Angeklagte ein schlechter Mensch, er sah auf ihn herab mit
28. Sept.
NESTITÄ
Der Zudrang zur Verhandlung, über bereit Borge- - schichte wir gestern berichteten, war gewaltig, und außerordentlich stark sah inan namentlich die Landbevölkerung int Zuhörerraum vertreten. Der Eröffuunasbeschluß nimmt » v o.r süßliche Tötun g an. Der 'Angeklagte bestritt, sich schuldig' zu fühlen und gab in seiner ausführlichen Scyil- veruug der Vorgänge, die zu dem traurigen Vorfall führten, an, in Notwehr gehandelt zu haben.
Totschlagsprozeß LengcrKe. d. Mainz,
Schwurgericht.
th. Gießen, 30. Sept.
Gießener Strafkammer.
(n.) Gießen,- 29. Sept.
Die Strafkammer verhandelte heute gegen den Schweizer Joses Sch. von Ammerdingen wegen Diebstahls und Körpcr- verletzung. Sch. war ntt Juli d. I. bei einem Landwirt in Klerw-Karben als Knecht beschäftigt und benutzte das der Dienstmagd gehörige Zimmer, die sich krankheitshalber bei ihren Eltern befand. Er eignete sich einige dem Mädchen gehörige Fußbekleidung an und entfernte sich ohne Wissen und Willen seines Dienst- Herrn aus dem Dienste. Er traf mit einem Dienstknecht Narnens Funk zusammen/ der den Auftrag hatte, sich in Kloppenheim um einen weiteren Knecht für feinen Dienstherr», den Bci- Ebneten Harth, umzusehn. Funk veranlaßte ihn, sich zu
em Dienstherrn zu verdingen, womit er auch einverstanden . Er bezahlte ihm eine Flasche Mer und gab ihm 20 Pfg., da er Hunger spürte und mittellos war. Auf dem Rückweg fing Sch. mit Funk ohne jegliche Veranlassung Streit an, gab ihm einen Stoß in die Seite, daß er hiusiel, traktierte ihn mit heftigen Fußtritten, warf ihn in den mit Schlamm gefüllten Straßengraben, tnicte auf ihn und würgte ihn am Halse, sodaß
für Kinder, Kranke,Genesende. Verhütet u.beseitigtiDiarrhoe, Brechdurchfall, Darmkacarrn.
Frankfurt noch eine kleine Zahl. Heute nachmittag hat sich hier nun eine nach Hunderten zahlende Schar Schwalben eingefunden, die seit zwei Stunden über dem Walde in den Lüften kreisen und Flugübungen vorzunehmen scheinen. Zu dieser Jahreszeit ist die Erscheinung wohl eine ungewöhnliche und deutet vielleicht auf das Andauern warmer Witterung im Gegensatz zu den Prophezeiungen eines frühen und strengen 'Winters hin.
Bilderschwindel in Oberhessen. Von einem Geistlichen aus der Provinz wird uns folgendes geschrieben;
Unter dem Mantel „christliche Barmherzigkeit" werden zur Zeit einige Gemeinden Oberhessens auSgebeutet. Von Dors zu Dors zieht einBilderverkäuser, der angeblich zu Gunsten der „Kinderpf l e g e an st a t t Paritas" zu Grebenroth im Taunus minderwertige Silber usw. zu unverhältnismäßig hohen Preisen verkauft. Als ihm von zuständiger Seite Vorhalt gemacht wurde, pochte er noch gewaltig aus und drohte mit Beleidigungsklage, wobei er angab, daß schon einmal ein Geistlicher wegen Verächtlichmachung seines „hochchristlichen" Werkes zu hoher Geldstrafe verurteilt worden sei. Aber bald bat er um gutes Wetter und stellte sogar feinen Raub zur Verfügung. Das Anerbieten wurde natürlich abgelehnt. Da aber der Ertrag seines Geschäftes bedeutend war, auch einige Geistliche zu den Hereingesallenen gehören, da der „Kolporteur' sehr gewandt auftritt und zu rühren versteht, empfiehlt es sich das Resultat der Nachforschungen zur allgemeinen Kenntnis zu bringen. Auf Erkundigung ging folgender Bescheid ein:
