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Lackendes Leben. ,
So steht denn das „Spiel" mitten nn Akademismus, llm ein Drama zu sein, mangelt ihm im wesentlichen da^ ursprüngliche und energische Lebensgefühl, es wirst feine Söjung Zeines Lebensrätsels aus. Der Verfasser hat seine Freude an der bloßen Aktion; es genügt ihm, und genügt zu einem festlichen Spiele daß es bewegt auf der Szene zugeht. „ v . Y, zr
Mehr aber wollte ja wohl der Verfasfer auch nicht. Er wollte nur Interesse wecken an den Ereignissen jener fernen Vorzeit unseres Volkes, und das ist ihm wohl gelungen. Man freut sich an dem Werden und Wachsen des jugendlichen Fürsten, der am Ende des Stückes vor uns steht als nn früh gereifter Held, dessen weltschauende blutter, halb
Arvetttröewegung.
Lalle (Saale), 29. Jan. Aus der Btaukenburger Hütte der Har^r Werke haben sämtliche Arbeiter lvegeu Differenzen mit dem Obermeister ihre Kündigung eingereicht.--
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1 Auf das u.-i tingereid)t ist Lulchme^.
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Aus SlM Md Land.
Gießen, den 30. Januar 1905.
*» Bezüglich der Teilnahme des Kaisers av den Hochzeitsfeierlichkeiten in Darmstadt sind m- olae der plötzlichen Erkrankung des Prinzen Eitel Friedrich alle bisher getroffenen Dispositionen vorläufig m Frage gestellt. Der für den- 31. Januar angesetzt gewesene Hofball beim Kaiserpaare findet nicht statt.
" *• Empfänge. Se. Kgl. Hoheit der Grobherzog
empfingen am 28. Januar den Professor Dr Wimmenauer von Gießen, den Lehrer Hotz, den Forstmeister Hallwachs und den Rechnungscinnehnier Neuning von 9ttdda, oen Forstmeister Bücking von Büdingen, den BürgermeNterei- ekretär Graulich von Friedberg, den Forstmeister Köhler, den Geheimen Hofrat Professor Dr. Haupt und den Oberstaatsanwalt Theobald von Gießen.
** Konzertverein. In Frau Herzog, dem aus» gezeichneten Mitgliede der Berliner Hofoper, die den selten verliehenen Titel einer Königlichen Kammersängerin besitzt, bat der Vereinsvorstand für Sonntag den 5. Februar eine Gesangskünstlerin verpflichtet, deren Gewinnung den guten Nus unseres Konzertvereins aus das deutlichste beweist, lve- ladezu deplaziert wäre es, für eine solche Künstlerin das Rüstzeug der Reklame zu verwenden, daher wollen wir nur ganz kurz hinzusügen, daß Frau Emilie Herzog eine geborene Schweizerin ist, die nach verhältnismäßig kurzem Engagement in München unter glänzenden Bedingungen nach Berlin an die Hofoper berufen wurde, wo sie noch heute, gleich l)erooc' ragend durch ihre Stimme und Gestaltungskrast^wirkt^^^
Ässe Flechten gÄ
Rinteln, 27. Juli 1902.
Ick möchte nickt versäumen, Ihnen mitzuteilen, daß mir Obermeyers Herba-Seife sehr gute Dienste geleistet hat. Innerhalb 14 Tagen waren meine Flechten verfchwundeu. ,
Mit freundlichem Gruß 9it tf) ar b a f ner.
Qu haben in allen Apoth., Drog. u. Pars., p. St. 50 Pf. u. 1 Mk. ° 1 Obcrmcyer & Co., G. m. b. p., Vanau. ss13/
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gerooRt, * at® ungewollt, trotz ,hre§ gespaltenen, ungeklärten, gewaltsamen und gewalttätigen Charakters, ihm den Ausbau I eines unfertig ersonnenen und unfertig vorbereiteten, dennoch gewaltigen Werkes aufgegeben hat, das er klug i» erfassen, < -u erweitern und zu vertiefen tm Begriffe steht. DaS gibt • dem Spiele schließlich einen Anhauch epischer Grüße. _ ;
Das Birtsche Gelegenheitsstück brachte uns cm außer- ordeutlichcs Gastgeschenk. Frl. Rottmann aus Frankpirt 'tellte die Landgräsin dar, und zwar nut ungewöhnlicher Kunst. Sie gab der Fürstin bezwingende Stärke, imponierende Üerbe Ihre Bewegungen, das Aufblitzen des Auges, die Tonfärbuna ihrer Rede — alles das zeugte von jäher Kraft, von wuvenr Temperament, von heißblütiger Kühnheit, von listiger Schlauheit, von mitleidloser Strenge, von unempflnd- icher Kaltherzigkeit, von Spotlsucht und Ironie, von eitler Freude an der nackten Macht ohne höhere Ziele und Zwecke. Und dann wieder fand sie zarte und innige Tone iveichcr Miitterliebe, von starkem Gesühl für die großen Aufgaben ihrer Zeit und ihres Thrones. Frl. Rottmann bemühte sich um möglichste Einheitlichkeit dieses seltsamen Frauencharakters. Sie schien tm Grunde darauf bedacht, ihre gesamte Handlungs» weise beherrschen zu lassen von dem einen Gedanken, die hessische Fürstenmacht au's äußerste zu steigern in enter Linie um ihres Sohnes willen, um, von starker mütterlicher Liebe getrieben, ihm ein fest gefügtes, unantastbares Erbe zu hinterlassen. Freilich laßt der Verfasser d,e -mhellUche Durchführung dieses Gedankens nicht immer zu, Frl. Rott- mann' aber versteht eS, durch den Dialog unvermeidliche Risse und Sprünge an diesem von ihr gedachten Charakterbilde zu überbrücken, indem sie diesen Leitgedanken der Handlungen Annas durch deren überstarkes Gefühl eigener Kraft und eigener Lust am Herrschen zeitweilig verwischen laßt. Frl. Rottmann hat eine Unmenge von seelischen Farbentvnen aiif ihrer Palette, in allen, den heterogensten Stimmungen ist ihre Darstellung von starker lebensvoller Eindringlichkeit, am wirkungsvollsten in Szenen schier fanatischen Trotzes. Sie beherrschte den gestrigen Abend vollkonunen, man fühlte sich ganz im Banne ihrer großen Kunst.
