Ausgabe 
30.5.1905 Zweites Blatt
 
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JörtefTaften zu werfen oder einem Briefträger mitzugeben, und die Sendung wird bei der nächsten Paketbestellfahrt gegen eine Gebüyr von 10 Pfg. vom Hause abgeholt. Das Verfahren ist also einfach und bequem, deshalb besonders solchen Personen zu empfehlen, denen ein Dienstbote nicht $ur Verfügung steht.

Die hessische Lotteriedirektion hat die Pläne /flr die Veranstaltung einer zweiten Schloßfreiheit­lotterie ausgearbeitet.

* Vom Heurigen. Durch das jüngste Frostwetter haben nunmehr abgeschlossenen Feststellungen zufolge am Mittelrhein die Weinstöcke zu Steg, Niederheimbach, Ober­heimbach und Bachrach sehr schwer gelitten. In den niederen Lagen im Nahetale, sowie im Gebiete des vorderen Hunsrück sind die meisten Weinstöcke erfroren. Im Rhein­gau hatten die berühmten Gemarkungen Geisenheim, Johannes­berg, Erbach und Hattenheim in den Tieflagen derart ge­litten, daß die Ernte nur minimal sein dürfte. Auch in Rhein Hessen hat das Frostmetter die Hoffnungen der Winzer vernichtet. Speziell die Tallagen, in denen Portu­gieser- und Burgunderweine gepflegt werden, sind übel mit­genommen worden.

-u. Friedberg, 29. Mai. Am 26. Mai tagte im Hotel zu den drei Schwertern in Friedberg die 16. Haupt­versammlung des Oberhessischen Ob lt bau Vereins unter dem Vorsitz seines Präsidenten, des Grasen Oriola. Der unisangreiche Jahresbericht, erstattet vom Direktor der Geschäftsstelle, Direktor Tr. von Peter, zeigte, daß der Verein, welcher einen Mitgliederstand von 4876 Mitgliedern aufweist, und in seiner abgeschlossenen Jahresrechnung einen Betrag von 16 500 Mk. in Einnahme und Aiisgabe ver­wendete, in ersprießlicher Weise die Gesamtintereffen des Obst- bailes in der Provinz Oberhessen fördert und den Obstbaii selbst auf eine hohe Stufe der Entwicklung gebracht hat. Nach dem Vortrag der Rechnung und Aufstellung des Vor­anschlages pro 1905/06 wurde in eingehender Weise die Frage betr. Hebung des Baumwärterstandes verhandelt. Auf Vorschlag des Direktors Dr. von Peter werden Arbeitsbücher für diese eingeführt und die tüchtigsten Baumwärter am Jahresschlüsse auf Grund der Einreichung dieser Bücher prämiiert. Hierfür wurde zunächst ein Betrag von 400 Mk. von der Versammlung bewilligt. Neber den gleichen Gegen­stand hatte vormittags die aus der ganzen Provinz besuchte Baumwärterversammlung beraten und Anlage deS Arbeits­buches gutgeheißen. Nach einem Vortrag des Obergärtners John über Baumschnitt und einem Bericht des Obstbau­technikers Wiesner über das Programm der Jubiläums­ausstellung in Mainz schloß der Präsident die von etwa 75 Personen besuchte Versammlung.

§ Friedberg, 29. Mai. Die gestrige Schill er - gedenkfeier gestaltete sich zu einem rechten Volksfest, zu dem zahlreiche Festgäste selbst aus Bad-Nauheim und den umlieaenden Orten erschienen^ Von 121 Uhr war Promenadetonzert an der Schillerlinde durch die Kapelle der Aschaffenburger Jäger. Um 5 Uhr stellte sich ein Festzug, bestehend aus den Spitzen der Behörden, den Schulen und Vereinen, am Kriegerdenkmal auf. In der Burg fand dann die Feier statt. Der Direktor der Ähillerschule, Balser, hielt die Festrede, in der er Schiller als den Dichter der Freiheits- und Vaterlandsliebe feierte. Tie vereinigten Ge­sangvereine und der Seminaristenchor trugen unter der Leitung des Musikdirektors Schmidt mehrere Schillerchöre vor. Abends wurden Burg, Adolfsturm und Schloß ben­galisch beleuchtet.

