Donnerstag 31. August 1905
Nr. 204
Zweites Blatt
155. Jahrgang
Eichener Anzeiger
Seneral-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe»
Rotationsdruck und Verlag der Brühl*sch«
Universitätsdruckerei. R. Lange, Dießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulftr.?.
Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Dießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Eiehener Familienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landwirt"' erscheint monatlich einmal.
Ansichten eines Kochschulprofeffors üöer das Kauerntvm.
Der Münchener Hochschulprofeffor Richard Graf Du Moulin-Eckart stellt in einer vor kurzem erschienenen Schrift allerlei bemerkenswerte Betrachtungen über die politische und lvirtschaftliche Lage an.
An dieser Stelle erscheint es uns angebracht, das Wesent- liche aus dem Kapitel, worin sich der Graf über die
Kirche und Kchulc.
— Der Kon greß für freies Christentum tagt z. Z. in Genf. In seinem Bericht über den Zeitraum seit dem letzten Kongreß in Amsterdam konstatierte Generalsekretär Wendte aus Boston erfreuliche Fortschritte. Diese verdanke man ganz besonders den Arbeiten des Protest an ten- vereins in Deutschland, der freireligiösen Gemeinden von Ostdeutschland, den Arbeiten der Professoren Wendt in Jena und Pfleiderec in Berlin. Ferner wird die erfreuliche Ausdehnung der liberalen religiösen Blätter Deutschlands, deS „Protestantenblatt" in Bremen und Berlin und der „Christlichen Welt" in Marburg festgestellt.
Kolonialpoft.
Hamburg, 30. Aug. Nach einer hierher gelangten Meldung ist der Dampfer „Eleonore Wörmann" mit den auf einer Studienreise nach Westafrika begriffenen Reichs- tagsabgeordneten an Bord gestern wohlbehalten in Viktoria im Kamerungebiet angekommen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet aus Togo: Nach einem Telegramm des Gouverneurs ist am 27. dS. die erste Teilstrecke dec Inlands-Eisenbahn Lome-Palime, nämlich die Strecke Lome-Noege, unter Teilnahme der sieben dort befindlichen ReichßtagSabgeordneten eröffnet worden.
preußische Landtagswahlrecht kann den führenden Bundesstaat Preußen in festem und gesichertem Gleichgewicht erhalten, welch letzteres aber durch die süddeutschen Wahlgesetzänderungen neuerdings eine Störung erfahren wird! Wenn der Berliner freikonservative Führer das Gelächter gehört hätte, mit dem dieser Satz damals im hessischen Landtag ausgenommen wurde, so hätte er ungefähr einen Vorgeschmack davon, welche Antwort Süddeutschland aus seine Vorschläge haben wird. C. H. B.
Zum ostasrikanischen Aufstand.
. Für die Beurteilung des ostafrikanischen Aufstandes dürste eine höchst eigentümliche, unseres Wissens bisher noch niemals zutage getretene Auffassung eines eingeborenen Lehrers in Ost- asrika von Interesse sein, der diese in einem Briefe an einen Missionar neuerdings niedergelegt hat. Der Lehrer sitzt in Nsaramo, also im Hinterlande von Dar-esSalaam. Er spricht in seinem Briefe von Jumbes aus Nsaramo, beklagt deren Indifferenz gegen die Mission und die Lehrtätigkeit, spricht von einer Abneigung gegen das Europäertum im allgemeinen und sucht eine Erklärung dafür zu geben, welche, wie wir glauben, außerordentlich beachtenswert ist. #
Er behauptet nämlich, die Eingeborenen, auch 'in Nsaramo, wohin bisher die aufftändische Bewegung kaum gedrungen ist, seien zu ihren alten Göttern ^urückgekehrt. Diese alten Götter seien neidisch auf die Europäer, w-eil durch die Steuern sowohl wie durch den Einfluß der Europäer im allgemeinen diese altcn Götter beeinträchtigt würden. Sie Hütten daher einen Haß aitf die Europäer geworfen. Die Eingeborenen litten unter diesem Haß ihrer Götter, wendeten sich infolgedessen nicht nur von der europäischen Lehrtätigkeit und der Mission, sondern von den Europäern überhaupt ab.
