Ausgabe 
28.9.1905 Zweites Blatt
 
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Kerichtsfaal.

an die Verletzte zu zahlenden Buße von 250 Mark.

IlniverstLäLs-Aachrichten.

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September

1905.

Regen KlarerHimmel Ved. Himmel

Leichter Nebel

13,40 C.

7,3° ,

öermifd^tes.

Das Verm ögen des verstorbenen Barons Alphons von Rothschild in Paris ist nunmehr festgestellt. Es be­trägt 9 40 Millionen Fr., von denen die Steuerbehörde 21 erhebt. Die Erbschaft zerfällt in vier Teile, von denen zwei Teile an die Witwe des Verstorbenen, ein Teil an die Tochter Madame Ephrussi und ein Teil an den Sohn Eduard Rothschild fällt.

* Ein achtundachtzigjähriger Radfahrer. Herr Gerd Sehen zu Wymeer (Ostpreußen) lernte mit 78 Jahren das Radfahren. Er ist heute noch rüstig, wie selten einer, geistig und körperlich. Oft mehr als einmal in der Woche radelt er 3 Wegstunden.

* Ucber das Leben der Zarenfamilie, die stchj in den finnischen Schären zur Erholung befindet, meldet man aus Petersburg: Der Aufenthalt, der ursprünglich nur auf fünf Tage in Aussicht genommen war, soll noch weiter aus­gedehnt werden, da der Zar sich auf der Seereise sehr er­holt hat und sich wohl fühlt. Häufig wird ans Land ge­gangen, wobei das Zarcnpaar von der finnländischen Bevölkerung sehr herzlich begrüßt wird. Das Leben am Lande gestaltet sich zwanglos und einfach. Vor einigen Tagen schaute der Zar bei Transund dem Fischfang zu, wo­bei finnische Fischer ihre Beute, die ziemlich ergiebig auSsiel, vor ihm ausbreiteten. Auf der Insel desheiligen Johann' wurde ebenfalls Station gemacht, um eine kleine Jagd zu veranstalten. Doch kein Wild war aufzutreiben. Ehe die Fahrt weiter fortgesetzt wurde, versammelte sich die Zaren­familie nebst Suite auf der Insel, wählte ein bequemes Plätzchen, um in aller Gemütlichkeit den Tee einzunehmen. Schnell wurden einfache Stühle und Tische herbeigeschleppt, lind der improvisierte Salon unter freiem Himmel war fertig. Die Kunde von der Landung der Zarenfamilie verbreitete sich schnell unter den finnischen Bauern; sie kamen in hellen Scharen hcrbeigeströmt. Zarin Alexandra bewirtete die un­geladenen Gaste mit eingemachten Früchten, denen die biederen Finnen tapfer zusprachen. Zar Nikolaus trug ein graues Jagdkostüm, Zarin Alexandra ein einfaches graues Kleid. Gegen Abend, nach herzlicher Verabschiedung der finnischen Landbewohner, stach die kaiserliche JachtNordstern" in See. Während der Fahrt durch die Schären besichtigte der Zar alle Befestigungen, die auf den Inseln angelegt waren. Auf der Insel Suonionsari wurde eine kleine Jagd arrangiert, woran sich auch sämtliche Herren des Gefolges beteiligten. Die Herrschaften begaben sich nach Beendigung der Jagd zu Fuß durch den Wald zum Mecresstrande, wo die Finnländer sie herzlichst begrüßten. An verschiedenen Orten, wo die kaiserliche Familie weilte, verteilte man unter die Bevölkerung I

Meteorologische Beobachtungen

_________der Station Gießen.

Ans Staöt und Land.

Gießen, 28. September 1905.

