Ausgabe 
27.7.1905 Erstes Blatt
 
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Ackerbaudepartement bet dem Verrat der Baumwollberichte die Finger im Spiele batten. Vorläufig gilt der Statistiker Holmes als der alleinige Sündenbock. Es verlautet, daß Präsident Roosevelt sich dahin geäußert hätte, daß eine straf­rechtliche Verfolgung eingeleitet werden solle, wenn das vor­liegende Beweismaterial dies irgendwie zulasse. Bundes- Distriksanwalt Beach, der, wie anfänglich gemeldet wurde, erklärt hätte, daß ein Beamter wegen eines derartigen Ver­rates nicht strafrechtlich verfolgt werden könnte, ist, wie es scheint, mißverstanden worden, denn es wird jetzt erklärt, daß er gemeint hätte, daß auf Grund des jetzt vorliegenden un­zulänglichen Beweismaterials keine strafrechtliche Verfolgung möglich wäre.

Es ist ausgerechnet worden, daß die Makler, denen Hie Ernteberichte verraten wurden, Millionen einge­heimst hätten. Baumwollbörsen in verschiedenen Teilen des Landes haben den Präsidenten ersucht, der Untersuchung de§ Sekretärs Wilson eine noch gründlichere folgen zu lasten. Die jetzige Untersuchung wird vom Bundes-Distriktsanwalt Beach mit Unterstützung von Bundesgeheimdienst-Beamten vorgenommen. Es geht das Gerücht, dal; Sekretär Wilson ab danken würde, nicht etwa, weil er selbst irgendwie nach­lässig in der Leitung seines Departements war, sondern weil ein solcher Baumwoll-Verrat überhaupt möglich war.

Petrolenm.

Auf dem internationalen Petroleumkongreß in Lüttich sprach Curt Proeßdorf (Mtenburg, S.-A.) über die Frage, ob das Vorurteil des deutschen Publikums für das ameri­kanische Petroleum der Standard Oil Company begründet sei. Der Vortrag nahm gegen das monopolistische Vorgehen der Standard Oil Company in Deutschland Stellung und der Vortragende erbrachte an Hand zahlreicher physikalisch- photometris'cher Untersuchungen der hauptsächlich in Deutsch­land gehandelten Petroleumsorten den Beweis, daß das amerikanische Petroleum, American Family Oil, der Stan­dard Oil Company und ihrer deutschen Filialen nicht rein pennsylvanisches Petroleum und qualitiv minderwertiger ist, als fast alle zurzeit in Deutschland gehan­delten Petroleumarien. Im volkswirtschaftlichen Jn- tereffe des gesamten deutschen Vaterlandes muffe daher der deutsche Petroleumhändler und das deutsche Publikum jenes unbegründete Vorurteil, das der Standard Oil Company den Hauptanteil an der jährlichen deutschen Petroleum-Ge­samteinfuhr unverdientermaßen sichere und dadurch Unsummen deutschen Kapitals in die Hände dieser Gesellschaft bringe, fallen lassen. Ebenso müsse man die durchaus falsche An­sicht aufgeben, daß bei mangelhafter Brennfähigkeit eines Petroleums auf der Lampe stets die Qualität des Petroleums schuld sei. Brennerkonstruktion und Zylinderform seien erwiesenermaßen von allergrößtem Einfluß auf die Brenn­fähigkeit und Leuchtkraft eines Petroleums und da in Deutsch­land nicht mehr eine Petroleumsorte, wie vor Jahrzehnten, sondern mehr als 12 Petroleumarten verschiedener Herkunft und verschiedener chemischer Konstitution gehandelt würden, wäre es die Pflicht der gesamten deutschen Lampenindustrie, im Interesse einer gleichmäßig guten Lampenbeleuchtung neben den hochlinigen Brennern mit Flammenverteiler mehr Reformlampen zu schaffen. Das Publikum müsse solche Reformbrenner und Reformzylinder vom Lampenhändler verlangen. Nur dann würde es der stark aufblühenden europäischen Petroleumindustrie möglich sein, ihre viel bessere Ware in Deutschland mehr und mehr ein­zuführen und die monopolistischen Pläne der Standard Oil Company im ureigensten Interesse von Volk und Staat er­folgreich zu durchkreuzen. Die dem Vortrage folgende Dis­kussion ergab die volle Ueb er einstimmun g der Teilnehmer des internationalen Petroleumkongreffes mit dem Vortragenden.

ArSeiter-Unterrichtskrrrse durch Studenten.

