Ausgabe 
25.2.1905 Erstes Blatt
 
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Per Jall Jischcr.

Im preuß. Ab g e o r d n e t e u h au sc brachte am Frer- tag beim KapitelEvangelischer Oberkirchcnrcrt" Abg. Fischbeck (fts. Bp.^ den Fall des Predigers Fischer m der Berliner Markuskirche zur Sprache. Sollte es daö Kirchenregimcnt fo. tveit bringen, den Pastor Fischer und seine Gesinnungsgenossen aus der Kirche zu entfernen, so nrürbett im Reifte Tausende und "Abertausende mit chm gehen. Es zeige sich hier der Geist, der im Kultusmrrnste- rium umgehe, der Geist der Stöckerei und Muckerei.

Abg. Heckenroth (k.) erklärt namens seiner Parier, daß sie es nicht für richtig halte, innerkirchliche Angelegen­heiten vor das Forum des Parlaments zu ziehen.

Abg. Hackenberg (nl.) erklärt, das Vorgehen des Ministeriums gegen den Prediger Fischer habe allgemeines Aussehen erregt. Ter Staat muß dafür sorgen, daß jedem einzelnen in der Kirche die freie innere Entwickf- 111 it g gewährt werde. Das Vorgehen des Konsistoriums sei aufs tiefste zu bedauern.

Kultusminister Dr. Studt erwidert, die Sache schwebe noch in der Instanz des evangelischen Oberkircheinwts, deshalb müsse er es sich versagen, in dieser Angelegenheit Stettun g zu nehmen.

Abg. Frhr. v. Wedlitz (k.) führt aus, eine Erörterung der Angelegenheit hier im Hause halte seine Partei fiir ihre Pflicht. Der Erlaß des Konsistoriums habe in weiten Kreisen berechtigtes Aufsehen erregt. Er könne den Weg der kirchlichen Behörden nicht billigen und stimme den Aus­führungen des Abg. Hackenberg zu.

Abg. Fischbeck (frs. Vp.) erklärt, die Rede desMinisters sei eine solche, die man halte, wenn man nicht weiß, was man sagen solle. Es sei die Pflicht der Volksvertreter, der- artige Fälle zur Sprache zu bringen.

Ans HtM und Lund.

Gießen, den 25. Februar 1905.

*' Theater und Saalban. Ans der Zusammen­stellung der Zeichnungen ergibt sich das erfreuliche Resultat, daß schon jetzt viele, nicht den woblbabendsten Ständen an» gehörende Einwohner ihr Scherflein beigetragen haben. Möchten noch recht Viele aus den minderbemittelten Kreisen nachfolgen; jede Gabe, sei sie auch klein, ist willkommen. Es zeichneten, wie wir aus sicherer Quelle hören, bis zum 23. Februar:

8 Personen über 5000 Mk. . . .

24 , 1000

29 , 500 , Z

96 , , 250 , . . .

57 , , 100

81 v 30

21 v 30 .... J

Insgesamt 202 000 Mk.

104 000 Mk.

1

> 50 000 Mk.

1

317 Personen...... .

356 000 Mt.

(für ganzes Projekt Theater und Saalbau).

** Der letzte der vier Vorträge aus der Altertumswissenschaft findet am nächsten Mittwoch, 1. März, statt. Prof. Max L. Strack wird überAlexan­der den Großen in Geschichteund Sage" sprechen. Der Person des heldenkühnen jungen Makedonenkönigs gilt der Vortrag, dem Bilde, welches die Zeitgenossen und die kommenden Geschlechter sich von ihm gemacht. Es ist be­kannt, daß Alexander einer der Wenigen ist, welche nie vergessen sind. Aber in immer wechselnder Beleuchtung ist er der Welt erschienen: noch heute ist keine der vielen Auffassungen allgemein giltig, und gerade jetzt tobt der Streit der Gelehrten über sein wahres Wesen heftiger denn je. Diesen Wandlungen in der Auffassung eines der Größten, welchen die Geschichte sah, will der Vortragende nachgehen.

