Ausgabe 
20.12.1905 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Tie Beibehaltung Der im Iah- -)4 erfolgten Erhöhung der Einkommen- unb ü vitalrenten st en er er­scheint oitcf) ferner dringend geboten. Tie Entwicklung un­serer Landesfinan',en wird aber auch durch die Ge- ftaltur i der Reichsfina izen wesentlich beeinflußt. Es ist dringend erwünscht, das; der erneute Versuch der Regier­ungen gelingt, die Verbesserung der Reichsfinan- &en hcrbeizuführen; welche Gestaltung dieselben aber auch annehmen !verden, in jedem Falle werden sie von den süddeutschen Staaten namhafte finanzielle Opfer erheischen. Nrnfo berechtigter ist das Ver­langen, daß ganze Arbeit gemacht wird unter grundsätzlicher Abgrenzung der Steuergebiete zwischen Reich und" Bundesstaaten, und daß dem ersteren neue Ein­nahmequellen von solcher Ergiebigkeit und Steiger­ungsfähigkeit eröffnet werden, daß sie für eine Reihe von Jahren ausreichen.

Nürnberg, 19. Tc; Tie mittelftänkiscke Hand­werkskammer hat sich dem Protest des deutschen Fleischerverbandes in Franw'N a. M. insofern angeschlossen, als sie gleichfalls Protest dagegen erhoben hat, daß den Stadtverwaltungen empfoblen werden soll, die Fleiim- versorgung dcr Städte in einer Weise umzugestalten, durch die das Fleischergewerbe aufs schwerste geschädigt unb in seinem Fortbestand aesährder werdet; würde.

Ausland.

Paris, 19. Dez. In dem heute abgehaltenen Ministerrat teilte Ministerpräsident Rouvier mit, daß die Pforte die ma­kedonische Finanzkontrolle endgiltig angenommen hat. Ter Ministerpräsident brachte ferner zur Kenntms des Ministerrats, daß der fr a n z ö si s ch - v en e z ol a n i s ck e Zwa- schenfall seine Erlediquna gemäß den Wünschen F-rankreiclw gefunden hat, da Präsident Castro die Note, gegen hrcldK die fron zgsische Regierung Einspruch erhaben hatte, -urückaezogcn hat.

B u d a'v e st, 19. Dez. Die Negierung gibt amtlich den von ihr fertiggestellten Gesetzentwurf bet r. das allgemeine Wahlrecht bekannt. Danach erhält jeder männliche Staats bürger. der das 24. Lebens'abr vollendet hat, und deS Lesens und Schreibens kundig ist, das aktive Wahlrecht. Jeder Wahl­bezirk wählt einen 9lbgeordncten. Tie Wahlbezirke werden m kleinere Ab st i m m u n g s kr e ise eiuaeteilt, wobei jede Ge­meinde nach einer besonderen Wahlliste aöstimmt. Die Wahl i|t unmittelbar und geheim. .

(Abgeordnetenhaus.) Ter Präsident verliest das königliche hands^'reiben, nach dem das Tlbgeordnetenbaus bis zum 1. März 1906 vertagt wird. Graf Apponvi führt aus' So sehr das Abgeordnetenhaus bereit sei, die Meinungsverschie­denheiten zwischen Krone und Nation aus'ugleichen, so müsse er doch aussvrechen, daß die .Hoffnung, die Nation mürbe macken und ihren Willen brechen zu können, nie Erfüllung finden,werde Tie Ausgleichung der Gegensätze in einer solchen Weise, daß die Nation sich imbedingt unterwerfe, wäre schlechter als der Absolutismus, denn dies würde einen mir Zustimmung derNcckion eingeführtcn Absolutismus bedeuten. Eigentlich müßte die Zur kenntnisnahme des königlichen Handschreibens über die Vertagune abgelehnt werden, eigentlich müßte das Abgeordnetenhaus von dem schlecht informierten an den besser zu informierenden König appellieren: aber das ?lbgemdnetenhauä wolle dem Ausgleiche keine Hindernisse bereiten und Zeugnis von seiner Mäßigung ablegen. Ec stelle daher den 9Cntrng, die Vertagung zur Kennt nis zu nehmen, gleichzeitig aber gegen die Vertagung als ver­fassungswidrig zu protestieren. Ter Antrag wurde einstimmig angenommen.

