Ausgabe 
28.7.1905 Zweites Blatt
 
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Für d i e Herrn Bauern.

1. Nudlsupp mit Würfckfll.

2. Brests) mit Rossenkohl.

3. Rindfleisch mit Gemieß.

4. G'felckfles mit Kraut.

5. Brot-Turten mit Schotto?)

6. Gebalster Schlögl, m. Krapfen.

7. Kalbswangl?)

8. Gebachenes Kälbernes mit Zwechen.

9. Eing'niachtes mit Guglhupf.

10. Vratl m. Salat un Graute/) 11. Turten.

7 Geröstetes Fleisch.) Chau-

deau-Weinsauce. a) Kalbskopf.

4) Preiselbeeren.

Für d i e Herrn Herrn. 1. Gemischte Suppe m. Hehner. 2. Seißgsottne Forelln.

3. Rindfleisch mit Gemieß.

4. Schunken und Züngl mit Kraut.

5. MehlspeißSpanischer Reiß*.

6. Gedachter Schlögl m. Butter- teia.

7. Gediente Anten mit Sulz von Bumeranzen und Lemone.

8. Gebachene Hehner m. Fisolen und Karfiol.

9. Eigmachtes mit Wäffelküchl.

10. Kalbsbratl mit Salad und Kumpot.

11. Käse, Turten und Klein- kunfekt.

Jlmendrutsch" heute, daß er hörte:heute bedeuten sollte, viel zu wenig

und ein Gießener Herr schreibt uns einmal einen Gießener Bürger sagen Abend giebts Jlbedritsche". Was das wiße er nicht. Wir haben nun das bekannte vortrefflicheObcrhessischc Wörter­

deutschen Mythologie an, wie die Greife der griechischen. In dem ersten Teile des Wortes erblickt Grimm Myth. (2. Ansg.) 412 die Elben, der zweite harrt noch der Erklärung. Vgl. Vilmar 168. Schmid 162. Schmeller 1, 66. Kehrein 127. Weinhold 1, 35 (Hiltpritschen) (H.). Zusammenhang mit Albatroß?

Ferner erwähnte die Weitershainor Zuschrift das Wort Bruchpötsche". Dazu schreibt uns heute ein alter Herr: Mit dem NamenBruchpötsche" bezeichnet man in der Gegend von Lauterbach und Herbstein den Raubvogel Weihe, roter Milan, ziemlich allgemein im Volk. Wenn auch der Name vom Einsender nicht erklärt werden, kann, so weiß er doch, daß im Volksmund der NamePötsch* soviel bedeutet als Pfütze, und daß man diesen Vogel auchKarpfenschwanz" nennt.

Crecelms leitetPetz" undPotz", soviel wiePfütze", ooni lateinischen palus ab.Bruch" nennt man in sehr vielen deutschen Gegenden eine feuchte sumpfige Wiese.

** Der Briefverkehr Berlins hat einen solchen Umfang angenommen, daß es zur Ermöglichung einer un­verzögerten Bestellung der Sendungen dringend erforderlich ist, in der Aufschrift der nach der Reichshauptstadt gerichteten Briefe außer dem Postbezirke (C., NO., W. usw.) auch die

* Ein Tiroler Primiz-Essen. Die nachstehende Spei- senkarte eines Primiz-Essens aus dem Pitztal zeichnet sich, nach denM. N. N.", zunächst durch die Scheidung der liebwerten Gäste in zwei Kategorien aus: Links das Dolk, die geladennt Dorfbewohner und Bauern aus anderen Dörfern; rechts die Geist­lichkeit, die G'schudierten, die Himmelsbraut, sowie deren und des Primizianten Angehörige. Gereicht wurde:

Nummer des Postamts anzugeben, von dem die Sendung ' bestellt oder abgeholt wird (z. B. Berlin 8. 42; Berlin 0.17). Selbstverständlich darf aber auch die Angabe der Straße, ( der Hausnummer, des Gebäudeteils und des Stockwerks in . der Aufschrift nicht fehlen. Man muß also beispielsweise ( schreiben: Herrn Kaufmann Karl Müller in Berlin NW. 6, , Albrechtstraße 7, Hinterhaus, 3 Treppen links. Das von 1 der Postverwaltung herausgegebeneStraßenverzeichms von Berlin und den angrenzenden Orten mit Angabe der bestell- postanstalt" kann an den Postschaltern eingcsehen und sollte 1 vom Publikum zur Vervollständigung der Aufschriften im ( eigenen Interesse stets benutzt werden. Das Verzeichnis ; nebst Stadtplan ist durch alle Postanstalten und Briefträger ; für 5 Pfg. zu beziehen.