In Grebenroth im Taunus wohnt eine ehemalige Kaisers- werther Diakonissin, die aber von ihrem früheren Berufe nichts übrig behalten hat. Sie ernährt sich von dem Aufziehen einiger Kinder, für die zum Teil die Mütter, zum Teil dazu verpflichtete Gemeinden, bezahlen. Zur Zeit hat sie fünf Kinder in ihrer „Obhut". Sie ist mit einem Agenten des sogenannten „christlichen" Verlages „Wohlfahrt" in Berlin bekannt geworden, der die Anstalt der ehemaligen Schwester als willkommenes Aushängeschild betrachtete. Als das Verhältnis gelost wurde, war die ehemalige Schwester in die Geschäftsgeheimnisie und Kniffe so eingeweiht/ daß sie jetzt aus eigene Faust Agenten auSsendet. In Herborn ist es gelungen, einen ju verhaften. Die Stelle, beider wir uns erkundigt haben, druckt die Hoffnung aus, daß es auch gefingert möge, den zahlreichen übrigen Agenten, die die Gemeinden unsicher machen, das Handwerk zu legen. Es empfiehlt sich sofortige Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Die Hereingefallenen müßen sich trösten, die Anderen seien gewarnt. Da der Kolporteur, der den Kreis Gießen bereifte, feine Scheu vor der Oeffentlichkeit ausdruckte, fo ist hiermit feinem Wunsche nicht willfahrt worden.
§ Grünberg, 27. Septbr. Die Kanalisation unserer Stadt, die bereits vor zwei Jahren in Angriff genommen worden ist, wird jetzt fortgeführt und zur Fertig- stellung der gesamten Anlage gebracht. Bis zum Gallusmarkt dürste in den Hauptstraßen die Anlage völlig fertiggestellt sein. Hoffentlich bleibt nun der dritte Punkt moderner Errungenschaften und zeitgemäßen Bedürfnisses: elektrisches oder Gas-' licht, nicht lange mehr aus.
§8 Groß-Felda, 27. Sept. Mit dem Beginn des nächsten Monats verläßt der hiesige praktische Arzt Dr. Schaub seinen seitherigen Wirkungskreis, um nach Heidelberg überzusiedeln, wo er eine Stelle an einem Krankenhause über- monimen hat. Ungern sieht man den beliebten Arzt scheiden, der sich sowohl als Bürger unserer Gemeinde, wie als Arzt seines umfangreichen Bezirkes allgemeiner Hochachtung und Verehrung erfreute.
§ Mücke, 27. Sept. Kaum sind das Mücke-Hotel und das neue Weichcnhaus unter Dach gebracht worden, so erbaut man schon wieder ein neues Gebäude. Es wird von dem Postsekretär Philippi errichtet neben dem ihm ebenfalls gehörigen Postverwaltungsgebäude und soll ein Wohnhaus werden. Herr Philippi tritt mit dem November in den wohlverdienten Ruhestand. An seine Stelle kommt Postverwalter Vetter von Groß-Felda.
4- Kleinhausen i.Ried, 28. September. Die Tabak- ernte ist dieses Jahr, was die Qualität angeht, sehr gut ausgefallen. Sandblätter erzielten denn auch 25—30 Mark per Zentner, Krumpel fanden zu zwölf Pfennigen pr. Pfund glatten Absatz. Die Quantität ist stellenweise geringer als im Vorjahr.
Dillenburg, 28. September. In einer gestern in Niederscheld abgehaltenen Sitzung von Gemeindevertretung und Gemeinderat wurde einstimmig beschloßen, das für den Bau einer Haltestelle an der Strecke Köln- Gießen benötigte Gelände kostenlos zur Verfügung zu stellen und die Herstellungskosten der Haltestelle zu tragen. Hiermit ist das Projekt als gesichert zu betrachten.
