Nr. 149
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen.
Zweites Blatt. 155. Jahrgang Mittwoch 28. Juni 1905
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Kekanntmachung.
Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn.
Die nachstehend aufgeführten GeldauSgleichungSverzeich. niffe von obiger Feldbereinigung liegen offen und zwar in der Zeit vom:
I. 1. bis einschließlich 7. Juli l. I. auf dem «mt». zimmer der Großh. Bürgermeisterei Gießen,
II. 10. bis einschließlich 13. Juli l. I. aus dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim bei Gießen:
1. das HauptgeldauSgleichungSverzeichniS nebst Nachtrag, 2. zwei Geldausgleichungsverzeichnisse über zuviel ober zuwenig erhaltenes Gelände,
3. das GeldausgleichungsverzeichniS infolge nachträglich vorgenommener Meliorationen,
4. das Verzeichnis über Entschädigungen,
5. zwei Abschätzungsverzeichnisse der Obstbäume,
6. daS Geldausgleichungsverzeichnis über zuviel oder zuwenig erhaltenen Obstbaumwert,
7. das Verzeichnis der Pachtentschädigungen pro 1904, 8. das Verzeichnis der Pachtentschädigungen infolge Neubau und Erweiterung der Nodheimer-, Krof- dorfer- und Gleibergerstraße.
Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfristen bei den Großh. Bürgermeistereien Gießen, bezw. Heuchelheim bei Gießen schriftlich einzureichen.
Friedberg, den 26. Juni 1905.
Der Großh. Feldbereinigungskommiffär.
S p a m e r, Kreis amtmann.
Kekamttmachrmg.
Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Göbelnrod.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß 32 Grundeigentümer, die mit 202,4237 Hektar Land in der Gemarkung Göbelnrod begütert sind, unterschristlich die Einleitung der Feldbereinigung und Anlage von Wegen in den Obstbaumstücken der Gemarkung Göbelnrod beantragt haben.
Da an diesem Unternehmen im ganzen 95 Grundeigentümer mit 280,0581 Hektar Land beteiligt sind, so ist für daS Zustandekommen deS beantragten Unternehmens die gesetzlich vorgeschriebene Mehrheit (mehr wie ein Fünfteil der beteiligten Grundeigentümer, welche mehr als die Hälfte der beteiligten Fläche besitzen) vorhanden.
DaS Unternehmen ist für zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommiffär nach Artikel 11 des Gesetzes vom 28. September 1887 bestellt worden.
Der obenerwähnte Antrag nebst einer Zusammenstellung des Ergebnisses liegt bei Großh. Bürgermeisterei Göbelnrod in der Zeit vom 1. bis einschließlich 7. Jnli l. I. zur Einsicht offen.
Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbestän- digkeit deS Ergebnisses sind binnen 14 Tagen von der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung im Kreisblatt an gerechnet, mittels schriftlicher Beschwerde bei Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe in Darmstadt geltend zu machen.
Friedberg, den 26. Juni 1905.
Ter Großherzvgliche Feldbereinigungskormnissär: Spam er, Kreisamtmann.
parlamentarisches aus Kessen.
Ein neuer dringlicher Antrag der Abg. Pennrich und 44 Genoffen lautet:
Die Kammer Molle die Großh. Regierung ersuchen, in Ver- binduug mit dem Vorstande der 2. Kammer mit der preußisch- hessiscbcn Eisenbahnverwaltung resp. dem preußischen Ersenbnhn- ministerium zwecks Vereinbarung einer jährlichen Pauschalsumme für die Eisenbahnfahrten der Abgeordneten in Ausübung ihrer landständischen Tätigkeit aus folgenden Grundlagen in Verhandlung zu treten:
primär auf der Basis der Frerfa hrtberechtrg- u n g der Abgeordneten während desganzenJah res int Großherzogtum Hessen einschließlich der Bahnlmten Darmstadt — Franriurt — Gießen und Frankfurt — Fulda — Gelnhau- sen gegen eine jährliche Panschalvercchtung oder für den Fall die Realisierung dieses Modus auf Schwierigkeiten stoßen oder für die Staatskasse eine erhebliche Mehrbelastung zur Folge haben sollte, eventuell mindestens sekundär auf der Basis der Freifahrtberechsiqung während des ganzen Jahres vom Wohnorte des Abgeordneten n a ch 'd e r R e s r d e n z auf beliebiger, von den in Betracht kommenden Abgeordneten zu bezeichnenden, auf den bezüglichen Fahrscheinen zn vermerkenden Routen gegen entsprechende jährliche Pauschalvergutung.
