Ausgabe 
30.6.1905 Zweites Blatt
 
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Nr. 151

Zweites Matt

155. Jahrgang

Freitag 30. Ium 1905

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Sieben.

Die Gest

Aus Stadt und Land.

die Krankenhäitz

benszeit entgegen.

Votitische Tagesschau

in dem gegenwärtig durch Geheimpolizist

Redaktion. Expedition ».Druckerei: GchuWr.G.

Lei. Nr- 6L Leiegr^Ndr. i Nn-eiger Gieß«»

ung ein: nünftiger so ist bo

Metnt N-ttch mtt HuBna^mt de» Sonntags.

Die w6le6eiitt SamHlenbiatter* werden dem bAnzeiger viermal wöchentlich betgelegt. Der «helAIch» loi&wtrt* erscheint monaUtch einmal.

dieser Richtung unternommenen beschieden war, ist zweifelhaft. 1 , . . , - . - « ( -

Vor kurzem erst hieß "es aus Petersburg, die Juden müßtenbc- lich auc!- bte Sozialdemokratie zu dieser Reform, wenn

sonders" behandelt werden, sie könnten nicht auf Gleichberecktig- sie auch sticht ihren Forderunben genügt, Ja und Amen

ung Anspruch machen. Das Geld der Juden aus aller Welt sagen wüLde. Einstweilen markieren die Genossen noch bie,

hat aber Rußland sehr gern genommen. Ohne die Mitwirkung ! Gesinnungstüchtigen.

der jüdischen Hochfinanz würden die ausländischen Kriegsanleihen - JiLrjaujyjgL "i ..!« im'. 1 ssy

Aas Schrelkensregime«! in Iußkand.

Die Revolution in Odesia.

Beute liegen aus Odessa folgende Meldungen vor: Seit Mittwoch abend 10 Uhr Brennen die Packhäuser am Hafen, der Pöbel schleppt die Waren fort. Die Verluste betragen viele Millionen.

IN der Stadt wird fortwährend geschossen.

groß im Versprechen,Erwägung" zusagte. Und doch hätte Rußland in der Lage, in der es sich 'befindet, einem kräftigen

bürg, Moskau, Kiew, Warschau und Wilna. Die Mobilmachung bezieht sich nicht auf den Krieg, sondern ist durch die revo­lutionäre Bewegung im Innern W Landes veranlaßt.

Judenverfolgung.

Von denjenigen Stellen aus, die Rußlands Finanzgeschäfte in Deutschland besorgen, sotten Schritte beabsichtigt sein, um bei den geplanten russischen Reformen den Juden ein größeres Maß von Rechten und Bewegungsfreiheit im Zarenreich zu verschaffen. Ob bet neue Versuch mehr Erfolg haben wird, als den bisher in

Rotationsdruck und Berlog bet BtühklchEM v UnwersttäLLdruckeret. 5t Sange, Alefa»

nicht zu stände gekommen sein. Verwunderlicher Weise ist die Gelegenheit, Rußland zur Aufhebung oder doch zur Milderung von mittelalterlichen und kleinlichen Vorschriften zu veranlassen, | Gießen, 30. Juni 1905.

wie sie die Juden gesetzgebung darstellt, keineswegs mit Ent- * Prf n n n f t <>n So Bob der Grokberioa scknckcnheit roalwnommen toorben. Mm beschränkte sich darauf. I, , personal, en toe. ttßi. pol), ver wto B Herzog Wünsche zu äußern, denen die russische Regierung, wie immer Reiben bie Geometer 2. Klasse Keller ausBiebesheim, Neu-^ ..... schäffer aus Nidda, Lind aus Bruchenbrücken, Döll

ans Stockhausen und Nock aus Biblis zu Kreisgeometer- gehilfen ernannt.