Bingen, 28. Sept. Nach einem in der gestrigen Stadtverordnetenversammlung gefaßten Beschluß wurde für nächsten Montag und Dienstag eine Vorlese und bis Mittwoch die allgemeine Weinlese für die Gemarkung Bingen festgesetzt. Ausgenommen sind die Distrikte Eisel und Rochusberg, wo die Lese später erfolgt. In Bingerbrück nimmt der allgemeine Herbst bereits Montag, 2. Oktober, seinen Anfang. Die frühe Weinlese wird mit der beginnenden Fäulnis der Trauben begründet. Trotz des heißen Sommers dürste die Qualität der vorjährigen an Güte nachstehen, sie aber quantitiv übertreffen. Einzelne Versuche ergaben nach der „Fkf. Ztg." ein Mostgewicht von 78 bis 88 Grad nach Oechsle.
Frankfurt, 26. Sept. Zwischen der Stadt und dem Besitzer der alten Börse, Kvnngießer, finden zurzeit Unterhandlungen statt zwecks Ankaufs des Gebäudes. Tie Stadt hat angeblich 750 000 Mark für den im indisch-maurischen Stil in den Jahren 1839 bis 1841 errichteten Monumentalbau geboten. Die alte Börse wurde nach einem Entwurf des Oberbaurats Stüler in Berlin durch den Architekten Eugen Peipers aufgeführt. Der hohe Aufschwung, den das Börsengeschäft nahm, lieft nach 30 Jähren das Gebäude als räumlich ungenügend erscheinen. Das alte Gebäude ging 1885 durch Kauf für 400 000 Mark in Privätbesitz über.
alten Sckuhmachergesellen I furt a. M./ zuletzt in der schästigt, wegen Brandstiftung vtww*«. ------------------- -2
Die Anklage vertrat Gerrchtsaffessor Dr. Hetzel7 wahrend ratter 'Angeklagten Für den Verstorbenen war der
die Verteidigung Rechtsanwalt Leun übernommen hatte. Unaeklaate ein schlechter Mensch, er sah auf ihn herab mit
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ungehörigen Betragens aus der Kolonie entlassen hatte, auf ihre Sympathie ihrem Manne zuwendete, dadurch wurste dem Felde einen Haufen von neun Bund Roggen in Brand ber .Vater auf feine Tochter erbittert und das Verhängnis gesetzt zu haben. Er hat dem Inspektor der Kolonie mtt, dem ^urde immer drohender. Es kam schließlich zu der blutigen Feuer einen Possen spielen wollen Kraft behauptet, bet der £at $er Verstorbene schoft jedenfalls zuerst, worauf der sWifäf ä«' äs S -s
nach Reu-Ulrichstein, da dessen Frau schwer erkrankt M Auch nicht dabet und müssen dem Angeklagten
mit dieser Bestellung hat er deut Inspektor einen Schabernack steht, daß von beiden je bret Schüsse abgegeben wurden, spielen wollen. Der betreffenbe Arzt bemerkt als Zeuge, daß Tie Frage, ob der Angeklagte sich di,e Verletzungen selbst er nicht wenig erstaunt gewesen sei, als er bet seiner Aickunft beibrachte, wurde ebenfalls erwogen, möglich sei alles. Rach auf der Kolonie den Inspektor und dessen F-rau in der Laube ^er Beweisaufnahme halte er diese Annahme nicht für rich- eine Bowle trinkend an getroffen hat fiq, wahrscheinlicher fei, daß er von Lebert die .Verletzungen
niebtet worden und nur dem Um stände, daß der Wind günstig gehandelt, das laste er dahingestellt. Emen Antrag stelle war, ist es zu danken, daß die ca. 200 übrigen Roggen- er nicht, er überlasse die Entscherdung den Geschworenen. —■ häufen in der Rahe der Brandstelle nicht auch ein Raub der Tie Verteidiger plattierten eingehend auf Freisprech-' Flammen wurden. Die Geschworenen bejahten die an sie U1IC. des 'Angeklagten, der in berechtiKer Notwehr gehandelt gerichtete Schuldfrage wegen Drandstistting, bewilligten dem <a£c
Angeklagten aber mildernde Umstands Der Gerichtshof erkannte Nachdem die Geschworenen etwa 20 Minuten beraten, auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten, woraus < r- Wabrsvruch dahin daß sie die
zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft m Abrechnung Ä fpraiw
kommen. ------au| den An geklagten frei und legte sämtliche Kosten,
einschließlich derjenigen der Verteidigung, der Staatskasse zur Last.