* Personalien. Uebertragen wurde dem Schullehrer Schäfer zu Bieben eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Ohmen, dem Schullehrer Singer zu Viernheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Osthofen, dem Schulamtsaspiranten Rockel aus Schlechtenwegen eine Lehrerstelle an der Gemcindeschule zu Lanzenhain. Der Rechtsanwalt Link in Dieburg wurde zum Notar mit dem Amtssitz in Dieburg ernannt. Ernannt wurde der Ak- tuaritatSasfistent bei dem Amtsgericht Lorsch, Dietz, zum AktuariatSassistenten bei dem Amtsgericht Höchst und der Aktuaritatsasfistent bei dem Amtsgericht Höchst, Eg ne r, zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Lorsch. Am 23. September d. I. wurde der Gefangenaufseher am Ge­fängnis in Mainz, Kempf, auf sein Nachsuchen seines Dienstes entlasten.

Kandel und WerKetzr. Wolkswirtschast.

che Fiskns und die Bergindustrie. 2® o ® ^"geteilt worden, daß die Verhandlung zwischen dem ,7lskus und den Bergwerksherren vorläufig abgebrochen sind. Ucber oa§, was beraten wurde, war man vorher unterrichtet; wie die Verhandlungen, die später wieder ausgenommen we^en sollen, oer- laufen find, wird möglicherweise überhaupt StiNscWMgen bewahrt werden und was durchdringt, dürste mit einiger^orsicht auizu- nehmen sein. Es heißt auch, voii erster Seite, daß die Bestrebungen, eine Eimguiig nut dem Handelsministerium und notwendigerweise auch mit dem Finanzministerium so vorbereitet werden soll, daß bei der wateren Zusammenkunft man nicht wieder vor Unfertigem steht und der Regierung Propositionen machen kann, die sie ent­weder kurzerhand ablehnt, oder auch annimmt.

Sitzung des Provinzialausschusses. Am Mittwoch, den 4. Oktober d. Js., vormittags 1/2 9 Uhr be­ginnend, findet >eine Sitzung des Provinzial-Ansschusses der Provinz Oberhesten mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Verlegung der Haltestelle Ranstadt; hier Ent­eignung von Gelände. 2. die Regelung des gewerblichen Lehrlingswesens; hier Strafverfolgung des Schmiede­meisters Georg Schiefer stein zu Lich wegen Nichtbeachtung gesetzlicher wie statutarischer Vorschriften. 3. Den Wirt­schaftsbetrieb des Gastwirts Karl Schreitz zu Fried­berg; hier Antrag auf Konzessionsentziehung.

"Der Hessische Landwirtschaftsrat beschäftigt sich zurzeit, wie er uns mitteilt,mit der Frage der sog. Fleisch not" und wird in einer der Großh. Regierung mitzuteilenden Resolution das Ergebnis seiner Beratung bekannt geben.

"In da? preußische Herrenhaus wurde Fried­rich Wilhelm Fürst zu Isenburg und Büdingen in Wächtersbach berufen auf Grund seines erblichen Rechts als Nachfolger seines am 5. Juni 1903 verstorbenen Vaters, Mrsten Ferdinand Maximilian zu Isenburg und Büdingen, im Besitze des ehemals reichsunmittelbaren Amtes Wächters­bach und Anteils an Rückingen.

" Notwendige Folge! Der Badeanstaltsbesitzer einer Stadt, die nicht allzuweit von Gießen entfernt ist, be­sitzt einen prächtig angelegten Park, der seine Anstalt trau­lich umgibt. Das herrliche Plätzchen erfreute sich täglich eme§ starken Besuches, wobei die Kinderwelt nicht allzu zärt­lich mit den Sträuchern, Tischen und Sitzgelegenheiten um­ging. Der Besitzer stellte nun am Eingänge und an allen möglichen Ecken Warnungstafeln auf. Das Publikum em­pfand das unangenehm; der Besuch ließ nach. Eines Mor­gens aber fand der enttäuschte Badeanstaltsbesitzer an einem l>ohen Flaggenstock seiner Anstalt ein mächtiges Plakat baumeln. Beim Nähertreten leuchteten ihm darauf die Worte entgegen:Bade zu Hause!"