Berlin, 26. Juli.

Nachdem schon seit Jahren die Studenten der Tech­nischen Hochschule Arbeiter-Unterrichtskurse veranstaltet hatten, sind ihnen im letzten Winter die Studenten der Universität gefolgt. Als den Zweck ihres Unternehmens geben sie selbst an, daß die Studentenschaft dazu berufen sei, an den sozialen Aufgaben unserer Zeit nach dem Maße ihrer Kräfte mitzuarbeiten, und daß die geeignetste Form solcher Betätigung wohl im Arbeiterunterricht bestehen dürfte. Die Notwendigkeit eines solchen Unterrichts sei darin begründet, daß die bestehenden Fortbildungsinstitute auf eine höhere Vorbildung der Arbeiter rechnen, als sie in der Mehr­zahl anzutreffen sei, und daß ein Ort fehle, wo die Grund­lage der höheren Bildung, der elementare Unterricht, geboten werde. Die hierfür bestimmten städtischen Fortbildungs- fchulen werden von älteren Arbeitern wenig besucht. Dieser Mangel war umso fühlbarer, als eine elementare Bildung auch ohne die Aussicht auf höhere geistige Beschäftigung dem Arbeiter in seinem Berufe und in seiner sozialen Stellung von großem praktischen Wert ist. Der Unterricht wurde in zehn Kursen mit 348 Arbeitern ausgenommen. Von den Kursen waren je drei Unterkurse in Deutsch und Rechnen, je zwei Oberkurse derselben Fächer. Die Zahl der Meld­ungen betrug 561, darunter 12 Frauen. Am Schluß des Semesters waren noch 222 Personen anwesend, die übrigen waren aus verschiedenen Ursachen abgefallen. Der größte Teil der Hörer gehörte einer Altersstufe von 25 bis 40 Jahren an. Während der Ferien wurden Vorträge über allgemein interessierende Themata abgehalten, auch wurden Museumsführungen veranstaltet und die Sonntagsnachmit­tags-Vorstellungen im Schillertheater besucht, wobei die Stu­denten persönliche Fühlung mit den Arbeitern gewannen und sie besser kennen lernten, als beim Unterricht. Das Sommer­semester umfaßt vier Stufen im Deutsch und drei im Rechnen; hinzugekommen ist ein Kursus im Deutschen für vollständig Ungeübte und Ausländer, ein Mittelkursus ist zwischen den Unter- und Oberkursus eingeschoben. Ferner ist noch ein besonderer Kursus über Schiller eingerichtet. Geometrie ist in einen besonderen Kursus gelegt worden. Die Kosten betrugen bis jetzt rund 408 Mk.

Belgische Festlichkeiten.

Antwerpen, 25. Juli. Anläßlich der Feier der 75jähr. Unabhängigkeit Belgiens gäb die deutsche Kolonie heute äbend ein Festmahl. Anwesend waren u. o. der deutsche Ge- fcmdte Graf Wallwitz, der belgisch-e Ministerpräsident, der Minister Innern usw. Graf Wallwitz brachte einen Trink-

spruck auf König Leopold auS, in welchem er betonte: Deutschland wünsche ein starkes Belgien, sowohl in politischer, wie in kommerzieller Hinsicht. Die materielle Entwicklung Belgiens sei für Deutschland wertvoll; mn ihr öanb in Hand gehe der gegenseitige Austausch der Erzeugnisse Der PräsideM des 'Wgeordnetenhauses Schellsert ttant aus ein langes, glückliches Leben, sowie eine glorreiche Regierung Kaiser Wilhelms, den er als Bürgen ftir die belgische Neutralität begrüße und der, von seiner schweren Verantwortlichkeit tief durchdrungen, sich ganz der Wohlfahrt seines Volkes widme. Der Redner schloß:Laßt uns die Ehre würdigen, die btt Kaiser Belgien erwies, indem er durch ein mächtiges Panzerschiff einen Gruß überbringen ließ. Ich bitte die hier anwesenden Vertreter, dem Kaiser unsere Anerkennung zu übermitteln Unter 'einer energischen, geschickten Leitung hat Deutschland sich m bewundernswertem Maße auf dem Gebiete des Handels und der Industrie entwickelt iind vergrößert. Seine Marine gehört zu den mächtigsten der Erde. Außerdem ist der Kaiser bestrebt, den Frieden aufrechtzuerhalten, und dies wird ihm ewig Anspruch auf die Dankbarkeit der Menschheit geben." Weiter redeten der italienische Generalkonsul von Barh, der Ministerpräsident de Smeet de Naeyer und der Bürgermeister van Ryswyk von Antwerpen.

