Erstes Blatt.
Freitag 24. März 1905
Schulstratze 7.
tlbrefle tot Depeschen:
Anzeiger Gtetzeu.
Kern!prrchanichluß Nr 51.
155. Jahrgang
»Nr. 71
(hlQtlat töfltid)
außer Sonntag-.
Dein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener Kamillen. Hättet viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck il Verlag der Brühl 'ichen Untverl.-Buch-u. Stein» druckerrt. Ä. Lange. Aedattton, ErpedMoa
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General-Anzeiger & MM
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MtzZ
zetgenteil: Hans Beck.
Ale Heutige Kummer umfaßt 14 Seiten.
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Volitische Tagesschau.
Kaiser Wilhelm II.
Hat sich seit längerer Zeit der größeren öffentlichen KNndgeb- nngen enthalten. Um so mehr Beachtung wird die (gestern von uns mitgeteilte) Bremer Rede finden.
Daß der Kaiser vor seiner Mittelmeerfahrt, die ihn auch nach Tanger führen wird, eine so lebhaft den Segen des Friedens preisende Rede gehalten hat, ist sicherlich kein Zufall. Es sah in den letzten Tagen so aus, als ob von Marokko her ein Konflikt zwischen Frankreich imb Deutschland drohe. Die kräftige Note der „Nordd. Mlg. Zig." gegen jede Beeinträchtigung unserer wirtschaftlichen Interessen in Marokko von französischer Seite mußte diese Besorgnis ehe bestätigen als entkräften. Seitdem die Absicht des K'aiserbesuchs in.Tanger feststand, sind die alten Gegner in London fast noch eifriger als selbst in Paris bemüht, den Zeitpunkt der Reise als ,.nicht glücklich gewählt zu bezeichnen und Frankreich vor der deutschen Konkurrenz, auf politischem Gebiet, in Marokko zu warnen. Auch heute wieder glaubt die „Times" ihre abfällige Kritik üben zu sollen, mit der naiven Begründung: Deutschland habe tatsächlich nicht mehr Recht als andere europäische Mächte, sich in Marokko einzumischen. Die Leitung rmserer auswärtigen Politik wird wenig darnach ftagen, welche Schranken die „Times" der deutschen „Einmischung" zieht. Die englische Regierung ist jedenfalls bei weitem nicht so argwöhnisch wie die Freunde Frankreichs in der „Times" es sind. Der Kaiser hat, ohne Marokko zu er- wähnen, bestimmt die Ehrlichkeit der deutschen Politik betont. Danach ist für alle arideren Annahmen nicht der mindeste Raum.
Der Schwerpunkt liegt in den Sätzen über das deutsche Weltreich. Bon einem „öden Weltreich" im Sinne der großen Eroberer des Altertums und der Neuzeit will der Kaiser nichts wissen. Damit tritt der Kaiser aufs neue denen entgegen, die dem Deutschen Reiche unter seiner Führung Einmischungs- und Ervberungsgelüste aller Art zuzuschreiben nicht müde werden. Der Kaiser bekennt sich aufs neue als F r i e d e n s f ü r st. Er ist es auch tatsächlich gewesen: wenn das Deutsche Reich Handel suchte, so wäre überreichlich Gelegenheit dazu gewesen. In Wirklichkeit hat Kaiser Wilhelm mit Freundlichkeiten nach den verschiedensten Richtungen nicht gespart.
Kaiser Wilhelm II. hat auch mit der Politik derjenigen seiner Vorgänger gebrochen, die durch besiegte Königreiche, Kurfürstentümer und anderer Staatengebilde Preußen vergrößert haben. Auch scheint jetzt das Ende von Neuen K'olon ieerwerb- un gen gekommen zu sein, was nach den traurigen Erfahrungen, die wir mit unseren Kolonien in der letzten Zeit wieder machen, erfreulich wäre. Schon Bismarck sprach einst, um die argwöhnischen Nachbarn über etwaige Eroberungsgelüste des neuen deutschen Reiches zu beruhigen, das Wort aus: Deutschland ist saturiert. Wir wollen hoffen, daß der Verzicht auf eine Arealvermehrung des deutschen Reiches, das Abschwören jeder Eroberungspolitik der Leitstern der deutschen Politik fürs nächste bleibe. Es sind innerhalb der Grenzen des deutschen Reiches so große Kulturaufgaben zu erfüllen, daß es ein Wahnwitz wäre, Deutschlands Schicksal an die Wechselfälle einer „öden Weltpvlitik" zu knüpfen.
