Ausgabe 
27.6.1905 Drittes Blatt
 
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gemeinschaft mit den Reformierten, während die Recht­gläubigen der preußischen (unb hessischen) Landeskirche sie fordern und üben.

Die lutherischen Bekenntnisse verlangen den unbedingten Gegensatz gegen römisches Wesen, während ein großer Teil der heutigen Vertreter der Kirche sich in Form und Inhalt des Glaubens und Gottesdienstes an römisch katholische Kirch­lichkeit annähert.

Die lutherischen Bekenntnisse haben das mittelalterliche Welt­bild und einen mittelalterlichen Wunderbegriff, der heute von fast allen wissenschaftlichen Vertretern der Orthodoxie auf­gegeben ist. Insbesondere ist aufgegeben worden der Glaube an die räumliche Existenz des Himmels, an das Fortwirken des Wundergeistes in der Gegenwart und an Existenz und Einwirkung überirdischer Geister.

Die lutherischen Bekenntnisse lehren die ungemischte und un-

Gießen, 27. Juni 1905.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Privatdozenten für Baukunst an der Technischen Hoch­schule Dr. Jng. Vetter le in zu Darmstadt den Charakter als Professor erteilt.

** In der Leitung des höchsten hessischen Ge­richtshofs hat sich, wie wir schon berichteten, ein Wechsel vollzogen, indem der langjährige Oberlandesgerichtspräsident Wirkl. Geheimrat Exz. Friedrich Franz Conradi in den wohlverdienten Ruhestand getreten und der Präsident des Landgerichts der Rheinprovinz, Dr. Adolf Lippold, an seiner Stelle in dieses Amt berufen worden ist. Exzellenz Conradi ist wohl der älteste der höheren Richter Hessens; er ist 78 Jahre alt und hat schon vor mehreren Jahren sein 50 jähriges Dienstjubiläum gefeiert, bei welcher Gelegenheit dem Jubilar von allen Seiten die ausgezeichnetsten Ehren dargebracht wurden. Mit der ihm anläßlich seiner Dienst­entlassung verliehenen Krone zum Komturkreuz 1. Klasse des Philippsordens hat auch Se. königl. Hoheit dec Großherzog dem Nestor der hessischen Justizbeamten die höchste Ehrung erwiesen. Sein Nachfolger im Amt, Landgerichtsprästdent Dr. Adolf Lippold, ist gleichfalls, wie sein Vorgänger, aus der Anwaltspraxis hervorgegangen. Er war zuerst Anwalt beim Friedensgericht in Alzey, und wurde später als Vor­sitzender der Kammer für Handelssachen nach Mainz berufen, bald darauf auch zum Landgenchtsdirektor beim Landgericht der Rheinprovinz ernannt. Mitte der achtziger Jahre kam Lippold als Oberlandesgerichtsrat nach Darmstadts dann im Jahre 1892 wieder als Landgerichtspräsident nach Mainz. Mit der vor einiger Zeit erfolgten Berufung Lippolds zum Mitglied der ersten Kammer der Stände war bereits deutlich zum Ausdruck gebracht worden, daß er auch zum Nachfolger des hochbetagten Ober- landesgerichtsprasidenten ausersehen sei. Dr. Lippold steht im Anfang der sechziger Jahre, besitzt Frau und drei Kinder und hat sich in Mainz neben seiner dienstlichen Tätigkeit mit besonderer Wärme auch den Interessen des öffentlichen Lebens, sowie der Kunstpflege gewidmet, und sich in dieser besonders als Vorstandsmitglied des römisch-germanischen MuseumZ in Mainz hochverdient gemacht. Der als sein Nachfolger zmn Landgerichtspräsidenten ernannte bisherige Landgerichtsdirektor Dr. Philipp Hangen in Mainz entstammt gleichfalls der Zunft der Rechtsanwälte. Er war ein sehr geschätzter Rechts­anwalt in Mainz und trat erst anfangs der 90er Jahre zum Justizdienst über. Nachdem er einige Jahre in Mainz als Landgerichtsrat tätig gewesen war, wurde er in das Ml-, nisterium nach Darmstadt berufen, wo er sich besondere Ver­dienste um die Bearbeitung der hessischen Ausführungs­bestimmungen zum Bürgerlichen Gesetzbuch erwarb, an welchen auch der neue Oberlandesgerichtsprästdent sehr eifrig mit­gearbeitet hat. _____________________