Brüssel, 26. Juli. Der K ö n i g gab im Palais emFrüd- 'tück ztl Ehren der Offiziere des deutschen Linienschiffes Kaiser Karl der Große" Zu seiner Rechten, saß der deutsche Gesandte Graf v. Wallwitz, zur seiner Linken der Kommandant desMeteor". Der König widmete dem beut» chen Kaiser einen sehr herzlichen Trinkspruch, in dem er dem Kaiser dafür bankte, daß er aus Anlaß des belgi­schen Nationaljubiläums das deutsche Panzerschiff nach Antwerpen gesandt habe, und den Wunsch ausdrückte, daß das belgische Volk den Traditionen des deutschen Volkes folgen möge.

Aus Stadt lmd Laad.

Gießen, 27. Juli 1905.

" Empfang. S. K. H. der Großherzog empfingen am 26. Juli u. a. den Professor Dr. K ö n i g von der Landes- Universität Gießen.

** ProvinzialauSschuß-Sitzung. Am Samstag, den 29. ds. Mts., vorm. % 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Prooinzial-AusschuffeS der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Georg Zinßer zu Allendorf a. d. üda. um Erlaubnis zum Be­triebe einer Gastwirtschaft. 2. Gesuch des Gustav Schäfer von Alsfeld um Erlaubnis zur Errichtung einer Schankwirtschaft. 3. Gesuch de§ A. Bonacker von Heblos um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirt- chaft zu Wallenrod.

**Motorbootverkehr auf der Lahn. Die Motor­bootverbindung Gießen-Dutenhofen ist bekanntlich nach kurzen, wenig glücklichen Versuchen vor Jahr und Tag selig entschlummert. Die Passagiere beteiligten sich damals ganz gern an der Ueberwindung der mannigfachen Hindernisse im seichten Bette der Lahn und hatten ihre Freude daran, wenn endlich nach so langer als amüsanter und anstrengender Fahrt die Landung in Dutenhofen von statten ging. Jetzt erfahren wir von einem anderen Motorbootunternehmen auf der Lahn, aber leider nicht bei Gießen, sondern bei Ems. Dort fahren eit Kurzem auf der bisher so stillen und verkehrsarmen Lahn fast geräuschlos vier elegante schnelle Motorboote, welche gut und sicher eingefahren, genau wie eine elektrische Bahn einen regelmäßigen Betrieb zum Fahrpreis von 10 Pfennig auf­recht erhalten und vom Publikum sehr gern benutzt werden. Die Boote sind 10 Meter lang und 2,15 Meter breit, sie besitzen geräumige Kajüten mit geschliffenen Fenstern und Sonnendach und sind durchweg auS Mahagoniholz gearbeitet mit Beschlägen aus Phosphorbronze. Die Motore sind acht Pferdestärken leistende Daimler-Schiffsmotore, welche den Booten eine Geschwindigkeit von 14 bis 15 Kilometern in der Stunde verleihen. Das Unternehmen wird von der Malbergbahn geleitet, welche auch den Dienst regelt. Für die landschaftlich überaus schöne Strecke von Ems bis N a s s a n soll im nächsten Jahre ein Hinterradmotorboot hinzukommen, nachdem es gelungen ist, ein derartiges Fahrzeug für 50 Passa­giere mit einem Tiefgang von nur 30 Zentimeter zu kon­struieren. Das Hinterrad arbeitet sicher und geräuschlos, selbst wenn das Wasser mit Schlamm und Kraut besetzt ist. Die Neuerung am Schiffspropeller ist geeignet, auch diese herrliche Strecke dem Motorbootverkehr zu erschließen und zwischen den beiden Lahnbädern eine neue, ebenso angenehme wie sichere Verbindung herzustellen.

