Ausgabe 
29.7.1905 Erstes Blatt
 
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Handel und Verkehr. Dslksmittschast.

Anfangs- u. Schlußkurse.

einen

208.75 242. 145.50

255.75 223.50

Oest. Kredit . Deutsche Bank Darrnftädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau

Süv-Anlage

Betreten wir im Geiste das neue Haus durch

Valitische Tagesschau.

Edelsteine aus Deutsch-Südwestafrika!

Das Geld, das in Südwestafrika hineingesteckt wird,! rentiert sich vielleicht doch einmal, die ^elende Sandwüste "' wird zu einem Besitz, um den uns andere Länder beneiden, und ein Strom von Auswanderern nimmt seinen Weg in die zurzeit so unverlockenden Gesilde. Diese angenehme Aussicht eröffnet sich durch eine kurze Bekanntmachung im .ReichSanz." Fürst Bülow bestimmt darin, daß die Bezirke Gibeon und Berseba dem Landesfiskus des Schutzgebietes zur ausschließ­lichen Aufsuchung und Gewinnung von Edelsteinen bis auf weiteres vorbehalten werden. Edelsteine aus Südwest­afrika, das ist doch alles Mögliche! Wenn der Fiskus seine schwere Hand auf dies Ausbeutungsobjekt legt, dann muß schon etwas an den bisher ziemlich ungläubig aufgenommenen Behauptungen sein, daß im Süden des Schutzgebietes Dia­manten gewonnen werden können. Ailch Goldadern sollen vorhanden sein. Die Negierung hat wohl durch Ver-

kder drei Haupteingänge, denen zwei kleinere etwas zurück­liegende Türen mit Windfang nebengeordnet sind. Wir ge­gangen in das 14,5 Meter breite und 6,5 Meter tiefe Vestibül, (schreiten gerade aus in der Mitte zur Kasse und ersteigen neben dieser entweder rechts oder links die kurze Freitreppe zu dem Gange, der den Zuschauerraum von drei Seiten in einer Breite von drei Metern umgibt. Dann treten wir in den Saal.

Der Saul ist ein Logenyaus, so ziemlich in bekannter Horm. Der Zuschauerrauru ist 14,5 Meter breit und (eur-

vermeidet und deren Vorzüge vereinigt. Die beiden Kulissen­räume sind an das Hauptgebäude herangezogen, sie liegen zu beiden Seiten der Hinterbühne. Auch ein Vorzug vor dem Dülser'schen Projekt. Dadurch ist dieser Teil des Hauses der breiteste, der vordere der schmälste.

trauensmänner und Sachverständige sich Gewißheit verschaffte daß dies Gold und Edelgestein kein leerer Wahn ist. Einst­weilen allerdings kann derLandesfiskus* kaum anl die Hebiing dieser Schätze gehen und so die stark angewachsen, Rechnung für das Schutzgebiet tilgen helfen. Erst muß der Aufstand im Süden gänzlich unterdrückt sein. Immerhin, auch Zilkunftsmusik klingt erfreulich, zumal wenn man so lange nichts Gutes aus diesem Stück des dunklen ErdteuS vernommen hat.

in ienen Kreisen, die diese Medizin bereiteten, der deutsche Kaiser ganz und gar nicht beliebt ist. Aber man glaubte ihn brauchen zu können, und so braute man tn alleren asten Kreisen diese Zusammenkunft zusammen, ore unter dem dynastisch-psychologischen, nicht unter bau real­politischen Gesichtspunkt zu betrachten ist. Man wuM hter, daß vomdeutschen Kaisersichernichtszu ist ach­ten sei; vielleicht ließ sich zum Ueberfluß etne klerne inter­nationale Kompromittierung Deutschlands er­zielen das war hier die Rechnung.

Berliner Börse vom 28. Juli 1005.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2 Prozent.

. . 207.90

. . 241.