Diesem Anträge ist eine Begründung beigefügt.
Eine neue Regierungsvorlage betrifft den Entwurf eines Gesetzes über die Herstellung mehrerer Nebenbahnen. Danach soll die Negierung ermächtigt werden, 1. zu den Kosten deS Baus einer vollspurigen Nebenbahn Höchst- Neustadt—Landesgrenze (mit Fortsetzung nach Aschaffenburg) an die Bayrische Negierung nach Maßgabe der Bestimmungen des mit ihr abgeschlossenen Sta ats- ver^rags vom 12. April 1905 einen einmaligen unverzinslichen nicht rückzahlbaren Zuschuß in der Höhe von 30 vom Hundert der auf der hessischen Teilstrecke entstehenden Baukosten im Höchstbetrage von 270 000 Mk. zu gewähren; 2. an Stelle der durch das Gesetz vom 9. August 1899 und durch das Gesetz vom 12. Juli 1902 zur Förderung einer Nebenbahn von Bensheim nach Lindenfels und einer Nebenbahn von Hetzbach nach Beerfelden bewilligten Zuschüsse einmalige Beihilfen in der Höhe von 30 vom Hundert der wirklichen Baukosten ausschließlich der Kosten deS Geländeerwerbs, aber einschließlich der Kosten der cu^ maligen Beschaffung der Betriebsmittel mit der Maßgabe zu gewähren, daß der für Hetzbach—Beerfelden sich ergebende
Mehrbetrag der Stadt Beerfelden zu gute kommt. Die er- forderlichen Geldmittel sind im Wege des Staatskredits siüssig zu machen. Zu diesem Zwecke sind in dem Nennbeträge, der zur Beschaffung des angegebenen Bedarfs er* forderlich fein wird, Staatsschuldverschreibungen zu einem Zinsfüße auSzugeben, wie er der jeweiligen Lage des Geldmarktes entspricht. Die Vorlage wird eingehend begründet und der Staatsvertrag mit Bayern mitgeteilt. Danach sind die Hessische und die Bayerische Regierung übereingekommen, daß die Nebenbahn von Höchst—Neustadt nach Aschaffenburg durch die bayerische Eisenbahnverwaltung gebaut und betrieben werde. Die Bayerische Regierung wird Gegenstände von natur- oder kunsthistorischem Jntereffe, welche bei Ausführung der Arbeiten; im Großherzogtum Hessen gefunden werden sollten, wie Versteinerungen, seltene Mineralien, Altertümer, Münzen, Gebeine und dergleichen an die Großh. Hessische Regierung abliefern. Spätere Aenderungen der Linienführung oder der Stationsanlagen der Hessischen Teilstrecke bedürfen der Zustimmung der Hessischen Regierung — abgesehen von ein* fachen ErweiterungS- und Ergänzungsbauten. Hinsichtlich der Anlegung künftiger Stationen an der Hessischen Teilstrecke wird die Bayerische Regierung die Wünsche der Hessischen Regierung berücksichtigen. Einer jeden Regierung verbleibt die volle Landeshoheit samt der Ausübung der Justiz- und Polizeigewalt in ihrem Staatsgebiet. Die Handhabung der Bahnpolizei auf der Hessischen Teilstrecke erfolgt durch das Bayerische Bahnpersonal. Die Ernennung der bei der Bahn anzustellenden Beamten und Bediensteten und die Disziplinargewalt über dieselben stehen der Bayerischen Regierung zu. Die Anstellung der mittleren und unteren Klassen des Bahnpersonals aus der neuen Bahn regelt sich nach den reichs- und landesherrlichen Bestimmungen, welche für die Besetzung der Stellen der mittleren und unteren Beamten mit Militäranwärtern gelten. Bei der Besetzung dieser Beamtenstellen innerhalb des Großherzogtums Hessen sollen Angehörige desselben in erster Reihe berücksichtigt werden. Die hessische Regierung behält sich das Recht vor, die Hess. Teilstrecke nach Mlauf von 50 Jahren seit der Betriebs- eröffnnng anzukaufen. Der Kaufpreis bestimmt sich nach dem Anlagekapital, nämlich den gesamten Baukosten und den späteren Aufwendungen. Bon der so ermittelten Summe wird der