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30.1.1905 Erstes Blatt
 
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Montag 30. Januar 180F

155. Jahrgang

Erstes Blatt.

Schulstratze 7.

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GiehenerAnzeiaer

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen

ve-ugsprei-r monatlich 75 Pf., viertÄ» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme van Anzei'« ür die Lc rsv'immer -'s vo-mittaqs 0 1chte

Z,r. ^enoreis:

n.'swärtZ 'S) j'j.

- erantwortL'ch nhe den polit. und cll,2lx» Teil: P. Witiko; sür »Stadt und Land" und Gerichrssaal": August Goetz; sür den An­zeigenteil: Hans Beck.

Nr. 25

ttrscheiut täglich außer Sonntags.

tem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit bcm hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- kätter ötermal in der

Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brü h l'scheu llnwers.-Buch-u. Stein- bruderei. R. Lange. Redaktion, Expedition

Die Ereignisse in Kurland.

Ter HeMge Synod richtete an die Rechtgläubigen aus Anlaß der jüngsten Er­eignisse ein (Benbfd)reiben, in dem es'heißt: In einem Momente, wo alle einmütig zum Schuhe des Vaterlandes zusammen steh en müßten, brechen in der Residenz und im anderen Städten Streiks aus. Durch innere und äußere Feinde aufgeregt, gaben Zehntausende Rechtsgläubiger bie Arbeit auf, entschlossen, gewaltsam ihre angeblich zu Füßen getretenen Rechte zu erzwingen. Siele friedliche Bürger blieben ohne Brot; manche Kame­raden büßten nutzlos das Leben ein. Reuelose, erbitterte Verführer fjatten in ihrer Mitte einen verbrecheri­schen Geistlich en, der frech fein heiliges Ge­lübde verachtet und jetzt dem geistlichen Gericht unterliegt. Er entblödete sich nicht, den betrogenen) Arbeitern ein aus der Kachelte gewaltsam genommenes Kreuz, Heiligenbilder und Kirchenfahnen rn die Hände zu geben, um unter dem Schutze der den Gläubigen, teueren Heiligtümer die Arbeiter um so sicher«: ziu Unruhen und andere in den Tod zu führen. Am belrübendsten ist es, daß die Unruhen hervorgerufen wurden durch Feinde Rußlands und der öffentlichen Ordnung. Es gingen ihnen bedeutende Geldmittel zu, um.den Bürgerkrieg hervorgurusen und durch Abziehen der Arbeiter von der Arbeit die rechtzeitige Entsendung der Lamd- und See-Truppen nach dem fernen Osten und die Ver-« sorgung der aktiven Aümeen mit allem Notwendigen zu verhindern. Die Feinde Rußlands sind bestrebt, feine Stützen, die Orthodoxie und die Selbstherrschaft, zu erschüt­tern, ohne welche Rußland zu Grunde ginge. Welchen Kummer bereitet es, daß rechtgläubige Leute sich gegen die gesetzliche Gewalt erheben Und sich gegenseitig befehden, wahrend ihre Brüder int fernen Osten kämpfen und Kaiser imd Kaiserin bemüht sind, die Leiden der Verwundeten yU mildern. Dass Sendschreiben schließt,, indem es das Balk beschwört, dem Kaiser und der Obrigkeit Gehorsam zr leisten. Die Geistlichen mögen ihre Herden zur Ruhe mahnen. Die verständigen Reichen mögen gutes tun, und die Arbeiter den Geboten Gottes folgen und sich vor falschen Ratgebern hüten, welche Genossen des Feindes sind ober; iri dessen Solde stehen, der Rußland zu Grunde richten! .'rill.

Die Untersuchung über die Vorgänge anläßlich der Wasserweihe.