I * Ein treuer Gatte. Am 24. d. Mts. starb ,n sfc> r - - -4an Need, der m

zwölf Zähren im Brooklyner Immergrün-Friedhof Qttl Erabe seiner Frau a ls Ein sie dl er lebte. Als sein- Frau auf dem Sterbebette lag, hatte Reed gelobt, sie nie. ! mals mehr verlassen zu wollen. Er erbaute ein prunkvoll^' Mausoleum aus Marmor für sie und benutzte dieses auch dt, Wohnstätte für sich selbst. Das Zimmer, das er bewohnte war voll von Gegenständen, die ihn an die Verstorbene er.' mnern sollten. In der Ecke des Zimmers stand ihr Arbeits­tisch, auf dem von ihr begonnene Handarbeiten lagen. der Wand war das Motto angebrachtGott segne unfai £)etm*. Mit zunehmendem Alter wurde Need, der bas 72. Lebensjahr erreicht hat, schwachsinnig, er mußte in ein Sanatorium gebracht werden, wo ihn nun der Tod er. eilt hat.

Feuerversicherung. Niemand bestreitet die unbedingte Not' wenbigfeit der Feuerversicherung. Aber trotzdem gibt es nach umner wlederkehrenden Erfahrungen, so unglaublich es klingt, eine 1 l;e Menge von Haushalten, die nicht gegen die Feuersgesahr versichert sind. Nach derStatist. Korr/' wurde in Preußen während des Jahre? 1903 durch Schadenbrände ein Verlust an Mobilien im Werte von 43,25 Mill. Mark verursacht. Davon waren 3,72 Mill. Mark ober 8,61°/O, also der zwölfte Teil unversichert! Nur aus unverzeihlicher Leichtfertigkeit und Lässigkeit läßt sich diese hohe Zahl erklären, da die Versicherungsprämie so gering ist, daß sie Jedermann leicht eilchwmgen kann. Bei der Victoria kann man die Prämie für Versicherungen von mindestens bjähriger Dauer sogar in Wochen- Raten entrichten. Die Victoria bietet zudem für Mobiliarver­sicherungen bis zu Mark 20 000 ober, in Verbinbung mit Geschäfts- Aorraten, bis zu Mark 30 000 noch ganz besondere Vergünstigungen. Alle Gegenstände sind auch außerhalb der Wohnung innerhalb Eu- ropas ohne Extraprämie versichert; der Fortbestand und der Preis der Versicherung ist von einem Wechsel der Wohnung und des Wohnortes innerhalb Deutschlands gänzlich unabhängig und der sonst übliche mit Umständen und Kosten verknüpfte Polizen-Nachtrag fallt fort; die Gesellschaft verpflichtet sich, mindestens alle zwei Jahre bei den Versicherten die Nachversicherung von Neuanschaffungen an­zuregen und vergütet bei einem Schaden für Neuzugänge eventuell 5" 20 / über bte nach der letzten Erinnerung insgesamt ver­sicherte Siimme hinaus. Die Bedingungen der Victoria koimnen überhaupt den Bedürfnissen und Wünschen des Publikums in jeder nur irgendwie zulässigen Weise entgegen. Vertreter der Gesellschaft cnebt es an jebem Platz. c»/

