Ausgabe 
27.4.1905 Erstes Blatt
 
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Telephonischer Kursbericht

. 101.65 I 3*J/n Mexikaner

4% Oesterr. Goldrente

4l/8% Oesterr. Silberrente . 101.10

4l/,°/0 äussere Argentiner

Tendenz: schwach.

. 90.55 . 101.40 . 90.40 . 100.40 . 99.00 . 101 90

4% 40/, 4% 30/ 1K

Ungar. Goldrente Italien. Rente . Portugieser I . Portugiesen. UI UniL Türken

. . 96.30 . . 138 00 . . 12 UO , . 209.70 , . 188.00

. 142.20 . . 156 60 . . 169 00 . .142 00 . . 16.60 . . 189.00 . . 270.00 . . 247.00 . . 215 00 . . 100.50

Chinesen Electric. Sohuokert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn , . Laurahütte . Bochum . . . Harpener . . .

Staatschatzscheine

. 100.00 . 105.95 . 67.40 . 67.70 . 88.70 . 136.00 . 51.50

00.00

W/o 8/o 3V,% 3 % 8Ve% 3l i.%

Reichsanleihe do.

Konsols , do. . .

Hessen .

Oberhessen

^toiün, Margueriten, 'Tvelweiß, Vergißmeinnicht, Eichen- blätter usw. Dom Reiz des zeichnerischen Entwurfs ist die über alles Lob erhabene Arbeit gerecht geworden. Die Genauigkeit der 'Ausführung gebt soweit, daß man die Stickerei eher für dao Werk des Silberschmieds als weidlicher Hände halten möchte. Glänzender und matter Laim, Ge- rinn ft, Bouillon, Schnur, spanische Kettchen, Flittern und Silberfäden aller 'Art sind zur Verwendung gekommen, und durch deren geschickte Anordnung wurden herrliche Schat­tierungen erzielt. Besonders kommen die teils in stark er­habener Arbeit ausgeführten, teils ganz frei vom Gruud- 'toff sich abhebenden Rosen und Kelche zu prunkvoller Wirkung. Die Schleppe wird zu einem weißen, silberge­stickten Tüllkleid über rosa 'Atlas getragen werden.

* U e b er einAutv mobilabenten er eines Berliner Universitntsvroseiiors wird ans W n r zbu r gemel­det: Der Geheime Mctuzinalrat Professor Dr. Albert Hoffa, Direktor der Univmitätspoliklinik für orthopädische Chirurgie zu Berlin, hatte sein Automobil in München als Frachtgut nach Ochsenfurt aufgegeben, von wo es als Eilgut nach Berlin weiter­spediert werden sollte. In Ochsenfurt fand nun ein Bahnbedienste­ter, daß im Behälter des Wagens sich noch etwa 15 Kilo Benzin befanden. Da die Verfrachtung von Benzin dem Darif für feuer­gefährliche Gegenstände unterliegt, so witterte er Gebührenhinter­ziehung, die mit bem zwölffachen Betrage der Fracht bestraft wird, wobei mich die Emballage in diesem Fälle also das sehr schwere Automobil selbst, mitzuberechnen ist. Der Stationsbeamte in Ochsenfurt veranlaßte daher die Anhaltung des Frachtstückes in Würzburg, da die Ware für Fracht und Strafe im vorliegen­den Falle insgesamt 21500 Mark zu hasten hat. Der Weitertransport wurde deshalb in Würzburg inhibiert. Professor Dr. Hoffa veranlaßte sofort die nötigen Schritte zur Befreiung seines Fahrzeuges, was auch nach kurzer Zeit bewirkt wurde, und zwar gegen Ausstellung eines Reverses, wonach der ^Eigen­tümer sich vervstichtete, für Fracht und Strafe den königlich baperischen Verkehrsanstalteu aufzukommen. Professor Dr. Hoffa erhebt den Einwand, daß das Gesamtgewicht des Automobils unmöglich als Emballage in Anrcckinnng gebracht werden dürfe, und höchstens der zwölffache Betrag für die Vorgefundenen fünf­zehn Kilo Benzin, von deren Vorhandensein er übrigens keine Kenntnis gehabt habe, angerechnet werden könne. Auf den Aus­gang dieses seltsamen Rechtsstreites ist man namentlich in den Kreisen der Automobilisten sehr gespannt. Früher ließen die Professoren den Regenschirmin Gedanken" stehen. Jetzt sind sie moderner geworden und vergessen das Benzin im Autonlobil.

