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28.7.1905 Zweites Blatt
 
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155» Jahrgang

Zweites Blatt

7tr. 175

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

dursten.

Freitag 28» Juli 1905

Rotationfbrud and Vertag txi BrÜhllch*» UntoedUfilflbtuderd. ÖL Sangt. Gteßea»

Rebaftton. ®ypebUtx* o.Drucker«!: Schulst«.R.

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Ausstiche ^leuiflftctfen.

In Petersburg bat die Polizei in der Nacht 220 Haussuchungen vorgenommen und viele Personen verhaftet. ES wurden mehr als 2000 Revolver und viele Proklamationen beschlagnahmt. Ebenso fielen die Briefschaften vieler Revolutionäre mit den KomitSS in Berlin, Loudon, Pari«, Genf und Brüssel in die Hände der Polizei. ES steht fest, das; die Revolutionäre ihre Geldmittel größtenteils auS dem Auslande erhalten haben. Auch in der Provinz sollen Haus­suchungen in großem Stile vorgenommen werden.

Nach einer Meldung auS Warschau soll der General­gouverneur Maximowitsch auS Warschau ge­flüchtet sein, da er mit dem Tode bedroht worden ist.

In Odessa verursachte eine Proklamation deS General­gouverneurs große Aufregung, in welcher die Juden be­schuldigt werden, die Urheber aller Unruhen zu sein. Ohne Juden hätte eS keine Potemkin-Affäre gegeben. Weiter heißt eS, daß die Juden sich erlaubt hätten, ihm Briefe zu schreiben, in denen er und die Polizei beschuldigt werden, die anti­semitische Bewegung nicht nur zu dulden, sondern sogar start zu unterstützen. Man befürchtet, daß die unteren Schichten der Bevölkerung durch diese Proklamation zu Gewalttätig- keiten gereizt werden.

Als in JaroSlaw die nach Kronstadt bestimmte« Reservematrosen sich auf dem Bahnhose einfanden, nahm der Kommandant der Station JaroSlaw, Oberst Popow, eine Besichtigung der Mannschaften vor und machte einem Vor­würfe. Der Matrose antwortete dem Obersten in frech« Weise und verweigerte den Gehorsam. Darauf versetzte ihm der Oberst mit der Faust einen Schlag inS Gesicht. Diese Mißhandlung empörte die Reservisten. 21 Matrose« stürzten sich auf den Kommandanten und schlugen auf ihn ein, bis er blutüberströmt zusammenbrach. Die Meuterer wurden festgenommcn und unter starker militärischer Eskorte nach Kronstadt gebracht. Sie werden sämtlich vor ein Kriegsgericht gestellt.

In Datum sind in der Nacht drei Leute, die doi einigen Tagen vom Kriegsgericht zum Tode durch den Strang verurteilt worden waren, wenige Stunden vor ihrer Hinrichtung spurlos auS dem Gefängnis verschwunden. Wie sich herauSstellte, hat ihnen der Wächter deS Gefängnisses zur Flucht verhalfen.

Vom Attentat in Konstantinopel.

Konstantinopel, 27. Juli.

Die Untersuchung wird eifrigst fortgeführt. Außer dem früheren Direktor der bulgarischen Spitale Dr. Dinow und einigen Mazedoniern wurde kein Bulgare verhaftet. Für Dinow verwandle sich der russ. Botschafter. Seine Freilasiung steht bevor: ebenso dürften einige von den verhafteten Italienern, deren Zahl ziemlich groß ist, sreigelassen werden. Anhaltspunkte für die Person deö Urhebers des Anschlages fehlen bisher noch.

Der verhaftete, aus Nürnberg stammende Lehrer Heller wurde wieder in Freiheit gesetzt.

Fehmi Pascha, der bisherige Chef der Geheimpolizei, wurde nach Asien verbannt und der Bruder des Sultans, Neschad Pascha, im Tschiraganpalast in­terniert.

Vorgestern wollte ein schlecht bulgarisch sprechender Mann bei dem Portier der bulgarischen Exarchatskanzlci in Pera einen kleinen Sack' für den Schulinspektor Naumow niederlegen. Der Portier verweigerte die Annahme und erklärte, er dürfe von Fremden nichts übernehmen. Als der Portier einen Blick in den Sack warf, bemerkte er zwei Bomben, worauf der Ucberbringer davoneilte. Der Portier erstattete Anzeige. Der Fall erregt großes Aufsehen, ist jedoch noch nicht aufgeklärt, doch nimmt man an, daß ein Racheakt vorliegt. __________

Deutsches Reich.