K o n st a n t i n o p e l, 19. Tez. Ter belgischeGesandte hat im letzten Augenblick die Teilnahme an dem Attentats- Prozesse gegenJoris abgelehnt und bi<* Ausliefer u n g Joris vnb fri««* verlangt.

Russische Deuigkeiten.

Wie aus Petersburg telegraphiert wird, hat der in der Nähe der Wohnung des Ministers T urnowo im Besitz einevBombe befindlübe verhaftete Unbekannte zugegeben, daß,er die Ab si ch t hatte. Turn o too zu ermorden. Im Lause,der, Untersuch­ung erklärte er weiter, daß die Revolutionäre beschlossen hätten, mehrere hohe Negierungsbeamte hinzurichten.

Tie Revolution in den baltischen Provinzen breitet sich aus, besond'rs aus dem Lande, wo die Gutsbesitzer infolge mangelhaften militärischen Schutzes der Willkür der revo­lutionären Banden preisgegeben sind. Bei den Straßenkämvfen in Tuckum stürzten sich, nachdem Oberstleutnant M ü Her und 30 Dragoner gefallen waren, die rasende Menge auf die Leichen und richteten diese tierisch zu. Ter Uebersall auf das Militär geschah des Nachts. In den engen Straßen waren vorher Trabt-Hindernisfe hergestellt worden. Tie Revo­lutionäre sck^'s^i rufi tv-T' -'»n-r-r-n n-'f ^it'tiir.

ihrer Versicherung jede unfreunoliche Absicht ferngeleacn: sie fiat die hier erwähnten Plakate nicht gesehen. Tie Redaktion hat damit die Empfindlichkeit des Herrn Direktors zu verletzen ebenfalls nicht beabsichtigt. Nach unserer Erfahrung werden in tausenden Vorankündigungen gemachte Versprechungen von mancher unantastbaren Seite aus praktischen und taktischen Gründen durchaus nicht immer erfüllt. Darum schien uns jene Bemerkung nicht gar so schlimm. Wir stimmen Herrn Steingoetter gern zu, wenn er uns schreibt, daß ernun bald drei Jahre lang den Be­weis erbracht hat, daß es sein vornehmstes Bestreben ist, das hiesige Theater in möglichst anständiger Weise zu führen; er habe dabei schwere Opfer nicht gescheut." Ja, wir gehen sogar weiter als er selber und glauben, daß der bescheidene Zusatz des Wörtchensmöglichst" in diesem Satze von ihm sehr wohl hätte unterdrückt werden dürfen. Daß wir uns mit Gießens sämtlichen Theaterfreunden auch der sehr wesentlichen moralischen .Hebung unseres Stadt­theaters unter Herrn SteingoctterS Leitung freuen, dürfte ihm nicht unbekannt geblieben sein.

Versammlung der hessischen Polizeidiener. Im Januar oder Februar, wenn die Verhandlungen über ba§ Staatsbudget im Landtag slattfinden, werden sämtliche Polizei- biener des Großherzogtums in Darmstadt eine Versammlung abhalten, Rechtsanwalt Sandniann aus Hungen wird ein Referat erstatten und es soll dann eine Eingabe an den Landtag beschlossen werden, die die Herbeiführung eines Gemeindebeamtengesetzes, sowie die Regelung der Dienst-undEinkommensverhältnisse derPolizei- diener fordert. Etwa 1000 Polizeidiener Hessens haben zu der Versammlung eine Einladung erhalten, Einberufer sind der Ctadtdiener Meyer in Lich und Polizeidiener Bender in Langsdorf, die vor der Versammlung eine Audienz beim Staatsminister nachsuchen werden. Zu der Versammlung werden auch die Landtagsabgeordneten eingeladen.