* Eine hübsche Episode, die den deutschen Kron­prinzen als schlagfertigen Redner zeigt, wird im folgenden geschildert: Der Kronprinz hatte bei dem Sohne seines Feld­webels (der Kronprinz ist Chef der 2. Kompagnie des 1. Garde- Regiments z. F.i die Vatenstelle übernommen und dem Täufling ein nicht unbedeutendes Geldgeschenk gemacht. Bei dem der Zeremonie folgenden Mahle brachte her Kronprinz ein Hochau den Täufling aus imd meinte dabei:Möge beim auch dies Kind dazu beitragen, und durch den ehrlichen, geraden Sinn seines Vaters ist es dazu berufen, daß Deutschland auch ferner ruhmreich und mächtig in der Welt dastebt!" In diesem Moment begann das Kind zu schrein. Der Kronprinz eilte an sein Bettchen und sagte:Du hast acceptiert, mein Kind, Gott sei mit dir zu deinem und deines Vaterlandes Segen."

"Kleine Tageschronik. In Oppeln erschoß bei einem Streit einer Zigennerbande ein Zigeuner seinen Gegner, den Vater von 5 Kindern, mit einer Doppelsiinte und entfloh. Sechs andere Zigeuner wurden verhaftet.

Schisssnachrichterr.

Red Star Linie

Vertreter Carl Retter, Gießen, Bleichstraste 8. '

Der PostdamvstrKroonland" der Red Star Linie in tönt* werpen, ist laut Telegramm am 24. April wohlbehalten io Newport angekommen.

Arbeiterbewegung.

Stockholm, 26. April. Nachdem die Sozialisten wegen der im Reichstage eingebrachten Streikvorlaqe den Generalaus­stand angedroht, haben die Metallarbeiter in Malmö gestern die Arbeit niedergelegt. Stockholm, HelstngforS und andere Städte bereiten sich vor, zu folgen. (Frkß Ztq.l

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Vo'nnsstchtttihe Witterung in Hessen für Freitag, den 98. ]905: Vorübergehend aufheiternd, dann wieder Trübung

und stellenweise Gewitterregen, warmer.

Näheres ixxxb b** Apener Wetterkarte.

Ilniversttäis-NaAriLlen.

D i e katholischen Studenten Norddeutschlands rüsten sich zur V e r t e i d i g u n q. Der PhilisterzirkelKleeblatt" und die akademischen VereineGothia" undRbeno-Guestphalia" laden alle Angehörigen des Verbandes nichllarbentragender katholischer Studentenvereine aus Norddeutfchland zu einer Be- svrechung in Hannover ein. In bem Aufruf beißt es u. a.: Nachdem die von der s o g e n a n n t e n liberalen Studen­tenschaft in Szene gesetzte Hetze gegen die katholischen Korporationen gescheitert ist und die Bewltlgung der letzteren auf gesetzlicher Grundlage stch als undurchführbar erwiesen hat sticht man dies Ziel jetzt auf Umwegen, durch Bopkottieruna der' katholischen Vereine und ihrer Mitglieder zu erreichen. Gegen solche Anfeindungen Front zu machen und den eigenen Standpunkt zu verteidigen ist Pflicht eines jeden Verbandsmitgliedes."