ihm daS Mitt au5 Mund und Nase floß und drückte ihm fort- In der Nachmittaassitzun. wurden die Briefe verlese», wahrend das Gesicht in den Schlamm. Funk spürte auch, wie die in letzter Zeit zwischen dem Erschossenen und dem An. ihm Sch. während der Mißhandlung in die Tasche griff, in der geklagten gewechselt wurden
sich sein DEmmnmaw befand, dochkonnte er nicht behaupten, (§s folgte die Vernehmung des Notars Bechtold aus Ätung1 Wcgm &^g?gm ftw! ZuAchnu7gssähigkeit miß BLss^leit langen Jahren die Rech^geschäfte für den >a die Tat ohne jedes verständliche Motiv verübt worden ist. ^fchossenen ordnete und in ständiger Fühlung mit tfjnt Er gab unter anderem an, daß eine Schwester von ihm, die war. Der einzige Wunsch des Lebert sei gewesen, feine gemütskrank war, durch Selbsttnord geendet hat. Auf die Frage Enkelkinder sicherzustellen. Der Zeuge erklärte, daß er bo des Vorsitzenden, was er auf die Aussagen des Verletzten zu strebt gewesen fei, einen Ausgleich zwischen beiden Teilen her- ’agen habe, antwortete er: „Dazu sage ich kein Wort, es ist zuststellen. Der Erschossene habe ihm mitgeteilt, daß der An- umgekehrt". Auf die weitere Frage^ weshalb er in Wiesbaden geklagte feiner Dienstmagd nachgestellt und sie geküßt habe, m Untcwsuchung stehe, sagte er :_ „Ich soll m Büdesheim einen -Zie Tochter des Erschossenen, des Angeklagten Frau, habe Mord begangen haben, ich weiß aber davon gar Nichts. Rach -140 nnn hnrr A' " 03nf(,r mos mebr nfS ibr
einer Aeußerung des Vertreters der Staatsanwaltschaft steift er
tatsächlich wegen des Rüdesheimer Raubmords in Un- mütterliches Erbteil ausgemacht habe. Das Testament habe tersuchung, und die Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat um ^bert am 12. September bet dem Zeugen errichten lasten, seine schleunige Ueberftihrnng dorthin ersucht. Es erging Ge- den Enkelkindern fei das Vermögen vermacht worden, wäh- richtsbeschluß dahin, daß, da Zweifel über die Zurechnungsfähigkeit rend die Tochter die Nutznießung habe.
des Angeklagten vorliegen,, er durch einen Sachverständigen auf Direktor Dr. Wert Wei brecht-Alzey wurde in semm ^^stzustand untersucht sott und daher dw Ver- ba§ §QU§ des Altbürgermeisters Lebert gerufen, als das u?t ° i l b e $ *Äf Jrr1 g i t r bTc t ? geschehen war. Lebert habe hinter einem Tisch- auf
Der Arbeiter Johann Friedrich M. von Bönstadt war mit einigen ^cm Boden in einer Blutlache tot gelegen, wahrend er den jungen Leuten in Assenheim, wo es nachts feljr laut herging. Sie Angeklagten im ersten Stock des Hauses tm Bette liegend wurden vom Polizeidiener aufgefordert, sich ruhig zu verhalten, mit Schußwunden an betten Armen aufgefunden habe. Diese was M. mit einer „ungehörigen Einladung" erwiderte. Als der Verletzungen feien unbedeutender Natur gewesen.