Eine folcfc oder ähnliche ethische Auffassung ist, wir betonen dies ausdrücklich, bisher niemals in irgend einem Teile Ostafrikas zutage getreten. Der große Aufstand von 1889/90
war lediglich ein Machwerk der Araber und beruhte fast ausschließlich auf politischer bezw. inaterieller Grundlage ohne Beimisch^ ung irgend eines ethischen Moments, besonders, solange Buschiri der alleinige Führer des Aufstandes war.
Mit dem Eintreten des Usegua-Häuptlings Banaheri in den Aufstand schien eine Art- religiöses Moment, aber auf rein muha- medanischer Grundlage, in die AufftandsbeweMNg hineingekom- men zu sein. Die Niederwerfung Banaheris, seine Uebergabe in Saadani machten damals dem Aufstand ein Ende und man hat von irgend welchem religiöses Zusammenhang nie wieder etwas gehört.
Das ist um so erklärlicher, als bei den meisten Küstenstämmen Deutsch-Ostvfrikas von einem Gottesbegriff in unserem Sinne überhaupt keine Rede ist. Die Neger kennen im allgemeinen nur eine Art höheres Wesen, welches imstande ist, ihnen BöseS zuzufügen und suchen dieses höhere Wesen durch "allerlei Opfergaben in primitivster Weise bei guter Laune zu erhalten.
Wenn jetzt ein eingeborener Lehrer eine Aeußerung tut, wie sie oben inhaltsweise wiedergegeben ist, so ist dies ein ungemein beachtenswerter Faktor, und cs erscheint wünschenswert, dieser Spur sofort nachzugehen, um zu finden, ob diese Ansicht überhaupt begründet ist und welchen Umfang eine derartige Anschauungs- weise im Küstengebiet angenommen hat. Bei der dichten Besetzung durch Europäer wird cs nicht allzuschwer sein, sich darüber zu, informieren. Jedenfalls darf im gegenwärtigen Augenblick eine solche Aeußerung nicht unbeachtet bleiben,
Dolitische Tagesschau.
Eine Ausweisung.
B. Berlin, 29. Aug.
Der BerlinerCorrespondent des „Allgemeinen Handelsblatt" in Amsterdam ist kürzlich als „lästig" ausgewiesen worden. Man kann hier sagen: die kleinen Larmmacher hängt man, die großen läßt man lausen. Gewissen Correspondenten englischer und fr u n z ö s i s ch e r Zeitungen, die da? Stärkste leisten nicht etiva in Angriffen, sondern in Erfindungen, die die deutsche Politik v e r d ä ch t i g en, wird k e in Haar gekrümmt. Im Gegenteil, sie erfreuen sich aller möglichen Berücksichtigung und sie sind in den vordersten Reihen zu sehen bei jeder Gelegenheit. Ist auch die Ausweisung dieser Herren nicht zu wünschen, so braucht man mindestens keine Umstände mit ihnen zu machen.
Ein ehemaliger deutscher Offizier französischer Manöverberichterstalter.
