?s
Dktöb^
0. Krausse,
abends 8 Uhr lQ “** »»iigcii
vrchesiur r
you Bari
Rnmann 7 r . -r -ortzings-Grab k‘Slra,‘
■T,"ITit”r,Ä,e
‘«'llrOrS**
, ,., *" «nflan >nmhkarteil gestaltet, ber d. I.
WchkÄ öessa nber 1005 luteste Lass Selb) Heater, Vorträgen g ail
Rort. Dmen frei.
Allsang 8 Dli l Der Borjau
MI
? Stunden
==! dnmüruier uiw. »m. ®ti Bliiflt ort Stftiti iBrtitlufljttü ütbtilri >ti .ffiortu 9-iO'rn twjtbl« ügiget €<üt).<iong jtl« tl !fn|d)to ar t;eitra Uttn ttr unltib-ul tlelttn f.n»
emn ftullich loty'^Wn nfajt obt tin Diwm tin ) fallet fichn Wtcttno in M
iaabe des Ällers, ®e» I Patiemcit.
behanviutig 'mkranlheiltll.
Wnpnnzenstrabc 481
L BroM über Mn
r I. Klaste i6<n« 1#
-** "*6,, ‘ . «1 ll»t
Nr. 254
Zweites Blatt
Erscheint tSglich mit Ausnahme der Sonntags.
Die „Gießener ZamilienblStter" werden dem ,9lnACtoer viermal wöchentlich beiqelcgt. Der ^esfljch« Landwirt" erscheint rnonaUich einmal.
155. Jahrgang
Samstag 28. Oktober 1905
Notationsdruck und Verlag der Vrühl'lchen UnioersuälSdruckerei. R. Lange, Gießen.
I Nedaktion. Expedition u.Druckerei: Sd)uffhr.7e
2.eL Nr. bl. Letegr.-Adr.: LNizerger Gießen.
General-Anzeiger, 21mts= und Anzeigcblatt für den Kreis Sichen.
Kolitische Tagesschau.
Zur auswärtigen Politik.
Deutschfeindliche 9kirrer Blätter vom Schlage des „Matin" nipffcn den letzten Reden des Kaiser? einen „kriegerischen" Charakter bei. Damit soll natürlich ge- sagt fern, daß der Kaiser eine offensive Politik verfolgt. Tesgletchen hat man seit dem Jah-re 1888 oft genug gehört; der deutsche Kaiser aber har trotzdem niemals eine offensive Politik getrieben. Auch jetzt ist das nicht der Fall, weder der Wortlaut noch der Sinn der letzten Kaiserreden berechtigen zu solchen Behauptungen. Vielmehr hat der Kaiser scharf betont, daß wir ein gutes Gewissen haben und jedem ruhig ins Auge blicken können, dem es belieben sollte, uns auf unserer Bahn entgegenziltreten und uns bei der berechtigten Betätignng unserer Interessen zu stören Tie defensive Natur der deutschen Pilftif ist durch djese Worte, entsprechend dem tatsächlichen Verhalten der deutschen Diplomatie, von neuem bekräftigt worden.
Es fügt sich, daß gleichzeitig ein englischer Staatsmann, Staatssekretär Brodrick, mittelbar die Ausstreuung widerlegt, als ob Deutschland eine Offensivpolitik verfolgt Keinerlei unerledigte Fragen irgend Urteer Art, so hat Staatssekretär Brodrick ausgeftihrt, bestehen zwischen den beiden Regierungen, und nichts liegt vor, was eine Animosität zwischen ihnen Hervorrufen Lmn!e. Wenn ein englischer Staatssekretär öffentlich solche Feststellungen macht, dann ist doch klar, daß von deutscher Seite ":ne ofteniive Politik, die notwendigerweise zu einer Animosftät zwischen Berlin und London führen müßte, nicht verfolgt wird.