Polizeidiener zur Fessttellung seines Namens schritt, schlug M Tr. Baar-Wendelsheim wurde sofort in das Lebert- mit ^0^ feinem Kopf, ^r ^olizeidiener hie geholt. Auf seine Fragen cm den Angeklagten,
den schlag mit seinem Arm ab, trug aber blaue Flecken davon. I ’ • a • L , 9
Das Schöffengericht hatte auf die Aussagen der Entlasttingszeugen oener im Bette liegend traf. „'"M? jjr
hin den Angeklagten für den Angegriffenen gehalten und ihn bater?' habe er m ruhigem wie erwidert: ',Dcr hegt
mir wegen Beleidigung zu 6 Mark Geldstrafe verurteilt, im unten im Zimmer und ist totgeschossen." Die Verletzungen
übrigen war Freisprechung erfolgt. Auf Berufung der Staats- des Angeklagten seien leichter Natur gewesen. Auf die
anwaltschaft, die das Urteil als auf falschen Grundlagen auf- Frage eines Geschworenen, od der 'Angeklagte den linken
gebaut bezeichnete, wurde M. wegen Körperverletzung zu Arm trotz der Verletzung zum Schießen (auf sich selbst)
50 Mk. und wegen Beleidigung zu 25 Mk. Geldstrafe ver- ^„ch hätte gebrauchen können, gab der 2hzt diese Mög»
urteilt. — Em ebenfalls von der Staatsanwaltschaft angefochtenes [rrgfeit >u
Urteil des Schöffengerichtes Alsfeld wurde aufgehoben. ' 3 ‘ . o r k
Am Himmelfahrtstage früh waren eine Anzahl junger Burschen S r u d) - Mainz war nut dem Lebert verwandt und
von Alsfeld von der -„Pfefferhöhe", wo sie die Nacht durchgezecht hat ihn öfters behandelt. Ueber das Verhältnis des Er- hatten, nach Hause gegangen. Am Morgen fand man an dem schossenen zu dem Angeklagten ist dem Zeugen nur wenig Bahnübergang der Kreisstraße Alsfeld-Romrod ein abgebrochenes bekannt. Ungefähr vier Tage vor seinem Tode habe Lebert Lindenbänmchen. Man hatte sofort Verdacht auf die Burschen ihm geschrieben, daß durch sein ihm verordnetes Mittel und einer gab an, daß, als der 18 jährig^ Metzger Adolf R. reiu Befinden sich wesentlich gebessert habe, es sei nicht hinter ihm hergegangen.sei, an genannter stelle emen „Srad) ausgeschlossen, vaß er' noch zur Heirat mit seiner Haus- Äto b” W zu und, bat M. tion einer »«terin sich entschließe, d-m-.t er ständig jem-ub um sich Anzeige ab zu sehen. Dieser konnte jedoch diesem Ansinnen nicht häbe, weil er sich vor dem Angeklagten fürchte.
nachkommen, da ct von seiner vorgesetzten Behörde mit den (&> Bürgermeister Römer- Erbes-Büdesheim sagt aus, mittelungen beauftragt war. Am Schöffengericht wußte R. sich Lebert habe nie besonders gut mit seinem Schwiegersohn ö geschickt herauszuwinden, daß die Verhandlung mtt Frei- gestanden. Lebert habe ihan mitgeteilt, er werde seine Haus« Kochung endigte. Er. aab sinnlose ^runkenhcft an^und man hEilterin heiraten, den Angeklagten schieße er über den hielt es mckft für ausgesckloisen, daß em anderer Passant die Ä f 14nf)nn sn?itniFf bafm her'-Ynaeffaote rum Tat verübt haben könnte. Die Berufungsverhandlung ließ aber W1- F" 140000 Act. Milgfit yave oer ungeriagiezum keinen Zweifel an der Sckjnld des Angeklagten: wohl ließ die größten Teil verspielt Bon Beziehungen zwischen Mcwia Angetrunkenheit die Tat in milderem Licht erscheinen. Es wurde Dreh! und dem Erschossenen wisse er nichts. Das ^sta» angenommen, daß die Sache in nüchternem Zustande nicht vor- ment des Erschossenen fei angefochten worden, es habe eine gekommen wäre, weshalb anck von der bei derartigen Vergehen Einigung dahin stattgefunden, daß Frau v. Lengerke 145 000 üblichen Freiheitsstrafe abgesehen wurde und die Angelegenheit Mark und ihr Sohn 115 000 Mk. erhalte.