. . 145.60

. . 255.90

. 223.50

Tendenz: fest.

chließlich tiefliegendem Orchesterraum) 18 Meter lang; er! laßt 397 Parkett- und 26 Logenplätze.

Das Haus hat 2 Ränge.

Tie hinteren Teile des ersten Ranges werden ca. 134, die seitlichen Logen etwa 64 Plätze, der 2. Rang 122 hintere | und 52 seitliche Sitzplätze enthalten. Stehplätze scheinen nach den Entwürfen also nicht vorgesehen zu fein.

Rechts und links vom Vestibül führen die Treppen zum 2 Rang, in den entsprechenden vorderen Ecken des Ganges die zum 1. Rang. An den beiden seitlichen Gängen beider Ränge sind 2 -Meter tiefe und 1 4 M e t er l an § e Garde­roben. Das ist außerordentlich wichtig, denn nun werden wir in Gießen endlich einmal ein Haus haben ohne dte gräßlichen Garderobenkalamitäten mit dem unerhört qual­vollen und unerhört zeitraubenden Gedränge, das Kleid-1 ungsstücken und Hühneraugen gleich gefährlich ist.

Tie Oeffnung zur Bühne ist 9 Meter, die Borderbuhne 19 und die Hinterbühne 13,5 Meter breit. Die Tiefe der vorderen Bühne beträgt 11, die der ganzen 16 Meter. Rechts seitlich von der Bühne befinden sich Tageskasse (mit Ein­gang vom Garten) und Bureau, links Konversations-, So­listen- und Garderoberäume. Dem Vestibül entspricht im 1. Range das Foyer mit Büffet.

Wir begrüßen schließlich noch mit gan^ besonderer Freude, daß gestern die meisten Stimmen unserer Stadt-1 Väter für die Verlegung der Front an die Südanlage waren. Würde die Front nach der Neuen Baue zu verlegt werden,so müßten dieser Idee zuliebe wahrscheinlich die beiden schönsten Kastanienbäume Gießens geopfert werden, die nicht nur als Baumgruppe eine Zierde der Stadt, sondern auch für unser Thectter ein natürliches prächtiges Seitendekora­tionsstück bilden. Läge die Front nach der Jvhanneskirche zu, so würde sie durch Baumgruppen vielfach verdeckt, käme also nicht zur vollen Geltung. Tagegen hätte man aus­giebig Gelegenheit, die naturgemäß weniger vorteilhaft wir­kenden langen Seitenansichten von der Südanlage, Jo- hannesstvaße, Neuen Weg und Neuen Bäue aus zu betrachten, j Außerdem spricht igegen diese Lage noch sehr die von Herrn: Beig. Heyligenstädt angeführte Beanstandung, daß durch die "Auffahrt die Anlagen zerschnitten würden.

Die 18 Meter hohe Front soll, mehr als 45 Meter vom Bürgermeistereigebäude entfernt sein, sodaß man ihre Schön­heiten von der Straße aus wird voll in sich aufnehmen tonnen. Wenn an der Stelle der jetzigen Bürgermeisterei erst ein schöner moderner Rat Hausbau steht, dessen Front ^ruch nicht wenig zurückgelegt werden müßte, bann wird dMer Teil unserer Süd an läge die bewundernden Blicke aller Fremden zuerst auf sich ziehen.

TaV. sich der Oberlichtbau auf der Skizze gar so winzig ausnimmt, ist wohl nur ein zeichnerischer Lapsus.

Ter kleine beigesügte Plan im ungefähren Größenver- : hältnis 1:500 stellt den Grundriß zu ebener Erde dar und - oürfte zur vorläufigen Orientierung genügen.

Darlametttarisches aus Kessen.