Unser Herr Lüttjohann hat gestern wieder einmal eine Probe seines nicht gewöhnlichen Talentes abgelegt. Im ersten Akte tritt er mit vollendeter naiver Kindlichkeit uns entgegen, ein lieber junger irischer Bursche, der zu den schönsten Hostnungen berechtigt. Wißbegier ist die oberste seiner Eigenschaften, dazu treten ein Weniges an Ehrgeiz, an Egoismus und — an Sinnlichkeit. Herr Lüttjohann gab in der ersten lieblichen Kinderszene einen prächtigen Jungen in dem es halb unbewußt innertlch quillt und sprudelt von all dem Großen, Unfaßbaren, Unsagbaren, was ihm das -eben bedeutet. Nach und nach aber wächst er vor uns zu Edelmu ,u Entschiedenheit und Selbstbewußtsein, zu männlicher Kraft unb füislllcher Hoheit. Er muß ben Abend über viel an Unmut zeigen. Tas schwerste ist ihm die Enttäufchung über die Heirat der Mutter. Hier, aber doch noch mehr in ferner ersten schönen Szene, waren es namentlich die vibrierenden Töne, das schwere Hervorpressen der Worte, daS mehr innerliche Zittern, das uns sein volles tiefes Durchempsinden des Wesens der dichterischen Gestalt zeigte, das seine Darstellung
das innere, uns ergreifende Erwachsen der Emsicht eigenen «ermawerteS gegenüber ihrem Sohne, die allmählich aut- timende Erkenntnis der Hohlheit ihres Strebens nach außerer Macht ohne daü Ringen um d>e Auslösung veiborgener Tugenden, kurz die Motivierung »an ®rm
Trotz des Gegenübers von Fürstin unb Adel, von Mutter und Sohn, fehlt das Erstehen, Bestehen und Auflösen - i m-h «iinflifteE Das allmähliche Erwachen der R^ue iber ^n Leben voller Lieblosigkeit unb eigensüchtigen Sbraei e8 würde diesen Konflikt geboten haben D>°ü wir bieieä vermisse», darum hat der Gräfin gewaltsames Ende nichts Erschütterndes für uns. Trotz der Lebendigkeit aller Malerten Situationen, d,e jedoch der schärferen Spannung und jener Steigerung entbehren, wodurch nicht nur die Hand, lung oomUtS gebracht wird, sondern auch die Charaktere weiter entwickelt und neue Seiten an ihnen enthüllt werden, nehmen wir an den bunten, rein episodischen Vorgängen aus der Bühne zumeist keinen rechten Anteil. Darum ist uns dm- ®m’unTnüe d» Fürstin, so fehlt es dem Adel an lebendigem «eben an frischblütiger Menschlichkeit. Es sind nur em uaat Typen die Einen Vertreter des für|tcntreuen, die Anderen Vertreter des sich auflehnenden, auf seine Privilegien trotzen- den Adels, die sich indes auch binnen Kurzem, nach einigem Hin und Her, während dessen sie ihren Standpunkt vertreten, ohne sonderlichen Zwang im wesentlichen zu dem, was die Fürstin will, ivenn auch murrend bereit finden.
Ser junge Philipp dagegen und die kleine sanfte Babette sind mehr als die anderen zahlreichen Figuren des Spieles von echtem Lebenssaft erfüllt. 2)iit ihnen suhlen wir, schwärmen wir und leiden wir, klagen wir und zagen wir, denn in ihnen ist ein Werden und Wachsen, em Sehnen und Sichdehnen, ein Empfinden und Verwinden. Sie sind nicht wie d,e anderen alle nur von eines Gedankens Blässe angekränkelt, sie reden wie Kinder und fühlen wie Kinder, und ba sie älter werden, legen sie ab, was kindlich ist. Sie frische Genredarstellung des herzlich-naiven Verkehrs zwischen den beiden Kindern ist der Hauptvorzug des Spieles. Sie jmd die Einzigen, die nicht nur über die Zeitereignisic reden unb denen nicht alles Menschliche fremb zu sein scheint. Selbst Frau Mathilde v. Boyneburg weiß nur von der Tagespolitik zu reden. Aus lebendiger Vorstellung unb Mitempfindung sinb außer den Kindern die Gestalten nicht entstanden.
Die Bühne aber verlangt Leben, vollsastigss, blühendes,
Alle übrigen Rollen sind vom Autor meyr ooer weniger stiefmütterlich behandelt worden, mit einziger -Ausnahme der Babette, die indes von Fräulein de Nora unzulänglich dar- aestellt wurde. Es bleibt nur zu sagen übrig, daß sich bie Herren unb Samen sichtlich die größte Mühe gaben, um dem vaterländischen Spiel zu einem schönen Erfolge zu verhchen. Auch die Regie hat ihr Möglichstes getan um durch Bunt, farbigfeit und Lebhaftigkeit der jzemschen Bllder das Auge des Zuschauers zu fesseln. •
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