Die Untersuchung, welche von der Kommission zur Auf­hellung des Vorfalls am 19. Januar während des Festes der Wasserweihe an gestellt wurde, ergab, daß am 17. Jan. bie erste Brigade der reitenden 'Garldeartillerie Uebungen mit 6 Geschützen abgehalten hatte, wobei sie Geschosse unter dem Befehl eines Leutnants abschoß. Als die Hebung beendet war, sollten die Unteroffizire des Zuges die Ge­schütze reinigen, einfetten und ihnen die Mündungskappen aufsetzen. Dies wurde auch vom 2. und 3. Zug aus geführt. Im ersten Zuge unterließ dies der stellvertretende Unter­offizier unb setzte nur die Kappen auf. Am 19. Januar trafen die Zugfiihrer imd der Batteriechef bei der Batterie ein, als sie angespannt hatte und bereit war, sich in Marsch zu setzen. Sämtliche Zugführer, ebenso die Unteroffiziere inspirierten die Geschütze von außen. Mehrere Geschütze, namentlich das erste und das .zweite fuhren zum Salut­schießen ab, bedeckt mit den Kappen^ die erst entfernt wurden, als die Geschütze au ihrem Platz an gekommen waren. Tie (beschütze wurden, ohne daß die Geschützrohre ausgewischt wurden, mit blinden Granaten und Kartuschen geladen. Ter Salut begann aus dem ersten Geschütz. Angesichts dessen, was vorausgeht, hält es hie Kommission für sehr wahrscheinlich, daß im Lause des einen Geschützes des ersten Zuges seit dem 17. Januar eine Uebungs kartätsche steckte. In diesem Zustande blieb das Geschütz 2 Tage im Artillerieschuppen. Bei dem von der Kommission ange­stellten Versuche wurde festgestellt, daß von 5 im Laufe geladenen Uebungs kor tatschen 4 während der Bewegung der Geschütze zur Erde fielen, während eine im Lauf blieb. Das läßt annehmen, daß, wenn im Laufe eine Kartätsche vergessen worden imrr, sie dort 'blieb, als das Geschütz auf dem Platz aufgestellt war, umsnirehr als die Kappen vom Laufe der Geschütze entfernt waren, nachdem sie ihre Stellungen eingenommen hatten. Das Vorhandensein der im Laufe vergessenen Kartätsche wäre entdeckt worden, wenn sämtliche Geschütze ausgewischt worden wären, was d^rch das Reglement über das Schießen mit Kartuschen vor ge­schrieben ist. Die Ueberreste der Hülse der Kartätsche, die im Schnee gefunden wurden, beweisen, daß dieselbe ein Hebung sge schoß war. Dies wird bestätigt durch die Tatsache, daß bei einem Versuche, das Geschütz mit einer Gefechtskartätsche, einem Müden Geschoß und einer Kar­tusche zu laden, es nnnröglich war, das Geschütz zu ver­schließen. Da die Kommission es für gewiß erachtet, daß bie Kartätsche vorn ersten Zug der ersten Batterie ab ge­schossen worden ist, und da sie die Aussagen von Soldaten vom zweiten Geschütz erwägt, daß nach dem ersten Schüsse das Geschütz zwei Schritte rückwärts roftte, so kommt sie $u dem Schrckß, daß der Schuß vom zweiten Zuge aus ging. Um alle Umstände aufzuktären und die Schuld der Personen, die am Vorfälle beteiligt ttnrren, feFb,u- stellen, wird eine Un ter sU chun g eingeleitet, mit welcher Oberst Rostis'lawof, der Untersuchlnasrichter für die bedeu- ttendsten Ang" le gen beiten des Mkutärbezirks Petersburg unter der Aufsicht des Ofener als Povlof, dem Militärpro- fmxitor beim Militärgerichtsbezirk Petersburgs betraut wor­den ist.