Göttingen, 26. Avril. Fünfzehn deutsche Hoch­schulen haben der vom Senat der hiesigen Universität an den Kultusminister gerichteten Eingabe z u g e st , m m t.

werden bei dem Konzert noch mitwirken Frl. Toni Stein - mann, Konzertsängerin in Mainz und Hr. P. Knauth, Hochschullehrer des Konservatoriums zu Dresden.

** Lotteriegemeinschaft. Nach derFrks. Ztg." /oll bereits in den letzten Tagen der Vertragsabschluß in der Hessisch-Preußischen Lotteriegemeinschaft vollzogen worden sein.

** Das Gr oßher z o glich e P aa r ist heute vor­mittag, wie uns drahtlich aus Darmftadt gemeldet wird, um Uhr in Begleitung von Prinz-essin Dorothea von Solms- Li ch , Prinzessin Luise und PrinzGeorg von Battenberg per Automobil nach Lich gefahren. Die hohen .Herrschaften kehren im Laufe des morgigen Tages wieder nach Darmstadt zurück. Prinz Ludwig von Battenberg ist ebenfalls heute per Bahn nach Lich gereist.

** Die Aburteilung Huddes. Das nächste Schwur­gericht, in welchem voraussichtlich der Fall Hudde zur Ver­handlung kommen wird, wird neuem Vernehmen nach noch in der letzten Woche de? Mai stattsinden. Zum Verteidiger HuddeS ist von Amtsweaen Rechtsanwalt Dr. Jung er­nannt worden.

Grkqinar-Dratjlmesdunqm.

Berlin, 26. April. In einem Hause in der Frieden- 'traße wurde ein neuer Fall v on Genickstarre bei einem 11jährigen Knaben namens Schirmer festgestellt. Den Morgenblättern zufolge legt Paul Lindau am Schluffe dieser Spielzeit auß Gesundheitsrücksichten die Direktion des deutschen Theaters nieder, da er, wie er in einer Zuschrift sagt, sich nicht mehr kräftig genug fühle, eine günstigere Gestaltung der Verhältniffe herbeizuführen, es aber auf die Möglichkeit der Kalamität eines Zusammenbruchs mitten in der nächsten Spielzeit nicht ankommen laffen durfte. Dem Gouverneur von Südwestafrika, Oberst Leut wein, ist der Charakter als Generalmajor unter Belaffune ä, la suite der Schutztruppe von Südwestafrika ver. liehen worden. Gestern abend sprang aus dem zweiten Stockwerk eines Hauses ein Mann auf die Straße hinab, rot er mit zerschlagenem Kopfe uud gebrochenen Glied» maßen liegen blieb. Es war der 40jährige Leutnant a. D. v. Kracht, der in einem Anfalle von epileptischen Krämpfen den Arzt und seine Wirtin mit dem Säbel angriff und dann aus dem Fenster sprang.

Kassel, 27. April. Der Husar Rhode vom hiesigen Husaren-Regiment ist unter Genickstarre verdächtigen Er­scheinungen während des Osterurlaubs in Ober-Kaufungen plötzlich gestorben. Es wurden deshalb alle Urlauber der Kasseler Regimenter telegraphisch zurückberufen, um im Militär- Lazarett beobachtet zu werden.

Düsseldorf, 27. April. Infolge Kenterns eines Bootes auf dem Rhein bei Rees durch Wellenschlag eines vorüber­fahrenden Dampfers ertrank der Zahlmeister Gabe aus Wesel. Eine zweite Person konnte gerettet werden.

London, 27. April. Wie derDaily Mail* aus Hongkong telegraphiert wird, wurde das Kabel nachHainarr zerschnitten. Man glaubt, daß russische Agenten die Täter sind.

Rom, 27. April. Die hier kolportierte Behauptung^ Frankreich habe den Hafen von Tripolis auf 99 Jahre gepachtet, macht böses Blut. Man hofft indes, daß sich die Nachricht nicht bestätigen wird. Einige Abgeordnet« werden in der Kammer hierüber interpellieren.