** Die Zweite Kammer wird am 5. Juli ihre Sitzung wieder aufnehmen. Auf der Tagesordnung steht zunächst im wesentlichen folgendes: 1. Der Gesetzentwurf die Erhebung von Gemeindeabgaben betreffend; 2. der Staatsvertrag mit Preußen und den Thüringisch-' Anhaltischen Staaten, die Staatslotterie oetreffend; 3. das Spiel in außerhessischen Lotterien; 4. die Herstellung ! mehrerer Nebenbahnen; 5. der Antrag des Abg. Ülrich und Genossen, Veröffentlichung amtlicher Bekannt­machungen betreffend; 6. der Antrag des Abg. Leun, den Neichsinvalidenfonds betreffend; 7. der Antrag des Abg. Köhler, den Verkauf der staatlichen Stempel- marten durch die Reichspostanstalten betreffend; 8. bie> Vorstellung der Gefangenen-Äufseher zu Darmstadt,' Mainz und Gießen, Gewährung von WohnungsvergütunA re. betreffend; 9. die Anfrage des Abg. Leun, Errichtung einer Güterv erlabe stelle auf der Personenhallestelle Schiffen- berg betreffend.

'"Das juristische FakultätSexamen. An deni vor einigen Tagen abgeschlossenen juristischen Fakultätsexamen haben sich 30 Kandidaten beteiligt. Hiervon haben 19 Be­iständen, und zwar zwei mit der Note: gut (2), neun mit der Note: im ganzen gut (3), acht mit der Note: ge--> Inirgend (4).

Ein Geschäftsjubiläum. Morgen, DamStag, 1. Juli, begeht die Soflo hnkutscherei von Karl Huhw das Fest ihre? 25jährigen GeschästsjubiläumS. Hervor- 1 gegangen ist das Geschäft aus den allerbescheidensten An- 1 fangen. Am 16. Februar 1892 wurde der Jubilar zum Hof- ilohnknischer Er. Künigl. Hoheit des Großherzogs ernannt.' Am Abend vereinigen sich die Familie des Jubilars mit den si Gefchäftsangestellten und deren Angehörigen im Lokale des 1 Hrn. Chr. Haubach, um den Jubeltag mit einer kleinen Fest- i lichtest zu beschließen.

i " Zum Fest des Gießener RadfahrerverernS 1885. Se. Durchl. Fürst Karl von SolmS-Hohen- ! so lmS -Lich trifft Montag, den 3. Juli, nachmittags, mit Familie und hohem fürstlichen Besuch hier ein, um der spart, sichen Veranstaltung des Gießener RadfahrerverernS löstä.

Zu den LandtagSwahlcn in Sachsen. .

Die Nationalliberalen und Freisinnigen, haben ie em Wahlprogramm veröffentlicht und damit ihrerseits dre Wah - kampagne eröffnet. Der n a t i o n a l l i b e r a l e Wahlaufruf fordert ein neues Wahlgesetzweches allen Klaffe" der Bevölkerung die Teilnahme an der Gesetzgebung Mert, aber die Alleinherrschaft eines Standes oder einer Klassen- vartei sei es die sozialdemokratische, agrarische oder sonst eine L verhütet". Die Freifinnigen verlangen in ihrem Aufruf das allgemeine, gleiche, direkte und ge- he im e W a h l r e ch t und die B e s e i t i g u n g d e r e r st e n Kammer. Zum mindesten fordern sie eme Reform der ersten Kammer. Ihre Aussichten sind aber nicht gro p, da vielfach die Industriellen vom Nalwna lweralismu- zum Konservativismus übergegangen smd Und in der dritten Wühlerklasse dominiert die Sozialdemokratie, die sie m Vnch

haftbar machen wollte. Äuf Grund der Beschwerde er« her in der Sache fungierende Amtmann Kmsel folgende Verfügung:^Der Schultheiß Weyl zu Schönbach hat innerhalb^ acht Tagen auf ferne Koste» demi VP-

Kempf ein neues Wagenrad machen zu lassen, außer dem sind Sie in eine Strafe von drei fl. verfalkn. jHerzogl. Amt: Knisel." Der Schultheiß replizierte. »Ich lasse das Rad dem Kempf nicht machen und bezahle auch feine Strafe. Weyl, Schultheiß." - Der Amtmann. .Ohol Wieso? Kstiisel." - Der Schultheiß:Bei der Einteilung

Wege wollte ich den Weg nach Amdorf als V.zmalweg nk"de7 Prälaten, die damit einen gebaut ^ben, per Amtmann hat aber ikurzweg entschmden. Selbstlosigkeit ablegen s denn sie sollen 9^ ejn BerbindungSweg. Weyl,

S* Weyl, Schultheiß..