Niedermetzclung Wehrloser

Heber das Blutbad wird der N. Fr. Presse noch be- rrichtet: Alle Augenzeugen bestätigen, daß das Feuern ohne Lie geringsten Gewalttätigkeiten von feiten der Menge an»

besohlen wurde, oft ohne ein Wort der Provokation. In einem Falle bat das Volk auf den Knieen die Offiziere, sie friedlich durchzulasien; den Soldaten wurde besohlen, die Knienden mitSäbel undBajonett zu massakriren, und Männer und Frauen fühlten plötzlich, wie auf ihr de­mütig gebeugtes Haupt Hiebe und Stiche niedersausten. Einigen Kindern, darunter einer Frau, wurde der Kops buch­stäblich vom Rumpfe getrennt. Kinder und Frauen wurden in den Rücken geschossen. Gegenüber der Admiralität wurden Frauen in den Bäumen entdeckt und wie Spatzen auf dem Dache heruntergeschossen. Aus der Basil- msel riefen die Arbeiter einem halben Regiment Finnländer Truppen zu, als es auf sie marschiertr:Wir sind keine Japaner, sondern Brüder!" Der Befehl Feuer! ertönte, aber die Soldaten gehorchten nicht und mußten zur Kaserne zurück­geführt werden.

Ein Redakteur

der PetersburgerBörsenzeitung" wurde erschossen, als er in einen Schlitten stieg, um eine BeobachtungSsahrt zu unternehmen. Seine Freunde hörten, daß er tot im Spital liege und erkundigten sich dort nach seinem Geschick. Die Antwort lautete, man habe strengen Befehl erhalten, die Namen der Toten und Verwundeten nicht zu verraten. Die Freunde drangen jedoch auf Auskunft, bis ihnen schließlich gestanden wurde, daß die Leiche dort liege; sie werde nächsten Tag bestattet werden, man möge sich rechtzeitig auf dem Friedhof einsinden. Nächsten Morgen wurden jedoch Freunde und Verwandte benachrichtigt, daß die Bestattung bereits in der Nacht stattgefunden hat. Tief erschüttert eilen sie zum Friedhof und sanden dort eine Reihe noch unbegrabener Särge. Auf einem war die Inschrift zu lesen:Boroschinsky, der Jude." Mit Aufgebot aller Mittel erhielten sie das Recht, den Deckel abzuheben. Drinnen aber lag die Leiche eines unbekannten Arbeiters, und bis zum heutigen Tag weiß die Familie des angesehenen Publizisten nicht, wo die Leiche liegt; ja es fehlt ihr sogar ein amtlicher Beweis seines Todes.

In Petersburg

verlief der gestrige Sonntag in vollster Ordnung. Die Gerüchte, daß Unruhen ftiiifinben sollten, erwiesen sich als unwahr. In mehreren Fabriken nahmen am Samstag die Arbeiter die Arbeit wieder aus.

Den Offizieren des Regiments Semenowski, welche bei den Unruhen am 22. Januar ihren Mannschaften den Befehl zum Feuern gegeben hatten, gingen Briefe zu, in denen sie mit dem Tode bedroht werden.

Der Chef der Oberpreßverwaltung, Svereff, scheidet in den nächsten Tagen von seinem Posten unter Belastung in der Stellung eines Senators.

Der Korrespondent eines Berliner Blattes erfuhr von einem Diplomaten: Der Zar beklage unendlich die blutige Katastrophe, die so viele verführte Opfer ge­kostet habe. Er sei überzeugt, daß die Arbeiter jetzt zur Ein­sicht gekommen seien, und daß sich derartige Szenen nicht mehr wiederholen würden.

Die Verhaftungen von Mitgliedern der liberalen Partei werden fortgesetzt. Verhaftet wurden der Heraus­geber und mehrere Mitarbeiter von verschiedenen Zeitungen.

DieDeutsche Tagesztg." veröffentlicht einen Aufruf der sozialdemokratischen Partei Rußlands an die zivili­sierte Welt, in dem es u. a. heißt:Die Sozialdemokratie wird ihre ganze Energie aufwenden, um die in Peters­burg bereits begonnene Massenbewegung auf das Proletariat und das Bauerntum des ganzen Rußlands zu verbreiten". Unterzeichnet ist der Aufruf von Wera Sassulitsch, die einst das Attentat auf den jetzigen Generalgouverneur, den Polizeimeister Trepow ver­übte, und von Leo Deutsch, dem in der Schweiz lebenden Politiker.