R. B. Darmftadt, 28. Juli

Trotz der Erklärung des Staatsministers Rothe, daß Ne­gierungsvertreter im Juli und August nicht werteren Wts- scknlßberatungen teilnehmen tourbeit, war der werte Ausschuß I der zweiten Kammer heut abermals zusammenbeEen worden, um eine Anzahl meist schon recht alterLadenhüter zu er­ledigen, so den Antrag Köhler zu Kap. 36 des Etats rn betreff des landwirtschaftlichen Instituts ber^andes- u n i v e r s i t ä t G i e ß e n , den Antrag Ripper u;ro. Bon v^iter- gehendem Interesse war die Beratung über den Antrag ^e u n, der dahin geht, die Negierung möge verarllafsen, daß auch nach Anlegung des neuen Grundbuchs in den Orten, rn welchen sich weder ein Amtsgericht, noch ein Notariat befinden, dre Großh Ortsgerichte kompetent bleiben sollen, Csirnndstückverkanfe bis zu 500 Mark Wert recktsgiltig zu protokollieren. In Verbindung mit diesem Antrag kam aub eine Vorstellung des Landes- Verbandes der Bürgermeister rm Großherzogtum Hessen in betreff der Protokollierung von Jmmobiliarveraußer- ungsverträgen zur Verhandlung. Die Bürgermeister führen haupt­sächlich Klage darüber, daß ine Protokollierung emes solchen Vertrags nur am Grundbuchamt zulässig sei. Man habe Tmtzende I non Beispielen, wo Grundbesitzer, um eme kleine Parzelle zu verkaufen, an Zeit und entgangenem Arbeitsverdienst mehr ein- büßten, als der Erlös für die Parzelle ausmachte. Es mutzten ailch die größten Verwirrungen nt den neuen Grundbüchern da, burcb entstehen, daß sich die Parzellenkarten utchtimMsitz der Amtsgerichte befinden usw. In den emzelnen Bundesstaaten | fei nun auf Grund der Ausführungsbeftiinmungen anheimgegeben morden, die Protokollierung von Jmmobilienverau^imngsvertra- gen auch andern Behörden zu übertragen und es hatten deshalb von dieser Befugnis auch Württemberg, Preußen für:bxe> ms

Hessen-Nassau und andere Gebrauch gemacht; m Württemberg sei das Protokollieren dem Schuttheißenamt überlassen, in Hessew- Nassau den Bürgermeistern bei Kaufverträgen bis zu 500 Mark. Die Petenten bitten daher, die Großh. Regierung zu ersuchen, dahin abändernde Bestimmung zu treffen, datzdem

Vorsteher ähnlich wie in Württemberg das Protokollieren. dn Kaufverträge über Jmmobiltarveraußerungen nut Auflassungs- erklärung auch bei Neuanlegung des Grundbuchs belassenbleibt. Der Ausschuß entschloß sich nach längerer Beratung, den An­trag Leun der Kammer zur Annahme zu empfehlen,, die Vorstellung des Landesverbandes der Bürgermeister mit ihren weitergehenden Wünschen dagegen für erledigt zu erllaren. La die Beratungen des Ausschusses heute noch Nicht zu Ende kamen, findet morgen noch eine Sitzung statt.

he int die Rede ist, keinen Zweifel W mit allem Eifer, nur geräuschloser, diskreter wie Delcaffe, dre Freund- fchaft mit England zu verstärken. Es wird von Paris aus unablässig an einem Bnndnts mrt Eng­land gearbeitet. Einleuchtenderwetse zu dem Hauptzweck, das nächste Mal besser g-euüstet Deutschland gegenüber zu stehen. Auf den Zaren Mw als Dritten irn Bunde gerechnet worden, daher dre Gnr- täufchung, die sich nach der Kaiserbegegnung von B;orro in Paris wie in London geltend macht.