Die „Voss. Ztg." schreibt:
„Wie uns aus Paris drahtlich gemeldet wird, kündigt das „Echo de Paris" an, daß der preußische Oberst a. D. Gaedke (der frühere militärische Mitarbeiter des „Berl. Tagebl.") ihm über die französischen Manöver Artikel schreiben wird. Das Matt erklärt, seine Idee, die Kritik der Manöver durch einen deutschen militärischen Schriftsteller machen zu lassen, sei höheren Orts sehr freundlich begrüßt worden, Oberst Gaedke könne auf die beste Aufnahme rechnen. Es fällt schwer, dieser Meldung Glauben zu schenken. Wenn Oberst Gaedke die Aufgabe übernimmt, in einem französischen Blatte die französischen Manöver zu kritisieren, dann übernimmt er damit zugleich die Aufgabe, die französische Armee auf vorhandene Fehler und Mängel aufmerksam zu machen und sie zu belehren, wie sie ihre Schlagfertigkeit, ihren Kriegswert zu erhöhen habe. Kann das wirklich Absicht und Aufgabe eines deutschen Offiziers sein? Gegen wen anders denn als gegen Deutschland richtet sich die Kriegsbereitschaft der Franzosen? Und welche Empfindungen müßten einen deutschen Offizier überkommen, wenn in einem Kriege zwischen Deutschland und Frankreich — und daß ein solcher immer noch im Bereich der Möglichkeit liegt, haben wir vor wenigen Wochen erst erfahren! — wirklich eine erhöhte Kämpftüchtigkeit des französischen Heeres sich fühlbar machen würde, zu der durch seine Ratschläge beigetragen zu haben er sich vorwerfen müßte? . . . ."
Daß es, gelinde ausgedrückt, durchaus unangemeffen ist, wenn ein ehemaliger deutscher Offizier in einem französischen Blatte über französische Manöver Artikel schreibt, darin hat die „Voss. Ztg." gewiß recht. Aber die Befürchtungen sind doch wohl übertrieben. Was Herr Gaedke dem ffanzösischen Heere als Lehrmeister etwa beibringt, kann uns doch wohl kaum gefährlich werden.
Eine neue Waintinie?
Wir erhalten folgende Zuschrift:
Unter dieser Ueberschrist gibt im „Tag" der bekannte preußische Abg. Frhr. v. Zedlitz seiner Besorgnis darüber Ausdruck, daß die in verschiedenen süddeutschen Bundesstaate:: beabsichtigte Aeudcrung der Wahlsysteme eine neue Mainlinie schaffen könnte. Während in Süddeutschland die Wahlrechtsreform sich in der Richtung des Reichstagswahlrechts bewege, sei man in Norddeutschland gerade auf eine Festigung des Dreiklassenwahlrechts bedacht. Der Norden strebe nach rechts, der Süden nach links, und so möchte durch verschiedenartig zusammengesetzte Landesvertretungen die innere Geschlossenheit des Bundesrats und damit dessen Stellung zum Reichstag ernstlich gefährdet werden. Um das nun zu verhüten, will der Zeitungsgeheimrat zwar nicht die Reichsgewalt anrufen, die ordnend dazwischen fahren soll, sondern er plädiert für eine freie Verständigung unter den deutschen Bundesstaaten dahin gehend, „daß sie Entschließungen über grundsätzliche Aenderungen desWahlrechtsnicht fassen, ohne sich vorher mit den anderen verbündeten Regierungen benommen zu haben."
Die Zeiten sind längst dahin, da Preußen sich anschickte, tn Süddeutschland „moralische Eroberungen" zu machen, und ebenso lange ist es her, daß im deutschen Süden die Liberalen ihre Hoffnung auf Preußen setzten. Gerade für uns •in Hessen hat das besonderes Interesse. Als Deutschland endlich zur Einheit gelangte, brach auch das Regierungssystem eines Dalwisik zusammen, das Hessen zu einem „Muster- ftaate" klerikal-konservativer Observanz gemacht hatte. Die Bahn wurde frei für eine liberale Gesetzgebung. Seit jener Zeit schon datiert rn Hessen die Forderung nach einem gerechten, direkten Wahlrecht, obwohl das derzeitige hessische Landtagswahlrecht sicher um s o viel besser denn das preußische Dreiklassenwahlrecht ist, als es noch hinter dem Reichstagswahlrecht zurückbleibt. Das Ver- langen nach einer Wahlrechtsreform wurde immer dringender gestellt, gegen einen bezüglichen Antrag im Landtag stimmten nur noch acht (nationalliberale) 2njgeorbnete. Nunmehr erachtete es die hessische Regierung für geboten, dem so seitens der Volksvertretung geäußerten Wunsche zu entsprechen. Die Regierung tat 'das (wie sie erklärte) in der Ueberzeugung, daß sie damit dem Lande einen Kampf um die Verfassung erspare.