Frankfurt, 29. Mai. Am Freitag abend hielt sich auf der Mainzerlandstraße in der Nähe von Cflnesheim der achtjährige Sohn des Fabrikarbeiters Ley an dem Hemmwerk eines in der Richtung nach Frankfurt fahrenden Bierwagens fest und lief nach. Auf einmal hörte der Knabe hinter sich das Signal eines in derselben Richtung fahrenden Automobils. Erschreckt ließ er die Hemme los, sprang seitwärts und wurde in demselben Augenblick von dem Automobil überfahren. Beide Beine wurden ihm ge­brochen: außerdem erlitt er schwere Verletzungen an Brust und Leib, sodaß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

j. Rüdes heim, 28. Mai. Heute nachmittag gegen 4V2 Uhr wurde die hiesige Einwohnerschaft von den Sturm­glocken alarmiert. In der Nältz» des Nationaldeukmals aus dem Niederwald brach ein Waldbrand aus. Das Feuer griff schnell um sich. Der Löschmannschaft, welche gleich zur Stelle war, gelang es, das Niesenfeuer gegen abend zu dämpfen. Der Schaden ist nicht unbedeutend.

* Kleine Mittel ""aen ans dessen und den Nachbar st aaten. Am Uebergange bei der Station Gauls- heim wurde der Bahnwärter Heibert von einem von Mainz kommenden Zuge überfahren und getötet. Herbert war ver­heiratet und Vater von 7 Kindern. In Weichersbach bei Schlüchtern wurde der 13jährige Sohn des Taglöbners Gärtner von einer K it , die er aus die Weide führen sollte, zu Tode geschleift. Der Knabe hatte sich das Leitseil um den Leib ge­schlungen, plötzlich scheute das Tier und raste davon, den Knaben hinter sich her schleckend.

Ein Raubmord in Offenbach.

Ein entsetzliches V-rbr n ist tn Ojf nbach verübt worden. Am Hellen Mittag W Maiensonntags, desselben Tages, an wel­chem die fünf unglücklichen rWr der Brandkatastrophe zur letzten Ruhe geleitet wurden, ist, wie wir schon mittcilten, ein blühendes junges Menschenleben durch Mörderhand vernichtet worden, und zwar durch die Hand einer Frau, die selbst bte Mutter mehrerer Kinder ist. Das beklagenswerte Opfer ist b#e 11 jährige Rosa Lückert, ein kräftig entwickeltes, hübsches, ausgewecktes und fleißiges Mädchen, welches die Volksschule an der Bleichslrabe besuchte und stets zu den ersten ihrer Klasse gehörte, die M'"rd"rin die Eh Hem d s Glasers Josef Lotz, Ka­tharina geb. Brückner. Rosa Lückrt wehnte mit ihrer Mutter, deren einziges Kind sie war bei ihrem Onkel, dem Bresstr Fleck. Wilhelm üraße 25. Dieser hat für denNeuen Verein Ceres", einen Kohlenein?aus5vcrein, die Mitgliederbeiträge ein­zuziehen, was immer des Sonntags geschieht. Da Fleck sich eine Handverletzung zugezogen bat, und d-shalb in letzter Zeit nicht selbst einkassieren konnte, ließ er seine zu diesem Zwecke sehr anstellige Nichte die Gelder einsammeln, wobei er sie von Haus zu Haus begleitete und unten auf d"r Straße wartete. So waren beide am Sonnwg gegen n'jl° Uhr in d"r oberen Vieb^rer- straße angelangt., Fleck ging in das Haus Nr. 83, um dort wohnenden Mitgliedern eme Mitteilung über Steuerzahlung zu zu machen. Ms er wieder h^raustrat, sagte Rosa munter zu ihm:So, jetzt sind wir bald fertig! Ich geh' jetzt zu, Lotz!" Fleck ging indessen zum Math'ldenvlatz weiter. , Als sie nach längerer Zeit nicht wieder auf brtr Straße erschien, wurde er ungeduld-a und g'Ng zurück' verschiedene Vweinsmitgliedcr, die zu dwl Fenstern heraussahen, fragte er, ob das Kind noch nicht bei ihnen gewesen sei: sie verneinten es alle, darunter auch Frau Lotz. Nun ging Fleck nach Hause, in der Meinung das Kind daheim zu finden: aber auch dort war es nicht gewesen. Schon stark beunruhigt, kehrte er in dw Vlcbererstraße zurück und fragte in allen in Betracht kommenden Hausern nach, so

