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die wir im Stillen Ozean offiziell erhalten, sind ausreichend nicht nur zur Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen für jetzt, sondern auch für längere Zeit.
vorgenommener Meliorationen,
4. daS Verzeichnis Über Entschädigungen,
5. zwei AbschätzungSverzeichnisse der Obstbäume,
6. daS GeldauSgleichungSverzeichnis über zuviel zuwenig erhaltenen Obstbaumwert,
maßregeln für den Kampf gegen die Juden. Als bei seinen Ausführungen die Versammelten lachten, meinte der Graf, er fordere jetzt in allem Ernste die Berliner auf, Sturmkolonnen zu bilden und noch in dieser Nacht die Juden auS den Caf^S und Nestaurants heraus- z uprügeln. Der überwachende Polizeihauptmann löste dann die Versammlung auf.
7. das Verzeichnis der Pachtentschädigungen pro 1904,
8. das Verzeichnis der Pachtentschädigungen infolge Neubau und Erweiterung der Rodheimer-, Krof- borfer- und Gleibergerstraße.
Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfristen oei den Großh. Bürgermeistereien Gießen, bezw. Heuchelheim bei Gießen schriftlich einzureichen.
Friedberg, den 26. Juni 1905.
Der Großh. Feldbereinigungskommifsär.
Spam er, Kreisamtmann.
Kolonialpost.
Die Londoner „Times" melden aus Kapstadt, daß der Hottentottenhäuptling Morenga und seine Leute einen Sieg über die Deutschen in Südwestafrika gewonnen hätten. Mehr als hundert Deutsche sollen getötet sein. Das Blatt hält die Meldung für verläßlich, da sie seiner Behauptung nach eine amtliche Nachricht von dem Chef der Kappolizei in Upington an die Negierung der Kapkolonie darstellte. Jedenfalls aber liegt eine Verwechslung mit dem letzten deutschen Siege über Morenga vor. (Vergleiche unsere Nr. 149, 2. Bl.)
Aer Krieg.
Eeneraladjutaut Gripenberg wurde zum Generalinspekleur der Infanterie ernannt.
Admiral Skrydlow,
der nicht weit von Petersburg in der Sommerfrische weilt, sprach sich über Wladiwostok wie folgt auS: „Wladiwostok ist vorzüglich befestigt, doch nicht uneinnehmbar. Alles hängt von der Intension ab, mit der die Japaner Wladiwostok belagern werden. Mir scheint, daß bis zu der erwarteten großen Schlacht zwischen Oyama und Linewitsch eine energische Aktion gegen Wladiwostok nicht unternommen werden wird. Die Japaner sind zu vorsichtig/ Skrydlow bedauert, daß Rußland e8 seiner Zeit verabsäumte, mit Japan ein Bündnis zu schließen. „Wir haben eS verschlafen und unterschätzten die Japaner. Allerdings, „wir Seeleute haben die Japaner immer als eine starke Seemacht angesehen."
Ein dänischer Dampfer in den Grund gebohrt.
Kopenhagen, 29. Juni. Die hiesige Ostasiatische Kompagnie wurde telegraphisch benachrichtigt, daß der Kapitän und die Mannschaft des der Gesellschaft gehörigen Dampfers ^Prinzessin Marie" in Batavia eingetroffen sei und daß der Dampfer, der sich auf einer Reise von Europa nach Singapur, Hongkong, Schanghai und Yokohama befand und keine Kriegs- kontrebande hatte, von dem russischen Hilfskreuzer „Terek" am 22. Juni in dem Chinesischen Meer in den Grund gebohrt wurde. Einzelheiten fehlen.
Die Verhandlungen der Friedenskonferenz sollen, wie der Standard aus Washington zu berichten weiß, sorgsam geheim gehalten werden. Rußland sträubte sich gegen Washington als Konferenzort, weil es befürchtete, die Japan freundliche Umgebung werde die Beratungen vermöge deS Freimutes, mit dem in Amerika amtliche Ansichten veröffentlicht werden, in für Rußland ungünstigem Sinne beeinflussen. Erst als Japan sich ausdrücklich verpflichtete, seinen Bevollmächtigten jede Bekanntgabe ihrer Instruktionen, bet gegnerischen Forderungen, bet Absicht oder der Wege auf denen man zum Ziele gelangt sei, zu verbieten, erklärte die Petersburger Regierung sich mit Washington einverstanden. Es wird daher nur eine einzige authentische Veröffentlichung über die Konferenz erfolgen und zwar erst, wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind.