Warum schnarchst du? In einem Dörfchen des Odenwalde? wurde unlängst die Gemeinderats-Er­gänzungswahl vollzogen. DaS bisherige Gemeinderats- niitqlied, Bauer R., wurde von der Kandidatenliste gestrichen Verwundert fragte ein Freund einen älteren Gemeinderat, ob sich denn R. als Gemeindevorstandsmitglied nicht be­währt habe. »Durchaus nichts lautete prompt die Antwort, »der hat bei den Gcmeinderatssitzungen regelmäßig dermaßen geschnarcht, daß der Bürgermeister aufgewacht ist." Und R. fiel durch.

h Leihgestern, 19. Dez. Am 15. d§. Mts. abends, während die übrigen Dienstknechte auf dem in unserer Ge­markung gelegenen Relihof mit Stallarbeiten beschäftigt waren, wurde auf der Stube der Koffer eines Knechtes gewaltsam geöffnet und daraus 30 Mark entwendet. Auf erfolgte Anzeige wurde der Täter in der Person des K. Gremm au? Leihgestern ermittelt. Er hatte das ge­stohlene Geld schon größenteils verausgabt.

W. Bad-Nauheim, 19. Dez. Heute trafen die vier Glocken der Dankeskirche ein, welche von Meister Rinker in Sinn gegossen wurden. Um 2 Uhr wurden sie auf vier Rollwagen von der Bahn zur Baustelle gebracht. Während der Fahrt wurden die Glocken aus der WilhelmS- kirche geläutet, um ihre ankommenden Schwestern zu be­grüßen. Es fand dann auf 'dem Kirchenplatz eine einfache Feier statt, welche durch den EhoralLobet den Herren, den mächtigen König" eingeleitet wurde. Pfarrer Wissig hielt eine kurze Ansprache, welcher er die auf den einzelnen Glocken angebrachten Bibelsprüche zu Grunde legte. Den Schluß der Feier bildete der ChoralNun danket alle Gott." Die größte Glocke wurde von Gerichttzschreiber i. P. Weiß ge­stiftet und hat ein Gewicht von 76 Zentnern, die zweitgrößte Glocke wiegt 56 Zentner und wurde von einem Kurgäste gestiftet. Die Kosten der beiden anderen Glocken trägt der Kirchbauverein.

Mainz, 17. Dcz. 9(u5 dem veröffentlichten Betriebs­ergebnis des städtischen Theaters im Geschäftsjahr 1904/05 ist zu ersehen, daß die Direktion Steinert mit einem bescheidenen Reingewinn abgeschlossen hat; er betrug im ge-

Die Straßendemonstrationen in Dresden

(ogl. den Artikel im 2. Blatte) haben den Staatsminister v. Metz sch veranlaßt, seine Familie von Dresden wegzu- bringen. Frau und Sohn befinden sich auf der Besitzung des Ministers im sächsischen Vogtlande. In der Tat ist die Gefahr gewachsen, da§ haben die letzten Vorgänge bewiesen. Nach einer anderen Meldung hat sogar der Staatsminister vom König feine Entlassung erbeten, aber aus die Vor­stellungen der anderen THnifter, dies könne jetzt als Schwäche gedeutet werden, entschloß er sich, zu bleiben.

Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft leitet gegen den ozialdemokratischen Redakteur NoSke, der für die Neichstags- ersatzwahl als Kandidat aufgestellt ist, ein Strafverfahren wegen Anstiftung zu den letzten Straßendemon- stratioen ein. x

Aus mld SmtiL

Gießen, den 20. Dezember.

Personalien. Bestätigt wurde der von dem Grafen von Schlitz gen. von Görtz auf die 4. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schlitz präsentierte Schulamtsaspirant Karl Schäfer auS Alsfeld. Dem Proviantamts-Direktor Hoffmann in Darmstadt wurde von S. M. dem König von Pr-ußen der Charakter als Rechnungsrat verliehen.

Dekorierte Feuerwehrleute. Tas Ehren­zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ver­liehen durch Entschließung S. K. H. deS GroßherzogS den Mitgliedern der freiw. Feuerwehr zu Ober-FlörSheim Iohs. Germann, Phil. Först, Hch. Eich IV. und Georg Staus II.

