Ausgabe 
18.12.1905 Erstes Blatt
 
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Eine Sympathiekundgebung für England.

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3 ühr statt.

Wlillnüsse Krachmai,

Heut unsere liebe

unterstützen.

Neuerdings hat eine G ci r u n § i m Leibgarderegi­ment begonnen, weil den Soldaten das Lesen von Zeit­ungen verboten wurde. Taraufhiii weigerte sich am Don­nerstag die 4. Kompagnie, fernerhin Wachdienst zu leisten. Die 9. und 10. Kompagnie schlossen sich an- Daraufhin Ivur-1 den den Soldaten die Patronen abgenommen und ihnen nur die Gewehre gelassen. Auch unter der Artillerie macht sich bedenkliche Garung bemerkbar.

Tie Gärung unter der Moskauer Garnisou führte infolge schlechter und unzureichender Kost und mehreren Perhastungen zu offener Meuterer des Rostow- eschen Grenadierregiments Die Grenadiere befreiten gewalt­sam die Verhafteten, versahen sie mit Waffen und Munition und stellten sich vor der Kaserne mit Maschinengewehren auf. Der Negimeutskommaodanr nahm feinen Abschied. Das Kommando übernahm ein von der Mannschaft gewähltes Komitee, das aus 20 Personen bestand. Das Astrachansche Regiment schloß sich den Meuterern an. Die Kosaken lehnten es ab, die Revolte mit Waffengewalt zu unterdrücken.

Briten Kammer auch bei tm8 im öffentlichen Interesse für durchaus geboten zu halten. Der kommende Landtag wird sich wiederum mit der Gemeindesteuervorlage zu be- schäftigen haben und die Mitwirkung der Bürgermeister der größten Städte des Landes an den Beratungen der Ersten Kammer hierüber kann dem Zustandekommen des Reform- werke? nur förderlich sein. Man darf wohl annehmen, daß der Berufung des Bürgermeisters der Residenzstadt der Ober­häupter der anderen hervorragenderen Städte baldigst folgen rnird. _____ _ __

Landtages wählte zum Präsidenten den bisherigen Präsi­denten, Abg. Gönner-Baden-Baden, zum ersten Vizepräsi­denten den Abg. Lauck (Ztr.), zum zweiten Vizepräsi­denten den Abg. Geck (Sozialdemokraf).

Ans der übergroße Fülle von Schreckensnachrichten au8 den baltischen Provinzen können wir heute nur wenige her-

Schnittbohnel Brechbohnen Junge Erbse, la. franz.Erbs Wachsbohnen Perlbohnen

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Ans Hladt und

Gießen, 18. Dezember 1905.

Betrügereien. Vor einigen Tagen ließ sich eine etwa 22 jährige gutgeklcidete Frauensperson mit hellblonden, Haar in einem hiesigen Geschäft vier Spitzenkragen zur Auswahl mit in ihre angebliche Wohnung geben. Als die Kragen nicht wieder zurück gebracht ivnrbcn, ergaben die ctn^egcqrncn Erkundigungen, dre Wngebe* ber Person falsch waren. Vor der Belrügerm sei hiermit gewornt.

" Unfall. In der Vahnbaiktraze ftürgfv aeftern mcklag ein Pferd eines Omnibus. Rach geraumer Zeit brachte man es wieder hoch und konnte konstatieren, daß das Tier dabei Schaden mcht genommen hatte.

rechterhalten. . Lj

[] Marburg, 17. Dezember. Ein Eisendav Unfall ereignete sich gestern abend bei dem von fiter mN Richtung nach LaaSphe fahrenden Zuge dadurch, daß b» , Biedenkopf bei Station Ludwigshütte die Maschine e I q(cifte. Verletzt wurde Niemand, doch entstand eine er^ l.che Verspätung'dadurch, daß von Marburg eine herbe,geholt und der Verkehr durch Umstetgen ernwfl* werden mußte. _ =