Nach Meldungen aus Petersburg wird erklärt, daß die vorbereitenden Friedensverhandlungen beendet seien. Die russischen und die japanischen Bevollmächtigten würden, da ihre Machtbefugnisse bereits bestimmt seien, W zusammentreten können.
Wie ein japanischer Kreuzer sank.
Nachdem die Verluste der japanischen Flotte jetzt offiziell bekannt gegeben sind, werden nun auch genauere Schilderungen von dem Untergänge der verlorenen Schiffe veröffentlicht. So gibt die „Japan Times" eine eindrucksvolle Darstellung von dem Sinken des japanischen Kreuzers „Takasago^, der in der Nacht des 12. Dezember auf eine Mine stieß unb unterging. Wieder tritt der Heldenmut der japanischen Soldaten, die mit voller Ruhe und Kaltblütigkeit mit ihrem Schiff in den Grund gingen, deutlich in die Erscheinung. „In dem Augenblick des Unglücks", so heißt es in dieser Schilderung, „herrschte ein furchtbarer Schneesturm, eine steife Brise ließ das Meer hochgehen. Die Mine schlug eine Bresche von sechs Fuß Durchmesser in der Mitte der Wasserlinie auf der Backbordseite, so daß das Wasser mit ungeheurer Gewalt in den Schiffsraum eindrang. Eine Viertelstunde später waren unten alle elektrischen Lampen verlöscht, und nur noch auf der Brücke leuchtete ein Licht. Es war 42 Minuten nach Mitternacht, als die Raketen ausstiegen, die der Flotte das Unglück meldeten; auch durch drahtlose Telegraphie stand das Schiff mit dem Geschwader in Verbindung. Man sah bald, daß es eine Rettung nicht gab; die Mannschaft mußte sich auf den Untergang gefaßt machen. Die „ 500 Mann batten sich auf dem Oberdeck versammelt. Kapitän Jshibashi redete zu ihnen von der Brücke herab und forderte sie aus, sie sollten sich mit Nettungsgürteln versehen. „Niemand darf aber das Schiff verlassen, ehe es sinkt. Wir wollen alle vereint das Schicksal unseres Schiffes teilen." Emen Augenblick herrschte feierliches Schweigen, dann sang bte Mannschaft die Nationalhymne, und brausende „Banzais' ertönten für den Mikado, das Reich und die Flotte. Dann blieben die tapferen Mairosen sich selbst überlassen. AIS sich das Schiff weiter übcrneigte, postierten sich alle au
Ausland.
Christiania, 29. Juni. „Verdens Gang" schreibt: Die kränkenden und drohenden Worte, welche in der ersten Kammer Schwedens gefallen sind, machen nur geringen Eindruck in Norwegen. In gewisser Weise ist es uns eine Befriedigung, daß die Welt endlich darauf aufmerksam gemacht werden kann, was für eine Politik es ist, mit der wir während des Bestehens der Union zu tun gehabt haben. Diese Kreise, so voll von Haß und Geringschätzung gegenüber Norwegen, machten für un5 die Union unmöglich, sie sind es, die die Union gesprengt haben, lange, bevor Norwegen gezwungen war, die formellen Schritte hierzu zu tun. Jetzt ballen sie die Faust nicht nur gegen uns, sondern gegen alle, gegen Dänemark, gegen Deutschland und gegen England; sie taten es schon lange gegen Rußland und'sind eine Gefahr für den Frieden auf der Halbinsel, eine Gefahr für Schweden selbst.
London, 29. Juni. Wie aus Afrika gemeldet wird, ist der Sultan Mi bi o, welcher bedeutende Gebiete in Bar el Gazal beherrscht, getötet worden. Sein Tod erfolgte bei einem Gefecht zwischen seinen Untertanen und anglo-egyptischen Truppen.