Rom, 26. April. DiePatria" schreibt: Dank der ruhigen Beurteilung der Dinge seitens Frankreichs sei die marokkanische Frage in eine friedliche Phase ein­getreten. Es würde kindisch sein, die hervorragenden Jnter- effen Frankreichs in Marokko zu leugnen, aber De le ass 6 habe sicher einen politischen Fehler begangen, indem er vergaß, daß andere Mächte außer England und Spanien Interessen in Marokko haben. Man habe der Fahrt des deutschen Kaisers nach Tanger eine tendenziöse Bedeutung geben wollen, während Deutschland nichts als die offene Tür in Marokko verlange und feiner Industrie ein gutes Aktions­feld sichern wolle und gleichzeitig herzliche Bestrebungen zu Frankreich anstrebe. Auch Italien und Belgien, die wichtige Jntereffen in Marokko haben, sollen Sorge dafür tragen, in wirtschaftlicher Beziehung ihre Zukunft besser zu wahren, ohne die hervorragenden Rechte Frankreichs, zu verkennen.

Bern, 27. April. Auf dem obersten Teil der P i l a t u s * Bahn waren einige Arbeiter mit der Instandsetzung der Linie beschäftigt, als sie von einer kleinen Lawine überrascht wurden, welche einen jungen Mann namens Achermann über berghohe Felswände hinabstieß. Er wurde als völlig ver* stammelte Leiche aufgefunden.

Zürich, 26. April. Heute begann der Durchstich der letzten hundert Meter des großen Jungfrauentunnels.

Singapore, 26. April. Das 3. baltische Geschwader unter dem Admiral Nebogatow ist in Penang, an der Westküste der Halbinsel Malacca, eingetroffen.

Gerichtssaal.

Elberfeld', 26. Avril. Der Fabrikarbeiter Julius Frauenzimmer ans Wald, der im Dezember 1876 wegen Ermordung ferner elf Monate alten Tochter vom Schwur­gericht zum Tode verurteilt, dann aber zu lebenslänglicher Zucht­hausstrafe begnadigt roofa'-m war, ist am ersten Oster feiert age, also nach'29 fahren, vollständig begnadigt worden. Frauen­zimmer ist fetzt 61 Jahre alt.

Thorn, 26. Avril. Eine aufregendeSzene spielte sich heute vor dem Schöffengericht ab. Ms gegen den Anstreicher Dorin eine sechsmonatige Gefangnisüwafe wegen Beleidigung des Poli­zeisergeanten Dehmlow und Widerstands gegen die Staatsgewalt verhandelt wurde, ergriff Dorin das drei Pfund schwere Sand- faß vom Tisch des Gerichtsschreibers,. warf es auf Dehmlow, packte diesen und würgte ihn. Zwei hn Zuschauer- raum anwesende Gendarmen machten den Wüterich dingfest.

Von dem Militärgericht in Lands Hut (Bayern') wurde der Leutnant Graf Preysing II. des 2. schweren Reiterregiments wegen Mißhandlung eines Rekruten zu 18 Tagen Stubenarrest verurteilt. Preysing habe den Rekruten auf der Reitschule wegen Unaufmerksamkeit mit der Reitpeitsche derart ge­schlagen, daß der Mann sich zum Arzt meföeit mußte. Dadurch sei der Fall aufgedeckt worden.