Berlin, 27. Juli. Der Kaiser ist heute vormittag Cadinen eingetroffen.

Swinemünde, 27. Juli. Die Jacht .Iduna- mH »em Kronprinzen und der Kronprinzessin an Bord traf am Nachmittag im Schlepp eines Torpedobootes im Hafen ein. Die Hoheiten gingen an Land und fuhren nach Berlin.

Heidelberg, 27. Juli. Die nationalliberalen Vereine Badens, Hessens und der Pfalz werden am 3. September auf dem Heidelberger Schloß eine große Sedanfeier veranstalten.

München, 27. Juli. Herr v. Vollmar hat (mie «rmS gestern telephonisch gemeldet wurde) die .Münch. Post- desavouiert. Dieses sozialdemokratische Blatt brachte jüngst einen Artikel, in welchem in abstoßender Geschmacklosigkeit der Heldentod der deutschen Soldaten auf dem Schlachtfeldc mit dem Tode eines Schweines vcr- glichen wurde, das unter der Hand deS Schlachters fein Leben lasten muß. In norddeutschen Zeitungen war Herr v. Vollmar für diese Roheit seines LeiborganS verantwortlich gemacht worden. Er erklärt aber jetzt in der .Tägl. Rund­schau-, das; er mit den Artikeln nicht in Verbindung gebracht werden dürfe. Die .Tägl. Rundschau- bemerkt dazu:Es ist erfreulich, daß Herr v. Vollmar mit jener erbärmlichen Leistung seines Münchener Blattes nichts zu tun hat und sie offenbar auch mißbilligt.- Der fragliche Artikel flammt übrigens, wie der .Fränk. Kur.- erfährt, von dem R.-K.- Mitarbeiter der .Münch» Post-, dem früheren bayerischen Leutnant und jetzigen sozialdemokratischen Zivilstrategen Kraft. DaS ist natürlich durchaus keine Entschuldigung für die Redaktion der .Münch. Post-, die übrigens in ihrer letzten Nummer den Artikel noch zu verteidigen sucht und sich 'damit ausdrücklich auf denselben festlegt.

Antwerpen, 27. Juli. Ilm 12.65 Uhr traf der König von Brüssel ein und begab sich sofort an Bord deS deutschen Panzerschiffes.

Der König- der anläßlich der UnabhängigkcitSseior n;.- rner gekommen ist, erwiderte auf fine Ansprnckie des Bürgermeisters: 'M) bin glücklich. In er im Ratbause die Versicherung zu ver­nehmen, daß alte Einwohner Antwerpen? den Vorschlag der Regierimg auf Erweitern ng der Hafenanlagen ein­mütig billigen. Ich hone, daß die Kammern den Gesetzentwurf annebmen werden." In seiner Antwort an die Vertreter deS Handels sagte der König:In Belgien ist man ziemlich miß­trauisch. Mißtrauen ist eine Krankheit. Das Volk, das nicht vorwärts schreitet, sondern zurückgeht, febt sich der Möglichkeit ans, in Lethargie zu verfallen, die dem Tode gleicht. Wollen Sie auf den verhängnisvollen Weg uun Zerfall gerissen werden? lRuse: Nein. nein. Es leb her König' Nun, dann verlassen Sie diesen Weg. Die Ausführung des Planes wird Antwerpen zum größten Hafen der Welt machen und sein Gedeihen und das Belgiens sichern." Der König fügte in flam,- tfier Sprache hinzu:Für Antwerpen und darüber hinaus und für ganz Belgien."

Paris, 27. Juli. Privattelegramme aus SVobennageu be­haupten, Kaiser Wilhelm habe seine Reise nach S ch w e b e n und Dänemark zu dein Zwecke unternommen, um für den Plcm einer skandinavischen Union einzutreten, welche für das schwedische, dänische und norwegische Volk sehr vorteilhaft sei und ihre politische und nationale Sicherheit gewährleisten würde.