gehalts bis zu 16 000 Tonnen, wie einzelne Blätter wissen wollen, verlangen wird, steht gegenwärtig noch dahin. Snt. allgemeinen kann nur gesagt werden, daß das Maß der Forderungen bei der nächsten Vorlage wesentlich von der Finanzlage, also auch von der An­nahme und der Gestaltung der Reichsfinanzreform abhängig gemacht werden wird. Man hat nun weiterhin die Ansicht ausgesprochen, daßdieungünstigenTiefen- ver'hältnisse des großen und kleinen Belt, bie; für die Größe und den Tiefgang der neuen Linienschiffe nicht ausreichenden Docks und Schleusenanlagen einer be­deutenden Erhöhung des Deplacements entgegenständen. Dies ist im wesentlichen richtig. Es ist aber zu erwarten, daß für die Vergrößerung in Betracht kommender, nicht ausreichender Anlagen gleichfalls neue Summen in den Etat eingestellt werden und daß man die dafür nötigen Arbeiten zur rechten Zeit, wenn die Neubauten in Dienst gestellt werden, fertigstellen wird. Außerdem könnte matt' auch durch Stationierung der in Aussicht genommenen Panzer in der Nordsee die Verschleusung durch bett Kaiser Wilhelms-Kanal usw. vorläufig vermeiden.

Meyers Großes K°n«Ja ti °F-Lesi Jott Nachschlagewerk des ^emcm Mehr als' 148 000 Artikel bearbeitete und vermehrte Ausl (je. ~ mehr als

und Verweisungen auf über 1 awänen im Tert und auf über 11 000 Meldungen, Karten und planen im ^bendrucktafeln 1400 Illuß^tionstafeln ibanmter etwa? Zxtbeilaaen. 20 und 300 selbständige Kartenbetla^en) \ (Verlag des Biblio- Bände in Halbloder gebunden zu 1 V __ £lt unserer Zeit,

graphischen Vorgänge im fernen Osten

Nw aller Augen sich wlf vre rrteg Mißtrauen bic Ent-

ÄL Macht beUitm. dt° mit Europa

Zuviel Sammlungen.

R. Berlin, 26. Juni.

Der Vlan des Fürsten Henckel von Donners- m'arck, durch die Großbanken einen Zehnmillionen- sonds zur Unterstützung von Offiziersfamilien auf­zubringen, hat (wie wir mitteilten"! allenthalben, selbst in konservativen Kreisen, unliebsames Aufsehen hervorgerufen. DieKreuzztg." bestätigt diesen Eindruck, indem sie schreibt: Hoffentlich sei der Plan ein- für allemal aufgegeben. Denü für den Offizierstand müsse in dem Gedanken, daß ein Teil seiner Mitglieder auf die Wohltätigkeit un­serer Hochfinanz angewiesen sein soll, eine starke Demütigung liegen." Sehr richtig. Es setzt nur in Verwunderung daß eine derart verletzende Wirkung nicht tiürt anderer Seite in Betracht gezogen worden ist. Dann Konnte man auch nicht in' die fatale Lage geraten, sich von den zum Spenden Ausersehenen eine mehr oder minder schroffe Ablehnung zuzuZiehen. Uebrigens soll der Plan keineswegs gefallen sein.