** Kampf gegen die Schnaken. Ein hiesiger Gärtner teilt uns mit, daß er zur Vertilgung der Blatt­läuse in seinem Gewächshause Tabak staub verbrannte und danach wahrnahm, daß dabei auch zahllose an den Wänden sitzende Schnaken zu Grunde gegangen waren. Somit wäre auch dieses Mittel zur Vernichtung der Schnaken zu empfehlen. Erfreulich aber bleibt es, daß nun von amtswegen durch besonders ausgebildete Leute, die sich vielleicht auch die vorerwähnte Erfahrung zu nutze machen könnten, an eine gründliche Ausrottung der lästtgen Insekten herangegangen wird.

"Die 46. ordentliche Generalversammlung der Gewerbe bank, E. G. m. u. H., fand am Freitag abend im Hotel Einhorn statt. Ter Vorsitzende des Auf- pchtsrats, L. Petri II., betonte in seiner Ansprache, daß auch das abgelansene Geschäftsjahr in jeder Hinsicht befriedi­gend gewesen sei und sich wieder durch größeren Umsatz im Vergleich zum Vorjahre ausgezeichnet habe. Es beweise dies, daß die Bank sich des zunehmenden Vertrauens der Geschäfts­leute erfreue. Dies sei besonders der Unisicht und eifrigen Tätigkeit der Beamten zu danken, denen er hiermit namens der Genossenschaft den verdienten Donk abstatte. Auch den Mitgliedern des Aussichtsrates gebühre Dank für ihre rege Mitarbeit am Gedeihen des Instituts. Alle Positionen der Abrechnung und die Geschäftsbücher seien in bester Ordnung befunden worden. Direktor Loos verbreitet sich hieraus eingehend über den Geschäftsgang des verflossenen Jahres und legt die Vorbedingungen dar, unter denen ein Gedeihen des Genossenschaftswesens garantiert werde, auf denen auch die Geschäftsführung der Gießener Gewcrbebank beruhe. Er erläuterte weiter die Begriffe Haftpflicht im Sinne des Genossen­schaftsgesetzes, die Grundsätze, nach denen bei Aufnahme neuer Mitglieder verfahren werden muß oder ihnen Kredit gewährt werden kann, ferner das Verfahren in Wechselsachen. Schließ­lich betont er, daß die Bank im vergangenen Jahre Verluste nicht gehabt habe und spricht die Hoffnung aus, daß sie auch ferner sich gedeihlich entwickeln möge zum Segen des Gewerbestandes und damit zum Wohle der Stadt.

- Dem § 49 des Genoffenschaftsgesetzes entsprechend wird beschlossen, die Höchstsumme der auszunehmenden fremden Gelder (diese können nach dem Gesetz den zehnfachen Betrag der Mitgliederantelle erreichen) auf 4 Millionen Mark fcst- zusetzen. Nach dem neuesten Geschäftsbericht beläuft sich diese Summe auf Mk. 2 559 638.25. Die Jahresrechnung wird genehmigt und dem Vorstande und Aussichtsrate Entlastung erteilt. Der vorgeichlagenen Verteilung des Reingewinnes im Betrage von 62 857.68 Mk. wird zugestimmt ' und be­schlossen, von den zur Ueberweisimg an den Reiervesond II vorgesehenen Mk. 13 637.76 1000 Mk. dein Gewerbevereiu zur'Errichtung eines Gewerbeschulhauses, 400 Mk. dem Kauf­männischen Verein für die Zwecke der kaufmännischen Fach­schule und 100 Mk. dem Gießener Lesehalle-Verein zu Über­wegen. Die Mitglieder erhalten 6l/a Prozent Dividende