Jin Gegensatz zu den öffentlichen Erklärungen des Staatssekretärs Brodrick und im Gegensatz zu englischen offiziösen objektiven Preßauslassnnaeu sind Hetzblätter, tme „Dimes" und „Daily Mail" darauf bedacht, Aktionen großen Stils herbeizuführen, die eingestandenermaßen ihre Spitze direkt gegen Deutschland richten Es sei nur an die deutschfeindliche Wendung erinnert, die von jenen Blättern dem angeblich erzielten rus s.-englisch en Einvernehmen gegeben wurde. In demselben Geiste spricht auch das „Court Journal" von einer „Koalition" der Mächte gegen das Angeblich diktatorische Deutschland. Derartige Behanp- tuiigrn in einem Blatte wre das Londoner Hofblatt beweisen aufs klarste, daß unverantwortliche aber einflußreiche Londoner Kreise die deutsche Politik nicht mit der Objektivität^ eines Brodrick beurteilen. Damit ergibt sich ganz von selbst die Notwendigke.t der wachsamen Äbwehrpolitik, die Deutschland verfolgt und die der Kaiser jüngst bekräftigt hat.
Ter Deutsche Stadtctag.
Manschreibtuns: v
Mit großer Genugtuung wird man davon Kenntnis genommen haben, daß der deutsche Städtetag beschlossen hat, aus seinem bisherigen etwas schemenhaften Dasein in die lebendigere Praxis herauszutreten. Es soll eine Zentralstelle geschaffen werden, welcher die Aufgabe zufallen wird, für die Städtesache das zu leisten, was die verschiedenen landwirtschaftlichen Zentralstellen für die deutsche Landwirtschaft geleistet haben. Bisher war das deutsche Städtewesen keine Einheit, die es seinem Charakter nach doch sein sollte. Es bildete keine geschlossene Macht, obwohl sich in den Städtegcincinden der größere Teil des deutschen Volkes darstellt und eigentlich doch eine Macht bilden sollte, die in der Reichs- und Landesgesetzgebung und Verwaltung ein entscheidendes Wort mitspr'icht. Bisher wurden fast überall die Städte vom Platten Lande majorisiert. Seitdem aber aus dem Agrarstaat der moderne Industriestaat hernusgcwachsen ist beginnt dieser Zustand unhaltbar zu werden. Die zu kurz gekommenen Städte beginnen, rhr Recht zu fordern, und es ist nicht anzunchmcn, daß das von Unsegen für die Gesamtbevölkerung begleitet sein wird. Hieß es früher mit großem Recht: „Hat der Bauer Geld, so hat es die ganze Welt!", so muß der Vers unter heutigen Verhältnissen heißen: „Hat der Städter Geld, so hat es Bauer uno Welt!" Die Städte sind die gut zahlenden Märkte für die landwirtschaftlich en Erzeugnisse. Der Städter kann infolge der heutigen Bahn- und Handelsverbindungen wohl ohne den Bauern auskommen, aber nicht u m -- g e k e h r t. Darum gewähre man den Städten, was ihnen gebührt. Tie Städte selbst wissen es nur zu genau, daß das Ctädtewesen ein im Grunde wenig geklärtes und organisiertes Gebiet ist. Seine rapide Entwicklung hat zahlreiche neue Probleme — auf dem Steuergebiete, im Schulbetriebe, in den technischen Einrichtungen — geschaffen, die der Lösung harren. Hier hat mit praktischer Spezia (arbeit die Zentralstelle des deutschen Dlädtetages einzusetzen. Sie wird zu einem reichen SegensgueU werden, wenn sie richtig geleitet wird und wenn alle Städte dem Städtetage beitreten. Daß unsere Stadt das getan hat, wird sie hoffentlich nie zu bereuen haben.
Tie lange Dauer der Zivilprozeffe.