Budapest, 27. Juli. Tie Blätter bemühen sich, he Fi­nanzen des Landes so darzustellen, als ob Ungarn bereits am Rande des finanziellen Ruins stände. Lw meldet heute ein .oppositionelles Blatt, das Kriegsministerium verfüge nicht mehr über die nötigen Barbeträge und habe die Kommandanten in Ungarn beauftragt, Einkäufe für das .Heer nicht gegen Be­zahlung, sondern gegen Schuldscheine zu besorgen, dock wollen die Lieferanten auf eine solche Zahlungsweise nicht entgehen.

Newyork, 27. Juli. Auf Verlangen der Produzenten wur­den wegen des Skandals im Landwirtschafts-Mi­nisterium dessen monatliche statistische Berichte, die gewöhn- heitsgemäß am 3. veröffentlicht worden sind, heute erneut aus- geaeben. Danach scheinen diese Ministeri-Ab-nichte nicht nur vor- aus verkauft, sondern auch gefälscht worden zu sein.

einerzeit auch die Uebetzeuaung verkörpert nxir, Rußland) olle seine Hande von der Mandschurei lassen.

In gutunterrichteten Kreisen lieistt eS, Japan verlange die Neutralisierung Wladi wosto ks nnd sei zu der Gegenleistung bereit, die Befestigung Port Arthur« zu" unterlassen. r rA. ..

Die Mitteilungen, nach welchen Japan beabsichtige, die Forderung der Kriegsentschädigung auf 200 Millionen Pfund Sterling zu bemessen, sind in feiner Weise offiziell, sie werden vielmehr als bloße Mutmaß­ungen bezeichnet.

Amerikanischer Besuch in Japan.

Tokio, 27. Juli. Der Kriegsse kretär (Kriegs- Minister) der Verein. Staaten Taft und Alice Roose­velt wurden gestern vom Kaiser von Japan in Kubiert^ empfangen. Hieran schloß «ich ein Festmahl und ein Garten­fest Die amerikanischen Gäste besuchten einen Teil deS kaiserlichen Privatparkes, den bisher Fremde nie betreten:

Ausland.

Christiania, 27. Juli. In der Nachmittagssitzung des Storthings legte die Regierung den Entwurf bett dte Lv- haltung der Volksabstimmung über dte Aushebung der Union mit Schweden vor Dte Abstimmung soll am 13. August nach ben Wahllisten für die letzte ^orthdwahl in derselben Weise wie diese abgehalten werden. Neue^tunm- berechtigte müssen persönlich verlangen, m die Wahllisten etn getragen zu werden. Die Stimmzettel sollen nur auf ta ober nein lauten. DaS Ergebnis soll schnellstens, wenn möglich telegraphchch, dem Justtzdcvartement übersandt werden Die Regierung ^wtr dann schnellstens dem Stotthing das^Gesamterze^ns mittei en. Der RegierunaSentwurs wurde einem Sonderausschuß überreden, der sofort jufammengetreten ist. _

Stockholm, 27. Juli. In der zweiten Jammer enolgte die Annahme des Punktes a deö Berichts ohne Debatte. Bei der Beratung des Punktes b, der die Au nähme einer Anleihe von WO M11l K ronen b-striM, erklärte der Sozialdemokrat Drantmg, daß die ^nleite m friedlichen Inhalt des Berichts^nnonter^ -sie bedeute eine geballte Faust. Branting lckstug die Wlehnmtg! der Aulcth^ vor. Dizeprä,ident Persson sagte, es handele ftH nur Vorsichtsmaßregel, für die Verwendung der Anleihemitttl 1 die Zustimmung des Reichstags erforderlich. Der Liberale St: k befürwortete denAuleiheVorschlag. Der "Ä

seiner Ueberzeugung mit der Annahme deS Vorschlags für eine friedliche Politik auS. Der Al>g Dedin trat für Ab- lehnung ein und betonte, Schweden und Norwegen seim v Natur verpflichtet, sich gegenseitig zu unterstützen. -L-chlietzlich wurde der Vorschlag des Ausschusses angenonim en.

London , 27. Julst Das Reutersckre Bureau ersahA, daß das englische Kanalgefchwader wahrend deS Augusts und Septembers in der Ostsee kreuzen soll. solle ungefähr am 20. August die Reise antreten. Es sei reine Rede von zeremoniellen Besuchen: das Geschwader unter­nehme« in der Ostsee, aus offenem Meere, eine Kreuzfahrt zu Manöverzwecken. , .