— Unterhaus. Bei der Debatte über den Marine-Etat hob Robertson (liberal) hervor, daß England angesichts des Mißerfolges der russischen Flotte und des veränderten Standes der Seestreitkräfle der ganzen Welt seine Flottenpolitik einer nochmaligen Prüfung unterziehen solle. — Pretyman (Parlaments-Sekretär der Admiralität) erklärte, es sei das Ziel der Admiralität, für eine hinreichende Menge von Schiffen zu sorgen, nicht nur zur Vernichtung des Feindes, sondern auch zum Schutze des Handels in Kriegsreiten. Die Frage dieses Handelsschutzes nehme die sorgfältigste Aufmerksamkeit der Admiralität in Anspruch. Er lehnte es ab, Einzelheiten bezüglich der neuen Schlachtschiffe unb Kreuzer zu geben, da es dem Staatsinteresse zuwider sein würde, diese Details zu veröffentlichen, denn es sei augenscheinlich, daß die Nation, die am besten im stände fei, bic Entwürfe unb Pläne bet onberen Fonhirrierenben Mächte ,u erhalten, den Vorteil besitzen würde. Dann verteidigt P. bezüglich der Unterseeboote das Verhalten der Admiralität, solche Fahrzeuge zu bauen, und erklärt, die einzige Verteidigung gegen Unterseeboote seien Unterseeboote. Bezüglich der Frage über die Herrschaft im Stillen Ozean erklärte Pretyman: Wir wünschen in keinem Meere bte Herrschaft, vorausgesetzt, daß wir verlangen, daß die englischen .siandelsinteressen dort die gleichen Begünstigungen rote der sandel anderer Nationen genießen. Die Zusage, daß wir die Herrschaft im Stillen Ozean ober in .emem anberen Weltmeere zu erlangen wünschten, könnte eme falsche Auffassung Hervorrufen, die roir zu vermeiden wünschen. Die Schiffe,
Der Kolonialrat.
Berlin, 29. Juni.
Heute vormittag trat der Kolonialrat zu seiner Sommersitzung zusammen. Der Vorsitzende, Kolonial-Direktor Dr. Stübel widmete dem Gouverneur v. Wissmann einen Nachruf. Der K'o- lonialrat nahm einen Antrag aus Einsetzung einer Kommission für landeskundliche Erforschung der Schutzgebiete an. Bei der Besprechrmg des Etats für Südwestasrika führte Dr. Stübel aus, daß nach der dem Reichstage vorgelegten Denkschrift künftig den kommissarischen Beamten die gleichen Vorteile wie den etatsmäßigen gewährt werden können. Konsul Vohsen vertritt die Bestrebungen der Siedelungs-Gesellschäft für Süd- wesiafrika. Der Kolonialdirektor erklärt, bezüglich der SiedelungH- Gesellschast seien die Arbeitsergebnisse der vom Reichstage beschlossenen Kommission zur Prüfling der Verhältnisse der Gesellschaften im Schutzgebiet abzuwarten. Er könne dem Ergebnis nicht vorgreifen. Bisher seien der Verwaltung keinerlei Tatsachen bekannt geworden, die die gegen die SiedelungK-Gesellschast gerichteten Angriffe als berechtigt erscheinen ließen.
Am Nachmittag nahm der Kolonialrat einen Antrag Dr. Scharlach cm: „Der Kolonialrat steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Voraussetzung für eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung des Schutzgebietes für die nächste Zeit die ist, daß die Ansiedler für die von ihnen nachgewieseuen Verluste durch bte Eingeborenen - Aufstände voll entschädigt werden."
Beim Kamerun-Etat gibt Dr. Stübel Auskunft über die Unruhen in Südkamerun,, die lokaler Natur seien und keinerlei Einfluß auf andere Teile des Schutzgebietes hätten. Es handele sich um noch nicht unterworfene Stämme, die mit den Weißen bisher kaum in Berührung kamen. Die Negierung sei bemüht, den G u m m i r a u b b a u zu unterdrücken. Staudinger schlägt vor, an stelle des Landverkaufes das Pachtsystem treten zu lassen. Der Vorsitzende gibt zu, daß das Vachtsystem vorzuziehen sei, wenn aber die Verwaltung vor die Wahl gestellt werde, Land zu verkaufen, oder auf die Investierung deutschen Kapitals zu verzichten, könne ne sich wohl, für die Letztere Alternative entschließen.
Beim Etat für Neuguinea wird die intensivere Erforschung Neuguineas durch Expeditionen erwünscht. Von feiten der Negierung wird darauf hingewiesen, daß die Ausgaben für Expeditionen nur insoweit zu rechtfertigen feien, als bestimmte wirtschaftliche Vorteile für das Schutzgebiet zu erwarten wären. Der Etat der Palau-, Karolinen-, Mariannen- und Samoa-Inseln gibt keinen Anlaß zu einer Debatte.
außer ©rnmtogi.
Dem Gießener Anzeige, werben im Wechfel mit dem SeMschen Landwirt die Sirtzrner SamiUtn« HÜMsr viermal in der Woche deigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'fchen vaweri.-Buch-u.
beackeret. R. Sang«.