Unser vorgestriger Artikel sei heute durch folgendes er- igünzt:
Bei den deutschen LberlandeSnerichten wird nur in 12,9 1902 I3.R) v. H. oller Sachen der Termin mü höchstens einmonatiger «dagegen in 27,6 (26,4) v H. mit zwei- bis dreimonatiger und. in 86,6 (37,7) v. H. mit drei- und mehrmonatiger Frist anberamnt. In den einzelnen Oberlandesgerichten steigt der Anteil der Sachen, iin denen der erste Termin mit mindestens dreimonatiger Frist an- Iberaumt wird, über % biS zu 83,9 v. H. i n T a r in st a d t. Neun Kammergericht beträgt er 40,2 0. H. Der zweite Teil der Vrhel'nngen zeigt, daß bei den A m t s g e r 1 ch t e n 57,4 (1902 57,3, D8“8 6^,7) v. H. aller Prozesse in weniger als drei Monaten erlednu sind, dagegen 5,3 (6,4 und 2,1) v. H. in mehr als einem 3ahr. Im Sberlandesgerichtsbe.zirk öamm dauerten 9,7, im Eberlandes- gerichlsbezirk D a r m st a d t sogar 1 6,5 v. H. aller durch Endni leil sntschiedenen amtsgerichtlichen Prozesse langer als ein Jahr. Bei Ven Landgerichten sind von den Prozeßen erster Instanz 53,4 (1903 D4.8, 1*88 57,0) v. H. in einem halben Jahr, dagegen 18,7 (17,4 und 15.4) v. H. in mehr als einem Jahr, 4,7 (4,3 und 3,9) v. £>. o011 ihnen sogar erst in zwei Jahren und mehr entschieden. Im Kammergerichlsbezirk dauerten nur 14,6, dagegen im Bezirke
Darm st adtS3,2 v.H. aller Prozesse länger als ein Jahr.
Deutjcbct
Blankenburg (Harz), 27 Cft. Der Kaiser ist im hiesi- gen Schlosse als Jagdgast des Prinzregenten Albrecht von Braunschweig eingetroffen. Außerdem sind angekommen die Prinzen Friedrich Heinrich, Joachim Mbrecht und Friedrich Wilhelm von Preußen, der Fürst zu Sckwumb'irg-Livve, Prinz Eduard von Anhalt und der Fürst zu Stosberg-Wernigerl-dv
Berlin, 27. Cft. Tie „N. G C." verzeichnet, ohne Gewähr für die Richtigkeit zu üliernehmen, ein Gerücht, das in sonst gut unterrichteten politischen Kreisen im Umläufe ist und nach welchem, trotz der von Herni v. P odbielski in Münster abgegebenen Erklärung, fteiwillig nicht aus seinem Amte zu scheiden, jetzt doch mit der Möglichkeit gerechnet werden müsse, daß dieser Fall schon in ganz naher Zeit emtrekn könnte.
— Als Nachfolger des Justizmiuister Schönstedt nennt die „Nat. fron." den Direktor des Reichsjustizamts, Hoss mann.
— Regierungsrat Martin, der Berf.-.s-er des Buches: „Die Zukunft Rußlands und Japans", in trm der russische Staats- B-nkerott angefüudiat ist, wurde vom Staatssekretär d's Innern mit einem schriftlichen Verweise bestr-ft Beanstandet wurde die Reklame,, mit der das Buch eingefkihrt wurde. Da Martin der Ansicht ist, daß ldie Warnung vor der neuen russischen Anleihe dem Publilum nicht 11 "drückt ich genug vor Augen geführt werden kann, und er an d r Uebertreibung der Reklame unbeteiligt ist, hat er Beschwerde an den Reichs kanzler eingereickst.
— Im „Vorwärts" er,aßt die Z e n t r a l - fr 0 m m i s s i 0 n der Tabakarbeiter Deutschlands, eine vor zwölf Jahren gelegentlich 'des damaligen Versuches einer Reichsf'nanzrefvrm von den Denison T-bak rbeitern eingesetzte Kommission, einen Ausruf gegen die drohende Mehrbelastung des Tabaks. Tor Ausruf gibt einen lleberblick über die fort wahrende Beunruhigung, der die T^lwkiudustrie seit 40 Jahren ausgeselü ist und fordert auf, in allen Crtrn Dgitationsfomitees ui wählen, die im Einvernehmen mit d'r Z-mtr sfommissiou einen Kampf gegen die Besteuerung in die Hand nehmen. Außerdem wird zu Geldsendungen oufgefordert.
Kassel, 27. Cft. Ter frühere Unterstaatssekretär im Reichs- amt des Innern Rothe ist heute gestorben.
