaribali" mit 7 Offizieren unb 8 Matrofen wurde im Vorhafen von 01 enita von dem aussah- renben PostdamoferMaria Teresa" überrannt unb durch ge­schnitten. Der schnellen Hilfe der Kriegsschiffe, welche mit Scheinwecker die Unglücksstätte beleuchteten, ist es zu banken, daß alle Verunglückten aufgesifcht werden konnten, non denen drei Offiziere tot unb mehrere schwer oermimbet sind.

oöeriMslaal.

Rechtsanwalt Dr. S v o h r schreibt uns: Zu Anfang März würbe Herr Ober st Spohr benachrichtigt, baß Herr Dr. Siefart ans Charlottenburg gewagt hatte, in einer öffentlichen Versamm­lung zu erklären,wie Herr Oberst Spohr seinen Kampf gegen bte Impfung in Volk und Armee mit seinem dem allerhöchsten Kriegsherrn geleisteten Fahneneid vereinbaren könne, ver­stehe er nicht", unb baß in diesem Zusammenhänge das Wock Treubruch" gefallen sei. Herr Oberst Spohr fragte mich um Rat und ich habe empfohlen, dem Herrn Dr. Siefart selbst Mit­teilung voit dieser Ngchricht ztt geben und ihm Gelegenheit zu geben, dieselbe ztt berichtigen, eoent. seine Behauptung zttrückzttnebmen. Wir gingen dabei davon aus, baß jene Behauptung, im Kampfe gegen die Impfung liege eine Verletzung des Fahneneides, so u n- g l a üblich töricht sei, baß sie kein Mensch mit u er = Künftigen Sinnen a u f st e l l e n kann e. In diesem Sinne habe ich an Dr. Siefart geschrieben, dabei gesagt, baß er eines geradezu ungeheuerlich törichten Angriffes gegen meinen Auftraggeber geziehen werbe, baß er alle Veran­lassung habe, dewelben richtig zu stellen, daß ich gar nicht an­nehmen könne, daß er eine solch unsinnige Anschauung vertreten habe und wohl in ber Lage sein werde, den Wortlaut an Hand seines Konzeptes festzustellen; ich fordere ihn hiermit auf, da ber Vorwurf, so töricht er sei, doch auch ouyerorbentüch schwer sei, unb sprach die Erwartung aus, daß, wenn ihm die gedachte Ent­gleisung doch unterlaufen sein sollte, er sie mit Bebauern zurück- nehmen werbe, da es sich bock nur um eine bedauerliche unb gänzlich sinnlose Entgleisung handeln könne. Wegen dieses Briefes hat mich Dr. S. allerdings verklagt und es ist auch richtig, daß bas Amtsgericht Charlottenburg mich zu 100 Mark verurteilt hat; unwahr ist, daß cs dabei au5» ivrach: Ich hätte meine Eigenschall als Rechtsbeistanb berut benutzt, schwere persönliche Beleidigungen auSzusprechcn. Das hat cs nicht getan, sondern meinen Brief als zu weit gehend ongefehen. Nebrigens habe ich selbstredend Berufung »erfolgt, da ich der Meinung bin, daß man bei uns im deutschen Reich die Wahrheit noch sagen darf.

Magdeburg, 2. Nov. Das Kriegsgericht ber 7. Division verurteilte den V i z e f e l b w e b e I B r i 11 o f s vom 27. Infanterie­regiment in Halberstadt wegen Verleitung zur Abtreibung der Leibesfrucht zu z w e i M o n a t e n Gefängnis. Von der An­klage der Verleitung zum Kindesmord wurde er freigesprochen.

JSanbe* und Ierkel-r. Kol2swirisHast.