** Herr Theaterdirektor Steingoetter hat sich durch die Bemerkung in unserer gestrigen kurzen Be­sprechung der Sonntags Vorstellung gekrankt gefühlt, daß die Ballcteinlage, die der Zettel versprach. Wohl infolge des schlechten Besuches der Vorstellung ausfiel". Sie mußte, wie er uns heute schreibt, zu seinemgroßen Bedauern ausfallen, weil Frl. Golltni wegen ernstlicher Erkrankung abgesagt hatte. Da wegen des Sonntags eine Drucklegung ausgeschlossen war, habe ich Ausfall der Balleteinlage und Grund in großen geschriebenen Ptakat.n beim Eingang und an den Kassen angezeigt." Daß bei der ?lbfasiung der Notiz nicht die Absicht der Kränkung vorgelegen hat, hat, wird uns Herr Steingoetter glauben. Der Dame, die sie in Vertretung der Redaktion schrieb, hat nach

nannten Jahr nur Mk. 6342 gegen Mk. 22 833 in 1903 04 und Mk. 20 152 in 1902/03. Die diesjährige Saison wird wieder einen besseren Abschluß bringen. Ein von seiner Ehefrau getrennt lebender Arbeiter begab sich gestern in die Wohnung der Frau und stieß ihr nach kurzem Wort­wechsel ein Messer in den Hals. Die Verletzungen sind gefährlich. Der Mann wurde verhaftet. (Kl. Pr.f

Marburg, 19. Dez. Heute bei Einfahrt des Zuges 2 in Drei hausen fuhr die Lokomotive gegen den Prellbock, diesen leicht beschädigend und fetzte mit zwei Achsen aus. Die Ursache dürfte in Außerachtlassung der durch den plötzlichen starken Frost hervorgerufenen Glätte der Schienen und Bremsklötze 31t suchen fein. Verletzt wurde niemand, Materialschaden ist geringfügig. Die Passagiere, die mit dem nächsten Zug nach Marburg wollten, erhielten ihr Fahrgeld wieder zurück. Sie mußten zu Fuß gehen.

(H. Ldsztg.)

§ Haiger, 19. Dez. Gestern Abend wurde in nächster Nähe der Mineroahütte ein ca. 60 Jahre alter als Stall- schweizer beschäftigter Mann von einer zweispännigen Chaise überfahren. Die Räder gingen dem Manne über die Brust und streiften ein Ohr, welches von dem herbeige- nifenen Arzte vollständig abgenommen werden mußte. Der Verletzte befand sich in angetrunkenem Zustande und wurde in das Krankenhaus eingeliesert. An feinem Aufkoinmen wird gezweifelt, da er innere Verletzungen davongetragen hat. Den Kutscher trifft keine Schuld.

* Kleine Mit' , < > reu ans Seifen und den Nachbarstaaten. 90 Iabre alt wird am 21. Dezember der älteste Einwohner Assenbeims, Iohs. Bopp Hl. Ter frühere langjährige Bürgermeister Philipp Hof map er von Schwanheim ist im Alter von 82 Jahren gestorben. In G a m m e l S b a ch ist feit mehreren Tagei, der 71 Jahre alte Landwirt Georg Ad. Hofmann nach vorausgegangenem Wort­wechsel mit seiner Frau verschivundeu. Dian befürchtet, daß der OhciS sich ein Leid zugefügt hat.

Gießener Strafkammer.

Y Gießen, 19. Dezember.

Durch das 2 drin engend}! tuurbcii die Brüder K. und A. H. I)ter wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung zu 3 Monaten, bezw. 3 Monaten und 2 Wochen Gefängnis ver­urteilt. Sie find am 9. Oktober d. I. nicht an die Arbeit ge- gtrugen und haben den. ganzen Tag gerecht. In ihrer Trunken­heit verübten sie am Abend in einer Wirtschaft Unfug an einem Musikinstrument. Ms sie von einem Gast zur Ruhe ermahnt mürben, schlug ihm der eine mit einem Bicrglas auf den Kopf,

daß er zu Boden sank und eine schwere Verlegung davo-- während der andere mit Stühlen, Biergl'i - unb UmT-H um sich schlug und warf und dabei eine Erkers :ibe in xM von 120 Mark zertrümmerte und verschied ander-