München, 27. Cft. Ter Wahlgesetzausschuß der Mgeordnetenkammer hat s.ine B.ratungen begonnen. Rach langen Diskussionen wurden alle liberalen Anträge auf Einfühlung der absoluten Mehrheit im ersten Wahlgang und der relativen Mehr- heit beim zweiten Wahlgang vom Zentrum gegen alle anderen Parteien abgelehnt. Tas Zentrum erklärte, bei den jetzigen politischen Verhältnissen könne den früheren liberalen Wünschen keine Rechnung mehr getragen werden. Tas Zentrum beklagte sich über die Urwahlkreiseinteilung des Ministers Feilitzsch.
Aer ZnkistMillLMns in Kessen.
Zu dein Aufsatz: .Der Antisemitismus in Hessen" in unserer Nr. 250 schreibt uns der „Deutsche Verein Gießen*:
1) Die Meldungen auswärtiger Blätter, daß „schon seit langem Verharzungen über Aufstellung geeigneter Kandidaten in den bei den letzten Reick)slagswahlen von der Reformpartei verlorenen Wahlkreisen im Gange" seien, entbehren des tatsächlichen Rückhaltes. Zu Marburg wurde schon kurz nach der Reichstagswahl Hen Reichs- und Landtngsabg. Zimmermann als Kandidat aufgestellt, und dessen Bewerbung ist bis heute noch nicht zurückgezogen worden.
Für die demnächstige Ersatzwahl in Alsfeld-Lauter- ibach-Schotten bleibt die Kandidatur Bindewald bestehen, wie, sie im Herbst 1903 zu Alsfeld proklamiert worden tU. Für Gießen ist dw Bewerberfrage noch nicht angeschnitten. Zn Wetzlar-Altenkirchen unterstützen wir die christlich- soziale Kandidatur Franz Behrens.
2) Die Behauptung, der „Deutsche Verein" in Gießen wolle von der Reformpartei nichts mehr wissen, entspricht ebenfalls nicht den tatsächlichen Verhältnissen und unserer Erklärung im „Deutschen Matte". Es hieß dort: „Eine Spitze gegen die maßgebenden Stellen der deutschen Reformpartei enthalt dieser Beschluß nicht. Ter „Deutsche Verein" in Gießen wird auch in Zukunft jede erfolgverheißende Bewegung innerhalb der antisemitischen Parteien nach Kräften unterstützen."
3) Ebenfalls unrichtig ist es, wenn gesagt wird, wir seien dem Beispiel „mehrerer sächsiscl-cr Reformvereine" gefolgt In Sachsen ist nur der Reformverein zu Radebeul in das deutsch- oziale Lager übergegangen. Es liegt offenbar Verwechselung mit den antis. Vereinen zu Darmstadt und Frankfurt a. M. vor
4) Ahlwa rdt ist langst von der politisclwn Mihne zurückgetreten. Er war niemals Mitglied der antis. Partei im Reichstag. Auch als Hospitant wurde er nur für kurze Zeit zugelassen.
5) Den „Pücklerunfug" als politiscl)en Antisemitismus zu betrachten, vermag nur gegnerisckie Böswilligkeit. (Das ist denn doch wohl ein allzu schroffer Ausdruck. Tas führendc Tage-Blatt des deutschen Antisemitismus, die „Staatsbürgcrztg " stand doch dem Grafen Pückler lange Zeit recht nahe. D. Red.) Much die Reformpartei als solche hat auf ihrem letzten Partei tag jede Veranttrwrtung für diele sonderbare Betätigung berlini- cher „Politik" scharf abgelehnt. Graf Pückler ist nie ein eingeschriebenes Mitglied einer antisemitischen Partei gewesen. Man kann ebensowenig das Vorgehen eines Antisemiten (und zwar Nur-Antisemiten) gegen andere Antisemiten, die aber in ihrem Programm sich mit noch viel mehr besänftigen, als mit der Judcnfr'ge, ausspielen, als man es für berechtigt halten dürfte, den Philosemiten v. K a r d 0 r f f gegen den Philosemiten Bebel, den Philosemiten Eickhoff gegen den Philosemiten Naumann, die philosemitisck)« „Köln. Ztg." gegen die philosemitischen Okrtoh’enbtätter ins Feld zu führen. Tenn abgesehen von dem Philosemitismus gähnen zwisckien allen diesen doch Abgründe der Weltanschauung. (Nach unserer Ansicku ist kaum ein einziger der genannten Männer „P hi l 0 semit", ebensowenig ist die „Köln Ztg." phi l 0 semitisch. Anti-Antisemitismus ist doch noch lange nicht „Philosemitismus". T. Red.) Das Auftreten des Grafen Pückler hielten und halten wir für eine schwere Schädigung unserer Sache. Llber der Berliner Boden macht es ernsth'ften Bewegungen überhnlpt schwer emporzukommen. Auch bei der Sozialdemokratie sind die „Berliner" als enfants terribles be- kcrnnt. (Vgl. die Ausführungen Ulrichs auf dem soz. Parteitage zu Mainz.)