auch bei Frau Lotz, die entschieden verneinte, daß das Mädchen dort gewesen sei. Erschöpft und halb verzweifelt bat Fleck um ein Glas Wasser: d e Frau, die einen Mord auf dem Gewissen hatte, setzte ihm in aller Ruhe eine Tasse Kaffee vor! Frau Lotz erzählte noch, um die Zeit gegen 12 Uhr sei sie gar nicht zu Hause gewesen, sondern hätte bei dem Kaufmann Schäfer an der Ecke der Krasftstraße Wolle cingekauft. Nachdem Fleck dann nochmals zu Hause gewesen war, ohne etwas von dem Mädchen zu finden, kehrte er wieder zurück, um weitere Nachforschungen anzustellen. Das Verschwindest des Kindes war imtcrbeffcn. bekannt geworden und die Leute besprachen das rätsel­hafte Vorkommnis. Während sich vor einem Zigarettenladen Fleck mit einigen Leuten über btc etwa vorhandenen Möglich­keiten unterhielt, trat auch Frau Lotz hinzu und mischte sich ohne alle Scheu in das Gespräch, sodaß sich bei Fleck ein auf- keimender Verdacht wieder von ihr ablenkte. Unterdessen hatte dieser auch Anzeige bei der Polizei erstattet, und so beteiligte sich am Mend etwa von i/z9 Uhr ab auch der Schutzmann Hechler, der zur .Kriminalabteilung kommandiert ist, an den Ermittel­ungen. Da der Verdacht sich immer mehr dahin verdichtete, daß die Unglückliche im Hause Biebererstraße 69 verschwunden sein müsse, nahm Hechler mit Fleck eine systematische Durch­suchung vor: zuletzt kamen sie in die in der Eckmansarde ge­legene Lotzsche Wohnung. Die Frau, die eben zu Bett gehen wollte, stand wieder auf und leuchtete mit einem Licht bei der Haussuchung. Sie hatte noch die Stirne, zu Fleck zu äußern:Schicken Sie nur feint Kinder zum Geldereinsammeln; wie leicht kann da was passieren!" Wohnstube, Kinderzimmer und Küche wurden vergeblich durchsucht: auch eine auf dem gleichen Flur befind­liche leerstehende Wohnung. Ans die Frage:Sind nicht noch weitere Räume hier oben?" deutete die Frau auf den Dachboden, der n ur durch eine einen Meter lange und einen halben Meter breite Luke mittels einer Leiter, die erst angeßellt werden muß, erreicht werden kann Hechler sii^g hinauf und Frau. Lotz leuchtete auch hier. Der sehr niedrige Dackbod"n ist ziemlich lang, und das Licht drang nickt reckt bis in den nnfr'rftien Winkel.Dort ist nichts!" sagte die Mörderin, als sich Hechler ansckickte, dort nachzusucken. Er ließ sich aber nicht beirren und sah hinter einem alten Blumentisch zwischen Wand und Schornstein etwas Verdächtiges liegen: er hob einen darüber gebreiteten großen Sack empor, und ein Schreckensruf entfuhr ihm, als er die Leiche der Rosa Lückert, das Gesicht zu Boden, erblickte. ..Wollen Sie jetzt noch leugnen, daß Sie die Mörderin sind?" fragte er das entsetzliche Weib, das feine Unschuld beteuerte, aber schrecken Maß geworden war. Frau Lotz wurde natürlich sofort verhaftet: ihr Gatte, der das Fürchterliche bisher noch Immer nicht recht geglanbt hatte. geberd"te sich wie verzweifelt. Frau Lotz galt als jähzornig heimtückisch und roh: vor nicht langer Zeit wurde sie wegen Mißhandlung der drei Kinder aus erster Ehe zu einer Geld^rafe verurteilt. Sie ist von schmächtigem Wucks und dunkelblond.