Wien, 26. Avril. Unter großem Andrange des Publikums begann beiUe vor dem Schwurgericht der Prozeß gegen das des Raubmordes angeklagte Ehepaar Heinrich und Fran­ziska Klein. Auf die Frage des Präsidenten an die Fran­ziska Klein, ob sie sich schuldig bekenne, erwidert diese leise und zögernd: Nein. Der Präsident konstatiert alsdann, daß die Angeklagte im Fahre 1904 wegen Diebstahls und Betruges bestraft wurde. Es toirrbe ferner festgestellt, daß sie immer gesund und nur in der letzten Zeit schwerhörig war. Ihre Angehörigen wollten ihren Angaben so wenig Glauben schenken, daß sie ihr nicht einmal ihre Verheiratung glauben wollten. Vom Jahre 1897 bis zum Fahre 1902 war die Angeklagte Novize in einem ungarischen Kloster, von wo sie entflohen ist. Später war sie in verschiedenen Häusern Erzieherin. Die Konfrontation des Ehe­paares, das sich seit der Verhaftung in Paris nicht gesehen hat, war das interessantere Moment. Franziska Klein gibt zu, daß sie den Mord angestifter habe, bleibt jedoch dabei, daß Hein­rich Klein der Mörder ist, wahrend dieser erllärt, daß sie den Mord verübt habe. Er bezeichnet ihre Angaben als Lüge. Hein­rich Klein macht allgemein einen ungünstigen Eindruck.

Aahnprojckte zur Erschließung des Woflelsberqes.

Gießen, 27. April.

Tie Stadtverordneten werden morgen zu den Bahn- Hrojekten des Vogelsbergs Stellung nehmen. Es ist des­halb angebracht, hier nochmals auf die seitherigen Bestreb­ungen hinzuweisen.

Seit vielen Fahren wird von einem Eisenbahnkomitee ,n Ulrichstein, dessen rühriger Vorsitzender der kürzlich ver­storbene prakt. Arzt Schmid^ in Ulrichstein war, für die Erbauung einer Eisenbahn von Mücke nach Ulrich- stein mit Fortsetzung nach Rixfeld an der Linie Lauter­bach-Grebenhain agitiert. Es sind verschiedene Eingaben zur Verwirklichung des Projekts an die Großh. Regierung und den Landtag gerichtet worden, ohne daß jedoch bis jetzt ein greifbares Resultat erzielt worden wäre. Die Verwirklichung des Projektes scheiterte immer an dem Mangel einer genügenden finanziellen Unterstützung durch die beteiligten Gemeinden und das Privatkapital. Die inter­essierten Gemeinden sind wenig leistungsfähig und können deshalb keine großen Opfer für den an sich sehr wünschens­werten Bahnbau bringen, und der Staat lehnt es ab, die Linie auf.Staatskosten zu bauen.

Zu diesem Projekt M''cke-Ulrichstein-Rixfeld kam vor einigen Fahren das Projekt Ehringshausen-Groß-Felda- Ulrichstein, das hauptsächlich in.Groß-Felda Anhänger besitzt. Groß-Felda ist der am meisten aufstrebende Ort des nördlichen Vogelsberges, und es ist zu erwarten, daß die Erbauung euTer Bahn an Groß-Felda vorbei dort neue gewerbliche Unternehm* ungen ins Leben rufen und vorhandene erweitern wird. Diesem Projekte stellen sich jedoch bei der Einmündung der Bahn in die Linie Gießen-Fnlda große Schwierigkeiten entgegen, da der jetzige Bahnhof in Ehringshausen sehr hoch liegt und die Zufuhr von Massenartikeln nahezu uinnöglich wird. Die Einmündung der von Ulrichstein her vrojektierten Bahn in Ehringshausen würde daher den Massengüterverkehr von Ehringshausen nur in ge­ringem Maße an sich gezogen haben. Es wurde deshalb vorg^chla- gen, die projektierte. Linie tiefer zu legen und sie erst bei Burg­und Nieder-Gemünden, oder gar bei Mücke in _ die oberhessische Bahn einlaufen zu lassen. In neuerer Zeit wird nt der Hauptsache nur noch 'für eine Stichbahn von Ehringshausen nach Groß-Felda agitiert, und auch die Hess. Regierung steht diesem Projekte sympathisch gegenüber. t