Alsfeld, 25. Sept. Dekan Karl Müller ist am Donnerstag nach langem Leiden im 81. Lebensjahre zu En- denich bei Bonn sanft entschlafen. Diese Nachricht hat bei der Bürgerschaft Alsfeld? und in der Umgegend lebhafteste, aufrichtige Teilnahme hervorgerufen. Seit Jahren war er schwer leidend. 43 Jahre war der Verewigte hier als Seel­sorger und Lehrer tätig; sein Wirken und seine Persönlichkeit sind in bester Erinnerung bei allen, die ihn kannten und hoch- schäßten. Die Stadt Alsfeld ehrte die Verdienste, die sich der Verewigte als Seelsorger und Lehrer um sie erworben, durch Verleihung deS Ehrend ärger rechts. Ein Mann von liberalen kirchlichen Anschauungen, geriet er bekanntlich in Meinungsverschiedenheiten mit AmtSgenosicn anderer theolo­gischer Richtung. Er sah so führte der Geistliche gestern am offenen Grabe auS seinen Gott in der Natur, in den Geschöpfen Gottes, den Tieren des Waldes; überall offenbarte sich seinem hohen Geiste Gottes weises Walten. Dekan Müller war ein Mann von sympathischem, sich stets gleich bleibendem freundlichem Wesen, das ihm die Herzen .aller gewann, die mit ihm als Seelsorger oder Menschen verkehrten. Friedens­liebe und Toleranz gegen Andersgläubige waren Grundzüge seines Wesens. Er war ein warmer Patriot; in Wort und Schrift feierte er die Liebe zum geeinten Vaterlande; seine Sedanfeierreden sind noch heute in bestem Gedächtnis. Auch dichterisch betätigte sich der Entschlafene: er gab ein Bändchen lyrischer Gedichte heraus; sie zeugen beredt von ihres Ver- faffers Zartsinn und Innigkeit als liebender Gatte und Familienvater. Was aber den Hochbegabten auch draußen, in weiterest Kreisen bekannt und seinen Namen populär machte, das sind seine von den siebziger Jahren an in derGarten­laube" erschienenen, in Gemeinschaft mit seinem in Darmstadt lebenden Bruder Adolf Müller geschriebenen Aufsätze über das Leben der heimatlichen Vogelwelt und seine zahlreichen zoologischen Werke, die ihm einen geachteten Namen im deutschen Vaterlande gemacht haben. Die Beerdigung des Ent­schlafenen fand am Sonntag unter außergewöhnlich zahlreicher Beteiligung der hiesigen und auswärtigen Bevölkerung statt. Die Trauerfeier dort oben auf dem Frauenberg, der so oft tröstende Worte des Verewigten an den Gräbern vernommen, war eine würdige und erhebende. Pfarrer Becker-Alsfeld und Pfarrer Diefenbach-Eudorf, letzter als Vertreter des Dekanats, riefen uns des Entschlafenen Leben und Schaffen in lebendigem Bilde vor die Seele. Die vereinigten Geist­lichen des Dekanats, der Kirchenvorstand, der Schulvorstand, die Stadt Alsfeld, die Lehrerschaft von Alsfeld, der Aliee- Frauen-Vercin, der Kirchengesangverein, der Kindergarten (welch letztere drei Anstalten von dem Verewigten ins Leben gerufen wurden), die Gemeinde Leusel widmeten Kränze unter entsprechenden Worten, die der dankbaren Verehrung für den

- Die Wiener Akademie der Wissenschaften bat dem Professor an der uns benachbarten Marburger Universität Dr. Heinrich S l e v e k rn g eme Subvention aus der Savigny-Stiftung verliehen zum Stubuun der Handels- und Geschäftsbücher in italienischen Archiven. Professor Sieveking hat in Genua, Pisa und Florenz die Archive untersucht und fand in letztgenannter Stabt die HanbelS- Mebici, worüber er der Akademie eine umfangreiche Abhandlung iiberrelchte. Aus dieser Arbeit ist zu ersehen, baß dieses berühmte Patriziergeschlecht nicht nur bas Bank-, TarlehnS- und Eskomptegeschast betrieb sondern in gleichem Umfang auch dem Z^^handel und dem Versicherungsgeschäft oblag. Zum Zweck dieses Welthandels waren Filialen in Frankreich, England, Deufich- iand, m bet Schweiz, in Burgund, Spanien und Portugal errichtet worden. Wegen her Unsicherheit und der Schwierigkeiten des Transportes von Edelmetall sind niemals Barzahlungen geleistet worden, sondern nur Kreditanweifungen. Mit den Fürsten wurden nicht nur Finanzgeschäfte, sondern auch Geschäfte in Waren gemacht, wie mit Seide, Tuch, Juwelen, Kunstwerken und Waffen.