Der Kaiser will aber doch durchaus nicht, daß das Deutsche Reich einflußlos und teilnahmslos beiseite stehe im Rate der Völker, er spricht sogar in gewissem Sinne von einer Hohen- zollernweltherrschaft. In dieser Verbindung wendet der Kaiser das biblische Wort vom „Salz der Erde" aus das deutsche Volk an. Das Deutsche Reich soll sich eine allgemein anerkannte Vertrauensstellung in der Welt erwerben durch die Tüchtigkeit des deutschen Volkes und durch seine ungeschwächte, was die Seemacht anbelangt, noch verstärkte Wehrhaftigkeit.
Für die praktische Politik sind die der Flotte gewidmeten Sätze der kaiserlichen Rede die wichtigsten. Daraus spricht das Bewußtsein, daß unsere Flotte schon heute etwas bedeutet. Auch hier betont der Kaiser die friedliche Tendenz der deutschen Politik. Nach dm Amßerungen des Kaisers muß man ann-ehmen, daß er diese, wenn der jüngste Flottmplan verwirklicht ist, für stark genug hält und daß alsdann auf eine weitere Vergrößerung zunächst verzichtet wird. Dies ist besonders dm Engländern gegenüber von Wert, die auf unsere Flottm- vermehrung mit eifersüchtigem Argwohn blicken.
Man darf^ gespannt daraus sein, welches Echo die der Flotte gewidmete kaiserliche Kundgebung im Auslande, insbesondere in England, finden wird.
Vom Reichstage.
Wenn etwas zu der Verflachung der Parlamentsdebatten beigetragen hat, dann ist es der Hang mancher Volksvertreter zu persönlichen Auseinandersetzungen, die nicht selten in Zänkerei ausarten. Darunter leidet die ernste parlamentarische Arbeit und auch der parlamentarische Ton. Lediglich aus persönlichen Beweggründen hielt man es diesmal für geboten, bei der Militärdebatte die antisemitische Bewegung zu erörtern. Das nahm kostbare Zeit in Anspruch und trug nicht gerade zur Erhöhung des geistigen Niveaus des Reichstags bei. Zwar ist der Wortschatz des Grafen Pückler noch nicht in die parlamentarische Rhetorik übergegangen, aber auch den dessen politischer Richtung nahestehend^ Abgeordneten sind urwüchsige Ausdrücke geläufig. Im Munde ist das Hin- und Herreden über diese Frage zwecklos, denn es gelingt nicht, eine Meinungsänderung herbeizusühren. Peinlich aber wirkt es, wenn immer und immer wieder von beiden Seiten Aussprüche fürstlicher Personen als Beweis herangezogen werden.
Die sachliche Kritik am Heerwesen bot gestern mancherlei 'Bemerkenswertes. Es sei da hingewiesen auf die Rede des 'Abg. Storz (südd. Volksp.), der u. a. aus militärisch sozialen Gründen für die Abschaffung der Einjährigen- -S ch n ü r e plädierte.
Von der rechten Seite des Hauses ertönten bewegliche Klagen über die dem platten Lande auferlegten Ma- möverlasten und über die unzulängliche Entschädigung. Maß auch die Städte ein gerüttelt Maß dieser Lasten zu tragen haben, davon legte Abg. Dr. Wallau-Lauterbach
Zeugnis ab. Von durchschlagender Wirkung war die schlichte Feststellung der Tatsache, daß die Stadt Gießen nicht weniger als 4000 0 Mk. Zuschuß zu den Einquartierungslasten zahlen mußte. Man darf da in der Tat von einer „Militärsteuer" reden, die der Begeisterung der Bürgerschaft für den bunten Rock nicht grade förderlich ist.