Darmstadt, 16. Dez. Sc. Kgl. Hoh. der oc Herzog begaben sich gestern vormittag, einer Entladung Frhrn. v. Heyl zu Herrnsheim folgend, zur Iaq° Gunters hausen und kehrte abends wieder hteryerz' rück. (Darmst. Zig ) _____J

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Obwohl der Telegrapl^en- und Telephonverlehr fast voll­ständig hergcstellt ist, wurde dennoch in der Nacht das ge- samte neu gewühlte Bureau des Verbandes und des Dcle- aiertenkongresses der Telegraphen- und Postbeamten ver­haftet, ebenso ein 2r. Stolkind, in dessen Wohnung sich die Beamten bisher versammelten..

Einem Berliner Blatte wurdevon gut unterrichteter Seite" folgendes Telegramm zur Verfügung gestellt:Die Revolution hat in ganz Kurland und Livland dieloerrschaftansich gerissen. Auch angrenzende Kreise des Gouvernements K o w n o sind in Hellem A u f r u hr Bewaffnete Banden brennen alles nie w Milan und Riga stehen in Flammen. Libau ist ernlutz gefährdet. Das Leben aller Deutschen, dos Ade-S, der g«- samtetl Bürgerschaft, drr zahlreichen Reic^sangehör,gen ist 'in höchster Gefahr. Don Kreuz bürg an der >DL na bis Kown o steht alle inFlam m e n Baron Kvrff und H rr von Rosenbach, bte deck Zug aus .ureut.'urg nach Koluno benutzen wollten, wurde., von den Anfstän- Autständischen als Geiseln zurückbehalten."

Die R voiution in Aukland.

Tas Ministerium Witte mit seinen Reformver- isuchen geht seinem Ende entgegen. Obgleich Witte noch am Mittwoch beim Zaren diniert hat, scheint sich dieser schon nack) einem Ersatzrnanne umzusehen. Es verlautet, -daß dieser Mann Gutschkow, das bekannte Moskauer Semstwv-Mitglied, der Bruder des neuen Stadthauptmanns von Moskau, sein wird. Gutschkow ist ohne Wissen Wittes in Zarskoje Selo gewesen, wo er beim Zaren eine Audienz hatte, die zwei Stunden dauerte. In Zarskofe Selo ist

Zum Zwecke einer S b m p a t h i e k u n d g e b u n g für ein .freundschaftliches Einvernehmen mit Enalind hotten .die Aelle st en der Kw n f m a n n s ck> o s t eine Vermmmluna veranstaltet, an der 2000 Personen tcilnahmcn, darunter mcher Vertretern von Handel und Industrie, Vertreter d-r städtischen Behörden der Universität und Hochschulen, und Parlamentarier.

Stadtältester Kämpf eröffnete die Venammlnng. ^Er be­tonte, daß entgegen der in den letzten Jahren zwischen TeuM- land und England platzgegristcnen Entfremlrmg .sich neuerdings eine ruhigere Auffassung geltend mache, die in der Emficht wurzele, daß die beiden großen Nationen keine entgegengesetzten, ffvndern gemeinsame Interessen haben. Redner schloß unter Nur mischem Beifall mit dem Wunsche, daß der Zweck der Ver­sammlung erreicht werden möge. Sodann wies der Direktor der Tiskontogesellschaft, Salomonsohn, auf d,e guten Be­ziehungen zwischen der englischen und der deutschen Bcmkweu hin. Ter Rektor d e r T e ch n i s ch en H o ch s ch u le m Char lottenburg Pros. Flamm sprach über dieTeclnnschen Beziehunaeu zwischen England und Teutsthland" und betonte, daß em Krieg j nutzlos und beide Nationen nur Vorteil hätten, wenn sie sm, die Errungenschaften von Technik, Kunst und Wissenschaft dienstbar zu machen suckstcn. Ebcnw betonte Prinz Heinrich z u Schönaich-Carvlath, daß nur der dauernde ü-nede beiden Nationen zum Segen gereichen und Kultur und Zivilisation fördern konnte. Nackchem noch mehrere Redner in ähnlichem Sinne gesprochen hatten, nahm die Versammlung einstimmig eme Resolution an, in der es heißt: Tie Versammlung begrüßt mit Freuden alle Bestrebungen, die auf die Herstellung und Aul­rechterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zwisckten der eng­lischen und deutschen Nation gerichtet sind, und spricht die Ueber- zrugnng aus, daß ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Deutschland und England dazu berufen ist, nicht nur die ,mter- effen beider Nationen, sondern auch die geistige und wirftchast- Kchc Entwickelung der Wett aus das wirff-niste ;u fördern.