von Hessen geleistete einmalige Zuschuß in Abzug gebracht. Die Kosten der erstmaligen Geländeerwerbung bleiben dabei außer Betracht. Sollte sich der Zustand der hessischen Teilstrecke zur Zett ihres Ankaufs im Vergleich zur ursprünglichen Anlage wesentlich verschlechtert haben, )o soll von dem Kaufpreise ein der Verschlechterung entsprechender, nötigenfalls durch das Schiedsgericht bestimmter Betrag abaezogen werden. Die hessische Regierung kann nach Ablauf von 20 Jahren seit der Betriebseröffnung den Betrieb der hessischen Teilstrecke für ihre Rechnung übernehmen. Jü diesem Falle ist an die bayerische Regierung eine Rente zu zahlen. Diese Rente wird in der Art festgesetzt, daß die nach dem Durchschnitt' der in den letzten 5 Rechnungsjahren auf der ganzen Bahn Höchst—Neustadt— Aschaffenburg erzielten Reineinnahme im Verhältnis des Anlagekapitals der ganzen Bahn zu dem auf der hessischen Strecke verwendet^u Anlaaek'vital geteilt wird.
Ein Sieg über Morenga in Südwestafrika.
Den deutschen Kolonnen ist es gelungen, durch zielbewußtes Zusammenwirken die Scharen des Rotten* to tten führ ers Morenga im Süden des südwestafrikanischen Schutzgebietes entscheidend zuschlagen. Der Kampf war äußerst hartnäckig und forderte cmch auf deutscher Seite schwere Opfer, aber die Widerstandskraft dieses gefährlichen Gegners ist jetzt offenbar in der Hauptsache gebrochen; er ist in voller Flucht und wird scharf verfolgt. Folgendes wird über diesen wichtigen militärischen Erfolg gemeldet:
Die Kompagnie des Hauptmanns von Erckert, die schon am 6. d. M. ein erfolgreiches Gefecht am Karib- (6-arntoap) River hatte, überraschte am 14. d. M. erneut eine feindliche Werft an diesem River. Der Feind verlor 25 bis 30 Tote, 250 Stück Großvieh, 40 Pferde und Esel. Diesseits wurde ein Mann verwundet. Major v. Karnptz mit der.Meilnng' Siebert marschierte, von der Ostgrenze kommend, ebenfalls längs des Karib- (Gam- toav) Rivers und stieß am 17. d. M. auf die gesamte Bande Morengas, die in dem außerordentlich schwierigen Gelände verzweifelten Wider ft and leistete. Die Meilung Erckert eilte auf den Kanonendonner herbei, und nach vierzehn- ftündigem, schwerem Kampf gelang es, die feindliche Stellung zu nehmen. Die deutschen Truppen verloren 15 T o t e, 3 V e r m i ß t e und 25 Verwundete, unter wesen Major von Kamptz. Hauptmann Siebert übernahm das Kommando. Die Höhe der feindlichen Verluste ist noch unbekannt. Am 18. Juni verfolgte die Abteilung und vereitelte dadurch die Versuche der Hottentotten, ihr zahlreiches versprengtes Vieh wieder zusammenzutreiben. Der Gegner ftüchtete nach Rarus, der wichtigsten Zufluchtftätte der Band? MorengaS, das in beherrschender, wasserreicher Stellung am Karib- (Ganttoap) River gelegen ist Am 19. d. M. nahm Hauptmann Siebert Rarus. Die Hottentotten flüchteten in südlicher Richtung, die Verfolgung wird, teilweise durch frische Truppen, fortgesetzt. — Der Be- lhanierkapitän Cornelius, den Hauptmann v. KvPPY am 27. Mar bei Geious schlug, hat sich in der Gegend von Kochas am Fischfluß wieder festgesetzt. Er soll sich dort mit Morris vereinigt haben, der zeitweise in der Gegend südlich von Warmbad auf englisches Gebiet geflüchtet war. Maior Gräser mit drei Kompagnien, vier Geschüken und zwei Maschinengewehren m im Vormarsch zum Angriff gegen Cornelius. — Die Kapstadter Presse hat mehrfach falsche Nachrichten gebracht, unter anderem behauptet Warmbad sei von den Aufständischen genommen worden. Diese Meldungen entbehren jeder tatsächlichen Grundlage.
