eigentlich keine Partei Veranlassung hat, mit besonderem Wohlgefallen darauf zu scbauen. D'> Nationallibe- ralen und das Zentrum haben ihre bisherige Vcr- treterzahl (18 rcso. 7) beibehalten, die Bauernb ü n d l e r ?aben je einen Sih an den Freisinn und die National- iberalen ab, eroberten aber dafür den Wahlkreis Friedberg, in welchem die Rechtsnationallib"ralen eines '.hrcr eifrigsten Mitglieder verloren hab"n. Sehr geringen Anlaß zum Jubel haben jcdcnseils die So ' i a ld c m o kr at en, die, unterstützt von verschiedenen äußeren Umständen, wie der Fleischteuerung rnb der neuen Flottenforderungen, mit siegesfroher Zuversicht in den Wahlkampf eintraten. Sie rechneten bestimmt daraus, ihr halbes Dutzend Mandate diesmal auf ein ganzes Dutzend zu erhöhen, statt dessen fiel ihnen nur ein neues Mandat mit einer einzigen Stimme Mehrheit in den Schon Nicht minder beachtenswert ist die Erscheinung, daß in mehreren oberhessischen Wahlkreisen die Zahc der sozialdemokratischen Wahlmänner erheblich zurückgegangen ist. —
In der neuen Kamn er, die voraussichtlich schon am 5. Dezember zur Aufnahme ihrer Tätigkeit berufen werden wird, sind die N a t l o n a lli b cr a le n wiederum mit 18, die Bauernbündler mit 11, das Zentrum und die S o z i a (b c m o E * a t c n mit je 7 und die Freisinnigen mit 4 Mitgliedern und einem Hospitanten (Noack) vertreten, während nach dem an die Nalionallibc- zalert übergegangenen Mandat d"s 5^?rrn Euler nur noch 2 „Wilde" in der Kammer verbleiben.
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Zu der glänzenden Wiederwahl des Abg. Leun wird uns heute aus Lollar geschrieben:
Wenn auch das Bestreben der sozialdemokratischen Parte, in Lollar dahin ging, dem Herrn Vetters' bei der Landtagswahl zum Siege zu verhelfen, so ist ihr Vorhaben, (Stott sei Dank, nicht gelungen. Mit großer Stimmenmehrheit wurde am 24. Nov. tm Ralhauje zu Lollar öerr Bürgermeister Leun zn Großen- Linden wieder gewählt. Der Jubel der genannten Partei ist hier zuvor groß gewesen, hat aber ein klägliches Fiasko erlitten.
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Im Nachstehenden geben wir eine Uebersicht über die /gestrigen Wahlen:
Provinz Oberhessen.
1. Wahlbezirk (Vilbel) Ullman» (nnt.-lib.) wiedergewä'blt mit 20 gegen 15 Stimmen, die auf Bnsold (Soz.) fielen.
2. „ (Friedberg-Nanheim) Breidenbach (B.-B.) an
stelle Tr. Windecker (nat =lib.). Breidenbach erhielt 25, Fritz lireij.) 14 Stimmen.
4. „ (Hnngen-Lich) Köhler (V.-B.) einstimmig wieder-
gewählt.
5. „ (Gießen-Land) Leun (B.-B.) wiedergcwäblt mit
27 Stimmen gegen 10 Stimmen, die auf Vetters (So,.) fielen.
7. „ (Homberg-Ulrichstein) Brauer (B.-V.) wieder
gewählt.
8. „ (Alsield-Ulrichsteitt) Store II (B.-B.) einstimmig
mit 36 Stimmen wiedergewählt.
12. „ (Nidda-Ortenberg) Erk (B.-B.) wiedergewählt.
13. „ (Altenstadt-Büdingen) Bähr (B.-B.) mit 35Stimmen
wiedergewählt. Heutzenröder (nat.-lib.) erhielt 6 Stimmen.
Provinz Starkenburg.
1. Wahlbezirk (Beerfelden-Hirschhorn) Are im er (nc»t.-lib.) wiedergewählt.
3. , (Höchst i. O.) Häusel (nat.-lib.) wiedergewählt.