Der Sammeleifer fängt an, zu einer Plage zu werden. Wir hören sehr begüterte und sehr generöse Leute, denen es nicht darauf ankommt, große Summen für wirklich große Zwecke hinzugeben, lebhafte Mage darüber führen, daß der Appell an das Portemonnaie nachgerade zu einem gewohn­heitsmäßigen werde. Es lasse sich kaum noch registrieren, was alles von derbekannten edlen Opferwilligkeit" be­ansprucht werde. Eine Kollekte jage die andere, ein Bitt­steller gebe dem anderen die Türllinke in die Hand. Und jeder behaupte,hier" dürfe sich der Wohltätige nicht aus­schließen. Eine Abweisung in höflichster Form, sogar mit umständlicher Begründung, werde fast wie eine persönliche Mänkung von dem Einsammler aufgefaßt. Man gebe schließlich, itm den dringlichen Besuch loszuwerden, doch mit einer gewissen bitteren Empfindung, daß der Beitrag gegen Wunsch und Willen, gegen die Ueberzeu-gung geleistet wird. Das alte Mittel, sich verleugnen zu lassen, sei das un­wirksamste und gefährlichste. Denn von dem Augenblick an könne man sich auf eine regelrechte Belagerung gefaßt machen, auf eine mit allen kunstgemäßen Listen operierende persönliche Ueberwachung, die irgendwie und irgendwo doch ihr Opfer aufzüspüren und in die Enge zu treiben wisse. Seit einiger Zeit werde beliebt, sich der Post zum Kollek- tieren zu bedienen. Gewichtige Briefe treffen ein, die eine Anzahl Karten, bisweilen ein Dutzend und mehr, zum Besuch einer wohltätigen Veranstaltung enthalten. Die bedruckte Postanweisung für den Preis ist der Kürze halber beigefügt. Nehme man die Karten nicht, so fei man anstandshalber genötigt, sie an die angegebene Adresse zurückzusenden. Das Verfahren ist der Praxis gewisser unternehmender Lotterielosversender nachgeahmt und jedenfalls in' der neuen Anwendung ebenso uüetffteulich. Sei es zu begreifen, so fragte man uns, baft bei diesen unausgesetzten Anschlägen auf die Wohtätigkeit die Freude am Wohltun sich verflüchtige? Sei es zu verstehen, daß der mensch­liche Scharfsinn nach Gegenmitteln gegen solche Extrabe­steuerung suche?

IN diesen Beschwerden steckt viel Berechtigung. Die Oesfentlichkeit hat ja durch die im Vommernbank-Prozeß erfolgten Mirbach-Enthüllungen mancyen erstaunenden Ein­blick gewonnen, wie die reichen Leute h-erangezogen wurden zu Kirchenbaustiftungen und ähnlichen Werken. Da der Prozeß, den der Schwager des Kaisers, Herzog Er n st Günther, gegen einen Zeitungsredakteur wegen belei­digender Aeußerungen über den noch unaufgeklärten Verbleib von 325 000 Mark«!gestrengt hat, in naher Sicht ist so wird tvohl noch manche andere Enthüllung auf diesem Gebiet zu gewärtigen sein. Bekanntlich hat es Smo» Ernst Mnther in einem seinerzeit veröffentlichten Brief als notwendig bezeichnet, volle Aufklärung herberzu-- flihren Auch darüber wird vielfach Bedauern geäußert: Daß die Beanspruchung für Zwecke mehr äußerlicher und dekorativer, als gemeinnütziger Art uberhandnehme Mer- dings, es liegt auf der Sand, daß darunter^beiA^wer e die Fürsorge für Lungenkranke, für Bl,nde, für Krüppel und andere Hilfsbedürftige leiden muß. Tauchen aber gar Sammlungsplaneauf, wieder- ieniae des Fürsten von Donnersmarck, so Jtitb sw als ein ernstes Anzeichen zu betrachten, daß auf

Möalickw zu ko flektieren, selbst wenn den trt ckuspcht JwRSt die' Wohltat absolut unwilb- kommen ist, Halt gemacht werden muß.

tu Wettbewerb zu treten sich anschickt, ist allen eine kurze, über­sichtliche Zusammenfassung' dieser BerhÄtuisse hochwillkommen. ~er zehnte Mnd von Meters Großem .mxt.

dem die erste Hälfte be§ awW

uns eine von trefflichen Karten und Vüdertafeln begleitete Serie von Artikeln über Japan, ferne Geschichte, L te- ratur, Sprache und Künst, die Beachtung verdienen. Namentlich wird die Abhandlung über die Literatur, von der bisher nur sehr spärliche Bruchstücke, die aber hvhes lvrische^! Empfinden^erraten, nach Europa gekommen sind, großes Interest e erregen, desgleichen ist ein tieferes Eindringen in die japanische Kunstentwrcklung, rn die hervorragend künstlerische Technik rhrer Metall-, Porzellan- und Emaillearbeiten förderlich. Aus der Alten WM wird uns ein anderer Kültrrrstaat, Italien, trt per größeren Avnographte voraeführt, dessen geographische Verhältnisse durch drei Karten,^ dessen Geschichte durch vier Kärtchen erläutert werden. Auch hier ist der sehr eingehende Abschnitt über dre Literatur besonders l ervor^uheben Die wirtschaftlichen, besonders die W am meisten interessierenden bergbaulichen Verhältnisse Südafrikas wer- den im ArtikelKapland" eingehend erörtert auf geologischer Grundlage, für welche eine besondere Karte dient. Die enorme GmwMmrg der Forschung in unserer Kolonie Kamerun Mrd

der Karte zum ArtikelKamerun" so recht klar und die Regsamkeit in unserer chinesischen Kolonie Ktautschou durch eben Blick auf diese Karte Mit dem Karton gtau, der die gut organisierte Anlage der mngen Stadt sum Ausdruck dringt. Sehr interessant für den Fachmann ^t ^zu em Vergleich dtt dmch^d°ü Karte^ Ä^Kaffer Wilhelm-Kanals wiederum eine