Das Reuterschc Bureau meldet aus Barbados vom 20. os..

ist sehr wahrscheinlich, baß der Ankauf der °rt 1 fm* Westindischen Inseln wiederum in der nächsten^esnon des Kongresses in Washington erwogen wird, da man in ^t^Thoma^ jetzt beabsichtigt, eine Kommission nach Dänemark zu senden, um in Dänemark dringliche Vorstellungen zu machen, die Ncbernahme per Inseln St. Thomas, St. John und Santa Cruz durch die Vereinigten Staaten nickt länger zu verweigern. Dänemark wird vabrsckeinlich diesmal günstiger gestimmt sein, da bte Levens- bcbingiinncv. auf den östlich von Portorieo gelegenen Inseln sehr traurige sind, und sich wahrscheinlich noch verschlimmern werden.

H a a g , 27. Juli. Die Expedition gegen die Au fst an - bischen von Maeassar ist vollständig gescheitert. v>n kolonialen Kreisen ist man der Ansicht, daß 2000 Mann hollan- ßtsche Truppen notig sind, um 10 000 Aufrührer zu besiegen.

Der Krieg.

Sachalin.

Tokiv, 27. JuN. Amtlich wird auS dem kaiserlichen Hauptquartier berichtet, daß die japanische Sachalin- armee die Landung bei Alcova um 9 Uhr vormit­tags am 24. d. M. begann, ohne viel Widerstand zu finden. Admiral Kataoka, der das nach Norden entsandte Geschwader befehligte, berichtet, daß bad Geschwader seine Operationsbasis verließ, und wie vorher bestimmt die Trup­pentransporte geleitete. Ein vorher abgesandtes Geschwader imter Admiral Dewa rekognoszierte die Küste und unter­suchte das Fahrlvasser und den vorher bestimmten Lan­dungsplatz in der Nähe von Alexandrowsk. In dein Mage, wie die Untersuchungen fortschritten, wurden die Trans­portschiffe dein Lande genähert. Die Marinetruppen landeten, ohne Widerstand zu findet^ und be­setzten die für die Landung nötigen Punkte. Später be­gann die Landung der Armccsoldaten. Die Marinetruppen kehrten an Bord zurück. Der Feind verbr annte Nu­rn i n a und setzte auch Alcova in Brand. Mexandrowsk blieb vom Feuer verschont. Die japanischen Flaggen wehen gegenwärtig auf dem Gouvernementsgebäude von Alexan­drowsk und von den Häusern der Stadt. Die Schiffe des japanischen Geschwaders erlitten ke inerlei Schaden, auch Manns chaftsverluste sind nicht zu beklagen.

Petersburg, 27. Juli. General Linewitsch meldet unter dem 25. Juli: Am 24. Juli nachmittags landeten japanische T 0 r pe d 0 b 0 0 t s z er st ö rer ein Bataillon in der Bucht von Ceatries, besetzten den Leuchttnrm und hißten die japanische Flagge. (Bon einem Ver­hinderungsversuch von feiten der Russen ist wieder keine Rede. Sie sehen also kaltlächelnd zu, wie ihnen die große Insel Sachalin ohne Schwertstreich allmählich entrissen wird.)

Invasion in Sibirien.

Petersburg, 27. Juli. Amtlich wird mitgeteilt, daß stärkere japanische Abteilungen an der sibirischen Küste südlich von Nikolajew gelandet sind.

Weiteres vom Kriegsschauplätze.

Guntschulin, 27. Juli. Am 21. und 22. d. M. fand eine erneute Rekognoszierung bei Dentschantschenjy statt. Die Iapanerräuntten fieiwillig die Stellungen, die vorübergehend von den Russen besetzt wurden. Im Zentrum entwickelte sich ein unbedeutendes Vorposten­gefecht. Prinz Friedrich Leopold wohnte dem Zuge nach Kodjandjan bei.

Tokio, 27. Juli. Es bestätigt sich, daß die Rufsen 40 000 Mann Verstärkungen erhalten haben, welche sämtlich aus fiischen Truppen bestehen.

Zu ben Friedensverhandlungen.