ärztliche Hilfe ist ungenügend, blc Läden sind geschlossen. Der Verkehr stockt, bie Hauptstraßen sind durch Truppen abaesperrt. Viele verlassen die Stadt. An den Zusammen­stößen mit den Truppen beteiligen sich die Matrosen des

KffiwÄÄ Umschwung in der W

beizuwohnen.

** Diebstahl. Am Mittwoch nachmittag wurde, Marktplatz 14, ein Fahrrad mit der Fahrnummer 2530 gestohlen. Bor Ankauf wird gewarnt. Auch in der bet» qnnqenen Nacht wurden in einem Hause der Neustadteme Änzahl Fahrradzubehör- und Ersatzteile von größerem Werte gestohlen. Der Täter, der anscheinend Radfahrer tft, tot es verstanden, nur die befferen Sachen mitgehen zu lasM.

Sterbekasse für Mitglieder bcS hessischen Landesgewerbevereins. In der SenaiSsitzrmg des, kaiserl. Aufsichtsamtes für Privatversicherung vom 19. » 1905 wurde der Sterbekasse für Mitglieder des heffPhen iLandesaewerbevereins zu Darmstadt unter AufrechterhattimZ der Anerkennung als kleinerer Verein die Erlaubnis zur AuH- dehn.mq des Geschäftsbetriebes auf daS Deutsche Reich uch u Aenderung ihres Namens m Sterbekasse fiw Mitgliedes

worden.

Andere Schlachtenmeldungen. .

onkt oq QUni Als gestern aus einem Hause aus eine

Militä r-Patrouill gefeuert wurde, stürmten die Sol- in das Haus und m achte n fämtli che B e wohner eine Kinder wurden nicht geschont.

Ä ® -Palais,

in dkm aeaenwärtL' die'»r-ßsürst«n mohne^wurde^gesterst

und hätten b.e Absicht Verhafteten wurden

..

nahm folgende MDlut'on a"; af konftitutionellen Grund- Die »oltS» ertreiunu u«i i Der Entwnr lagen ist eine dringende ^"envigke ni(6j

fisaj» *iww

Kennt^z des Ministerrates gebracht

tt, oder die Sozialdemokraten nicht doch der-, eise mit einer Abschlagszahlung vorlieb nehmen, Schicksal dieses neuen Reforrnversuchs besiegelt. k-en, die dem Entwurf vom Herrenhaus drohen, sind noch größer. Bemerkenswert ist übrigens, daß bis jetzt in i)er Generaldebatte noch von keiner Seite, auch nicht von sozialdemokratischer, die Forderung der gänz­liche n ' Abschaffung d er ersten Kammer erwähnt: worden : jt. Das scheint darauf hinzuweisen, daß schließe

wertwn. ßin6erufiin« der Reserven.

Das Militär schießt ins Publikum, das schreck- erfüHt flieht. Es verlautet, die in Odessa residierenden Konsuln hätten sich mit der Bitte an die Regierung gewandt, Kriegsschiffe nach Odessa zu entsenden. IN der Stadt wurde der Belagerungszustand erklärt.

Dichter Rauch hüllt die Stadt ein. Am Mittwoch abend wurde am Katharinenplatz in der Nähe des Richelieudenk­mals eine Bombe zur Implosion gebracht, wodurch zwei Personen getötet wurden. Während der Nacht ereig­neten sich am Hafen einige Explosionen, welche die er­bittertsten Zusammenstöße zwischen den Trupven und der Volksmenge hervorriefen. Tie Toten werden nach Hunderten gezählt, man -spricht von etwa 300;

ifer sind von Verwundeten überfüllt, die :ft ungenügend, bie Läben sinb geschlossen.