6' Unser Uebertritt zu den Deutsch-Sozialen erfolgte aus wesentlich praktischen Gründen, _ba wir einen formal- ober wirtschaftspolitischlen Unterkhieb zwischen jenen und Reformen weder erkennen noch aberkennen.
Wir glauben aber, daß 'die Reformer bei ihr'in heftigen Kampfe mit den Sozialdemokraten in Sacksen nicht die Zeil inden werden, um in Hessen genügend einzugreifen. Von „Nichts
mehr von der Reformpartei wlssen wollen" ist keine Rede. Nach wie vor steht uns Cswald Zimmermann gleich lwch als gewaltiger Dolksrcdner und verdienter, erfolgreicher Förderer der deutschen Sache.
Aus Stadt und KauS.
G testen, 28. Oktober 1906.
L. U. LandeSuniversilä k. Bis Freitag, den 27. DFL haben sich neu eingeschrieben 89 Studierende, darunter 4 Theologen, 19 Juristen, 17 Mediziner, 2 Beten* närrnediziner, 47 Angehörige der philosophischen Fafttllät. Die erste Immatrikulation hat Heute niittag statt- flefunöen. Die zweite ist auf den 4. und die dritte (letzte) auf den 11. November angesetzt. Die 91 amen der neu immatrikulierten Studierenden werden an einer anderen Stelle deS Blatteö fortlaufend aufgefuhrt.
* * Erledigte Lehrerstel l e. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge- meindeschnle zu Hopfma nnsfe l d, frrciS Lauterbach. Mit der Stelle ist Drganinendienst verbunden.
• • V0m 9)1 ufeu in. Gestern nachmittag statteten 30 Mitglieder des Hessischen GeichichtsveieinS, Zweigverein Ätarburg, unter ihrem Vorsitzenden, Geh Archivvat Dr. Könnecke, dem Btuseum deS Oberhessischen Geschichtsvereins einen etwa zweistündigen Besuch ab, bei welchem der Konservator Kramer die Führung übernahm Die Besucher äußerten sich sehr befriedigt über die Reichhaltigkeit und zweckmäßige Aufstellung bezw. Anordnung der Sammlung.
• • Berke hrsverhältnisse im Güterbahnhof. 9)inn schreibt nutz von zns'änd'ger Seile:
Ter in Rr. 252 Jl-res geschätzten Blattes enthaltene Bericht über eine Vers inmluug des hiesigen Bürgervereins hat bezügl. r Angaben über nicht ausreichende Räume und zu geringe L u d c g e l e g c n h e i t c n auf dem Gießener Gütev- b hnhos hier in hohc'm Maße Verwunderung erregt. Ta für den Verkehr mit dem Publikum die F-reiladegleise und der Güterschuppen in Betracht kommen, so bemerken nnr hierzu:
Tie F r e i l a d e g l e i s e im hiesigen Güterbahnhof haben eine der riige Ansd huung, Vak in d-iiselben bis zu 100 Wagen aufgestellt werden können, mäl/renb selbst im stärksten Verkehr die Gesamtzahl der zur Lcr- und Entladung kommenden Wagen durchschnittlich etwa 50 Stück täglich beträgt, mithin auS- reichcnder Platz daselbst üorbanben ist.
