Ausgabe 
27.4.1905 Erstes Blatt
 
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Sonntaq Peking verla . feit unb sich über Kalgan «nd Kiachte Our russischen Armee begeben. Der Besuch be§ fr ist sehr rukng verlaufen: offiziell hat er nur bei Hofe Besuch abgestattet. Der Prinz hat sich über seinen Aufenthalt befriedigt ausgesprochen.

Kolonialpost.

Paris, 26. April. Der Generalkommissar des fran­zösischen Kongo, Gentil, hat eine Verfügung ertasten, wonach der Export von Elefantenzähnen von weniger als 2 Kilo Gewicht untersagt wird. Durch diese Maßregel wird die Schonung der jungen Elefanten bezweckt. Ferner ordnete der Generalkommistar an, daß vom 1. Dezember 1906 ab Elfenbein nicht mehr als SLeuerzahlungSmittel an­genommen werden dürfe.

Kcer und KlotLe.

__ Generalleutnant Em mich, der an die Spitze der 10. Division in Posen tritt, befand sich bereits seit Februar d. I. in seinem Dienstgrade. Er steht im 57. Lebensjahre. Als Bataillonskommandeur stand er um 1890 bei dem 116. Jnf.-Regiment in Gießen und beim 11. Jägerbataillon in

* AuS dem Militär-Wochenblatt. Befördert zum Hauptmann: Finger, Oberlt. der Landwehr-Feldart. 2. Aufgebots (Worms); zu Oberlts.: die Lts. der Res.: Gutmann des Jnf.-Regt§. Markgraf Ludwig Wilhelm (3. Bad) Nr. 111 (Gießen), Ortenbach des Großh. Hess. Train-Bats. Nr. 18 (Worms), Koeniger, Pfeiffer (Gießen), Lts. der Landw.-Feldart. 1. Aufgebots; zu Lts. der Res.: die Vizefeldwebel bezw. Vizcmachtmeister: Weber (Gießen), des 1. Nastau. Jnf.-Regts. Nr. 87, Linken held (I Darmstadt), de§ 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leibgarde-)Negts. Nr. 115, Völsing (I Darmstadt), dcS Jnf.-Leib-Regts. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, Kaus (I Darm­stadt), Reitz (Mainz), des 5. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 168.

* * Regimentsbesichtigung. Se. Exzellenz der kommandierende General v. Eichhorn aus Frankfurt trifft Ende der nächsten Woche hier ein zu einer dreitägigen Regi­mentsbesichtigung.

* Schillerfeier. Unsere Notiz in Nr. 96 vom 25. April können wir heute dahin ergänzen, daß außer dev Vorstellung am Freitag, dem 5. Mai, noch eine zweite Vorstellung mit gleichen Preisen für Montag, dem 8. Mai, vorgesehen ist. Sonntag, den 7. Mai, findet eine Volts-' Vorstellung statt.

* * Feuer. Gellern abend 9^2 Uhr brach in einer Scheune des Bäckermeisters Löb er in der Lindengasse Feuer on§. Da alsbald genügend Hilfe zur Stelle mar, blieb das Feuer auf seinen Herd beschränkt, es wurde sogar noch der untere Stock gerettet. Vier Hydrantenschlauche griffen den Brand von allen Seiten an, während eine große Menschen­menge den Platz umlland, so daß die Polizei Mühe hatte, die Absperrung aufrecht zu halten. Die Entitehungsursache ist noch nicht aufgeklärt; der Eigentümer war noch s/t Stunden vorher mit seinen Knechten in dem Gebäude und behandelte ein darin stehendes krankes Pferd.

Zur Hundesperre. Nach einer an das Großh. Polizeiamt gelangten Mitteilung des Königl. Instituts für Infektionskrankheiten zu Berlin ist auch bei dein zweiten hier am 2. d. M. verendeten Hunde Tollwut fest- gestellt morden.

* Ein blinder Violin-Virtuose wird sich am Dienstag, den 2. Mai, unseren Musikfreunden vorstellen. Laut Zeitungsnotizen ist Hr. Wilhelm Schäfer kein zu un­terschätzender Künstler, der mit bekannten Größen, u. a. mit dem dänischen Geigenkünstler One Butt, sowie Prof. Gering (Königl. Musitdirigent) zusammengewirkt hat. Wie aus einem Inserat in der heutigen Nummer unseres Blattes hervorgeht,

wegen Dienstunbrauchbarkeit 2,9

als Ganzinvalide 1,6

Die Zahl der Entlastungen

Aus Stadt und Land.