auS ihren Mk. 517 633 betragenden Anteilen. Der Vor­sitzende konnte in Aussicht stellen, daß wahrscheinlich eine Erhöhung der Mitglicder-Anteile (diese betrugen bisher 500 Mark) eintreten könne. Ter von Herrn W. Moeser erstattete Bericht über die am 18. Mai v. Js. durch den Verbands­revisor vorgenommene Revision der Bank konstatierte die ordnungsgemäße Geschäftsführung. Einigen von dem Revisor empfohlenen Neueinrichtungen wird, soweit deren Erledigung nicht bereits erfolgt, der Aussichtsrat im Laufe des Jahres näher treten. Der Aufsichtsrat wurde weiter ermächtigt, 15Ö0 bis 2000 Mk. zur Ausbesserung der Gehälter der Beamten, deren gesteigerte Inanspruchnahme infolge des erweiterten Geschäftsbetriebs anerkannt wurde, zu verwenden. Die aus- scheidenden Aufsichtsratsmitglieder: H. Eichenauer, Wil­helm Herbert, H. E. Jnghardt, L. Kattrein und Earl Wenzel wurden mit annähernder Einstimmigkeit wieder gewählt.

** Das Promenadenkonzert fällt morgen, Sonn­tag, aus.

** Prämiierungs-Maskenball des Fecht -- Verbandes Gießen-Lahr. Gestern abend hielt der Verein, wie uns mitgeteilt wird, eine Sitzung mit den Preisrichtern im Kaiserhof ab, wobei über den am Sonn­tag den 26. d. M. im Eafö Leib stattfindenden PrÜmiier- imgs-Maskenball sehr lebhafte Debatten stattfanden. Die Preisrichter haben nämlich keine so leichte Arbeit, zumal es sich um so großartige erste Preise handelt lgold. Herrcn- und gold. Damenuhr); die anderen acht Preise sind gleich­falls nur wertvolle Gebrauchsgegenstände. Nur unpar­teiische, fachmännische Herren sind als Preisrichter gewählt worden. Besonders sei darauf aufmerksam gemacht, daß nicht allein hochelegante Masken Preise erhalten. können, sondern daß eine charakter^ ische, womöglich gan'> einfache Maske ebenfalls den ersten Preis erhalten kann. Die Preis- verteilnng findet vor der Demaskierung statt, weshalb jeder, der nicht erkannt werden soll, teilnehmen kann. Man wird sich ans dem Maskenball gut amüsieren, da auch Sitte und Ordnung herrschen werden.

** Ganturntag. Morgen, den 23. d. M., findet im Neuen Saalbau hier der 72. Gau turn tag des Turngaues Hessen statt, wobei 56 Vereine vertreten sein werden. Es stehen 11 Punkte auf der Tagesordnung, deren Beratungen längere Zeit in Anspruch nehmen werden.

** Plötzlicher Tod beim Baden. Zu der Notiz, die wir über den Tod der Gattin des Neichstagsabg. Dr. Becker gestern brachten, wird uns mitgeteilt, daß nicht Erttinken die Ursache des Todes war. Frau Dr. Becker litt an häufigem Blutandrang noch dem Kopf, welches liebel jedenfalls im Bade sie überrascht hat und möglicherweise die unmittelbare Todesursache war.

-h. Lollar, 22. Febr. Heute abend fand die zweite Versammlung des im vorigen Monat neu gegründeten Geflügel- und Vogelzucht-Vereins Lollar statt. Daß die Bestrebungen dieses Vereins bei unseren Bürgern Anklang gefunden haben, beweist die Anmeldung von dreißig Mitgliedern, welche fast sämtlich den Grundsatz haben, reine Rassen von Hühnern, Enten ober Tauben zu züchten.

Offenbach, 24. Febr. Durch Vermittelung der Bank- sirma Jakob Wolff u. Co. in Frankfurt a. M. übernahm gestern die Deutsche Bank in Berlin und Frankfurt sowie die Bankhäuser Lazard Speyer Ellissen in Frankfurt a. M. und S. I. Werthauer jr. Nachf. in Kassel freihändig 5 0 0 0 0 0 0 Mark 3 prozentiger Offenbacher S ta dt a n l ei h e; Kündigung vor 1915 ausgeschlossen. Gestern nachmittag be­schlossen die Stadtverordneten in einer dringlichen ge­heimen Sitzung, dem Angebot zuzustimmen. (Off. Ztg.)