Schon einmal war die Bande Morengas in den schweren Kämpfen in den Karasbergen am 10. und 11. März ans- einandergesprengt worden. Der Führer selbst konnte sich damals bis dicht an die Grenze des Betschuanalandes durchschlagen, doch obwohl die Kapregierung Patrouillen aussandte, um ihn und feine Anhänger beim Ueberschreiten der Grenze zn entwaffnen, erschien er abermals in den stargLoorg.en,.woMaive.von Kamvtz.seine Verfolgung auf- nahm. Ec ivuröc wiederholt geschlagen, und am 19. Mal
gelang es Hauptmann Siebert, Morenga mit 150 Hottentotten nach vierstt'lndigem Gefecht zu besiegen und über die englische Grenze zn werfen, wo sie von der engllschen Polizei entwaffnet wurden. Trotzdem tauchte Morenga in der letzten Zeit wieder im Felde auf; hoffentlich ist er jetzt endgiltig abgetan.
Deutsches Nekch.
Eckernförde, 27. Juni. Bei der heutigen Wettfahrt von Kiel nach Eckernförde passierte ber „Meteor" mit dem Kaiser an Bord das Ziel um 2 Ubr 28 Min., die ^Hamburg^ war 3 Minuten vorher passiert. Zurzeit herrscht hier ein schweres Gewitter. Die „Hohenzollern^ ist heute mittag hier einqetroffen.
Berlin, 27. Juni. Kaiser Töilhelm hat bic Ehrenmitgliedschaft de8 belgischen Royal Pacht Elub angenommen und daS Erscheinen seiner Pacht „Meteor^ zu dem Wettsegeln deS Klubs zwischen Ostende- Vlissingen zugesagt. DaS halbamtliche „Journal de Bruxelles" knüpft daran die Hoffnung eines Kaiserbesuchs in Antwerpen.
— Im Abgeordnetenhause brachten Prof. Friedberg (natl.) und Frhr. v. Zedlih-Neukirch (freit) eiiv Interpellation ein, welche die Staatsregierung über den Stand der Verhandlungen, betreffend die einheitliche Rsfonn deS Personen- und Gepäcktarifs auf den deutschen Staatsbahnen befragt.
— Die Generalversammlung deS GewerkvereinS christlicher Bergarbeiter Deutschlands in Oberhausen wählte Köster (Frohnhausen) zum ersten, Kühme (Hamme) zum zweiten Vorsitzenden, BehrenS (Essen) zmn Generalsekretär.
Ausland.
Stockholm, 27. Juni. „Stockholms Tidning«? schreibt: Daß unsere Flotte ab fahrt bereit halten und mit den notwendigen Mannschaften verseyen wird, ist ganz und gar nicht gleichbedeutend mit einer Mobilmachung. Als unser Küstengeschwader jetzt seine Besatzung abmustern sollte, hielt man es nicht für ratsam, neue, ungeübte Mannschaften an Bord zu nehmen, fonbent beschloß, die alte Mannschaft solange zurückzubehalten, M£> die neuen Jahrgänge auf anderen Fahrzeugen genügend^ eingeübt seien. In Anbetracht des Umstandes, daß Vorweg en gegenwärtig das Bündnis mit uns gebrochen Hai und sich gegen seinen ftüheren Bundesgenossen rüstet, ist es notwendig, uns nicht verteidig-ungslos zu halten, sondern unsere Verteidigung eine wirkliche Verteidigung sein zu lassen. Auf etwas anderes gehen wir nicht aus.