Und nun verlangt ein Führer der preußischen Rechten, daß auch die hessische Regierung ihre Ueberzeugung rück- toärtS revidieren soll. Wahrlich, die preußische Bescheidenheit Hütte nicht sprechender zum Ausdruck gelangen können. Was aber sagt der Herr Baron dazu, daß die derzeit den hessischen Landtag beschäftigende Regierungsvorlage über die Wahlrechtsreform gerade auf Betreiben des G r o ß h e r z o g s E r n st L u d w i g e i n g e b r a ch t wurde?! Die preußische Reaktion sollte sich doch dessen erinnern, daß es ein lib eral gerichtetes Preußen war, dem sich die Süddeutschen zur Gründung nationaler Einheit anschlosscn! Oder glauben die konservativen Führer des preußischen Junkerparlaments allen Ernstes, daß Die Aufrechterhaltung des Reiches dadurch gesichert werde, daß das in seiner überwiegenden Mehrheit freiheitlich denkende Süddeutschland jetzt das A und O junkerlicher Staatsweisheit akzeptiert? Umgekehrt wird ein Schuh daraus, sagt ein alter Spruch. Wenn die Freude am Deutschen Reiche in gewisser Weise ein wenig ins Wanken geraten ist im deutschen Süden, dann liegt die Ursache an dem zurzeit in Preußen herrschenden System, von dem leider auch jenseits der Mainlinie schon manche Kostprobe geschluckt werden mußte. Und darum sind es nicht die in Bayern, Württemberg und Hessen bevorstehenden Verfassungsänderungen, welche (um in der Zedlitzschen Sprache zu reden) den Bestand des Reiches in Frage stellen, sondern weit eher können dieunermüd- lichen Machinationen gegen das Reichstagswahlrecht, die in Preußen ihren Hort haben, als die Störer einer gedeihlichen Entwicklung des Reiches angesehen werden. Viel wahrscheinlicher können der Wahlrechtsraub in Sachsen und Lübeck, die Wahlrechtsverschlechterung in Hamburg und die Konservierung des Dreiklassenwahlrechts in Preußen zu schweren inneren Konflikten und in ihren Folgen unabsehbaren Kä:npfen führen, in denen dann auch der Reichsgedanke, die Freude tut der nationalen Einheit bedenklich in Mitleidenschaft geraten möchte. Will Preußen-Deutschland die Mainlinie nicht deutlicher hervorttetcn lassen — verwischen kann es sie nie — dann soff es bei sich auftäumen mit all den Rückständig- teiten engherzigster Bureaukratie und den Anmaßungen einer bankerotten Junkersippe; dann soll es vor allem bei sich ein gerechtes Wahlsystem einführen.
Freilich Herr v. Zedlitz denkt anders. Nicht Rechtsgleichheit soll herrschen in deutschen Landen, sondern die wenigen Auserkorenen des (nach Bismarck) „elendesten aller Wahlsysteme", des Dreiklassenwahlrechts. Der Herr Baron sorgt sogar weiter: Wenn im Reiche dieselben Erfahrungen zu benfelben Schlußfolgerungen führen sollten, wie in Sachsen und den Hansestädten, bann soll das Dreiklassenwahlrecht „in die Bresche springen". Das wäre also die Androhung des Staatsstreichs. Denn daß das Dreiklassenwahlrecht auf verfassungsmäßigem Wege im Reiche eingeführt werden könnte, daran glaubt doch wohl der Herr Baron selbst nicht. Und man darf zunächst auch gerechterweise bezweifeln, daß die süddeutschen Regierungen für einen solchen Schritt zu haben sein würden. Das enthebt aber den Liberalismus in Süddeutschland nicht seiner Pflicht, gerade im Hinblick auf solche Gelüste, wie fie der Artikel des Zeitungsgeheimrats offenbart, für die Cinzellandtaae umso nachdrücklicher eht freies Wahlrecht im Sinne des Reichswahlrechts zu fördern, gleichsam als Sicherung gegen die zunehmende Machtstellung der Konservativen in Preußen und des Censalismns im Reiche.