Die Sternschnuppen im Juli und August. Die Monate Juli und August sind für den Liebhaber und , Erforscher von Meteoren alias Sternschnuppen die dankbarste Zeit im ganzen Jahre. Eine ganze Reihe von Meteor­schwärmen kommen in dieser Woche in größte Erdnähe und liefern ihren Tribut an unfern Planeten ab. Auch der , Himmel pflegt durch Klarheit der Beobachtung der Stcrn- schnuppen günstig zu sein. Da endlich auch der Aufenthalt zur Nachtzeit im Freien nie angenehmer ist als im Hoch­sommer, so trifft alles zusammen, um auch den Nichtsach­mann zu verlocken, daß er Beobachtungen über die Meteore anstellt, die dem Astronomen nützlich werden können. Die eigentliche Jagdzeit für die Sternschnuppen begann mit der dritten Juliwoche, als die Nächte dunkler wurden. Es zeigen sich die ersten Vorläufer der Perseiden, des berühmten Laurentius st romes, der sog. Laurentiustränen, die aber erst am 12./13. August ihren Höhepunkt erreichen. Dazu kommen wohl noch gelegentliche Meteore aus den Stern­bildern des Wassermannes, Bogenschützen, Pegasus, Drachen, Schwans, Cepheus, Andromeda und Kassiopeia, ohne jedoch durch größere Fülle aus einer der genannten Himmels­gegenden auffällig zu werden. Die Perseiden dauern bis zum 21. August. Der sog. Strahlungspunkt der Meteore, d. h. der Punkt am Himmel, von dem sie auszugehen scheinen, ver­schiebt sich dabei in nordöstlicher Richtung. Diesmal wird der Mond bis zum 9. August nicht im mindesten für die Beobachtung störend sein.

p Wetzlar, 27. Juli. Bei seiner Arbeit verun­glückt ist heute der Maurer Jakob Müller von hier. Er stürzte von einem Gerüste herab und siel auf eine Mauer. Nach dem Befund des Arztes hat Müller drei Rippen ge­brochen.

0 Wetzlar, 27. Juli. Gegenwärtig ist män eifrig mit den Arbeiten zur Erweiterung der Eisenbahn­brücke über die Lahn bei Wetzlar in Km. 176 der Strecke LollarWetzlar beschäftigt. Zur Herstellung des verstärkten Ueberbaues wurden bekanntlich im letzten preußischen Eisen­bahnetat 100 000 Mk. als erste Rate verlangt. Der eiserne Ueberbau der 1878 erbauten zweigleisigen Eisenbahnbrücke über die Lahn am Ostende des hiesigen Bahnhofes bedarf mit Mcksicht auf die in den letzten Jahren erheblich ge­steigerten Betriebslasten notwendig der Verstärkung. Die Kosten dieser ^Ausführung belaufen sich auf 160 000 Mk.

s. Reichelsheim, 26. Jüli. Anderthalb Jahre sind verstossen, seit um den Neubau des hiesigen Pfapr- h aus es ein Streit entbrannt war, welcher damit endigte, daß einer fünfgliedrigen Kommission die Aufgabe zufiel, zu beratschlagen, ob ein Neubau aufgeführt werden solle, oder nicht. Vor einigen Monaten nun würde der hiesige Pfarrer durch Vermittelung des Kreisamtes von dem Ober- konsistorium beauftragt, mit der am 11. Februar 1904 er­nannten, obenerwähnten Kommission erneut in Unterhand­lung zu treten. War damals im allgemeinen die Stimmung für den Neubau nicht sehr günstig, so war sie mittlerweile doch in der Gemeinde umgeschlagen, da die Notwendig­keit des Neubaues eingesehen würde. Als anfangs April dieses Jahres die vorerwähnte Kommission in einer Sitzung es für am zweckentsprechendsten erachtete, mit der kirch­lichen Gesamtvertretung in eine Beratung einzutreten, fand eine solche auch Itnt' 13. April statt. dieser Sitzung wurde beschlossen, daß das alte Pfarrhaus auf Wbruch verkauft und an dessen Stecke ein Neubau errichtet werden solle. Um aber einen, den Verhältnissen entsprechenden Neubau aufführen zu können,benötigte man einer Dumme von 18 000Mk., deren Beschasfung aus dem Erlös des teilweisen Pfarrgartenverkaufes und des auf Abbruch zu versteigern­den Pfarrhauses einerseits und eines aufzunehmenden Ka­pitals von 15 000 Mk. andererseits bewirkt werden solle. Das Oberkonsistorium genehmigte nun mit Zustimmung der hiesigen Gemeindevertretung unter Vornahme gewisser Ab­änderungen im Prinzip das Protokoll vom 13. April. Hier­auf fand ein zweimaliger Verkauf der alten Psarrhofraite statt, dessen Ergebnis die Summe von nahezu 1000 Mark bildete. Zu dem Resultat dieser Versteigerung gab jedoch der Kirchenvorstand seine Zustimmung nicht, aber nicht vielleicht aus dem Grunde, weil ihm der Preis nicht an­gemessen erschien, sonder:: um deswillen, weil das Projekt als solches beseitigt werden sollte und dem Kirchen- Vorstand nun die Aufführung eines Neubaues als i notwendig erschien, weil nach seiner Ansicht ein Teil des l Kirchenvermögens verschwendet werde. Da nun das Kreis-