Einfluß Zugeständnisse machen müssen. , (

Gegenwärtig kommt es jedoch vielmehr darauf an, die Juden | in Rußland vor der schlimmsten Vergewaltigung zu bewahren,» als um die Erweiterung ihrer Rechte sich zu bemühen. Bei den I( Judenverfolgungen der letzten Jahre haben uachgewieseuermaßen!: die militärischen und die bürgerlichen Behörden eine sehr ,zwei- L heutige Rolle gespielt. Statt den von dem, Pöbel angegriffenen!; Juden Schutz zu gewahren, würd' die Hille entweder künstlich!^ verzögert, oder die Behörden duldeten osfentündig die Massacres, ' mit der Beschuldigung, die Juden hätten angefangen. ,Wir wiesen! schon früher einmal auf bie Gefahr bin, daß man in Rußland! versuchen werde, den Ingrimm der Bevölkerung über die heil-1 losen Zustände aus die Juden abzulcnken. Dies Verfahren scheint nunmehr zur Anwendung gelangen zu sotten. Rach einem aeftri-! gen Telegramm aus Lodz ließ die Partei der Nationaldemokraten Aufrufe zur Niedermeüelung der Auden verteilen. Das Volk! werde von ihnen ins Verderben gestürzt. Fünfzigtausend Juden sollen infolge dieser Proklamationen bereits aus Lodz geflüchüt sein und zum Teil unter freiem Himmel lagern. , Die russiiche! Regierung tut anscheineud nichts oder so gut wie nichts, um I der Verbreitung dieser höchst verhängnisvollen Bewegung ent- gegenzuwirkcn. Die russische Regierung braucht nur eine ähn­liche Auffassung durckMicken zu lassen, und die fiirchterliMen Judenmetzeleien werden in Rußland an der Tagesordnung sein. I Wie die Kosaken in Lodz vorzugsweise aus die jüdischen Ein-!

I wohuer, auf Weiber und Kinder, angelegt haben, schildert em an dasBert. Tagebl." u. a. folgendermaßen:

In der Nacht vom Freitag znm Samstag mochten sich btc I Kvsaken ben Spaß, in bie Fenster der 5)äuser der Altstadt zu schießen, welches Viertel meistens von Israeliten bewohnt wird. Dieser Brief verwahrt sich auch entschieden gegen die Dar-! stelluna, daß die unmenschliche Handlunasweise der Soldaten ein Akt der Notwehr gewesen sei. ,.Es war iiberhaupt mn Kampf, denn ein solcher setzst Angreifer und Verteidiger voraus, und hier gab es nur Mörder und ihre wohrlon'N Opfer. ,

Vom russischen Ministerium des Innern ist soeben cm Erlatz bekannt geworden, der dorailf aufmerksam macht, daß chine­sische und japanische Spione sich in engfter W»ng mit der jüdischen Bevölkerung befinden. Mit dieier Behauptung wird ebensosehr daS Militär wie das Volk gegen die Juden einge­nommen. Am meisten haben die Juden von den Bauern zu de- W.tcit, twtnt. wie es scheint, die Ernte mfolge der langen Trockenheit die Erwartungeii enttäuscht. Die Bauernaufftanbe I richteten sich bisher gegen die Regierung. Es wird getreu dem System der Ablenkung, kaum ansbleibeu, daß dierutschen Blutsauger^ fiir allen Schaden verantwortlich gemacht vier den. Die Jilden in Rußland gehen nach alledem cmet scyweren Lei-

Dominien Die ^upiuiuvmvLLui v, , Aenderung ihres Namens m ^lerveian^ ju*.

wählen zu unterstützen wenig Lust zeigt. hessischen "Landesgewerbevereins und des Verbandes,

r f ideiitsckier Gewerbevereine mit dem Sitz in Darmsstürt

Wunsch^vorgrlegtvn W-rfassunÄsreform-Ent- b-schl°ff-ncn Aendcrnngen d«r Satzung wurden gl-ichz-ckg und bündig. Nachher »°m,LerbE

List: aber noch ist man «WJotoät Tazebl." »eröffentHAten $tobe war

das?mast den Entwurf einer Kommission über­

weist' aver noch ist man nicht sowert, obwohl man au |)L(t(.etlli.. ..... 7-

gemein auf eine besondere BeschleunWlttg. der Behörden um die Mitte der ««rz.ger Jahre em Betkrhrs-

debatte gehofft batte. Man hat namktch d,e W cht, den »^ich von wohltuender Sachltchkett und Kürze Es ganzen Re form entwnr, noch rn dwsrr x-. ss , s , sich in dem mitgeteilten Falle um die Beschwerds ZorBeginnderSommersertenauch ^Plenum F^kstnten, der -men Dorfschulzen für

Generaldebatte ist also noch nicht abgcsa)losscn.

emmtniffiott bereit zu sein scheint. Resorm,reunu ijy LHMDMUML

Knjaes Potemkln".