mit einer Geldstrafe von 80 Mk. als genügend gesühnt erachtet Das 23jährige Dienstmädchen Maria Di e hl aus Erbes- ^urde- — Der Zigarrenfabr-kant F. hier wurde von dem Kauf- Büdesheim war 514 Jahre bet Lebert in Diensten. Dis mann W. m München um ferne Vertretung dort angegangen. Es OrrMimfimen in näheren Ve-
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München begab. Trotz aller $entülyungen gelang es F. nicht, einmal auf der Treppe angefaßt und geküßt. Mf. Be- seinen Vertreter zu sprechen und er fuhr unverrichteter Dinge fragen der Berteidi^r, ob ein im Sekretär des Ber,wrbenen wieder zurück. Er berlangte Rücksendung der Muster, die ihm aufgefundenes Gedicht, das von einer Verlassenen spricht, unfrankiert und beschädigt zurückgesandt wurden. F. verlangte die sich dem Liebsten bin gegeben und der nuo ihre Lippen Schadenersatz und bemerkte auch in einem Briefe, daß eine so fliehe, von der Zeugin herrühre, gab diese dLs zu. Nach der sonderbare Verkehrsart bei ihm noch nicht zur Mode geworden ^sicht der Verteidiger hat sich das Gedicht auf Lebert ci. Hierauf lief von ^^iOm Brief ^n,m dem er schc^b, bezogen. Tie Zeugin erklärt aber, daß es sich auf einen SÄuTÄ LK getoiff«: Gngefmann, her mit ihr Verhältnis gehabt „Studieren Sie güÄ^rner «ga-s Umgang mit Menschen, und zum Militär gekommen, bezogen Hobe Wie Lebert mein Verehrtester, ich bin nicht Ihr Prügeljunge". Auf die m den Besitz des Gedichtes gekommen, wisse fie nicht.
Klage des F. wurde W. imrch das hiesige Schöffengericht wegen Die Ehefrau des Angeklagten bekundete, daß ihr Vater Beleidigung zu 10 Mark Geldstrafe verurteilt, nack)dem qcqen bie Heirat mit Lengerke gewesen sei Die Zeugin ein vorher zustande gekommener Vergleich widerrufen worden sMlderte das Verhältnis mit der Diehl; fie fei der Ueber- wat W erhob Mrusuug und glaubte (N muss- fr^eskMcheu > > gewesen, dass ihr Vater mit dieser in intimen Be. Ä ßiesmH-? fanden Die «laubt an ^Unschu» ihres
erheblich überschritten worden seien und bestätigte das Urteil. Mannes und ist der Ansicht, daß ihr Vater
— Zum Schlüsse kam in der V r i v a t kl a g c sa ch e des Landwirts diesen geschossen. Die Aussapen ber^ubrtgen Zeugen waren M. in Mittel-Gründau gegen den Verwalter R., der ein frei- nicht von Bedeutung. Die Sachverständigen werden morgen sprechendes Urteil des Schöffengerichts Büdingen zugrunde lag, vormittag vernommen, dann folgen die Plattoyers.
ein Vergleich zustande. R. batte 501. die Worte zugerufen: -„Sie
belügen mich?" Der Angettagte erklärte,- daß er nicht habe Mainz,
beleidigen wollen, worauf der Kläger die Klage zurückzog.
Nachdem heute vormittag die SachverständiEn vernommen worden waren, ergriff Staatsanwalt Schneider das Wort. Die Bluttat, die damals großes Auffehen in weiten Kreisen erregte, fei nicht das Ergebnis einer kurzen Aufwallung, eines kurzen Streites aewesen, sondern sie Gestern verhandelte daS Schwurgericht gegen den 33 Jahre habe als Schlußakt einer Tragödie sich abgespielt. - t'.nOf Kraft, gebürtig aus Frank- Es standen sich zwei Personen gegenüber, die sich nie zu
/tbeitcrfolonie Ncw-Ulrichstein be- einem guten Verhältnis einigen tonnten. Der Staats anwalt berührte nun im weiteren den Lebenslauf und den Eha-
| Berste'!^
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Is.i.ss I -sphas (1 rotbraun, 1 ge ■ irmmeau mit spiegel, ■ m 1 Rauchtischen, l | ükfi, 1 Waschti'ch mit M I -M,I RachM nut dgl | chlor, 1 großes Bismc
•Uröiaft neu, 1 noch unget M 5dj(agaitber,l$e(8(braum ichene Damenuhr,! ets.! iüistchen Zigarren n. a. sie Versteigerung ftrn rnuit statt; die Alobel 7t schon besichtigt werd öeißler, Gerichtsvo!
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