Rheinhessen vor. , Davon, daß das Wort auf dem Vogelsberg das Männchen der wilden Ente bezeichne, wie Vilmar 169 sagt, habe ich nirgendwo etwas gehört; dagegen spricht auch der Gebrauch des Wortes. In anderm Sinne steht dieses für ein einfältiges, nachlässiges schmutziges Mädchen, so in Lauterbach und selbst in Gießen. Der Uebergang von b(w) in m findet sich ebenso in Ilbeshausen, das im Mooser Grund Jlmeshausen ge­nannt wird. Die I l b e n t r i t s ch e n gehören offenbar der

gesundheitsamt erklärt hat, daß das gegenwärtige Pfarr­haus feucht und sonach gesundheitsschädlich sei, auch das Kreisbauamt sich dieser Ansicht anschloß und die Baufällig­keit des Hauses dartat, darf man wohl den weiteren Ver­handlungen, welche jetzt wohl unzweifelhaft zwischen Re­gierung und Kirchenvorstand Beginnen werden, mit großer Spannung entgegensehen, und dies umsomehr, als dann auch noch ein wichtiger Faktor in die Wagschale geworfen werden wird, nämlich der, daß das ^gegenwärtig hier stehende Pfarrhaus während des 30jährigen Krieges in Hund stad t bei Grävenwiesbach auf Abbruch verkauft worden war und sonach die Annahme, daß das Haus noch in gutem bau­lichen Zustande sei, von vornherein als erschüttert be­trachtet werden muß.

R. B. Darmstadt, 27. Juli. Die Stadtverord­netenversammlung beschäftigte sich heute nachmittag in längerer Debatte mit den zahlreichen Angriffen un b Belästigungen, die in jüngster Zeit ganz in der Nähe der Stadt und in den Wäldern der Umgegend gegen harmlose Spaziergänger ausgeübt worden sind. Die Stadtv. Stemmer, Justizrat Schmeel u. a. sprachen beson­ders ihre Entrüstung über das Attentat aus, das am vorigen Sonntag nach 6 Uhr nachmittags, also am hellen Tage, in der Nähe des Hopfengartens auf dem Wege zum Bahnhof Bessungen von drei Rowdys gegen ein 22jahrrges Bürgermädchen verübt worden war, nachdem sie dessen Be­gleiter in die Flucht gejagt hatten. Die Stadtverordneten entschlossen sich einmütig, die Bürgermeisterei zu ersuchen.

zu vertreiben, band der Besitzer das Tier mit dem Kopfe fest. Als er bann wieder in den Stall kam, war die Kuh verendet sie hatte sich aufgehängt.