Mainz, 23. Febr. Die Thcaterdeputation hat dem Umbau des stüdtischeu Theaters, für den 3 7 7 0 0 0 M k. notwendig sind, nicht zugestimmt und sich auch gegen die Dr. Nauterlsche Broschüre ausgesprochen, besonders deshalb, weil sie der Oefsentlichk'eit übergeben worden sei, ehe die Ansicht der übrigen Mitglieder der Theaterdeputation darüber gehört worden ist. Gestern abend hat eine sehr stark besuchte Versammlung der Ochsen-, Kuh- und Rindsmebger stattgefunden, die gegen einen Beschluß des Viehhändlervereins scharse Stellung genommen hat. Tie Händler tuollcn von neuem beim Verkauf von Schlachtvieh jegliche Garantie für ge­sunde Ware ablehnen.

fj Marburg, 24. Febr. Vergangene Nacht ereignete sich auf der Bahnstrecke M ar b ur;g - E a s s e l in der Nähe der Station Zimmersrode ein schrecklicher Unglück s- fall. Durch einen Maschinendefekt am Ventil und Wasser­standsglas ftrömte der heiße Dampf aus den Lokomotiv­führer Hasse und seinen Heizer Grundel. Die .Hilfe­rufe der beiden Beamten verhallten ungehört und so sauste der Zug in voller Geschwindigkeit durch die verschiedenen Stationen bis nach Borken, wo man ihn zum Stehen brachte. Ten schwer verletzten Männern wurde dann die erste ärzt­liche Hilfe zuteil, woraus man sie nach Marburg zurück­brachte. Beide sind verheiratet.

/tunII und Wissenschaft

Seinen 7 0. Geburtstag begeht am 26. d. M der bekannte Ethnograph Prof. Dr. Richard Andree. Die Zeit­schriftGlobus", deren .Herausgeber er viele Jahre Anwesen ist. hat der eben erschienenen Nummer 7 ihres laufenden (87.) Bandes den Charakter einer Festnmnmer verlieben.

Handel und Verkesir. ffi6 wi r! f fhi f t.

Buderus' sche E i s e n w e r k e E i s e n w e r k e L o l l a r. Die Auoaben von einer beabsichtigten Verschmelzung der beiden Unternehmungen erhalten nunmehr ihre Bestätigung. -iitrcb Besprechungen sind die von einigen Großaktionären angeregten Fusionsverhandlungeu soweit gediehen, daß die beiderseitigen ^lus- sichtsräte in den nächsten Dagen endgültig darüber Beschluß sagen werden. Es ist nach derFranks. Ztg." em Umtausch von Volleir-- Aktien gegen neu ausznaebende DudeNls-Aktien unter barer Zu­zahlung von 25 % an die Aktionäre von Lollar in Aussicht ge­nommen. lieber die Modalitäten des llmtau'ches ivird erst zu sprechen sein, wenn lest fixierte Vorschläge dastir vorliegen. .In­zwischen iei daran erinnert, daß zwischen den beiden Unter- nehnuninen schon durch ihren Ursprimg ein gewisser Zusammen­hang besteht.

Märkte.

Gießen, 25. Febr. Marktbericht. Au? heutigeni Wocheninarkl kosteten: Butter vr. VW. 0.95100 Alk.. Hühnereier 1 et. 8-3 Gg 2 Stck. 1500 Vfg., Gänseeier 0000 Via., Enteneier 70 Pfg., 5lase nr. Stck. 68 Pf.. Näsematle 2Stck. 5-6 Big. Erbten vr. Liter 31 Pfg., Linsen vr. Liter32 Big., Taubenvr.Paar0,80- O,9OMk., Hühner pr.St. 1,001.60 Halme vr. Stück 0.801,80 Mk., Enten vr. Stücl 1,802,20 011 f., Gänse vr. Md. 5565 Pfg., Ochsenfleisch vr. Pstmd 70-80 Vfg., Kuh- und Rindfleisch vr. Pstmd 6268 Pfg., Schweim- steisch pr. Pfund 6072 Pfg., Cchweinesleisch, gesalzen, pr. Pstmd 76 Pfg.. .stalbfleisch vr. Pid. 7074 Pfg., Hammelfleisch pr. Psund 5074 ^g. Kartoffeln pr. 100 Stg. 6,006,50 OJtf., Zwiebeln pr. Zlr 8,OO10,00 PU., Vtilch per Liter 18 Pfa., Aepiel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00-00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg

Zwetschen per Zentner 0.000.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bi-' 0.00 Mk. Meistkraut 0.100.15. Marktzeit 82 Uhr.

ilHielte Hleliiininen.