Die Untersuchung der Leiche ergab, daß man versucht hatte, das Kind mit einer alten Waschleine zu erdrosseln, welche dabei gerissen war: ein Stück war noch um den Hals geschlungen, den Rest fand man in der Küche in einem Mfalltopf. Die Tat war dann mit einem Handtuch, das ebenfalls noch den Hals umgab, vollendet worden. Nachdem der Ortsbefund ausgenommen worden war, wurde die Mörderin, d.e noch immer leugnete, nach Mitter­nacht zur Polizeiwache gebracht: sie wäre von der Menge, die trotz der polizeilichen Sperrung das Haus umlagerte, beinahe gelyncht worden. Auf der Wache begann das Verhör. Frau Lotz sah sich bald so in die Enge getrieben, daß sie die Tat eingestehen mußte. Sie behauptete aber, das Verbrechen nickt allein ausgeführt zu haben: ihr V r u d e r, der Arbeiter V r ü ck- n er aus Ludwigshafen, habe dabei geholfen. Es scheint dies aber nicht auf Wahrheit zu beruhen, denn der Bruder ist von niemand gesehen worden. Bei der entsetzlichen Tat handelt es sich allem Aus-l'ein nach um vorsätzlichen, planmäßigen Raub­mord. Die Mörderin wußte, das; das Mädchen mit einer Geld­summe um die bestimmte Zeit kommen würde; in der Tat sind der Verbrecherin etwa 87 Mark in die Hände gefallen, die man am Abend infolge einer Aeußerung der Kinder, daß die Mama mittags ganz schwarze Hände gehabt habe, in dem Ofenrohr der Wohnstube in Papier aewickelt versteckt fand. Das OuittungS- bücklein mit den Marken hat die Mörderin wahrscheinlich ver­brannt. Wo die Tat vollführt wurde, ob in,der Wohnstube oder in der Kücke ist noch nickt festgesvellt: es ist auch nickt ausge­schlossen, daß die Frau das Mädchen auf den Dachboden gelockt und dort getötet hat, da et schwer denkbar ist, wie sie bTe Leiche über die steile, zerbrechliche Leiter hinaufgeschafft M'pn könnte.

Msfb. Ztg.)

PertniWfe».

* Berlin, 29. Mai. (Amtlich.) Der O-Zng Nr. 3 Köln-Berlin ist heute kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Hamm mit den letzten Wagen entgleist. Die übrmen ^-Waaen wurden mit 30 Minuten Verspätung nach Berlin abgelassen. Zwei Reisende wurden unbedeutend ver­letzt. Der Materialschaden ist gering.. Der Verkehr wird aufrecht erhalten. Die Entgleisungsursache ist noch nicht ermittelt.

Beim Motorradrennen. Ein Junge fragte seinen Vater, warum die Fahrer alle so gebückt auf den Rädern säßen. Die Erklärung des Alten lautete:Ei däi wolle net von dene Hinnerschte gesehe sei, dann stinkt'n aach des Benzin so oarg und wollen aach eher in Frankfort sei".

Wieder ein Zweikampf mit tätlichem Aus­gange. In Budapest fand am 29. d. Mts. infolge eines persönlichen Konfliktes im Abgeordnetenhause zwischen dem Theater-Intendanten Grasen Kegle vich und dem Ab­geordneten Enh ein Säbelduell statt. Graf Keglevich wurde tätlich verwundet. Er ist alsbald seinen Ver­letzungen erlegen.

*KleineTageschronik. JnRupperts-cken (Pfalz'' wurde die 10 jährige Tochter des Tagelöhners Schuler in der N<^e pes Gudeubachboses in einem Korno^r ermordet anf- gefunden. Es liegt L u st m o r b vor. Am Sonntag stürzten zwei junge Leute bei einer Tour im Dischma am Braunhorn (Schweiz) al». Der eine erlist leiste Buck"Hungen, der andere, der Maler Blohm ans Braunschweig, ist tot. In Konstan­tinopel hat sich ein Sohn des verstorbenen Mmisters Hassan Pascha erschossen. In einem photographischen Atelier zu Naneh ereignete fick eine schwere Explosion. Von vier schwer verletzt-m -"9 f-nb zwei gestorben.

Limff nnh schäft

Kaiser Wilhelm über Schillers Jungfrau von Orleans.