** Personalien. Uebertragen wurde dem Lmullelrrer .Dr. Köhler zu Rehbach, im Kreise Erbach, eine Lehrerstelle an der Gemeindesckmle su Lauterbach. In den Ruhestand wurde versetzt der Gerichtsvollzieher in Seligenstadt Geißler aus sein Nachsuchen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts fernes Nachfolgers Dem Pfarrer und Dekan Kerl zu Neunkirchen wurde die evangelische Pfarrstelle zu Spachbrncken-HabitzheiM, Dekanat Reinheim, dem Pfarrer U lr r ch zu Beedenkrrchen dre evangelische Psarrsielle zu Mesiel, Dekanat Darmstadt, dem Pfarr- Ossistenten Schuster zu Mainz drc evangelgche Pfarrstelle zu Hering, Dekanat Groß-Umstadt, und dem Pfarrverwalter Weber zu Hillesheim, Dekanat Oppenheim, die dortige evangelyche Psarr- stelle übertragen. , , . . r,

** Omnibusverbindung bei der Grund st ern- tegung der Bismarcksäule. Wir werden gebeten, folgendes unseren Lesern ausnahmsweise an dieser Stelle mrt-

Zu der morgen stattfindenden Feier wird der Vorstand der Omnibus-Gesellschaft eine regelmäßige Omnibusverbrndung ab Oswalds Garten einrichten, und zwar ist der ^ahrplan rote folgt

s 1. Nachmittags von 45l * * 4 * 6/j Uhr Fahrten nach dem Hardt-

2. Nach Beendigung der Feier abends 78 Uhr Rückfahrten vom Hardtberg nach Oswalds Garten.

3. Abends 87*9 Uhr Fahrten nach Brchlers Hardt (Fest- kommers.) , . ,

4. Abends von 117, Uhr an Rückfahrten nach der Stadt. Fahrpreis für jede einzelne Fahrt 20 Pfg.

Die um 4.45 abgehenden vier Wagen find bereits besetzt, und ,e§ empfiehlt sich, entweder frühere oder spätere Wagen zu bentzen.

* Tollwut in Heuchelheim. Kaum ist die Hunde- sperre für Gießen und Umgegend wieder verlängert worden, so hat sich, wie man uns berichtet, in Heuchelheim schon wieder ein Fall von Tollwut eines Hundes ereignet. Der dortige Einwohner B. wurde von einem sonst treuen Hunde in Hand und Bein gebissen. Der sofort zugezogene Arzt konnte bei dem Hunde Tollwut feststellen, worauf nmn das Tier tötete. Der Arzt empfahl dem Gebissenen, sich sofort in das Institut nach Berlin zu begeben.

* Zum Artikelein moderner Gargantua" ,in Nr. 173, 2. Blatt, wird uns geschrieben:

Vor 30 bis 40 Jahren trat der alte Oberförster L. aus St. bei einer Dienstreise in die Wirtsstube des Wirtes E. in Fr. Tie Stube war leer, nur in einer entfernten Ecke saß an langer Tafel ein kleines, schmächtiges Männchen. Den ihn begrüßenden Wirt redete L. sofort an:Sagen Sie einmal, ich habe gehört, daß vor kurzem ein gewaltiger Fresser 80 gebackene (Ster auf einem Satz bei Ihnen gegeffen habe. Ist denn das möglich." Der Wirt lächelte etwas verlegen, gab aber keine Antwort. Als der Ober­förster seine Frage wiederholte, erhob sich das unscheinbare Männ­chen, ein Schneider aus einem benachbarten Fnldischen Dorf, und sagte:Herr Förster, wenn Sie sie bezahlen, ich sie noch einmal!" Eine wahre Geschichte!

** Mehr Rücksicht nach oben! DieSüdwestd. Korresp." erhebt folgende whr berechtigte Mahnung:

Daß man auch den Fürsten gewisse Rück sichten schuldig .ist, scheint heutzutage vielen Leuten nicht in den Kopf zu kommen. So hat sich in den letzten Jahren in Hessen die Gewohnheit eingebürgert, daß man den Landesfürsten zu allen möglichen ^Festivitäten einladet und sein Erscheinen habet mit Bestimmtheit erwartet. Nicht nur zu Festlichkeiten, die staatlichen Charakter haben, z. B. bei her Einweihung öffentlicher Gebäude oder neuer Kirchen, sondern zu allen möglichen Krieger-, Turner- und Sängerfesten soll der Landesfürst erscheinen. Wenn in irgend einem Dorfe ein Gesangverein sein Jubiläum feiert, so erwartet man vom Großherzog nidyt nur, daß er einen Preis für das Wettsingen sttftct, sondern au<b, daß er das Fest durch seine An­wesenheit auszeichnet und zuhört, wie die ländlichen Gesimg- bereine die mühsam eingeübten Chöre vortragen, was sicher für einen kunstsinnigen Mann nicht immer ein Genuß ist. Groß­herzog Emst Ludwig ist ein leutseliger freundlicher Fürst, der sich z. B. gern mit den Jungen, die auf der Straße herumlaufen, unterhält und die kleinen Mädchen auf seine Kosten Karoussel fahren läßt: diese Leutseligkeit sollte aber nicht mißbraucht wer­den. Und ein Mangel an Rücksickfl ist es, wenn jeder Verein bei seinen Festen eine Deputation nach Darmstadt schickt und sich das Erscheinen des Landesherrn erbittet. Welcher Privatmann möchte fortwährend derartige geräuschvolle Feste über sich ergehen lassen! Unsere Fürsten haben doch neben den Repräsentationspflichten auch ihr Arbeitspensum und brauchen Konzentration und Sammlung, um ihren Pflichten nachkommen zu können. Ergo . . .