Gießen, 27. April 1905.

» Ein Jubiläum der Landesuniversität. Am 24. April ds. Js. war ein Vierteljahrhundert verflossen, seit­dem das KollegienhauS der Landesuniversität in der Ludwig- straße durch eine festliche Einweihung seiner Bestimmung über­geben wurde. Am 2. Mai 1880,' an einem Montage, be­gannen in dem neuen Bau die Vorlesungen, und aus dieser Zeit datiert der neuere Aufschwung der Ludovieiana. Nach dem Kollegienhaus entstanden in den verflossenen 25 Jahren das chemische Laboratorium in der Ludwigstraße, das physi­kalische und das physikalisch-chemische Institut an der Goethe- straße, sowie das neue, jüngst eingeweihte Bibliotheksgebäude an der Stephanstraße, die gynäkologische Klinik und die medizinische Klinik, das hygienische Institut und die psychiatrische Klinik, der sich die der Vollendung nahen, Gebäude der Veterinär-Anstalt und die in Angriff ge­nommenen Bauten der chirurgischen Klinik und der ophtal- mologischen Klinik auf dem Seltersberg würdig anschließen werden. Als da§ Kollegienhaus nach seiner Vollendung in Benutzung genommen wurde, zählte die Universität Gießen 394 Studierende, während heute deren Zahl über 1000 be­trägt. Das erste Kollegienhaus der Universität Gießen stand am Brandplatz auf der Stelle, wo heute der nüchterne, an Geschmacklosigkeit seines Gleichen suchende alte Bibliotheksbau sich befindet, der 1839 errichtet wurde und bis 1880 als Kollegienhaus diente. Professor Buchner berichtet über das 1837 niedergelegte älteste Kollegienhaus, dessen Grundstein 1607, wenige Wochen vor der feierlichen Eröffnung der Universität, gelegt wurde:

Es war der Stolz der Gießener Bevölkerung: nrag auch im Laufe der Zeit die Eürrichtuug des BmreS nicht mehr hürgereicht

Ausland.

Ajaccio, 26. April. Der König und die Köni­gin von England sind mit ihrer von zwei Kreuzern und zwei Torpedobooten eskortierten Jacht heute früh hier ange- tommen. Der König besichtigte heute nachmittag das Bona- partehaus.

Rom, 26.April. Das Institut Colonial Inter­national verhandelte heute zunächst über die Frage der Bewässerung und Wassergerechtsame. Nach längerer Debatte wurde auf Anregung des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg und anderer beschlossen, eine Sammlung der Wassergesetzgebung der wichtigsten Länder und eme Darstellung ihrer leitenden Grundsätze herauszugeben. Weiter wurde über die koloniale Bergwerksgesetz- gebung verhandelt. Die Debatte, an welcher sich Köbner- Derlin, v. d. Heydt-Berlin und Janssen-Brüstel beteiligten, betraf besonders die Rolle des Staats in der Minengesetz- gebung, sowie die Frage, inwieweit die Eingeborenen zum Äinenbetriebe zuzulasten sind. Die Mitglieder des In­stituts werden morgen vom König empfangen werden.

Wien, 26. April. Wie dieN. Fr. Pr." meldet, plant die österreichische Regierung die Erhöhung der Branntweinsteuer um 20 Prozent. Das Erträgnis dieser Steuer soll zur Reform der Landesfinanzen dienen.

Belgrad, 26. April. Die Anleihesrage scheint Mieder in eine neue Phase getreten zu sein. Da die Jung- radikalen drohten, mir allen Mitteln eine über den Bedarf zu Bewaffnungszwecken höher steigende Anleihe zu bekämpfen und da man augenscheinlich auf Schwierigkeiten bei den fran­zösischen Finanzkreisen stieß, ist die Negierung jetzt geneigt, nur etwa 30 bis 40 Millionen ausschließlich für Be- waffmmg zu kontrahieren. Sollte diese Summe unter gün* stiaen Bedingungen in D-e utschlan d beschafft werden können, fo^ wird auch die ganze Militär-Lieferung der deutschen Industrie überwiesen werden.

stärke hat sich also in 10 Jahren

gilt in Fachkreisen als sicher, daß daran vorzugsweise die ungeheure Steigerung des Bierkonsums in den letzten zwanzig Jabren schuld hat. Dieser ist nämlich seit Mitte der 80er Jahre bis 1901/02 von 40 auf 124 Liter, also um mehr

Marburg.