— „Rva Dagligt Allehanda" erfährt, baß der König der Frage, ob ein Prinz Bernadotte den Thrork Norwegens besteigen solle, prinzipiell entgegen!^ stehe und daß es nicht in seiner Absicht liege, diesem Plany zuzustimmen. Nur in dent Falle, daß der schwedische Reichstag den Wunsch aussprechen sollte, daß ein schwedischttj Prinz den norwegischen Thron besteige, werde der König die Frage aufs neue in Erwägung ziehen.
— Jft der ersten Kammer führte Berg bezüglich bet. Aufhebung der Union aus, der schwedische Reichstag kömte^' Norwegen nicht eher als souveränen Stattt anerkennen, als bis die berechtigten Forderungen Schwedens erfüllt seien. Lithander von der Rechter^ erllärte, Schwedens Sicherheit und nationale Ehre vev-^ langten, daß dem revolutionären Vorgehen Norwegens bet energische st e Widerstand entgegengesetzt werde.
Paris, 27. JUni. Der nationalistische Abg. Gauthkt brachte einen Antrag ein betreffend die Revision ber Verfassung. Die Kammer lehnte einen Antrag ab', wonach den Priestern außerhalb der Kirche das Tragen be$ OmatS untersagt werden soll. — Die Regierung bewilligtet eine große Lotterie, deren Ertrag zur Gründung einer, Jnv'a.liden- und Alterskasse für Mitglieder des Presse Verbandes dienen soll. Die Lotterie umfaßt P/2 Millionen Lose zu 20 Francs mit 200 625 Gewinnen,. darunter dreimal je eine Million. Die Ziehungen finden zwischen dem 1. August 1905 bis 1. Februar 1908 statt.! (Wann wird einmal die deutsche Reichsregierung einen; solchen pressefreundlichen Beschluß fassen?)
— Der Untersuchungsrichter Eydet verhörte den Dr. Castella, der wegen Beteiligung an dem .Attentat gegen den Präsidenten Loubet und den König von Spanien verhaftet worden war. Dr. Castella versichert, nicht Anarchist zu fein, sondern Republikaner, er wisse überhaupt nicht, warum er verhaftet worden sei. Der Untersuchungsrichter überzeugte sich von seiner Unschuld, sodaß der Freilassung Dr. Castellas nichts mehr im Wege ftel)L
— Die Kammer nahm eine vom Senate bereits ge* nehmigte Vorlage an, nach der die Arbeitsdauer inj den Bergwerken nach und nach herabgesetzt werdett soll. Darauf wurde die Beratung der Vorlage betreffend die Trennung von Staat und Kirche fortgesetzt.
K o n st a n t i n o p e l, 27. Juni. Gerüchtweise verlautet, daß der Thronfolger Reschad Effendi an Halskrebs! h o s f n u n g s l o s e r k r a n k t ist.
— Am Sonntag wurde bei Pendag (Bezirk Kratowo) eine 20 Mann starke serbische Bande vernichteit., Hierbei erlitten die türkischen Truppen einen Verlust von 2 Toten und 12 Verwundeten. Der- Einbruch mehrerer Banden aus Serbien wird gemeldet.
— Der Ministerrat ermächtigte den Justizminister, irrt Senat eine Am n esti ev o r l a g e einzubringen. Diese Amnestie erstreckt sich auf den Antisemiten D6roulsde und seine Genossen, sowie auf alle wegen Preß- und Streik- Vergehens Verurteilten und schließlich auf die Opfer ber Denunziation.
Kirche und schule.
Die ^Wartburg^ veröffentlicht in ihrer Nummer 25 auö dem Briefe eines Münchener Studenten folgende Mitteilung: »(Eine große Freude hatte ich jetzt. Die allgemeine Geschichte der Pädagogik höre ich bei Prof. Schnitzer,