Eine ungenannte Pariser Persönlichkeit erzölstt imFigaro", daß sie während der Premiere der OperDie vernarrte Prinzeß" im WiesbadenerHoftheater mit dem K a i- ser gesprochen habe. Der Kaiser habe die Oper gelobt und dann den wohltätigen Einfluß der Seeluft und das, mittelländische Klima auf seine Gesundheit gerühmt und hinzugefügt, die langen Reisen sind sehr gut, b soud'rs w mn s'e nichts Offizielles haben. Der Kaiser habe den Pariser Gast gefragt, ob er im Hoflheater SchillersJungfrau von Orleans" gesehen habe und bann gesagt:Kein anderer Dichter hat in schönerer und erhebenderer Smache den Patriotismus ausge­drückt, der in der fi-anzösischen Heldin verkörpert sei. Schiller habe die ,.Jungsrau" ir e!ner Regung der Entrüstung geschrieben als 9rntniirt auf diejenige Voltaires. Hat der deutsche Dichter nickt sehr ber^bl Jeanne d Are sür.die Schmähungen ge­rächt, die ein französisches Genie wohl in einem Augenblick der Verirrung Über sie ausgesprochen hat?"

Der bekannte Roman-Schriststeller Balduin Möll- hausen ist am 28 d. M. in Berlin nach längerem Kranlenlaaer gestorben. Er halt, am 27. Januar l). I. seinen 80. Ge­

burtstag begangen und wir haben an jenem Tage seine literarische Tätigkeit in einem besonderen \ htil'el gewürdigt.

Stuttgart, 29. Mai. Der König hat der Dichterin Jsoldi Kurz in Florenz die groü- g"ld.me Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande verli"hen.

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Spielplarr der vereinigten frankfurter Ftadttheater. ebettt* !NtS.

Dienstag den 30. Mai*):Das goldene Kreuz/ Hierauf'. Ballet-Divertissement. Mittwoch den 31. Mai, abends 5 Ubr: Tie Götterdämmerung." Donu-rstag den 1. Juni:Carmen." Freitag den 2. Juni:Der Ober iciger." Samstag den 3. Juni. Don Juan." Sonntag den 3. Juni:DSr Barbier von Sevilla." Montag den 8. Juni, abends halb 8 Uhr:Zar und Zimmermann." Schauspielhaus.

Dienstag den 30. Mai"):Heimat." Mittwoch den 31. Man Demetrius." Hierauf:Das Li'd von der Glocke." Zum Schluß: Epllog zur Glocke" von 6wethe. Lebendes Bild. Donnerstag den 1. Jun, abends halb 8 Uhr:Kpritz-Pyritz." Freitag beit 2. Juni:Monna Vauna." Samstag den 3. Juni:Kyritz-Pyntz." Sonntag den 4. Juni:Tie beiden Leonoren." Dlontag den 5. Juni: ^Die beiden Leonoren." Dienstag den 6. Juni:Don Carlos."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Krrichtsjaal.

Die Berufung des Propstes Malzi gegen seine Verurteilung vor der Mainzer Strafkammer wird am 2. Oktober vor dem Reicksgericht zur Verhandlung kommen.

Berlin, 29. Mai. In Sachen b:r beschlagnahmten Bro» schüreDer soziale Generalstreik" verhandelte das Landgericht I gegen die Anarchisten Gladasch und Stalinskr wegen Herausgabe beziehungsweise Verbreitung der Broschüre. In der­selben fand die Staatsanwaltschaft Aufreizung zum Klassenhaß. Der Gerichtshof erkannte gegen Gladasch auf 6 gegen Stalinski auf 2 Monate Gefängnis.

Bautzen, 29. Mai. Das Schwurgericht verurteilte den Arbeiter G ü r t h, der am 27. März seine Ehefrau und seine beiden Kinder mit Einwilligung der Frau aus Not und Ver­zweiflung getötet hatte, zu 5 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust.

Würzburg, 29. Mai. Das Schwurgericht verurteilte heute den Mechaniker Johann Posch aus München und den Bäcker August Machers aus München-Gladback. welcke am 11. April dieses Jahres zwischen Dettingen und Kahl a. M. den trans- PoriierendTn Gmd^rmen Dietz aus Aschaffenburg im Bahnwagen. erdrosselt batten, wegen Meuterei zu 6 Jahren Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaufsicht. Beide verbüßen zur Zeit im Zuchthaus Michelsberg bei Siegburg eine 7 jährige Zucht­hausstrafe_______________________________________________________

Sport.

London, 29. Mai. Die amerikanischeJachtA't- l a n t i c" passierte heute Vormittag 9.57 Uhr Kap Lizard, das Ziel des Rennens über den atlantischen Ozean um den Pokal des deutschen Kaisers, und gewann somit das Rennen. DieAtlantic" gehört Herrn Wilson Marshall vom Newyorker Jachtklub.