~ <mu^ r?11- Sommerabend saß die Büfettdame

Terrassen ant .Halensee bei Berlin

Oev Kaufmann Emil Schulz setzte sich an ihren Tisch und hatte bald mit ferner Nachbarrn eine Unterhaltung in Gang gebracbt zu bereu' Würzung er Erdbeerbowle bestellte. Man plcmdeck brc Glaser geleert waren, schlug der neue Bekannte vvr ein ^.anzlo.al zu besuchen. Als beide dort eintraten, spielte nun SSV1! Mxr nach dem Siebe:Mssen, das ist ja l? ^-wnd . und Schulz nahm feine Dame beim Arm und tanzte. War nun die (Hchbeerbowle zu stark gewesen oder wirkte dir Nahe seiner Schonen verwirrend auf seine Sinne kurzum' der Züngliny setzte bte Worte des Walzertextes in die Tat um und druckte seiner Tanzcren, die gerade zu ihm emporschaute

Ä eire 9tlllJC;. . Aber mit einem Schmerzensschrei lören Kavalier zurück, denn sie verspürte weniger dos L^deskusses, als das eines schmerzhaften Bisseä Der Gentleman hatte mit einer Inbrunst geküßt, als ob er das was zuweilen in den Augen geschieben stehew soll, nicht nur kÄÄ ledern aua) mit den Zähnen herausholcu wollte. Empört forderte Fraulein K., Nam' und Art des Fremd. Ungs zu erfahren, um* ihn für alle Weiterungen haftbar machen zu tonnen, ba sie mit einem zerbissenen und angeschwollenen Augenlide ihre Funktionen als Büfettdame unmöglich versehen ferne Visitenkarte und beide verließen y bw Straße entriß er deut Fräulein ata lieber bte Karte und meinte, sie könnten sich ja an Ort unh Erstatt aber zu diesem Zwecke vielleicht einen Kassenschein als Heilpflaster auf das verletzte Auge zu legen Ä3 er dem Fräulein auch das andere Auge blau und süatt ^ere ^chlage hinzu. Das Amtsgericht 2 verurteilte den bissig 1111h frhlnnfn-rt-TAr-tt ... D ____,... nt .r- - ~

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politischen Geschichte unseres Landes. Der

_ . der Herrschaft des' direkten Wahlverfah­

rens auszufechten fein Mrd, tritt in ganz naher Zeit an uns -heran. Er wird hauptsächlich darüber entscheiden, ob die natio- nalliberalc Partei endgiltig aus- ihrer bisherigen Machtstellung verdrängt wird. Er wird aber auch darüber zu entscheiden haben vb das Land eme erneute Betätigung des Külturkampfgeistes der 1870 er Jahre zu gewärtigen hat. Die kulturkämpferische .ttichtung, vertreten durch 'die sogenannten Jungliberalen, hat in der nationalliberalen Partei sichtlich die Oberhand und wird ihrem Verhalten in kirchcnpolitiscbcn Dingen die Richtimg zu geben fuchen. Es wäre außerordentlich viel gefährdet, wenn der erste Kamps um die 73 Kammer-Mandate für sic ein sieg­reicher würde." ' b

Ausdruck liehen. In den Herzen der I kostbare Geschenke, bestehend in Uhren, Ketten rc und n*