Nletat wWe Wichtigkeit der Mittellos anal für die wirt- S&ÄS.-'S'Äärs«»

wir arbeiten.

Motitische Tagesschau.

Die neue Flottenvorlage.

Die bereits vor längerer Zeit von uns gebrachten Mel­dungen über die in der nächsten Reichstugssessron ernzu- bringenbe Flottennovelle werben jetzt bestätigt. Bezüglich her Linienschiffe sollen keine NeusorberuNgen, welche über den Rahmen ber Festsetzungen des bestehenben Flotten- gesetzes hinausgehen, ausgestellt werben. Es ist. mboch, wre aus gutorientierten Marmekreisen berichtet wirb, zu er­warten, baß man eine wesentliche Erhöhung des Deplacements ber vorgesehenen Neubauten forbernwird. Ob man aber gleich hierbei eine Verstärkung des Tonnen-

Zentralisierung des Detailhandels gibt der mxt zahlreichen Mldern versehene ArtikelKaufhaus". Von allgemeinen, das

Leben berührenden wirtschaftlichen Fragen werden vor allem Kapital", 7,Kauf",Kausmannsgerichte", 'Irrtum ,Ju­ristische Person",Kammer^'7Kaution" behandelt, unter den Literaturartikeln ist neben den allerdings kühlen und gar se^ ge­drängten Biographien von Wilh. Jordan imb Gottfried Kelln,- ber illustrierte ArtikelJunges Deutschland" bemerLens- wert Von künstlerischer Schönheit sind- neben der erwähntet FarbentafelJapanische Kunst" die zwei Farbentafeln ,7^:1^ Mit einer Zusammenstellung der Erzeugnisse aller Zetten und die naturwissenschaftlichen FarbentafelnMer" undKakteen. . Daß unter den 21 Karten, 7 Chromos, 28 schwarzen Tafeln© 5 StMplänen mit dem reichen Wissensschatz der Arttkel. noch manches eine Hervorhebung verdient, ist begreiflich, es feigier nur die Anregung zum genaueren Eindringen in das Prächtige Buch gegeben. #

Oldenburg!, 24. Jimi. Die Oldenburgische L anders- und N 0 r d w e ft d e u t s ch e K u n st a u s ft e l l u n g, am 9. Juni durch das großherzogliche Paar eröffnet, gibt em reiches Mld von dem Industrie- und Gewerbefleiß des Oldepbur^r Lan^s. Besondere Erwähnung verdient die klar koinponierte Anlage der KNnfthalle und ihrer Nebenbauten, die nach Entwürfen des Arcksttetten Professor Peter Behrens (Düsseldorf ausgesührt ist Prof. Behrens erhielt das Ehrenritterkreuz 2. Klasse^ Die kleine Künstausstellung, die nur durch nordweftdeutsche ^ttrffler beschickt wurde, zeigt durch bic Güte der Bilder, sowie, durch das geschuiackvolle Arrangement ein künstlerisches Niveau tote es sewst bei größeren Ausstellungen selten zu^finden tft. Es ist den Be­mühungen des Bremer Malers W. Otto, der zum Professor er­nannt wurde, zu bm^en. daß btc Künstausstellung cm so vor­nehmes geschlossenes Mld bietet.

Aas Recht der freien Theologie in der Kirche.