Gorki.

In verschiedenen Blättern taucht mit Bestimmtheit die Meldung aus Petersburg auf, General Trepow beab­sichtige Maxim Gorki hinrichten zu lassen!!!

Eine in Berlin am Samstag abgehaltene Versamm­lung politischer, wissenschaftlicher und litterarischer Persönlich­keiten erklärte, daß eine starke Sympathiekundgebung für Gorki und ein energisches Eintreten für ihn in Rußland Eindruck machen würde. Es wurde angeregt, den Goethe- Bund für die Gorki-Bewegung zu gewinnen. Man beschloß die Einberufung großer Pro test Versammlungen im ganzen Reiche, die Anregung einer ähnlichen Aktion im Ausland und Auslegung von Protestlisten.

Die Situation im Lande.

Warschau, 29. Jan. (Petersb. Telegr.-Ag.) Gestern mrchmittag wurden die Straßenbahnwagen von Arbeiter­gruppen gezwungen, in das Depot zurückzukehren. Der Ver- kehr auf den Straßen ist fast ganz eingestellt. In der Kalisch- itraße wurden Lokomotiven und das Depot der Straßenbahn beMdigt. DaS Depot der Wiener Pferdebahn wird von Militär bewacht. Der Ausstand breitet sich auf die Eisen- bahnwerfftätten auS. Nach Auszahlung des Lohnes begann getan abend in allen Fabriken der Ausstand. Manifestanten durchzogen gruppenweise die Straßen, es fanden jedoch keine Zusammenstöße statt. 7 0 Personen wurden verhaftet. Heute abend und während der Nacht wurden in vielen Straßen Gaslaternen ausgelöscht. Die meisten

größeren Kaufläden wurden geplündert. In die staatlichen Branntweinniederlagen drangen die Ausständigen ein; sie plünderten weiter Fabriken und Werkstätten. Die Theater sind geschlossen. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei und dem Militär. Das Publikum ist sehr beim» ruhigt.

Saratow, 29. Jan. Alle Arbeiter und Angestellten der Pferdebahm stellten gestern abend die Arbeit ein. Die Schüler der obersten Klaffen des Gymnasiums unb der Realschule weigerten sich, gestern an dem Unterricht teilzu nehmen. Nach dem Verlaffen der Schulen wurden die Schüler von einer Kosakenpatrouille mit Nakaiken geschlagen. Am Abend fand eine Versammlung der Stadt- und Landschaftsverordnung statt; dieselbe beschloß, eine Deputation an den Gouverneur zu senden, um diesen zu veranlassen, den Zwischenfall zu untersuchen, die Schuldigen zu bestrafen und die Kinder humaner zu behandeln.

In Smolensk explodierte eine von unbekannter Hand geworfene Dynamitbombe vor dem Arbeitszimmer des Gouverneurs, welcher aber gerade abwesend war. Eine, Wand stürzte ein und in dem Arbeitszimmer wurde großer: Schaden angerichtet.

Nachrichten ans dem Auslände.

Die öffentliche Subscription der sozialistischen Blätter füt, die Hinterbliebenen der Opfer der Petersburger Unruhen er»! gab bisher 14 000 FreS. Für die Sympathieadreffe bet: Pariser Advokaten an ihre Petersburger Kollegen sind zahl­reiche Unterschriften gesammelt worden. Die Hochschüler be*> schloffen anläßlich einer gestrigen Feier, auf das alljährliche Bankett zu verzichten, und die hierfür bestimmte Summe ben- Verwundeten deS ostasiatischen Krieges zu stiften.