Bezüglich be5 Güterschuppens wurde für bin Cris- vers ud seit Beginn bes biesjäl-rigen stärkeren Verlehrs eine 3. Annahmewage eingerichtet, welche im Lause des Vormittags nach Bedarf und von 3 Uhr nachm. ab stänbig besetzt ist, sodaß auch hierin den Verlehrsveihältnissen vollstäubig Rechnung getragen sein dürfte. Es würbe aber erwünscht sein, woraus bereits wieberholt hingewiesen würbe, roenn die Geschäftswelt sich dazu verstehen wollte, ihre Güter in den Vormittags-- und ersten Mittagsstunden in größerem Umfange anzuliefern und nicht erst größtenteils kurz vor dem festgesetzten Annahmeschluß um 6 Uhr nachm. Nach den angestellten Erhebungen werden zur Zeit hier immer noch nahezu 50 Prozent der gesamten täglichen Versandgütcr in den Stunden von 4—6 Uhr nachm. angeliefcrt
Die Räume für die Versandgüter finb mehr als ausreichend, da dieselben nur unwesentlich in Anspruch genommen werden, indem ber größte Teil der zur Anlieferung kommenden Güter in die bereitstehenden Wagen direkt verladen wird.
Für den für die Crtsempfangsgüter bestimmten Teil des Güterschuppens ist mit Rücksicht auf den von Jahr zu Jahr steigenden Verkehr schon seit einiger Zeit eine Vergrößerung um 398 Quadratmeter bestimmt, die in Kürze zur Ausführung kommt. Zugleich wird auch der Zollschuppen neben ber Güterabfertigung erweitert werden.
Tie Klagen in obenerwähntem Bericht über die unhaltbaren Verhältnisse auf dem Gießener Gütcrbahnhof sind daher völlig unäuir-.ffend.
** Theater-Verein. Der Aufführung des „Grafen von Eharolais (Buchausgabe bei S. Fischer in Berlin) am nächsten Dienstag, den 31. d. MtS., liegt die Fassung des Wiesbadener Hoftheatecs zu Grunde, dessen Heldendarsteller, Herr Leffler, die Titelrolle spielen wird. Zur Teilnahme an den letzten Proben des schwierigen Stückes trifft Herr Leffler schon am Viontag früh hier ein. Da daS Drama so lang ift, daß eine nahe ungekürzte Aufführung zwei Theaterabende füllen würde, so mußte die Regie sehr haife Striche machen, durch die in erster Linie alle für den Fortgang der Handlung unwesentlichen Szenen beseitigt wurden. Diese Kürzungen durch den Wiesbadener Intendanten Dr. von Mutzenbecher haben die dramatische Wirkung deS Stückes erheblich gesteigert und zugleich manches weniger Anmutende beseitigt. DaS figurenreiche Drama verlangt die Mitwirkung deS gesamten Herrenpersonals, während von den Damen mit einer sehr großen Rolle nur Frl. D onecker betraut ist, die sich mit dem Stück schon seit dem Frühjahr infolge ihrer Teilnahme an den Proben deS Mannheimer Theaters beschäftigt hat. Für die Alisstattung der Bühne sind einige Aufwendiingen gemacht worden, gespielt wird in Kostümen aus der Zeit Wallensteins. Der Aufführung von Beer-Hotmann's poetischem Drama, dessen Erwerbung für unsere Bühne nur schwer möglich war, und daS nur einmal gegeben werden kann, wird jedenfalls ein großes Interesse entgegen gebracht werden.
*• Eine d i e Besitzer von Fahrrädern und Automobilen interessierende Entscheidung ist, wie die »Darmst. Ztg." erfährt, von dem Kroßh. Ministerium des Innern getroffen worden: „Rach § 1 der Verordnung vom 10. Cf aber 1899 hat der Besitzer jedeS Fahrrad und Automobil vor der Ingebrauchnahme desselben bei dem frreisamt anzumelden und die Stempelabgabe zu entrichten. ES ift unzulässig, daß eine Nummerplatte für mehrere Räder ober Kraftfahrzeuge abwechselnd benutzt roirb.-
" Lehrling oder jugendlicher Arbeiter. Es ist vielfach oorgekommen, daß junge Leute, welche die Ab- sicht haben, ein Handwerk zu erlernen, als jugendliche Arbeiter von ihren Lebrherrn in Beschäftigung genommen werden. Es geschieht dies, wett die Lehrhercn nicht die Pflichteo