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ba§ bet erfülle ne, der im zweiten Jahre dienende 21jährige Maurer Simon Kaiser II. aus Würges (Unter» Westerwald), dessen Eltern zurzeit in Bambergscheid wohnen, fid) auf dem Wege der Besserung befindet. Die Acrztc hoffen, ihn in zwei Monaten wieder vollständig herzu stellen. Der eine der Täter war sofort geständig und schilderte den Vorgang genau. Es ist der im zweiten Jahre dienende, bisher unbestrafte 21jährige Ackersbursche Jak. Klein aus Tiefenthal bei Alzey. Ihm steht von feinen Vorgesetzten ein gutes Zeugnis zur Seite. Der andere ist der oftbeftrafte 23jährige Taglöhner Phil. Hufnagel aus Hanau, der zuletzt hier in Arbeit stand, als Hecresunficherer eingezogen mar und deshalb bis zum Oktober nächsten Jahres zu dienen hat. Er ist wegen Diebstahls, Hehlerei, Bettelns und Sach­beschädigung, zuletzt hier am Schöffengericht, vorbestraft Während seiner Dienstzeit erhielt er eine Reihe von Strafen wegen unerlaubter Entfernung, Ungehorsams, unberechtigten Tragens von Zivilkleidern, Urlaubsüberschreitung re. Seine Führung soll eine sehr schlechte sein. Nachdem Hufnagel gestern immer noch leugnete, wurden ihm die Aussagen des Klein, die ihn sehr belasteten, vorgehalten, worauf er plötzlich parbc bekannte. Er suchte die meiste Schuld auf Klein zu 'Hieben, während dieser ihn als den Verführer hinstellt. m Homburg v. b. Höhe, 27. Sept. Wer Homburgdie perle des Taunus" genannt, Hut sich nur im Taunus geirrt.

a«nu§ 2?' genau genommen, mit Homburg nicht viel zu schaffen. Rur eben, daß er mit seinem tiefblauen Fern- duft, seinen weichgeivcllten Höhenlinien einen anmutig ernsten Hintergrund für .Homburgs heitere Schönheit ab gibt Er "die Perle" stimmt schon! Mchts Köstlicheres als dieses buntblnmige Garteneiland in diesem Meer von Höhenwäl­dern. Nichts Erguicklicheres auch als dieser Friede rings­umher, der müde gearbeitete ober von Leiden zermürbte Nerven wie lindernder Balsam umfangt. Bei verhültnis- mayig geringen Niederschlägen steht zudem das Homburger Thermometer im Hochsommer fast durchgängig 34 und O &rab niedriger als der mitteldeutsche Durchschnitt, ein Vorzug, der von den Kurgästen hoch eingeschätzt wird. Hom­burg ist schon lange nicht mehr dasDorado der Gichtiker" Es wirb allerdings auch von solchen reich besucht, ebenso feiner kohlensäurehaltigen Quellen wegen von Herz­kranken Allem bas überwiegende Kontingent feiner Pa-1)vas Amrsgericyr ? verurteilte den bissigm tienten stellen heute die Magen- und Darmleidenden. Jin IUTlb W^Wigen Liebhaber zu 3 Monaten Gefänanis und einer Herbst und Winterüberwiegen" dieschweren" Patienten.1"" ....."" "

£ie erfa'fjrung hat gelehrt, daß die kühlere Jahreszeit für ^tfettungskuren einen Hilfsfaktor bietet, und zwar wegen Möglichkeit weit ausgedehnter Spaziergänge bei ruhiger, "pter Lust. Während nämlich der Hochsommer hier kühler ist, als er m gleichem geographischen Striche zu sein pflegt, Md der Spätsommer und der Herbst in Homburg nach fur^er, meist gegen Ende August fallender Regenperivbe! v°n unvergleichlicher Mllde und andauernd sonniger Schön- P,ett- Bis in den November hinein behalten die Bäume ihr herbstbuntes Laub, und Palmen, Sykomoren und andere Kinder des Südens bleiben ohne Schaden im Freien. Wie I leuchtend auch der Herbst im ganzen Rhein- und Maingebiet einen Zauber entfaltet, wohl nirgends ist er milder und belebender als hier:Die Sänger und Mjaler ,mssen es und es wissen's viel andere Leut'", vornehmlich die land-! chaftskundigen Mmerikaner und Engländer, von denen es den ganzen Herbst bis in den Winter hinein hier wimmelt.

* Kleine M i 11 e i l u n 6 en aus Hessen und den IN a ch b a r st a a t e n. Mit der Ausführung des für die Stadt Worms geplanten Jahn-Denkmals ist der Bildhauer E. Müller- Eharlottenburg beauftragt worden. Das Denkmal oll Ende nächsten Jahres eingeweiht werden.

Öochste Temperatur am 26.-27.

Niedrigste 26.-27.