_ Die Zahl der Herzkranken im Heere nimmt beständig zu, woraus sich die Aufmerksamkeit der Militär­behörden schon seit langer Zeit mit Besorgnis gerichtet hat. Das gilt auch für die Marine. Wie der Sanitätsbericht der deutschen Marine für 1899/1901 (Berlin 1903) und 1901/02 (Berlin 1904) S. 27 ergibt, betrug die Zahl der Entlassungen

' " Mann der Kopfstärke:

als ein Drittel gestiegen.

__ Im Verlage der Holbuchhandlnng von Karl Siegitz- mnnd in Berlin 8W., Destauerstraße 13, erschien soeben: Stecherts Armee-Einteilung und Quartierliste des deutschen Reichsheeres und der kaiserlichen Marine. Nach dem Stande vom 1. April. Nach amtlichen Quellen bear­beitet und herauSgegeben von der Redaktion dcS Deutschen Soldatenhortes. 80 Pfg. Die Armeeliste enthält eine tabellarische und übersichtliche Zusammenstellung aller Truppen­teile der deutschen Armee mit namentlicher Angabe der Chefs (Inhaber), Kommandeure und Standorte, sowie kurze Uni» orm-Beschreibungen und Abbildungen der Regiments- Namenszüge, ferner die Personalien der Kriegsministerien und höheren Militärbehörden, die Generalstäbe, Inspektionen, Gouvernements und Kommandanturen, Erziehungs- und Bildungswesen, Verwaltungsbehörden :c. rc.

Deutscher schildert die Lage in Südrußland in den schwärzesten Farben. Die Selbstmorde nehmen in er- schreckender Weise zu. In Ismaila sind an einem Tage 5 Selbstmorde von Gestellungspflichtigen vorgekommen. Die Bewohner vieler kleiner Orte Besarabiens ziehen in Pro­zessionen zu dem Statthalter, um ihm Bittschriften für Ein­stellung de§ Krieges zu übermitteln.

Kußland in Sturm und Drang.

Petersburg, 26. April. (Petersburger Telegr.-Ag.) AuS offizieller Quelle wird folgendes mitgeteilt: Die Meldung einer Londoner Telegraphen-Ägentur, daß eine gewisse Leontieff, die mit anderen Anarchisten in Petersburg -arretiert wurde, einKomplott auf das Leben der K a iser in - 9)1 u 14er vorbereitet hätte, ent behrt jeglicher Be­gründung. Ebenfalls erdichtet ist die Nachricht, die Leontieff habe zu diesem Zwecke Schritte getan, um zum Hoffräulein ernannt zu werden. Die Leontieff verbrachte fast ihr ganzes Leben im Auslande, wo sie u. a. an der Lausanner Universität Medizin studierte, und konnte nicht auf eine derartige Aus­zeichnung rechnen; sie gehörte auch ihrer Herkunft nacy nicht deryöheren Gesellschaft von Petersburg an. Es besteht durch­aus kein Zusammenhang zwischen dem tragischen Fall des Selbstmordversuches zweier Damen der Ari­stokratie und dem Komplott der Anarchisten, welche Anfang März in Petersburg festgenommen wurden. Daher ist auch die Meldung, dieses Ereignis hätte in den Hoskreisen große Bestürzung hervorgerufen, ganz unbegründet. Der O f s i z i er des Preobrashenski-Garde-Regimentes, Leontieff, der sich das Leben nahm, ist tatsächlich ein Verwandter der Verhafteten, und zwar ihr Vetter, aber gerade die Tatsache des Selbstmordes des Offiziers, welcher die Schmach, einer Familie anzugehören, von der ein Mitglied der revolutionären Partei angehört, nicht ertragen konnte, beweist, wie stark die Loyalität gegenüber dem Thron unter den russischen Offizieren ist. Die Bemühungen, den tragischen Vorfall und das per­sönliche Drama zu einem politischen Ereignis aufzubauschen, beweisen nur, wie geschickt die Agitation in der russischen in­telligenten Gesellschaft geführt wird.