Neue russische Anleihe, lieber England kommen Meldungen, denen zufolge eine Wiederaufnahme der abgebrochenen Verhandlungen betreffend die neue Russen-Emission zu erwarten steht. TieTimes" will wissen, daß die Vertreter der ausländi- scheu Finanzsvndikate nacktem ihnen b-r Erlast einer Verfassung mitgeteilt worden war, sich bereit erklärt haben, zur Wieder­aufnahme der Anleiheverhandlungen in 14 Tagen nach Peters bürg zurückzukommen. Der englische Fin'''nrvcrtrcter Lord Rc- velstoke fei bereits abgereist Vierpont Morgan reist anfangs nächste Woche ab. Alle diesbv -üglichm Meldungen entbehren der Begründung. Tie ausländisch n ^elegierten haben Peters bürg überhaupt nicht verlaneu gehabt und werden auch vor­läufig dort bleiben, selbst für die Fall, daß eine alsbaldige Wiederaufnahme der Anleiheverhendlungen nicht eintreten sollte. Wie nmn an unterrichteter Stelle annimmt, dürfte, bevor neue Anknüpfungen erfolgen, eine weitere Klärung der inneren Ver­hältnisse Rußlands obgcnr'rtet werden. Es ist darum aber nicht ausgeschlossen, daß die Wiederaufnahme schon in nächster Zeit erfolgt, di ja unzweifelhaft nach der eingetretenen günstigen innerpolitischen Wendung sich auch die Aussichten für die neue Anleihe wesentlich verbessert lckben.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 3. Nov. ^Ocka.-Telegr. desGieß. Anz.B Viehmarkt. Znrn Verkaufe standen 000 Kälber, 00 Schafe und Härnrncl, 281 Schweine: 1. £uaL 7900 Pfg., Lebendgewicht 61.50 Pfa, 2. Ünal. 7778 Pfg., Lebendgewicht 6061 Pfg., 3. Qual. 7274 Pfg. Kälber 1. Qual. 0000 Ps,. Lebendgewicht 0000 P'g., 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 00 00 Pfa. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 0000 Pfg., 2. Qualität 0000 Pfg. Geschäft nt, kein Ueberstand.

D i e sozialistische Eisenbahner-Organisa. Hon in Wien beschloß eine Delegation nach dem böhm Streikgebiet zu entsenden, um darüber zu entscheiden, ob behußs Durchführung der Fwrderungen der streikenden Eisen­bahner es notwendig sei. die passive Resistenz auf allen östrei- chischen P-kmen bi'r'r,*i'ffrrPTi.

(^rifinaf-Praliimcr^nnqen.

Berlin, 3. Nov. DerBcrl. Lok.-Anz.", hört, in ba neuen Tabak st euervorlage sei eine starke inländische Steuer für Zigarettenpapier vorgesehen.

Brüssel, 2. Nov. In einer Unterredung mit einem Be­richterstatter des . Etoile Delge" erklärte der Antwerpener Schöffe Desguin, die an Bord des aus Chile mit sechs Kranken und einem Toten eingetroffenen deutschen SchiffesUn­dine" herrschende Krankheit sei Pest.

Wien, 3. Nov. Die freiwillige Rettungsgesellschaft nahm in der vergangenen Nacht 43 bei dem Zusammenstoß in der Babenberger st raße Verletzte in Behandlung. Eli davon kamen ins Krankenhaus, die Zahl der tatsächlich 53er- wund-ten ist jedoch weit größer.

Wien. 3. Nov. Wie dieN. Fr. Pr." meldet, kam e! bei einer Kundgebung für das allgemeine Wahl­recht ix der Dabenbergerstraße zu einem heftigen Zu­sammenstöße mit der Polizei. Schutzleute zu Fuß und zu Pferd drängten die Menge, die vor die Burg ziehen wollte, von der Ringstraße ab. Sie mußten schließlich blank ziehen! und drängten die Menge der Mariakülsstraße zu. Viele Per­sonen wurden verletzt, einige schwer.

Petersburg, 3. Nov. Im .Kampf zwischen Witte und Trcvow ist letzterer unterlegen. Trepow hat seine De­mission eingereicht. Das General-Gouvernement von Peters bürg wird bemnächft aufgehoben. Der Zar wird den Eid auf die Verfassung leisten. Ein Amnestie-Erlaß steht unmittelbar bevor.

Petersburg, 3. Nov. Die Zensur für nichtamt­liche Telegramme und Zeitungen wurde aufgehoben. Die letzten Telegramme aus ber Provinz berichten von mehr oder weniger ernsten Zusammenstößen am 1. und 2. 9?oh. In vielen Städten kam es zum Ein sch re it en des Stift' tärs, wobei es Tote und Verwundete gab, so u. a. in Baku, Sewastopol usw. In einigen Städten ereigneten sich Zusammenstöße zwischen den Angehörigen verschiedener poli­tischen Parteien.