5. , (Fürth-Neinheim) Haas (nat.-lib.) einftunnng an
Stelle Nippers.
7. , (Lorsch - Zwingettberg) U e b e ( (Zentr.) anstelle
Schlengers.
9. , (Zwingenberg) Auler (nat.-lib.) anstelle Eiilers.
10. , (Pfungstadt-Gernsheim) Raab Soz.) mit 22 gegen
21 Stimmen, die auf den seith. Abg. Haas (nat.- lib.) fielen.
12. , (Darmstadt-Land) Noack (freis. Hosp.) mit 432timmen
wiedergewählt gegen 11 sozialdem. Stimmen.
14. , (Großgerau) Berthold wiedeniewählt.
15. , (Langen-Jsenburg) Dr. Fulda (Soz.) neugewählt
mit 14 gegen 7 Stimmen für Dr. Becker.
16. , (Seligenstädt) Horn (Zentr.) wiedergeivählt mit
25 Stimmen, 10 Stimmen fielen auf Rink (Soz.)
Provinz Rhcinhcsscu.
2. Wahlbezirk (Alzey) Diehl (nat.-lib.) einstimmig wiedergewählt mit 23 Stimmen.
3. „ (Wöllstein-Alzey) Pi11han (nat.-lib.) wiederge
wählt mit 21 Stimmen gegen 13 Stimmen, die auf Rodenbach (freis.) fielen. DaS Zentrum gab den Ausschlag zu Gunsten Pitthans.
4. „ (Osthofen) B e st (nat.-lib.) an Stelle Schill (nat.-lib.)
mit 31 Stimmen einstimmig gewählt.
5. „ (Wörrstadt) CHrist (freis.) mit 17, gegen Wolf,
15 Stimmen gewählt.
7. „ tOppenheiin-Nieder-Olni) Molthaii «"Zentr) mit
20 Stimmen gegen Dr. Winkler, 16 Stimmen, wiedergewählt.
8. „ (Mainz-Nieder-Olm) Dr. S ch rn i 11 (Zentr.) wieder
gewählt mit 34 gegen 22 Stimmen.
10. „ (Bingen Oberingelheirn) v. Brentano (Zentr.l
mit 29 Stimmen wiedergewähll, außerdem mürben 3 weiße Zettel abgegeben.
reihen, haben wir von den Münchenern Benno (1812—1892) und Emil Ada m (geb. 1843) wie von M. Lotze (1812 bis 1890). *
Unter den eigentlichen La i,d scha ft§ bi lde rn steht allen weit voran ein wundervoll duftiges Bild von dem älteren Eduard Schleich (1812—1874), der, von der Münchener Akademie als talentlos zurückgewiesen, durch Studium der Natur und der Niederländer sich zu einem der bedeutendsten Landschafter Deutschlands ausbildete und, wie wenige, als Vorläufe den Modernen gelten darf. Ebenfalls den Modernen stehen nahe der vor wenigen Jahren verstorbene Fr. Preller d. j. (geb. 1838) und der Schlachtenmaler Enteil, (geb. 1830). Aus älteren Schulen finden wir die Münchener Etzdorf (1801—1851) und Beckmann (1810—1882), die Düsselldorfer Härter (geb. 1836, Schüler Lessings), Scheins und Schweich (aus Darmstadt, 1823 bis 1898), den Karlsruher Oster roht (geb. in Danzig 1836, Schüler Schirmers), den Berliner Ed. Hildebrandt (1818 bis 1868), und bis in die Biedermeier- und Zopf-Zeit werden wir zurückgeführt dtirch die Darmstädter Lucas (1803 bis 1863) und Schilbach (1798 bis 1851), die hier als Aquarellisten auftreten, und den Nürnberger Karl van Beinmel (1743—1796), den Letzten einer im 17. Jahrhundert aus Holland eingewanderten Malersamilie.