Von aktueller Bedeutung — zurzeit findet die Aus- mustenmg der Rekruten statt — waren die Beschwerden des Abg. Nacken (Ztr.) über Mißstände beim Aushebungsgeschäft, unter denen zumeist die wirtschaftlich Schwachen leiden. Der preußische Knegsminister gab entgegenkommenden Bescheid. Die scharfe Abfuhr, die General v. Einem dem sehr keck auftretenden Grafen Mieleynski (Pole) zuteil werden ließ, war wohlverdient. Vielleicht nimmt Herr o. Jadzewski, dessen Mäßigung Graf Bülow neulich Anerkennung zollte, den jugendlichen Heißsporn für einige Zeit in Behandlung, der sich zu einer ziemlich unverblümten Beleidigung parlamentarischer Kollegen hinreißen ließ. Im übrigen sei die warme Fürsprache hervorgehoben, die zwei Abgeordnete der Linken zugunsten der Zivilmusiker in ihrem schweren Konkurrenzkampf gegen die Militärkapellen einlegten. Diese brennende soziale Frage hat dem Kriegsminister, wie er eingestand, schon viel Aerger bereitet. Am Schluß der Sitzung gab es noch einen Scherz. Der Ab- geordn. Böckler (Antis.) enthüllte die haarsträubende Tatsache, daß das preußische Kriegsmmistermm seine Streichhölzer aus einem Warenhaus bezieht!
Der Krieg.
Die Russen auf der Flucht.
Tokio, 23. März. (Amtlich.) Marschall Oyama meldet: Japanische Truppen, welche den Feind verfolgen, sind am 21. März in CH au tu, 20 Meilen nördlich von Kaiyuen, eingezogen. Tie starken feindlichen Abteilungen ziehen sich in Unordnung nach Nord osten längs der Eisenbahn zurück.
Petersburg, 23. März. General L i n e w i t s ch telegraphierte gestern: Meldungen über Zusammenstöße mit dem Feinde am 21. März liegen nicht vor.
London, 23. März. Von der russischen Armee in Guntzuling wird gemeldet, daß die Rückzugspläne in dem von Kuropatkin,Linewitsch, Bilderling und Kaulbars abgehaltenen Kriegsrat entworfen wurden. Guntzuling ist jetzt ein großes Feldlager. Die vordersten Divisionen marschieren nach Norden weiter und frische Truppen aus Europa kommen von Charbin nach Süden, um die erschöpfte Nachhut abzulösen.
Russische Verstärkungen.
London, 23. März. „Daily Chronicle" meldet aus Petersburg, daß General Linewitsch 2 40 OOOMannVer- stärkungen erhalten werde. (!)
Petersburg, 23. März. Der erste Teil der kaukasischen Truppen trifft am 4. April auf dem Kriegsschauplätze ein. Der Zar hat den Kommandeur des Moskauer Militärbezirks in der Frage der Mobilisierung des Krakauer Korps hierher berufen.
Japanische und Chinessiche Greueltaten.
Petersburg, 23. März, (W. B.) Die Petersburger Telegr.-Ag. verbreitet folgendes Telegramm aus Sypingai vom 22. März: Der Rückzug der Russen nach Norden rief unter der friedlichen Bevölkerung, die auf den Sieg der russischen Armee gehofft hatte und jetzt mit Weibern und Kindern in die Berge flüchtet, eine Panik hervor. Beim Durchzuge der Russen durch die chinesischen Städte schließen die Einwohner die Türen, ziehen aber mit den festlich gekleideten Frauen und Kindern den Japanern entgegen. Die Japaner setzen die harte Behandlung der Chinesen fort, und wenden Strafen an wie früher in Fönghwangtschöng, Liau- jang und Inkan. Selbst Chinesen, die bloß verdächtig sind, daß die Russen in irgendwelchen freundlichen Beziehungen zu ihnen stehen, werden gemartert. Nach Norden geflüchtete Chinesen sind gefoltert worden. Ein Uebersetzer wurde hin gerichtet. Kaufleuten, die russisches Geld besitzen, werden die Hände abgehauen. Selbst Beamte, die mit den Russen dienstlichen Verkehr hatten, werden nicht geschont. Der erste Gouverneur von Liaujang, Sujan, wird in Haitscheng gefangen geholten, der zweite, Scheng, wurde g e f o l tert und nach Port Arthur verbannt; seine Familie iairbc gleichfalls gefoltert. Die Diener wurden h i n g e r i ch t e t. Der chinesische Oberst T s h a o wurde mit seinem Neffen in Jnkou hinge- richtet, weil er früher mit den Russen verkehrte. Ter chinesische O s f i zi e r S h u wnrde auf den bloßen Verdacht hin, mit den Russen Beziehungen unterhalten zu haben, ohne gerichtliche Untersuchung mit dem Tode bestraft. Tie Chinesen fürchten die Rache der Japaner und wagen nicht, den Russen Lebensmittel zu verkaufen.