Warschau, 3. Nov. In Radom wurden in den letzten beiden Tagen 20 Bomben geschleudert. Die Straßen wnrd'n durch Trahtbindemisse und Barrikaden gesperrt, bei deren gewalt­samer Wegräumung es viele Tote und Verwundete gab. Hier kam es in her Mackchallkowskastraße zu'inem Zu­sammenstoß. Das Militär feuerte. 2 Tote und 7 Verwundete blieben auf dem Platze. An der Ecke der Eriwanstraße feuerten zwei Studenten und bermimbeten einige Soldaten. Die Gesamt-- zahl der Opfer betrug 4 Tote und 27 schwer Verwundete Bei dem Begräbnis eines eckchossenen Jndenknaben kam es zu einem Zusammenstoß mit Husaren, wobei Frauen un* Mädchen den Pferden in die Zügel fielen.

Warschau, 2. Nov. Bei den Zusammenstößen mit ber Militär, zu denen es im Laufe des heutigen Tages kam, nnirbr. 7 Personen getötet und 50 verwundet. Der Gouver­neur erließ einen Aufruf, in welchem er die gewährten Freiheiten garantiert und die Bevölkerung bittet, Ruhe und Geduld unb Vertrauen zu h^r Neai-riina rn haben. Telefonisch® Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitseteilt von der Bank fUr Handel nnd Industrie, Giessen.

Frankfurter BiirHe. I. Nov.. 1.15 Uhr.

W!o Reichsnnleihe . . 100.80 3% do. . . 89.15

3J4°/0 Konsols .... 101.15 3% do 89 10 3y$°f0 Hessen 99.75 3%°ln Oberhessen . . .. 4°< Oesterr. Goldrente. . 100.60 4x/fi9< Oesterr. Silberrente 100.90 4% Tn<rar. Goldrente . . 96.30 4% Italien. Rente . . . 105.80 4 % Portneiescn Serie T . 68.10 3% Portmriesen « III 68.00 4j^°'n russ.Stantsanl. 1905 95 25 4 japan. Staatsanleihe 95.20 1 Conv. Türken von 1903 90.30 Türkenlose 136.20 4 % Griech. Monopol-Anl. . 53.00 äussere Argentinier . 90.60 3°/n Mexikaner .... 67 80 4 X°/o Chinesen . . . 97.00

Aktien:

Bochum Guss 253.00 Buderus E. W 141.60 Tendenz: schwach

Berliner Börse,

Canada E. B. . . .- . . 173.90 Darmstädter Bank . . . 152.50 Deutsche Bank .... 243.00 Dortmunder Union C. . . 103.30 Dresdner Bank .... 166.60 Tendenz: abwartend.

Elektriz. Lahmeyer . . . 144.50 Elektnz. Schuckert . . . 136 00 Eschweiler Bergwerk . . 273.25 Gelsenkirchen Bertrwerk . 247.30 Hamburg - Amerik. Paket!. 17^10 Harpener Bergwerk. . . 200 Lanrabütte f11 Xordd. Lloyd 1^2--,1 Oberschles. Eisen-Industrie 139.10

Berliner Handelstres. . . 177.3C Darmstädter Bank . . . 152.13 Deutsche Bank . . 243 O*1 Deutsch-Asiat. Bank . . 184.00 Diskonto-Kommandit. . . 1913n Dresdner Bank .... 166-W Kreditaktien 211JW Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn 11880 Gotthardbahn

Lombard. Eisenbahn . . 25k Oesterr. Staatsbahn . . . 143.fi Prince-Henri-Eisenbahn . 128.00

V Nov., Anfan^sknrse.

Harpener Bergwerk . . 219.60

Lanrah"tte"*

Lombarden E. B ... 25.60

Nnrdd Lloyd 132 60

Türkenlose 136.60

Nu, Zpah werd ich mich plag n!

Ich faul* im Monat 12 Schachteln Fau's Sobenei Mineral-Pastillen und wer von meinem Personal er- fället ist, kriegt eine Schachtel. Das kostet michn« ✓äk'Izstv Kleinigkeit, aber dafür hab' ich immer gefunbe Leut« und mir fehlt nie jemand wegen Krankheit, das mach 'ch ftll Jahren so und ich bleib dabei: gegen alle 6fr Innigen nur .Sodener"! Preis 85 P'g. in alle« Apotheken, Trogen- und Mineralwasserhandlungen u; haben. khv **

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