lierte. Hierbei erhielt auch der Wirt einen Wurf an d - tr woran er einige Tage zu leiden hatte. Ten Heimkehr--^ ' letzten Gast bearbeiteten sie unterwegs mit ihren Zchininn - der eine zog sogar fein Messer, das er aber aus 3unr"V ,r Zeugen wieder verschwinden ließ. Ihre Berufung ftiir-t -5" sinnlose Trunkenheit, womit sie Herabsetzung ihrer Straff ; zwecken wollten. Tie Strafkammer war aber der Ansi5. ' eine derartige Roheit eremvlarisch geahndet werden müsse nach der Erfahrung der Gerichte sich derartige Anöschr<'j,»T gegen unbeteiligte Personen in Wirtschaften und auf d.n ' bedenklich mehren. Tie Berufung war de.'-.sib erfoli»' In der vor acht Tagen verhandelten 2 - gegen Igel hausen und O. H. von Glashütten wegen nJ: fretvng der kreisamtlichen Verordnung die Loi> Ruben betreffend, lautete das Urteil aus Freisprcck In der Berhandlung fatte der Verteidiger der Angeki'Ne- Rechtsgiltigkeit der Verordnung des Kreisamtes Sckonen l-iw die ein unerlaubter Eingriff in die persönliche Freiheit der bewohner darstelle. Wenn sich auch das tt-erich- ber Er^;^ nicht verschloß, daß der Recktsgiltigkeit genannter Vererb gewichtige Bedenken entgegenstehen, so wurde dock mtf-t A. darauf eingegangen, da es der Ansicht war. daß sich;mT. liegenden Fall um Privatgesellschaften handelt, die nur 0P|e s-itige Einladung erfolgten, somit nickt unter den Spinnstnben fallen. Gelegentlich der B ü r g er m e j ft rp au Treis-Münzenberg haben nach Ansicht der unterleeo T'rtei Wahlbeeinflussungen stattgefuudcn. l einem Wähler von einem Müller drei Zentner Meb! Derfotc* worden sein, wenn er statt des seitherigen Bürgermeisters da "i'fgestellten Kandidaten wähle, während dem anderen taj v eines Flurschützen versprochen worden war. Einem Wähler sei die Steuer bezahlt worden, damit er wäblni firnr r ein anderer sei mit Gewalt vor das Wahllokal geschlkvvt nv*. usw. Ter Pferdehändler I. H. St. soll dem Sattler I. 3 y. wegen der Wahl keinen Tag versäumen wollte, den Teffr bezahlt haben, weshalb sich nun diese zwei wegen StinnnensiL- zu verantworten haben. Nach einem von her Staatsomralk,'^- aufgenommenen Protokoll, haben, beide ihre Tat ;uyeifmk-. In der Verhandlung leugneten sie, daß ihre Aussagen s, > sie protokollarisch niedergelegt sind, von ihnen gemacht sind, trotzdem sie ihnen seinerzeit vorgelesen wurden unb t- ihnen eiaenbändig unterschrieben sind. Unter diesen IMh-y sah fick die Staatsanwaltschaft veranlaßt, Antrag aus Vnxef» ung der Protokollführer zu stellen, zu welchem, Zweck t^giing eintreten mußte. Die Inhaber der Firma : hier lmben einen Hund der einem andern zugklanfen unb -Je ül-ergeben worden war, als ihnen selbst zugelaufen cnqtMt Tic Steuerbehörde war der Ansicht, daß mit der utnitf«tiifl6 gäbe eine Steuerhinterziehung beabsichtigt war. Sie ligw halb jedem der Inhaber einen Strafbescheid über~20 gehen: auch sollte die angeblich hinterzogene Steuer e j 20 Mark nachträglich entrichtet werden. Es wurde tvr.i6r Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt. Das SäöffeWij kam zur Freisprechung, da durch die unrichtigen bßk eine Kontravention nickt beabsichtigt war, auck eine iMki hauvt nicht eintreten konnte. Auf Berufung der 3taiSa») schäft hob die Strafkammer dieses Urteil auf unb tzmW die Angeklagten in Ordnungsstrafen von it 2 indem sie ausführte, daß zwar von einer Steuerhinimiklmtn- absickt keine Rede sein kann, doch genügen die unriiftm gaben zur Erkennung der Ordnungsstrafen.

Hcriisitslaat.