London, 23. März. „Morning Post' meldet, daß Japan und China ein geheimes Abkommen betreffend die Mandschurei abgeschlossen hätten. (Das wäre angesichts der obigen Meldung etwas verwunderlich. Toch darf man der offiziösen russischen Meldung nicht ohne weiteres trauen. Ein japanisches Tementi wird zweifellos nicht ausbleiben. D. Red.)
Charbin, 23. März. Es bestätigt sich, daß die Verwundeten und das Personal des Roten Kreuzes im Mlukden vor Ankunft der Japaner von den Chinesen ermordet worden seien. Hier herrscht große Besorgnis. Frauen und Kinder verlassen täglich in Spezialzügen die Stadt.
Von den Geschwadern.
Petersburg, 23. März. Gerüchtweise verlautet, das! baltische Geschwader h^bc Madagaskar verlassen^ um sich nach bm Snnda-Jnseln zu begeben, wo e§ vor! Anker geh n wird. Dort wäre es dem Geschwader möglich, eine fortwährende Ueb-rwachuug auszuüben unh die japanische Flotte zu bedrohm. Die Japaner wurden dann ihre Verbind--^ ung zwischen Japan und Europa abgeschnitteu( seb"n. Es scheint, daß für diesen Fall ein Kaperkrieg enfc stestn würde, der besonders mit Erfolg seitens Rußlands geführt werd'n könnte. Außerdem würde ein solcher Krieg den Russen den Vorteil bieten, daß die japanische Flotte immer weiter von ihrer Operations-Be.sis entfernt würde U7Ü> jede Operation in der gefährlichen Nahe von Wlad'^ostok verändert würde.
Port Louis, 23. MäiH. (Reuter.l Ein von Colombo hier ein getroffener Dampfer bringt die Meldung, er habe in der Nacht zum 17. März ein russisches Torpedoboot getroffen, denk in einiger Entfernung eine Flotte folgte. Er habe deren Natio-. nalität und Zusanrmensenung nicht feststellen können.
Hamburg, 23. März. Von den für das rmfsische Geschwader gecharterten Dampfern verläßt die „SEbria" übermorgen den hiesigen Hafen, die übrigen Dampfer werden in kurzer Zeit folgen. Die Anmusterung der Seeleute geschieht durch dke hiesige Firma Knöbr und Burchardt Nachf., Vertreterin der Vetersbu'rger Reederei Wachter imb Co. Die „Belgravia", die mit Kohlen beladen auf der Unterelbe liegt, bient bis zur Abfahrt noch als Kasernenschiff für die Auswanderer der Hamburg-Amerika-Linie, da die Auswandererhallen wegen der zahlreichen! Schiffsverkäufe überfüllt sind.
London, 23. März. Die Hcrmburg-Umerika-SchiffahrtS- Gesellschaft hat 34 Dampfer in Aden gechartert, um 100 000 Tonnen Kohle, welche in dem französischen Hafen Dschibuti liegen, aufzunehmen. Die 34 Dampfer werden daun die ruflisck>e Ostseeflotte als Kohlendampfer begleiten. Die Osh, seeflotte wird Ende dieses Monats in Dschibuti erwartet.
London, 23. März. In Anwesenheit des japanischen $e* sandten Hayaschi ist in New-Castle ein japan ischeS Kriegsschiff 1. Klasse vom Stapel gelaufen.
Rußend in Sturm und prang.
Abermals ein Attentat.