Zu diesen Projekten ist als drittes noch der Plan einer Bahn von Alsfeld über Ulrichstein nach Schotten, gekommen. Das sehr rührige Eisenbahnkomitee in Msfeld projektiert eine Bahn von Alsfeld über Liederbach, Strebendorf, Ober-Breiden- bach, Storndorf, Windhausen, Kestrich, Groß-Felda, Köddingen, Helpershain, Rebgeshain nach Ulrichstein, und diese Linie soll eventuell nach Schotten fortgesetzt werden, um eine duckte Ver­bindung Alsfeld-Frankfurt a. M. unter Umgebung von Gießen erhalten. Die Vorarbeiten für diese Strecke sind von.dem Komitee eingeleitet, und es scheint, daß auch die beteiligten Gemeinden bereit sind, die erforderlichen Aufwendungen aus sich zu nehmen. , . z ä ...

Alle diese Projekte verfolgen den Zweck, den nörd­lichen Teil des Vogelsberges durch eine Bahn wirtschaftlich zu erschließen und gehen sämtlich soweit sie nicht eine Stichbahn erstreben über Ulrichstein. Die hessische Re­gierung hat bisher noch keine Entscheidung zu gunsten des einen oder anderen Projekts getroffen, da die einzelnen vorgeschlagenen Linien weder in wirtschaftlicher noch in technischer Hinsicht ein abschließendes Urteil gestatten. Für Gießen ist es von besonderem Interesse, daß die Befür­worter der beiden ersten Projekte immer behaupten, ihr Verkehr gravitiere nicht nach Msfeld, jondern in erster Linie nach Gießen, wo sich das Landgericht, eine Garmson, Kliniken, Unterrichtsanstalten usw. befänden und wichtige Märkte abgehalten wurden. Die Erbauung einer Bahn über Alsfeld würde sie zu einem großen Umwege nötigen, zumal die projektierte Linie große Windungen vorsieht, und es wurde sich häufig, wie seither, lohnen, bett Weg nach Mucke zu Fuß zurückzulegen und erst von dort die Bahn zu be­nutzen. Für den Güterverkehr sei der Umweg über Alsfeld aber vielfach ganz unmöglich oder viel zu kostspielig, sodaß der erhoffte Vorteil stark reduziert wurde Zweifellos hat die Gießener Geschäftswelt ein wichtiges Interesse daran, daß sie ihr Hinterland auf dem beguemsten Wege erreichen kann, und dieser führt unbedingt über Mucke. Mucke ist der natürliche Eingang zum Vogelsberg und schon jetzt Knotenpunkt mehrerer Eisenbahnlinien Fm Interesse der Stadt Gießen ist es gelegen, daß die Stadtverordneten Ri-siiekte Mücke-Ulrichstein fordernd zur Seite treten Ueber die Fortsetzung der Bahn über Ulrichstein um-tk Won sich später schlüssig werden können, wenn die "erste wichtigste Strecke bt3 Ulrichstein fertiggestellt und in Betrieb genommen ist.___________________

vermischtes«

«Die Courschlepve der Kronprinzessin. Die Äi ,ÄT,«S « "T"St

e.1 tsAA. s r?" Berliner Kimstgewerbe-Museum nnSatiMlt lie fen P?of. Döpler b. I. entworfene Zeich- ausgestellt, -re von gehalten und ruft, trotz

««afüftruna schwere Silberstickerer au' durch die Zierlichkeit des Musters doch hellrosa Snwmet - bind) ote o r Die vier

vor allem den Eindrua ieicyicr

Tanne 'n flepne wird von einer schon Msiierien «orrc W-MWW- andere Blumen emporstrcben. Hier st d,e gliche .»an« gÄÄ«- bestickt: Nelken.

Achtung! Vorsicht!

beim Einkauf Von

w Werner CaMwogaf,

M j^^enn Viele Nachahmungen Werden untergeschoben.

Frankfurt a. M.. 27. April, 21/. Phr mittasrs.

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Türkenlose.....

4% Grieoh. Monopol.-Anl.

aber nur in Atcrschen, roo MaknLe anshängen.