Petersburg, 26. April. DieBirshewija Wjedomost? oespricht heute Abend an leitender Stelle die in der Stadt umlaufenden Gerüchte, nach denen angeblich am 1. Mai, dem zweiten russischen Osterfeiertage, etwa 5000 Rowdies, sogenannte Hooligans, in Korps auf die einzelnen Stadtteile verteilt, die Straßen durchziehen und dhe gebildete Be­völkerung niedermachen wollen, die Bewegung, so besagen die Gerüchte weiter, sei nicht gegen die Regierung gerichtet und die eigentliche Arbeiterbevölkerung sei an ihr nicht beteiligt. Auch die Zeitung »Ruß" nimmt von den Gerüchten Notiz.

Petersburg, 26. April. Der Gehilfe des Dirigenten der Handelssektion im Finanzministerium und Verweser der Sektion für G et r ei d e h a n d e l, Staatsrat Kasperow, ist nach Veruntreuung von 1 300000 Rubel flüchtig geworden.

Odessa, 26. April. Infolge der Verbreitung der un­wahren Nachricht, die Regierung habe 10 000 Rubel zur Verteilung an die Hinterbliebenen der Reservisten gesandt, Zogen gestern ca. 10 000 Frauen vor das Gemeindehaus und verlangten die Aiiszahlimg des Geldes. Sie ließen sich nicht überzeugen, daß diese Meldung auf einen schlechten Witz zurückzuführen sei, schlugen Fenster und Türen ein und be­warfen die Polizisten mit Gegenständen aller Art. Es ge­lang erst, die Frauen auseinander zu bringen, nachdem der Bürgermeister als Vorsitzender der Gesellschaft zur Unter­stützung der Familien der einberufenen Reservisten eine größere Geldsumme verteilt hatte.

Lemberg, 26. April. Wie aus Warschau be­richtet wird, wurde der durch ein Attentat verwundete Polizei- meister Baron Nolcken seiner Stellung enthoben und die Leitung des Warschauer Posizeiwesens dem Polizeimeister von Wilna, Oberst Meyer, der ebenfalls ein Deutscher ist, übertragen.

Bukarest, 26. April. Ein auS Odessa eingetroffener

haben, fo war dieser doch ein Schmuck der Stadt, hinter dem sich turmartig die Sternwarte erhob, mit der reichen Sammlung rtronomijdjer Instrumente, die Landgraf Phrsipp von Butzbach 1643 der nNiversität vermacht hatte. Diese kostbare Sammlung, unschätzbar für die Geschickte der Wissenschaft, an deren Entstebm Kepler lebhaften Anteil genommen, wurde in den 40 er Jahren! des vorigen Jahrhunderts zerschlagen, und als altes Messing vertrödelt. Diese Tatsache mag als beschämender Beweis dienen, wie es um jene Zeit in unserer Hochschulstadt an rechten Männern fehlte, die einem solchen Vandalismus hatten steuern können.

Der Lehrkörper bestand vor 25 Jahren au§ 54 Dozenten, während heute deren Zahl 99 beträgt. Von den vor 25 Jahren im Amt gewesenen Professoren lehren heute noch: Geheimrat Prof. Dr. Onken, Geheimrat Prof. Dr. Heß, Geheimrat Prof. Dr. Naumann, Geheimrat Prof. Dr. Pasch, Ge­heimrat Prof. Dr. Eckhard. Die Geheimräte Laspeyres und Thae r wohnen noch in Gießen, befinden sich jedoch im Ruhestand.