Endlich die Porträts. Der Stuttgarter Hofmaler oonHetsch (1758—1839), in Original und trefflicher Kopie vertreten, eröffnet die Reihe, die mit einer Anzahl anonymer Frankfurter Bilder und einem ganz vorzüglichen Damen- porträt (von 1823) des Müncheners Jos. Hauber (1766
Aus Stadt und AauS.
Gießen, den 25. November.
* • Die Iahrhundert - AuSsie11ung im Kunst - verein ist mtnmehr in allen ihren Teilen fertig gestellt und hat 108 Gemälde aufznweisen. Die Ausstellung, welche nur 8 Tage so verbleibt, ist morgen Sonntag von 11 bis 3 Uhr und an den übrigen Tagen von 11 bis 1 Uhr geöffnet. — Gleichzeitig sei auf die in der heutigen Nummer d. Gieß. Anz. enthaltene von berufener Seite berrührende Würdigung der hiesigen Jahrhundertausstellung hingewiesen.
• • Zur Frage der Erhöhung der WohnungS- geldzuschüsse schreibt man uns: In Gießen beziehen die unteren Reichsbeamten: Oberpostschaffner, Postschaffner, Briefträger 2C. 144 Mk. Wohnungsgeldzuschuß für das Jahr. Bei einer Aufbesserung von 50 Pro;., die im Interesse der Genannten in feder Beziehung nötig ist, würden dieselben zukünftig 215 Mk. beziehen und nicht, wie der Berliner St.-Korrespondent schreibt, 360 Mk. 360 Mk. Wohnungs- geldzuschuß beziehen in Gießen nur die mittleren Reichsbeamten. Im übrigen ist der WohnungSgeld- znschuß nicht lediglich ein Zuschuß zur Bestreitung der WolmungSmiete, sondern, wenigstens für die Reichsbeamten, ei» Ausgleich dafür, daß die Beamten ohne Rücksicht auf die Tenerungsverhältniffe der einzelnen Gebiete und Orte sowohl in teuren als auch in weniger teuren Gegenden die gleichen Gehälter beziehen. Während nun den Reichsbeansten lediglich Wohnungsgeld zusteht, erhalten die Offiziere und Militärbeamten, Servis- und Wohnungsgeld. Die noch heute giltigen Sätze für WohnnngSgeld sind 1873 festgesetzt, also zu einer Zeit, in der die Ausgaben für den Lebensunterhalt wesentlich verschieden waren, von den heutigen. Eine zeitgemäße Regelung der Sätze wäre daher unbedingt notwendig und nützlich. Ebenso eine anberiüeite Regelung der Gehaltsbezüge der mittleren und Unterbeamten, weil deren Gehälter zumeist nicht mehr im richtigen Verhältnis stehen zu den derzeitigen Teuerungsverhältniffen lind den Reichsbeamten nicht gestattet wird, durch Privatarbeit fort- laufende wesentliche Einnahmen stch zu verschaffen. Er Hat seine ganze Kraft dem ReichSdienst zu widmen und mit Recht. /
• • Tätlich verunglückt. Böse Folgen Hatte der letzte Wochenmarkt für einen Krofdorfer. Er hatte sich derart betrunken, daß er nicht mehr seinen Weg nach Hause sand. Infolgedessen mußte er im Felde übernachten. Arbeiter, die ihn am Morgen halb erfroren und betrunken im Felde liegen sahen, brachten ihn in das nächste Bahnwärterhäuschen, aio sich die sofort eingeleiteteil Wiederbelebungsversuche leider als erfolglos Wausstellten» sodaß der herbeigernfene Arzt nur noch seinen infolge Alkoholvergiftllng eingetretenen Tod konstatieren konnte. Ter Verlinglückte hiilterläßt keine Familie.