Die Gebäude der Hirfenverwaltnug und viele andere Gebäude sind niedergebrannt. Große Mengen ausgeladener, am Quai lugernder Waren stehen in Flammen. Viele Schiffe verlassen eilig den Hafen. Die Feuerwehr wird am Löschen verhindert. Die Leiche des Matrosen Omeltschuk wurde von den Matrosen desKnjaes Potemkin" wieder an Bord des Schiffes zurückgebracht. 11 Offiziere, die von den Matrosen desKnjaes Potemkin" am Leben gelassen wurden, sind an Land gesetzt worden. Eine Abteilung von Matrosen hat sich unter Führung des Geistlichen desKnjaes Potemkin" zum Militärgouverneur begeben und diesen gebeten, den getöteten Matrosen Omeltschuk beerdigen zu dürsen. Die Besatzung des TransportschiffesWech a", das aus Nikolajew eingetroffen ist, hat sich, dem Vernehmen nach, den meuternden Matrosen desKnjaes Po­temkin" an geschlossen und ihren Kapitän und die Offiziere derWecha" übergeben. .. fmituvSf uu,

In Petersburg verlautet, Vizeadmiral Krieger fei an ba§ mtt vier Linienschiffen von Sebastopol nach!In bei Odessa in See gegangen. Er habe den Befehl, die Be- ~ '

sahung desKNaes Potemkin" aufzufordern, fta) zu er­geben, und nötigenfalls das Schiff mit der meuternden Besatzung in den 65rund zu bohren und in Odessa die Ruhe wiederherzustellen. .

Es ist in Deutschland nur eine Stimme, daß die Meuterei auf dem russischen PanzerschiffFürst Potcmtm", die förmliche Belagerung Odessas den nabe Zusammenbruch der russischen Disziplin anküudigen. Die Protestversamm­lung der Offiziere in Kraßnoje-Sselo war das Voripi^ zu diesem neuen Akt der russischen Tragödie. Die ,,Nationalztg. betrachtet die Ereignisse nicht als entsetzliche Emzclfalle, sondern, als das Produkt einer weit vorgeschrittenen Demoralisation der ganzen Bevölkerung, als das Produkt emer .tiefgrei­fenden Fäulnis,- von der auch Heer und Marme ergriffen worden sind. Der unerhörte Vorgang, schreibt dieKreus?stg. , erklärt die furchtbaren Niederlagen in den asiatischen Gewässern Das Zeichen, das die meuternden Matrosen des Vanzersclnffes Fürst Potemkin" gegeben haben, kann , so bemerkt dieVos).

Ztg ",nicht verfehlen, unter ben anderen Ktiegsmatrosen sowie auch unter den Lanbtruppen weite Kreise zu ziehen.

Meuterei in Libau.

3*n der Ostseehafenstadt Libau meuterten tn der letzten i Nacht die Matrosen des örtlichen Kommandos, erbrachen das Zeughaus, eigneten sich die Gewehre an und' schossen auf die Wohnungen der O, fiziere. Noch in der Nacht erhielt die Artillerie der Garnison den Befehl, nach dem Hafen abzurücken. Es wurden Kosaken und em Infanterieregiment dorthin berufen.

Die Furcht vor weiteren Meutereien im Heere gebt so weit, daß, einer Privatmeldung ans Der russischen Hauptstadt zufolge, im Petersburger Militärbezirk alle maßgebenden Kommando st ellenunver züglich mit von auswärts b e tu fen enClj ar,ßen neu besetzt werben sollen. Erwähnt fei, daß. dre ,, Nordd. Alla Ztg." die Schreckensbotschaften der unabänderlich i NubrikZu den Vorgängen in Rußland" emreiht. Cm Urteil über die Ereignisse, soweit sie.^Kand angehcn rs (eit langem nicht mehr von dem ofsrzrosen Blatt geautzerr