Der Führer der russischen Nihilisten Paul Cernikow^ der London gestern verlassen hat, um sich auf dem Seewege, nach Rußland zu begeb n, ist von der russischen Regierung! für vogelfrei erklärt worden. 200000 Mk. sind dem-, jenigen zugesichert, der ihn tot ober lebenb an die Behörden-, ausliefert.

Kie Nergaröeiterökwegnng.

In Zechenbesitzerkreisen sieht man dem geplanten Berggesetz mit gemischten Gefühlen entgegen. Man glaubt nicht, daß der Staat, der doch auch Bergwerkbesitzer sei, sich selbst durch ein Gesetz festlegen werde. Einer der ein­flußreichsten Herren des Ruhrkohlenbergbaues erklärte, daß die Zechenbesitzer unter allen Umstanden den Erfolg dee Prüfungskommission abwarten und daß sie ben Bergleuten bei baldiger Wiederaufnahme der Arbeit entgegenkommen werden. In allen Revieren herrscht Ruhe. Kohlenagenten aus England machen gute Geschäfte.

Die Führer der Bergarbeiter gaben am Sams­tag abend ein Flugblatt heraus, in dem es heißt:Nach reiflicher Uebertegung raten wir, ben AuSstanb fort­zusetzen, bis wir Garantien in ber Hanb haben; denn mit Versprechungen allein ist der Bergmann schon ost abgesunden unb getäuscht worben." Das Bergnotgesetz be­trachten bie Arbeiterführer als eine Prophezeiung, die sich erst erfüllen muß, ehe man mit einer Tatsache rechnen fannr aber auch bas Syndikat könne es mit Freude begrüßen, nur resigniert sich ihm beugen.

Aus verschiedenen Gegenden des Ruhrgebietes kommen Nachrichten von Gefährdungen einzelner Schächte durch Wasser infolge des NichtanfahrenS der Belegschaften.

Den Kohlenlagern im Ruhrorter Hafen werden fort­gesetzt derart große Quantitäten entnommen, baß sie in einigen Tagen vollständig geräumt sein werden.

Das Aktionskomitee des evangelffch-sozialen Kongreffes fordert in einem Aufruf zu Gaben für die streikenden Berg­leute im Ruhrrevier auf. Der uns übermittelte Aufnif ist unterzeichnet von Frau Geheimrat Broicher, Prof. Dr. HanS Delbrück, Geh. Justizrat Prof. Dr. Gierke, Prof. D. Gregory, Prof. D. Harnack, Ober-Konsistorialrat Professor D. Kaftan, Pfarrer O. Kirmß, Geh. Archivrat Dr. Keller, Laud^s- ökonomierat Robbe, D. Friedrich Naumann, Pfarrer Professor D. Freiherr von Soden, Frau Prof. Schmoller, Pfarrer Lie. Schneemelcher und Geh. Negierungsrat Prof Dr. Adolf Wagner.

Sämtliche Siegerländer Stahl- und Walzwerke feiern, Kohlen sind bringend erforderlich. Der Bergmännische- unb Hüttenverein telegraphierte beswegen an das Direktorium des Kohlensyndikats Saarbrücken.

Im Saargebiet würbe infolge bes Steiks im Ruhrrevier der Rohstofftarif von allen Kohlengrubenstationen nach sämt­lichen Stationen der preußisch-hessischen Eisenbahneil in Kraft gesetzt.

Angesichts der Ueberschichten in den sächfischen Bcvg- werksdezirken erläßt das Zwickauer Zwelgbureau des Derck- schen Bergwerkverbandes ehie Aufforderung an die sächsischen Bergleute, mit Rücksicht auf den Streik im Ruhnevier Ucber- schichten höflichst aber bestimmt abzulehnen.

ArrS Belgien liegen heute folgende Meldlmgen vor:

Brüssel, 38. Jan. Die sozialistischen Adgg. Monsart und Eaeluwert, welche gestern mit ben Führern der deutschen Bergarbeiter Bernstein und Schroeder eine Unterredung hatten, erklärten formell, daß beschlossen wurde, jede Ucbcr^