• Der Einfluß des Tabaks auf die Friedensverhandlungen in Portsmvllth. Der Pariser Figaro schreibt: Sie haben gestern in unserem Blatte einen kurzell Bericht über die letzte Sitzung der Friedenskommission in Portsmouth gelesen. Dort gab eS eine stumme Szene, die nichtsdestoweniger voll der größten Beredsamkeit mar, wie man sie sich auf dem Theater nie effektvoller vorzultellen vermag. Es ist wahr, daß die Tragöd'e, welche sich dort abgespielt hat, bei weitem alles übertrifft, was die Dramatiker, wie furchtbar ihre Phantasie alich sei, hervorzllbringen vermögen. Es ist überflüssig, die Depesche roeittäuftig zu kommentieren. Um uns zum Nachdenken anzuregen, genügt es, sie einfach in ihrer Originalfassung wiederzugeben: Die Abgesandten der beiden Reiche sitzen um ihren grünen Tisch. Die Situation ist eine außerordentlich gespannte. Von beiden Seiten glaubt man so viele Zllgeständnisse wie mög- lich gemacht zu haben. Diese Sitzung scheint eine Abschiedssitzung werden zu sollen. Die Japaner erwarten die letzten Vorschläge der Rlissen. Ihr fragender Blick ruht auf dem Antlitz der Gegner. Die beuten durch ein höfliches Wort an, daß sie nichts weiter zu proponieren haben. Die Verhandlungen sind demnach geschloffen, und morgen wird das Blutbad in der Mandschurei aufs neue beginnen. In diesem kritischen Augenblick zündet sich ersten? v. Witte eine Zigarette an. — Baron Komura folgt seinem Beispiel, und während acht schicksalsschwerer Minuten rauchen sie schweigend. Wer könnte sagen, welche Gedanken sich in dieser kurzen Zeit durch Hirn und Herzen der Abgesandten drängten. Endlich erhebt sich einer der beiden Herren und bittet um eine letzte Vertagung. Der andere erklärt sich einverstanden. Die Sitzung, in der man nichts getan, als geraucht ,i|t auf den nächstfolgenden Tag verschoben. Der Aufschub gewährt
bis 1834) sich fortsetzt. Es folgt eine jüngere Gruppe, der Karl Ferd. Sohn (1805 — 1867), der Karlsruher Koop- mann (1797—1894), die Düsseldorfer Kiederich (1809 bis 1850) nnd Lotz, der Darmstädter Hartmann (1812 bis 1885), der Büdinger Louis Horst (1829—1891), der früh verstorbene, durch seine miniaturartig feinen Porträts bekannte, in München gebildete Hannoveraner Grotefend (1812—1847) der Berliner Albert Zimmermann (1841) und mit seinen früheren Werken der in Gießen vielbeschäftigte W. Tr autsch old (geb. in Berlin 1815, fein Engländer, wie Gießener Lokalsage zn berichten weiß) angehören. Es ist eine unserem Geschmack ziemlich fern geruckte, aber sehr gediegene und trotz Glätte und Eleganz eindrucksvolle Bstdnismalerei, die sich in dieser Gruppe vereinigt.
Eine flottere Art, die mehr auf packende Lebendigkeit als auf wohlabgewogene Würde der Erscheinung abztelt, bekundet sich in dem Damenporträt des Düffeldorsers E. Roebcr (geb. 1849) und den beiden späteren Werken von Traut sch old, dem Hillebrandporträt, deffen Thomasche Kopie neuerdings der Landesuniversität vermacht worden ist, und dem bekannten Liebigbildnis, mit deffen Kopie sie von ihrem Rector ma£?nificentissimus bei der Siebigfeier im Jahre 1903 beschenkt wurde.
Die Besucher der Ausstellung finden die Bilder nicht in der hier gewählten Gruppierung; sie müssen sich schon die Mühe machen, fic nach den Unterschriften herauSznfindcn. Es wäre langweilig gewesen, den ganzen Bestand sauber klassifiziert vor sich zu sehen, und die Raumverhältmffe hätten es meist nicht einmal erlaubt. Und vor allem sollten einige
beiden Zeit zu weiterem Nachdenken und günstigeren Ent- schlüffen. Möge die Sociötö contre Tabus du tabac mir verzeihen, wenn ich hier behaupte, daß die Zigarette dein Frieden hier gute Dienste geleistet hat.