KandeC und Drrkeür. Vos,l4winschaft. Berliner Börse vom 29. Mai 1905.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2*/4 Prozent.

Anfangs- u. Schlnßknrfe.

Oest. Kredit .... 208.50 208.40

Deutsche Bank . . . 236.70 236.87

Darmstädter Bank . . 140.20 140.

Bochumer Guß . . 241. 240.62

Harpener Bergbau . . 212.10 212.25

Tendenz: Ziemlich fest.

Vom Geldmarkt. Wir haben schon an gebeutet, daß der Geldstand sich. gegenwärtig überaus flüssig gestaltet und Optimismus auf diesem Gebiete zutage tritt, demgegenüber die schwerfällige Haltung der bcutfcljcn Staatspapiere recht auffallend gefunden in erben muß. Tie ausländischen Staatsfonds hielten sieb hingegen die vergangene Woche hindurch fest. Griechen und Argentinier waren gefragt. Russen haben die jüngste Befestigung trotz der neuesten Niederlag- zur See kaum auf geben müssen, da die Bcsitz-'r nach wie vor der Meinung sind, daß sie den Krieg noch sehr lang^ aushalten können. Aus London kommt die Meldung, daß der neueste Erfolg Japans zur See insoweit von recht günstigem Erfolg war, daß die nicht unerheblich zu­rückgegangenen Renten älteren und neueren Datums sich wieder in steigender Richtung bewegen.

Anglo-Chinesische Telegraphen -Konvention. Eine solche Konvenlion ist in Weihu-Pu zwischen Großbritannten und China definittv abgeschlossen worden. Wenn bic neue Kon­vention von China innegehalten wird, so dürfte sie sich als von großem Vorteil für den Handelsverkehr zwischen den beiden Länden: erweisen.

Märkte.

Gießen, 30. Mai. Marktbericht. Auf heutigett: Wockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.001.10 Mk., Hühnereier 1 St. 56 Pfg. 2 Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 1500 Pfg., Enteneier 67 Pfg., Käse vr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2Stck. 56 Pfg. Erbsen vr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar0,80- 0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Osä'nse vr. Pfd. 5565 Pfg., Ochsenfleisch vr. Pfund 7080 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6268 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 6076 Pfg., Scknveilwfleisch, gesalzen, pr. Pstmd 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7074 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5076 Pfg. Kartofstln pr. 100 Kg. 6,507,00 Dlk., Zwiebelnpr. Ztr 8,0010,00 Mk., Dlilch per Liter 20 Pfg., Aepsel per Zentner 0 bis 0 Wik., in Körben 0000 Pfg. Nüsse 100 St. 00 - 00 Pfg. Z welschen per Zentner 0.00 0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bt> 0.00 Alk. Weis kraut 0.10-0.15. Markt-cil 71 N br.

Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise

am 26. Mai 1905.

Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. M.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 70-72 Mk.

Kg. Schlachtgew. 87-90 Pf.

V, 6970

7, Kg. 70-80 Pfg.

7, , 70-74 , V, 66 76

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Wenen 100 Kg. 18,70 Mk. Roggen 100 16,25-00 00 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 52 Plg.

Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg.

Einen empfind liehen Maaen und ItfiFTYl haben sehr viele Menschen, was zur Folge hat, daß die 17*11 III normale Ernährung, gesunde Blntbildung und bierbiird) das Wohlbefinden gestört ist. In solchen Fällen empfiehlt es fick, eine Zeitlarrg Bioson jpi trinken, ein blutbildendes Nähr- und Kräftigungsmittel wie kein anderes, das die wichtigsten Lebens- und Aufbanstoffe in bester konzeutrirtester und leicht verdaulicher Form enthält, und man wird sehr rasch die wohltätige Wirkung wahrnehmen.

Bioson ist fertig zum Gebrauch in den Apotheken, guten Drogerien u. s. w. das halbe Kilo drei Mark erhältlich itnb lese man, um sich von dem Wert des Präparates zu überzellgen, die Berichte der medizinischen Zeitmigeu, Professoreii, 2lerzte, Kranken­häuser it. s. w. und beachte feinen billigen Preis gegenüber anderen ähnlichen Präparaten. bT/<