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Nachmittags 3.30 Uhr.
Sabbalhausgang 5.55 Uhr.
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der Synagoge (Südantage).
den 28. Oktober 1905:
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Hottesdien'i in Sa inStag, Vorabend 5.00 Uhr. Morgens 9.00 Uhr.
IKama, des» Pagsa sagt, . du sollst schnell eine Schachtel Fay's achte Sodener Alineral- । Pastillen holen lassen. Dann sollst du ihm eine Tasse heiße I Milch niacheu und 6 Pastillen hinein tun. Papa sagt, er I will endlich seinen Katarrh los sein, imb die Pastillen I würden daniit schnell ein Ende machen. Und dann be- | konune ich auch welche, mein Muttelchen, ja? Ich hab doch ■ itnmer den bösen Hiijleii. Tie Schachtel kostet nur ö5 Pia.
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Meteorologische Beoborchtungen der Station Gießen.
Katholische Gemeinde.
Sa m s l a g, den 28. Oktober 1905.
Nachmittags um 5 Uhr und abends nm 8 Uhr: Gelegenheit zu* hl. Beicht.
S o n >i t a g , d e ii 29. O k t o b e r 1905.
20. Sonntag nach Psingsten.
Vormittags von 6'/, Uhr au: Gelegenheit zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in der» selben Austeilung der heil. Kommunion.
, um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
„ um 9'/, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 5'/, Uhr: Christenlehre, daraus Rosenkranz» Andacht mit Segen.
An den Werktagen ist täglich des Abends um 6 */, Uhr Rosenkranz'Andacht mit Segen.
Israelitische Neligionsgcmeiude.
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In der Iohauneskirche.
Vormittags 9V. Uhr: Pfarrer Kraus.
Nachmittags 21/. Uhr: Kindergottesdicnst hir die Lukas- gemeinde. Pfarrer Euler.
Abends 5 Uhr: Siehe Stadtkirche.
Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung nn Kon» sirmandensaale der Iohauneskirche. 1. Korinther 2, 6—16.
Montag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konsirmandcnsaale der Luknsgemeinde. Text: Evh.-Briei, Kap. 5, 22 ff. Pfarrer Eule r.
Nächstiolgenden Sonntag den 5. November, Feier des N e 1 o r m a l i o u s i e st e s. An diesem Tage wird nach allen Gotlesdicuslen eine Kollekte für die G u st a v - A d o l f - S t i i t u n g erhoben. .....
An demselben Tage Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Iohanuesgemeiude im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
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geht, folgen wir dem Beispiel unserer Fürsten, imb ihnen nachzu- solqcn ist unsere heiligste Pflicht. Ich fordere Sic aus, mit mir zu rufen: S. M. der Kaiser und S. K. H. der Grobherzog, sie leben hoch, hoch, hoch!
Lebhaftes Bravo folgte dieser Rede. Namens der Bürgermeister des Kreises siattete Landtagsabg. Bürgermeister L e u n - Großen-Lindcn Kreisamtmann Dr. Kranzbühler besten Tank für sein Entgegenkommen ab. In und außer Dienst habe er sich nicht als der strenge Beamte, sondern als Freund und Mensch gezeigt und dies habe ihm die Sympathie der Bevölkerung in hohem Maße errungen. Tie besten Wünsche begleiteten ihn auf seinen Wegen. In das am Schluß ausgebrachte Hoch wurde mit großer Zustimmung eingestimmt. Kreisschulinspektor Kleinschmidt hob nochnials die persönlichen Vorzüge des Scheidenden hervor und schloß mit einem Toast auf die Frau Kreisamtmann. Unter lebhaftem Bravo ergriff nunmehr der Gefeierte das Wort und führte aus: Er danke dem Herrn Provinzialdirektor für die Stunde des Abschieds, die er heule hier feiern lasse. Tas so zahlreiche Erscheinen der Kreisangehörigen mache ihm den Abschied noch schwerer; er scheide ungern von Sladt und Kreis Gießen. Mit schwerem Herzen nehme er Abschied, denn er habe in der Zeit seines Hierseins das schöne Land und das kernige Volk der Oberhessen lieben gelernt. Erfreut habe er siet) an den landschaftlichen Schönheiten Oberhessens, seinen Wäldern, Burgen und Tälern. Und wenn er sich frage, was ist dein Ideal, so wäre die Antwort: er müßte einmal Kreisrat in dem schönen Oberhessen werden. Diese Gefühle würden ihn begleiten als eine glückliche Erinnerung an den Kreis Gießen. Er lebe hoch!
Namens der Geistlichen des Kreises sprach Pfarrer He fitz ing-Großen-Lintzen dem Krcisamtmann herzlichen Tank für seine Verdienste in kirchlichen Angelegenheiten aus. Proseffor Dr. Gisevius überbrachte Grüße vom früheren Provinzial- direktor Frelherrn von Gagern-Mainz, der mit Freuden an seine oberhessische Wirkungszeit denke. Daß das Verhältnis in der Verwaltung unseres Kreises ailch heute noch schön sei, beweise die heutige Feier. Redner schloß mit einem Hoch auf Geheimrat Dr. Breidert, in das die Anwesenden lebhaft em» stimmten. Damit hatte um 6 l/2 Uhr die schön verlaufene Abschiedsfeier ihr Ende erreicht.
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Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Am 19. Sonntag nach Trinitatis, den 29. Oktober: t^Dltesölenll.