• Lieb esrache deS Chauffeurs. Ein gewisse: Lucien Broumed in Paris, Chauffeur seines Zeichens, ver. liebte sich vor einigen Monaten in eine hübsche Lehrerin und wurde auch erhört. DaS junge Mädchen Claudine Villon, wurde seiner aber bald überdrüssig, da er doch nicht die gesellschaftliche Stellung hatte, die sie für ihren Gatten erforber- lich hielt, und suchte mit ihm zu brechen. Vor einigen Tagen erklärte sie ihm, er müsse sie vergeffen, da sie sich verheiraten wollte. Bronmed war außer sich über diesen Verrat, wühle aber feine Erregung zu verbergen und bat nur noch uni ein letztes Stelldichein das ihm gewährt wurde. Am Donnerstag suchte sie ihn auf und stieg in den Motor- wagen, den er leitete. Sie fuhren ins Bois de Bouloqne hinaus, und als sie dort angelangt waren, fragte dcr Chauffeur: „Du bist also entschlossen, mich aufzugeben?• .Natürlich", erwiderte das Mädchen. „Hast Tu etwa j: daran gezweifelt?" — »Schön denn, Adieu!" rief Broume) aus und sprang aus dem Wagen. Das Mädchen versuch^ vergeblich, den im vollem Lauf befindlichen Motorwagen ;u lenken, da ihr das aber nicht gelang und das Automobil immer wilder dahinraste, sprang sie in einem Verzweiflung?, an falle heraus. Die Zeugen diese? Austrittes eilten Hinz» und führten die Unglückliche, der das Blut in Strömen qu5 zahlreichen Wunden stoß, in eine nahe Apotheke, von er aus sie ins Hospital gebracht wurde. Ihr Zustand ist sehr be- denklich, da sie eine schwere Verletzung am Kopse erhalten und sich außerdem das rechte Bein gebrochen hat. T« rachsüchtige Chauffeur wurde natürlich verhaftet.
* Kleine Tages chronik. Die Stadl verordneten in Görlitz beschlossen den Bau einer Stadthalle, in der auch die schlesiscknn Mnsikfeste abzuhaltcn sind, nach dem Entwurf des B'umeistz-rs Sehring aus Berlin. Tie Bansunrme betrag: 730 000 Mark.
Börscn-Wochenbericht
von Baruch Strauß, Bankgeschäft.
Der Verlaus der Woche bat gezeigt, daß nach den vielen frei- willigen und unfreiwilligen Abwickelungen der letzter: Zeit die Marktlage aehmber geworden ist, und man anfängt, wieder mit etwas Vertrauen in die Zukunft zu blicken.
Die Grundtendenz war dementsprechend lest, wenn auch di, beiden ungünftigen Faktoren, „teures Geld und Uirgervißheit wegen Rußland", eine regelrechte Raufftimmung nicht auskommen liegen und sich deshalb die Umsätze in den engsten Grenzen bewegten. Außerdem wirst der bevorstehende Ultimo bereits lernen Schon» oorarrS und muß man diesen erst oorübergch'n lallen, bevor man auf eine gründliche Besserung rechnen dar«. Dre Politik scheint ibn verloren gegangene Ruhe wredergewonrren zu haben, die VerM- nisse in Handel und Industrie liegen gut, und daß diese Um flaute von der internationalen „Harrte Finauee'' eherrso beurteilt werden, beweist die Tatsache, daß diele keine Bedenken trägt, bereits am 28. November mit der neuen 4 v r o z. Japaner Staats- a n l e i h e , die zum Kurs von 90 Proz, minus 1 Proz. Zin? Fönissance aufgelegt werden soll, an den Geldmarkt heran- uitreten. Die Emission wird vorarrSfichtlich zu einem großen Erfolge führen.
Barrken find preiSbaltenb und werden wohl den kommenden beficrcn Dividenden entsprechend ihren Stand gut behaupten.
Montan- ii n d H ü Neuwerte etwas erholt. Man ermattet nach gut überstandener Liquidation bei leichterem Geldstand für deren führenden Werte bessere Beurteilung.