() Heuchelheim, 26. Juli. Gestern abend gegen i/2 9 Uhr passierte in der Nähe der hiesigen Station ein seltsamer kleiner Unfall. Zwei Arbeiter purzelten plötz­lich aus dem noch in voller Fahrt befindlichen Zuge auf die Erde, ohne sich zu verletzen. Hier konnten sie wieder zum Hallo aller Mitfahrenden den Zug besteigen und ihrer Heimat zufahren. Was oberhessische Knochen alles vertragen können!

p. Wetzlar, 26. Juki. In unserem Kreisdorfe Holz- hausen auf der Ulm wurde dieser Tage der Händler Seligmann von dort von einem tollwütigen Hund derartig gebissen, daß seine Unterbringung in der Anstalt zu Berlin nötig wurde. Die Hunde der Nachbarschaft wurden abgeschossen.

p. Oberbiel a. d. Lahn, 26. Juli. Der hoch in den Fünfzig stehende Gastwirt Berghäuser von hier wollte gestern abend auf dem oberen Boden der Scheune Futter holen; dabei stürzte er so unglücklich auf die Tenne her­nieder, daß er einen schweren Beinbruch und erhebliche Verletzungen und Verrenkungen des rechten Armes daoon- trug. Aerztliche Hilfe war schnell zur Stelle.

. Frankfurt, 26. Juli. Am Eschenheimer Tor wird demnächst ein Prachtbau entstehen, der zu den schönsten in der Handelsstadt am Maine zu rechnen fein wird. Der Ka ufmännische Verein läßt dort sein neues Vereinsheim errichten. Es wird in der schönsten Weise ausgestattet und einen Saal enthalten, der für 1500 Per­sonen Platz bietet, also der größte Frankfurts sein wird. Drei weitere kleine Säle, schöne Restaurationsräume und sieben große Läden sind in dem Gebäude vorgesehen. Die Eröffnung soll am 1. Oktober 1906 erfolgen.

Frankfurt, 26. Juli. Mit dem Umbau der Haupt­wache zu einem Kaffeehaus geht es schnell voran. Der Veranda-Anbau nach dem Schillerplatz zu, der zugleich eine nicht unbeträchtliche Vergrößerung der unteren Räume dar­stellt, ist vollendet. Er paßt sich mit seinen drei großen Bogenöffnungen ganz dem Stil de§ historischen Gebäudes an. Die alten Zimmerchen und Ecken im Innern des Gebäudes sind zu einem einzigen großen Saal verschmolzen. Von der

Steinwegseite auS führt eine Stemtreppe nach den oberen Räumen. Bei einer zweckentsprechenden, geschmackvollen Aus­stattung dürfte Frankfurt jedenfalls um ein eigenartiges und gemütliches Kaffeerestaurant reicher sein.

Woher die Hohenzollern stammen. Set einem letzten Besuch auf der Saalburg zeigte man dem Kaiser neue keramische Römerfunde, deren einige die deutliche BezeichnungLucanus" trugen. Da rief der Kaiser Den Chef des Zivilkabinetts herbei, deutete lächelnd auf den den Stempelabdruck eines Topfes und sagte:Sehen Sie hier, lieber Lneanus, da renommieren Sie immer mit ihren Ahnen, und jetzt stellt sich gar heraus, daß sie ganz gewöhn­liche Töpfer waren." Ein hübsches Seitenstückchen hierzu teilt der Historiker Uhlrnann-Uhlmannsdorff mit. Ec fand bei seinen Arbeiten im königlichen Kceisarchiv zu Nürnberg in einem alten Nürnberger Wappenbuch aus der Nefocma- tionszeit folgende Stelle, die sich mit der Abstammung und Namensableitung unseres jetzigen Kaiserhauses beschäftigt. Es heißt da u. a. wörtlich:Als zu den Zeitten Kaiser Rudolffs des Ersten, das Burggraffthum zu Nürnberg abge­storben (1273), hatt derselbe solches seinem Schwager und Schwesterman Graff Friedrich von Zollern Zu einer Heim­steuer geben unnd auff seine Nachkomen Erblich gemacht. Diese Graven sein Erstlich vertriebene Columnester unnd Tuch­macher zu Rom gewest und haben in der Stadt Rom ge­wöhnet, Alß sich aber auff eine Zeitt, ein Auffruhr zum Rom entspringen woldt, besorgt sich dieser Columnester, die weil er fein gebomer Römer, sondern nur ein Römling roere, er möcht umb all sein Gueth Klammen, unnd auß der Statt gestoßen werden, verkaufft derwegen haimlich sein gütter, unnd erwirbt vom Kaiser ein Ordt, dahin er ein Behausung bauen möcht, Nach deme er mit Vielem geldt ins Teutsch- landt gezogen. Bauet also ein Schloß unnd verdient sich bey seiner Mayt dermaffen, daß er Ihn zu einem Zolherrn unnd nachmals zu einem Graven machet, daher er Graff von Zolhern genannt worden, sampt seinen nachvolgenden Erben."