Berlin, 25. Febr. Das Offizier-Korps der süd- w estafri konisch en Schutzirtlppe wird demnächst eine neue Verstärkung erfahren. 4 Oberleiitnants, 22 Leutnants und 6 Sanitäts-Offiziere werden wieder hinausgehen. Wie es heißt, sollen auch noch einige Veterinäre nachfolgen. Tie Wahlkreis-Novelle ist im Ministeriin des Innern ziemlich fertig gestellt, sodaß ihre Vorlage in baldiger ?lus- sicht steht. Sie trägt dem 9lnwachsen der Bevölkerung durch eine gerechtere Verteilung und entsprechende Vermehrung der Abgeordnetenzahl Rechnung.

B er n , 25. Febr. Obwohl der Du r ch st i ch des S i m plou' fast über Erwarten gut verlausen ist, hatte er infolge eines miß­lichen Zwischenfalles doch einen Todesfall im Gefolge. Als die Ingenieure, an ihrer Spitze der Bauleiter Vrandau, zur Durch- bruchsstelle vordranaen, wurden einige Herren in dem D-ampf und der druckenden Hitze, die durcy das Wcrsser ausströmte, ohn­mächtig 2 'ta. enis< e 7 ngen'.eur' mußt n s^le inigst nackJs l'e l>e- si'rdert werden, wo der eine alsbald am S ch l a g f l n ß st a r b. Es zeigte sich, daß die K ü hl e - V o rr i cht u n g, durch das aus- strömende Wasser beschädigt worden war und nicht mehr recht funktionierte. Trotzdem drang Brandau mit einigen Gefährten bis zur Sprengstelle vor und fand daß das Wasser sich aus einer meterbreiten Spalte reichlich entleerte. Wegen der gefährlichen Temperatur sind die Arbeiten im Tunnel vorläufigein- g e st e 1 l t.

Petersburg, 25. Febr. In hiesigen Kreisen ver­lautet, daß mit allen liberalen Ideen und Ab-^ sichten endgiltig abgerüstet werden soll, weil man zu der Ueberzeugung neigt, daß eine Volksvertretung lei' t zu einer konstituierenden Versainmlnng werden könnte. Tas Schulministerium beabsichtigt, die streikenden Professoren nach Stellung einer gewissen Frist vom Amte zu suspen­dieren. Aehnliche Repressalien stehen vielfach bevor.

W a s h i n g t o n, 24. Febr. Der amerikanische Gesandte in Santo Domingo,. Dawson, telegraphierte an das Staatsdepartement, daß ein vergeblicher Versuch gemacht wurde, den Präsidenten Morales zu ermordew. Ter Präsident wurde von einer Anzahl Leute angegriffen,' von denen fünf verhaftet wurden, wähnend die übrigen' entkamen. Weitere Einzelheiten sind nicht eingegangen, doch nimmt man hier an, daß der Anschlag.auf eine rev o- lutionäreBewegung zurückzuführen ist, w^che darauf ausgehe, die Durchführung des Mkonnnens mit den Ver­einigten Staaten, nach welchem die Zollverwaltung untetf Aussicht gestellt wird, zu verhindern.

Vom Kriege.

London, 25. Febr. Ter Geheimsekretär des Königs, Lord Kvllvs, telegraphierte dem Londoner Korrespondenten des ..Neuen Wiener Tageblattes" auf eine Anfrage, ob irgend eine Begründung für die Meldung vorhanden sei, die den König mit den letzteren Gerückten über Friedensverhandlungen in Verbind­ung bringt, daß der König von keinen Friedens-Ver­handlungen gehört habe.