H. F. Frankenthal, 19. Dez. Ein sehr umsoioa- Weinfälschungsprozeß, der das weitgehendste Äötz erregen und ganz besonders für den Demhandcl vor. 7. -> ordentlichem Interesse sein dürfte, begann heute nur.bn?;- f'-mmer des Landgerichts. Auf der Anklagebank erfd'tirw- Rcichstags-Ab geordnete, Gutsbesitze- C tt?:*-'1 t 0 rius aus Mußback. 1812 in Darmstadt geboren. Mti Anklagebeschluß wird Sartorius beschuldigt, von 1890-19(6» werbsmäßig Wein unter Anwendung verbotener Bcfibm D gestellt zu haben, indem er O Wein herstellte unter eines Aufgusses von Zuckcrwasser auf Trauben bei terkF ..Angähr". 2) Bon Säuren besonders WeinsteinsäM nH® Bukettstofsen als salvia selaria auch Muskatell'rsraiit, Aprikosen, Ananas, Koriander, Reseden, Iobannisl^em^« & bannisbrot, Himbeeren u. a. 3) Von Stossen, durch Extraktgehalt erhöht wird, als doppelfchwefelsauren il'ilkMHo ascke. 4) Indem er W"in Wasser zusetzte beim VerscknilW^U A'.-s'.uckeriing des Weines, das ekelerregende, widerlick' r rt ungen führende Wasser des Mußbaches teils neck teils auch in rohem Zustande verwandte und alle d'.eitM solche Produkte unter ber Bezeichnung Wein feilhielt und veW Bei seiner Vernehmung bestreitet der Angeklagte icke ^*1 Ter Prozeß wird, da zahlreiche Zeugen und Sachverst'wbi-vl laden sind, mehrere Tage dauern

Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mit^eteilt von der Bank für H* nnd Industrie, Giessen.

20. Bez., 1.15 Uhr.

Frankfurter Börse

21«

3^°/,

3% Portneiesen

III

. 135.20

Tilrkenlose .

96 00

. 239.25

. 134.00

4%

3 "6

99.40

100.00

95.40

v Oesterr. Silberrente Unirar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I .

3iz°/n Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrente.

Harpener Bergwerk Laurahiitte Lombarden E. B Nordd Lloyd . . Türkenlose .

3^% 3%

3y?k

Elektriz. Lahmeycr . Elektriz. Schnckert . Eschweiler Bergwerk Gelsenkirchen Berirwerk Hamburg- Amerik Pakctf. Harpener Bergwerk, Lanrahütte.....-

Nordd. Llovd ..

Canada E. B. .

Darmstädter Bank .

Deutsche Bank . .

Dortmunder Union C.

Dresdner Bank . .

Tendenz: schwach.

Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsircs Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. - Dresdner Bank Kreditaktien .

Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn Gottbardbahn '

Lombard Eisenbahn - Oesterr. Staatsbahn . Prince-Henri-Eisenbahn

3% Mexikaner

4 X °/0 Chinesen

Aktien

Bochum Guss . .

Buderus E. W. .

. 173.R0 . 143.20 . 238.20 . 93.20 . 159.25

Reichsanleihe do.

Konsols . .

do. . .

Hessen . .

100.40

88.30

100.45

8830

98.90

Tendenz: ziemlich fest.

Herliner Börse, 20. Dez.. Anfangskurse

67.80

67.50

88.30

94.50

89.90

4%°'o russ.Staatsanl. 190", 4 J-2°,, japan. Staatsanleihe 1 "0 Conv. Türken von 1903

4% Griech. Monopol-Anl. . 52 75 4% äussere Argentinier . S9.00 . . 67.50

Kri'Nttat-Draljlmi'ldlMsien«

Die hessische Türonredc.

B.-B. Darmstadt, 20. Dez., */.!

Ter 33. Landtag wurde heute mittig 12 Uhr vom Herzog eröffnet. In brr Thronrede führte t;r 1

daß die Revision des laudstäudischen Wahlgcwk's em« - Aufgabe seiner Regierung bilden werde und er gcoe « Hoffnung hin, daß die neue einzubringeude Vorlage ein l^ge zur Verständigung bieten werde. Auch das o e m Umlagen- und G e :n e i n d e Ll b g a b e n - G c s e tz >oc . . Landtag wiederum zugehen. , a u. 11

Ferner werden angekundigt die Wiedcrtwrlage der waltungsgesetzreform, des Gesetzes über bie