-Hasendiebstahle. In letzter Zeit wurden rntEt« ach Stallbasen au§ HauSgärten entwendet. Das ist je^ all§ auch ein Zeichen der hoben Fleischpreise.

e ReichStagSabg. Dr. Wallau ist soweit ÜPr einer Erkrankung wiederhergestellt, daß er sich zu Verwandten nach Bremen zur Erholung begeben konnte. Auf der Durch., reise dortbin besuchte er am SamStag mehrere hiesige Freunde- die ibn zwar angegriffen, aber sonst völlig wohl auSsehen«! sanden.

" Kun ft verein. Bei der vorgestern nachmittag in Darmstadt abgehaltenen Verlosung des Kunstvereins daS Großherzogtiim Hessen sind von den 70 Gewinnen bi folgenden aus in Gießen wohnende, bezw. dem Gießene Verein angehörende Mitglieder gefallen: 1 Oelgemälde urt Aquarelle .Fasanen«, von Deuchert, München, Gewinner Tr. A. Mettenheimer. .Astern«, von Beyer-Becker, Tarn,, ftobt, Gew.: Komnierzienrat Schirmer 2 Farbendruck^ Radierungen, Lithographien.Landschaft« von E, boubatl Gew.: öoflieferont I. Kirch. -Im Park« von M. Roob Gew.: Alfred Deicker.Vieux servitenrs* von E. va: Muyden, Gew.: Frau Geh. Medizinalrat Riegel Ww. ,Al> gebrannte Mühle« von 2. Kayser. Gew.: Geb. Junizry Baist. .Sternennacht« von Wieland, Gew.: Buchbän^ Oswin Schneider. .Herbst« von P. Hey, Gew.: Malen- E. Dingeldein.Frühlingstag« von A. Böcklin, Gen,: Architekt H. Meyer.Out ot the everywher» mto her?« von K. Teaeock, Gew.: BergwcriSdireltor PaSkoe. .Walk, moor« von W. Leistikow, Gew.: Rentner H. Emmeli«;. ,B»a,ltzug« von 2. Richter, Gew.: Kunsthändler Ä. Sartor. c, Berlin.Schillerbildnis« von Smianowicz, Gew,: Malere E Daliber-Marburg. ES fielen insgesamt nach Danius 43, Osteßcn 13, Mainz 5, Offenbach 8 und Worms 3 minne. Ten 1. Gewinn, Gemälde von Lange-Ttdeka^. Berlin .Buchivald am heiligen Tamm« erhielt S. K. H.

Attentat auf Loubet?

Paris, 17. Dezember. Gerüchte von einem Attentat qegen den Präsidenten 2oubet gingen gestern abend durch die Stadt. Tatsache ist, daß auf der Eisenbahnstrecke von Merly, welche der Präsident von einem IagdauSfluge kommend passierte, eine 500 Gramm schwere und 12 Zenti­meter lange Büchse in einem Abteil 2. Klaffe gesunden wurde. Die Büchse war mit einer abgebrannten Zündschnur versehen und wurde den Behörden zur Untersuchung übergeben. Aus der Präfektur erklärte man, keine Informationen zu besitzen.