**Jlbentritsch" und »Bruchpötsche". Eine Zuschrift an uns aus Weitershain sprach neulich von

buch" von Crecelius (Komm.-Verlag von A. Bergsträßer in Darmstadt) zu Rate gezogen und finden darin folgende Erklärung:

die Jlbentritsch (Uwedritsch, Ilmedritsch), ein im Aussterben begriffenes Wort, bezeichnet in Herchenhain, Grebenhain, Gedern und Umgegend einen fabelhaften Vogel.Auf die Jlbentritsche- Jagd gehn, Jlbentritsche-Nester fuchen, Jlbentritfche fangen" sind zum Spott gebrauchte Ausdrücke, die bedeuten follen: auf etwas ausgehen, was nicht zu finden ist, Eitles unternehmen.Sucht Jlbentritfche, Jlbentritsche-Nester", sagten vor 40 Jahren die Alten in Hirzenhain zu den Jungen, um sie zu foppen. Auch in Lieh hörte man damals: Wellde med gin Ilwedritsche fange ? Hossde Uwedritsche gelange ? u. ä. In gleichem Sinne kommt die RA. in

Interessant ist an der Speiseordnung verschiedenes, namentlich aber der Umstand, daß BenHerren Bauern" der Schnabel sauber gehalten wird von Forellen, Hehnem und Anten, ^chrnken und Küchel bekommen sie auch keine, ba$> ist alles für dieHerrn Herrn" beiseite gehalten. Aber dieHerrn Bauern' werden bei ihrem G'selchten und Kälbernen schließlich ebenso fidel und entljw- iasmiert über diese schöne Gotteswelt geworden sein, wie die Herrn Herrn".

* Das deutsche Bauernhaus. Der Verein für bvvr. Volkskunst in Würzburg hat in der fünften Sektion des Ge­samtvereins der deutschen Geschichtsvereine auf der Haupt-Bor-, sammluug in Danzig angeregt, durch Fragebogen eine ^tattsttk für ganz Deutschland in Druck zu geben. Zur Beantwortung des Fragebogens stand dem bayerischen Verein eigenes Material in reicher Menge zu Gebote. Auf Veranlassung des bayerischen, Kültusministeriums werden an den Baugewerkschnlew des König­reichs jährlich AufnalMen von Bauernhöfen gemacht und Kvpien dem Zentralarchiv des Vereins für bayerische Volkskunde em- geliefert. Bis jetzt faBen die Baugewerkschulen in Würzburg, Regensburg und Augsburg dem Zentralarckflv Materialien zu­geführt, technisch Gearbeitete Aufnahmen, Grundrisse, Durchschnitte- Ansichten und Details enthaltend. Einfachere Wäne, von Laien zum Teil höchst sorgfältig ausgefuhrt und sehr fchätzbar, ferner an 200 Photographien, Ansichtspostkarten und tue meisten ge­druckten Werke über Bayerns Bauernhäuser vervollständigen die Hilfsmittel des Archivs in Würzbürg. Eine Auswahl hieraus wird in Bamberg seinerzeit ausgestellt werden. Auch die königl. bayerische Brandversicherungskammer hat die Beschickung dieser Ausstellung mit Plänen aus ihren Sammlungen in Aussicht gestellt. In den Ferialkursen in Salzburg wird Professor Me- ringer aus Graz Borträge über die Haussorsckmng halten.