Unter diesen Umständen mußdas Pulver trocken 'gehalten werden. Man rede uns nicht ein, daß dte Re- vancheempfindungen in Fran kreich erlosch en seien. Das Gegenteil ist der Fall! Der Fremde, der tn Paris auf der Straße deutsch spricht, wird nt»! mtt freundlichen Blicken betrachtet. Erbittet er au, frcm- zölisch eine Auskunft, und wird tm Akzent der Deutsche gewittert, so verläßt den Franzosen zwar nicht seine an­geborene Höflichkeit,. aber sie ist doch au, etnen merlltch kühleren Ton gestimmt. Dre Friedensliebe Franlletchs wird von den Entschließungen der englischen Politik bestimmt. Ob Deleassö oder Rouvier, der Faden wird fortgesponnen.

Sehr zu beachten ist auch eine 'Auslassung der Peters­burgerNowvje Wrernja". Sie schreibt zu der Kaiser- begegnung: t .

Wir glauben nicht zu irren, wentt wir den Charakter der Kaiserbegegnung in den SMren, wit der Begegnung des Präsidenten Lvubet mit König Eduard VII. auf besten Rückreise aus Algier nach England vergleichens°Wr duft offizielle Begegnung und der Besuw des englnchen Geichwader^ in Brest die Festigkeit und die Integrität des f r n n s 5 - sisMussischen Bündnisses nicht int geringsten erschütterte, so kann auch bte Katserbege g n u n g da^ französisch-russische Bündnis in keiner Weise erschüttern Die begimtenden F r i e d e n s v e r h a n d l u n g e n zwischen Rußland und Japan sind ein derartig großes Weltereignis, daß die Be­stätigung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Monarchen Rußlands und Deutschlands als em sehr wertvolles Element erscheint, welches Welt Politik gegen besondere starke Schwankungen sichert. Ebenso muß man die Bestätigung der Beziehungen zwischen Ruß­land, dem Bunk^sg en offen Frankreichs, und Deutsch­land für ein gutes Omen halten für die friedliche Er­ledigung der aus der englisch-französischen An­näherung entspringenden und d^e, M ar o kko konfer en z .veranlassenden Fragen. Im gegenwartigeii Augenblick ist es be- fvnders wichtig, festzuftellen daß zwischen den euro­päischen Staaten eine Solidarität besteht, und die Kaiserbegegnung in den Schären hat hinsichtlich der »miteren Be­festigung dieser Solidarität ^eine große Bedeutung.

Zionistenkongretz.

Man schreibt uns aus Basel vom 28. d. M.:

Gestern um zehn Uhr vormittags ist der Zioniftenkongreh bei Anwesenheit von über 600 Delegierten und bis über oUUU Gästen feierlich st eröffnet worden. Bald darauf folgte die.Trauer­rede des Präsidenten Dr. Max Nordan auf den verstorbenen sito- nistenfiihrer Theodor Herzl. Nach der Sitzung zog das Publikum nach der Synagoge, wo etn Gottesdienst um den Verstorbenen abgehalten wurde. In der zweiten Sitzung des Tages wurde vom Aktionskomitee Rechenschaft über seine zwetiahrige ^ratigkett ab- gelegt. _

Die eheliche Fruchtbarkeit in Preußen.

Im Preußischen Statistischen Landesamt sind über die etliche Fruchtbarkeit in den einzelnen Reginungsbezirken Preußens Un tersuchungen angestellt worden. Dre Ergebiiisse dieser werden, nach derNordd. Allg. 3tg", ime folgt sufammettgeW:

Die eheliche Fruchtbarkeit wurde durch Gegenüberstellung der in einem bestimmten Zeitraum vorhandenen, gebatffahigen, verheirateten Frauen mit der Zahl der m dcinselben leiwahrigen) Zeitraum eheliche geborenen Kinder gemesien und als Dochstgrnize der Gebärsäbigkeit hierbei das 50 Seben5ia^ ungenommem ^i den fünf Jahre ans der Zeit von 1880 bis 1901 uwfassenden Un­tersuchungen stellte es sich heraus daß tn «P«u6«t t>i:<rt Ge­biete mit sehr hoher ehelicher Fruchtbarkeit vor Händen sind: ein g??s östliches Ge^et,, welc^s die Provinzen West Preußen, Posen und den Regierungsbezirk Op p e ln umfaßt, sowie zwei kleinere westliche Gebiete, die Re^erungs- bezirke Arnsb er g und M ün ft er, Aachen und Trter niedrigste Ziffer der ehelichen Fruchtbarkeit wurde wahrend der Jahre 1880/81 und 1885/86 tm Regierungsbezirk Suneburg, während der Jahre 1890/01, 1895/96 und 1900/01 nn^tadttretfe Berlin festgestellt. Während des letzten Veobachtungszett- raumcs wurden eheliche Fruchtbarkettszmern über: 300 m ben Regierungsbezirken Münster (341,1), Oppeln (325,8H Bromberg (320,5), Trier (319,71, Marienwerder (318,8;, Arnsberg l317,6), Aackien (316,5), Posen (307,2) und Danzig (302,1); daAegen niedrigere als 200 in Berlin (148,8) und den

Potsdam (186,6), Lüneburg (198,4), Magdeburg (193,9) festgestellt Die Schwankungen sind also sehr erheblich, denn die Grenzwerte waren letzthin 148,8 und 341,1. ©et t 15 I ah re n hat sich wie bei der allgemeinen Geburtsztffer so auch bet der ehe licken Fruchtbarkeitsziffer eine deutsiche Ab n ahme gezeigt Im Gesamsitaate Preußen betrug letztere 1880/1. 2b /,i, 1885/86:^ 268,9, 1890/01: 265,5, 1895/96: 261,7, 1900,^1. 253,1. Diese sinkende Tendenz prägt sich zwar m den meisten, aber keineswegs in allen Regierungsbezirken aus, bte Fruastvar- ksiksziffEM vielmehr vmt 1880/81 bis 1900/01 m etmgm Regierungskreisen beträchtlich ^genommen, namentlich in Muw' ster, Oppeln, Posen, Bromberg, ^mer, Danzig, Osnabrück, Aurtch, Marienwerder, Arnsberg, demgegenüber tft sie z. B. tn Bellm im Laufe der 20 Jahre von 2281 auf ^bgelunkem Von wesentlichem Einftuß auf bte Höhe und EAwicklung dep festgestellteit Ziffern sind nicht nur bte Anziehungskraft der Jn- bufMe, die Mtersverteilung der Bevölkerung, dte wirtsck-aftlickst Lage, das Cachrecht, die Ehedauer ufw., sondern vor Kem auch Stammesgewohiiheiten, tvillkürlicheVeschransimg der Kinderzahl unb andere mehr persönliche Umstände, z B. Al^^ute^chteb der Ehegatten. Einer besonderen Untersuchung bedmff noch dte Frage, inwieweit (insbesondere in Großstädten) durch Vergehen, die durch den § 218 des Strafgesetzbuches erfaßt werden, bte Fruchtbarkeitsziffer herabgedrückt wird.

Kerichtssaal.

N ewyvrk, 28. Juli. Gestern wurde ein gerichtliches Ver- sabren zur Ernennung von Verwaltern für die gesamten Aksiva der Ea uitable-Versicherungs-Gesellschaft, die sich auf über 421 Millionen Dollars belaufen, eingeleitet.

Ein Freund in Petersburg schretbt uns:

Ich hatte Gelegenheit, eine vertrauenswürdige Person <hx hoher Stellung über die Bedeutung der Zusarnrnkunst des Zaren mit bem deutschen Kaiser zu sprechen Seme Äußerungen lassen sich kurz zusammenfassen: Weder !sür die inneren russischen noch für dte sinternationalen Verhältnisse hat dte Be- laegnung irgend eine reale Bedeutung, ^zpre Be­deutung liegt auf psychologischem Gebiet. Der Zar, !ft) unerwünscht ihm jedes Ereignis ist, das ihn tn eine neue, außergewöhnliche Situation bringt, empsindet es als leinen Akt der Ritterlichkeit, daß Kaiser Wilhelm thn tn ffeiner Lage aufsuchte. Diese Stimmung könnte auch poltttsch ;in der Zukunft eine Bedeutung haben wenn sich dte .russische Zukunft voraussehrn ließe. Und endlich die Frage: «wer die Zusamtttenkunst angeregt hat? Diese Frage tft überhaupt falsch gestellt. Solchen Zusamwenkünften, gehen unverbindliche Tastversuche voraus, von Pers ön sich kett en tn ,bcT Umgebung der Monarchen, die entweder Poltttk aus eigene Rechnung oder nach den Jütentiouen einer aller­höchsten Stelle treiben. Zum vorliegenden Falle kann nur bas eine gesagt werden: Der deutsche Kaiser war der Zusammenkunft geneigt und die hiesige Umgeb­ung des Zaren wünschte diese Begegnung, denn sie erhoffte von der temperamentvollen Art des deutschen Kaisers einen belebenden Einfluß auf den Zaren, obgletch

* Kleine Taaesckrvnik. Auf dem Wege von Lans-> kerofen nach UstrichLchleuße bei Menstem m Oftpr. wurde der Oberförster Rvseufeld aus Lanskerofen erschossen, aufgefunden. Ob ein UnglücKfall aber em ®er6reä)en vorltegt, ist nicht bekannt. - Aus Unvorsichtigkeit erschoß ta bm Schießübungen im Königsbrücker Forst (Kgr. Wachsen) Waffen- hänbler Meyer den Zigarettensabrikanten Sa)uchardt In. Zerbst brach aus bis letzt noch rncht aufgeklarrer Uriache iN der Reißstärkefabrik Gebrüder Kuppe Brand, au^ Erne Person ist in den Flammen nmg ekomm en , zwei wurden ichwer verletz^ In Neumühl bei Duisburg stufte der Anbau der Gas-^ anstalt zusammen. Dabei wurden drei Penonen getötet und mehrere verletzt. Den Berliner Abendblättern zufolge er­tranken vergangene Nacht bet einer Kah'.gahrt auf der Ober- Spree vier Personen. ________ ___

Sport.

Le Havre, 28 Juli. Heute fand die S egel w e ttfahrk tun den Preis des Präsidenten der Republik, bestehend aus emer Vase aus Sövres-Porzellan und 30M §^s., über 35 Seemeilen für Jachten von 20 Tonnen Große unb darüber statt. Es starteten ecbs Jachten, eine französische, drei deutsche, eine englische und eine amerikanische. Als erste BNg ^ousänne rSi:ulbf<6Tn8ti)»$iet) 4 9 OTm. 35 Set

durchs das Ziel, zweite wurdeTherese" (ötmon^iel)j ! dritteBrunhild" (Pender-Portsmouth)

Markte.

Gießen, 29. Juli. Marktbericht. Ans hentigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. PW. 1.151.25 Mk., Hühnereier 1 St. 78 Pfa. 2 Stck. 0000 Pfg^ Gänseeier 1500 Psg., Enteneier 67 Pfg., Käse or. Stck. 68 Pf., Kasematte 2Stck. 56 Pfg. Erbsen vr.Stier 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Psg., Tauben vr. Paar 0,80-0,90 Mk., Hühner pr.SH 1 001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Eliten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse vr. Pid. 5565 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 7080 Psg., Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfund 7072 Pfg., Schiveine- fleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. Pstmd 5076 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,508,00 Mk., Zwiebelnpr. Ztr. 8 0010,00 Mk., Milch per Siter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 0000 Psg., Kirschen pr. Psd. 0000 Pf^. Zwetschen per Zentner 0.00 0.00 Mk. Sirnen per Zentner G bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.100.15. Marktzeit 71 Uhr.

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