die Stimmung recht gedrückt. Das Fest der Georgsrittei verlief in sehr gedrückter Stimmung. Ter Zar sprach mit seinen Gästen über alles, nur wurde mit keinem Wort !die gegenwärtige Lage oder die Militärrevolte beriihrt. . Ter Zar empfing ferner am 14. Dezember eine Ab- lordnung des Verbandes russischer Leute, des IVerbandes der Großgrundbesitzer und Monarchisten, !des Kirchenbannerträgervereins und des Der - '.eins des freiwill. Schutzes, sowie einige Dauern, t>ic | 'Adressen überreichten und betonten, daß die Selbstherrschaft ibedroht sei. Außerdem bezeichnet, die Adresse der G-roß- igrundbesiher die erbarmungslose Bestrafung der Unruhe­stifter als unerläßlich. Ter Zar hielt an die Mordnungen eine Ansprache, in der er folgendes erklärte: Er be­zweifle nicht, ergebene Sölme Rußlands vor sich zu sehen, die den von ihm vorgezeichneten Weg gehen werden. Das Manifest vom 30. Oktober sei volle Aufrichtigkeit, der Aus­druck seines unbeugsamen Willens und ein keiner Abänder­ung unterliegender Mt. Zur fdpieHercn Verwirklichung der Reformen sei die Einbürgerung der Ruhe und Ordnung 'durch Gerechtigkeit, Strenge und Festigkeit erforderlich. Da- bei müßten alle Bürger die Obrigkeit und den Kaiser

Veutjches

Berlin, 17. Dez. OberlandeSgerichtSpräsident Dr.

Gro he.zog.

V o m Eisenbahn-Unglück bei Hrlbe.i. bergen. Am Freitag Abend um 11 Uhr fuhren, mit ;e. reit§ mitgeteilt, zwi'chen Heldenbergen und Eichen ytt. Güterzüge von Gießen nach Hanau in einer schaiv Kurve derart gegeneinander, daß von dem Gießenn ju Ntaschine, Tender und drei Wagen und von dem Hanaq Zug Maschine Tender und Vackwagen entgleisten. Maschinen, sowie die entgleisten Wagen sind stark des Von dem Ziigpersonal wurde dem Hilfsbremser Zin? Sachsenbauseu die linke Hand im Gelenk zerschmettert, dem übrigen Personal erlitten einige ungefährliche Quetsch und Hautabschü'ck 'ngen. Aerzlli l'C Hilfe wurde von ' vergcn erb . igel ol TerRettun S g uit Arzt und höheren oa^nbeamten aus Frankfurt traf unlb nach dem Unglück;i öcr Sielte ein, doch waren die Verletzten bereite ortimkn und konnten die Heimreise antreten. Der Unfall fol w6 öcr Franks. Ztg. dadurch entstanden fein, daß der Gießen in Heldenbergen durchgelassen wurde, wähiM a öort hätte halten sollen, bis der Hanauer Zug die 6mroc Heldenbergen passiert hatte. Da die Strecke einglkA >t war der Zusammenstoß unvermeidlich. Ein glücklicher Zr-i war c8, daß der Hanauer Ziig nur die sehr geringe «W- ung von 7 Wagen hatte; der Gießener Zug war start lastet und wurde von zwei Maschinen gefahren. Von aus hat die Strecke starkes Gefälle, waS stark auf den->> prall einwirkte. Von beiden Vraschinenpersonalen wurir * Gefahr erkannt, infolge der scharfen Kurve leider nur i kurzer Distanz. Dem Umstand, daß das Personal feint e? Kraft einsetzte, ist eS zu danken, daß der Zusanimemlss» hältnismäßig glücklich ablief. Hätte er sich etwas der Kurve ereignet, so wären die Züge mit voller öW schwindigkeit aufeinandergeprallt. Die Strecke war murr Stunden gespcrtt; der Verkehr wurde durch Umfteigcn ar-

üon Spahn ist telegraphisch aite Kiel zum Reichs­kanzler berufen worden.