Petersburg, 25. Febr. Wie aus guter Quelle verlautet, wird r i e p e n b e r g trotz des Drängens der Großfürsten n i ch t nach der Mandschurei z u r ü ck ke hr e n , da Ku r o pa t k i n for­mell erklärte, daß er einen Mitarbeiter wie Griepenberg,. welcher, das Beispiel der Disziplinlosigkeit gebe, nicht an- nel-men könne. Kuropatkin soll gedroht l-aben, falls ihm Erie- penberg dennoch aufgezwungen würde,- das Kommando über die Mandschurei niederzulegen. Andererseits soll eine in Petersbi uj, unter den in Betracht kommenden Generalen veranftaltete 1km- frage ergeben haben, daß keiner bereit sei, als Nachfolger Knro- patkins fungieren zu wollen.

.... . . Kranke. Warme, geschützte Lage

öS? m^erKUr tur um Südabhang des Taunus. Bebae- nlich eingerichtete, kleine Anstalt (bis 30 Patienten). Centrale Heizung a und Beleuchtung, geheizte Liege­halle und Corridoro. Sorgsame Verpflegung. (Ddpendance für

Minderbemittelte). Prospecte franco.

Dr. M. Schulze-Kahlcyss. Nervenarzt.

3 Sanatorium Hofheim im Taunus.

TKursbericht.

F

BVgO/o Reichflanleiho . . 102 30 3i/, do. ... 91.70 U',o/. Konsols .... 102.30 3fVn do.....91.75

3*/.,% Hessen .... 100.40 37, % Oberhessen . . . 99.70 4% Oosterr. Godreute . 102 30 4 6% Oestorr. Silberrento 101.10 4% Unerar. Ooldrcnto . . 100.15 V'l Italien Rente . . . 105.40 41z2 % Portugieser . . .

<0/ Portugiesen 67.70 1 % C. Türken .... Türkenlose 136.80 4° 0 Grieeh. Monopol.-Anl. 53.00

4*/?% äussere Argentiner 46.10

Tendenz

kfirt a 71«, 25. Februar.

3% Mexikaner ...» 35.75 tVg"/- Chinesen .... 95.20 Electric. Sctuckert ... 14295 Nordd Lloyd . . . . 114.50

Kreditnktien .... 214 30 Diskonto-Kommandit, . . 193 60 Darmstadter Bank . . 143.80

Dresdener Bank .... 160.70 Berliner Handeleges. . . 164 70 Oesterr. Staatubahn . . . 140 00 Lombarden 18 00 Gotthard bahn 190.75 Lanrahfitte 25.80 Bochum 247.00 I! nrn^nor 211.60 Staatsschatzscheino . . .

fest.

Kckiuinlinachung.

In der Zeit vom 18. bis 25. Februar 1905 wurden in hiesiger Stadt

gefunden: 1 Taschenmesser und 1 Spazierstock;

verloren: 1 künstliche Hand und 1 braunledernes Porte­monnaie.

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 25. Februar 1905.

Großherzoglsi § olhciamt Gießen.

_______________ H erb erg.__

Bekanntmachung.

Die unterm 2. Februar l. Js. angeordnete Sperre der Plockstraße wird hiermit aufgehoben.

Gießen, den 25. Februar 1905.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

__________________Herberg.__________________

Vcrgktmlig von Abbruchs-Albeitcn.

Der Abbruch des Musiktenipels und der anschließenden Holzhallen am Kurhaus zu Bad-Rauheim wird hiermit öffentlich ausgeschrieben. Tie Bedingungen sind aus dem Bureau der unterzeichneten Behörde einzusehen.

Angebote sind verschlossen und portofrei bis zum 8. März, vormittags 11 Uhr, einzureichen, woselbst sie in Gegemvart etiva erschienener Bewerber eröffnet werden. Der Zuschlag kann vorbehaltlich dec Genehmigung Großh. Ministeriums sofort erteilt werden. b96/1

Baubehörde für die Neubauten in Bad-Nauheim:

I o st.