Vom Harze wird geschrieben: Im Vorjahre eine brennende Julihitze, Staub auf allen Wegen bis zum Brocken hinauf, Waffernot in manchen Harzorten, und Heuer das gerade Gegenteil! Seit zwei Wochen kein Tag ohne Nieder­schläge und kaum einer ohne Gewitter, die teils die Schwüle nicht brechen, teils eine im Juli doppelt empfindliche Kühle hinterlaffen. Der Tourist, der über einen guten Wetter­mantel, Doppelsohlen und Wanderlust verfügt, wird gleich­wohl das heurige Wetter vorziehen. In der herrlichen Luft keine Spur von Staub, und alle Augenblick rieselt einem ein Quellchen über den Weg, wo im Vorjahre nur staubiges Gestein zu erblicken war. Der Pflanzenwuchs quittiert, über das himmlische Naß mit einer prächtigen Vollsaftigkeit, während der Waldboden überrascht und überraschend eine Unzahl von Pilzen hervorschießen läßt, wie sie von rechts- roegen erst im feuchten Herbste erscheinen sollten. Mit den Aussichten steht es schlecht. Vater Brocken hat oft und gern seine Wolkenkappe über den Ohren. Fährt man früh aus dem warmen Tale mit der Brockenbahn auf die Kuppe, so ist man oben versucht, ein wenig mit den Zähnen zu klappern, und wer vvm Nebel nicht gründlich angefeuchtet zu werden wünscht, rettet sich ins HauS, bis gegen Mittag die Schleier den Sonnenstrahlen weichen und ihm der Blick in die mäch­tigen bewaldeten Kuppen deS HarzeS gestattet ist.

* Eine Bismarckw arte bei Heringsdorf. Wie man aus dem Ostseebade Heringsdorf berichtet, fand dort die Prüfung und Ausstellung der Entwürfe für Errichtung einer Bismarckwarte statt. Es sind 184 Entwürfe eingegangen. Den ersten Preis erhielt Architekt Otto Rietz-Schöneberg- Berlin, Erbauer der Müggelberg-Bismarckwarte, den zweiten Preis Architekt Mähler-Worms a. Rh., den dritten Architekt Arth. Biberfeld-Berlin.

Kunst und Wissenschaft

Mainz, 24. Juli. Das im Besitz der Stadt Mainz befindliche berühmte Kolossalgemälde des niederländischen Malers JordaensDer 12jährige Jesus im Tempel" wurde gestern aus Ersuchen der Bürgermeisterei in Antwerpen der dort stattfindenden Ausstellung von Werken dieses Meisters mittelst eines besonderen Schiffes leihweise übersendet. Tas Gemälde ist für 7S Million Mark versichert.

Nniverfitäts-Yachrichten.

Freiburg i. Br., 26. Juli. Die nicht konfessionellen Per bind ungen im Gesamtausschuß der Studentenschaft erklärten sich für die Trennung von katholischen Korporationen.

Märkte.

Limburg a. b. £., 26. Juli. Frachtmarkt. Durch­schnittspreise pro Malter. Roter Weizen 15.40 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 12.10, Gerste 00.00 Mk., Hafer 8.30 Mk., Saathafer 0.00 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.

Kursbericht.

Frankfurt a. M., 26. Juli Offizielle Schlusskurse.

31/s°/o Reiohsanleihe . . 101.20 3"/° do. ... 90.25 37,°/v Konsols .... 101.40 8% do......90.20

372% Hessen .... 100.70 3l/i% Oberhessen . . . 99.50 4% Oesterr. Goldrente'. . 101.60 47,96 Oesterr. Silberrente . 101.70 496 Ungar. Goldrente . . 97.50 4°/$ Italien. Rente , . ..

4 % Portugieser I , . . 67.30 3°/ Portugiesen. UI . . 67.05 196 Unif. Türken . . . 88.90 Türkenlose......135.50

456 Grieoh. Monopol.-Anl. 54.00

47,7g äussere Argentiner ..

3°/0 Mexikaner .... 69.10 472% Chinesen .... 96.80 Eleotrio. Sohuckort . . . 135.50 Nordd. Lloyd . . . . 125.60

Kreditaktien . . . , . 207 90 Diekonto-Kommandit. . 19010

Darmstädter Bank . . . 145.00 Dresdener Bank .... 159.10 Berliner Handelsges . . 171 00 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.90 Lombarden.....18.25

Gotthardbahn ......> Laurahütte..... 264.00

Bochum ..... 255.40

Harpener . ... 22190

Staatschatzscheine . . . 100.55

z: fest.

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