Dresden, 17. Dez. Bei Straßenunruhen in der Nacht zum Sonntag wurden von der Polizei 20 Verhaf- tun gen vorgenommen. Außerdem wurde eine Anzahl Per­sonen zur Feststellung ihrer Namen sistiert, dann aber wieder ireigelassen. 18 Verwundete wurden nach dem Kranken­hause gebracht, 14 davon wurden nach Anlegung eines Ver­bandes entlasten, 4 mußten im Kronkenhause verbleiben. Es wurden aus der Menge 3 Schüsse abgegeben. Ein be­rittener Gendarm wurde an der Backe getroffen.

Leipzig, 17. Tez. Unter dem Vorsitz des ProftstorS Hasse fand heute ein außerordentlicher Verbandslag des Alldeutschen Verbandes statt. Von bekannteren Persön- lichkeiten nahmen an der Tagung teil: Exzellenz General­leutnant v. Liebert-Berlm, Senator Dr. Neumann-Lübeck, Ehesredaktenr Dr. ReiSmann-Grone-Esten, Profcstor Dr. Sa- inassa-Berlin, Rechtsanwalt Dr. Elaß-Mainz, Prof. Viereck- Braunschweig, Profestor Winter-Hamburg. Die Versammlung I ncccptierte folgende Resolution:

Der VerbandStaq spriclst dis Ailsicht aus, daß das von der Regierung G e' o r d e r t e für die Wahrung unfern ftettg ivachf-mbcn Seeinteresscn und angesichts der ernsten Weltlage noch nicht genüg t. Er erwartet, daß der Reichstag darüber lstnauL- ! gebend cintritt für 1. einen möglichst schnellen Erfatz der minder- merligcn, in der Novelle zum Fkottengefetze wiederum als Lmien- fchisfc au'geführten Fahrzeuge; 2. eine möglichste Verkür.ning der Barizeit der neuen Schiffe; 3. eine grundsätzliche Herabminderung I der Lebensdauer der Schiffe."

Karlsruhe, 16. Dez. Die Zweite Kammer detz

vorheben. _,

Eine Meldung aus Riga vom 13. d. M-, die per Schill nach Reval und von dort durch Boten nach Petersburg gebracht wurde, besagt: Heute Nacht suchten 300 lettische , Arbeiter in die Wasserwerke einzudringen. Vorher mitten , zwei Leute in Offiziersuniform Einlatz begehrt, doch der , Posten erklärte, er habe dringenden Befehl, nur Offiziere seines Regiments einzulassen. Eine halbe Stunde spater suchten Arbeiter die Tore eir.zubreck)en. Tas Militär gab eine Salve ab und tötete 12 Leute, dre übrigen i flüchteten. Brandstifter durchzogen truppweise die Straßen. Sie drangen in die Häuser ein, die bald darauf in Flammen aufgingen. Ter Versuch, die Holzplätze in Brand zu setzen, konnte glücklicherweise vereitelt tycroen. Tas lettische Revolutionsiomitee hält sämtlick)e Zufahrts­straßen besitzt. Tie Pferde der einfahrenden Fuhrwerke werden getötet, das Fleisch mit Petroleum b e - gossen, die Waren verdorben. Eine ungeheure Teuer- iing der Lebensmittel ist bereits eingetreten. In einer Vorstadt brach die Menge in die jüdischen^Krämläden . in, plünderte sie und steckte ein Hau? in Brand. Tic Juden