In der Stadtkirche.
Vormittags 9'/, Uhr: Pjarrer S ch io a b e.
Vormittags 11 Uhr: Militärgoltesdienst. Pfarrer Euler.
Nachmittags 2 Uhr: Kindertirche für die Markusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.
Nachmittags 5 Uhr: Oberlehrer Schmoll.
Abends 8 Uhr: Bereinigung der konsirmierten männlichen Jugend der Alarkusgememde.
Montag den 30. Oktober, abends 8 Uhr: Vereiiligung der konfirmierten iveiblichen Jugend der Malthäusgerneinde.
Donnerstag, den 2. November, abends 8 Uhr, int Markns- saale, Kirchsiraße 9: Bibelslunde. 1. Korinth., Kap. 15.
Pfarrer Schwabe.
Am Sonntag dem 5. November, als am Reiormalionsseste, findet Beichte und heiliges Abendmahl sür MatlhänS- und Marlusgemeinde gemeinsam nn Abendgottesdiensle stall. Anmeldungen dazu werden vorher bei dein Pfarrer jeder Geineinde erbeten.
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Abfchledsseier zu tzhren des KrelSumtmanns Ar. Kranzkühter /X Gießen, 27. Oktober 1905.
Im Saale des Cafä Ebel hatten sich gestern nachmittag nach der Versaminlung des landwirtschaftlichen Vereins (über die Bericht folgt) zahlreiche Einwohner des Kreises Gießen cingefunden, um dem nach mehrjähriger Wirksamkeit scheidenden Kreisamtmann Dr. Kranzbühler Lebewohl zu sagen. Die Abschiedsscier gab ein beredtes Zeugnis dafür, daß Dr. Kranzbühler viel Liebe und Verehrung in seinem Wirkungskreis geerntet hat und sein Scheiden allgemein bedauert wird. Provinzialdirektor Geheiinerat Dr. Breidert eröffnete die Feier durch folgende Ansprache:
Als wir vor kurzem die unerivartele Nachricht erhielten von dem Weggange des Kreisamtmanns, da hallen wir den Plan gefaßt, noch einmal mit ihm zusammen zu sein. Ta die Abreise jo rasch erfolgte, so kam es damals nicht zur Abschiedsieier, und sie mußte auf heute verschoben werden. Und Ijcnie ist ein hoher politischer Gedenktag, der Geburtstag Moltles, an dem S. Al. der Kaiser Vertreter aus allen deutschen Gauen, und unter diesen auch den Vertreter des hiesigen Regiments, einen Schüler AlolikeS, nach Berlin berufen hat, um ein Denkmal für den großen Toren entju- iveihen. Was Bismarck der Polnik, das war Aloltke der Armee. Er wußte den alten deutfchen Geist zu wecken, den Geist der Initiative, der darin besteht, dem Gtüci emgegenzugehen. Uiid dieser Geist ist auch in unserer Verwattung emgezogen und von diesem Geist trägt auch unser scheidender Freund em gutes Stück in sich. Diesem verdankt er auch die Freundschaft, Be>vunderung und Zuneigung der Bevölkerung. (Bravo.) Sein Scheiden erfüllt uns nut Betrübnis, doch sehen wir darin einen Trost, daß er in eine so hohe Stellung berufen wurde, in ivelcher jem l)ohes Talent dem ganzen Lande zn gute kommen wird. Ter Geist der Jnmalive hat n unserem Bolte Wurzel gegriffen, das zeigt die Grove der Fori- chritte aus allen Gebieten. Indem wir hoffen, daß dies so lueucx-
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den, ohne daß dabei stehe, an wen. Er müsse sich entschieden dagegen verwahren, daß er in irgend einer Form einem Beamten den Vorwurf Der Best.chnng gemacht habe. Gewandert habe er sich allerdings, daß bereits am Freitag in der „Kleinen Presse" ein lediglich gegen ihn geröteter Artikel stehe, der besage, er habe von Bestechung von Beamten aesprochen. Weiter teil: er mit, ein Angestellter der Firma I. u. R. sei bereit, untei Eid zu erhärten, daß noch em Heines .Kassenbuch vorhanden sci, in dem im November 1904 zwei Einträge über cLr.e Zahlung von je 20 Mk. an „E." verzeichnet sei. Tas l;abe er am 23. Oktober erfahren.
Oberbürgermeister M c c u m bemerkt, daß er die Untersuchung auch auf diesen Fall ausgedehnt tyätte, wenn ihm Stadtv. Gabriel hiervon Mitteilung gemacht hätte.
Stadtv. Gabriel erwidert, er habe nichts mehr in der Sache tun wollen und utet den Oberbürgermeister, eine entsprechende Berichtigung an die „Kl. Pr." gelangen zu lassen.
Oberbürgermeister Mecum bemerkt, dies solle man dem Stadtv. Gabriel, als dem Angegriffenen, überlajfen.
Stadtv. Schmal l halt es für richtig, daß nicht alles so Hem und harmlos sei, wie man es gern hinstellen wolle, und bemertt weiter, von Bestechung sei n-eder in des Stadw. Gabriel, noch in seinen Ausführungen in der letzten Sitzung etwas vorgekommcn.
In der nichtöffentlichen Sitzung wurde der Beitritt der Stadt Gießen zum deutsch en Stätztc- tag beschlossen.
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