Uebrigens ist diese Zedlitzsche Angstmeierei vor einer neuen Mainlinie für uns in Hessen nichts neues. Eine ähnliche Melodie erscholl bekanntlich im vorigen Jahre und wispert auch heute noch zuweilen aus dem Kreise der vom Frhrn. v. Hehl inszenierten Opposition gegen die Wahlrechtsreform. Hieß und heißt es doch da: nur das
Kriegsflotte und Turbine.
Man schreibt uns von besonderer Seite:
Die Meldung, England beabsichtige sämtliche nach dem neuen Flottenbauprogramm zu beschaffenden Kriegsffahr- ieuae mit Turbinenmaschinen auszurüsten, bedarf wohl noch der Bestätigung. Darüber besteht ja kein Zweifel, daß die Turbine der Kolbenmaschine einmal überlegen sein wird. Zurzeit, in den jetzt bekannten und gebräuchlichen Konstruktionen, ist sie es :wch nicht. Wo immer die Turbine als Schiffsmaschine bisher erprobt wurde, hat sie der Kolbenmaschine gegenüber verhältnismäßig geringfügige Vorzüge, wohl aber wesentliche Nachteile erkennen lassen. Es ist kein System ohne Mängel, also haften diese Mängel auch den auf englischen Schiffen -nr Erprobung gelangten Turbinen an. Von Kriegsfahrzeugen kommen hier überhaupt nur ein kleiner Kreuzer und Torpedo^ote in Betracht, genau wie bei der deutschen Marine. Die vergleichsweisen Probefahrten der letzteren haben für die Kolbenmaschine geringeres Kohlenverbrauch und durchschnittlich größere Geschwindigkeit ergeben, als ein höheres Maß von Wirtschaftlichkeit. Das ist auch für die Betrieb der Kriegsmarine von Belang, wenngleich der Manövrierfähigkeit eine noch wesentlichere Bedeutung zuerkannt werben muß. In letzterer Hinsicht ist aber auf die Turbine einstweilen wenig Verlaß. Ein Maschinen-Jngenieur behandelt in einer technischen Zeitschrift diese Frage und stellt fest, daß in allen Berichten über Turbinenschiffe die Manövrierfähigkeit nur in allgemeinen Redewendungen gestreift sei. Tatsächlich trete bei der Turbine der schroffste Geschwindigkeitswechsel auf; man könne das Turbinenschiff mit dem Automobil vergleichen, dessen Bremse im Augenblick der Gefahr mitunter versagt. Im Interesse des Gefechtswerts der Kriegsschiffe liegt danach die allgemeine Ein- führuna der Turbine wohl nicht, oder richtiger: noch nicht, und es muß bezweifelt werden, daß die englische Marineverwaltung schon jetzt endgiltig zur Turbinenmaschine überzugehen entschlossen ist. Das Experiment wäre ebenso kostspielig wie gewagt. Die deutschen Großreedereien halten für ihre Riesendampfer einstweilen an der Kvlbenmaschine fest.
Kcer tinb Ilotte.
Kiel, 30. Aug. Auf der hiesigen Germaniawerft lief heute eines der für Deutschland zur Vornahme von Versuchen gebauten Unterseeboote vom Stapel, da§ ein Deplazement von 180 Tonnen aufweist. In etwa vierzehn Tagen, nachdem es seine letzte Ausrüstung bekommen hat, wird es die Versuche aufnehmen.
— Wieder Uniformänderungen. Die Uniform der Jäger zu Pferde wird sich zum 1. Oktober wesentlich ändern. An Stelle des gelben Kollerbesatzes tritt roter, die gelben Knöpfe und Treffen werden weiß. Die Achselklappen erhalten eine rote Einfassung und^ anstatt der jetzigen Nummer XI wird eine gestickte 2 getragen werden. Die neue Bewaffnung (Lanze und Karabiner) ist jetzt schon eingefühtt, wird jedoch von dem ältesten, am 1. Oktober zur Entlastung kommenden Jahrgang der Mannschaften nicht getragen, sondern nur von den beiden jüngeren. Die weiße Reit- und Paradehose fällt weg; sie wird durch eine grüne ersetzt.