* Häuserpreise in London. Einige Angaben über die Preise der Häuser in den elegantesten Teilen Londons werden interessieren. In Park Lane, dem Quartier der Herzöge und südafrikanischen Millionäre, ist es unmöglich,, ein Haus unter 1200000 Mk. zu kaufen, während in Park Street, welche nicht ganz sovornehm" ist, 600 000 Mk. das Minimum ist. Berkeley Square ist eine weitere kostspielige Gegend; augenblicklich ist dort ein Haus zum Verkauf ge­stellt, für das die Forderung 850000 Mark beträgt. In Mayfair und Belgravia gibt es kaum ein Haus, das nicht wenigstens 200000 Mk. kostet. Der Distrikt, der vielleicht Vornehmheit und verhältnismäßige Billigkeit der Häuser am meisten vereinigt, ist Chelsea, wo man ein gutes Haus für 60000 Mk. erstehen kann. Aber überall in der Nähe von Hyde Park oder in Piccadilly muß der Kauflustige auf eine Forderung von 500000 bis 2 Millionen Mark gefaßt sein.

* Das Tagewerk derPrinzessin Alice". Miß Alice Roosevelt ist die würdige Tochter ihres Vaters. Sie hat eiserne Nerven. Ein amerikanischer Statistiker hat be­rechnet, daß sie wahrend der letzten fünfzehn Monate an 403 Diners, 350 großen Bällen und 300 Abendgesellschaften mit Tanz teilgenommen hat. Miß Alice ist eine unermüd­liche Tänzerin. Außerdem hat sie an 680five o'clock teas" teilgenommen und 1700 Besuche gemacht. Während der letzten fünfzehn Monate hat sie 32000 Händedrücke aus­getauscht, fast ebenso viel wie der Präsident selbst, und an

6 Hochzeiten von Freundinnen teilgenommen. Dazu kommt, daß Miß Alice alle Sports treibt.

Mütter-Abende so nennen sich die von dem Verein Berliner Volksschullehrerinnen jeden Monat zweimal veranstalteten geselligen Zusammenkünfte, an denen Mütter schulpflichtiger Kinder und Lehrerinnen teilnehmen. Diese ebenso anregenden wie lehrreichen Abende sollen zunächst auf ein verständnisvolles und segensreiches Handinhandgehen von L-chule und Haus in der Heranbildung und Erziehung der Jugend hinwirken, dann aber auch den fruchtbaren Austausch allgemeiner Interessen und neuer Ideen fördern helfen. Ge­wöhnlich findet bei diesen Zusammenkünften ein gemütliches

mir RQcksrcyr auf Die wreveryoir tn ocr rrmgogeno von stadt borge komm en en Belästigungen von -Lpaziergängern beider Staatsregierung eine schärfe re Ueber- wachung der näheren Umgebung, insbesondere der Wäl­der, durch die hierzu Berufene Gen darmerie zu ver­anlassen. Nicht minder starke Beschwerden wurden auch von verschiedenen Stadtverordneten gegen die immer mehr zu­nehmenden Unfälle und Belästigungen durch die Auto- moBilfahrer vorgeBracht und baBci Beklagt, daß die Stadtverordneten die Polizeiverwaltung schon dreimal um den Erlaß schärferer Bestimmungen gegen das unverant­wortlich schnelle und rücksichtslose Fahren ersucht hätten. Bürgermeister Dr. Glas sing versprach, namens der Bür­germeisterei noch einmal in dem entsprechenden Sinne Bei der Polizeiverwaltung vorstellig zu werden.

hr. Frankfurt a. M., 27. Juli. Heute nachnuttag 31/2 Uhr ereignete sich im hiesigen Hauptbahnhofe ein schwerer Unglückssall. Drei Arbeiter, zwei Schlosser und ein Weißbinder, die auf einem Schwebegerüst an der Decke des Mittelpcrrons arbeiteten, stürzten mit einem Teil des Gerüstes in die Tiefe. Zwei waren so­fort tot, der dritte dürfte kaum mit dem Leben davon-- kommen. Alle drei sind verheiratet.

fs Marburg, 27. Juli. Im Eisenbahnzug ge» st 0 rben ist gestern abend kurz nach der hiesigen Station der auf der Reise nach Bad Nauheim begriffene Rentier Schultz aus Richenwald (Kreis Schlochau). Der Tod trat infolge Herzschlags ein. In Hilchenbach an der Bahn­strecke MarburgKreuzthal entgleiste gestern abend ein Güterwagen. Der Verkehr mußte mittels Umsteigen be­wältigt werden. Verletzt wurde niemand.