Aus Petersburg wird gemeldet:
Vor dem Palaste des Großfürsten Ale^iL wurde ein Mann verhaftet, der ein umfangreiches Paket bet sich trug und versuchte, während der Ausfahrt der Wagen in den Palast ein- zubringen. Das Paket enthielt eine Bombe. Der Verhaftete weigerte sich, irgend welche Angaben über seine Persönlichkeit zrr machen.
Erne haarströubende Bestialität eines ruffischen Polizeibeamten wird aus Kutno mv Gouvernement Warschau berichtet:
Auf die Nachricht, daß auf der Chaussee beim Gute Lanentr 140 Bauern mit Frauen und Kindern versammelt wären, begab sich der Cbef der Landwaebe mit einer Kompanie Soldaten dorthin und ließ auf die Leute, trotzdem sich diese ruhig verhielten, feuern. Zwei Personen wurden auf der Stelle getötet, fünfzig verwundet, davon zwanpg schwer; von den Verwundeten starben sieben auf dem Wege zum Hospital.
AeutscS-Hfrika.
Eine Denkschrift über den Aufstand in Teutsch'SLdwestaftlkL.
Der Reichskanzler legte dem Reichstage eine vom Gene- ralftabe ausgearbeftele .Denkschrift über den Verlauf be8; Aufstandes in Südwestafrika, Fortsetzung^, vor. Die Denkschrift giebt eine zusammenhängende Darstellung der Ereignisse im Norden des Schutzgebietes seit dem 2. Februar, in der es heißt:
Die Hereros stellen sich nicht mehr zumKampse. Die wenigen überlebenden Führer fanden zumeist Zuflucht auf englischem Gebiet, wie Samirel Maharero, der sich an den Ngami-See in Britifch-Betfchuanaland flüchtete. Das Volk wandte sich den alten Wohnsitzen wieder zu und halt sich im Busch verborgen. Die Unsicherheit im ganzen Lande ist noch groß. Daher wurde gui Stationsbesatzungen übergegangen. Sehr erfreulid) ist, daß der Typhus wesentlich nachgelassen hat. Der Kranken» bestand ist fetzt 174 gegen 343 im Januar.
Die Denkschrift besagt ferner:
Im Süden des Schutzgebietes konnten die siegreichen Januar kämpfe gegen d i e Hottentotten am Auob wegen der Verpfleg ungsschwierigkeiten nicht üt! wünschenswertem Maße ausgenutzt werden. Noch mehr litten die Operationen aeqen Moreuga und Morris unter Verpflegungs- schwierigke-ten. Allen Uebelstanden indem letzteren Gebiete ist nut abzuhelfen durch den baldigen Bau einer Eisenbahn Liideritz-i B u ch t—K u b u b. Anfangs Marz gelang es General v. Trotha, nach langen Vorbereitungen und durch besonders glückliche Umstände die Verpflegungsschwierigkeiten vorübergehend zu beseitigen.
Die Denkschrift schildert dann die wieder aufgenommenerr Operationen gegen die Banden Morengas und Morris bet Nnrudos, über die Telegramme bereits berichteten, und bemerkt hierzu, der Vormarsch auf ungebahnten Pfaden, der Kampf in wilden Bergen, der quälende Durst und der Wassermangel stellten an die Leistungsfähigkeit der Truppen hohe Anforderungen, denen sie sich aber wie in allen früheren Fällen vollkommen aewachsen zeigen.
Bezüglich der Kameruner Vorgänge erfährt die „Nat.-Ztg.", daß im Kolonialamt newi Nachriehten über die Bewegung in Südkamerun auch heute noch nicht varlieaen. Der gestern von W. T. B. als zuletzt eingetroffen bezeichnete amtliche Bericht datiert nach der Meinung der „Nat.-Ztg." etwa vom 14. d. MtS. Danach fei zu befürchten, daß die amtliche Bestätigung über den Auf st and in Süd-Kamerun nicht ausbleibt. Bezogen sich doch auch die letzten Telegramme des Gouverneurs namentlich auf im Süden drohende Bewegungen.
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Die Vorlage bctr. den Bau der Kamerun-Tschad- see-Bahn hat die Genehmigung deS Kaisers gefunden.