Schisfahrtswerte haben von ihrem Tiefstände cuuqe Prozente zurückgeholt. Die Annahme einer friedlichen Beilegriu- der Streitigkeiten zwischen der Paketfahrt und dem Lloyd schere/ sich zu rechtfertigen. In diesem Falle dürfte die Spekulation Mm Papieren wieder ihre Gunst zuwenden. .
Renten liegen ohne besondere? Leben, sveziell im’m deutschen Anleihen leiden unter dem teuren Gelde und vor dem großen Anlagetermin dürfte sich hieran kaum etwas andern; mir in Japanern entwickelte sich im Hinblick auf die neue Anleihe ein großes Geschäft.
Von diesen wurden die 4,50 p r o z en ti g en Tabak- Anleihen, wie die in London gebandelten 5proz. und ßproi inneren Schatzscheine, die wahrscheinlich konvertiert werden, stark aus dem Markte genommen.
tzisenbahn-ZeiLurrfl.
Frankfurt, 24. Nov. Heute fand hier die 59. Sitzung des Bezirks eise nbahnrats Frankfurt a. M. statt. Neben verschiedenen unnichtigen Fahrvlanangelcgenheiten standen folgend'' Punkte von allgemeiner Bedeutung auf der Tagesordnung: Gin Antrag von Generaldirektor Kaiser-Wetzlar nn'inschte eine Der- stärkte Beschaffung von Betriebsmitteln au? Di' laß des diesiöhrig'M WagenmanoelS. Nach eingehender Verlegung der Ursachen des gerade in diesem Herbst hemorgetret'-nen Wagenmangels seitens des Vertreters der Staatseisenbahnwenr'eli- ung und einer kurzen Diskussion wurde der Antrag einssinumg angenommen. Ein Antrag von Kvmmerzienrat '!e°'- Gießen, der die Beförderung von Milch 'in Tankivaaen beb-ndelte, wurde zurückgezogen, weil die Angelegenheit inzwische» geklärt sei. Ein Antrag Koch-Gießen, Macco-Siegen und Kaiser-Wetzlar wünschte die Einlegung eines Schn«ll-ui- vaares auf der Strecke E i e ßen - Fu lda. Da über w
um Tui>im| || । ।
in gleichem Besitz vereinigte Bilderserien auch hier möglich" als Ganzes wirken, die Gießener Trantscholde — leider nicht alle, die am Orte sind — und die Bilder aus der Samir' hing des Münchener Maler? Schwarzmann, unter denen * Familie Adam in 3 Generationen vertreten ist. Auch eil* anonyme Bilder haben wir nicht ausgeschlossen; sie sind ttW der Technik wegen von Jntereffe, wie die vier Aquarelle ari Bamberg und die Pastellporträts, teils sind sie, ohne sch durch eigenen Kunstwerk hcrvorzutun, geeignet, in die Stimmung der Zeit zu versetzen, wie die drolligen drei Spaztec- gänger aus der Zopfzeit, die Dame mit den drei Schoßhündchen in der charakteristischen Empiretracht und -Umgebung und einige andere Ahnenbilder.
Bis zum 3. Dezember einschließlich soll der Kultus vaterländischer Vergangenheit, dem unser Attsstellungssaal jetzt geweiht ist, durch keine modernen Eindringlinge gestört roerben. Die braven Alten können das verlangen, denn ihre anspruchslose, zurückhaltende Kunst hat neben den verwegenen Effekter der Modernen einen schweren Stand. Aber auch den mo> dernen Beschattern schadet eS nichts, die Attgen vom gewohm Gewordenen einmal ganz abzuwenden, zurück in die Zellen wo die Kunst sich noch nicht zu der Stellung im Leben unsere' Volkes durchgekämpft hatte, die wir ihr heute ztterkennen, du sie erfreulicherweise ztun Teil schon errungen hat. Der Rückblick mag unS vor Ueberschützttng wie vor ©ertngacf)tun< warnen, er mag unS mahnen, wie alle Leistungen alle. Zeiten nur relatives Verdienst beanfprttchen dürfen, und dieser relative Verdienst der Malerei des 19. Jahrhunderts ist für« wahr nicht gering gewesen. Sauer.