Deutsche» Reich.
Kiel 29. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin be- /uchten heute nachmittag daS Gartenfest beim Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen im königl. Schlosse. Sodann begab sich der Kaiser in den und verteilte
dort die Preise für die Wettfahrten der Kieler Woche. Spater nahm der Kaiser an einem Hevcenabend teil.
Berlin 29. Juni. Polizeilich aufgelöst wurde die gestrige Puckler-Versammlung in der „Neuen Ph'l. bannonic". Der Vorsitzende teilte bei Eröffnung der Ber- sammlung mit, daß die Einladungen zu der Versammlung, Lf denen die letzte Rede des Grafen Pückler abgedruckt war, von der Polizei an, Abend vorher konfisziert worden seien. Graf Piicklcr sprach am Anfang seiner Rede ziemlich ge- mäßigt: Er wolle heute das politische Glaubensbc enntms ablcgen: Er sei antisemitischer Sozialist, aber kein Sozialdemokrat. Mit ih.n könnten alle Parteien gehen. Seinen .roten Brüdern" gab der Graf daun Verhaltung-^
Die Aöflarmrrg des MarokkoLonMts.
Am Donnerstag empfing der Reichskanzler bett französ. Botschafter Brhourd, der längere Zeit beim Fürsten Bülow verweilte. Der Botschafter überbrachte, so verlautet, im Auftrage seiner Regierung eine Mitteilung, die man als einen weiteren bedeutsamen Schritt zur Beilegung der in der Marokckofrage noch schwebenden Meinungsverschiedenheiten betrachten darf.
Won zuverlässiger französischer Seite verlautet, daß der Ministerpräsident Rouvier, der durch neuerliche Unterredungen mit dem deutschen Botschafter Fürsten R^adolin die formelle Ueberzeuguug gewann, daß Deutschland die berechtigten Interessen Frankreichs in Marokko rn keiner Weife beeinträchtigen wolle, den lebha^ testen Wunsch hege, die Marokkofrage sobald als möglich erledigt zu sehen. _ ,
Aus Fez berichtet das Reuter-Bureau: Die Besprechungen in Paris zwischen dem Ministerpräsidenten Romvter und Radolin gaben Anlaß zu der Befürchtung, Deutschland könne Marokko seinen Interessen anderswo opfern Dtes veranlaßte den Grafen Tattenbach, seine Werftcherung zu wiederholen, daß Deutschland für dte Unverletzlichkeit und Unabhängigkert Marokkos einstehe und nicht die Absicht habe, den Sultan rm Stich zu lassen. - Eine englische Firma, so meldet Reuter ferner, legte Pläne für den Bau ernes Hafens in Tanger vor, und Lowther bemüht srch lebhaft, dre Behörden zu beeinflussen, sie in wohlwollende Erwägung zu ziehen.
Der englische Minister des Asußern Lord Lands- b o tone hat nicht nur die eoneili ante Form der deutschen Antwort anerkannt, sondern atrch ihren sachlichen Inhalt für d i s?u tao e l erachtet und zwar unter dem Gesichtspunkte der englEb-französtschen Entente, m die einen Keil zu treiben aitgesichts btefer Ruckaußerung keinesfalls die Absicht der deutschen Regierung fern könne.
Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Freitag 30. Juni 1908
«Lietzener Anzeiger
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen Mtzs
in.riuii.r.iu.j.MJiiwnjiiLuim - , - ___zeigentetl. DanS Bech
Gießen, den 22. Juni 1905.
Betr.: Die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben.
Die Großh. Kreisschulkommisfion Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 18. April b. Js. noch nicht entsprochen haben, werden wiederholt an sofortige Erledigung erinnert.
Dr. Breidert.
Dekamümachung.
Betr.: Feldbereinigung in ber Gemarkung Gießen, rechts ber Lahn.
Die nachstehend aufgeführten GelbauSgleichungSverzeich- niffe von obiger Feldbereinigung liegen offen und zwar in ber Zeit vom:
I. 1. bis einschließlich 7. Juli l. I. auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Gießen,
II. 10. bis einschließlich 13. Juli l. I. auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim bei Gießen:
1. das HauptgeldauSgleichungSverzeichniS nebst Nachtrag,
2. zwei GeldauSgleichungSverzeichniffe über zuviel oder zuwenig erhaltenes Gelände,
L. das GeldauSgleichungSverzeichnis infolge nachträglich