— Ueber den Verlauf der Kaiserparade am 8. September bei Homburg wird folgendes mitgeteilt: Der Beginn der Parade ist auf 9 Uhr angesetzt. Der Kaiser wird auf dem Paradefeld vom komm. General des 18. Armeekorps v. Eichhorn empfangen und nimmt zunächst vor der Tribüne Aufstellung. wo in Gegenwart der Generalität die Verleihung neuer Fahnen an einzelne Regimenter stattftndet. Nach der Fahnenweihe, die unter präsen- ttertem Gewehr der aufgestellten zwei Treffen und unter Einsetzen der Musik aller Regimenter und Bataillone sich vollzieht, reitet der Kaiser die Front der Deputationen der Kricgervereine ab. Dann begibt er sich an den rechten Flügel des ersten Treffens zur Begrüßung der Kaiserin, der Fürstlichkeiten und der frc'mben Offiziere. Nun Beginnt das Abreiten der Front des ersten Treffens im Schritt; die Truppen präsentieren regimenterweise. Vom linken Flügel des ersten Treffens reitet der Kaiser, gefolgt von der Suite, das zweite Treffen vom linken Flügel her ab; das Abreiten der Fronten nimmt eine halbe Stunde in Anspruch. Hierauf reiten der Kaiser, die Kaiserin und Gefolge mitten vor die offizielle Zuschanertribüne und nehmen 50 Schritt vor ihr Aufstellung. Der Parademarsch begannt, Regiment folgt auf Regiment, die Infanterie in Kompagniefront, die Kavallerie und Artillerie im Trab. Darauf folgt der zweite Vorbeimarsch der Infanterie in Regimentskolonne, der Kavallerie und Artillerie im Galopp. Mit dem zweiten Vorbeikonrmen des Trainbataillons Nr. 18 ist die Parade zu Ende. Die Kaiserin und Kronprinzessin begeben sich zu Wagen nach Homburg, der Kaiser hält Kritik ab, setzt sich vor der großen Tribüne an die Spitze der Fahnenkompagnie und Standartenschwadron und reitet nach Homburg zurück.
W Stellung als »per joj. ober Später, B* und Wollwaren- njugu EchchtMeld, >. b. Gieß. Auz. erb.
läbch.j. 6t. s. H. u. R. rr, Lomiensiraße 6.
b Mädchen j. Sb als m o. Mabch. all. t ll. ieujel51u|tgärtd)en 26,
, Mädchen, w. koch.!, arbeit versi. sucht bald, . Tame i. kl. Haush.L , Ibft. i. ob. 91 Fm u. 05677 a. b. &. U
r Reise nach Würz-
i Slinkin, 18
i AÄM wb MyM M paW.SüVumg ÜM. unter 05720 an lnz. erbeten.
rauszul« ,v' crb.
i d» jij«
c^gekehrl
1,31. August 1905.
is Reiss.
«Ä SM
giss Aiu. erbeten.—
fle-
i'Mcnfw"
ä unb^TTT-^
l Ira in
*Mmb0, i_j iu"
Waschfrau
' dL$>eienroeg 19»
S gyuchl.
b-Länsmädchttfiis L0fyiboil'lraBe 891/ ibzengMheriu» 1 ^balb gejucht, ^eltersweg 12 n.
21 Jahre alt, t einer Äaugewul- ‘it allen im Baulach ■ii Arbeiten oolli'tä'nb. lucht Stellung, elb. unter 05612 an ' Anzeiger erbeten, h welcher noch Ireie ^eiaMg.mÄuch. dergl. Schr.Melb. 1 b. (&eü. Anz. crb.