** Zum Wechsel im Regimentskommando er< fahren wir folgendes: Oberst o. Graevenitz hatte schon vor reichlich 2 Monaten sein Abschiedsgesuch an Allerhöchster Stelle eingereicht; die Führung des Regiments hatte von be an der dienstälteste Stabsoffizier Major Hofmann, dann der neuernannte Oberstlk. v. Cont a. Bereits am 29 .März hat Herr v. Graevenitz mit seiner Familie Gießen verlassen und ist nach Dessau über gesiedelt, wo er nunmehr im Kleide des friedlichen Bürgers sein Leben sortzuführen und zu beschließen gedenkt, v. Graevenitz stand früher in Dessau, die Familie ist in der Nähe begütert. Am Tage vor der Mreise, am 28. März, wurde im Kasino ein Abschieds­essen gehalten, zu dem außer dem Offizierl'orps die Spitzen der Behörden, Reserveoffiziere des Regiments und Freunde des Scheidenden erschienen waren. v. Graevenitz wurde, am 2. September 1870, also am Tage nach der Schlacht von Sedan, Leutnant im J'nf.-Regt. Nr .93 und erwarb sich während des Feldzuges gegen Frankreich das eiserne ^ireuz. 1878 wurde er Oberleutnant und war als solcher vier Jahre beider Kriegsschule tu Potsdam. Nachdem er in da.s Anhaltische Jnf.-Negt. Nr. 93 zurückgekehrt war, wurde er 1886 Hauptmann, erhielt jedoch später ein um ein Jahr vordat'iertes Patent dieser Charge. 1894 wurde er Major« und war als solcher zunächst bei dem Grenadier-Regt. König Friedrich HI. (2. Schles.) Nr. 11 in Breslau kommandiert und sodann Komm, des 1. Bats. in diesem Regiment. 1897 wurde er Komm, des 1. Bats. in dem neugebildeten Jns.- Regt. Nr. 166 in Hanau, 1900 Oberstlt. im Stabe des Jnf.-Regts. Kaiser Friedrich König von Preußen (1. Württ.) M. 125 in Stuttgart. Am 27. Januar 1903 wurde er unter Beförderung zum Oberst zum Kommandeur des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 in Gießen er­nannt. Der neue Regiments!ommandeur Oberst v. Lin­de n a u wurde 1874 zum Leutnant beim Jnf.-Regt. Nr. 25 und 1884 Oberleutnant bei demselben Regiment. Als solcher war er zwei Jahre lang Adjutant der 39. Inf.-Brigade und wurde darauf beim Generalstab der Armee komman­diert. 1889 wurde er unter Beförderung zum Hauptmann in den Generalstab der Armee versetzt und war zunächst dem großen Generalstabe zugeteilt. Dann gehörte er noch dem Generalstabe des 7. Armeekorps in Münster und dem Generalstabe der 13. Division an. Nachdem er darauf zwei Jahre lang Kompagniechef im Füs.-Regt. König (Schleswig- Holsteinisches) Nr. 86 gewesen, wurde er in Sen General- stad der Armee zurückversetzt und dem Gen.'ralstab der 29. Division in Freiburg i. Br. zugeteilt. In dieser Stellung wurde er 1894 Major. Nachdem er drei Jahre dem General­stabe der 29. Division angehört hatte, war er noch zwei Jahre lang beim Generalstabe des 14. Armeekorps in Karls­ruhe tätig. Darauf wurde er Kommandeur des 1. Bats. im Jnf.-Regt. Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1. Magdeburg.) Nr. 27 in Halberstadt. 1901 wurde er Oberstlt. und mit Wahrnehmung der Geschäfte eines Abteilungschefs im großen Genera^lstab beauftragt. Nachdem er zum Chef der 1. Abteilung im großen Generalstab ernannt worden, erfolgte am 18. April 1903 ferne Beförderung zum Oberst.

Kanea, 26. April. (Reuter.) Die en^sche Flotte unter den Admiralen Domville und Grenfell kreuzt in der Nähe von Suda. Die KreuzerDiana",Juno" undLe- viathan" und die TorpedobooteAlbatroß",Desperate", Foam" undStar" segelten mit Ordre nach Marma- ritfa ab.

Paris, 26. April. Die Mission de§ Grafen Tatten- bach nach Fez wird in allen politischen Kreisen lebhaft kommentiert. Man glaubt hier zu wissen, daß Deutschland eit Anfang November 1904 an dem Handelsvertrag arbeitet, welcher jetzt in Fez zum Abschluß gelangen soll.

Ministerpräsident Nouvier, der japanische Gesandte Motono und andere politische Persönlichkeiten waren heute zum Diner beim deutschen Botschafter Fürsten Radolin. Zu Ehren des Königs von England gibt Präsident Sou bet im Elysee am Sonntag ein Diner.

Ein mysteriöser Todesfall.

Ein Telegramm desWiener k. k. Telegr. Korr.-Bur." au§ Konstantinopel meldet den Tod des zweitjüngsten Bruders des Sultans, des Prinzen Ahmed Kemal- e b i n, der seit Monaten krank gewesen sei.

Da es auch in der Türkei bei dem Tode eines Prinzen nicht üblich ist, daß die Nachncht von seinem Ableben erst nach der Beisetzung bekannt gegeben wird, so ist die Ver­mutung nicht von der Hand zu weisen, daß bei diesem Todesfall nicht mit rechten Dingen zugegangen ist.