I rotteten sich darauf vor dem Polizeis'ebäude zusammen, zer­trümmerten alle Fenster und erschossen zwei Sch u tz - l e u t e. Tann organisierten Juden betoaffnete Wachmann­schaften, die in Stärke von je 20 Mann im Judenviertel patrouillieren. Ein Privarbricf aus Riga, dessen lieber» bringet sich mit großer Lebensgefahr auf einer Lokomo­tive stehend nach Petersburg durchgeschlagen hat, schildert die dortigen Zustände in den dunkelsten Farben. Der Wagen, welcher unmittelbar an die Lokomotive gekoppelt war, war von vielen Kugeln durchlistl)ert. Dem Briefe zufolge sind in Riga überall Maueranfchläge angeheftet, die zur A u s - rottung des Adels und der Kapitalisten auf­fordern. Ueberall in der Stadt tut sich die männliche Be­völkerung zu ihrem Schutz zusammen. Ein Petersburger Korrespondent meldet, daß infolge des Berichtes, den der Gouverneur von Riga sandte, Witte sofort eine Unterredung I tntt dem Zaren hakte, worauf dieser dem Marineministcr l befahl, sofort die Geschwader von Libau nach Riga zu entsenden und die Stadt zu besetzen, falls sich die ^uf» ständigen weigern sollten, Üch zu ergeben. Im Bezirk Volg erschlugen 40 Arbeiter einen Sozialistenführer, ivcil dieser sie seit längerer Zeit terrorisiert hatte. Wie das Molfssche Telegraphcnburcau erfährt, ersuck tc der eRlchs- tanzler den Oberpräsidenten von Ostpreußen, sofort je einen Dampfer für Riga, Libau und Reval zu chartern, damit sie im Notfälle für dortige deutsche Reichs ange- hörige zur Verfügung stehen

das Wolffsche Telegraphenbureau eisahrt, ersuchte der Reichs- hörige zur Verfügung stehen. Tie weitaus größte Anzahl Deutscher in den russischen Oslseeprovinzcn gehört aber dem russischen Reiche an. Warum die Hilfsaktion nur den deutschen Reichsangehörigcu dienen soll, ist indes leicht ersichtlich, die deutsck-e Reichsregierung will unter allen Umständen der Politik treu bleiben, sich nicht in die inneren

I Vorgänge des russischen Reiches zu mischen. Das würde indes nicht hindern, auch den deutschen Stammesgenossen, die nicht der deutschen Oberhoheit unterftetycn, Gelegenheit zu geben, auf deutschen Schiffen ihr Leben vor der unge­heuren Gefahr in Sicherheit zu bringen.

TerRegierungsbote" teilt mit, das in einigen Blättern veröffentlichte ManifestdesArbeiterdeputierten- | r a t c § und anderer Komitees enthalte den o f f e n e n A u f- ruf zur Rebellion und Widersetzlichkeit gegen das Gesetz. Auf Grundlage der zeitweiligen Preßbestirnmungen berichtete der Prokureur dem Petersburger Appellationshofe darüber, worauf dieser beschloß, die Zeitungen zu konfis­zieren und das Erscheinen dieser Bltterä bis zur gericht­lichen Entscheidung zu sistieren und deren Redakteure zu verhaften. Diejenigen Redakteure, welche Vürg- schajt stellten, wurden am SamStag freigelasscn.

Märtte»

fc. Kraiilfurt «. M., 18. Te,. (Orifl^elegt be«W Aui Amtliche Äotierimgen der heutigen ru<±> rniar

Äzen TlL 18-18.25, ÄttrbefHfcfter ^.18.00-18.^ Mk. 18.^0-18.50, Kanias Mk. 18 o0T1]9-2oi Mk. 16.7517.00, Perlte Ck^ettera,>erl Mk. 18.25, Selber '??H 18 ,50-18,75, HaterMk.IS.oO. Ma'^- Ik.^S- Wcftenmehl 27-28.00, M. 00-00, 2. Qualität ,

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Berlin, 17. Dez. DaS Sandaericht verurteilte n'eqeu Einbruches hi baS Berliiier ostey ,r tocneVÄlfenfnlel am 1. Fanuar 1902. wobei ROO Krencn cir.rocnbet würben, zu vier F n r e n Z iinb Mnliä!>riqem Ebiverliist und Llell'lno^iinier^o^ -^<

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Lemberg, 17. Dez. Die Post- unb Tclerak beamten Galiziens befdiloffen, in den 9ht«!tnni> »u vcw i itzre Forberungen nicht baldigst cnüllt werben.