Die Vereinigung der Freunde der christlichen Welt hat jüngst in ihrer Generalversammlung zu Goslar einmütig eine Resolution gefaßt, welche das Recht der Existenz in der Kirche für die Theologen freier Richttmg in Anspruch nimmt. Zur weiteren Erläuterung jener (von uns in unserer Nr. 146 wiedergegebenen) Resolution diene nachfolgende, von der Versammlung gebilligte Darlegung:

Wir weisen es mit aller Entschiedenheit zurück, wenn von Seiten orthodoxer Versammlungen und Blätter liberale Geistliche und Gemeindeglieder aufgefordert werden, wegen ihrer mangelnden Zustimmung zu den Bekenntnissen früherer Jahrhunderte die Kirche freiwillig zu verlassen, sehen vielmehr in dieser Atisfordertlng einen Akt religiöser Ungerechtigkeit, da sie in fast allen Fällen von solchen Männern ausgeht, die selbst den Ansprüchen der Bekenntnisse nicht genügen. Wir bitten unsererseits alle diejenigen Geistlichen, die an der Verkündigung des Heils, das durch Jestls Christus kommt, ihre innere Befriedigung haben, sich durch keinerlei Hinweis auf formelle Bekenntnisse beirren zu lassen und nur der äußeren Macht, nicht aber den selb st gemachten höheren geistlichen Ansprüchen derer .zu weichen, die sich selb st vor geschichtlich unerfahrenen Gemeinde­gliedern als bekenntnistreu dar st ekle n.

Den Nachweis, daß die namhaftesten wffsenschaftlichen Ver­treter der sogenannten Rechigläubigkeit nicht bekenntnistret: sind, finden wir unter anderem in folgenden, bald gemeinsam, bald vereinzelt auftretenden Erscheinungen:

1. Die lutherischen Bekenntnisse dulden keine Abendmahls-

Reiches nicht geglaubt werden, von fast allen Vertretern der Kirchlichkeit das Mißtrauen des neuen Testamentes gegen irdischen Reichtum und irdische Vornehmheit nicht für verbindlich gehalten wird. Wenn es den Orthodoxen möglich ist, einen wissenschaftlichen Vertreter namhaft zu machen, der heute lebt und sich an den Wort­laut der Bekenntnisse und der heil. Schrift halt, so sollen sie es tunI Wir unsererseits erklären, daß die Lite­ratur der Orthodoxie nicht denEindruck macht, als wären ihre Verfasser selb st an Schrift und Bekenntnis gebunden. Wenn es aber so steht, dann haben die Orthodoxen, deren Recht innerhalb der Kirche wir unsererseits nicht bestreiten, kein sittliches und kein formelles Recht, uns das Verbleiben in der Kirche zu versagen, in der, aus der und für die

Kleines Jemlleton.

Kck>is,er und Wagner. Bon Richard Stern-

verfaßt. Der Versa er nennt togw« ^Etiker W deutschen sÄnbS, & beLen dasselbe W

vorschwebte L assen Erreichung b Schall Orchester

Mnstlerüschen Wer^gE und V^vaE bei

konstruiert, dre in W «Lch ein Vergleich der Sebent den Haaren ^^^(XX nur menn ntan L so darftettt, Ge- geschichten der beiden bretet erwarben ihre ersten

meinsames. Beide, so meint ^tc Leben fiel ein großer

verkürzte Existenz zweier Naturen in Christus, was heute nur noch von vereinzelten orthodoxen Theologen vertreten wird. Ebenso ist die Zahl derjenigen Theologen gering ge­worden, die die zentrale Lehre von der Rechtfertigung ans dem Glauben in alter Reinheit und Klarheit lehren.

5. Zur Bekenntnisgemäßheit gehört die Annahme der wörtlichen Verbindlichkeit der heil. Schrift. Es ist aber offenbar, daß alle Orthodoxen aus der heil. Schrift nur das als verbindlich erklären, was ihnen in ihr Snstem nnd in ihre Moral hineinpaßt. Es zeigt sich dies unter anderem daran, daß

von fast allen Orthodoxen die Verbindlichkeit der einzelnen Vorschriften der Bergpredigt abgewiesen wird, von fast allen Orthodoxen die Weissagungen über das nahe Ende der Welt und den Anfang des tausendjährigen

tRr. 14S Drittes Matt. 155. Jahrgang Dienstag 2?. Juni 190»

'Mttal mit Ausnahm. beS Sonntags. ... , £ . . .. Rotaiions^ck und Verlag der «rüd.'Ich«

DieSietzener Aamilienblatter" werdendem «MsU ffllO W UnwersitätSdruckeret. 8t Lange. Dieben.

Redaktion, ExpedUion «.DruckereU Schuistr.,.

^fische Landwirt- erscheint monatlich einmal. W V H V M Tet Nr. bt Teiegr^Adr., «ln-eiger Lieb«.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.