Nunmehr wurde endgiltig festgesetzt, daß die russischen und japanischen Friedensbevollmächtigten am 5. August morgens an Bord zweier Kreuzer von Newpork abreisen, in Osterbay bei dem Präsidenten Roosevelt ftüh- stücken und nachmittags am 5. Llugust nach Portsmouth im Staate New-Syampshire, abfahren, wo ihre Ankunft am 7. August erfolgt. _ -

In diplomatischen Kresi'en verlautet gerüchtweise, Ko- mitra habe, ehe er den Posten eines Friedensunterhandlers aunahm, folgende Bedingungen gestellt: Bor dem Beginn der Konferenz müsse eine neue japanische Anleihe aufgenommen werden, um den Krieg fortsetzen zu können, falls die Verhandlungen scheitern sollten. Ferner musie Sachalin besetzt fein, der Vormarsch auf Wladi­wostok begonnen haben und ein entscheidender Schlag tn der Mandschurei geführt sein.

23tc ein Berliner Blatt von unterrichteter japanischer Seite gehört zu haben vorgibt, werde bei den Friedens­verhandlungen Wladiwostok eine Rolle spielen, ledoch nicht in dem Sinne, daß die Schleifung der Festung verlangt wird Es dürfte sich vielmehr nur um bte Bedingung han­deln, Wladiwostok wieder zum Freihafen zu machen, wie es die Stadt schon früher gewesen. Als zutreffend wird die Nachricht erachtet, daß die Japaner -Lachalin fordern werden. Iw übrigen glaubt man an das Zustandekommen des Friedens und stützt diese Meinung darauf, daß in Witte

Aas Stadt und Kmid.

Gießen, 28. Juli 1905.

Prof. Dr. Moritz, der Direktor der medizinischen Klinik, hat, wie unS mitgeteilt wird, einen Urlaub vom 1. biS 31. August angetreten.

** Eine volkstümliche Feier an der Schillereiche ist für den 12. November, den Sonn- tag nach Schillers 146. Geburtstage, geplant.^ Unsere Leser erinnern sich vielleicht, daß in unf.rer ersten Schisiergedenk- nuntmer vom 6. Mai unter Hinweis auf die echt volkstüm­liche Gießener Schillerfeier vom Jahre 1859 die Ltregung gegeben wurde zur Veranstaltung einer Feier an der Schiller­eiche auch in diesem Schillersäkularjahre, vielleicht durch einen hiesigen Verein. Dieser Gedanle wurde in einer Zuschrift an uns, unterzeichnet H. H., die wir in unserer Nummer vom 27. Mai abdruckten, aufgegriffen und warm befür­wortet und zugleich dte neue Anregung gegeben, in eine am Fuße der Eiche Lufzutürmeude Felsengruppe eine Ge­denktafel einzulasscn,die mit schlichten Worten der Nach­welt kündet, daß auch unserem Geschlechte Schiller lieb und teuer gewesen ist". Die Gießener Turnerschaft hat sich nun dieser Ideen bemächtigt und der VerkeyrS- v er ein hat, wie wir hören, feine Beteiligung bereits zu- gejagt. Man beabsichtigt, in Erinnerung an die am 10. November 1859 erfolgte Pflanzung der Schillereiche, vor dieser am 12. November, also zwei Tage nach Schildes Geburtstage, einen Schiller-Gedenkstein zu fttzen. Das Programm ist noch nicht festgelegt, doch ist die Mn- ladnng aller Gießener Vereine an der Feierlichkeit geplant, und so steht uns denn auch für dieses Säkularjahr unseres hochsinniasten Dichters noch eine ziveite Feier in Aussicht, dis hoffentlich in allen Kreisen unserer Stadt fteudigen An­klang finoen wird.

Die vom Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen in Darmstadt veranstaltete Ausstellung der Konkurrenz-Entwürfe, betreffend mnstergiltige Baupläne zu Kleimvohnungen, ist noch bis einsch 4. August geöffnet. Die Ausstellung findet im Turn­saale der Mädchen-Mittelschule in der Viktoriastraße zu Darmstadt Natt und ist geöffnet (auch Sonntags) von morgens 91/, bis nachm. 6 Uhr.

** Ein schlauer Landwirt. In einem Dorfe bet Marburg hatte eine Kuh die Angewohnheit, sich in trächtigem Zustande immer im Stalle umherzuwälzeu. Um chr dies

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